Großhandelspreise im September 2024: -1,6 % gegenüber September 2023

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im September 2024 um 1,6 % niedriger als im September 2023. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Großhandelspreise im September 2024 gegenüber dem Vormonat August 2024 um 0,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15.10.2024

Großhandelsverkaufspreise, September 2024
-1,6 % zum Vorjahresmonat
-0,3 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im September 2024 um 1,6 % niedriger als im September 2023. Im August 2024 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -1,1 % gelegen, im Juli 2024 bei -0,1 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Großhandelspreise im September 2024 gegenüber dem Vormonat August 2024 um 0,3 %.

Gesunkene Preise für Mineralölerzeugnisse, höhere Preise für Kaffee und Kakao

Hauptursächlich für den Rückgang der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im September 2024 der Preisrückgang im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen (-14,6 %). Gegenüber August 2024 fielen diese Preise um 4,5 %. Ebenfalls günstiger im Vorjahresvergleich waren insbesondere die Preise im Großhandel mit lebenden Tieren (-5,8 %), mit Eisen, Stahl und Halbzeug daraus (-5,8 %) sowie mit Datenverarbeitungs- und peripheren Geräten (-5,2 %).

Höher als im September 2023 waren dagegen die Preise im Großhandel mit Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen (+24,2 %) sowie mit Nicht-Eisen-Erzen, Nicht-Eisen-Metallen und Halbzeug daraus (+15,8 %). Auch für Zucker, Süßwaren und Backwaren (+9,4 %), Altmaterial und Reststoffe (+8,8 %) sowie für Tabakwaren (+5,6 %) musste im September 2024 auf Großhandelsebene mehr bezahlt werden als vor einem Jahr.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Oktober 2024

Die deutsche Wirtschaft dürfte sich lt. BMWK nach vorliegenden Indikatoren im dritten Quartal noch nicht aus ihrer Schwächephase gelöst haben. Vielmehr scheint ein erneuter, leichter Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung nicht ausgeschlossen.

BMWK, Pressemitteilung vom 14.10.2024

  • Die deutsche Wirtschaft dürfte sich nach vorliegenden Indikatoren im dritten Quartal noch nicht aus ihrer Schwächephase gelöst haben. Vielmehr scheint ein erneuter, leichter Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung nicht ausgeschlossen. Neben der weiterhin schwachen Industrieproduktion hat sich zuletzt auch die Stimmung in den Dienstleistungsbereichen, die zuvor das Wachstum gestützt haben, spürbar eingetrübt. In der zweiten Jahreshälfte 2024 hält die konjunkturelle Schwächephase somit voraussichtlich noch an.
  • Die Produktion im Produzierenden Gewerbe konnte den Verlust aus dem Vormonat teilweise wieder ausgleichen, während die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach zwei positiven Monaten erneut rückläufig waren. Im Produzierenden Gewerbe ist die Ausbringung im August preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,9 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Trotz der zuletzt positiven Entwicklung war die Produktion im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich mit -1,3 % weiterhin rückläufig. Die Auftragseingänge hingegen haben im Dreimonatsvergleich mit +3,9 % merklich zugelegt. Mit dem nun im August eingetretenen Rückgang um 5,8 % sind aber die Hoffnungen darauf, dass die Bestellungen die Talsohle durchschritten haben könnten, wieder gesunken.
  • Die preisbereinigten Einzelhandelsumsätze (o. Kfz) sind im Juli um 1,5 % und im August um 1,6 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Hohe Zuwächse verzeichnete der Internet- & Versandhandel (+10,6 % ggü. Vorjahr). Bei den Neuzulassungen von Pkw durch Privatpersonen ergab sich im August im Vormonatsvergleich ein Plus von 4,5 %. Im Dreimonatsvergleich war jedoch ein Rückgang um 2,3 % zu verzeichnen. Frühindikatoren für die Entwicklung des privaten Konsums senden am aktuellen Rand uneinheitliche Signale, deuten in der Tendenz aber eine Stabilisierung an. Sorgen um Jobsicherheit und geopolitische Krisen stellen allerdings nach wie vor Risikofaktoren für eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas dar.
  • Die Inflationsrate ist im September auf +1,6 % gefallen und lag damit auf dem niedrigsten Wert seit Frühjahr 2021. Ausschlaggebend hierfür war ein temporärer preisdämpfender Effekt durch deutlich niedrigere Energiepreise, die gegenüber dem Vorjahr um 7,6 % gesunken sind. Angesichts des starken Rückgangs der Energiepreise im vierten Quartal 2023 dürften die negativen Vorjahresraten aber bald enden. Die Inflation insgesamt dürfte aber dennoch im weiteren Jahresverlauf moderat bleiben.
  • Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt bleibt bisher hinter den Erwartungen zurück. Die Arbeitslosigkeit hat sich im September ggü. dem Vormonat saisonbereinigt um 17.000 Personen erhöht. Unter Berücksichtigung saisonaler Effekte entwickelte sich die Erwerbstätigkeit mit ‑21.000 Personen im August zudem erstmals in diesem Jahr rückläufig. Auf Basis der Frühindikatoren haben sich die Aussichten auf eine Belebung am Arbeitsmarkt in der zweiten Jahreshälfte weiter eingetrübt.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg im Juli nach endgültigen Ergebnissen um 17,2 % gegenüber dem Vormonat auf 1.937 Fälle, nachdem im Juni ein stärkerer Rückgang von 14,5 % verzeichnet wurde. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Anstieg 22,1 %. Der IWH-Insolvenztrend zeigt im September 2024 mit 1.303 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften eine leichte Zunahme von 1,6 % gegenüber dem Vormonatswert.

Wirtschaftliche Schwäche dauert im dritten Quartal an

Aktuelle Konjunkturindikatoren deuten auf eine anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft im abgelaufenen Quartal hin. Die Industrieproduktion lag im Durchschnitt des Julis und Augusts um 1,4 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals und auch aktuelle Stimmungsindikatoren deuten noch keine Belebung an. So hat sich das ifo Geschäftsklima im September zum vierten Mal in Folge verschlechtert, wobei sich die Stimmung der Unternehmen sowohl hinsichtlich der laufenden Geschäfte als auch mit Blick auf die kommenden Monate eingetrübt hat. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe war dabei angesichts der anhaltend schwachen Auftragslage und rückläufiger Kapazitätsauslastung ein deutlicher Rückgang auf den niedrigsten Wert seit Juni 2020 zu verzeichnen.

Die konjunkturelle Schwäche schlägt sich zunehmend auch in der Stimmung der Dienstleister nieder – einem Bereich, dessen Dynamik bis zuletzt stabilisierend gewirkt hat. So hat sich das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor vor allem hinsichtlich der aktuellen Lage verschlechtert, während die Erwartungen etwas weniger skeptisch ausfielen. Dabei hellte sich vor allem die Stimmung im Tourismus und im Gastgewerbe auf, während der Handel weiterhin von Pessimismus geprägt war.

