Geschäftsklima im Einzelhandel leicht verbessert

Das ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im August etwas verbessert. Das geht aus den aktuellen ifo Umfragen hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 30.08.2024

Das ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im August etwas verbessert. Das geht aus den aktuellen ifo Umfragen hervor. Der Indikator stieg auf -23,1 Punkte, nach -25,4 Punkten im Juli. Die Einzelhändler beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage geringfügig besser. Auch ihre Erwartungen für die nächsten Monate hellten sich etwas auf. „Das Klima bleibt dennoch spürbar eingetrübt. Kurzfristig zeichnen sich kaum Impulse ab, auch weil die gesamtwirtschaftliche Entwicklung weiter eher Gegen- als Rückenwind für die Händler verspricht“, sagt ifo-Experte Patrick Höppner.

Einzelhändler mit Elektrotechnik und elektronischen Haushaltsgeräten, Bekleidungshändler und Autohäuser berichteten von einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Einzelhändler mit Unterhaltungselektronik und Baumärkte nahmen dagegen eine ungünstigere Entwicklung wahr. Bei Verkäufern von Fahrrädern, Bekleidung, Möbeln und Einrichtungsgegenständen sowie Baumärkten ist die Geschäftslage besonders schlecht.

„Viele Einzelhändler sind von einer schwachen Nachfrage betroffen“, sagt Höppner. Dies äußert sich beispielsweise in zu hohen Lagerbeständen bei den Unternehmen und einem weiter nachlassenden Preisdruck: Unterm Strich erhöhten im August so wenige Einzelhändler ihre Preise wie zuletzt zum Jahresbeginn 2021. Zudem planen viele Einzelhändler, ihre Bestellungen an Handelswaren zurückzufahren und auch ihr Personal zu verringern.

Quelle: ifo Institut

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DIHK: Was die deutsche Wirtschaft aktuell blockiert – und wie sie wieder Fahrt aufnehmen kann

Mit ihren Plänen für eine Wachstumsinitiative hat die Bundesregierung einen grundsätzlich richtigen Weg eingeschlagen. Jetzt müssen zügig Entwürfe für die erforderlichen Begleitgesetze formuliert und verabschiedet werden – möglichst noch im Herbst. Denn in den Betrieben sind spürbare Entlastung und positive Impulse bitter nötig, wie die DIHK auch in ihrer aktuellen Kampagne „Ich kann so nicht arbeiten“ aufzeigt.

DIHK, Mitteilung vom 29.08.2024

Die Bundesregierung hat sich im Sommer in zwei Anläufen nach langem Ringen auf einen Haushaltsentwurf für 2025 geeinigt – und zugleich auch eine Wachstumsinitiative in Aussicht gestellt, die Deutschlands Wirtschaft wieder auf Zukunftskurs bringen soll.

Das ist grundsätzlich ein richtiger Weg: Nur mit weiterem Wachstum kann auch der Staat seine Aufgaben solider finanzieren. Wäre das deutsche Bruttosozialprodukt 2023 und in diesem Jahr nicht stagniert beziehungsweise sogar zurückgegangen, sondern jeweils um zwei Prozent gewachsen, hätte unser Land in Summe rund 250 Milliarden Euro mehr erwirtschaftet. Fast die Hälfte davon – also rund 125 Milliarden Euro – stünden damit auch zusätzlich den Steuer- und Sozialkassen zur Verfügung. Die andere Hälfte käme privaten Einkommen, Investitionen und Spareinlagen zugute, ein direkter und starker Beitrag für mehr Wohlstand.

Anders als der inzwischen von der Bundesregierung ans Parlament weitergeleitete Haushalt liegen die meisten Entwürfe für die Begleitgesetze, die Wachstum bringen sollen, bislang noch auf Eis. Deshalb kommt es jetzt darauf an, dass sie möglichst noch im Herbst zügig formuliert und verabschiedet werden. Denn nur dann können sie in den Betrieben auch tatsächlich Wirkung entfalten. Dort sind spürbare Entlastung und positive Impulse bitter nötig.

Reformen müssen beschleunigt werden

Die Regierungsinitiative geht an vielen Stellen in die richtige Richtung – etwa mit der erleichterten Steuerabschreibung und der Ausweitung der Forschungszulage. Allerdings, so eine erste DIHK-Analyse der bisherigen Pläne, brauchen Deutschland und Europa im internationalen Wettbewerb ein deutlich höheres Reformtempo.

Noch immer fehlt es wichtigen Infrastrukturprojekten weniger an Geld, sondern vielmehr an der notwendigen Geschwindigkeit. So sind etwa Dänen, Österreicher oder Niederländer bei wichtigen grenzüberschreitenden Verkehrsprojekten schon mit dem Bau fertig, während Deutschland noch in Genehmigungsschleifen steckt. Andere wichtige Wettbewerbsthemen, etwa die Sorgen um die deutsche Energieversorgung, hat die Bundesregierung bei ihrer aktuellen Wachstumsinitiative komplett ausgeblendet.

