Wirtschaftsexperten erwarten 2,6 % Wachstum weltweit

Wirtschaftsexperten aus aller Welt erwarten für das laufende Jahr eine Wachstumsrate von durchschnittlich 2,6 %. Dies entspricht in etwa dem Vorjahreswert von 2,7 %. Das geht aus dem Economic Experts Survey hervor, einer Umfrage des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.01.2024

Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus aller Welt erwarten für das laufende Jahr eine Wachstumsrate von durchschnittlich 2,6 %. Dies entspricht in etwa dem Vorjahreswert von 2,7 %. Das geht aus dem Economic Experts Survey hervor, einer vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik. Für die Eurozone sind die Befragten mit 1,5 % pessimistischer. Insbesondere Deutschland (0,6 %) bleibt Sorgenkind. Auch die Expertinnen und Experten in Österreich (0,9 %) und der Schweiz (1,3 %) äußern sich eher verhalten. „Zwar erwarten die Experten einen leichten Zuwachs der Wirtschaftsleistung, nach dem Rückgang 2023. Doch hinkt Deutschland anderen Ländern weiter hinterher“, sagt ifo-Forscher Klaus Gründler.

Nur für Großbritannien (0,5 %) und Schweden (0,4 %) erwarten die Teilnehmenden ein geringeres Wachstum als für Deutschland. Stärkere Zuwächse werden für Spanien (2,0 %), Polen (2,8 %), Irland (2,8 %) und Island (3,3 %) erwartet. Weltweit rechnen besonders Befragte aus Afrika und Asien (je 3,6 %) mit hohen Wachstumsraten.

Optimistischer blicken sie auf die mittlere und lange Sicht. Für 2025 erwarten sie ein weltweites Wachstum von 2,9 %, für 2027 gar 3,3 %. Auch für Deutschland rechnen Expertinnen und Experten mittel- bis langfristig mit einer Steigerung der Wachstumsraten, mit 1,2 % (2025) und 1,5 % (2027) allerdings auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

An der Umfrage vom 7. bis zum 21. Dezember 2023 haben 1.431 Expertinnen und Experten aus 124 Ländern teilgenommen.

Quelle: ifo Institut

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EnEfG: Wie Rechenzentren klimafreundlicher werden

Das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG) stellt weitreichende Anforderungen an Rechenzentren. Ein neuer Bitkom-Leitfaden gibt Praxishilfe für betroffene Unternehmen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 22.01.2024

  • Verstärkte Abwärmenutzung, mehr Energieeffizienz, neue Reporting-Pflichten: Das Energieeffizienz-Gesetz stellt weitreichende Anforderungen an Rechenzentren
  • Neuer Bitkom-Leitfaden gibt Praxishilfe für betroffene Unternehmen

Rechenzentren in Deutschland müssen klimafreundlicher werden. Das legt das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG) fest, das seit einigen Wochen in Kraft ist. Auf viele Betreiber kommerzieller Rechenzentren und größere Unternehmen mit eigenen Rechenzentren kommt damit eine Reihe an Verpflichtungen zu, die sie künftig beachten müssen, insbesondere zu Energieeffizienz, Nutzung von Abwärme und Reporting. Der Digitalverband Bitkom hat daher jetzt einen Leitfaden veröffentlicht, in dem betroffene Unternehmen Hilfestellung finden. „Das Energieeffizienzgesetz stärkt verbindlich die Nachhaltigkeit der digitalen Infrastruktur, stellt die Branche aber auch vor große Herausforderungen. Wichtig ist, dass sich alle betroffenen Unternehmen mit den Vorgaben vertraut machen“, betont Kilian Wagner, Referent für nachhaltige digitale Infrastrukturen beim Bitkom. „Für den Erfolg des Gesetzes braucht es eine praxisnahe Umsetzung im Austausch mit Behörden und Politik. Der Leitfaden kann dabei eine Diskussionsgrundlage für dieses gemeinsame Ziel darstellen.“

Im Leitfaden wird zunächst definiert, welche Art Rechenzentren vom Gesetz betroffen sind und welche nicht. Danach folgen in separaten Kapiteln Vorgaben für vor Juli 2026 in Betrieb genommene Rechenzentren – und für Rechenzentren, die erst nach dieser Frist ihren Betrieb aufnehmen. Die spezifischen Vorgaben fallen jeweils anders aus. Ein besonderes Augenmerk wird danach auf die Abwärmenutzung gelegt. „Damit die Abwärme von Rechenzenten erfolgreich genutzt werden kann, braucht es geeignete Abnehmer. Die kommunale Wärmeplanung muss die Potenziale von Rechenzentren in Zukunft stärker einbeziehen“, betont Wagner.

