Investitionserwartungen sinken deutlich

Die Unternehmen haben ihre Investitionspläne deutlich gekürzt. Die ifo Investitionserwartungen für das laufende Jahr sind im November auf -9,0 Punkte gefallen, nach -0,1 Punkten im März.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 13.12.2024

Die Unternehmen haben ihre Investitionspläne deutlich gekürzt. Die ifo Investitionserwartungen für das laufende Jahr sind im November auf -9,0 Punkte gefallen, nach -0,1 Punkten im März. „Wegen der strukturellen Standortprobleme und der hohen Unsicherheit über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen halten sich Unternehmen bei ihren Investitionen zurück“, sagt ifo Konjunkturexpertin Lara Zarges. Auch für das Jahr 2025 planen die Unternehmen weniger Investitionen. Der Saldo für 2025 deutet mit -6,6 Punkten jedoch an, dass der Rückgang geringer ausfällt als in diesem Jahr.

Im Verarbeitenden Gewerbe haben die Unternehmen ihre Investitionserwartungen für das laufende Jahr deutlich reduziert. Der Saldo sank von 1,4 Punkten im März auf -8,8 Punkte im November. Vor allem die nicht-energieintensiven Branchen investieren zurückhaltender. Der Saldo sank von +0,3 Punkten auf -11,6 Punkte. „Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen sind besonders pessimistisch“, sagt Zarges. Hier fielen die Erwartungen auf -21,0 Punkte, nach -8,4 Punkten im Frühjahr. Auch die Maschinenbauer fahren ihre Investitionen zurück, von +7,5 Punkten auf -6,2 Punkte. Dies gilt auch für den Fahrzeugbau, der seine Erwartungen von +1,3 Punkten im März auf -10,5 Punkte im November korrigierte. Hingegen stiegen in den energieintensiven Branchen die Erwartungen für das laufende Jahr von -4,3 Punkten im März auf -2,6 Punkte im November. Vor allem die chemische Industrie investierte mehr als zuletzt geplant. Ihre Investitionserwartungen erhöhten sich von +3,1 Punkten auf +12,6 Punkte.

Für das kommende Jahr bleiben die Unternehmen der nicht-energieintensiven Branchen pessimistisch. Der Saldo stieg gegenüber dem laufenden Jahr jedoch leicht auf -8,4 Punkte. Insbesondere der Fahrzeugbau will seine Investitionen nicht weiter zurückfahren (-0,4 Punkte). In den energieintensiven Industriebranchen erwartet dagegen ein größerer Anteil der Unternehmen (-4,5 Punkte) für das kommende Jahr einen Rückgang der Investitionen als im laufenden Jahr. In der chemischen Industrie sind die Erwartungen für das Jahr 2025 wieder negativ (-2,6 Punkte).

Der Handel investiert besonders zurückhaltend. Für das laufende Jahr fiel der Saldo von -13,3 Punkten auf -15,0 Punkte. Im kommenden Jahr planen die Unternehmen noch weniger zu investieren (-18,0 Punkte). Die Dienstleister haben ihre Pläne für das laufende Jahr ebenso deutlich angepasst, von +2,5 Punkten auf -7,5 Punkte. Im kommenden Jahr wollen die Dienstleister ihre Investitionen etwas weniger kürzen (-3,0 Punkte).

Quelle: ifo Institut

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Deutsche Wirtschaft dürfte 2025 nur stagnieren

Die deutsche Wirtschaft kann sich nicht aus der Stagnation lösen, Signale für eine spürbare wirtschaftliche Belebung sind derzeit nicht auszumachen. Das geht aus der Winterprognose des IfW Kiel hervor, wonach das Bruttoinlandsprodukt 2025 nur stagniert (0,0 Prozent). Noch im Herbst lag die Erwartung bei +0,5 Prozent.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 12.12.2024

Die deutsche Wirtschaft kann sich nicht aus der Stagnation lösen, Signale für eine spürbare wirtschaftliche Belebung sind derzeit nicht auszumachen. Das geht aus der Winterprognose des IfW Kiel hervor, wonach das Bruttoinlandsprodukt 2025 nur stagniert (0,0 Prozent). Noch im Herbst lag die Erwartung bei +0,5 Prozent. Gründe für die Abwärtsrevision sind vor allem die zu erwartenden US-Zölle und die verschärfte Krise in der deutschen Industrie. Im laufenden Jahr dürfte das BIP um 0,2 Prozent schrumpfen (Herbstprognose: -0,1 Prozent). Die Rezession hat mittlerweile auch den Arbeitsmarkt erreicht, die Arbeitslosenquote dürfte auf 6,3 Prozent steigen.

„Deutschlands Wachstumsschwäche tritt offen zutage und jeder unvorhergesehene Störfaktor von außen kann den Unterschied zwischen einem Plus oder einem Minus bei der Wirtschaftsleistung bedeuten“, sagt Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel.

