Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe Ostdeutschlands hat sich lt. IWH Halle stark abgekühlt.
IWH Halle, Pressemitteilung vom
29.09.2011
Das Geschäftsklima im Verarbeitenden
Gewerbe Ostdeutschlands hat sich stark abgekühlt. Dies geht aus den Ergebnissen
der IWH-Industrieumfrage vom September unter rund 300 Unternehmen hervor. Die
Unternehmen schätzen beide Komponenten des Klimas deutlich schlechter ein als im
Juli. So ging der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der aktuellen
Geschäftslage um acht Punkte zurück und der Saldo der Geschäftsaussichten für
die nächsten sechs Monate sogar um 24 Punkte. In der aktuellen Umfrage hat der
Anteil von Unternehmen, die ihre Aussichten „eher schlecht“ oder „schlecht“
bewerten, gegenüber Juli stark zugenommen (von 9 % auf 21 %). Trotz dieses
Rückganges überwiegen nach wie vor die positiven Einschätzungen.
Die
stärksten Eintrübungen meldet auf Ebene der fachlichen Hauptgruppen das
Vorleistungsgütergewerbe. Allerdings sind Lage und Aussichten vordem sehr hoch
bewertet worden. Die Erwartungen haben sogar ihren Stand vor Jahresfrist
unterschritten. Gegenüber der Juliumfrage sind die kleinen Unternehmen die
einzige Gruppe, die ihre aktuelle Lage besser bewertet, die Aussichten sind aber
auch hier abwärtsgerichtet.
Die Bereinigung der Befragungsergebnisse um
saisonale Einflüsse bestätigt, dass die Konjunktur in der ostdeutschen Industrie
erst einmal ihren Höhepunkt überschritten hat. Die fachlichen Hauptgruppen sind
auf eine Abwärtsbewegung eingeschwenkt. Im Vorleistungsgütergewerbe ist der
Saldo der Erwartungen nunmehr unter den Saldo der Lagebewertung gesunken. Den
größten Einbruch bei Lage und Erwartungen im Vergleich zu Juli melden die
Hersteller von elektronischen und elektrotechnischen Bauteilen.
Chemieunternehmen und das Holz-, Papier- und Druckgewerbe bewerten die Lage
besser, die Zweige Steine und Erden sowie Glas und Keramik etwas schlechter und
die Hersteller von Gummi- und Kunststoffprodukten deutlich schlechter. Die
Erwartungen haben sich in allen genannten Bereichen eingetrübt.
Die
Meldungen der Investitionsgüterproduzenten deuten auf eine kommende
Investitionsschwäche hin. Anders als bei den Vorleistungsgüterproduzenten haben
die Geschäftsaktivitäten der ostdeutschen Investitionsgüterproduzenten zuletzt
nicht an das Niveau vor Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 2008
herangereicht. Die aktuelle Eintrübung fällt schwächer aus. Im Maschinenbau hat
sich die Lage nur geringfügig verschlechtert. Im Fahrzeugbau hat sie sich nach
dem Einbruch im Juli stark verbessert, die Unternehmen haben aber ihre
Erwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich nach unten
korrigiert.
Von der Eintrübung der Konjunktur bleiben auch die Hersteller
von Konsumgütern gegenwärtig nicht verschont. Ihre hohen Erwartungen der
vergangenen Monate haben sich abgeschwächt, das gilt auch unter Ausschluss
saisonaler Effekte.
Die Angaben der Hersteller von Gebrauchsgütern wie
Spielzeug oder Möbeln lassen zurzeit nicht erkennen, dass sie auf ein gutes
Geschäft zum Jahresende setzen. Zurückhaltender als noch im Juli bewerten auch
die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie sowie die Pharmazie und die
Hersteller von Körperpflegemitteln ihre Aussichten, die Lageeinschätzung hat
sich seit Juli allerdings verbessert.
Weitere
Informationen finden Sie auf der Homepage des IWH Halle.
Quelle: IWH Halle
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