Die Einrichtung von Energie- und Umweltmanagementsystemen sowie Reporting-Pflichten werden im Leitfaden ebenfalls ausführlich behandelt. Der Leitfaden wurde vom Arbeitskreis Rechenzentren des Bitkom erarbeitet und wird im Zuge sich verändernder Rahmenbedingungen durch die EU künftig aktualisiert werden.

Der Leitfaden steht hier zum Download bereit: Energieeffizienzgesetz für Rechenzentren | Leitfaden 2024 | Bitkom e. V.

Quelle: Bitkom

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Die Antrags- und Bewilligungspause für KTF-Förderprogramme des BMWK ist aufgehoben

Das BMWK hat die Antrags- und Bewilligungspause aufgehoben, die am 01.12.2023 zentral für alle BMWK-Förderprogramme im Klima- und Transformationsfonds (KTF) verhängt worden ist. Die Antragstellung für diverse Energieförderprogramme ist ab sofort wieder möglich.

BMWK, Pressemitteilung vom 22.01.2024

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat die Antrags- und Bewilligungspause aufgehoben, die am 1. Dezember 2023 zentral für alle BMWK-Förderprogramme im Klima- und Transformationsfonds (KTF) verhängt worden ist. Diese Antrags- und Bewilligungspause war nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15. November 2023 erforderlich. Damit können wieder Anträge in den Förderprogrammen gestellt werden. Außerdem können bereits vorliegende Anträge nach Maßgabe der vorläufigen Haushaltsführung beschieden werden.

Dies betrifft im Einzelnen die Förderprogramme folgender Titel:

  • Nationale Klimaschutzinitiative
  • Beratung Energieeffizienz
  • Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe
  • Programme und Maßnahmen der Energiewende in den Bereichen Erneuerbare Energien, Strom und Netze, Digitalisierung und
  • Energieinfrastruktur
  • Aufbauprogramm Wärmepumpe
  • Serielle Sanierung
  • Transformation Wärmenetze
  • Zuschüsse für den Betrieb dekarbonisierter Wärmeinfrastrukturen
  • Wasserstoffeinsatz in der Industrieproduktion
  • Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie
  • DEU-FRA-Projekte IPCEI Wasserstoff
  • Wasserstoffstrategie Außenwirtschaft – Internationale Kooperation
  • Wasserstoff
  • Dekarbonisierung der Industrie
  • Mikroelektronik für die Digitalisierung
  • Klimaneutrales Schiff
  • Industrielle Fertigung für mobile und stationäre Energiespeicher

Die Förderung von Maßnahmen der Energieeffizienz und Erneuerbarer Energien im Gebäudebereich (BEG) war von der Antrags- und Bewilligungspause ausgenommen; hier konnten ununterbrochen Anträge gestellt und beschieden werden.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Wirtschaft erkennt in KI eine Chance für das Klima

79 Prozent sehen in Künstlicher Intelligenz eine Chance für das Klima, 19 Prozent sehen in der Technologie ein entsprechendes Risiko. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 500 Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigten, die im Auftrag des Bitkom durchgeführt wurde.