Was konkret Betriebe und ganze Wirtschaftsregionen in ihrer Entwicklung ausbremst, beschreiben DIHK und IHKs in ihrer Kampagne „Ich kann so nicht arbeiten“. Dabei zeigen Unternehmerinnen und Unternehmer an konkreten Beispielen, wodurch sie im wirtschaftlichen Alltag aufgehalten werden – und wie es besser laufen könnte.

Schnellerer Brückenbau für stärkere Wirtschaft

Seit dem 2. Dezember 2021 ist die A45 bei Lüdenscheid komplett gesperrt, da die marode Rahmede-Talbrücke abgerissen werden musste. Diese Sperrung hat die wirtschaftsstarke Region Südwestfalen ins Verkehrschaos gestürzt, weil auch die Umleitungen regelmäßig überlastet sind. Für die regionale Wirtschaft ist die Sperrung eine Katastrophe – schließlich ist damit die Hauptverkehrsader der Region lahmgelegt. Trotz der Dringlichkeit ist eine teilweise Wiedereröffnung erst für 2026 zu erwarten. Laut dem Verkehrsverband Westfalen wird der in diesen fünf Jahren entstehende wirtschaftliche Schaden auf mindestens 1,8 Milliarden Euro geschätzt.

Betroffen sind Unternehmen aller Branchen, die lange Umwege in Kauf nehmen müssen. Auch Anwohner und Pendler leiden massiv unter der Sperrung. Der rasche Neubau der Brücke ist daher für Wirtschaft und Bevölkerung unerlässlich. Um den Wirtschaftsstandort zu sichern, müssen zudem viele weitere Brücken saniert oder neu gebaut werden – was eine deutliche Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren erfordert.

Berichtspflichten verringern, Effizienz steigern

Mancherorts braucht es mehr Investitionen, an anderer Stelle einfach nur weniger Bürokratie. Ein Beispiel: Ein durchschnittlicher Autohandel mit Werkstatt hat etwa 40.000 Teile auf Lager. Im Rahmen gut gemeinter Lieferkettengesetze und Nachhaltigkeitsberichtspflichten, die große Unternehmen an Zulieferer und Dienstleister durchreichen, müssen immer öfter auch kleine und mittlere Betriebe nachweisen, woher etwa ein Ersatzteil stammt. Dies ist für viele kaum umsetzbar, ohne dass darunter ihre eigentliche Arbeit leidet.

Die zehn wichtigsten Punkte für eine notwendige Zeitwende in der Wirtschaftspolitik hat die DIHK-Vollversammlung, zu der alle 79 Industrie- und Handelskammern Deutschlands gehören, bereits im November 2023 unter dem Titel „#GemeinsamBesseresSchaffen – jetzt“ formuliert. Einiges davon hat die Politik aufgegriffen, neue Herausforderungen kommen hinzu. Die Unternehmen brauchen eine spürbare Kurswende zum Wachstum – jetzt.

Politik und Wirtschaft zusammenbringen, um Zukunft zu sichern

Die DIHK wird weiterhin die Stimmen aus der Wirtschaft bündeln und aufzeigen, wo Unternehmen dringend Entlastung und echte Unterstützung brauchen. Nur zusammen können Politik und Wirtschaft dafür sorgen, dass sich der Wirtschaftsstandort Deutschland wieder eine bessere Zukunft erarbeiten kann. Verständliche Beispielfälle und konkrete Lösungen finden Sie unter anderem hier: www.dihk.de/besserjetzt.

Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)

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Inflationsrate im August 2024 voraussichtlich +1,9 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im August 2024 voraussichtlich +1,9 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Juli 2024 voraussichtlich um 0,1 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.08.2024

Verbraucherpreisindex, August 2024:

  • +1,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • -0,1 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, August 2024:

  • +2,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • -0,2 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im August 2024 voraussichtlich +1,9 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Juli 2024 voraussichtlich um 0,1 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt voraussichtlich +2,8 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Ausbildungsplatzsuche: Weniger Facebook, mehr YouTube

Auch in diesem Jahr bleiben sehr viele Ausbildungsplätze unbesetzt – auch weil sich Unternehmen und Jugendliche bei der Suche verpassen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung untersucht, was die Gründe sind und wo Unternehmen nachbessern können.

IW Köln, Pressemitteilung vom 29.08.2024

Auch in diesem Jahr bleiben sehr viele Ausbildungsplätze unbesetzt – auch weil sich Unternehmen und Jugendliche bei der Suche verpassen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung untersucht, was die Gründe sind und wo Unternehmen nachbessern können.

