Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU wird Deutschland im Bereich des Außenhandels weniger stark treffen als andere Volkswirtschaften wie z. B. die Nachbarländer Belgien, die Schweiz oder die Niederlande. Das geht aus einer ersten Teilauswertung „Länderindex Familienunternehmen“ hervor, den das ZEW im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen erstellt hat.
Außenhandelsrisiken und Folgen des Brexit für die deutsche Wirtschaft
ZEW, Pressemitteilung vom 20.10.2016
Aus Sicht von Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW und Verfasser des Länderindex, zeigen die neuen Untersuchungen, dass „Deutschland unter den großen Volkswirtschaften Europas am anfälligsten für Außenhandelsschocks“ ist, weil sich die deutsche Wirtschaft durch einen hohen Offenheitsgrad auszeichnet. „Die Risiken werden jedoch durch eine hohe Diversifikation von Handelspartnern und Branchen gemildert.“ Nach Auffassung von Heinemann werde der Austritt von Großbritannien aus der EU auf jeden Fall spürbare Folgen für das Gesamtgefüge haben: „Ein Abschied dieses Mitglieds aus der EU könnte bedeuten, dass die EU nach einem Brexit leichter protektionistischen Tendenzen nachgeben könnte.“ Insgesamt zeigt die Studie, dass in Europa größere Länder wie Deutschland von Außenhandelsschocks weniger stark betroffen sind als mittelgroße und kleine Volkswirtschaften.
Als Basis für die Aufstellung des Länderindex Familienunternehmen dienen relevante nationale und internationale Studien, die daraufhin geprüft werden, inwieweit der Standort für ein größeres Familienunternehmen mit verarbeitendem Gewerbe attraktiv ist. Dabei wird modellhaft von einem Familienunternehmen mit 210 Millionen Euro Jahresumsatz ausgegangen. Der Länderindex gilt als wichtiges Barometer für die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Länder innerhalb des EU-Binnenmarktes sowie der USA. Er umfasst die Länder Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Spanien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Tschechien und die USA.
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Die Teilauswertung finden Sie auf der Homepage des ZEW.
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Quelle: DATEV eG