Sicherheit und Gesundheit im Arbeitsleben haben sich im Jahr 2012 in Deutschland verbessert. Die Zahl der Arbeitsunfälle ist auf dem niedrigsten Stand seit 1960. Durchschnittlich je 14 Tage waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2012 krank geschrieben. Das teilt die Bundesregierung mit.
Bundesregierung, Pressemitteilung vom 13.12.2013
Sicherheit und Gesundheit im Arbeitsleben haben sich im Jahr 2012 in Deutschland verbessert. Die Zahl der Arbeitsunfälle ist auf dem niedrigsten Stand seit 1960. Durchschnittlich je 14 Tage waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2012 krank geschrieben.
Die Bundesregierung hat ihren jährlichen Bericht zum Berufsunfallgeschehen vorgelegt. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es weniger Todesfälle im Arbeitsleben zu beklagen.
Wege zu Arbeit und Bildungsstätte sind sicherer geworden
Auf ihrem Arbeitsweg sind 2012 rund 12.000 Menschen weniger verunglückt als im Vorjahr. Fast 180.000 Beschäftigte hatten jedoch einen Unfall auf Wegen von oder zur Arbeit oder zu Kundinnen und Kunden. 403 Menschen sind infolge dieser Unfälle gestorben.
Auch die Zahl der Unfälle auf dem Schulweg hat sich im Vergleich zu 2011 um knapp drei Prozent verringert. Damals waren rund 111.000 Schülerinnen und Schüler verunglückt.
Zahl der Arbeits- und Schulunfälle gesunken
Meldepflichtige Arbeitsunfälle sind im Vergleich zu 2011 um 3,8 Prozent zurückgegangen. Mit rund 970.000 Unfällen bei der Arbeit ist dies der niedrigste Stand seit 1960. Damals wurden Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten ersten Mal statistisch erfasst.
In den Bildungseinrichtungen hatten 1.230.000 Kinder und Jugendliche einen Unfall. Dennoch sind dies erfreulicherweise fünf Prozent weniger als 2011.
Weniger Todesfälle durch Berufskrankheiten
2012 sind an von Berufskrankheiten 2.468 Menschen gestorben. Das waren 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr 2011. Demgegenüber wurden mit knapp 74.000 etwa ebenso viele Verdachtsfälle auf eine Berufskrankheit angezeigt wie 2011. Eine Berufskrankheit wurde bei 16.000 Versicherten anerkannt.
Der Gesundheitszustand ist bei einem Drittel aller Erwerbstätigen „sehr gut“ oder „gut“. Dennoch gilt: Je höher die Wochenarbeitszeit der Beschäftigten ist, desto häufiger berichten sie von belastenden körperlichen Arbeits- und Umgebungsbedingungen. Die psychischen Anforderungen wie Arbeitsintensität und Monotonie steigen.
Guter Gesundheitszustand bei atypisch Beschäftigten
Ein Schwerpunkt des Berichts lag auf dem Gesundheitszustand von „atypisch“ Beschäftigten. Das „Normalarbeitsverhältnis“ ist als unbefristetes Beschäftigungsverhältnis mit voller Wochenstundenzahl definiert. Alle anderen Jobs gelten als atypisch. Darunter fallen Teilzeit unter 20 Wochenstunden, befristete Arbeitsverträge und Zeitarbeit.
Atypisch Erwerbstätige müssen häufiger im Stehen arbeiten, haben weniger Handlungsspielräume und müssen sich häufiger ständig wiederkehrenden Aufgaben widmen. Ein Drittel der Teilzeit- und befristet Beschäftigten fühlen sich gesund.
Die Arbeitsbedingungen von Zeitarbeitnehmern sind durch körperlich anstrengende Arbeit und ungünstige Umgebung geprägt. Von ihnen fühlen sich nur 27 Prozent gesund.
Gemeinsame deutsche Arbeitsschutzstrategie wirkt
Der Bericht der Bundesregierung über das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen 2012 zeigt: Sicherheit und Gesundheit im Arbeitsleben haben sich in Deutschland weiter verbessert. Die 2007 gestartete Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern zeigt Wirkung.
In der GDA haben sich die Träger verpflichtet, gemeinsam den Arbeitsschutz zu verbessern. Dazu wurden am betrieblichen Bedarf orientierte Arbeitsschutzziele entwickelt. Außerdem gibt es zeitgemäße Beratungs- und Überwachungskonzepte. Verständliche und überschaubare Vorschriften sorgen für sichere, gesunde und wettbewerbsfähige Arbeitsplätze.
Den Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2012“ finden Sie auf der Homepage der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
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Quelle: DATEV eG