Regionale Preise: Wo das Leben wie viel kostet

Auf dem Land lebt es sich günstiger als in der Stadt – so weit, so erwartbar. Aber wo sind Miete, Energie und Lebensmittel besonders teuer? Wo besonders günstig? Eine neue Studie des IW Köln und des BBSR beziffert erstmals die Lebenshaltungskosten für alle 400 Kreise und Städte in Deutschland.

IW Köln, Pressemitteilung vom 27.10.2023

Auf dem Land lebt es sich günstiger als in der Stadt – so weit, so erwartbar. Aber wo sind Miete, Energie und Lebensmittel besonders teuer? Wo besonders günstig? Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beziffert erstmals die Lebenshaltungskosten für alle 400 Kreise und Städte in Deutschland.

Was kostet das Leben in München, was kostet es im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt? Bisher gestaltete sich die Erhebung der Daten zu aufwendig. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) über drei Jahre lang daran gearbeitet, diese Forschungslücke zu schließen. Entstanden ist ein neuer Preisindex, der Wohn- und Lebenshaltungskosten wie Miete, Strom, Gas und Lebensmittel für alle 400 Kreise und kreisfreien Städte transparent vergleicht. Die Datenerhebung erfolgte dabei weitgehend automatisiert.

Das Ergebnis: Genau im Bundesdurchschnitt liegen Braunschweig und der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern (Indexwert: 100). Am teuersten ist das Leben in München (Indexwert: 125), im Landkreis München (117), in Frankfurt (116) und Stuttgart (115), am günstigsten ist es im sächsischen Vogtlandkreis (Indexwert: 90), im thüringischen Greiz (90,5) sowie in Görlitz (90,6). Die günstigste Region im Westen ist Pirmasens in Rheinland-Pfalz (90,7).

Wohnen macht den Unterschied

Vor allem die Wohnkosten machen den Unterschied: Hier gibt es zwischen den einzelnen Regionen die größten Abweichungen. Rechnet man sie heraus, reichen die Indexwerte von 98 (Landkreis Leer in Niedersachsen) bis 104 (Stuttgart). Der Vogtlandkreis zeigt diesen Effekt besonders deutlich: Wohnen ist hier 32 Prozent günstiger als im deutschen Durchschnitt, die sonstigen Kosten sind gerade einmal 0,3 Prozent geringer – insgesamt ist das Leben in keiner deutschen Region noch günstiger.

„Das Leben muss bezahlbar bleiben, egal wo in Deutschland“, sagt IW-Studienautor Christoph Schröder. „Der Staat übernimmt für Bedürftige die Wohnkosten, das entlastet an der richtigen Stelle und führt zu einer starken Regionalisierung der Transferleistungen.“ Hilfreich ist auch das Wohngeld, weil es die regionalen Kostenunterschiede passgenau berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass die Regionalpolitik noch Hausaufgaben machen muss: Da der Schuh vor allem bei den hohen Wohnkosten in den Großstädten drückt, wäre es hilfreich, die Nachfrage ins Umland umzuleiten, beispielsweise durch eine bessere Infrastruktur. Damit an den Orten, an denen Wohnungen fehlen, mehr und billiger gebaut wird, sollten Nachverdichtung, Neubau und die Baulandplanung einfacher werden – und dafür braucht es Erleichterungen, wenn es um Bürokratie und Bauvorschriften geht. (…)

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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ifo Beschäftigungsbarometer gestiegen (Oktober 2023)

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland hat wieder zugenommen. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im Oktober auf 96,2 Punkte, nach 95,8 Punkten im September.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.10.2023

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland hat wieder zugenommen. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im Oktober auf 96,2 Punkte, nach 95,8 Punkten im September. „Die Unternehmen sind aber weiterhin zurückhaltend bei Neueinstellungen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Fehlende Neuaufträge wirken sich weiterhin negativ aus.“

„Trotz der Zurückhaltung treibt der Fachkräftemangel die Unternehmen weiterhin um“, ergänzt Wohlrabe. In der Industrie ist das Barometer erneut gesunken. Insbesondere die energieintensiven Branchen planen mit weniger Personal. Auch im Handel und im Baugewerbe gibt es eine Tendenz zu weniger Mitarbeitenden, wenn auch weniger stark ausgeprägt. Einzig die Dienstleister wollen verstärkt einstellen, wenn auch auf einem niedrigen Niveau. Insbesondere die IT-Dienstleister und die Touristikunternehmen suchen neue Mitarbeiter.