Die zu erwartenden Zölle aus den USA sind für rund die Hälfte der Abwärtsrevision für das nächste Jahr verantwortlich, weil die protektionistische Agenda der neuen US-Regierung wohl die Ausfuhren zusätzlich bremsen wird.

Dabei haben diese schon zuletzt aufgrund der nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht mehr mit dem Welthandel Schritt halten können. Die Exporte dürften in der Folge sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr um fast 1 Prozent zurückgehen und erst 2026 wieder zulegen (+1,8 Prozent).

Die nun notwendige vorläufige Haushaltsführung dämpft das BIP 2025 mit 0,1 Prozent nur geringfügig. Mit den vorgezogenen Neuwahlen besteht die Möglichkeit, dass sich die Zeit hoher wirtschaftspolitischer Unsicherheit um mehr als ein halbes Jahr verkürzt.

„Die Krise ist maßgeblich eine Krise der Industrie. Dort zeigen sich Symptome wie sonst nur nach massiven Makro-Schocks. Die Kapazitätsauslastung liegt mittlerweile 5 Prozentpunkte unter den Tiefpunkten in gewöhnlichen Rezessionsphasen. Unter der gesamtwirtschaftlichen Wellblechkonjunktur der vergangenen Jahre kämpft die deutsche Wirtschaft mit massiven Standortschwächen, die kaum noch Auftriebskräfte zulassen“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des IfW Kiel.

Jetzt Berichte lesen:

Deutsche Wirtschaft im Winter 2024: Kein Aufschwung in Sicht
Weltwirtschaft im Winter 2024: Im Zeichen wirtschaftspolitischer Unsicherheit

Erst für 2026 ist mit einer moderaten Aufwärtsentwicklung zu rechnen, die Wirtschaftsleistung dürfte dann um 0,9 Prozent zulegen. Ein Drittel davon ist aber der hohen Zahl an Werktagen zu verdanken.

Nur schwache Impulse sind vom privaten Konsum zu erwarten. Nach dem deutlichen Anstieg der Kaufkraft der privaten Haushalte im laufenden Jahr um 1,3 Prozent werden sie im kommenden Jahr wohl leicht schrumpfen und erst 2026 wieder zulegen.

Die Bauinvestitionen gehen laut Prognose 2024 und auch 2025 abermals zurück. Sie sind dann seit 2020 um rund 15 Prozent gesunken. Für die Bruttoanlageinvestitionen zeichnet sich dank der sich etwas bessernden Finanzierungsbedingungen allmählich ein Durchschreiten ihrer tiefen Talsohle ab.

Die Inflationsrate dürfte von 2,2 Prozent im laufenden und im kommenden Jahr auf 2 Prozent 2026 zurückgehen.

Arbeitslosigkeit steigt, Haushaltslage angespannt

Die gesamtwirtschaftliche Schwäche hinterlässt deutliche Schrammen am Arbeitsmarkt und bei den Staatsfinanzen.

Die Zahl der Arbeitslosen nahm seit Sommer 2022 (ohne ukrainische Flüchtlinge) um 370.000 Personen zu. Die Arbeitslosenquote dürfte von 6 Prozent im laufenden Jahr auf 6,3 Prozent in den kommenden beiden Jahren steigen.

Vorbehaltlich einer finanzpolitischen Neuausrichtung einer neuen Bundesregierung fällt das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit in den Jahren 2025 und 2026 schätzungsweise um rund 5 bzw. 20 Mrd. Euro höher aus als noch im Herbst erwartet. In Relation zur Wirtschaftsleistung belaufen sich die Fehlbeträge auf 1,9 bzw. 2,1 Prozent, nach 2,3 Prozent im laufenden Jahr.

Die Weltwirtschaft dürfte dieses Jahr um 3,2 Prozent zulegen, in den kommenden beiden Jahren je um 3,1 Prozent. Entscheidend ist die Handelspolitik der neuen US-Regierung sein, die Ausrichtung der Notenbanken und die wirtschaftliche Entwicklung Chinas, wo sich die Exportaussichten angesichts der geopolitischen Lage eingetrübt haben.

