ifo Geschäftsklimaindex gefallen (Dezember 2023)

Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Dezember auf 86,4 Punkte gefallen, nach 87,2 Punkten im November.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 18.12.2023

Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Dezember auf 86,4 Punkte gefallen, nach 87,2 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im November. Die Unternehmen waren weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften. Zudem blickten sie skeptischer auf das erste Halbjahr 2024. Die Konjunktur bleibt auch in der Weihnachtszeit schwach.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex merklich gefallen. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter. Auch bei den Erwartungen nahm der Pessimismus wieder zu. Insbesondere energieintensive Branchen tun sich schwer. Der Auftragsbestand ist insgesamt weiter rückläufig.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima leicht verbessert. Die Dienstleister zeigten sich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Zudem berichteten sie von weniger Skepsis bei den Aussichten für das kommende Halbjahr. In der Gastronomie hat sich die Geschäftslage verbessert. Die Erwartungen sind jedoch abgestürzt.

Im Handel hat das Geschäftsklima einen Rückschlag erlitten. Die Unternehmen beurteilten die aktuelle Lage merklich schlechter. Auch ihre Erwartungen trübten sich ein. Das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel verläuft enttäuschend.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator auf den niedrigsten Wert seit September 2005 gefallen. Die Firmen beurteilten ihre aktuelle Lage schlechter. Zudem geht etwa jedes zweite Unternehmen von einer weiteren Eintrübung der Geschäfte in den kommenden Monaten aus.

Quelle: ifo Institut

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Was die Inflation für 2024 bedeutet

Multiple Krisen und eine hohe Inflationsrate haben das Jahr 2023 geprägt. Viele Verbraucher sind verunsichert, das Konsumklima stagniert. Wie hat dieses Jahr die Konsumenten und ihre Wertvorstellungen verändert? Und was wird 2024 wichtig? Experten von GfK und NIQ blicken zurück und geben datenbasierte Prognosen für das neue Jahr.

GfK, Pressemitteilung vom 14.12.2023

Multiple Krisen und eine hohe Inflationsrate haben das Jahr 2023 geprägt. Viele Verbraucher sind verunsichert, das Konsumklima stagniert. Wie hat dieses Jahr die Konsumenten und ihre Wertvorstellungen verändert? Und was wird 2024 wichtig? Expertinnen und Experten von GfK und NIQ blicken zurück und geben datenbasierte Prognosen für das neue Jahr.

Die aktuellen Krisen führen zu einem steigenden Bedürfnis nach Sicherheit. Vor allem Frauen, Personen mit niedrigem Einkommen und junge Menschen zeigen eine überdurchschnittliche Sicherheitsorientierung. „Die Generation Z und Millennials sind durch eine Vielzahl von Themen verunsichert, wie Terrorismus, Umweltverschmutzung, die Qualität der Ausbildung, der Einfluss von disruptiven Technologien auf die Gesellschaft sowie Rezession und Arbeitslosigkeit. Daher suchen sie vermutlich stärker nach Halt und Stabilität als Ältere“, erklärt Petra Süptitz, Expertin für Konsumententrends bei GfK. „Das spiegelt sich auch in ihrem Kaufverhalten wider. Junge Konsumenten vertrauen häufiger als ältere Menschen auf etablierte Marken, weil sie sich auf deren bewährte Qualität verlassen. Das werden sie auch im kommenden Jahr tun.“

Speziell Ältere und finanziell weniger krisenfeste Menschen ziehen sich ins Zuhause zurück. Damit geht ein Trend zu häuslichen Aktivitäten wie Kochen und Reparaturarbeiten einher. Auch soziale Aktivitäten verlagern sich nach Hause: Während 2019 noch 30 Prozent der 20- bis 29-Jährigen mindestens einmal pro Woche Gäste zu Hause hatten, waren es 2023 schon 37 Prozent. Das ist vermutlich auch auf Preiserhöhungen in der Gastronomie zurückzuführen und kann sich mit der Mehrwertsteuer-Rückkehr ab Januar 2024 weiter verstärken. Bereits jetzt essen 43 Prozent der Deutschen seltener im Restaurant, um zu sparen.

Der Klimawandel bleibt auf Platz 3 der größten Sorgen der Deutschen. Damit wird Nachhaltigkeit auch 2024 ein relevantes Thema bleiben, jedoch zeigte der letzte GfK Nachhaltigkeitsindex, dass die Preisbereitschaft für nachhaltige Einkäufe leicht abgenommen hat.

Mit technischen Konsumgütern den Alltag erleichtern

Bei technischen Konsumgütern, insbesondere bei größeren Haushaltsgeräten, ist die Situation eine andere: Für nachhaltige Kühlschränke, Waschmaschinen oder Spülmaschinen zeigen Verbraucher eine Aufpreisbereitschaft, da nicht nur die Umwelt etwas davon hat, sondern auch der Verbraucher. Für Waschmaschinen mit Energieeffizienzlabel A bezahlen Käufer 11 Prozent mehr als der Durchschnitt. Gleichzeit steigt ihr Marktanteil: Gehörten 2022 beispielsweise 37 Prozent aller Waschmaschinen der Energieeffizienzklasse A an, waren es in den ersten zehn Monaten 2023 schon 60 Prozent. Attraktiv sind diese Geräte, weil sie weniger Energie verbrauchen und die Konsumenten damit während des Betriebs Geld sparen können. Die Verbraucher setzen zudem verstärkt auf langlebige Geräte – denn auch das senkt die Lebenszykluskosten des Produktes.

„Die Konsumenten wollen ihren Alltag mit technischen Hilfsmitteln einfacher machen. In einer Zeit vieler gleichzeitiger Krisen soll zumindest das Zuhause ein unkomplizierter, stressfreier Rückzugsort sein“, so Alexander Dehmel, Experte für technische Konsumgüter bei GfK. „Das lassen sie sich auch etwas kosten: 52 Prozent der Deutschen geben an, dass sie bereit sind, für Produkte, die ihr Leben einfacher machen, mehr Geld auszugeben. Hier liegen Wachstumschancen für 2024.“

Das Jahr 2023 war geprägt von einem starken Anwachsen an Promotionen für technische Konsumgüter. Die Verbraucher hatten dadurch die Möglichkeit, auf ein gefühlt gutes Angebot für das Wunschgerät zu warten und dann zuzuschlagen. Auch für 2024 ist zu erwarten, dass die Promotionshäufigkeit weiterhin hoch bleibt.

FMCG: Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird entscheidend für 2024

Im FMCG-Bereich (Lebensmittel und Drogerieprodukte) werden die Verbraucher dagegen preissensibler. 2023 waren Handelsmarken im Aufwind: Einerseits wegen der günstigeren Preise, andererseits hat sich auch das Image von Handelsmarken gewandelt: Laut NIQ-Daten sehen viele Konsumenten Handelsmarken als gute Alternative zu Markenprodukten (51 Prozent) und halten sie oft für gleichwertig oder sogar qualitativ besser (41 Prozent).

Im Wettbewerb mit erstarkten Handelsmarken wird es für traditionelle Marken wichtig, Alleinstellungsmerkmale zu schärfen und ihr Werteversprechen zu überdenken. Beispielsweise kann eine stärkere Fokussierung auf bestimmte Produkteigenschaften wie Wirksamkeit oder Nachhaltigkeit helfen, konkurrenzfähig zu bleiben. „Die Branche ist sich der Herausforderung bewusst, ein Gleichgewicht zwischen Preis und Image zu finden. Unsere kürzlich durchgeführte ‚NIQ Insider Survey‘ unter Führungskräften der Branche hat ergeben, dass Produkte im Jahr 2024 ihrer Meinung nach ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten sowie erschwinglich sein müssen, um erfolgreich zu sein“, erklärt Enrico Krien, Konsumexperte bei NIQ.