Trotz der enttäuschenden Entwicklung der Verbraucherstimmung in den zurückliegenden Monaten deuten aktuelle Indikatoren auf eine Bodenbildung bei den Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland hin. So haben sich die Umsätze im Einzelhandel nach den jüngst wieder veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes im Juli und August spürbar erholt. Auch die Neuzulassungen von Kfz durch Privatpersonen nahmen im September spürbar zu, lagen im dritten Quartal saisonbereinigt jedoch noch gut 2 Prozent unter dem Vorquartal. Insgesamt dürfte aber vom privaten Konsum eine gewisse Stabilisierung ausgehen. Sorgen um Jobsicherheit und geopolitische Krisen stellen allerdings nach wie vor Risikofaktoren für eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas dar.

In ihrer Herbstprojektion geht die Bundesregierung von einem erneuten, leichten Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung im dritten Quartal aus, wobei nach dem leicht rückläufigen zweiten Quartal die Definition einer „technischen Rezession“ gegeben wäre. Damit dürfte die konjunkturelle Schwächephase voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2024 noch anhalten, bevor sich im kommenden Jahr die Wachstumsdynamik wieder allmählich verstärken dürfte. Die konjunkturelle Belebung dürfte zunächst insbesondere von einer Erholung des privaten Konsums getragen sein, bevor im weiteren Jahresverlauf im Zuge einer anziehenden Auslandsnachfrage die Ausfuhren zulegen und es zu einer Trendumkehr bei der Investitionsentwicklung kommt. Flankiert und verstärkt wird diese Erholung von den angebots- und nachfragepolitischen Maßnahmen der Wachstumsinitiative, die zahlreiche Vorschläge für stärkere Arbeitsanreize, Bürokratieabbau sowie bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Unternehmen umfasst und Grundlage für eine verlässliche, investitions- und wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik bildet.

Weltwirtschaftliche Dynamik durchwachsen

Die globale Industrieproduktion entwickelt sich nach wie vor schleppend. Im Juli hat sie saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat stagniert, gegenüber Juli 2023 liegt sie aber nach wie vor mit 1,8 % im Plus. Frühindikatoren deuten für das dritte Quartal insgesamt eine schwache weltweite Produktionsentwicklung an. Der Stimmungsindikator von S&P Global lag im September über der Wachstumsschwelle, signalisiert aber mit einem Rückgang von 52,8 auf 52,0 Punkte ein etwas schwächeres Expansionstempo als im August. Die erneute Stimmungseintrübung in der Industrie deutet weiter auf eine rückläufige Produktion hin, während sich das Wachstum im Dienstleistungsbereich fortsetzen dürfte, allerdings mit geringerem Tempo. Internationale Organisationen erwarten für die kommenden Jahre eine robuste Entwicklung der Weltwirtschaft. Das Expansionstempo dürfte mit jahresdurchschnittlichen Wachstumsraten von gut 3 % aber geringer bleiben als vor der Pandemie beobachtet. Die geldpolitischen Lockerungen dürften ab dem kommenden Jahr über günstigere Finanzierungsbedingungen die Investitions- und Wirtschaftstätigkeit beleben.

Die schwache weltweite Nachfrage nach Industriegütern spiegelt sich weiterhin auch im internationalen Güterhandel wider. Dieser hat im Juli saisonbereinigt um 0,3 % gegenüber dem Vormonat nachgegeben und lag damit trotz der Schwächephase 2023 auch gegenüber dem Vorjahresmonat nur um 1,7 % höher. Neben konjunkturellen Faktoren machen sich hier nicht zuletzt strukturelle Effekte infolge protektionistischer Maßnahmen und latenter Handelskonflikte bemerkbar. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index deutete im August mit einem saisonbereinigten Anstieg von 132,2 auf 134,4 Punkte zwar auf eine weitere Erholung des weltweiten Güterhandels hin, wobei sowohl der Containerumschlag in den chinesischen Häfen als auch im nördlichen Euroraum expandierte. Der Abstand zwischen dem Containerumschlag in Europa und dem Rest der Welt, der sich seit 2022 herausgebildet hat, bleibt aber nach wie vor groß.

Handelsbilanzüberschuss nimmt im August wieder zu

Das deutsche Auslandsgeschäft kommt nach wie vor nicht in Schwung. Im August sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saison- und kalenderbereinigt ggü. dem Vormonat um 0,8 % zurückgegangen. Die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen verringerten sich ggü. dem Vormonat mit -3,4 % noch stärker, wozu besonders die Rückgänge bei den Lieferungen aus dem Euroraum beitrugen. Vor dem Hintergrund der Wachstumsdifferenz zwischen Ex- und Importen nahm der monatliche Handelsbilanzüberschuss im August merklich von 10,8 auf 14,2 Mrd. Euro zu.

Die Einfuhrpreise sind im August saisonbereinigt mit -0,4 % ggü. dem Vormonat erneut gefallen und auch die Ausfuhrpreise gaben um -0,1 % nach. Insgesamt machten sich im Außenhandel Preisrückgänge im Verarbeitenden Gewerbe und bei Vorleistungsgütern bemerkbar. Die Terms of Trade verbesserten sich entsprechend um 0,3 % ggü. Juli. In realer Betrachtung dürften die Aus- und Einfuhren also etwas weniger abgenommen haben.

Auch für die kommenden Monate senden die Frühindikatoren verhaltene Signale für die Exporttätigkeit. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im August nach den vorangegangenen Anstiegen saisonbereinigt um 2,2 % ggü. dem Vormonat gefallen. Dabei schrumpften die Bestellungen aus dem Euroraum mit -10,5 % deutlich, die Nachfrage aus den übrigen Ländern expandierte um 3,4 %. Ohne Großaufträge lagen die Auslandsorder um 5,6 % unter dem Vormonatswert. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich konnten die Auslandsbestellungen insgesamt dagegen mit +1,8 % erstmals seit Februar wieder zulegen. Laut PMI-Umfrage zu den Exportbedingungen bleiben die Aussichten für die deutschen Exporteure trotz des leichten Anstiegs des Index im August auf 50,7 Punkte verhalten. Auch wenn sich die Nachfrage aus den USA und Asien beschleunigte, signalisierte der Index für die Auftragseingänge aus dem Ausland im August merkliche Einbußen, besonders im Automobilsektor. Die ifo Exporterwartungen waren im September mit einem Rückgang auf -6,3 Saldenpunkte ebenfalls weiter im Sinkflug. Insbesondere die Automobil- und die Metallbranche erwarten bis zum Jahresende deutliche Exportrückgänge.