Quelle: Institut für Weltwirtschaft Kiel

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ifo Institut prognostiziert zwischen 0,4 und 1,1 Prozent Wachstum für 2025

Wegen der großen Unsicherheiten stellt das ifo Institut zwei Szenarien für die aktuelle Konjunkturprognose vor: Sollte es der deutschen Wirtschaft nicht gelingen, ihre strukturellen Herausforderungen zu bewältigen, wäre nur ein Wachstum um 0,4 % zu erwarten. Sollten die richtigen wirtschaftspolitischen Weichen gestellt werden, könnte 2025 ein Wachstum von 1,1 % erreicht werden.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.12.2024

Wegen der großen Unsicherheiten stellt das ifo Institut zwei Szenarien für die aktuelle Konjunkturprognose vor: Sollte es der deutschen Wirtschaft nicht gelingen, ihre strukturellen Herausforderungen zu bewältigen, wäre nur ein Wachstum um 0,4 % zu erwarten. Sollten die richtigen wirtschaftspolitischen Weichen gestellt werden, könnte 2025 ein Wachstum von 1,1 % erreicht werden. „Im Moment ist noch nicht klar, ob es sich bei der derzeitigen Stagnationsphase um eine vorübergehende Schwäche oder um eine dauerhafte und damit schmerzhafte Veränderung der Wirtschaft handelt“, sagt ifo Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Konjunkturell belastet laut Wollmershäuser die schlechte Auftragslage, zu der auch die straffe Geldpolitik in Europa und in vielen deutschen Absatzmärkten beigetragen hat. Mittlerweile aber ist die Kaufkraft wieder zurückgekehrt und der Inflationsdruck, so erwartet es der ifo Konjunkturchef, wird auch in Deutschland weiter abnehmen. Hier rechnet das ifo Institut in beiden vorgestellten Szenarien für das kommende Jahr mit 2,3 % und für 2026 mit 2,0 %.

„Entscheidend wird sein, ob die exportorientierte deutsche Wirtschaft wieder vom Wachstum in anderen Ländern profitieren kann“, sagt Wollmershäuser. So prognostiziert das ifo Institut für die kommenden beiden Jahre ein Wachstum von jeweils 1,2 % im Euroraum, gut vier Prozent in China und etwa 2,5 % in den USA.

Bis zuletzt hat sich der deutsche Warenexport laut Wollmershäuser allerdings immer mehr von der weltwirtschaftlichen Entwicklung entkoppelt, insbesondere in der Industrie und insbesondere außerhalb Europas hat Deutschland spürbar an Wettbewerbsfähigkeit verloren.

Im pessimistischeren Szenario führt diese Schwäche zu einer schleichenden Deindustrialisierung. Industrieunternehmen verlagern Produktion und Investitionen ins Ausland. Aufgrund des Strukturwandels weg von der Industrie hin zu mehr Dienstleistungen bleibt das Produktivitätswachstum schwach, mit einem zeitweisen Anstieg der Arbeitslosigkeit ist zu rechnen. Leichte Wachstumsimpulse gehen von einer langsamen Erholung des privaten Konsums und der Baukonjunktur aus.

Im optimistischeren Szenario trägt eine verlässlichere Wirtschaftspolitik dazu bei, dass Industrieunternehmen ihre Produktionskapazitäten wieder ausweiten und etwa durch steuerliche Anreize mehr investieren und weniger Arbeitsplätze abbauen. In diesem Szenario würden sich auch die Arbeitsanreize verbessern, insgesamt mehr Menschen arbeiten und die einzelnen Beschäftigten weiten ihre Arbeitszeit aus. Dies würde wiederum den privaten Konsum stärken und für ein Absinken der Sparquote sorgen.

Quelle: ifo Institut

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Mehr Unternehmen im Handel wollen Preise anheben

Im Handel wollen wieder mehr Unternehmen ihre Preise anheben. Die ifo Preiserwartungen sind im November jedoch insgesamt leicht auf 15,6 Punkte gesunken, nach 16,0 im Oktober. Dies ist vor allem auf das Produzierende Gewerbe und die Dienstleister zurückzuführen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 10.12.2024

Im Handel wollen wieder mehr Unternehmen ihre Preise anheben. Die ifo Preiserwartungen sind im November jedoch insgesamt leicht auf 15,6 Punkte gesunken, nach 16,0* im Oktober. Dies ist vor allem auf das Produzierende Gewerbe und die Dienstleister zurückzuführen. „In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate etwas anziehen und über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank liegen“, sagt ifo Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Im Einzelhandel stiegen die Preiserwartungen auf 26,4 Punkte nach 21,9* im Oktober. Vor allem bei Nahrungsmitteln und Getränken gab es einen kräftigen Anstieg auf 50,8 Punkte, nach 39,7* im Oktober.

Die Preiserwartungen in den konsumnahen Dienstleistungsbranchen setzten ihren Rückgang hingegen fort und erreichten 15,8 Punkte, nach 18,5 im Oktober. Das ist der niedrigste Wert seit März 2021 und nur noch wenig höher als der durchschnittliche Saldo in den Jahren 2005 bis 2019 (14,6 Punkte). „Der Rückgang bei den Dienstleistern ist eine gute Nachricht für die weitere Inflationsentwicklung, denn dort war der Preisauftrieb aufgrund ihres hohen Lohnkostenanteils bis zuletzt der wichtigste Inflationstreiber“, ergänzt Wollmershäuser.

