Weniger Innovationen trotz steigender Unternehmensgründungszahlen

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist im Jahr 2024 lt. IAB/ZEW-Gründungspanel leicht gestiegen. Mit rund 157.000 Neugründungen ergibt sich ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit deutet sich erstmals seit 2021 eine Trendwende an – allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau.

ZEW, Pressemitteilung vom 06.05.2026

IAB/ZEW-Gründungspanel zeigt Rückgänge in innovativen Branchen

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist im Jahr 2024 leicht gestiegen. Mit rund 157.000 Neugründungen ergibt sich ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit deutet sich erstmals seit 2021 eine Trendwende an – allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau. Gleichzeitig zeigen die Daten des aktuellen IAB/ZEW-Gründungspanels, dass insbesondere industrielle und innovative Branchen weiter an Dynamik verlieren. Während der Dienstleistungssektor wächst, gehen sowohl die Anzahl an Unternehmensgründungen als auch die Innovationsaktivitäten in forschungsintensiven Bereichen deutlich zurück.

„Die leichte Erholung bei den Gründungszahlen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Probleme bestehen bleiben. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und in innovativen Branchen sehen wir seit Jahren einen rückläufigen Trend, der sich 2024 nochmals verstärkt hat“, erklärt Dr. Sandra Gottschalk, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Besonders besorgniserregend ist der starke Rückgang bei Produktinnovationen. Junge Unternehmen bringen deutlich seltener neue Produkte auf den Markt – das schwächt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit.“

Dienstleistungen treiben das Gründungsgeschehen

Der Zuwachs bei den Neugründungen wird vor allem vom Dienstleistungssektor getragen. Hier stieg die Zahl der Gründungen deutlich, insbesondere in konsumnahen Bereichen wie Gastronomie, Handel und persönlichen Dienstleistungen. Demgegenüber setzt sich der Negativtrend im Verarbeitenden Gewerbe fort: Die Gründungszahlen gingen dort 2024 um elf Prozent zurück. Ursachen sind unter anderem hohe Energiekosten, internationale Konkurrenz und geopolitische Unsicherheiten.

Innovationskraft und Beschäftigung unter Druck

Parallel zur Entwicklung der Gründungszahlen sinkt die Innovationsleistung junger Unternehmen deutlich. Nur noch vier Prozent der jungen Firmen bringen Marktneuheiten hervor – etwa halb so viele wie im Vorjahr. Besonders betroffen sind forschungsintensive Branchen, in denen der Anteil innovativer Unternehmen stark zurückgeht. Zwar bleibt der Anteil der Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten insgesamt stabil, doch auch hier zeigen sich Rückgänge in zentralen Industriebereichen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass es jungen Unternehmen zunehmend schwerfällt, neue Produkte und Technologien erfolgreich am Markt zu etablieren.

Quelle: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

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