Der Erfolg von Ein-Euro-Jobs hängt sehr stark vom Maßnahmeträger ab. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat zu dem Thema eine neue Studie veröffentlicht.
IAB, Pressemitteilung vom
05.10.2011
Der Erfolg von Ein-Euro-Jobs hängt sehr
stark vom Maßnahmeträger ab. „Bei den erfolgreichsten Trägern führen
Ein-Euro-Jobs schon nach drei Monaten zu einer Steigerung der
Beschäftigungschancen, bei den schlechtesten finden sich signifikant negative
Effekte über den gesamten Beobachtungszeitraum“, so das Institut für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Dass Ein-Euro-Jobs erst
langfristig und selbst dann nur leicht positive Eingliederungswirkungen
erreichen, ging bereits aus mehreren bundesweiten IAB-Studien hervor. Wie
erheblich die Unterschiede zwischen den einzelnen Maßnahmeträgern sind, konnte
jetzt erstmals exemplarisch anhand der Daten für elf große Maßnahmeträger in
Hamburg in einer Studie gemeinsam mit dem Institut für Sozialforschung und
Gesellschaftspolitik (ISG) gezeigt werden. Drei dieser Träger zeichnen sich
durch eindeutig positive Beschäftigungseffekte aus. Ihnen gelingt es also,
Teilnehmer an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Bei den anderen Trägern
wiederum führt eine Teilnahme an Ein-Euro-Jobs im gesamten Beobachtungszeitraum
von 21 Monaten nicht zu signifikant besseren Beschäftigungschancen. Bei einem
Träger zeigen sich sogar für alle 21 Monate eindeutig negative Wirkungen.
IAB empfiehlt gezieltere Auswahl der
Teilnehmer und der Träger
Während im Jahr 2010 durchschnittlich
mehr als 300.000 Ein-Euro-Jobs besetzt waren, wurde die Förderung mittlerweile
auf rund 200.000 Stellen reduziert. Diese Entwicklung entspricht auch der
Empfehlung des IAB, verstärkt auf den Einsatz der Ein-Euro-Jobs zu Gunsten
wettbewerbsschwacher Arbeitslosengeld-II-Empfänger zu achten. Der Gesetzgeber
hatte Ein-Euro-Jobs nur für die Fälle vorgesehen, in denen andere
Fördermaßnahmen nicht mehr in Frage kommen – also für besonders
arbeitsmarktferne Personen, die beispielsweise bereits sehr lange erfolglos nach
Arbeit suchen. Die Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Ein-Euro-Jobs
tatsächlich am ehesten bei den arbeitsmarktfernen Teilnehmern wirken. Die neue
IAB-Studie legt zudem nahe, dass die Qualität der Maßnahmeträger stärker als
bisher in den Blick genommen werden sollte.
Teilnahme am Ein-Euro-Job ist in der
Regel freiwillig
Eine ergänzende schriftliche Befragung
von mehr als 1.000 Hamburger Ein-Euro-Jobbern zeigt, dass die Teilnahme
überwiegend freiwillig stattfindet. Fast die Hälfte der Befragten antwortete,
sie hätten von sich aus bei ihrem Ansprechpartner nach einem Ein-Euro-Job
gefragt. Rund einem Drittel wurde der Ein-Euro-Job vom Jobcenter angeboten und
weniger als jeder Fünfte gab an, zur Teilnahme verpflichtet worden zu
sein.
Die Studie finden Sie auf der Homepage des IAB.
Quelle: IAB
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