Handel und E-Commerce: Kundenzentrierung und Anpassungsfähigkeit

Nicht nur für Hersteller, sondern auch auf Händlerseite werden Preis- und Promotion-Management im kommenden Jahr eine entscheidende Rolle spielen. Angesichts begrenzter Konsumentenbudgets müssen Händler die richtige Balance zwischen attraktiven Preisen und Werbeaktionen relevanten Margen-Bringern finden, um einerseits Verbraucher abzuholen und anderseits wichtige Margen zu sichern.

Auch das Category Management wird 2024 von noch größerer Relevanz sein, um Wachstumsfelder zu identifizieren und diese mit den für die jeweiligen Zielgruppen-Segmente relevanten Produkten und Services besser auszuschöpfen. Zudem können neue Sortimente, Produkte oder Marken wichtige Umsätze sichern. Dafür müssen Händler die Kundenpräferenzen und Marktbedingungen genau kennen. Sich aufs Bauchgefühl zu verlassen, reicht in so volatilen Zeiten nicht mehr – auch weil sich die Konsumentensegmente immer stärker fragmentieren.

Zusätzliche Margen bieten die Monetarisierung von Daten und konkrete Retail-Media-Angebote, die es auch der Industrie ermöglichen, gezielt und effizient relevante Käufer-Segmente anzusprechen.

„In einer digitalisierten Welt, in der Wandel das neue Normal ist, sind bedingungslose Kundenzentrierung und Anpassungsfähigkeit wichtige Schlüssel zum Erfolg. Händler, die ihre Strategie datenbasiert aufsetzen und immer wieder anpassen, werden besser positioniert sein, um den sich ständig wandelnden Anforderungen der Konsumenten gerecht zu werden. So sichern sich Händler langfristigen Erfolg,“ fasst Oliver Schmitz, Experte für Retail-Trends bei NIQ und GfK zusammen.

Quelle: GfK

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Umweltbonus endet mit Ablauf des 17. Dezember 2023

Mit Ablauf des 17. Dezember 2023 können lt. BMWK keine neuen Anträge mehr für den Umweltbonus beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden.

BMWK, Pressemitteilung vom 16.12.2023

Im Zuge der Verhandlungen zum Klima- und Transformationsfonds (KTF) ist am 13. Dezember 2023 beschlossen worden, die Förderung durch den Umweltbonus zeitnah zu beenden. Mit Ablauf des 17. Dezember 2023 können daher keine neuen Anträge mehr für den Umweltbonus beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Hintergrund ist die Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts, in dessen Folge dem KTF 60 Milliarden Euro entzogen werden. Daher muss der Wirtschaftsplan des KTF für 2024 neu aufgestellt werden und ihm stehen weniger Mittel zur Verfügung.

Für den Umweltbonus gilt: Bereits zugesagte Förderungen sind vom Förderende nicht betroffen und werden ausgezahlt. Vorliegende Anträge, die bis einschließlich 17. Dezember 2023 beim BAFA eingehen, werden in der Reihenfolge ihres Eingangs weiterbearbeitet und – sofern die Fördervoraussetzungen vorliegen – bewilligt.

Seit 2016 wurden insgesamt etwa 10 Milliarden Euro im Rahmen des Umweltbonus für rund 2,1 Millionen Elektrofahrzeuge ausgezahlt. Das Förderprogramm war sehr erfolgreich und hat die Elektromobilität in Deutschland entscheidend vorangebracht.

Laut der geltenden Förderrichtlinie sollte der Umweltbonus im kommenden Jahr auslaufen.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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„Mittelstandsförderung erreicht 2024 Rekordhöhe“ – Wirtschaftsplangesetz vom Bundesrat beschlossen

Die Bundesregierung stellt 2024 für mittelständische Unternehmen 11 Mrd. an Wirtschaftsförderung aus den sog. ERP-Mitteln bereit. Das dafür notwendige Wirtschaftsplangesetz wurde am 15.12.2023 im Bundesrat beschlossen. Damit kann das Gesetz nach Ausfertigung durch den Bundespräsidenten pünktlich zum 1. Januar 2024 in Kraft treten. Kleine und mittlere Unternehmen können auf dieser Grundlage im Jahr 2024 zinsgünstige Finanzierungen und Beteiligungskapital erhalten.

BMWK, Pressemitteilung vom 15.12.2023

11 Milliarden Euro für kleine und mittlere Unternehmen

Die Bundesregierung stellt 2024 für mittelständische Unternehmen 11 Milliarden an Wirtschaftsförderung aus den sog. ERP-Mitteln bereit. Das sind 12 % mehr als im Vorjahr. Das dafür notwendige Wirtschaftsplangesetz wurde heute im zweiten Durchgang im Bundesrat beschlossen. Damit kann das Gesetz nach Ausfertigung durch den Bundespräsidenten pünktlich zum 1. Januar 2024 in Kraft treten. Kleine und mittlere Unternehmen können auf dieser Grundlage im Jahr 2024 zinsgünstige Finanzierungen und Beteiligungskapital erhalten. Dem deutschen Mittelstand steht damit weiterhin ein verlässliches, qualitativ hochwertiges und besonders großzügiges Förderangebot aus dem ERP-Sondervermögen zur Verfügung.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck:

„Die Fördermittel für den Mittelstand können wir 2024 deutlich aufstocken. Das ist ein wichtiges Singal für den deutschen Mittelstand und gerade auch für Gründer und Gründerinnen, die davon besonders profitieren sollen. Denn hierdurch können wir die Unternehmen auch in der aktuellen herausfordernden Situation mit zinsgünstigen Krediten und Beteiligungskapital in Rekordhöhe unterstützen. Damit schaffen wir die Grundlage für wichtige Investitionen in die Zukunft und helfen den Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und ihre ehrgeizigen Ziele in Richtung Klimaschutz und Digitalisierung zu erreichen.“

Hierzu tragen in besonderem Maße auch das neue, attraktive Förderprodukt „ERP-Nachhaltiges Leasing“ und das geplante Programm „ERP-Nachhaltige Gründung“ bei.

Die ERP-Förderprogramme kommen dem deutschen Mittelstand in seiner gesamten Breite zugute. Die Schwerpunkte für das Jahr 2024 liegen weiterhin auf der Stärkung des Finanzierungszugangs für Gründungen und kleine und mittlere Unternehmen sowie auf den volkswirtschaftlich wichtigen Schlüsselbereichen Innovation, Digitalisierung und Wagniskapital.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Globale Lieferketten: Kommission begrüßt Einigung auf Sorgfaltspflicht von Unternehmen

Künftig werden in allen globalen Wertschöpfungsketten Unternehmensregeln für die Achtung der Menschenrechte und der Umwelt verankert. Ausgenommen davon sind KMU. Diese politische Einigung muss nun von den Mitgesetzgebern formell genehmigt werden. Nach dem Inkrafttreten der Veröffentlichung, haben die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, die Bestimmungen der Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 14.12.2023

Künftig werden in allen globalen Wertschöpfungsketten Unternehmensregeln für die Achtung der Menschenrechte und der Umwelt verankert. Ausgenommen von den neuen Nachhaltigkeitspflichten sind Kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Darauf haben sich Unterhändler von Europäischem Parlament und Mitgliedstaaten geeinigt.