Bitkom, Pressemitteilung vom 22.01.2024

  • 79 Prozent sehen in KI das Potenzial, dem Klimawandel zu begegnen
  • Zwei Drittel fordern verstärkte Forschung in diesem Bereich

Künstliche Intelligenz benötigt viel Rechenpower – doch kann sie auch Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels liefern und die Menschheit bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen? Ja, sagt eine große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland. 79 Prozent sehen in Künstlicher Intelligenz eine Chance für das Klima, 19 Prozent sehen in der Technologie ein entsprechendes Risiko. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 500 Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigten, die im Auftrag des Bitkom durchgeführt wurde. 41 Prozent sind demnach sogar der Ansicht, die Menschheit werde ihre Klimaprobleme überhaupt nur mithilfe von Künstlicher Intelligenz lösen können. „Künstliche Intelligenz hat für den Klimaschutz ein riesiges Potenzial. Sie kann den Energieverbrauch von Fabriken entscheidend senken, Gebäude auf CO2-Sparkurs bringen, Lebensmittelverschwendung verringern oder in der Landwirtschaft den Einsatz von Dünger minimieren“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

84 Prozent der Unternehmen in Deutschland trauen KI außerdem zu, Klimarisiken besser vorhersagen zu können. 69 Prozent fordern, es solle stärker daran geforscht werden, wie KI gegen den Klimawandel helfen kann. Demgegenüber stehen aber auch Bedenken: Drei Viertel (75 Prozent) betrachten den hohen Energieverbrauch als ein großes Problem bei der Entwicklung von KI. „Je grüner der Strom und je höher die Effizienz von Hard- und Software, desto klimafreundlicher die KI“, betont Rohleder. „Rechenzentren müssen in Deutschland von 2027 an CO2-neutral betrieben werden, und das wirkt sich sehr positiv auf den Klima-Footprint der Digitalisierung aus.“

Kann KI ein Schlüssel zur ökologischen Revolution sein? Welchen Beitrag kann die Digitalisierung für Klimaschutz und Nachhaltigkeit leisten? Wie lässt sich der CO2-Fussabdruck von KI reduzieren? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich der Digital Sustainability Summit des Bitkom am 10. April 2024 in Berlin. Der Summit bringt Innovatorinnen und Innovatoren der Digitalbranche, Nachhaltigkeitscommunity, Wissenschaft und Verantwortliche aus der Politik zusammen. Gemeinsam werden konkrete Lösungsansätze für Unternehmen und Staat diskutiert.

Quelle: Bitkom

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Wirtschaftsstandort Bayern – Exportstärke schwindet spürbar

Kräftige Exportüberschüsse als Ausdruck der wirtschaftlichen Stärke Bayerns gehören nach einer neuen Studie des ifo Instituts der Vergangenheit an. Das Bundesland muss sich damit von einem wesentlichen Markenzeichen seines rasanten Wirtschaftsaufschwungs der Nachkriegszeit verabschieden.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 22.01.2024

Kräftige Exportüberschüsse als Ausdruck der wirtschaftlichen Stärke Bayerns gehören nach einer neuen Studie des ifo Instituts der Vergangenheit an. Das Bundesland muss sich damit von einem wesentlichen Markenzeichen seines rasanten Wirtschaftsaufschwungs der Nachkriegszeit verabschieden. Bereits seit 2019 ist Bayern kein Nettoexporteur von Gütern mehr, das heißt, es bezieht mehr Waren aus dem Ausland als es exportiert. Bis zum Jahr 2022 stieg das Exportdefizit auf einen Jahreswert von 34,2 Milliarden Euro, auch getrieben durch hohe Energiepreise. Die Daten für 2023 liegen noch nicht vollständig vor, bis einschließlich November beträgt das Defizit im Güterhandel aber 9,5 Milliarden Euro. Das ifo Institut geht von einem dauerhaften Trend zu Exportdefiziten in Bayern aus.

„Zwar sind Exportüberschüsse oder -defizite für sich genommen weder gut noch schlecht. Aber hohe Exporte sind ein Ausdruck von Wettbewerbsfähigkeit und dafür, dass Güter ‚Made in Bavaria‘ gefragt sind“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien und Mitautor der Studie. Auftraggeber war die IHK für München und Oberbayern.

