Importpreise im Jahr 2016: -3,1 % gegenüber 2015

Die Einfuhrpreise waren im Jahresdurchschnitt 2016 um 3,1 % niedriger als im Vorjahr (2015: -2,6 % gegenüber 2014). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, war dies der stärkste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr seit 2009.

 

Importpreise im Jahr 2016: -3,1 % gegenüber 2015

 

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 27.01.2017

 

Die Einfuhrpreise waren im Jahresdurchschnitt 2016 um 3,1 % niedriger als im Vorjahr (2015: -2,6 % gegenüber 2014). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, war dies der stärkste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr seit 2009 (-8,5 % gegenüber 2008).

 

Besonders die Preisentwicklung bei Energie (-16,8 % gegenüber 2015) beeinflusste die Jahresveränderungsrate der Einfuhrpreise. Mineralölerzeugnisse verbilligten sich um 19,2 %, die Preise für Rohöl lagen im Durchschnitt um 18,0 % unter dem Niveau von 2015. Importiertes Erdgas war um 16,1 % billiger als ein Jahr zuvor. Der Einfuhrpreisindex ohne Energie lag im Jahresdurchschnitt 2016 um 1,4 % unter dem Stand des Vorjahres. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, waren die Einfuhrpreise um 1,9 % niedriger als 2015.

 

Auch die Preise importierter Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden) waren im Jahr 2016 niedriger als 2015, und zwar um 2,8 % und hatten einen bedeutenden Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr. Die Einfuhrpreise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen lagen um 5,1 % unter dem Niveau von 2015. Für Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus wurde im Jahresdurchschnitt 6,8 % weniger bezahlt als ein Jahr zuvor. Holz- und Zellstoff (-8,5 %) sowie elektronische Bauelemente (-3,2 %) waren ebenfalls billiger als im Vorjahr.

 

Bei den Investitionsgütern mit einem Preisrückgang gegenüber 2015 von durchschnittlich 0,7 % waren insbesondere die Datenverarbeitungsgeräte (-4,3 %) günstiger als vor einem Jahr. Die Preise für Smartphones sanken um 11,8 %.

 

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter sanken gegenüber 2015 um 2,3 %. Insbesondere wurden Mandeln (-38,3 %), Haselnüsse (-28,9 %) und Rohkakao (-7,4 %) nach starken Preisanstiegen in den letzten Jahren wieder billiger. Die Preise für Getreide lagen um 7,0 % unter dem Niveau von 2015. Dagegen waren unter anderem Zitrusfrüchte (+9,8 %) teurer als vor einem Jahr.

 

Bei den Verbrauchsgütern mit einem Preisanstieg von 0,1 % gegenüber 2015 waren verarbeiteter Kakao (+9,1 %) und Schweinefleisch (+6,5 %) binnen Jahresfrist teurer, während sich unter anderem Milch und Milcherzeugnisse (-3,5 %) sowie Rindfleisch (-2,7 %) verbilligten.

 

Gebrauchsgüter waren um durchschnittlich 0,9 % billiger als im Jahr 2015.

 

Die Ausfuhrpreise lagen im Jahresdurchschnitt 2016 um 0,9 % unter denen des Vorjahres (2015: +0,9 %). Dies war der größte Preisrückgang seit 2009 (-2,2 % gegenüber 2008).

 

Veränderungen im Dezember 2016

 

Im Dezember 2016 stiegen die Einfuhrpreise mit +3,5 % gegenüber Dezember 2015 deutlich an. Dies war der höchste Preisanstieg seit Januar 2012 (+3,6 %). Im November 2016 hatte die Jahresveränderungsrate +0,3 % betragen, im Oktober 2016 hatte sie bei -0,6 % gelegen. Gegenüber November 2016 stiegen die Importpreise im Dezember 2016 deutlich um 1,9 %. Zuletzt hatte es im Mai 2008 einen höheren Preisanstieg gegenüber dem Vormonat gegeben (+2,1 % gegenüber April 2008).

 

Auch im Dezember 2016 hatte die Entwicklung der Energiepreise (+23,1 %) den größten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat. Einen größeren Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es zuletzt im November 2011 gegeben (+26,0 %). Im Vergleich zum November 2016 erhöhten sich die Preise für importierte Energie ebenfalls deutlich (+11,3 %). Während sich Rohöl, Mineralölerzeugnisse, Steinkohle und Erdgas verteuerten, sanken die Preise für elektrischen Strom.

 

Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im Dezember 2016 um 1,4 % höher als im Dezember 2015 (+0,8 % gegenüber November 2016). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex im Dezember 2016 um 1,7 % über dem Stand des Vorjahres (+0,9 % gegenüber November 2016).

 

Vorleistungsgüter waren im Dezember 2016 um 2,5 % teurer als im Dezember 2015. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 1,0 %. Insbesondere importierte Eisenerze und Nicht-Eisen-Metallerze, aber auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen sowie Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus verteuerten sich gegenüber Dezember 2015, ausgenommen Rohaluminium, das billiger war als im Vorjahresmonat.

 

Die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen (-19,1 %) sowie Holzstoff und Zellstoff (-8,0 %) lagen unter denen des Vorjahresmonats.

 

Importierte Verbrauchsgüter verteuerten sich gegenüber Dezember 2015 um 2,0 % und gegenüber November 2016 um 0,6 %.

 

Importierte landwirtschaftliche Güter waren gegenüber Dezember 2015 um 5,6 % teurer.

 

Eingeführte Investitionsgüter (-0,6 %) und Gebrauchsgüter (-0,1 %) verbilligten sich gegenüber Dezember 2015. Aber auch hier stiegen die Preise gegenüber dem Vormonat, bei Investitionsgütern um 0,3 % und bei Gebrauchsgütern um 0,5 %. Bei den Investitionsgütern waren insbesondere Datenverarbeitungsgeräte im Vorjahresvergleich billiger (-4,6 %).

 

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Quelle: DATEV eG