Die deutsche Außenwirtschaft leidet nach wie vor unter dem schleppenden globalen Produktion- und Investitionszyklus. Aber auch strukturell wird das Exportwachstum gedämpft, nicht zuletzt durch eine zunehmende Konkurrenz aus China in wichtigen Industriesektoren wie dem Automobil- und Maschinenbau. Insgesamt deuten die aktuellen Zahlen für das dritte Quartal einen weiteren Rückgang des Auslandsgeschäfts an.

Produktionsanstieg kann Vormonatsverluste teilweise kompensieren

Nachdem sich die Produktion im Juli auch infolge von ferienbedingten Sondereffekten rückläufig entwickelt hatte, konnte sie im August wieder aufholen. So stieg die Produktion im Produzierenden Gewerbe im August preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,9 % gegenüber dem Vormonat. Gemäß revidierter Daten war der Ausstoß im Juli noch um 2,9 % gesunken. Mit einem Plus von 3,4 % konnte die Industrieproduktion die Verluste des Vormonats wieder vollständig ausgleichen. Der Anstieg der Energieproduktion fiel mit 2,3 % etwas geringer aus. Die Ausbringung im Baugewerbe erhöhte sich mit 0,3 % nur leicht.

Innerhalb der Industrie stellt sich die Entwicklung nach einzelnen Wirtschaftszweigen im Vormonatsvergleich unterschiedlich dar: Produktionsrückgänge verzeichneten der gewichtige Maschinenbau (-0,9 %), die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln (-3,8 %), von chemischen Erzeugnissen (-1,8 %) sowie aus dem Bereich Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse (-0,9 %). Demgegenüber vermeldeten die Hersteller von Kfz und Kfz-Teilen (+19,3 %), Metallerzeugnissen (+1,3 %), elektrischen Ausrüstungen (+3,2 %) sowie Gummi und Kunststoffwaren (+2,2 %) zum Teil deutliche Anstiege.

Trotz der zuletzt positiven Entwicklung war die Produktion im Produzierenden Gewerbe insgesamt wie auch in der Industrie im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich mit -1,3 % weiterhin rückläufig; im Baugewerbe belief sich der Rückgang auf 1,8 %. Der Energiebereich verzeichnete mit 0,4 % ein leichtes Plus und auch die Produktion in den energieintensiven Industrien konnte mit +0,7 % etwas zulegen.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe waren zuletzt wieder rückläufig, nachdem sie in den beiden Vormonaten auf niedrigem Niveau zugelegt hatten. Sie sind im August gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 5,8 % gesunken. Damit sind die Hoffnungen darauf, dass die Bestellungen die Talsohle durchschritten haben könnten, wieder gesunken. Vor allem aus dem Inland gingen weniger Bestellungen ein (-10,9 %), aber auch im Auslandsgeschäft war ein Rückgang zu verzeichnen (-2,2 %). Ohne die stark schwankenden Großaufträge war der Orderrückgang mit 3,4 % gegenüber dem Vormonat etwas weniger ausgeprägt.

In den einzelnen Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes fiel dabei die Entwicklung unterschiedlich aus: Während die Bereiche Pharmazeutische Erzeugnisse (+7,3 %), Maschinenbau (+6,9 %) und Metallerzeugung (+3,3 %) merkliche Zuwächse verbuchen konnten, mussten die Bereiche Kfz/Kfz-Teile (-0,5 %), Chemie (-3,2 %), Daten-, elektrische und optische Geräte (-5,0 %), elektrische Ausrüstungen (-6,6 %), Metallerzeugnisse (-14,1 %) und vor allem der stark von Großaufträgen geprägte sonstige Fahrzeugbau (-50,9 %) Odereinbußen hinnehmen.

Am aktuellen Rand zeichnet sich noch keine Belebung der Industriekonjunktur ab. Die Stimmungsindikatoren im Verarbeitenden Gewerbe sind weiterhin eingetrübt. Insbesondere die Auftragseingänge konnten ihren leichten Aufwärtstrend der letzten Monate im August nicht vorsetzen und befinden sich nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Daher ist bis auf weiteres mit einer verhaltenen Entwicklung des Produzierenden Gewerbes in Deutschland zu rechnen.

Einzelhandelsumsätze insgesamt leicht im Plus

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Juli um 1,5 % und im August um 1,6 % ggü. dem Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im August ein reales Umsatzplus von 2,0 %. Der Handel mit Lebensmitteln weist im August sowohl im Vormonats- als auch im Jahresvergleich wachsende Umsätze auf (+1,9 % bzw. +2,4 %).

Der Umsatz im Internet- und Versandhandel erhöhte sich im August sehr deutlich um 8,9 % (+10,6 % ggü. Vj). In den Jahren 2022 und 2023 hatte die Online-Branche noch starke Umsatzrückgänge infolge des Auslaufens der Corona-Maßnahmen sowie der hohen Inflation hinnehmen müssen.

Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im September geringfügig um 0,1 % gesunken, ihr Niveau vom Vorjahresmonat unterschritten sie allerdings erneut deutlich um 7,0 %. Im aussagekräftigeren Drei-Monatsvergleich nahmen die Zulassungen im September um 4,4 % ab. Bei den Pkw-Neuzulassungen von Privatpersonen ergab sich im September im Vormonatsvergleich eine Zunahme um 4,5 %. In der Drei-Monatsbetrachtung ist ein Minus von 2,3 % zu konstatieren. Die Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen verringerten sich im September um 2,3 %. In der Drei-Monatsbetrachtung ergab sich hier ein Rückgang von 5,4 %.

Die Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland zeigte sich beim HDE-Konsumbarometer und GfK-Konsumklima zuletzt uneinheitlich. Das HDE-Konsumbarometer ging im Oktober erneut zurück, während das GfK-Konsumklima um 0,7 Zähler auf 21,2 Punkte. stieg. Für September gab das GfK allerdings einen Rückgang von 3,3 Zählern auf -21,9 Punkte. an. Positive Effekte hatten laut Institut zuletzt verbesserte Einkommensaussichten, nachdem in den vorherigen Monaten dämpfende Faktoren in Folge der geopolitischen Krisen und einer gestiegener Arbeitsplatzunsicherheit dominierten.

Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel inklusive Kfz ist im September um 2,5 Zähler gesunken und liegt mit -25,6 Punkten weiterhin spürbar im negativen Bereich. Die Beurteilung der aktuellen Lage verschlechterte sich um 1,4 Zähler auf -17,2 Punkte. Die Erwartungen ließen um 3,4 Zähler nach und lagen bei -33,6 Punkten.

Nach der enttäuschenden Entwicklung in den zurückliegenden Monaten deuten die aktuellen Frühindikatoren auf eine Bodenbildung bei der Verbraucherstimmung in Deutschland. Sorgen um Jobsicherheit und geopolitische Krisen stellen allerdings nach wie vor Risikofaktoren für eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas dar.

Inflationsrate fällt auf 1,6 Prozent

Die Inflationsrate, d. h. der Anstieg des Verbraucherpreisniveaus binnen Jahresfrist, ist im September auf +1,6 % gefallen, nachdem sie im August +1,9 % betragen hatte. Damit lag die Rate deutlich unter der EZB-Zielmarke für die gesamte Eurozone von 2 %.