Im September fangen hunderttausende Jugendliche mit ihrer Ausbildung an. Allerdings gehen viele Betriebe leer aus, wie schon in den Jahren zuvor: 2023 blieben 73.000 gemeldete Ausbildungsplätze unbesetzt. Gleichzeitig gab es 63.000 Jugendliche, die keinen passenden Ausbildungsplatz gefunden haben. Wo liegen die Ursachen? Das IW hat gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung untersucht, warum Unternehmen und Bewerber nicht zusammenfinden. Ein großes Problem: Betriebe werben oft nicht dort mit ihrer Ausbildung, wo Jugendliche suchen.

Unternehmen und Bewerber verpassen sich

Dass sich Bewerber und Betriebe gegenseitig nicht finden, kann verschiedene Ursachen haben. Ausbildungsort und Wohnort liegen zu weit auseinander, Berufswunsch und Ausbildungsplatz passen nicht zusammen oder die Jugendlichen sind nicht ausreichend qualifiziert. Außerdem kann es sein, dass die Informationen über Ausbildungsplatzangebote nicht bei den Jugendlichen ankommen, etwa weil die Unternehmen an falscher Stelle werben. Die Studienautoren haben Unternehmen gefragt, wo sie für ihre Stellen werben, und junge Menschen, wo sie nach Stellen suchen. Das Ergebnis: Neben Online-Stellenanzeigen sind Social-Media-Plattformen bei der Suche beliebt. Doch während über 70 Prozent der Unternehmen auf Facebook nach Azubis suchen, sind dort nur 25 Prozent der Befragten Jugendlichen für die Ausbildungsplatzsuche unterwegs. Besser wäre es für die Betriebe, wenn sie auf YouTube werben würden: Beinahe jeder zweite Jugendliche nutzt die Videoplattform für die Suche, gleichzeitig wirbt dort nicht einmal jedes fünfte Unternehmen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei WhatsApp, TikTok und Snapchat: Jugendliche nutzen diese Plattformen für ihre Stellensuche, aber Unternehmen sind dort kaum vertreten.

Kommunikation an junge Menschen anpassen

„Unternehmen und Jugendliche verpassen sich auf Social-Media-Plattformen zu häufig“, sagt Studienautor Dirk Werner. „Dabei liegt gerade im digitalen Raum großes Potenzial, für beide Seiten.“ Aber auch analoge Angebote, etwa Praktika und Betriebsbesichtigungen, seien wichtig, um konkrete Einblicke in Ausbildung und Beruf zu bieten und ein persönliches Kennenlernen zu ermöglichen.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln)

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Gründungsinteresse sinkt auf historischen Tiefstand

Ein Rekordtief beim Gründungsinteresse und die bisher schlechteste Bewertung des Gründungsstandortes Deutschland durch Jungunternehmer: In ihrem aktuellen Report Unternehmensgründung kommt die DIHK zu ernüchternden Ergebnissen.

DIHK, Mitteilung vom 21.08.2024

DIHK stellt Report Unternehmensgründung 2024 vor

Ein Rekordtief beim Gründungsinteresse und die bisher schlechteste Bewertung des Gründungsstandortes Deutschland durch Jungunternehmerinnen und -unternehmer: In ihrem aktuellen Report Unternehmensgründung kommt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) zu ernüchternden Ergebnissen.

Die fast 1.000 angehende Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich an der Befragung der DIHK und der Industrie- und Handelskammern (IHKs) beteiligten, bewerteten den Gründungsstandort Deutschland 2024 mit einer 3,6 gerade einmal als „ausreichend“. Ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren – dabei hatten die Rahmenbedingungen hierzulande im Urteil der Jungunternehmer schon zuvor mit 3,3 (2020 und 2021) beziehungsweise 3,4 (2022 und 2023) lediglich als „befriedigend“ abgeschnitten.

Wachstums- und Innovationspotenziale gehen verloren

„Ich mache mir große Sorgen um unseren Standort“, kommentiert DIHK-Präsident Peter Adrian die Ergebnisse der Umfrage. „In der Industrie sehen wir schon fast einen Abschied auf Raten durch verstärkte Produktionseinschränkungen und Abwanderungstendenzen. Wenn jetzt auch noch immer weniger Menschen hierzulande Unternehmen gründen wollen, gehen uns wichtige Potenziale für Wachstum und Innovationen verloren.“

Die Entwicklung sei „auch deswegen sehr bedenklich, weil sich der Rückgang des Gründungsinteresses nicht allein durch demografische Veränderungen erklären lässt“, so der DIHK-Präsident. „Enorm gestiegene Kosten zum Führen von Betrieben und das Dickicht bürokratischer Regelungen ersticken aktuell die Lust am Unternehmertum. Die Signale für eine bessere Standortpolitik könnten kaum deutlicher sein.“

Haupthürden Unsicherheit, Regulierung und Kosten

Neben der konjunkturellen Lage gibt es zahlreiche strukturelle Hemmnisse für das Unternehmertum, wie die Beratungsgespräche der IHKs zeigen. Insbesondere sind es die hohe Regulierungsdichte sowie hohe Kosten, die zusätzlich zu den Unsicherheiten über das geschäftliche Umfeld viele potenzielle Gründerinnen und Gründer davon abhalten, sich selbstständig zu machen.