Quelle: ifo Institut

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Ohne Online-Angebot kommt praktisch kein Händler mehr aus

85 Prozent der deutschen Handelsunternehmen bieten ihre Produkte und Dienstleistungen sowohl online als auch stationär an. Damit setzt sich lt. Bitkom ein Trend fort: Vor der Pandemie 2019 waren es noch 66 Prozent, die hybrid verkauften, 2021 schon 77 Prozent.

Bitkom, Pressemitteilung vom 26.10.2023

  • 85 Prozent der Händler verkaufen online und stationär
  • 56 Prozent sehen KI als künftig wettbewerbsentscheidend – aber nur 4 Prozent setzen die Technologie bisher ein
  • Stationärer Handel wird digital: WLAN, bargeldloses Bezahlen und Click&Collect gehören inzwischen zum Standard

Wo liegt die Zukunft des Einkaufens: Durch den Laden um die Ecke stöbern oder online auf virtuelle Shoppingtour gehen? Sich vor Ort persönlich beraten lassen oder auf KI-gestützte Empfehlungen im Web-Shop vertrauen? Durch belebte Innenstädte schlendern oder Angebote online vergleichen und mit einem Klick liefern lassen? Beides, wenn es nach dem Handel geht. Denn dieser stellt sich zunehmend hybrid auf: 85 Prozent der deutschen Handelsunternehmen bieten ihre Produkte und Dienstleistungen sowohl online als auch stationär an. Damit setzt sich ein Trend fort: Vor der Pandemie 2019 waren es noch 66 Prozent, die hybrid verkauften, 2021 schon 77 Prozent. Ausschließlich stationär sind demnach derzeit nur noch 8 Prozent der deutschen Händler aktiv, 2021 waren es noch 16 und 2019 sogar 25 Prozent. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 503 Handelsunternehmen in Deutschland ab 10 Mitarbeitenden im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

„Die Corona-Pandemie hat dem Online-Handel einen deutlichen Schub verliehen und das Einkaufsverhalten der Kundinnen und Kunden dauerhaft verändert“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Dieser Trend setzt sich nun fort, immer mehr Händler bauen Ihre Online-Aktivitäten aus – betreiben aber auch weiterhin das Geschäft vor Ort.“ Der Anteil der Unternehmen, die beide Vertriebskanäle nutzen und mindestens die Hälfte oder mehr ihres Gesamtumsatzes mit ihrem Online-Geschäft machen, steigt in diesem Jahr auf 30 Prozent. 2018 waren es nur 8 Prozent, 2020 lag der Anteil bei 19 Prozent. Ausschließlich online verkaufen 2023 nur 5 Prozent der Händler, 2021 und 2019 waren es jeweils 6 Prozent.

29 Prozent der hybrid aufgestellten Händler können sich vorstellen, in Zukunft nur noch online zu verkaufen. Abgesänge auf den stationären Handel dürften aber verfrüht sein. Nur 12 Prozent der Handelsunternehmen sagen, der stationäre Handel habe keine Zukunft. 7 von 10 (71 Prozent) sind aber der Meinung, der stationäre Handel muss sich neu erfinden. 68 Prozent sagen, der stationäre Handel kann mit den günstigen Preisen im Internet nicht mithalten und 54 Prozent meinen, virtuelle Einkaufserlebnisse mit AR und VR werden dem stationären Handel immer mehr Konkurrenz machen. Rohleder: „Der stationäre Handel ist unter Zugzwang. Er ist nach wie vor ein wichtiges Standbein für die Unternehmen in Deutschland, braucht aber dringend innovative Ideen. Digitale Services können hier ein Baustein sein, um den stationären Handel für Verbraucherinnen und Verbraucher attraktiv zu halten und die Vorteile aus beiden Vertriebswegen zu verbinden.“