Ausschlaggebend hierfür war ein temporärer preisdämpfender Effekt durch billigere Energie. Im September waren die Energiepreise mit -7,6 % gegenüber dem Vorjahr nochmals spürbar rückläufig. Die seit geraumer Zeit zu beobachtenden negativen Raten im Vorjahresvergleich dürften angesichts niedriger Energiepreise seit dem vierten Quartal 2023 bald entfallen (Basiseffekt). Bei Nahrungsmitteln hat sich der Preisauftrieb in den letzten Monaten stetig erhöht. Die Preise lagen hier um 1,6 % höher als im Vorjahresmonat.

Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) ging im September weiter leicht auf +2,7 % zurück. Maßgeblich dafür war der mit +3,8 % nach wie vor überdurchschnittlich hohe Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen im Vorjahresvergleich.

Die Preise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen tendieren zwar seit dem Frühjahr im Vormonatsvergleich wieder leicht aufwärts, wirken insgesamt aber tendenziell weiter dämpfend auf die Inflationsrate: Die Erzeugerpreise erhöhten sich im August gegenüber Juli leicht um 0,2 %. Im Vorjahresvergleich gingen sie jedoch um 0,8 % zurück. Ausschlaggebend waren nach wie vor Preisrückgänge bei Energie. Die Einfuhrpreise nahmen im August im Vormonatsvergleich um 0,4 % ab und lagen mit +0,2 % geringfügig über ihrem Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise im Großhandel sanken im August gegenüber dem Vormonat um 0,8 % und gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 %.

An den Spotmärkten waren die Preise für Erdgas in den letzten Wochen weiterhin recht moderat; der TTF Base Load lag mit rd. 40 Euro/MWh aktuell etwa 24 % unter dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat sank er um rd. 11,5 %. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass sich die Erdgaspreise auch in den kommenden Quartalen unter der Marke von 40 Euro/MWh bewegen werden. Der Preis für Rohöl (Brent) erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um knapp 15 % und lag zuletzt bei 74 Euro/bl.; gegenüber dem Vorjahr ging er um fast 12 % zurück.

Die Inflation dürfte im weiteren Jahresverlauf trotz zukünftig wegfallender, dämpfender Effekte der Energiepreise dank geringer Preissteigerungen auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, vergleichsweise niedriger Energiebörsenpreise, der geldpolitischen Reaktionen der EZB, maßvoller Tarifabschlüsse sowie der Normalisierung der Gewinnmargen der Unternehmen moderat bleiben.

Herbstbelebung am Arbeitsmarkt bleibt hinter Erwartungen zurück

Die wirtschaftliche Schwäche schlägt sich auch im September auf dem Arbeitsmarkt nieder. Registrierte Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nahmen im September saisonbereinigt mit +17.000 bzw. +14.000 Personen merklich zu. Während die konjunkturelle Kurzarbeit im Juli gegenüber Juni leicht abnahm, ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 105 Tsd. Personen gestiegen. Die Anzeigen von Kurzarbeit bei der BA haben nach Ende der Ferienzeit im September wieder zugenommen. Erstmals seit einem Jahr ist die Erwerbstätigkeit im August ggü. Juli mit -21.000 Personen saisonbereinigt gesunken, lag jedoch noch um 136 Tsd. Personen höher als vor einem Jahr. Nach einem Rückgang im Vormonat hat die SV-pflichtige Beschäftigung im Juli saisonbereinigt um 25.000 Personen zugelegt.

Die Frühindikatoren deuten auf eine weiterhin gedrückte Stimmung am Arbeitsmarkt hin: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat sich im September leicht eingetrübt, wobei die Beschäftigungskomponente spürbar nachgegeben hat. Die Zahl der bei der BA gemeldeten Stellen ist zwar nur leicht gesunken, das ifo Beschäftigungsbarometer weist jedoch abermals auf eine deutlich abnehmende Einstellungsbereitschaft der Unternehmen, insbesondere in der Industrie und im Handel hin. Die Aussichten auf eine Belebung am Arbeitsmarkt im weiteren Jahresverlauf haben sich damit erneut eingetrübt.

Unternehmensinsolvenzen steigen nach Rückgang wieder an

Im Juli stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes um 17,2 % gegenüber dem Vormonat bzw. 22,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat, nachdem im Juni ein stärkerer Rückgang (-14,5 %) verzeichnet wurde. Mit 1.937 Fällen wurde der bisherige Jahreshöchstwert im Mai leicht übertroffen. Zudem lagen die Insolvenzen 15,5 % über dem Juli-Mittelwert des Vor-Corona-Niveaus der Jahre 2016 bis 2019. Als Ursachen für das weiterhin dynamische Insolvenzgeschehen werden eine Reihe von Entwicklungen gesehen, darunter die immer noch verhaltene Konjunkturentwicklung, strukturelle Herausforderungen sowie Nachholeffekte aus der Zeit der durch Sonderregelungen geprägten Corona-Jahre mit historisch niedrigen Insolvenzzahlen.

Der IWH-Insolvenztrend zeigt im September mit 1.303 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften einen leichten Anstieg von 1,6 % gegenüber dem Vormonat bzw. +28,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Für die kommenden Monate rechnet das IWH auf Basis von Frühindikatoren mit weiter steigenden Insolvenzzahlen.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Arbeitsmarkt: Fast 20 Millionen Erwerbstätige gehen bis 2036 in Rente

Bis 2036 erreichen die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge das gesetzliche Renteneintrittsalter und zu wenige junge Erwerbstätige kommen auf den Arbeitsmarkt nach, zeigt eine neue Studie des IW Köln. Es drohen Verteilungskonflikte. Die Politik muss dringend handeln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 14.10.2024

Bis 2036 erreichen die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge das gesetzliche Renteneintrittsalter und zu wenige junge Erwerbstätige kommen auf den Arbeitsmarkt nach, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Es drohen Verteilungskonflikte. Was die Politik tun muss.

Jahrzehntelang hat der deutsche Arbeitsmarkt von den geburtenstarken Jahrgängen zwischen 1954 und 1969 profitiert. Nun sind die ersten Babyboomer im Rentenalter angekommen. Im Jahr 2022 erreichten bereits mehr als drei Millionen Babyboomer das gesetzliche Renteneintrittsalter. Neue Auswertungen aus der IW-Bevölkerungsprognose zeigen jetzt, wie es in den kommenden Jahren weitergeht: Bis 2036 überschreiten demzufolge weitere 16,5 Millionen Babyboomer die Altersschwelle.