EU-Justizkommissar Didier Reynders begrüßte die Entscheidung:

„Die heutige Einigung ist ein großer Erfolg für die EU. Sie ist ein großer Fortschritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren und gerechteren Wirtschaft, sowohl in sozialer als auch in ökologischer Hinsicht. Die neuen Regeln werden sicherstellen, dass Verantwortung und Transparenz in den Wertschöpfungsketten respektiert werden. Dieses Gesetz wird uns auch dabei helfen, unsere internationalen Verpflichtungen zu erfüllen, den Klimawandel zu beschleunigen und die Unternehmen und ihre Wertschöpfungsketten fit für die Herausforderungen von heute und morgen zu machen.“

Die EU-Kommission hatte die Richtlinie über Nachhaltigkeitspflichten von Unternehmen im Februar 2022 vorgeschlagen. Der Vorschlag zielt darauf ab, nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Verhalten von Unternehmen in allen globalen Wertschöpfungsketten zu fördern. Große Unternehmen müssen nachteilige Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf die Menschenrechte, wie Kinderarbeit und Ausbeutung von Arbeitnehmern, und auf die Umwelt, wie Umweltverschmutzung und Verlust der biologischen Vielfalt, ermitteln und erforderlichenfalls verhindern, beenden oder abmildern.

Für die Unternehmen werden diese neuen Vorschriften Rechtssicherheit, gleiche Wettbewerbsbedingungen und eine nachhaltigere Wettbewerbsfähigkeit schaffen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher und Investoren werden sie für mehr Transparenz sorgen. Die neuen EU-Vorschriften werden den grünen Wandel vorantreiben und die Menschenrechte in Europa und darüber hinaus schützen.

Ein EU-Gesetz für einen global gerechten Übergang

Die neuen Sorgfaltspflichten gelten für: (1) EU-Gesellschaften mit beschränkter Haftung von erheblicher Größe und Wirtschaftskraft, d. h. mit mehr als 500 Beschäftigten und einem weltweiten Nettoumsatz von mehr als 150 Millionen Euro, (2) EU-Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die in bestimmten Branchen mit hohem Schadenspotenzial tätig sind, mit mehr als 250 Beschäftigten und einem weltweiten Nettoumsatz von 40 Millionen Euro und (3) Nicht-EU-Unternehmen, die die oben genannten Schwellenwerte erfüllen und ihren Umsatz in der EU erzielen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) fallen nicht in den Anwendungsbereich der neuen Richtlinie.

Die Richtlinie gilt nicht nur für die Unternehmen selbst, sondern auch für ihre Tochtergesellschaften und die Wertschöpfungsketten. Um ihre Sorgfaltspflicht erfüllen zu können, müssen Unternehmen

  • die Sorgfaltspflicht zum integralen Bestandteil ihrer Unternehmenspolitik machen,
  • tatsächliche oder potenzielle negative Auswirkungen auf die Menschenrechte und die Umwelt ermitteln,
  • potenzielle Auswirkungen verhindern oder abschwächen,
  • tatsächliche Auswirkungen abstellen oder sie auf ein Minimum reduzieren,
  • ein Beschwerdeverfahren einrichten,
  • die Wirksamkeit der Strategien und Maßnahmen zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht kontrollieren und
  • öffentlich über die Wahrnehmung ihrer Sorgfaltspflicht kommunizieren.

Nächste Schritte

Die politische Einigung, die das Europäische Parlament und der Rat erzielt haben, muss nun von den Mitgesetzgebern formell genehmigt werden.

Nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt wird die Richtlinie 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft treten. Die Mitgliedstaaten haben dann zwei Jahre Zeit, die Bestimmungen der Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Hintergrund

Europäische Unternehmen sind bei der Nachhaltigkeitsbilanz weltweit führend. Nachhaltigkeit ist in den Werten der EU verankert, und die Unternehmen sind entschlossen, die Menschenrechte zu achten und ihre schädliche Folgen ihrer Tätigkeit für den Planeten zu verringern. Dennoch machen die Unternehmen nach wie vor nur langsam Fortschritte bei der Integration des Nachhaltigkeitsprinzips und insbesondere der Sorgfaltspflicht in den Bereichen Menschenrechte und Umwelt in unternehmerische Entscheidungsprozesse.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, forderte das Europäische Parlament die Kommission im März 2021 auf, einen Legislativvorschlag zur verbindlichen Sorgfaltspflicht in der Wertschöpfungskette vorzulegen. In ähnlicher Weise forderte der Rat die Kommission am 3. Dezember 2020 in seinen Schlussfolgerungen auf, einen Vorschlag für einen EU-Rechtsrahmen für nachhaltige Unternehmensführung vorzulegen, einschließlich branchenübergreifender Sorgfaltspflichten von Unternehmen entlang der globalen Wertschöpfungsketten.

Der Vorschlag der Kommission vom 23. Februar 2022 entsprach diesen Aufforderungen und trug insbesondere den Antworten Rechnung, die im Rahmen einer von der Kommission am 26. Oktober 2020 eingeleiteten öffentlichen Konsultation zur Initiative für eine nachhaltige Unternehmensführung eingeholt wurden. Bei der Ausarbeitung des Vorschlags berücksichtigte die Kommission auch die breite Evidenzgrundlage, die durch zwei in Auftrag gegebene Studien über die Pflichten der Geschäftsleitung und nachhaltige Unternehmensführung (Juli 2020) und über die Sorgfaltspflicht in der Lieferkette (Februar 2020) erstellt wurde.

Quelle: Europäische Kommission – Vertretung in Deutschland

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Geschäftsklima für Selbstständige tiefer im Minus

Das Geschäftsklima für Selbstständige hat sich verschlechtert. Das ergibt die aktuelle ifo-Befragung für dieses Segment („Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Selbstständige“).

ifo Institut, Pressemitteilung vom 15.12.2023

Das Geschäftsklima für Selbstständige hat sich verschlechtert. Das ergibt die aktuelle ifo-Befragung für dieses Segment („Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Selbstständige“). Der Index sank im November auf -18,8 Punkte*, nach -16,2* im Oktober. „Im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft sehen die Selbstständigen noch keinen Silberstreif am Horizont“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. „Ein Aufschwung zeichnet sich gegenwärtig nicht ab.“

Die Selbstständigen beurteilten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihren Ausblick für die nächsten Monate schlechter. Bisher konnten sie nicht von der Entwicklung in der Gesamtwirtschaft profitieren, die sich im November nach dem dritten Anstieg des Klimaindikators in Folge auf niedrigem Niveau stabilisierte.

„Die wirtschaftliche Unsicherheit der Selbstständigen spiegelt sich auch in ihren geplanten Investitionen wider“, ergänzt Demmelhuber. Ein Drittel der Befragten plant, 2024 weniger zu investieren. Nur jeder siebte Selbstständige hat vor, die Investitionen zu erhöhen. In der Gesamtwirtschaft beabsichtigen dagegen mehr Unternehmen (28 %), ihre Investitionstätigkeit im kommenden Jahr auszuweiten, als diese zu reduzieren (27 %).

Bei den selbstständigen Dienstleistern bleibt die Umsatzentwicklung angespannt. Auch ihre Umsatzerwartungen trüben sich ein. Im Einzelhandel ist der Klimaindikator zwar leicht angestiegen, jedoch bleibt die Stimmung gedämpft und vom Weihnachtsgeschäft erwarten die selbstständigen Einzelhändler eher wenig.