WLAN und bargeldloses Bezahlen gehören inzwischen zum Standard

Die große Mehrheit der Handelsunternehmen setzt längst auf digitale Technologien im Geschäft. Bei 88 Prozent der Einzelhändler mit stationärem Handel lässt sich per Smartphone beziehungsweise Smartwatch bargeldlos bezahlen, 6 Prozent planen oder diskutieren dies. WLAN stellen bereits 79 Prozent ihrer Kundschaft zur Verfügung, weitere 7 Prozent planen oder diskutieren es. Auch Click&Collect ist mittlerweile ein weit verbreiteter Service. Knapp drei von vier stationären Einzelhändlern (73 Prozent) bieten dies ihrer Kundschaft an, jeder zehnte stationäre Einzelhändler (10 Prozent) diskutiert oder plant es.

Immerhin die Hälfte (52 Prozent) nutzt an der Kasse außerdem Tablet- oder Smartphone-gestützte Systeme, bei 23 Prozent wird der Einsatz derzeit diskutiert oder geplant. Tablet-PCs und interaktive Bildschirme, zum Beispiel zum Abruf von Produktinformationen, setzt jeder dritte Einzelhändler im Laden ein (33 Prozent), 34 Prozent planen oder diskutieren es. Digitale Preisschilder nutzt ebenfalls jeder dritte stationäre Einzelhändler (32 Prozent), 37 Prozent diskutieren oder planen es. Nur 10 Prozent der stationären Einzelhändler bieten bereits Seamless-Checkout-Lösungen an, bei weiteren 19 Prozent ist es in Planung oder Diskussion.

Mehrheit hält KI künftig für wettbewerbsentscheidend – aber zögert beim Einsatz

Künstliche Intelligenz wird derzeit quer durch alle Branchen diskutiert – und auch im Handel geht eine Mehrheit von 56 Prozent davon aus, dass der Einsatz von KI entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit sein wird. Dennoch setzen erst 4 Prozent der deutschen Handelsunternehmen KI-Technologien ein. 15 Prozent planen und diskutieren es, bei der überwiegenden Mehrheit von 77 Prozent ist der Einsatz von KI bislang kein Thema. 73 Prozent sagen, dass sie beim Einsatz von neuen KI-Technologien wie zum Beispiel ChatGPT in der Regel erst einmal warten, welche Erfahrungen andere machen. Gleichzeitig geben aber auch 61 Prozent der Händler an, dass ihnen die Mitarbeitenden im Bereich KI fehlen, um die Einbindung voranzutreiben. „Wait and See ist selten eine gute Strategie. Die Einstiegshürden für den KI-Einsatz sind derzeit so niedrig wie noch nie“, sagt Rohleder. „Vom Kundenservice bis zur Werbekampagne, von der Einkaufsplanung bis zur Produkteinführung – KI kann im Handel fast überall sinnvoll eingesetzt werden.“

Mit der neuen Technologie sind aber auch Sorgen verbunden: Drei Viertel (76 Prozent) der Handelsunternehmen befürchten, durch den Einsatz von KI im Kundenservice werde eine Entfremdung von der Kundschaft vorangetrieben. 72 Prozent sind besorgt, dass massenhaft KI-generierte Fake-Bewertungen ihrem Unternehmen schaden könnten.

Potenzial für KI im Handel vor allem im Bestandsmanagement und Textgenerierung

Zwar sagen 26 Prozent der Händler, KI-Technologien im Handel seien ein Trend, der bald vorüber gehen werde, gleichzeitig sieht der Handel aber Einsatzmöglichkeiten für KI-Technologien in sehr vielen Bereichen. Sehr großes oder eher großes Potenzial sehen 85 Prozent der Handelsunternehmen für den Einsatz im Bestandsmanagement, 82 Prozent bei der Textgenerierung und 76 Prozent beim Einsatz für personalisierte Empfehlungen. Dem Einsatz von KI im Kundenservice und der Kundenkommunikation bescheinigen 69 Prozent sehr großes oder eher großes Potenzial, in der Preisoptimierung und in der visuellen Produktsuche jeweils 48 Prozent.

Handel 2030: Autonome Lieferung, virtuelle Shopping-Welten und NFTs?