Es drohen verschärfte Verteilungskonflikte

Das hat empfindliche Folgen – für den Arbeitsmarkt genauso wie für die Sozialversicherung. Denn im gleichen Zeitraum strömen nur etwa 12,5 Millionen erwerbsfähige Personen auf den Arbeitsmarkt nach. Kamen im Jahr 2022 auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter nur knapp 30 Menschen über 67 Jahren, werden es nach IW-Berechnungen im Jahr 2040 etwa 41 sein. Deutschland drohen damit verschärfte Konflikte, etwa hinsichtlich der Verteilung von sozialen Leistungen. Auch das potenzielle Wirtschaftswachstum könnte für lange Zeit einbrechen, sofern nichts passiert.

Die Politik muss dringend handeln

Die Politik muss die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland intensivieren und stärken – etwa durch eine schnellere Visavergabe und einer leichteren Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen. Zudem sollte die Bundesregierung Anreize schaffen, damit mehr erwerbstätige Personen über das Renteneintrittsalter hinaus im Job bleiben. Auch die individuelle Arbeitszeit von Erwerbstätigen sollte erhöht werden, um das bestehende Potenzial besser auszuschöpfen.

„Die anstehende Welle der in Rente gehenden Babyboomer wird zu Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt führen“, sagt IW-Ökonom Holger Schäfer. Die Folgen seien womöglich nur schwer beherrschbar. „Die Politik muss nun Prioritäten setzen und geltende sowie neue Gesetze hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf das Arbeitskräfteangebot prüfen.“

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Unternehmen kommen schwerer an Kredite

Unternehmen kommen etwas schwerer an neue Kredite. 32,9 % jener Unternehmen, die Verhandlungen führen, berichteten im September von zurückhaltenden Banken (Juni: 27,1 %). Das ist lt. ifo Institut der höchste Wert seit sieben Jahren.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 14.10.2024

Unternehmen kommen etwas schwerer an neue Kredite. 32,9 % jener Unternehmen, die Verhandlungen führen, berichteten im September von zurückhaltenden Banken (Juni: 27,1 %). Das ist der höchste Wert seit sieben Jahren. „Da die Unternehmen in Deutschland aktuell wenig investieren, wäre es gut, wenn sie leichter an Kredite kämen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.

Besonders stark stieg die Kredithürde bei den Dienstleistern (von 27,0 auf 35,7 %) und in der Industrie (von 26,2 auf 34,3 %). „Fehlende Aufträge in vielen Branchen lassen die Banken bei der Kreditprüfung genauer hinschauen“, ergänzt Wohlrabe.

Im Bauhauptgewerbe (von 32,2 auf 20,7 %), Großhandel (von 24,6 auf 23,2 %) und im Einzelhandel (von 30,0 auf 27,0 %) kamen die Unternehmen hingegen leichter an Kredite.

Quelle: ifo Institut

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Social Engineering: Wenn der Hacker sich als Kollege ausgibt

Social Engineering nennt sich die Methode, bei der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter manipuliert werden, damit sie vertrauliche Daten preisgeben. In fast jedem zweiten deutschen Unternehmen kam es lt. Bitkom innerhalb eines Jahres zu solchen Vorfällen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 11.10.2024

  • In jedem zweiten Unternehmen wird versucht, Cyberangriffe durch Social Engineering vorzubereiten
  • Bitkom gibt 4 Tipps, die jedes Unternehmen beherzigen sollte

Ein Anrufer aus der IT-Abteilung, der das Passwort für ein PC-Update braucht, eine E-Mail aus der Vorstandsetage mit Link zu einer Website oder eine verzweifelte SMS der Kollegin, die nicht auf ihren Rechner zugreifen kann – dahinter können Cyberkriminelle stecken, die Informationen für einen Angriff sammeln. Social Engineering nennt sich die Methode, bei der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter manipuliert werden, damit sie vertrauliche Daten preisgeben. In fast jedem zweiten deutschen Unternehmen (45 Prozent) kam es innerhalb eines Jahres zu solchen Vorfällen. 30 Prozent berichten von vereinzelten Versuchen, 15 Prozent sogar von häufigen. Das sind Ergebnisse eine Befragung von 1.003 Unternehmen ab 10 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Durch Social Engineering versuchen Cyberkriminelle zum einen, sich Zugangsdaten zu IT-Systemen zu verschaffen. Zum anderen kann es zunächst einmal nur darum gehen, wichtige Informationen zu sammeln, etwa zu Namen der direkten Vorgesetzten oder eingesetzter Software. Auch solche Angaben können dabei helfen, einen weiteren Social-Engineering-Angriff vorzubereiten oder eine Cyberattacke durchzuführen“, sagt Felix Kuhlenkamp, IT-Sicherheitsexperte beim Digitalverband Bitkom.

Bitkom gibt vier Tipps, wie sich Unternehmen besser vor Social Engineering schützen können:

  1. Regelmäßige Schulungen durchführen: Unternehmen sollten regelmäßige Schulungen durchführen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Gefahren von Social Engineering zu sensibilisieren. Dabei können sie lernen, verdächtige Nachrichten oder Anfragen zu erkennen und zu melden.
  2. Prozesse klar definieren und sicher gestalten: Unternehmen sollten Richtlinien festlegen, welche Informationen auf welchem Weg – etwa telefonisch oder per Mail – weitergegeben werden dürfen und welche zum Beispiel nie, etwa Passwörter. Zudem sollten doppelte Sicherheitsmechanismen, wie das Prüfen und Bestätigen von Überweisungen oder sensiblen Entscheidungen durch mindestens zwei oder mehr Personen in verschiedenen Unternehmensbereichen implementiert werden. So lassen sich die Risiken durch Manipulationen von Einzelpersonen oder unbefugte Zugriffe stark minimieren.
  3. Multi-Faktor-Authentifizierung verwenden: Eine Multi-Faktor-Authentifizierung, bei der neben dem Passwort zum Beispiel auch ein Code auf dem Smartphone oder eine Keycard benötigt wird, erschwert die Nutzung von Informationen, die durch Social Engineering erbeutet wurden. Angreifer können dadurch nicht so leicht in die IT-Systeme eindringen.
  4. Moderne IT-Sicherheitssoftware einsetzen: Grundsätzlich sollten Unternehmen Sicherheitssoftware wie Spam-Filter oder Anti-Phishing-Software nutzen, um zumindest einfache Angriffe herauszufiltern. Daneben können spezielle softwarebasierte Systeme eingesetzt werden, um ungewöhnliche Aktivitäten im eigenen Netzwerk zu entdecken, die auf Social-Engineering-Angriffe hindeuten. Künstliche Intelligenz und Anomalie-Erkennung bemerken in vielen Fällen verdächtiges Verhalten und lösen rechtzeitig Alarm aus.