Auch fällt die Industrieproduktion in Bayern ebenso wie in Deutschland insgesamt seit 2018 zurück. Im selben Zeitraum haben Österreich und der Euroraum teils Zuwächse verzeichnet. Zudem liegen die Anlageinvestitionen in Deutschland dauerhaft auf einem niedrigen Niveau. „Das sind deutliche Anzeichen für Belastungen am Industriestandort Bayern: Zu diesen gehören fehlende Fachkräfte, hohe Energiepreise und Defizite bei der Digitalisierung. Besonders betroffen sind die Automobilbranche und die chemische Industrie“, sagt der Volkswirt weiter. Als weitere Erklärung für die Industrieschwäche in Bayern werden auch Hemmnisse im freien Welthandel und Subventionsprogramme im Ausland genannt. Diese Faktoren beschleunigen ebenfalls Produktionsverlagerungen bayerischer Hersteller nach Asien und in die USA.

Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, sagt, dass sich der Industriestandort Bayern nicht vom noch stärkeren gesamtdeutschen Abwärtssog lösen könne. Eine tiefgehende Anpassung stehe bevor. „Der strukturelle Wandel ist voll im Gange. Politik und Wirtschaft sollten das Beste aus ihm machen, ihn offensiv und schöpferisch annehmen. Die Hightech-Agenda Bayern ist eine richtige und wichtige Antwort. Die Grundausrichtung muss heißen: auf Forschung und Entwicklung setzen, auf Automatisierung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz“, sagt Gößl.

„Gleichzeitig braucht die Wirtschaft insgesamt unbedingt Rückenwind durch steuerliche Anreize für Investitionen, weniger Bürokratie, schnelle Genehmigungen, moderne Infrastruktur, sichere Energieversorgung sowie erstklassige Aus- und Weiterbildung. Nicht zu vergessen ist die Stärkung des Welthandels mit neuen Freihandelsabkommen, um bestehende Hemmnisse abzubauen und die nötige Diversifizierung voranzutreiben“, sagt der IHK-Chef. Gößl verweist auch auf das große Potenzial der bayerischen Wirtschaft im Dienstleistungsexport, insbesondere bei digitalen Dienstleistungen. Derzeit, so die vorliegende ifo-Analyse, ist Bayern allerdings auch bei Dienstleistungen ein Nettoimporteur.

Quelle: ifo Institut

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Exporte in Nicht-EU-Staaten im Dezember 2023: voraussichtlich -4,0 % zum November 2023

Die deutschen Exporte in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) sind im Dezember 2023 gegenüber November 2023 um 4,0 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, wurden im Dezember 2023 Waren im Wert von 57,2 Mrd. Euro dorthin exportiert.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.01.2024

Exporte in Drittstaaten (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Dezember 2023
57,2 Milliarden Euro
-4,0 % zum Vormonat
-1,7 % zum Vorjahresmonat

Exporte in Drittstaaten (Originalwerte Warenausfuhren), Dezember 2023
53,0 Milliarden Euro
-9,2 % zum Vorjahresmonat

Die deutschen Exporte in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) sind im Dezember 2023 gegenüber November 2023 kalender- und saisonbereinigt um 4,0 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, wurden im Dezember 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 57,2 Milliarden Euro dorthin exportiert.

Nicht kalender- und saisonbereinigt wurden im Dezember 2023 nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 53,0 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2022 sanken die Exporte um 9,2 %.

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren auch im Dezember 2023 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 11,2 Milliarden Euro exportiert. Damit sanken die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber Dezember 2022 um 9,9 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 7,2 Milliarden Euro exportiert, das waren 12,7 % weniger als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich nahmen im Vorjahresvergleich um 19,7 % auf 6,0 Milliarden Euro zu.

Exporte nach Russland gegenüber dem Vorjahresmonat um 32,3 % gesunken

Die deutschen Exporte in die Russische Föderation sanken im Dezember 2023 gegenüber Dezember 2022 um 32,3 % auf 0,6 Milliarden Euro. Im Dezember 2023 lag Russland damit auf Rang 20 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte außerhalb der EU. Im Februar 2022, dem Monat vor dem Angriff auf die Ukraine, hatte Russland noch Rang 5 belegt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Erzeugerpreise Dezember 2023: -8,6 % gegenüber Dezember 2022

