Aufwärtstrend bei Fusionen und Übernahmen erhält Dämpfer

Der seit vier Jahren anhaltende Aufwärtstrend bei Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions M&A) in Deutschland scheint vorerst gestoppt. Zwar setzte sich der Anstieg auch im Herbst 2014 erst einmal fort, die schleppenden M&A-Aktivitäten Ende des vergangenen Jahres verpassten dem Trend nun jedoch einen sichtlichen Dämpfer. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen des ZEW.

 

ZEW, Pressemitteilung vom 31.03.2015

 
Der seit vier Jahren anhaltende Aufwärtstrend bei Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions M&A) in Deutschland scheint vorerst gestoppt. Zwar setzte sich der Anstieg auch im Herbst 2014 erst einmal fort, die schleppenden M&A-Aktivitäten Ende des vergangenen Jahres verpassten dem Trend nun jedoch einen sichtlichen Dämpfer. Entsprechend fällt auch der ZEW-ZEPHYR M&A-Index ab. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) auf Basis der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk (BvD).

 

Nachdem der ZEW-ZEPHYR M&A-Index seit August 2014 von 96 Indexpunkten bis Oktober 2014 auf 99 Indexpunkte leicht anstieg, legte er im November und Dezember einen Sturzflug hin und unterschritt zum ersten Mal seit August 2013 wieder deutlich die 60 Punktemarke. Dies macht sich auch im gleitenden Zwölf-Monatsdurchschnitt des ZEW-ZEPHYR M&A-Index bemerkbar. Der Index war noch im Oktober 2014 mit 91 Punkten auf ein Vierjahreshoch geklettert. Im Januar 2015 ist er nun mit 84 Indexpunkten wieder auf den Wert von August 2014 abgesackt.

 

Trotz dieser Turbulenzen hat es seit August 2014 auch einige bedeutende Deals gegeben. Alles in den Schatten stellte dabei die Übernahme des Consumer Care Geschäfts des US-Pharmakonzerns Merck & Co. durch Bayer, die sich die Leverkusener 11,3 Milliarden Euro kosten ließen. Die Übernahme stellte zugleich auch den größten Deal mit deutscher Beteiligung seit der horizontalen Akquisition des Autozulieferers VDO, einer Siemens-Tochter, dar, für den die Continental AG damals 11,4 Milliarden Euro auf den Tisch geblättert hatte.

 

Ob es sich bei der jüngsten Abwärtsbewegung nur um eine Delle im insgesamt positiven Trend handelt, ist gegenwärtig noch unklar. Zwar legte der ZEW-ZEPHYR M&A-Index bereits im Januar 2015 deutlich zu und kletterte erneut auf 90 Indexpunkte. Da der Januar traditionell der stärkste Monat bei den M&A-Aktivitäten ist, muss dieser Anstieg jedoch mit Vorsicht interpretiert werden, insbesondere weil in den vergangenen zehn Jahren nur im Januar 2011 ein niedrigerer Indexwert erzielt wurde (79 Indexpunkte). Gleichzeitig lässt eine hohe Anzahl an Gerüchten über anstehende Deals jedoch auf eine baldige Erholung der Investitionstätigkeiten mit deutscher Beteiligung hoffen.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des ZEW.

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Quelle: DATEV eG