„Allerdings sorgen eine Reihe von Sondereffekten dafür, dass die Inflation im kommenden Jahr zunächst über 2 % bleiben wird. Allein der Anstieg des CO2-Preises für Benzin, Heizöl und Gas sowie die Verteuerung des Deutschlandtickets, des Briefportos und der privaten Krankenversicherungen werden die Inflation um 0,3 Prozentpunkte erhöhen.“

Im Verarbeitenden Gewerbe und bei den unternehmensnahen Dienstleistern sanken die Preiserwartungen auf 6,6 bzw. 21,6 Punkte nach 7,1* bzw. 22,0* im Oktober. Im Bauhauptgewerbe gab es einen Rückgang auf -6,7 Punkte, nach -3,9* im Oktober. Damit wollen mehr Bauunternehmen ihre Preise senken als erhöhen.

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei +100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei −100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

* Saisonbereinigt korrigiert

Quelle: ifo Institut

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Inflationsrate im November 2024 bei +2,2 %

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im November 2024 bei +2,2 %. Damit hat die Inflationsrate erneut angezogen. Im Oktober 2024 hatte sie bei +2,0 % gelegen, zuvor bewegte sich die Rate zwei Monate unter zwei Prozent. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, blieben im November 2024 insbesondere die überdurchschnittlichen Preiserhöhung bei Dienstleistungen inflationstreibend.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.12.2024

Inflationsrate zieht erneut an, vor allem Dienstleistungspreise steigen weiterhin überdurchschnittlich

Verbraucherpreisindex, November 2024
+2,2 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, November 2024
+2,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,7 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im November 2024 bei +2,2 %. Damit hat die Inflationsrate erneut angezogen. Im Oktober 2024 hatte sie bei +2,0 % gelegen, zuvor bewegte sich die Rate zwei Monate unter zwei Prozent (September 2024: +1,6 %; August 2024: +1,9 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, blieben im November 2024 insbesondere die überdurchschnittlichen Preiserhöhung bei Dienstleistungen inflationstreibend. Die Preisentwicklung bei Energie dämpfte hingegen die Inflationsrate auch im November 2024, jedoch weniger stark als in den Monaten zuvor. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2024 sanken die Verbraucherpreise im November 2024 um 0,2 %.

Energieprodukte verbilligten sich um 3,7 % gegenüber November 2023

Die Preise für Energieprodukte lagen im November 2024 um 3,7 % niedriger als im Vorjahresmonat. Der Preisrückgang hat sich damit weiter abgeschwächt, nach -5,5 % im Oktober und -7,6 % im September 2024. Binnen Jahresfrist gingen im November 2024 die Preise für Kraftstoffe (-6,6 %) zurück. Bei der Haushaltsenergie konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem von günstigeren Preisen für leichtes Heizöl (-12,5 %) und Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (-11,8 %) profitieren. Auch Strom (-4,1 %) verbilligte sich gegenüber November 2023. Hingegen war Fernwärme (+30,7 %) weiterhin erheblich teurer als ein Jahr zuvor.

Nahrungsmittel verteuerten sich um 1,8 % gegenüber November 2023

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im November 2024 um 1,8 % höher als im Vorjahresmonat. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich damit jedoch binnen Jahresfrist abgeschwächt, nach +2,3 % im Oktober 2024. Merklich teurer gegenüber November 2023 blieben im November 2024 Speisefette und Speiseöle (+19,1 %, darunter Butter: + 38,9 %; Olivenöl: +13,3 %, aber Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Ähnliches: -7,9 %). Auch für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+3,1 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher im November 2024 mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Im Einzelnen stand der spürbaren Preiserhöhung bei Schokolade (+9,5 %) ein deutlicher Preisrückgang bei Zucker (-23,0 %) gegenüber.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +3,0 %

Im November 2024 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,9 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmittel und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im November 2024 bei +3,0 %. Die beiden Kenngrößen liegen seit Januar 2024 deutlich über der Gesamtteuerung und verdeutlichen somit, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen überdurchschnittlich hoch war.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 4,0 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im November 2024 um 4,0 % über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung. Im Oktober 2024 hatte die Teuerung von Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresmonat ebenfalls bei +4,0 % gelegen. Von November 2023 bis November 2024 erhöhten sich Preise vor allem für Versicherungen (+16,6 %, darunter Versicherungen für den Verkehr: +34,5 %), für Flugtickets (+ 10,4 %), für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+8,0 %) und für Gaststättendienstleistungen (+6,7 %). Erheblich teurer waren unter anderem auch stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+6,1 %), die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,6 %) sowie Wasserversorgung und andere Dienstleistungen für die Wohnung (+4,6 %). Bedeutsam für die Preisentwicklung bei Dienstleistungen bleiben zudem die Nettokaltmieten, die Teuerungsrate lag hier bei +2,1 % und damit knapp unter der Inflationsrate. Dagegen waren nur wenige Dienstleistungen günstiger als im Vorjahresmonat, zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-0,9 %).