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Dezember 2023 um 8,6 % niedriger als im Dezember 2022. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren die gewerblichen Erzeugerpreise Im Jahresdurchschnitt 2023 2,4 % niedriger als im Jahresdurchschnitt 2022.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 19.01.2024

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), Dezember 2023
-8,6 % zum Vorjahresmonat
-1,2 % zum Vormonat
-2,4 % Jahresdurchschnitt 2023 gegenüber 2022

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Dezember 2023 um 8,6 % niedriger als im Dezember 2022. Im November 2023 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -7,9 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, gingen die Erzeugerpreise im Dezember 2023 gegenüber dem Vormonat um 1,2 % zurück. Im Jahresdurchschnitt 2023 waren die gewerblichen Erzeugerpreise 2,4 % niedriger als im Jahresdurchschnitt 2022. Einen stärkeren Rückgang im Vorjahresvergleich hatte es zuletzt 2009 gegeben (-4,2 % gegenüber 2008). Allerdings blieben die Erzeugerpreise im Jahr 2023 auf einem hohen Niveau, nachdem sie in den Jahren 2021 (+10,5 % gegenüber 2020) und 2022 (+32,9 % gegenüber 2021) sehr stark gestiegen waren.

Hauptursächlich für den Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat waren auch im Dezember 2023 die Preisrückgänge bei Energie. Vorleistungsgüter waren ebenfalls billiger als im Dezember 2022, während Konsum- und Investitionsgüter teurer waren.

Rückgang der Energiepreise gegenüber Vorjahresmonat vor allem bedingt durch Preisrückgänge für Strom

Energie war im Dezember 2023 um 23,5 % billiger als im Vorjahresmonat. Gegenüber November 2023 fielen die Energiepreise um 3,7 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei Energie hatten die Preisrückgänge für Strom. Die Strompreise fielen über alle Abnehmergruppen betrachtet gegenüber Dezember 2022 um 35,6 % (-5,6 % gegenüber November 2023).

Erdgas in der Verteilung kostete im Dezember 2023 über alle Abnehmergruppen hinweg 22,4 % weniger als im Dezember 2022. Gegenüber dem Vormonat November 2023 sanken die Erdgaspreise um 3,5 %.

Mineralölerzeugnisse waren im Dezember 2023 um 6,7 % billiger als im Dezember 2022. Gegenüber November 2023 sanken diese Preise um 4,4 %. Leichtes Heizöl kostete 14,4 % weniger als ein Jahr zuvor (-6,2 % gegenüber November 2023). Die Preise für Kraftstoffe waren um 5,1 % niedriger (-3,8 % gegenüber November 2023).

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 0,3 % höher als im Dezember 2022 und blieben gegenüber November 2023 unverändert.

Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern vor allem durch Preissenkungen bei Metallen und chemischen Grundstoffen

Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Dezember 2023 um 3,7 % niedriger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat blieben sie unverändert.

Der Preisrückgang im Vorjahresvergleich wurde vor allem durch die Preisentwicklung für Metalle und chemische Grundstoffe verursacht. Metalle waren 9,4 % billiger als im Dezember 2022. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Metallpreise um 0,2 %. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen kosteten 14,4 % weniger als im Dezember 2022. Die Preise für Betonstahl in Stäben sanken im Vorjahresvergleich um 17,7 %. Chemische Grundstoffe waren insgesamt 10,4 % billiger als im Vorjahresmonat. Besonders stark sanken die Preise gegenüber Dezember 2022 für Düngemittel und Stickstoffverbindungen (-37,3 %). Papier und Pappe waren 20,6 % billiger als im Dezember 2022, Futtermittel für Nutztiere 19,2 % billiger.

Hohe Preissteigerungen gegenüber Dezember 2022 gab es dagegen bei Transportbeton (+25,2 %) und Zement (+23,2 %). Baukies und natürliche Sande kosteten 17,2 % mehr, Hohlglas 15,3 %.

Gebrauchsgüter waren im Dezember 2023 um 3,0 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber November 2023 sanken diese Preise um 0,1 %.

