IWH-Konjunkturbarometer Ostdeutschland: Produktionsschwung vom Jahresbeginn war nicht zu halten

Das IWH teilt mit, dass sowohl die Industrie wie auch die Bauwirtschaft in Ostdeutschland das zum Jahresanfang noch hohe Produktionsniveau in den Monaten April bis Juni nicht halten konnten und nach dem Auslaufen der Sondereffekte Rückschläge hinnehmen mussten.

IWH, Pressemitteilung vom
08.09.2011

Das nach dem Schub zu Beginn dieses
Jahres erreichte hohe Produktionsniveau konnte die ostdeutsche Wirtschaft in den
Monaten April bis Juni nicht halten. Sowohl die Industrie als auch die
Bauwirtschaft mussten nach dem Auslaufen der Sondereffekte Rückschläge
hinnehmen. Das Bruttoinlandsprodukt ging gegenüber dem ersten Quartal kalender-
und saisonbereinigt geringfügig um 0,2 % zurück. In Deutschland insgesamt stieg
es dagegen um 0,1%. Das Produktionsniveau vor der Krise wurde in der
ostdeutschen Wirtschaft weiterhin knapp verfehlt. Gegenüber dem
Vorjahreszeitraum beläuft sich der Zuwachs im zweiten Quartal auf 4,8 %, im
gesamten ersten Halbjahr auf rund 3 %.

Die Industrie hat die kräftigen
Auftragszugänge im Winterhalbjahr im zweiten Quartal nicht in entsprechende
Produktionszuwächse umsetzen können. Die Produktion ist nach Ausschluss der
Kalender- und Saisoneffekte geringfügig gesunken und damit hinter die Dynamik in
Westdeutschland zurückgefallen. Ausschlaggebend war der Rückgang im weitaus
größten Industriesegment, der Produktion von Vorleistungsgütern, für alle
Absatzrichtungen, das Inland und das Ausland. Dagegen hielt die
Aufwärtsentwicklung bei der Produktion von Investitionsgütern und Konsumgütern
an, wenngleich in deutlich abgeschwächter Form gegenüber dem ersten Quartal.
Getrieben wurde die Entwicklung erneut vom Absatz im Ausland. In der
Bauwirtschaft hat sich in den Monaten April bis Juni nach dem sprunghaften
Aufholen der witterungsbedingten Produktionsausfälle die schwächere, aber
aufwärtsgerichtete konjunkturelle Grundtendenz wieder durchgesetzt. Das günstige
Investitionsklima hat die gewerblichen Investoren und die privaten Haushalte zu
Bauaktivitäten ermuntert. Die Schwäche in Industrie und Baugewerbe wurde von den
Dienstleistern nicht aufgewogen. Zwar legten der Handel und Verkehr sowie das
unternehmensnahe Dienstleistungsgewerbe zu, die Bereiche öffentliche Verwaltung,
Erziehung und Unterricht schwächelten jedoch im Zusammenhang mit den
fortgesetzten Konsolidierungsbemühungen der öffentlichen Hände. Lediglich die
Expansion der Gesundheits- und Pflegedienste setzte sich fort.

Für das
dritte Vierteljahr 2011 deuten die vorlaufenden Indikatoren nach ersten
Schätzungen des IWH auf eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes hin. Die
Auftragseingänge in der Industrie waren zwar zuletzt rückläufig. Die vom IWH
regelmäßig befragten Industrieunternehmen blicken jedoch mit viel Zuversicht in
das zweite Halbjahr. Im Bauhauptgewerbe sprechen die Baugenehmigungen und die
Auftragseingänge für eine abflachende Dynamik der Produktion; die Bauumfrage des
IWH signalisiert eine leichte Eintrübung der Geschäfte im weiteren
Jahresverlauf.

Weitere
Informationen
finden Sie auf der Homepage des IWH.

Quelle: IWH

http://www.datev.de/portal/ShowPage.do?pid=dpi&nid=126545

© 2011 DATEV

———————-

Quelle: DATEV eG