Waren verteuerten sich gegenüber November 2023 um 0,7 %

Waren insgesamt verteuerten sich von November 2023 bis November 2024 um 0,7 %. Die Preise für Verbrauchsgüter (+0,8 %) erhöhten sich etwas stärker als die Preise für Gebrauchsgüter (+0,5 %). Neben dem Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+1,8 %) wurden einige Waren deutlich teurer, vor allem Tabakwaren (+6,8 %) und alkoholfreie Getränke (+6,6 %). Preisrückgänge hingegen gab es neben der Energie (-3,7 %) beispielsweise auch bei Möbeln und Leuchten (-0,8 %).

Preise insgesamt sanken gegenüber dem Vormonat um 0,2 %

Im Vergleich zum Oktober 2024 sank der Verbraucherpreisindex im November 2024 um 0,2 %. Saisonbedingt gingen vor allem die Preise für Flugtickets (-15,2 %) und Pauschalreisen (-13,2 %) zurück. Die Preise für Energie insgesamt sanken um 0,2 %, billiger wurde hier vor allem leichtes Heizöl (-1,9 %). Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt blieben binnen Monatsfrist nahezu konstant (+0,1 %). Auffällig war hier jedoch der Preisanstieg für Butter (+2,7 % gegenüber Oktober 2024) und der Preisrückgang bei Zucker (-4,4 % gegenüber Oktober 2024). Darüber hinaus wurden im November 2024 beispielsweise gestiegene Preise für Bekleidung und Schuhe (+0,6 %) beobachtet.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Weniger Unternehmen vermelden Fachkräftemangel

Fachkräftemangel behinderte zu Beginn des vierten Quartals die Geschäftstätigkeit von knapp 32 % der Unternehmen in Deutschland. So das Ergebnis des aktuellen KfW-ifo-Fachkräftebarometers. Damit hat sich die Fachkräfteknappheit durch die schwache Konjunktur weiter abgeschwächt. Anfang April klagten noch 35 % der Unternehmen über fehlendes Fachpersonal.

KfW, Pressemitteilung vom 09.12.2024

  • 32 % der Unternehmen in Deutschland beklagen fehlendes Fachpersonal
  • Deutlich gesunkene Arbeitskraftnachfrage in der Industrie verringert dort die Fachkräfteknappheit
  • Dienstleistungssektor weiterhin besonders stark betroffen

Fachkräftemangel behinderte zu Beginn des vierten Quartals die Geschäftstätigkeit von knapp 32 % der Unternehmen in Deutschland. Damit hat sich die Fachkräfteknappheit durch die schwache Konjunktur weiter abgeschwächt. Anfang April klagten noch 35 % der Unternehmen über fehlendes Fachpersonal. Der Höchststand wurde im Herbst 2022 erreicht: Damals gaben 45,7 % der Unternehmen an, von Fachkräftemangel betroffen zu sein.

Am deutlichsten ist der Rückgang in der Industrie, wo die Absatz- und Auftragsrückgänge am stärksten sind. Aber auch hier melden aktuell fast 21 % der Unternehmen Behinderungen durch Fachkräftemangel. Die Zahl der betroffenen Industrieunternehmen ist immer noch doppelt so hoch wie im langfristigen Mittel: Im Durchschnitt aller Quartale seit 1991 meldeten lediglich 9,7 % der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes Behinderungen durch zu wenige Fachkräfte.

In einigen Wirtschaftszweigen, darunter dem Großhandel und dem Bauhauptgewerbe, hat der Fachkräftemangel trotz Konjunkturflaute wieder leicht zugenommen.

Das sind Ergebnisse des KfW-ifo-Fachkräftebarometers, das auf Auswertungen der ifo-Konjunkturumfragen basiert. Im Fachkräftebarometer wird über den Anteil der Unternehmen in Deutschland berichtet, die angeben, dass ihre Geschäftstätigkeit derzeit durch einen Fachkräftemangel behindert wird. Dafür werden einmal pro Quartal rund 9.000 Unternehmen befragt, darunter 7.500 Mittelständler. Die Umfrage fand Anfang Oktober statt.

Besonders stark macht sich der Fachkräftemangel im Dienstleistungssektor bemerkbar. Hier geben 39,1 % der Unternehmen eine Knappheit an. Bei den Rechts- und Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern etwa sind aktuell 73,6 % von Fachkräftemangel betroffen, bei den Betrieben des Straßen- und Schienenverkehrs – etwa Busunternehmen – sind es mehr als 50 %, in der Hotellerie fast 50 %.

