Der Euroraum hat die Rezession im Frühjahr 2013 überwunden. Die Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass sich die Erholung im weiteren Verlauf des Jahres fortsetzt. Das teilt das IfW Kiel mit.
IfW Kiel, Pressemitteilung vom 12.09.2013
Der Euroraum hat die Rezession im Frühjahr 2013 überwunden. Die Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass sich die Erholung im weiteren Verlauf des Jahres fortsetzt. Gleichwohl dürfte Tempo der konjunkturellen Belebung moderat bleiben, weil die strukturellen Anpassungsprozesse in den Krisenländern die Konjunktur noch einige Zeit belasten werden. Aufgrund der zunehmenden wirtschaftlichen Dynamik im Ausland, dürfte der Aufschwung zunächst vornehmlich vom Außenhandel getragen werden. Erst für das Jahr 2014 erwarten wir, dass die Inlandsnachfrage, im Zuge der dann günstigeren Investitionsbedingungen und eines geringeren, negativen Fiskalimpulses, verstärkt zur Expansion des Bruttoinlandsprodukts beitragen wird.
Für die Prognose unterstellen wir, dass sich die Unsicherheit über den Fortgang der europäischen Staatsschuldenkrise nicht erneut deutlich erhöht. Wir gehen davon aus, dass die jüngsten Verfassungsgerichtsurteile in Portugal sowie die Diskussion um die Notwendigkeit eines erneuten Schuldenschnitts in Griechenland nicht zu einem Vertrauensverlust in den Konsolidierungswillen bzw. die Konsolidierungsfähigkeit der Krisenländer führen. Ferner unterstellen wir ein allmähliches Nachlassen der Segmentierung des Bankensektors. Ein wichtiges Indiz dafür ist der von uns berechnete Indikator für den Stress an den Finanzmärkten, der schon seit mehreren Monaten auf eine Entspannung hindeutet und sich aktuell in der Nähe des Normalniveaus befindet.
Alles in allem wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt 2013 wohl um 0,4 Prozent schrumpfen. Für das kommende Jahr rechnen wir mit einem mäßigen Zuwachs von 1,1 Prozent. Die Inflation wird im Prognosezeitraum gering bleiben. Vor dem Hintergrund der verhaltenen Lohnentwicklung und bei konjunkturell bedingt geringen Preissetzungsspielräumen der Unternehmen, rechnen wir für 2013 und 2014 mit einer Teuerungsrate von jeweils 1,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt 2013 bei 12,2 Prozent liegen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des IfW Kiel.
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Quelle: DATEV eG