„Dabei tröstet es kaum, dass einige Projekte etwa in der Gastronomie, die wegen Corona auf Eis gelegt wurden, jetzt nachgeholt werden“, stellt der DIHK-Präsident klar. „Und auch das Plus bei den Beratungen von arbeitslosen Gründern ist eher ein Sondereffekt, weil die Förderung in diesem Bereich verändert wurde.“

Pioniermut und Unternehmergeist gefragt

Erfreulich sei, dass durch das intensive Engagement der IHKs mehr Besucher zu deren Gründungsinformationstagen gekommen seien. „Allerdings kann das keine guten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen ersetzen“, gibt Adrian zu bedenken.

„Pioniermut und Unternehmergeist brauchen wir angesichts der aktuellen Herausforderungen umso mehr. Einen solchen Spirit müssen wir mehr unterstützen. Mich als Unternehmer betrübt es sehr, wenn die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln immer schwieriger werden und Gründer sich entmutigt fühlen.“

Den Gründerinnen und Gründern zuhören

Damit Gründen wieder attraktiver wird, sind nach Meinung von drei Vierteln der Befragten schnellere und einfachere Regularien nötig. Zwei Drittel fordern ein einfacheres Steuerrecht. Weit oben auf die To-do-Liste der Politik gehören den Gründenden zufolge außerdem ein besserer Zugang zu öffentlichen Fördermitteln, niedrigere Energiepreise und mehr Verständnis für das Unternehmertum in der Gesellschaft.

Der DIHK-Präsident mahnt die Politik, stärker auf die Gründerinnen und Gründer zu hören: „Sie wissen sehr genau, an welchen Schrauben gedreht werden muss, damit in Deutschland wieder mehr neue Unternehmen entstehen.“

Die DIHK leitet hieraus eine politische Agenda für den Gründungsstandort Deutschland ab. Wichtigstes von elf Handlungsfeldern ist der Abbau von Bürokratie. Hier legt die DIHK neun konkrete Maßnahmen vor – von der Entschlackung des Formulars „Einnahme-Überschussrechnung“ bis hin zu einfacheren Formalitäten für ausländische Staatsangehörige bei der Unternehmensgründung.

Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)

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Preiserwartungen wieder gesunken

Weniger Unternehmen in Deutschland wollen ihre Preise erhöhen. Die ifo Preiserwartungen sanken im August auf 16,3 Punkte, nach 17,6 (saisonbereinigt korrigiert) im Juli. Dazu trugen vor allem die Industrie und die unternehmensnahen Dienstleister bei. Insgesamt dürfte die Inflationsrate in den kommenden Monaten unter der Zwei-Prozent-Marke bleiben, die die EZB anstrebt.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 29.08.2024

Weniger Unternehmen in Deutschland wollen ihre Preise erhöhen. Die ifo Preiserwartungen sanken im August auf 16,3 Punkte, nach 17,6* im Juli. Dazu trugen vor allem die Industrie und die unternehmensnahen Dienstleister bei. Dagegen wollen in den konsumnahen Branchen und auf dem Bau etwas mehr Unternehmen als im Vormonat ihre Preise anheben. „Insgesamt dürfte die Inflationsrate in den kommenden Monaten unter der Zwei-Prozent-Marke bleiben, die die Europäische Zentralbank (EZB) anstrebt“, sagt ifo Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Vor allem Energie ist für die Verbraucher deutlich günstiger als noch vor einem Jahr.“

Wollmershäuser sagt weiter: „Hingegen dürfte der Preisanstieg aller übrigen Waren und Dienstleistungen, der mit der Kerninflationsrate gemessen wird, zunächst weitgehend unverändert bei gut 2,5% und damit über dem Inflationsziel der EZB liegen.“

Bei den konsumnahen Dienstleistern stiegen die Preiserwartungen auf 25,2 Punkte, nach 20,0 im Juli. Vor allem in der Gastronomie ist vermehrt mit Preiserhöhungen zu rechnen (37,6 Punkte, nach 26,7* im Juli). Dagegen ist bei den Reiseveranstaltern der Anteil der Unternehmen, die Preisanhebungen planen, leicht gesunken (34,2 Punkte, nach 35,4* im Juli). Auch im Einzelhandel sind die Preiserwartungen etwas gestiegen auf 25,3 Punkte, nach 24,9* im Juli. Häufiger ihre Preise anheben wollen vor allem die Spielwaren-Händler (45,0 Punkte, nach 32,7* im Juli) und die Baumärkte (36,3 Punkte, nach 1,9* im Juli). Im Lebensmittel-Einzelhandel sind die Preiserwartungen etwas zurückgegangen auf 49,9 Punkte, nach 53,8* im Juli. Mit kräftigen Preissenkungen ist bei den Fahrradhändlern zu rechnen. Dort sind die Preiserwartungen auf minus 50,3 Punkte gesunken, nach minus 33,5* im Juli.