Seit August 2021 berechnet das ifo Institut den Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Selbstständige. Dies umfasst sowohl Soloselbstständige als auch Kleinstunternehmen (weniger als 9 Mitarbeiter). Wie im Gesamtindex sind alle Sektoren abgebildet. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Dienstleistungssektor. Der Index basiert auf einer Zusammenarbeit mit Jimdo, einem Anbieter von Online-Tools speziell für Soloselbstständige und kleine Unternehmen, und hat das Ziel, die Sichtbarkeit der Kleinstunternehmen zu erhöhen. Neben Jimdo trägt auch der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschlands (VGSD e.V.) zur Gewinnung neuer Teilnehmer bei.

*(Salden, nicht saisonbereinigt)

Quelle: ifo Institut

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KfW-Kreditmarktausblick – Unternehmen fahren Kreditaufnahme zurück

Die Abkühlung des Kreditgeschäfts deutscher Banken mit Unternehmen und Selbstständigen hat sich fortgesetzt, wie der aktuelle KfW-Kreditmarktausblick zeigt. Nach Berechnungen von KfW Research gingen die neu ausgereichten Bankfinanzierungen an Firmenkunden im zweiten Quartal 2023 um 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr zurück. Damit fiel die Kreditvergabe etwas schwächer aus als prognostiziert.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 14.12.2023

  • Kreditvergabe an Unternehmen und Selbständige erreicht Tiefpunkt im dritten Quartal 2023, auch im vierten Quartal deutliche Schrumpfung erwartet
  • Steigende Investitionsausgaben wirken tiefem Einbruch der Kreditaufnahmen entgegen
  • Straffung der Finanzierungsbedingungen durch Banken setzt sich fort

Die Abkühlung des Kreditgeschäfts deutscher Banken mit Unternehmen und Selbstständigen hat sich fortgesetzt, wie der aktuelle KfW-Kreditmarktausblick zeigt. Nach Berechnungen von KfW Research gingen die neu ausgereichten Bankfinanzierungen an Firmenkunden im zweiten Quartal 2023 um 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr zurück. Damit fiel die Kreditvergabe etwas schwächer aus als prognostiziert. Im dritten Quartal dürfte sich der Abwärtstrend noch einmal deutlich beschleunigt haben: Die Schrumpfung des Neugeschäfts dürfte bei rund 15 % gegenüber dem Vorjahr liegen. Im laufenden vierten Quartal sollte sich das Tempo des Rückgangs verlangsamen – allerdings ist erneut mit einem Minus im zweistelligen Bereich zu rechnen.

Der quantitativ auf den ersten Blick beträchtliche Einbruch gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich auf die wirtschaftliche Ausnahmesituation im Vergleichszeitraum zurückzuführen. Im Sommer 2022 hatte die Energiekrise in Kombination mit Lieferkettenstörungen zu hohen Finanzierungsbedarfen zu einem Kreditgeschäft auf Rekordniveau geführt. Seitdem haben die Unternehmen ihre Kreditaufnahme deutlich reduziert, die Nachfrageschwäche dürfte weiter anhalten oder sich verstärken. Dabei dürften vor allem die hohen Finanzierungskosten den Appetit der Unternehmen auf die Aufnahme neuer Schulden zügeln. Auch im Sommer hielt der Anstieg der durchschnittlichen Kreditzinsen weiter an und lag im September mit 5,3 % mehr als dreimal so hoch wie zu Beginn des Jahres 2022. Die Anreize für Unternehmen, ihre Finanz- und Liquiditätsplanung zu optimieren, sind aus diesem Grund erheblich gestiegen. Die sich fortsetzende Entspannung bei der Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten sorgt dabei für Spielräume, Lager- und Betriebsmittelfinanzierungen knapp zu halten.

Angesichts des rapiden Zinsanstiegs und der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage haben sich die Unternehmensinvestitionen im ersten Halbjahr bisher recht resilient gezeigt und auch preisbereinigt zugelegt. Das dürfte den Rückgang der Kreditnachfrage verlangsamt haben – selbst wenn davon auszugehen ist, dass die Unternehmen nach Möglichkeit den Anteil neuer Darlehen an ihrem Finanzierungsmix für Investitionen aufgrund der gestiegenen Kreditkosten reduziert haben.

Angebotsseitig veranlassten schwächere Konjunktureinschätzungen die Banken bei der Kreditvergabe mehr Vorsicht walten zu lassen. Eine wesentliche Rolle dürfte die herbe Eintrübung des wirtschaftlichen Klimas im Laufe des dritten Quartals gespielt haben. Mit den Stimmungsindikatoren ging es in diesem Zeitraum abwärts. Das passt zur Entwicklung der KfW-ifo Kredithürde, die zuletzt sowohl für größere als auch mittelständische Unternehmen einen Sprung nach oben machte.

„Die Rahmenbedingungen für den Unternehmenskreditmarkt stehen einer raschen Wiederbelebung des Neugeschäfts entgegen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

„Mit ersten Zinssenkungen der EZB rechne ich erst ab dem 3. Quartal 2024, ebenso dürfte es noch einige Monate dauern, bis das Wirtschaftswachstum wieder Fahrt aufnimmt. Angesichts der überwiegenden schlechten Stimmung spricht vieles dafür, dass die Investitionstätigkeit der Unternehmen nun an Schwung verliert. Wir rechnen daher mit einer seitwärts bis leicht abwärts gerichteten Entwicklung der Kreditneuzusagen an Firmenkunden. Das reicht für eine Erholung des Kreditwachstum vom Tiefpunkt im Sommerquartal; eine Rückkehr in den positiven Bereich werden wir aller Voraussicht nach jedoch erst im Laufe von 2024 sehen.“

Quelle: KfW

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Mangel an Nachfolgern bedroht rund eine Viertelmillion Betriebe

Dass Generationswechsel gelingen, ist für die Zukunft des Mittelstands enorm wichtig. Doch nie war es lt. DIHK schwieriger für Senior-Chefs, geeignete Nachfolger zu finden. Mittlerweile zählen die IHKs nicht einmal halb so viele Übernahme-Interessierte wie vor Corona. Ein Viertel aller nachfolgesuchenden Betriebe erwägt sogar die vorzeitige Schließung.

DIHK, Mitteilung vom 14.12.2023

Gelungene Unternehmensnachfolgen sind entscheidend für die Zukunft des Mittelstands. Doch nie war es schwieriger, geeignete Interessenten zu finden. Alarmierend ist, dass ein Viertel aller nachfolgesuchenden Unternehmen sogar erwägt, den Betrieb vorzeitig einzustellen. Damit blicken in den nächsten Jahren rund 250.000 Firmen der Schließung entgegen. Das ist ein Ergebnis des aktuellen DIHK-Reportes Unternehmensnachfolge 2023, für den rund 24.000 Kontakte von Beraterinnen und -Beratern der Industrie- und Handelskammern (IHKs) aus dem vergangenen Jahr ausgewertet wurden.

Mehr als drei Unternehmen für einen Interessenten

Mittlerweile erkundigen sich nicht einmal halb so viele potenzielle Nachfolger wie vor der Corona-Pandemie bei ihrer IHK nach einem geeigneten Betrieb, den sie übernehmen könnten: Mit rund 2.000 nach etwa 4.300 Übernahmeinteressierte im Jahr 2019 fällt ihre Zahl auf ein neues historisches Tief seit Beginn der Statistik im Jahr 2007. Die Folge: Inzwischen gibt es in der bundesweiten IHK-Nachfolgeberatung mehr als dreimal so viele Angebote für Firmen wie Übernahmeinteressenten.