Quelle: Bitkom

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Beantragte Regelinsolvenzen im September 2024: +13,7 % zum Vorjahresmonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im September 2024 um 13,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.10.2024

  • 22,1 % mehr Unternehmensinsolvenzen im Juli 2024 als im Juli 2023
  • 18,0 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Juli 2024 als im Juli 2023

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im September 2024 um 13,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Mit Ausnahme des Juni 2024 (+6,3 %) liegt die Zuwachsrate damit seit Juni 2023 im zweistelligen Bereich. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Juli 2024 gegenüber Juli 2023 um gut ein Fünftel gestiegen

Im Juli 2024 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 1.937 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 22,1 % mehr als im Juli 2023. Die Forderungen der Gläubiger aus den im Juli 2024 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 3,2 Milliarden Euro. Im Juli 2023 hatten die Forderungen bei rund 3,1 Milliarden Euro gelegen.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Juli 2024 in Deutschland insgesamt 5,6 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 10,8 Fällen. Danach folgten das Baugewerbe mit 8,5 Insolvenzen und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (zum Beispiel Zeitarbeitsfirmen) mit 7,9 Fällen sowie das Gastgewerbe mit 7,2 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

18,0 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Juli 2024 als im Vorjahresmonat

Im Juli 2024 gab es 6.690 Verbraucherinsolvenzen. Damit stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 18,0 % gegenüber Juli 2023.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Inflationsrate im September 2024 bei +1,6 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im September 2024 bei +1,6 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, blieben die Verbraucherpreise im September 2024 gegenüber dem Vormonat August 2024 stabil (0,0 %).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.10.2024

Insbesondere erneute Preisrückgänge bei Energie dämpfen die Inflationsrate

Verbraucherpreisindex, September 2024
+1,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
0,0 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, September 2024
+1,8 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
-0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im September 2024 bei +1,6 %. Bereits im August 2024 war die Veränderungsrate mit +1,9 % unterhalb von zwei Prozent gefallen, nach +2,3 % im Juli 2024. Noch niedriger als im September 2024 hatte die Inflationsrate zuletzt vor über drei Jahren gelegen (Februar 2021: +1,5 %). „Insbesondere die erneuten Preisrückgänge bei Energie dämpften die Inflationsrate im September 2024 stärker als in den Monaten zuvor. Demgegenüber wirkten die weiterhin überdurchschnittlichen Preiserhöhungen bei Dienstleistungen inflationstreibend“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Gegenüber dem Vormonat August 2024 blieben die Verbraucherpreise im September 2024 stabil (0,0 %).

Energieprodukte verbilligten sich um 7,6 % gegenüber September 2023

Die Preise für Energieprodukte lagen im September 2024 mit -7,6 % deutlich niedriger als im Vorjahresmonat. Der Preisrückgang hat sich damit erneut verstärkt, nach -5,1 % im August 2024 und -1,7 % im Juli 2024. Binnen Jahresfrist gingen im September 2024 sowohl die Preise für Kraftstoffe (-12,6 %) als auch für Haushaltsenergie (-4,0 %) zurück. Bei der Haushaltsenergie konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem von günstigeren Preisen für leichtes Heizöl (-17,9 %) und Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (-12,0 %) profitieren. Auch Strom (-6,4 %) und Erdgas (-1,9 %) verbilligten sich gegenüber September 2023. Hingegen war Fernwärme (+31,8 %) weiterhin erheblich teurer als ein Jahr zuvor.

Nahrungsmittel verteuerten sich um 1,6 % gegenüber September 2023

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im September 2024 mit +1,6 % höher als im Vorjahresmonat, nach +1,5 % im August 2024. Merklich teurer binnen Jahresfrist blieben im September 2024 Speisefette und Speiseöle (+16,6 %, darunter Olivenöl: +29,6 % und Butter: +29,3 %). Auch für andere Nahrungsmittelgruppen wie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+5,4 %), Obst (+3,7 %) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+1,2 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher im September 2024 mehr bezahlen als ein Jahr zuvor.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,7 %

Im September 2024 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,5 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmittel und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im September 2024 mit +2,7 % etwas höher. Die beiden Kenngrößen liegen seit Januar 2024 deutlich über der Gesamtteuerung und verdeutlichen somit, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen überdurchschnittlich hoch war.

Preise für Waren verbilligten sich gegenüber September 2023 um 0,3 %

Die Preise für Waren insgesamt gingen von September 2023 bis September 2024 zurück (-0,3 %, darunter Verbrauchsgüter: -0,6 %, aber Gebrauchsgüter: +0,1 %). Im Einzelnen wurden neben dem deutlichen Preisrückgang bei Energie (-7,6 %) einige Waren dennoch teurer, vor allem alkoholfreie Getränke (+6,0 %), Tabakwaren (+5,2 %) und neue Personenkraftwagen (+3,1 %).

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,8 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im September 2024 um 3,8 % über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung. Zuvor, von Mai 2024 bis August 2024, hatte die Teuerung von Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert bei +3,9 % gelegen. Von September 2023 bis September 2024 erhöhten sich Preise vor allem für Versicherungen (+12,9 %, darunter Versicherungen für den Verkehr: +25,8 %), für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+7,7 %) und für Gaststättendienstleistungen (+6,7 %). Merklich teurer waren unter anderem auch die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,5 %), Pauschalreisen ins Ausland (+4,9 %) sowie Wasserversorgung und andere Dienstleistungen für die Wohnung (+4,6 %). Bedeutsam für die Preisentwicklung bei Dienstleistungen bleiben zudem die Nettokaltmieten, die Teuerungsrate lag hier bei +2,1 % und damit über der Inflationsrate. Einige Dienstleistungen waren hingegen günstiger als im Vorjahresmonat, zum Beispiel internationale Flugtickets (-3,9 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (-0,6 %).

Preise für Mineralölprodukte sanken gegenüber Vormonat deutlich um 4,0 %

Im Vergleich zum August 2024 blieb der Verbraucherpreisindex im September 2024 stabil. Die Preise für Energie insgesamt gingen um 1,9 % zurück. Günstiger wurden vor allem Mineralölprodukte, leichtes Heizöl und Kraftstoffe (jeweils: -4,0 %). Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt stiegen hingegen binnen Monatsfrist (+0,5 %). Auffällig war hier der Preisanstieg für Butter (+3,9 % gegenüber August 2024). Zudem gab es im September 2024 saisonbedingte Preisschwankungen: Beispielsweise standen den gestiegenen Preisen für Bekleidungsartikel (+4,7 %) Preisrückgängen bei Pauschalreisen ins Ausland (-6,3 %) gegenüber.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Inländische Investoren halten sich bei Übernahme deutscher Mittelständler zurück

Anzahl der Übernahmen und Fusionen von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland verharrt nach Corona lt. KfW auf niedrigem Niveau.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 10.10.2024

  • Anzahl der Übernahmen und Fusionen von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland verharrt nach Corona auf niedrigem Niveau
  • Insbesondere inländische Investoren sind vorsichtig
  • Interesse an IT-Unternehmen steigt

Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland sind deutlich seltener als noch vor einigen Jahren Ziele von Fusionen und Übernahmen. Die Anzahl der M&A-Transaktionen im Mittelstand lag zwischen 2020 und 2023 rund 35 % unter dem Vor-Corona-Niveau. Wurde 2017 noch ein Höchststand von rund 1.300 M&A-Deals in dem Segment erreicht, waren es in der Corona-Krise 2021 nur noch 760 Transaktionen. Seitdem verharren die Aktivitäten auf niedrigem Niveau.