Im Bauhauptgewerbe sind die Preiserwartungen etwas auf 3,3 Punkte gestiegen, nach 0,9* im Juli. Bei den unternehmensnahen Dienstleistern (inklusive Großhandel) und in der Industrie wollen hingegen weniger Unternehmen ihre Preise anheben. Dort sind die Preiserwartungen gesunken auf 18,9 bzw. 5,0 Punkte, nach 20,4* bzw. 7,1* im Juli.

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei +100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei −100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

*Saisonbereinigt korrigiert

Quelle: ifo Institut

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EU und China starten neuen Mechanismus für den grenzüberschreitenden Datenaustausch

Die EU und China haben Gespräche im Rahmen des neuen Mechanismus für den grenzüberschreitenden Datenaustausch aufgenommen. Ziel ist es, die grenzüberschreitende Übermittlung nicht personenbezogener Daten für europäische Unternehmen sowie deren Einhaltung der chinesischen Datengesetze zu erleichtern.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 28.08.2024

Die EU und China haben Gespräche im Rahmen des neuen Mechanismus für den grenzüberschreitenden Datenaustausch aufgenommen. Ziel ist es, die grenzüberschreitende Übermittlung nicht personenbezogener Daten für europäische Unternehmen sowie deren Einhaltung der chinesischen Datengesetze zu erleichtern.

Zunehmende Schwierigkeiten bei der Ausfuhr von Daten aus China

Datenströme sind für den Handel von wesentlicher Bedeutung. Ein erheblicher Teil der ausländischen Direkt-Investitionen zwischen der EU und China hängt von der Fähigkeit der Unternehmen ab, ihre Daten grenzüberschreitend zu verwalten. Dies gilt insbesondere für Sektoren wie Finanz- und Versicherungswesen, Pharmaindustrie, Automobilindustrie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Grenzüberschreitende Datenströme sind für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten von zentraler Bedeutung und unerlässlich für das Wachstum von Unternehmen.

In den vergangenen Jahren sahen sich europäische Unternehmen in China zunehmend mit Unsicherheiten und Schwierigkeiten beim Export von Daten aus China konfrontiert. Sie waren insbesondere besorgt über die systematische Anwendung von Sicherheitsgenehmigungen auf die Ausfuhr aller „wichtigen Daten“, nachdem 2022 das Gesetz über Maßnahmen zur Sicherheitsbewertung von Datenexporten verabschiedet worden war. Diese Besorgnis wurde durch die Ungewissheit darüber, was „wichtige Daten“ sind, noch verstärkt, da das Konzept bisher nur vage definiert und weitreichend angewendet wurde. Die Beschränkungen des grenzüberschreitenden Datentransfers sind auch ein wichtiger Faktor für schwindendes Vertrauen der europäischen Investoren in China.

Hochrangige politische Gespräche

Dieses Thema wurde auch von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, in ihrem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Dezember 2023 angesprochen, gefolgt von einem Austausch mit dem chinesischen Premierminister Li Qiang im Rahmen des letzten Gipfeltreffens EU-China. Der Mechanismus ist ein Ergebnis der politischen Einigung, die 2023 zwischen Kommissionsvizepräsidentin Vera Jourová und Vizepremier Zhang Guoqing im Rahmen des hochrangigen digitalen Dialogs zwischen der EU und China sowie im Rahmen des hochrangigen Wirtschafts- und Handelsdialogs EU-China zwischen Exekutiv-Vizepräsident der Kommission Valdis Dombrovskis und Vizepremier He Lifeng getroffen wurde.

Nächste Schritte

Es sind weitere Gespräche auf Experten- und technischer Ebene vorgesehen, um die Fortschritte auf politischer Ebene bei nächster Gelegenheit zu überprüfen.

Quelle: Europäische Kommission

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ifo Beschäftigungsbarometer rückläufig (August 2024)

Die Unternehmen in Deutschland zeigen sich vorsichtiger bei ihrer Personalplanung. Das ifo Beschäftigungsbarometer sank im August auf 94,8 Punkte, nach 95,3 Punkten im Juli. Dies ist der dritte Rückgang in Folge.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.08.2024

Die Unternehmen in Deutschland zeigen sich vorsichtiger bei ihrer Personalplanung. Das ifo Beschäftigungsbarometer sank im August auf 94,8 Punkte, nach 95,3 Punkten im Juli. Dies ist der dritte Rückgang in Folge. „Die schwache Wirtschaftsentwicklung schlägt sich auch in einer schwachen Beschäftigungsentwicklung nieder“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Der Auftragsmangel bremst die Unternehmen bei Neueinstellungen.“

In der Industrie ist das Barometer merklich gesunken. Immer mehr Unternehmen denken über einen Abbau von Arbeitsplätzen nach. Ähnliches gilt für den Handel, wo Kunden in den Geschäften fehlen. Im Baugewerbe allerdings sollen trotz der schweren Krise die Mitarbeiter gehalten werden. Nur bei den Dienstleistern gibt es eine positive Einstellungstendenz. Dies gilt insbesondere für die IT-Branche und den Tourismus.