Ein wichtiger Grund für das schwindende Interesse ist die demografische Entwicklung, die die Generation potenzieller Nachfolgender zunehmend ausdünnt. Allein dadurch ist der starke Rückgang in den vergangenen beiden Jahren aber nicht zu erklären. Die Unternehmen berichten den IHKs von erheblicher Verunsicherung über die wirtschaftliche Zukunft, immer weiter steigenden Kosten für Energie, Fachkräftemangel sowie von enormer Bürokratie und Regulierungsdichte.

Lage ist im Osten noch enger

In Ostdeutschland gestaltet sich die Suche noch schwieriger: Auf eine Interessentin oder einen Interessenten kommen fast vier Unternehmen auf Nachfolgesuche – eine um etwa ein Viertel schlechtere Quote als in den westlichen Wirtschaftsregionen. Die Ost-West-Abwanderung vergangener Jahrzehnte hat zu einer zusätzlichen Ausdünnung der unternehmerisch aktiveren jüngeren Jahrgänge geführt. Gleichzeitig erreichen viele der Inhaberinnen und Inhaber, die nach der Wende ein Unternehmen gegründet und aufgebaut haben, nun das Ruhestandsalter.

IHKs sensibilisieren und informieren

Im Mittelstand steigt inzwischen das Bewusstsein dafür, sich rechtzeitig der Herausforderung einer geeigneten Nachfolge stellen zu müssen. Das wird bei entsprechenden Informationsveranstaltungen der IHKs deutlich, die im vergangenen Jahr mehr als 24.000 Alt-Inhaberinnen und Alt-Inhaber sowie Übernahmeinteressenten informiert, beraten und zusammengebracht haben.

In der Praxis gibt es vielfältige Hürden für die Unternehmensnachfolge: So fällt es etwa einem Drittel der Senior-Unternehmerinnen und -Unternehmer schwer, „emotional loszulassen“ – überhöhte Kaufpreisvorstellungen gehen oft damit einher. Zudem lassen häufig die Investitionen in die Modernisierung des Betriebs nach – etwa beim Thema Digitalisierung. Das schmälert in Industrie, Gastgewerbe und Handel die Attraktivität des Unternehmens.

Politik ist gefordert

Insgesamt gilt: Eine verlässliche und mittelstandsorientierte Wirtschaftspolitik bildet den besten Nährboden für unternehmerisches Engagement. Eine wichtige Rolle spielen dabei die hohen Energiepreise und Unwägbarkeiten der Energie-Versorgungssicherheit. Die Absenkung der Stromsteuer sollte daher für alle Branchen auf das europäische Mindestmaß gesenkt werden – 78 Prozent der zur Nachfolge beratenen Unternehmen entstammen dem Handel und den Dienstleistungsbranchen. Ein zweiter wichtiger Baustein wäre die Ausweitung des Stromangebots. Beides ist erreichbar durch die von der DIHK vorgeschlagene gezielte Förderung von StromPartnerschaften in der Wirtschaft.

Letztlich zeigt die Erfahrung: Je einfacher sich der Einstieg gestaltet, desto eher lassen sich auch Kandidaten für die Übernahme finden. Einen zentralen Ansatzpunkt stellt die Bürokratie dar. Ausschlaggebend ist dabei, dass die Betriebe die Entlastung auch in ihrem Alltag konkret spüren. Gleichzeitig ist ein rascher Stopp geplanter Mehrbelastungen wichtig – wie zum Beispiel durch das geplante EU-Lieferkettengesetz. Die Ausnahmen von der „One in, one out“-Regel sollten zudem abgeschafft und die Regel in ein „One in, X out“ weiterentwickelt werden.

Ein wichtiger Hebel für mehr Unternehmertum besteht zudem darin, an Schulen und Hochschulen Themen des wirtschaftlichen Alltags und ökonomische Bildung stärker zu verankern. Und: Vielerorts würden bessere Betreuungsmöglichkeiten helfen, unternehmerisches Engagement und Familie besser in Einklang zu bringen – für Frauen und für Männer.

Quelle: DIHK

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ifo Institut kürzt Prognose fürs Wachstum 2024 auf 0,9 Prozent

Das ifo Institut hat seine Vorhersage für das deutsche Wirtschaftswachstum 2024 gekappt, von 1,4 Prozent auf 0,9 Prozent. Für 2025 erwartet es eine leichte Beschleunigung auf 1,3 Prozent, bislang hatte es nur 1,2 Prozent vorhergesagt.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 14.12.2023

Das ifo Institut hat seine Vorhersage für das deutsche Wirtschaftswachstum 2024 gekappt, von 1,4 Prozent auf 0,9 Prozent. Für 2025 erwartet es eine leichte Beschleunigung auf 1,3 Prozent, bislang hatte das ifo Institut nur 1,2 Prozent vorhergesagt. „Die Entwicklung im letzten Vierteljahr 2023 dürfte schwächer ausfallen als bislang gedacht, das wirkt sich dann auch im kommenden Jahr aus“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser zur Begründung. „Unsicherheit verzögert derzeit die Erholung, da sie die Sparneigung der Konsument*innen erhöht und die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und privaten Haushalten senkt.“

„Befördert wird dies zusätzlich durch die unklare Lage um den Bundeshaushalt nach dem Urteil des Verfassungsgerichts. Sollte der Haushalt 2024 um 20 Milliarden Euro gekürzt werden, würde die Wachstumsrate dem ifo-Modell zufolge auf 0,7 Prozent fallen“, ergänzt Wollmershäuser. Grundsätzlich seien aber die Weichen auf Erholung gestellt. Die Löhne stiegen kräftig, die Beschäftigung sei so hoch wie nie zuvor, damit kehre die Kaufkraft zurück und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage sollte wieder zulegen. Zudem hätten wir die Höchststände beim Zinsniveau hinter uns gelassen.

Der Preisauftrieb verlangsame sich. In der zweiten Jahreshälfte werde die Inflationsrate auf 2 Prozent erreichen. Hierzu trügen vor allem sinkende Energiepreise bei. Doch die Inflation der konsumnahen Dienstleistungen werde noch eine Weile deutlich über 3 Prozent liegen, da dort kräftig steigende Löhne zu Buche schlügen.

Die Arbeitslosigkeit wird in diesem Jahr voraussichtlich um 191.000 Personen und im kommenden Jahr um weitere 82.000 Personen steigen. Im Jahr 2025 ist mit einem Rückgang um 113.000 zu rechnen. In der Folge liegt die Arbeitslosenquote in den Jahren 2024 und 2025 bei 5,9 und 5,6 Prozent, nach 5,7 im laufenden Jahr. Im Jahresdurchschnitt dürfte sich der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen von 353.000 im laufenden und 83.000 im kommenden Jahr auf 9.000 im Jahre 2025 verlangsamen.

Der international viel kritisierte Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz (Exporte, Importe, Transfers) wird 2023 springen auf 285 Milliarden von 171 Milliarden Euro 2022. Im kommenden Jahr wird er sogar 316 Milliarden erreichen. Das wären dann 7,5 Prozent der Jahres-Wirtschaftsleistung.

Quelle: ifo Institut

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2023

Nach dem BIP-Rückgang im dritten Quartal deuten aktuelle Konjunkturindikatoren lt. BMWK auch im vierten Quartal auf eine schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung hin.