Insgesamt sind kleine und mittlere Unternehmen mit 32,1 % etwa ebenso häufig betroffen wie große Unternehmen mit 31,5 %.

„Fachkräftemangel ist immer noch eine Wachstumsbremse für einen beträchtlichen Teil der Unternehmen. Die verringerte Zahl der betroffenen Unternehmen ist daher kein Grund zur Entwarnung. In den kommenden Jahren wird sich der Fachkräftemangel wieder verstärken, wenn sich die konjunkturelle Lage verbessert und mehr Babyboomer das Rentenalter erreichen“, sagt Martin Müller, Arbeitsmarktexperte bei KfW Research.

„Wie sich das auf die Wirtschaft auswirkt, hängt davon ab, wie erfolgreich ein Gegensteuern gelingt. Für das Eindämmen der Knappheit müssen alle Register gezogen werden. Wir brauchen eine weitere Steigerung der Erwerbsbeteiligung, qualifizierte Zuwanderung und ein höheres Wachstum der Arbeitsproduktivität. Dazu bedarf es mehr Investitionen in Sach- und Humankapital und einer Stärkung der Innovationskraft der Wirtschaft.“

Das KfW-ifo-Fachkräftebarometer erscheint zweimal jährlich, jeweils im Frühsommer und im Herbst.

Quelle: KfW

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Selbständige gehen mutlos ins neue Jahr

Die Selbständigen gehen mutlos in das Jahr 2025. In der aktuellen ifo Umfrage rechnen 40,1 % der Selbständigen mit schlechteren Geschäften im nächsten Jahr. Knapp die Hälfte erwartet, dass sich im Vergleich zum ohnehin schon schwierigen Jahr 2024 nichts ändert.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 09.12.2024

Die Selbständigen gehen mutlos in das Jahr 2025. In der aktuellen ifo Umfrage rechnen 40,1 % der Selbständigen mit schlechteren Geschäften im nächsten Jahr. Knapp die Hälfte erwartet, dass sich im Vergleich zum ohnehin schon schwierigen Jahr 2024 nichts ändert. „Für viele Selbständige ist 2025 keine Trendwende in Sicht“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber.

Nur jeder Zehnte der befragten Selbständigen und Kleinstunternehmen erwartet eine Verbesserung der Geschäftssituation im kommenden Jahr. In der Wirtschaft fehlt es aktuell an Aufträgen, die an Selbständige vergeben werden können.

Dieser Pessimismus wirkt sich auf die geplanten Investitionen aus: Ein gutes Drittel der Befragten plant, 2025 weniger zu investieren. Nur jeder siebte hat vor, die Investitionen zu erhöhen. „Die Selbständigen zeigen damit eine ähnlich geringe Bereitschaft zu investieren wie die restliche deutsche Wirtschaft“, ergänzt Demmelhuber.

Das Geschäftsklima für die Selbständigen und Kleinstunternehmen hat sich geringfügig verbessert. Das ist der erste Anstieg des „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ nach Rückgängen in den vergangenen Monaten. Im November lag er bei -21,3* Punkte, nach -22,0* im Oktober. Die Unzufriedenheit mit den laufenden Geschäften nahm etwas ab, während die Erwartungen weiter sanken.

*(Salden, nicht saisonbereinigt)

Quelle: ifo Institut

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EU und Mercosur erzielen politische Einigung über wegweisende Partnerschaft

Die EU und der Mercosur haben die Verhandlungen über ein wegweisendes Partnerschaftsabkommen abgeschlossen. Es handelt sich um ein für beide Seiten vorteilhaftes Abkommen, das Verbrauchern und Unternehmen auf beiden Seiten erhebliche Vorteile bringen soll.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 06.12.2024

Die Europäische Union und der Mercosur haben die Verhandlungen über ein wegweisendes Partnerschaftsabkommen abgeschlossen. Bei der Pressekonferenz mit den Präsidenten aus vier Mercosurländern (Brasilien/Präsident Lula, Argentinien/Präsident Milei, Paraguay/Präsident Peña und Uruguay/Präsident Lacalle Pou) betonte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: „Es handelt sich um ein für beide Seiten vorteilhaftes Abkommen, das Verbrauchern und Unternehmen auf beiden Seiten erhebliche Vorteile bringt.“

Fairness und gegenseitiger Nutzen

Die Präsidentin betonte: „Wir konzentrieren uns auf Fairness und gegenseitigen Nutzen. Wir haben den Anliegen unserer Landwirte zugehört und darauf reagiert. Dieses Abkommen enthält solide Garantien zum Schutz ihrer Existenzgrundlagen. EU-Mercosur ist das bisher größte Abkommen über den Schutz von Lebensmitteln und Getränken aus der EU. Mehr als 350 EU-Erzeugnisse sind nun durch eine geografische Angabe geschützt. Darüber hinaus bleiben unsere europäischen Gesundheits- und Lebensmittelstandards unberührt. Die Mercosur-Ausführer müssen diese Standards strikt einhalten, um Zugang zum EU-Markt zu erhalten.“