Quelle: ifo Institut

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Internationales Wissen macht Unternehmen innovativer

Deutschland ist einer der größten Importeure von Wissen weltweit, zeigt eine Berechnung des ZEW Mannheim. Der Wert von importierten Wissensdienstleistungen nach Deutschland, beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) oder durch Patente, hat sich im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt.

ZEW, Pressemitteilung vom 26.08.2024

ZEW-Studie zu Innovationen durch Wissensimporte

Der Wert von importierten Wissensdienstleistungen nach Deutschland, beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) oder durch Patente, hat sich im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt. Er wuchs von rund 16,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 auf über 46 Milliarden im Jahr 2022, wie das ZEW auf Basis von Zahlen der Welthandelsorganisation WTO berechnet hat. Damit ist Deutschland einer der größten Importeure von Wissen weltweit. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) könnten noch weiter davon profitieren, nutzen das Potenzial aber noch nicht aus. Das ergibt eine aktuelle Auswertung des ZEW Mannheim.

„Vor dem Hintergrund zunehmenden Protektionismus und des Strebens nach technologischer Souveränität ist es ratsam, sich für den Wissensimport auf verlässliche Partnerländer – beispielsweise aus der EU – zu fokussieren. Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik sollte es daher sein, noch bestehende Handelsbarrieren für den Import von Wissen im Binnenmarkt abzubauen“, empfiehlt Studienautor Dr. Bastian Krieger, Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe „Co-Creation“ im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“.

Importierende Unternehmen sind doppelt so innovativ

Der Zugang zu internationalem Wissen, beispielsweise durch Patente, Lizenzen oder FuE, steigert den Erfolg von Innovationen in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen neue oder deutlich verbesserte Produkte, Services oder interne Prozesse etablieren, liegt bei 68 Prozent, wenn sie Wissen importieren. Das ist mehr als doppelt so hoch wie bei nicht-importierenden Unternehmen (33 Prozent).

EU-Länder wichtigste Importpartner

Der Anteil von EU-Mitgliedstaaten, aus denen Wissen nach Deutschland importiert wird, wächst. 2010 kamen rund 35 Prozent der Wissensimporte aus der EU, 2019 waren es 44 Prozent.

Dieser Trend deckt sich mit einer Empfehlung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) von 2021, sich in der internationalen Zusammenarbeit zur Entwicklung von Schlüsseltechnologien auf ausgewählte Staaten zu fokussieren. Dadurch soll die technologische Souveränität und Resilienz gegenüber globalen Herausforderungen gestärkt werden.

„Die EU nimmt einen immer größeren Stellenwert im Wissensimport deutscher Unternehmen ein. Unsere Untersuchung zeigt, dass die Strategie des BMBF sich mit dem deckt, was sich in der Vergangenheit gezeigt hat. Der Import von Wissen sollte nicht eingestellt, jedoch die Quellenländer der Importe sorgfältig ausgewählt werden. Die EU bietet vergleichsweise verlässliche Partner“, so Krieger.

KMU haben kaum Anteil am Wissensimport

Die Untersuchung zeigt allerdings auch, dass vor allem große Unternehmen internationalen Wissensimport betreiben, dagegen beziehen KMU nur selten Wissen und Technologien aus dem Ausland.

„Wir sehen, dass sich KMU kaum am internationalen Wissensimport beteiligen. Die genauen Gründe dafür müssen noch weiter untersucht werden, um ihre Möglichkeiten zu verbessern. Wenn KMU stärker Wissen und Technologien importieren würden, wären ihre Innovationen voraussichtlich erfolgreicher. Sprich: es gäbe mehr Kostensenkungen durch bessere Prozesse sowie höhere Umsätze durch innovativere Produkte und Dienstleistungen. Dadurch könnten deutliche Innovationsgewinne für die deutsche Wirtschaft eingefahren werden. Dieses Potenzial wird aktuell jedoch noch nicht genutzt“, schätzt Krieger.