BMWK, Pressemitteilung vom 13.12.2023

  • Nach dem BIP-Rückgang im dritten Quartal deuten aktuelle Konjunkturindikatoren auch im vierten Quartal auf eine schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung hin. Vor allem die zuvor positive Entwicklung bei den Investitionen dürfte sich spürbar abschwächen, während sich der private Konsum im Zuge der wieder steigenden Reallöhne stabilisieren dürfte. Jüngste Stimmungsindikatoren bei Unternehmen und privaten Haushalten deuten eine etwas positivere Einschätzung für das kommende Jahr an.
  • Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,4 % gefallen, womit sich der seit Sommer zu beobachtende rückläufige Trend weiter fortsetzte. Die Herstellung in der Industrie verringerte sich im Oktober um 0,5 % und im Baugewerbe um 2,2 %. Der Bereich Energie hingegen meldete zuletzt ein kräftiges Plus von 7,1 %, nach Abnahmen in den beiden Monaten zuvor. Die jüngsten Auftragseingänge zeigen noch keine nachhaltige Trendwende an, aber aktuelle Stimmungsindikatoren deuten auf eine Bodenbildung hin, die eine Stabilisierung der Industriekonjunktur erwarten lassen.
  • Die realen Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz sind im Oktober gegenüber dem Vormonat um 1,1 % gestiegen, nachdem sie im September stagnierten (- 0,1 %). Die Neuzulassungen von Pkw durch Privatpersonen sind nach dem kräftigen Anstieg im Oktober (+9,1 %) im November um 3,2 % zurückgegangen, Frühindikatoren für den privaten Konsum sendeten zuletzt eher verhaltene Signale, angesichts steigender Löhne und rückläufiger Inflationsraten ist aber eine Stabilisierung zu erwarten.
  • Die Inflationsrate belief sich im November auf 3,2 %. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2021. Nahrungsmittel verteuerten sich im November gegenüber dem Vorjahresmonat erneut überproportional (+5,5 %), allerdings ließ der Preisauftrieb hier weiter nach (Okt. +6,1 %). Zum zweiten Mal seit Januar 2021 ist ein Rückgang der Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat zu konstatieren (-4,5 %). Für die nächsten Monate ist infolge der preisdämpfenden Maßnahmen im Vorjahr mit einem vorübergehenden, basisbedingten Anstieg der Preissteigerungsraten zu rechnen.
  • Die schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt hält auch im November an. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich saisonbereinigt um 22.000 Personen. Die Erwerbstätigkeit legte im Oktober saisonbereinigt etwas zu (+15.000 Personen). Frühindikatoren deuten aktuell noch nicht auf eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt hin. Eine nachhaltige Besserung ist erst mit einer wirtschaftlichen Belebung im nächsten Jahr zu erwarten.
  • Die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen liegt im September nach endgültigen Ergebnissen gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert bei 1.557. (+0,1 %). Seit Juni/Juli ist eine Stabilisierung zu erkennen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegen sie jedoch noch immer um 26,7 % höher. Nach wie vor liegen die Unternehmensinsolvenzen mit -4,5 % leicht unter dem Vor-Corona- Mittelwert (2016-2019). Auf hohem Niveau bleibt auch die Zahl der von einer Insolvenz betroffenen Beschäftigten, die im September rd. 91 % über dem Vorjahreswert und 67 % über dem September-Mittelwert der Vor-Corona-Jahre 2016-2019 lag. Der Frühindikator IWH- Insolvenztrend zeigt für November 2023 einen Rückgang um 5,8 % ggü. dem Vormonat (Vorjahresmonat: +20,9 %). Auch die vorläufige Zahl der beantragten Regelinsolvenzen ist im November leicht zurückgegangen (-1,8 %; Vorjahresmonat: +18,8 %).

Schwacher Jahresausklang 2023

Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf 2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten geprägt. Ursächlich für diese schwächer als zu Jahresbeginn allgemein erwartete Entwicklung waren vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. Hinzu kommen die deutlich geringere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft sowie die dämpfenden Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen.

Nach dem Rückgang des preis-, saison- und kalenderbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) im 3. Quartal um 0,1 Prozent ist angesichts der aktuellen Monatsindikatoren wie Auftragseingänge und Industrieproduktion auch für das Jahresendquartal ein erneuter, leichter Rückgang des BIP wahrscheinlich. Vor allem die bis zuletzt positive Investitionsentwicklung dürfte sich angesichts der schwächeren Auftragslage, der ungünstigeren Finanzierungsbedingungen und der Sonderentwicklung im dritten Quartal im Zuge des Auslaufens der „Umweltprämie“ abschwächen. Gleichzeitig lassen jüngste konsumnahe Indikatoren wie die Umsätze im Einzelhandel und im Gastgewerbe eine Stabilisierung des privaten Konsums – allerdings auf niedrigem Niveau – erwarten.

Jüngste Stimmungsindikatoren wie das ifo Geschäftsklima, die ZEW-Konjunkturerwartungen oder der Einkaufsmanagerindex (EMI) der Industrie in Deutschland deuten darauf hin, dass Unternehmerinnen und Unternehmer zum Jahresende etwas optimistischer in die Zukunft blicken. Auch private Haushalte scheinen im Zuge der rückläufigen Inflationsraten und wieder steigender Realeinkommen etwas optimistischer, was sich im GfK-Konsumklima in einer gestiegenen Anschaffungsneigung und rückläufigen Sparabsichten – wenn auch ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau – niederschlägt. Dennoch bleiben die Risiken bezüglich der erwarteten wirtschaftlichen Erholung angesichts der weltwirtschaftlichen Schwächephase, der anhaltenden geopolitischen Krisen und damit möglicherweise einhergehenden Rohstoffpreisausschlägen hoch. Auch die sich aus dem Urteil des BVerfG vom 15.11.2023 zum zweiten Nachtragshaushalt 2021 ergebenden fiskalischen Implikationen und die Unsicherheiten über die Ausgestaltung der öffentlichen Haushalte stellen eine Belastung für die wirtschaftlichen Perspektiven dar.

Weltwirtschaft tritt weiter auf der Stelle

Die Schwächephase der weltweiten Industriekonjunktur hält an. Vor dem Hintergrund der ungünstigeren Finanzierungsbedingungen und einer schwachen weltweiten Nachfrage hat die Industrieproduktion im September gegenüber dem Vormonat mit +0,2 % nur geringfügig expandiert. Die globalen Einkaufsmanagerindizes lagen im November in vielen wichtigen deutschen Absatzmärkten unterhalb der Wachstumsschwelle (z. B. im Euroraum und in Osteuropa). Der Stimmungsindikator von S&P Global ist im November leicht gestiegen und liegt mit 50,4 Punkten nur wieder knapp über der Wachstumsschwelle. Die Stimmung verbesserte sich zuletzt sowohl im Verarbeitenden Gewerbe (von 48,8 auf 49,3 Punkte) als auch bei den Dienstleistern (von 50,4 auf 50,6 Zähler). Insgesamt bleiben die weltwirtschaftlichen Wachstumsaussichten aber verhalten.

Der Welthandel legte im September gegenüber dem Vormonat zwar leicht zu (+0,7 %), der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist im Berichtsmonat Oktober (saisonbereinigt) aber wieder etwas gefallen (von 125,5 auf 125,0 Punkte). Während der Containerumschlag in chinesischen Häfen stützte, ging der Nordrange-Index für europäische Häfen etwas zurück. Darüber hinaus weist der Kiel Trade Indikator für den Berichtsmonat November aktuell auf einen weiteren Rückgang des Welthandels von -0,9 % hin. Seitens der Weltwirtschaft sind damit für den deutschen Außenhandel kurzfristig kaum Impulse zu erwarten.