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Auswertung des M&A-Markts für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) durch KfW Research, die auf der Orbis M&A-Datenbank von Moody´s beruht.

Während in der Vergangenheit bei der Mehrheit der M&A-Transaktionen im deutschen Mittelstand auf der Käuferseite ein inländisches Unternehmen stand, hat sich auch das seit der Corona-Krise gewandelt. Der Anteil deutscher Käufer lag zwischen 2020 und 2023 bei durchschnittlich nur noch 51 % nach rund 61 % zwischen 2005 und 2019.

Besonders Unternehmen aus dem europäischen Ausland sind an deutschen KMU interessiert – bei 30 % der Deals sind sie Käufer (25 % vor der Corona-Pandemie). Vorneweg: Großbritannien mit einem Anteil von 4,9 %, gefolgt von Schweden mit 3,8 %. An der Spitze der Herkunftsländer stehen allerdings weiterhin Käufer aus den USA. Auf sie entfielen zwischen 2020 und 2023 rund 9,4 % der M&A-Deals im KMU-Segment.

Auf das größte Interesse stoßen deutsche Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Ihr Anteil bei den M&A-Deals liegt bei 33,4 %, gefolgt von Unternehmen aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik mit 27,6 %. Das liegt deutlich über dem Anteil dieser Unternehmen am mittelständischen Unternehmensbestand von nicht einmal 6 %. Zudem ist das Interesse an Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnik deutlich gestiegen. Zwischen 2005 und 2019 lag der Anteil der M&A-Transaktionen, die auf ein solches Unternehmen abzielten, bei nur 18,6 %.

Investoren keines anderen Landes sind so fixiert auf einen speziellen Wirtschaftsbereich wie jene aus China. Fast sieben von zehn Deals, die chinesische Käufer im deutschen KMU-Segment machten, zielten auf Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe – allen voran auf Maschinenbauunternehmen, Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie Hersteller von Metallerzeugnissen.

„Die aktuellen globalen Entwicklungen und Trends erfordern von vielen Unternehmen strategische Veränderungen, teilweise deutliche. Übernahmen, Beteiligungen oder Fusionen mit anderen Unternehmen können einen Beitrag dazu leisten, diese Anpassungen zu meistern“, sagte Dr. Juliane Gerstenberger, Senior Economist der KfW.

„Allerdings beobachten wir, dass der Anteil von M&A-Transaktionen im deutschen Mittelstand, bei dem auf der Käuferseite ein inländisches Unternehmen stand, seit der Corona-Krise deutlich gesunken ist.

Quelle: KfW

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Geschäftsklima für Selbständige auf Talfahrt

Das Geschäftsklima für die Selbständigen hat sich im September erneut verschlechtert. Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ sank auf -21,4 Punkte, nach -18,4 im August. Damit näherte er sich dem Langzeittief vom Jahresbeginn. Die Selbständigen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas weniger negativ. Der Ausblick auf die kommenden Monate trübte sich jedoch deutlich ein.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 10.10.2024

Das Geschäftsklima für die Selbständigen hat sich im September erneut verschlechtert. Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ sank auf -21,4* Punkte, nach -18,4* im August. Damit näherte er sich dem Langzeittief vom Jahresbeginn. Die Selbständigen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas weniger negativ. Der Ausblick auf die kommenden Monate trübte sich jedoch deutlich ein. „Die konjunkturelle Flaute und der damit verbundene Mangel an neuen Aufträgen macht den Selbständigen zu schaffen“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber.

Ein Lichtblick ist der Tourismus und das Gastgewerbe. Dort liefen die Geschäfte etwas besser als im Vormonat. Bei den IT-Dienstleistern verschlechterte sich das Klima dagegen und erreichte ein Langzeittief.

Die Kreditnachfrage im dritten Quartal 2024 bleibt mit 10,1 % (9,8 % im zweiten Quartal) zwar relativ gering. Die Soloselbständigen und Kleinstunternehmen berichten jedoch, dass es zunehmend schwieriger wird, Kredite von Banken zu bekommen: 38,6 % stuften das Verhalten der Banken als restriktiv ein, nach 36,8 % im Vorquartal.

Seit August 2021 berechnet das ifo Institut den Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Soloselbständige und Kleinstunternehmen (weniger als 9 Mitarbeiter*innen). Wie im Gesamtindex sind alle Sektoren abgebildet. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Dienstleistungssektor.

*(Salden, nicht saisonbereinigt)

Quelle: ifo Institut

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Herbstprojektion: Bundesregierung rechnet mit Belebung der Wirtschaft im kommenden Jahr

Die Bundesregierung hat am 09.10.2024 die Herbstprojektion vorgelegt. Demnach rechnet sie mit einer Belebung der Wirtschaft im kommenden Jahr. Diese ist umso stärker, je schneller und besser die Wachstumsinitiative der Bundesregierung umgesetzt wird.

BMWK, Mitteilung vom 09.10.2024

Habeck: „Entscheidend ist, dass die Wachstumsinitiative jetzt voll umgesetzt wird.“

Die Bundesregierung hat heute die Herbstprojektion vorgelegt. Demnach rechnet sie mit einer Belebung der Wirtschaft im kommenden Jahr. Diese ist umso stärker, je schneller und besser die Wachstumsinitiative der Bundesregierung umgesetzt wird.

Derzeit wird die deutsche Wirtschaft zunehmend durch strukturelle Faktoren infolge des demografischen Wandels, einer schwierigeren Wettbewerbsposition und geoökonomischer Fragmentierung beeinträchtigt. Zudem belasten konjunkturelle Effekte wie die anhaltend schwache Nachfrage aus dem In- und Ausland sowie die weiterhin restriktiv wirkende Geldpolitik die wirtschaftliche Entwicklung. Frühindikatoren wie Industrieproduktion und Geschäftsklima weisen darauf hin, dass die konjunkturelle Schwächephase auch in der zweiten Jahreshälfte noch anhält. Zur Jahreswende 2024/25 dürfte sich die Wachstumsdynamik dann wieder allmählich beleben. Positiv sind schon jetzt die sinkende Inflation, spürbar gestiegene Realeinkommen und sinkende Zinsen.