Die Hohe Vertreterin Kaja Kallas sprach von einem historischen Abkommen, das die größte Freihandelszone der Welt schafft. „In einer Zeit, in der wir positive Nachrichten benötigen, ist dies eine große Entwicklung zwischen langjährigen Partnern. Für die Europäerinnen und Europäer öffnet sie eine große Region für den freien Handel mit kritischen Rohstoffen, einschließlich des Zugangs zu kritischen Rohstoffen, und verringert das Risiko, dass Wettbewerber uns in unserer Abwesenheit ersetzen.“ Handelskommissar Maroš Šefčovič sagte: „Dieses wegweisende Abkommen ebnet den Weg für neue Ausfuhrmöglichkeiten für EU-Unternehmen, einschließlich unserer KMU und Agrar- und Lebensmittelexporteure, und erspart Zölle in Höhe von über 4 Milliarden Euro pro Jahr.“

Vorteile durch verstärkte Zusammenarbeit auf vielen Ebenen

Dieses Abkommen kommt zu einer für beide Seiten kritischen Zeit. Es bietet Möglichkeiten für große gegenseitige Vorteile durch eine verstärkte geopolitische, wirtschaftliche, nachhaltige und sicherheitspolitische Zusammenarbeit.

  • Es wird die strategischen Handelsbeziehungen und die politischen Beziehungen zwischen gleichgesinnten und zuverlässigen Partnern stärken.
  • Es wird das Wirtschaftswachstum fördern, die Wettbewerbsfähigkeit steigern und die Resilienz auf beiden Seiten stärken, indem Handels- und Investitionsmöglichkeiten eröffnet und ein nachhaltiger Zugang zu Rohstoffen und deren Verarbeitung sichergestellt werden.
  • Es stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Bekämpfung des Klimawandels mit starken, spezifischen und messbaren Verpflichtungen zur Eindämmung der Entwaldung dar.
  • Es berücksichtigt die Interessen aller Europäerinnen und Europäer, einschließlich des äußerst wichtigen Agrarsektors der EU. Es wird dazu beitragen, die Agrar- und Lebensmittelausfuhren der EU zu steigern und gleichzeitig sensible Sektoren zu schützen.
  • Es hält die Standards der EU in den Bereichen Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit aufrecht und verhindert, dass unsichere Produkte auf unseren Markt gelangen.

Mehr Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Sicherheit

Diese wegweisende Einigung wird:

  • unsere Lieferketten sichern und diversifizieren;
  • neue Chancen für Unternehmen aller Art schaffen, indem oft prohibitive Zölle auf EU-Ausfuhren in den Mercosur abgeschafft werden;
  • eine Ersparnis an Zöllen für die Unternehmen in der EU in Höhe von 4 Milliarden Euro bringen;
  • Handelspräferenzen in strategischen Netto-Null-Industriesektoren wie Technologien für erneuerbare Energien und CO2-armen Kraftstoffen sichern;
  • durch Bürokratieabbau die Ausfuhren von kleinen und mittleren Unternehmen unterstützen;
  • eine effiziente, zuverlässige und nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen sichern, die für den globalen ökologischen Wandel von entscheidender Bedeutung sind.

Verstärktes Engagement für Nachhaltigkeit

Mit dieser Vereinbarung werden die Nachhaltigkeitsverpflichtungen zwischen der EU und dem Mercosur auf die nächste Stufe gebracht:

  • Das Übereinkommen von Paris wird wesentlicher Bestandteil der Beziehungen zwischen der EU und dem Mercosur;
  • Konkrete Zusagen zur Eindämmung der Entwaldung;
  • Klare und durchsetzbare Verpflichtungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, einschließlich der Arbeitnehmerrechte und der nachhaltigen Bewirtschaftung und Erhaltung der Wälder;
  • Eine aktive Rolle der Organisationen der Zivilgesellschaft bei der Überwachung der Umsetzung des Abkommens, einschließlich Menschenrechts- oder Umweltfragen.

Darüber hinaus werden im Rahmen von Global Gateway 1,8 Milliarden Euro an EU-Unterstützung den fairen ökologischen und digitalen Wandel in den Mercosur-Ländern erleichtern.