Auch für den weiteren Verlauf erwarten internationale Organisationen nur eine verhaltene Erholung. Sowohl für das laufende Jahr als auch für das Jahr 2024 rechnet die OECD in ihrer November-Prognose nur noch mit einem Anstieg des realen Welthandels um +1,1 % bzw. +2,7 %. Auch für das Welt-BIP werden unterdurchschnittliche Expansionsraten erwartet (2023: +2,9 % 2024: +2,7 %), nicht zuletzt wegen der sich abschwächenden Entwicklung in den USA (2023: +2,4 %, 2024: +1,5 %) und in China (2023: +5,2 %, 2024: +4,7 %). Im Euroraum dürfte es laut OECD-Prognose nach einem schwachen Jahr 2023 (+0,6 %) bei weiter rückläufiger Inflation, steigenden Realeinkommen und einer Stabilisierung der Industriekonjunktur wieder etwas bergauf gehen (2024: +0,9 %).

Exporterwartungen hellen sich etwas auf, Welthandel aber weiter schwach

Im Oktober haben die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um +0,8 % zugenommen, nachdem sie im September nahezu stagnierten (-0,2 %). Zu Beginn des vierten Quartals lagen sie damit um +1,0 % über dem Durchschnitt des dritten Quartals. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen um -0,4 % gegenüber dem Vormonat zurück und lagen im Oktober gegenüber dem dritten Quartal mit 0,4 % leicht im Minus.

Die Außenhandelspreise sind nach wie vor stark von den hohen Preissteigerungen im Vorjahr für Energieimporte, insbesondere für Erdgas, infolge des Krieges in der Ukraine beeinflusst. Während die Einfuhrpreise gegenüber Oktober 2022 mit -13,0 % merklich zurückgingen, nahmen sie gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt erneut etwas zu (+0,4 %). Die Ausfuhrpreise stagnierten im Vormonatsvergleich, sodass sich die Terms of Trade mit -0,4 % gegenüber dem Vormonat verschlechterten. In realer Betrachtung dürfte der Rückgang der Importe damit etwas stärker ausgefallen sein.

Infolge der rückläufigen Importe bei steigenden Exporten ist der monatliche Handelsbilanzüberschuss von 15,4 Mrd. Euro im September auf 17,3 Mrd. Euro im Oktober gestiegen.

Von den Frühindikatoren kommen weiterhin kaum positive Indikationen für die Exportentwicklung. Die ifo Exporterwartungen haben sich im November zwar weiter aufgehellt (von -6,3 auf -3,8 Punkte), der Saldo liegt aber seit Juni im Minus. Nach wie vor rechnen also mehr Unternehmen mit einer Verschlechterung des Exportgeschäfts als mit einer Verbesserung. Die Schiffsbewegungsdaten des Kiel Trade Indikators deuten für den Berichtsmonat November darauf hin, dass die realen deutschen Exporte verhalten zunehmen könnten (+0,7 %). Zum Jahresende dürfte der Außenhandel nach wie vor in der Schwächephase verharren. Eine spürbare Belebung des Außenhandels in den kommenden Monaten ist derzeit in den Indikatoren nicht erkennbar.

Rückläufiger Trend der Industrieproduktion setzt sich fort

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,4 % gefallen, womit sich der seit Frühjahr zu beobachtende rückläufige Trend weiter fortsetzt. Die Herstellung in der Industrie verringerte sich im Oktober um 0,5 % und im Baugewerbe um 2,2 %. Der Bereich Energie hingegen meldete zuletzt ein kräftiges Plus von 7,1 %, nach Abnahmen in den beiden Monaten zuvor.

In den einzelnen Wirtschaftszweigen der Industrie waren im Oktober unterschiedliche Entwicklungen zu verzeichnen: Während der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile einen Anstieg seiner Ausbringung um 0,7 % meldete, kam es in den bedeutsamen Bereichen Maschinenbau (-6,3 %) und elektrische Ausrüstungen (-3,1 %) zu Rückgängen. Auch in den energieintensiven Bereichen der chemischen Erzeugnisse (-2,0 %), Metallerzeugnisse (-1,2 %) und Glas, Glaswaren und Keramik (-0,6 %) ging die Ausbringung zurück. Bei den energieintensiven Industriezweigen zusammen ergab sich damit im Oktober eine Abnahme um 1,4 %. Zulegen konnten dagegen pharmazeutische Erzeugnisse (+0,9 %) sowie Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse (+1,2 %).

Bei dem Rückgang der Produktion in der Industrie im Oktober dürften Brücken- und Ferientage eine gewisse Rolle gespielt haben, aber auch ohne diese Sondereffekte zeigt sich eine schwache konjunkturelle Lage. So kam es im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich zu einem Minus von 1,6 %. Die jüngsten Auftragseingänge zeigen noch keine nachhaltige Trendwende an, aber aktuelle Stimmungsindikatoren deuten auf eine Bodenbildung hin, die eine Stabilisierung der Industriekonjunktur erwarten lässt.

Leichte Aufhellung beim privaten Verbrauch

dem Vormonat um 1,1 % gestiegen, nachdem sie in den vier vorangegangenen Monaten abwärtsgerichtet waren. Im Vergleich zum Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Oktober ein reales Umsatzminus von 0,1 %, vor allem aufgrund der hohen Preissteigerungen. Der Handel mit Lebensmitteln ging im Oktober im Vergleich zum Vormonat real um 1,3 % zurück (-1,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Vor allem aufgrund der starken Verteuerung von Lebensmitteln sind in dieser Sparte des Einzelhandels seit gut zwei Jahren im Vorjahresvergleich überwiegend Umsatzrückgänge zu verzeichnen, die sich zuletzt aber teilweise verringert haben. Nach wie vor sind Nahrungsmittel ein starker Treiber der Verbraucherpreise, auch wenn sich ihr Preisauftrieb gegenüber dem Vorjahresmonat weiter abgeschwächt hat (November: +5,5 %, Oktober: +6,1 %). Der Umsatz im Internet- und Versandhandel erhöhte sich im September um +2,9 % (-1,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat).

Die Neuzulassungen von Pkw durch Privatpersonen sind im November um 3,2 % zurückgegangen, nachdem sie im Vormonat noch deutlich gestiegen waren (+9,1 %). Bei den Pkw-Neuzulassungen insgesamt war der Rückgang im November mit -1,6 % und der Anstieg im Oktober mit 1,1 % etwas schwächer. Ein Grund für diese volatile Entwicklung dürfte vor allem ein Vorzieheffekt im Zusammenhang mit dem Auslaufen der „Umweltprämie“ für gewerbliche Zulassungen Ende August gewesen sein. So sind die Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen seit September rückläufig. Im November verringerten sie sich zum dritten Mal (September: -27,2 %, Oktober: -2,8 %, November: -0,7 %).

Die Frühindikatoren für die weitere Entwicklung des privaten Konsums sendeten zuletzt eher verhaltene Signale. Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Dezember minimal verbessern (+0,5 Punkte), nachdem es sich in den drei vorangegangenen Monaten leicht verschlechtert hatte. Aufgrund einer spürbaren Erholungsphase im Winterhalbjahr 2022/2023 übertrifft das Konsumklima sein Niveau vom November 2022 noch deutlich. Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel blieben im November unverändert und liegen weiterhin im negativen Bereich und lt. Umfragen erwartet der Einzelhandel ein schwaches Weihnachtsgeschäft. Die Beurteilung der aktuellen Lage hat sich hingegen aufgehellt. Insgesamt sprechen die Frühindikatoren am aktuellen Rand für eine weiterhin verhaltene Entwicklung der privaten Konsumausgaben. Bei steigenden Löhnen und rückläufigen Inflationsraten dürfte aber mit einer Stabilisierung des privaten Verbrauchs in den kommenden Monaten zu rechnen sein.