Quelle: ZEW Mannheim

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Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2024

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2024 gegenüber dem 1. Quartal 2024 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,1 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, bestätigt sich damit das Ergebnis der Schnellmeldung vom 30. Juli 2024.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 27.08.2024

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2024 gegenüber dem 1. Quartal 2024 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,1 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, bestätigt sich damit das Ergebnis der Schnellmeldung vom 30. Juli 2024. „Nach dem leichten Anstieg im Vorquartal hat sich die deutsche Wirtschaft im Frühjahr wieder abgekühlt“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. Im 1. Quartal 2024 war das BIP um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen.

Konsumausgaben stabil im Vergleich zum Vorquartal, Investitionen deutlich im Minus

Die Konsumausgaben insgesamt zeigten sich im Vergleich zum Vorquartal stabil, sie nahmen preis-, saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem 1. Quartal 2024 leicht um 0,1 % zu. Zwar sank der private Konsum um 0,2 %, nachdem er zum Jahresbeginn noch gestiegen war (revidiert +0,3 % im 1. Quartal 2024 im Vergleich zum 4. Quartal 2023). Die Konsumausgaben des Staates stiegen hingegen deutlich um 1,0 % im Vergleich zum Vorquartal.

Die Bruttoanlageinvestitionen nahmen nach der leicht positiven Entwicklung im Vorquartal im 2. Quartal 2024 deutlich ab. Die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – sanken preis-, saison- und kalenderbereinigt mit -4,1 % zum Vorquartal sogar noch deutlicher als die Investitionen in Bauten (-2,0 %).

Auch vom Außenhandel blieben positive Impulse aus: Exportiert wurden im 2. Quartal 2024 preis-, saison- und kalenderbereinigt insgesamt 0,2 % weniger Waren und Dienstleistungen als im 1. Quartal 2024. Die Importe von Waren und Dienstleistungen stagnierten im Vergleich zum Vorquartal (0,0 %).

Bruttowertschöpfung entwickelt sich branchenabhängig unterschiedlich

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung war im 2. Quartal 2024 insgesamt um 0,1 % niedriger als im 1. Quartal 2024. Dabei zeigte sich je nach Wirtschaftsbereich ein gemischtes Bild. Den deutlichsten Rückgang verzeichnete das Baugewerbe mit -3,2 %, nachdem der Jahresauftakt witterungsbedingt noch positiv ausgefallen war. Die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe sank leicht um 0,2 %. Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes stieg die Produktion von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie von chemischen Erzeugnissen. Andere Branchen, wie der Maschinenbau oder die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen, verzeichneten dagegen Produktionsrückgänge. Auch der zusammengefasste Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe (-0,6 %) sowie die sonstigen Dienstleister (-0,2 %) konnten ihre Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2024 nicht ausweiten. Positive Signale kamen dagegen aus den anderen Dienstleistungsbereichen, wobei die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung der Unternehmensdienstleister mit +0,9 % im Vergleich zum Vorquartal am deutlichsten anstieg.

Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gestiegen

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 2. Quartal 2024 preisbereinigt um 0,3 % höher als im 2. Quartal 2023. Preis- und kalenderbereinigt stagnierte das BIP (0,0 %) zum Vorjahresquartal, da im 2. Quartal 2024 ein Arbeitstag mehr zur Verfügung stand.

Investitionen im Vorjahresvergleich deutlich im Minus – positive Impulse von Konsumausgaben

Wie im Vorquartalsvergleich so wurde im 2. Quartal 2024 auch im Vorjahresvergleich deutlich weniger investiert. Die Ausrüstungsinvestitionen gingen preisbereinigt kräftig um 6,5 % gegenüber dem 2. Quartal 2023 zurück. Die Investitionen in Bauten sanken preisbereinigt um 3,2 %.

Einen Anstieg zum Vorjahresquartal verzeichneten dagegen die Konsumausgaben, die preisbereinigt um 0,9 % zunahmen. Während die privaten Konsumausgaben zum Vorjahreszeitraum nur leicht anstiegen (0,1 %), legte der Staatskonsum merklich um 2,9 % zu. Ursache hierfür waren unter anderem höhere soziale Sachleistungen bei Gemeinden und Sozialversicherungen. Insgesamt ging die inländische Verwendung im 2. Quartal 2024 preisbereinigt um 0,7 % gegenüber dem 2. Quartal 2023 zurück.

Die preisbereinigten Exporte stiegen im 2. Quartal 2024 um 0,3 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dabei nahmen die Ausfuhren von Waren um 0,4 % zu, während die Dienstleistungsexporte um 0,3 % sanken. Der Rückgang der Dienstleistungsexporte ist unter anderem auf stark gestiegene Preise für Transportleistungen zurückzuführen. Importiert wurde im 2. Quartal 2024 preisbereinigt insgesamt 2,0 % weniger als im Vorjahresquartal. Die Einfuhren von Waren sanken um 3,7 % im Vergleich zum Vorjahr, bedingt vor allem durch geringere Einfuhren von elektrischen Ausrüstungen und Maschinen. Dagegen nahmen die Dienstleistungsimporte um 2,3 % zu –diese positive Entwicklung wurde vor allem durch steigende Ausgaben für den Reiseverkehr, für Transportdienstleistungen und für sonstige unternehmensbezogene Dienstleistungen getrieben.