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern vor allem durch höhere Preise für Nahrungsmittel

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Dezember 2023 um 3,2 % höher als im Dezember 2022, gegenüber November 2023 blieben sie unverändert. Nahrungsmittel waren 2,8 % teurer als im Vorjahr.

Verarbeitete Kartoffeln kosteten 13,5 % mehr als im Dezember 2022, Obst- und Gemüseerzeugnisse 12,4 % mehr. Zucker war 10,5 % teurer als im Dezember 2022. Billiger als im Vorjahresmonat waren insbesondere nicht behandelte pflanzliche Öle (-28,7 %), deren Preise im Jahr 2022 besonders stark gestiegen waren. Die Preise für Butter sanken im Dezember 2023 um 17,0 % gegenüber Dezember 2022.

Investitionsgüter waren 3,9 % teurer als im Vorjahresmonat, insbesondere verursacht durch die Preissteigerungen bei Maschinen (+4,7 %) sowie bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+3,4 %). Gegenüber November 2023 blieben die Preise für Investitionsgüter unverändert.

Veränderungen im Jahresdurchschnitt 2023

Den größten Einfluss auf den Rückgang der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Jahresdurchschnitt 2023 um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr hatte die Entwicklung der Energiepreise. Im Durchschnitt sanken diese Preise gegenüber dem Vorjahr um 12,6 % (2022 gegenüber 2021: +86,2 %). Elektrischer Strom war im Jahresdurchschnitt 2023 um 22,2 % billiger als 2022, Erdgas in der Verteilung 9,2 %. Mineralölerzeugnisse kosteten im Jahresdurchschnitt 10,9 % weniger als 2022.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise erhöhten sich die Erzeugerpreise 2023 gegenüber dem Vorjahr um 3,6 % (2022 gegenüber 2021: +14,0 %).

Vorleistungsgüter waren im Jahr 2023 durchschnittlich 0,6 % billiger als 2022 (2022 gegenüber 2021: +19,4 %). Hier wirkte sich die Preisentwicklung für Metalle mit -7,7 % am stärksten aus. Besonders stark sanken die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen (-24,2 %) und für Holz (-20,7 %). Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten waren 17,4 % billiger, nachdem sich die Preise im Vorjahr fast verdoppelt hatten (+96,1 %).

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Jahresdurchschnitt 2023 um 6,7 % höher als 2022 (2022 gegenüber 2021: +9,7 %). Investitionsgüter verteuerten sich um 5,8 % (2022 gegenüber 2021: +7,1 %).

Verbrauchsgüter waren im Jahr 2023 durchschnittlich 9,2 % teurer als 2022 (2022 gegenüber 2021: +14,4 %). Nahrungsmittel kosteten 10,8 % mehr als 2022. Besonders stark stiegen die Preise für Zucker (+64,1 %) und für verarbeitete Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse (+33,5 %). Kaffee war 1,3 % teurer. Dagegen sanken die Preise für pflanzliche unbehandelte Öle um 32,4 %, für Butter um 21,3 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Geschäftsklima in der deutschen Chemie hat sich verschlechtert

Das Geschäftsklima in der Chemischen Industrie hat sich lt. ifo Institut verschlechtert. Der Wert fiel im Dezember 2023 auf -15,2 Punkte, nach -13,0 im November.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 19.01.2024

Das Geschäftsklima in der Chemischen Industrie hat sich verschlechtert. Der Wert fiel im Dezember 2023 auf -15,2 Punkte, nach -13,0* im November. „Die Talsohle in der Chemiebranche scheint zwar erreicht zu sein, ein baldiges Aufwärts ist allerdings noch nicht in Sicht“, sagt Branchenexpertin Anna Wolf vom ifo Institut. Die aktuelle Geschäftslage bewerteten die Unternehmen im Dezember weniger negativ als im Vormonat. Die Geschäftserwartungen haben sich allerdings deutlich verschlechtert auf -14,6 Punkte von -6,5* Punkten im November.