In der Herbstprojektion geht die Bundesregierung vor diesem Hintergrund davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr preisbereinigt um 0,2 Prozent verringert. Zu Jahresbeginn 2025 dürften die Auftriebskräfte im Zuge einer Belebung des privaten Konsums, einer Erholung der Nachfrage nach Industrieerzeugnissen aus dem Ausland und einer Trendwende bei der Investitionstätigkeit dann wieder an Dynamik gewinnen. Hinzu kommen stützende Effekte von den Maßnahmen der Wachstumsinitiative, mit der die Bundesregierung die strukturellen Probleme Deutschlands systematisch angeht: mit einer Stärkung von Investitionsanreizen, einer Erhöhung der Arbeitsanreize für ältere Beschäftigte, Erleichterungen bei der Fachkräftegewinnung aus dem Ausland, Bürokratieabbau, der dauerhaften Senkung der Stromsteuer für die produzierenden Unternehmen und der Verlängerung der Strompreiskompensation für energieintensive Unternehmen. Insgesamt rechnet die Bundesregierung für das Jahr 2025 mit einer Steigerung des realen Bruttoinlandsprodukts um 1,1 Prozent, 2026 dürfte sich der Anstieg auf 1,6 Prozent nochmal verstärken.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck: „Seit 2018 ist die deutsche Volkswirtschaft nicht mehr kräftig gewachsen. Neben konjunkturellen Risiken schlagen jetzt die strukturellen Probleme Deutschlands zu Buche, und das inmitten großer geoökonomischer Herausforderungen. Deutschland und Europa sind mitten in den Krisen eingezwängt zwischen China und den USA und müssen lernen, sich zu behaupten. Wir haben in der Regierung eine Reihe der strukturellen Probleme angepackt – von der Sicherung der Energieversorgung über Verfahrensbeschleunigungen bis zum Bürokratieabbau und dem so drängenden Arbeits- und Fachkräftemangel. Um den konjunkturellen – vor allem aber auch den strukturellen – Herausforderungen entgegenzutreten, hat die Bundesregierung mit der Wachstumsinitiative zusätzlich ein umfassendes Paket zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland vereinbart. Wir sorgen für mehr Arbeits- und Fachkräfte und stärken Investitionen. Mit den Beschlüssen der Regierung zum Bürokratieabbau leiten wir eine Trendwende ein und bauen Bürokratie ab. Die Herbstprojektion zeigt deutlich: Diese Maßnahmen helfen. Wenn sie umgesetzt werden, und zwar vollständig, dann wird die Wirtschaft stärker wachsen, wieder mehr Menschen in Arbeit kommen. Deshalb müssen die Maßnahmen der Wachstumsinitiative jetzt entschlossen von allen umgesetzt werden. Auch die Bundesländer sind aufgerufen, hier ihren Beitrag zum Wachstum zu leisten.

Die Wachstumsinitiative ist ein wichtiger erster Schritt. Es ist aber mehr nötig, damit Deutschland nachhaltig auf den Wachstumspfad zurückkehrt. Hier würde ich gern ein paar erste Impulse setzen: Der Aufbau eines klimaneutralen Stromsystems ist eine Aufgabe von Generationen, die Wirtschaft und die Verbraucher sollten nicht jetzt die vollen Lasten tragen. Deshalb setze ich mich für eine deutliche und verlässliche Senkung der Netzentgelte ein. Zweitens muss die Trendwende beim Bürokratieabbau rasch konkret werden. Maßgabe sollten sein: Nur, was in der Praxis als Erleichterung ankommt, zählt. Das Instrument der Praxischecks, das wir jetzt verpflichtend für die ganze Bundesregierung vereinbart haben, ist ein wichtiger Schritt. Entscheidend ist, dass auch die neue EU-Kommission Bürokratieabbau zum Kernprojekt macht und Worten Taten folgen lässt. Drittens sollten wir eine neue Innovationskultur unterstützen. Auch dafür ist der Bürokratieabbau entscheidend. Besonders die Datenschutzbürokratie müssen wir drastisch reduzieren. Die Zuständigkeit von 17 Datenschutzbehörden ist für Wissenschaft und Wirtschaft oft eine bürokratische Hürde. Wir brauchen eine Federführung für bestimmte Themen bei einzelnen Ländern, damit Unternehmen nicht jedes Mal wieder neu verhandeln müssen, wie sie anonymisierte Daten nutzen können. Wenn Daten das neue Gold sind, dann müssen sie die Unternehmen auch anonymisiert nutzen können. Datenschutz ist wichtig – er muss aber so effizient ausgestaltet sein, dass unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb nicht dabei zusehen, wie wo anders die Schätze zusammengetragen werden, während wir in Europa unsere Nuggets quasi unbearbeitet wegschließen.“

Die Herbstprojektion im Detail

Wachstumsimpulse sind im kommenden Jahr vor allem vom privaten Verbrauch zu erwarten, der durch eine steigende Kaufkraft der privaten Haushalte infolge höherer Lohnabschlüsse, rückläufiger Inflationsraten und steuerlicher Entlastungen voraussichtlich wieder ausgeweitet wird. Darüber hinaus dürften die niedrigeren Zinsen die Kauflaune anregen. Auch die deutschen Absatzmärkte im Ausland werden gemäß den Prognosen internationaler Organisationen im Projektionszeitraum wieder etwas kräftiger wachsen und damit die Exporttätigkeit beleben. Dies dürfte – in Verbindung mit günstigeren Finanzierungsbedingungen – wiederum steigende Investitionen in Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge nach sich ziehen. Die Bauinvestitionen werden dagegen trotz einer erwarteten Trendwende im Jahresverlauf 2025 wohl erst im Jahr 2026 wieder spürbar zum Wachstum beitragen.

Die erwartete konjunkturelle Belebung dürfte auch mit einer wieder zunehmenden Arbeitskräftenachfrage einhergehen. Die Beschäftigung wird sich ab dem Frühjahr 2025 wieder etwas dynamischer entwickeln – flankiert durch die arbeitsmarktaktivierenden Maßnahmen der Wachstumsinitiative; bei der Arbeitslosigkeit ist dann wieder mit einer Trendumkehr zu rechnen.

Die Verbraucherpreise sind zuletzt im Vorjahresvergleich unter die Zwei-Prozent-Marke gefallen; im Jahresdurchschnitt 2024 dürften sie um 2,2 Prozent über dem Vorjahr liegen. Im weiteren Projektionszeitraum dürfte die Inflation mit einer Rate von 2,0 Prozent im Jahr 2025 und 1,9 Prozent im Jahr 2026 nahe bzw. unter der Zwei-Prozent-Marke verbleiben. Dabei laufen dämpfende Effekte aufgrund der sinkenden Energiepreise allmählich aus, gleichzeitig gibt der Preisdruck bei den arbeitsintensiven Dienstleistungen erst mit einer gewissen Verzögerung nach. Inflationsmindernde Faktoren sind die weiterhin relativ straffe Geldpolitik, angemessene Tarifabschlüsse und geringere Gewinnmargen.

Mit der Wachstumsinitiative unterstützt die Bundesregierung die Überwindung der wirtschaftlichen Schwächephase – und sichert damit auch längerfristig den Wohlstand in Deutschland.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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