Dienstleistungsbereiche im Vorjahresvergleich deutlich gestiegen, Baugewerbe mit starkem Rückgang

Insgesamt lag die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im 2. Quartal 2024 um 0,8 % über dem Niveau des 2. Quartals 2023. Die Dienstleistungsbereiche konnten ihre Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,9 % steigern. Dabei verzeichneten alle dazugehörigen Bereiche ein deutliches Plus, wobei die Bereiche Information und Kommunikation (+3,3 %) sowie das Grundstücks- und Wohnungswesen (+2,4 %) ihre preisbereinigte Wertschöpfung besonders stark ausweiteten.

Im Gegensatz dazu ging die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe und im Bau erneut zurück: Das Baugewerbe musste mit preisbereinigt -3,4 % den deutlichsten Rückgang der Wertschöpfung hinnehmen. Anhaltend starken Rückgängen im Hochbau und dem Ausbaugewerbe stand dabei ein erneuter Zuwachs im Tiefbau entgegen. Hierzu zählen vor allem der Bau von Straßen, Bahnverkehrsstrecken und Leitungen. Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes nahm die Produktion von Konsumgütern, stärker aber noch die von Vorleistungs- und Investitionsgütern, ab. Auch die beiden größten Branchen – die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen und der Maschinenbau – hatten deutliche Rückgänge zum Vorjahr zu verzeichnen. Folglich sank die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe um 1,2 % im Vergleich zum 2. Quartal 2023.

Erwerbstätigkeit entwickelt sich weiterhin positiv

Die Wirtschaftsleistung wurde im 2. Quartal 2024 von rund 46,1 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 167 000 Personen oder 0,4 % mehr als im 2. Quartal 2023. Ein Anstieg der Erwerbstätigkeit im 2. Quartal eines Jahres ist durch die allgemeine Belebung bei den Außenberufen im Frühjahr saisonal üblich. Die Frühjahrsbelebung fiel im Jahr 2024 aber verhaltener aus als im Durchschnitt der Jahre 2022 und 2023 (siehe Pressemitteilung Nr. 314/24 vom 16. August 2024).

Im Durchschnitt wurden je Erwerbstätigen mehr Arbeitsstunden geleistet als im 2. Quartal 2023 (+0,4 %). Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also das Produkt aus der gestiegenen Erwerbstätigenzahl und den geleisteten Stunden je erwerbstätiger Person – erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 0,8 %. Das ergaben vorläufige Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde – nahm nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem 2. Quartal 2023 um 0,4 % ab. Je Erwerbstätigen stagnierte sie im Vergleich zum Vorjahresquartal (0,0 %).

Einkommen und Konsum nominal gestiegen, Sparquote im Vorjahresvergleich leicht im Plus

In jeweiligen Preisen war das BIP im 2. Quartal 2024 um 4,0 % und das Bruttonationaleinkommen um 4,1 % höher als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen war um 3,4 % höher als im 2. Quartal 2023. Dabei stieg nach vorläufigen Berechnungen das Arbeitnehmerentgelt um 5,5 %. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen sanken hingegen um 2,1 %. Entsprechend stiegen die durchschnittlichen Bruttolöhne und ‑gehälter je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer im 2. Quartal 2024 um 5,1 % zum Vorjahresquartal. Netto erhöhten sich die Durchschnittsverdienste mit +5,3 % geringfügig mehr. Die Lohnerhöhungen sind vor allem auf höhere Tarifabschlüsse im Zuge der Inflation sowie auf die Zahlungen von steuerfreien Inflationsausgleichsprämien zurückzuführen.

Die Bruttolöhne und -gehälter insgesamt waren um 5,6 % höher als im Jahr zuvor, da sich auch die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erneut leicht erhöhte. Die privaten Konsumausgaben nahmen in jeweiligen Preisen mit +3,0 % zum Vorjahresquartal deutlich weniger zu als noch in den Vorquartalen. Das verfügbare Einkommen erhöhte sich um 3,9 %. Die Sparquote lag im 2. Quartal 2024 mit 10,8 % leicht über dem Vorjahreswert (10,2 %).

Die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich

Im 2. Quartal 2024 blieb die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands im internationalen Vergleich hinter der in vielen anderen Staaten zurück: In den anderen großen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) sowie in der EU insgesamt (+0,3 %) legte die Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2024 zu. In Spanien stieg das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP mit +0,8 % gegenüber dem Vorquartal am stärksten, in Frankreich (+0,3 %) und in Italien (+0,2 %) nahm es zumindest leicht zu. In den Vereinigten Staaten (USA) stieg das BIP im Vergleich mit dem 1. Quartal 2024 um 0,7 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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