Die Chemische Industrie beurteilte ihren Auftragsbestand als sehr niedrig. Zuletzt hatten die Unternehmen ihre Hoffnungen noch auf das Auslandsgeschäft gesetzt. Doch diese Hoffnungen haben sich offenbar zerschlagen, denn die Erwartungen hinsichtlich der Aufträge aus dem Ausland verschlechterte sich. Der Pessimismus der Firmen schlägt sich auch in ihrer Personalplanung nieder. Hier sind die Erwartungen auf dem niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2008/2009. „Der Chemiebranche droht ein noch stärkerer Beschäftigungsabbau“, sagt Wolf.

In anderen energieintensiven Branchen hat sich das Geschäftsklima ebenfalls verschlechtert: In der Metallerzeugung und -bearbeitung fiel der Indikator auf -44,9 Punkte, nach +2,6*. Im Papiergewerbe, Kokerei und Mineralölverarbeitung sowie im Glas- und Keramikgewerbe und der Verarbeitung von Steinen und Erden gab der Geschäftsklimaindikator deutlich nach.

*Saisonbereinigt korrigiert

Quelle: ifo Institut

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Neuer Außenhandelskompass für die EU

Nach den Europawahlen Mitte 2024 wird eine neue EU-Kommission ihre wirtschaftspolitischen Prioritäten setzen. Die international eng vernetzten deutschen Betriebe hoffen dabei auf wichtige Weichenstellungen zur Stärkung der Außenwirtschaft. Wie sich Europa für eine sich zunehmend entkoppelnde Weltwirtschaft rüsten und souveräner aufstellen kann, hat die DIHK in zehn Leitlinien beschrieben.

DIHK, Mitteilung vom 18.01.2024

Im Juni stehen die Europawahlen und anschließend die Bildung einer neuen EU-Kommission an. Von deren wirtschaftspolitischen Prioritäten erhoffen sich die deutschen Unternehmen wichtige Weichenstellungen für eine Stärkung der Außenwirtschaft. Denn Deutschlands international eng vernetzte Wirtschaft steht wegen geopolitischer Herausforderungen und schwieriger Standortbedingungen unter Druck. Gleichzeitig hängt jeder vierte deutsche Arbeitsplatz am Außenhandel, in der Industrie ist es sogar jeder zweite.

Die EU sollte daher eine ehrgeizige Handelspolitik zur Priorität machen, um das weltweite Wirtschaften zu erleichtern. Dabei muss sich Europa für eine sich zunehmend entkoppelnde Weltwirtschaft rüsten und souveräner aufstellen. Hierzu hat die DIHK zehn Leitlinien verfasst, die der Politik Empfehlungen für die internationale Handelspolitik an die Hand geben. Insbesondere müssen Maßnahmen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit ergriffen werden.

Wettbewerbsfähigkeit und Offenheit statt Abschottung

Geopolitische Spannungen, die Energiekrise, zunehmender Protektionismus und die Erosion multilateraler Regelwerke ändern die internationale Arbeitsteilung von Grund auf. Die Welthandelsorganisation WTO kann infolge der Blockade ihres Berufungsgremiums durch die USA geltende Handelsregeln nur noch beschränkt durchsetzen. Gleichzeitig verstärkt sich die wirtschaftliche Entkopplung zwischen den USA und China – mit großen Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft. Weltweite Handelsbeschränkungen in Form von Zöllen und anderen staatlichen Handelshemmnissen belasten die deutschen Unternehmen zunehmend.

Mehr Protektionismus und Abschottung auch seitens der EU hätten einen negativen Einfluss auf die Wirtschaft hierzulande. Denn Protektionismus schafft weder Wohlstand noch Arbeitsplätze. Im Gegenteil: Laut einer Studie des Peterson Institute for International Economics entsprechen die „Buy America“-Vorgaben der USA einem 26-prozentigen Importzollsatz, der die Steuerzahler in den Vereinigten Staaten über 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr kostet und somit der US-Wettbewerbsfähigkeit nachweislich schadet. Die EU sollte daher dem allgemeinen Trend zur Abschottung entschieden entgegentreten.