Nächste Schritte

Das vorgeschlagene Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur besteht aus einer politischen Säule und einer Kooperationssäule sowie einer handelspolitischen Säule. Das Ende der Verhandlungen stellt den ersten Schritt auf dem Weg zum Abschluss des Abkommens dar. Die offiziellen Dokumente werden in den nächsten Tagen online veröffentlicht. Nach der abschließenden rechtlichen Überprüfung durch beide Seiten wird der Text in alle Amtssprachen der EU übersetzt und anschließend dem Rat und dem Parlament vorgelegt.

Quelle: Europäische Kommission

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Rentenreform darf junge Generation nicht noch weiter belasten

Die kommende Bundesregierung sollte einen neuen Generationenvertrag verhandeln, der das aktuelle Rentenpaket II der noch amtierenden Bundesregierung ablöst. Laut Berechnungen des ifo Instituts würde das Rentenpaket II alle Altersgruppen, die jünger als 26 Jahre sind, zusätzlich belasten.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 06.12.2024

Die kommende Bundesregierung sollte einen neuen Generationenvertrag verhandeln, der das aktuelle Rentenpaket II der noch amtierenden Bundesregierung ablöst. „Die im Rentenpaket II vorgesehene Festschreibung des Rentenniveaus auf 48 % des durchschnittlichen Arbeitseinkommens geht auf Kosten der jüngeren Generation. Personen im oder nahe am Rentenalter profitieren hingegen. Die aktuelle Fassung des Rentenpakets II ist daher ein Irrweg“, sagt ifo-Experte Joachim Ragnitz.

Laut Berechnungen des ifo Instituts würde das Rentenpaket II alle Altersgruppen, die jünger als 26 Jahre sind, zusätzlich belasten. Dies gilt auch unter Berücksichtigung, dass die heutigen Beitragszahler künftig von dem höheren Rentenniveau profitieren könnten, da ihre zusätzlichen Beitragszahlungen die zusätzlichen Rentenansprüche übersteigen. Ältere Jahrgänge würden hingegen vom Rentenpaket II profitieren, vor allem diejenigen, die heute 58 Jahre alt sind.

Ein Weg für einen neuen nachhaltigen Generationenvertrag wäre es, das Rentenniveau im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen abzusenken, so Ragnitz in einem Beitrag für den ifo Schnelldienst. „Dies ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit. Die Geburtenraten der Generation, die jetzt mit Mitte 50 kurz vor der Rente steht, waren zu niedrig. Dadurch hat sich das Problem in der Rentenfinanzierung enorm verschärft”, sagt Ragnitz. Mit Blick auf die demografische Entwicklung bis zum Jahr 2035 spräche vieles dafür, das Rentenniveau zugunsten der heutigen und zukünftigen Beitragszahler abzusenken. Gleichzeitig sollten Familien mit mehr Kindern durch eine verbesserte Anrechnung ihrer Kindererziehungszeiten höhere Rentenansprüche erwerben.

Quelle: ifo Institut

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Produktion im Oktober 2024: -1,0 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober 2024 gegenüber September 2024 um 1,0 % gesunken.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 06.12.2024

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 0,9 % gesunken

Produktion im Produzierenden Gewerbe
Oktober 2024 (real, vorläufig):
-1,0 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-4,5 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

September 2024 (real, revidiert):
-2,0 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-4,3 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Oktober 2024 gegenüber September 2024 saison- und kalenderbereinigt um 1,0 % gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von August 2024 bis Oktober 2024 um 0,4 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Im September 2024 fiel die Produktion gegenüber August 2024 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 2,0 % (vorläufiger Wert: -2,5 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2023 war die Produktion im Oktober 2024 kalenderbereinigt 4,5 % niedriger.

Deutlicher Produktionsrückgang in der Energieerzeugung

Die Gesamtentwicklung im Produzierenden Gewerbe wurde im Oktober 2024 maßgeblich von der Energieerzeugung beeinflusst, die saison- und kalenderbereinigt um 8,9 % zum Vormonat zurückging. Auch der Produktionsrückgang in der Automobilindustrie um 1,9 % wirkte sich negativ aus.

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) nahm im Oktober 2024 gegenüber September 2024 saison- und kalenderbereinigt um 0,3 % ab. Die Produktion von Konsumgütern sank um 1,0 % und die Produktion von Investitionsgütern um 0,4 %. Dagegen stieg die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,4 %. Außerhalb der Industrie blieb die Bauproduktion auf dem Niveau des Vormonats.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2023 fiel die Industrieproduktion im Oktober 2024 kalenderbereinigt um 4,5 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gesunken

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Oktober 2024 gegenüber September 2024 saison- und kalenderbereinigt um 0,9 % gesunken. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen von August 2024 bis Oktober 2024 um 4,0 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Oktober 2023 war die energieintensive Produktion im Oktober 2024 kalenderbereinigt um 0,8 % niedriger. Eine Analyse zum Produktionsindex für energieintensive Industriezweige ist auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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