Inflation geht weiter zurück

Die Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) belief sich im November auf 3,2 %. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2021, was vor allem auf einen Basiseffekt im Zuge sehr hoher Energiepreise im Vorjahr zurückzuführen ist. Im Oktober hatte die Rate noch bei 3,8 % gelegen. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) lag im November bei 3,8 % (Oktober: +4,3 %) und damit erneut höher als die Inflationsrate. Nahrungsmittel verteuerten sich im November gegenüber dem Vorjahresmonat erneut überproportional (+5,5 %), allerdings ließ der Preisauftrieb hier ebenfalls weiter nach (Oktober: +6,1 %). Zum zweiten Mal seit Januar 2021 ist ein Rückgang der Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat zu konstatieren (-4,5 %; Oktober: -3,2 %). Maßgeblich hierfür ist vor allem ein Basiseffekt aufgrund des hohen Energiepreisniveaus im Vorjahr. Im Bereich der Dienstleistungen hat sich der Preisauftrieb mit +3,4 % weiter etwas abgeschwächt (Oktober: +3,9 %).

An den Spotmärkten steigen die Preise für Erdgas seit Mitte Juli tendenziell wieder an. Aktuell liegt der TTF Base Load mit rd. 43 Euro/MWh aber noch 68 % unter dem Niveau vom November 2022. Gegenüber dem Vormonat ist ein Rückgang von rd. 15 % zu verzeichnen. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass die Erdgaspreise in den kommenden Quartalen bei etwa 50 Euro/MWh bleiben werden. Erst 2027 dürften sie sich gemäß der Future-Preise beim Vorkrisenniveau einpendeln.

Auch auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen ist weiter eine nachlassende Preisdynamik zu beobachten. Die Erzeugerpreise sind im Oktober 2023 um 11,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Im September hatte die Rate bei -14,7 % gelegen, dem stärksten Rückgang der Erzeugerpreise seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Im Vergleich zum Vormonat nahmen die Erzeugerpreise im Oktober um 0,1 % ab. Die Einfuhrpreise gingen im Oktober mit 13,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat kräftig zurück (+0,3 % gegenüber dem Vormonat). Die Verkaufspreise im Großhandel sind im November im Vorjahresvergleich um 3,6 % gefallen. Ausschlaggebend für den aktuellen Rückgang ist auch auf dieser Preisebene in erster Linie ein Basiseffekt aufgrund der hohen Preisanstiege im Vorjahr. Im Vergleich zum Vormonat kam es zu einer leichten Abnahme (-0,2 %).

Für die nächsten Monate ist infolge der preisdämpfenden Maßnahmen im Vorjahr, insbesondere den „Dezember-Abschlag“ für Gas und Fernwärme im Dezember 2022 und der Energiepreisbremsen 2023, mit einem temporären, „basis-bedingten“ Anstieg der Inflation zu rechnen. Gleichzeitig ist der Anteil an Firmen, die Preiserhöhungen planen, gemäß ifo Umfragen zuletzt wieder leicht gestiegen. Dieser Anstieg geht allerdings vor allem auf unternehmensnahe Dienstleister und den Großhandel zurück, bei konsumnahen Branchen gingen die Preiserwartungen dagegen weiter zurück. Die Energiepreise liegen auf moderatem Niveau. Die geldpolitische Straffung wirkt weiter dämpfend auf die Nachfrageseite.

Die schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt hält an

Die derzeitige konjunkturelle Flaute spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. Die Arbeitslosigkeit in Ursprungszahlen blieb gegenüber dem Vormonat praktisch unverändert. Saisonbereinigt (sb) bedeutet das einen Anstieg um 22.000 Personen. Die Erwerbstätigkeit legte im Oktober gegenüber Vormonat etwas zu (sb +15.000 Personen). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat sich im September gegenüber dem Vormonat kaum verändert (sb +5.000). Die Kurzarbeit erhöhte sich im September zwar geringfügig, die Anzeigen für November waren aber wieder leicht rückläufig. Frühindikatoren weisen auf eine insgesamt noch schwache Beschäftigungsdynamik hin. Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland hat laut ifo- Beschäftigungsbarometer leicht abgenommen, Unternehmen zögern bei Neueinstellungen. In der Industrie ist das Barometer aber wieder gestiegen, nach zuletzt sieben Rückgängen in Folge. Das IAB- Arbeitsmarktbarometer liegt für die Arbeitslosigkeit im negativen Bereich. Die Beschäftigungsaussichten verschlechterten sich zwar ebenfalls leicht, blieben aber weiterhin positiv. Die Zahl der offenen Stellen lag laut IAB im dritten Quartal mit 1,7 Mio. unverändert hoch. Die wirtschaftliche Schwächephase dürfte im Winter anhalten, eine Besserung ist frühestens im Frühjahr zu erwarten, wenn die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt.

Anstieg der Unternehmensinsolvenzen vorerst gestoppt

Die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen lag im September nach endgültigen Ergebnissen gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert bei 1.557 (+0,1 %). Verglichen mit dem Vorjahresmonat ergibt sich ein Anstieg von 26,7 %, nachdem dieser von Juni bis August stets über 35 % betragen hatte. Nach wie vor liegen die Unternehmensinsolvenzen mit -4,4 % leicht unter dem Vor-Corona-Mittelwert (2016-2019). Bezogen auf die ersten neun Monate gab es in 2023 24,7 % mehr Unternehmensinsolvenzverfahren als im Vorjahreszeitraum. Seit Juni/Juli ist eine Stabilisierung – aber keine grundsätzliche Entspannung – zu erkennen, der trendmäßige Anstieg der Insolvenzzahlen seit Mitte 2022 scheint vorerst gestoppt. Auf hohem Niveau bleibt die Zahl der von einer Insolvenz betroffenen Beschäftigten, die im September rd. 91 % über dem Vorjahresmonat und immer noch 67 % über dem September-Mittelwert der Vor-Corona-Jahre 2016-2019 lag. Bei den voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus den gemeldeten Unternehmensinsolvenzen betragen die Anstiege rd. 120 % (Vorjahresmonat 2022) bzw. rd. 39 % (September-Mittelwert 2016-2019). Die Zahlen zeigen, dass aktuell größere Unternehmen stärker von Insolvenzen betroffen sind.

Der Frühindikator IWH-Insolvenztrend zeigt für November einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um 5,8 % ggü. dem Vormonat Oktober. Im Vorjahresvergleich ist ein Anstieg um 20,9 % zu verzeichnen (Oktober: +43,6 %). Laut IWH ist der Rückgang überraschend. Als Grund wird genannt, dass ein ungewöhnlich niedriger Anteil der vorläufigen gerichtlichen Insolvenzentscheidungen der letzten Monate zu tatsächlichen Insolvenzen geführt hat. Allerdings stelle diese Entwicklung nicht das Ende der höheren Insolvenzzahlen dar. Auch die vorläufigen Zahlen der beantragten Regelinsolvenzen, die ebenfalls einen Frühindikator darstellen, sind im November gefallen – um 1,8 %. Ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zum Jahresende, der sich in den Oktober-Zahlen angedeutet hatte, hat sich somit noch nicht bestätigt.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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