Wirtschaftssicherheit und Lieferkettendiversifizierung

Die USA und China sind aktuell Deutschlands wichtigste Handelspartner. An den Wirtschaftsbeziehungen mit beiden Ländern hängen Millionen Arbeitsplätze und hochkomplexe Lieferketten. Der wirtschaftlichen Entkopplung von Handelspartnern sollte daher kein Vorschub geleistet werden. Statt einen staatlich gelenkten Außenhandel voranzutreiben, muss sich die EU-Wirtschaftssicherheitsstrategie auf Diversifizierung und De-Risking konzentrieren. Entscheidungen über Lieferketten – also über Lieferanten, Lagerhaltung oder neue Betriebsniederlassungen – sollten dabei unternehmerische Entscheidungen bleiben.

Die deutschen Unternehmen nehmen bereits selbst entsprechende Risikoanalysen vor und wappnen sich zunehmend gegen drohende geopolitische Friktionen. Laut der jüngsten Ausgabe des AHK World Business Outlook, der die Positionen der Deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs) zur Lage der Weltwirtschaft bündelt, bauen viele auslandsaktive Betriebe derzeit ihre Risikovorsorge aus. Damit wollen sie sowohl bei Lieferketten und Produktionsstandorten als auch bei Absatz- und Umsatzmärkten ihre Geschäftsrisiken streuen und dadurch resilienter werden.

Weltmärkte öffnen und Handelshemmnisse abbauen

Um die globale Öffnung von Märkten und Investitionsstandorten sowie einen gleichberechtigten Zugang voranzutreiben, sollte die EU die Handelsabkommen mit wichtigen Partnern wie Mercosur, Indien und Indonesien rasch abschließen. Ein besonderer Fokus sollte auch auf der Transatlantischen Partnerschaft, dem Indopazifik und der Nachbarschaft der EU liegen.

Nur mit verlässlichen Handelsregeln und einem bürokratiearmen Regulierungsumfeld kann die notwendige Diversifizierung der Lieferketten gelingen. Hierzu bleiben auch der Erhalt und die überfällige Reform der Welthandelsorganisation unerlässlich. Die EU sollte zudem stärker den Abbau von weltweiten Handelshemmnissen, eine mittelstandsfreundliche EU-Zollreform und zukunftssichere Vereinbarungen zum digitalen Handel vorantreiben. Nur mit einer EU, die bei diesen Themen entschlossen und geschlossen auftritt, haben die europäischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb gute Chancen.

Quelle: DIHK

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Banken etwas weniger zurückhaltend bei Krediten für Unternehmen

Für Unternehmen ist es lt. ifo Institut etwas leichter geworden, neue Kredite zu bekommen. 25,6 % jener Unternehmen, die gegenwärtig Verhandlungen führen, berichteten im Dezember von Zurückhaltung bei den Banken. Im September waren es noch 29,2 %.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 18.01.2024

Für Unternehmen ist es etwas leichter geworden, neue Kredite zu bekommen. 25,6 % jener Unternehmen, die gegenwärtig Verhandlungen führen, berichteten im Dezember von Zurückhaltung bei den Banken. Im September waren es noch 29,2 %. „Die Banken bleiben bei der Kreditvergabe aber weiterhin vorsichtig“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen.

„Die hohen Leitzinsen und die Unsicherheit unter den Unternehmen mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung spiegeln sich auch in der Kreditvergabepraxis der Banken wider“, fügt er hinzu. Der Rückgang bei der ifo Kredithürde war vor allem auf die Dienstleister zurückzuführen (von 31,5 auf 25,7 %) und auf den Bau (von 29,4 auf 19,9 %). In der Industrie gab der Indikator nach, um knapp zwei Prozentpunkte auf 25,6 %.

Im Einzelhandel ist der Anteil unverändert bei 28,2 % geblieben. Die wirtschaftliche Lage vieler Einzelhändler ist aufgrund der Kaufzurückhaltung der Kunden weiterhin schwierig. Das spiegelt sich auch in den Kreditbedingungen wider. Im Großhandel ist die Kennzahl von 20,2 auf 26,9 % gestiegen.

Generell ist es für größere Unternehmen leichter an Kredite zu kommen. Für Selbständige und Kleinstunternehmen liegt die Kredithürde bei 45,7 %.

Quelle: ifo Institut

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