Nach Vorstellung der Händler spielt im Handel von morgen aber nicht nur KI eine Rolle: 77 Prozent der Händler glauben, dass im Jahr 2030 sehr weit oder eher weit verbreitet sein wird, dass in stationären Geschäften keine Kassensysteme mehr genutzt werden, sondern das Bezahlen beim Verlassen des Geschäfts automatisch abläuft. 69 Prozent glauben, dass die Lieferung von Produkten direkt an die Haustür durch autonome Fahrzeuge sehr weit oder eher verbreitet sein wird. Über die Hälfte (54 Prozent) der Händler meint, 2030 würden virtuelle Shoppingwelten wie das Metaversum, die es ermöglichen in digitalen Umgebungen einzukaufen und mit anderen Personen zu interagieren, sehr weit oder eher verbreitet sein. Ebenso glauben 54 Prozent, der Handel wird durch den Einsatz digitaler Lösungen rund um die Uhr geöffnet sein, und 53 Prozent erwarten eine weite Verbreitung von KI, die im Haushalt aufgebrauchte Produkte erkennt und eigenständig die Nachbestellung übernimmt.

42 Prozent meinen, dass Produkte 2030 mit einem NFT, also einem unverfälschlichen digitalen Abbild versehen sein werden, über das sich Informationen zu Produktionsbedingungen und Echtheit abrufen lassen. Knapp jeder fünfte Händler (19 Prozent) ist der Meinung, dass holografische Produktpräsentationen sehr weit oder eher weit verbreitet sein werden. Diese würden es ermöglichen, Produkte in 3D und lebensecht zu erleben, ohne physisch vor Ort zu sein. Dass KI anlassbezogene Einkaufslisten auf Zuruf erstellt, zum Beispiel ein Outfit für eine Hochzeit oder Zutaten für ein Drei-Gänge-Menü, und dabei auch aktuelle Preise und Verfügbarkeiten berücksichtigt, sehen nur 17 Prozent als künftig sehr weit oder eher weit verbreitetes Szenario für 2030.

Zwei Drittel des Handels sehen sich als digitale Nachzügler

Bis diese Zukunftsszenarien tatsächlich Realität werden, scheint es aber noch ein weiter Weg: Zwei Drittel der Handelsunternehmen (68 Prozent) sehen sich bei der Digitalisierung eher als Nachzügler, 3 Prozent sagen gar, sie haben den Anschluss verpasst. 23 Prozent sehen sich eher als Vorreiter, 4 Prozent an der Spitze. Rohleder: „Digitalisierung im Handel ist inzwischen viel mehr als ein Online-Shop. Hinter einem online erfolgreichen Unternehmen stehen auch digitalisierte Geschäftsprozesse. Wer Rechnungen noch ausschließlich auf Papier verschickt, wird es auch schwer haben, zum Beispiel virtuelle Shoppingwelten oder KI-gestützte Bestellvorgänge einzubinden.“

E-Commerce: Eigene Websites und Mails vor Plattformen

Wer online verkauft, tut dies in der Regel unter anderem über einen unternehmenseigenen Shop auf der Website: 93 Prozent der Handelsunternehmen mit Online-Handel nutzen diesen Verkaufskanal. Eine Bestellung per E-Mail bieten 87 Prozent an, auf Online-Marktplätzen beziehungsweise Verkaufsplattformen verkaufen 7 von 10 Online-Händlern (69 Prozent) ihre Produkte und Dienstleistungen. Bei lediglich 23 Prozent lässt sich über Social-Media-Plattformen bestellen und bei 13 Prozent über eine unternehmenseigene App. Online-Handel bedeutet aber nicht, dass das Verkaufen rein digital erfolgt: Immer noch 63 Prozent der Handelsunternehmen mit Online-Handel bieten auch eine Bestellung per Fax und 57 Prozent eine Bestellung per Telefon oder Post an.

Quelle: Bitkom

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Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bleiben eine wichtige wirtschaftliche Säule in Deutschland

Mit mehr als 2,4 Billionen Euro erwirtschafteten die KMU in 2021 trotz der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie über 31 % des gesamten Umsatzes in Deutschland. Insgesamt steuerten sie lt. IfM Bonn mehr als 49 % zur gesamten Nettowertschöpfung aller Unternehmen bei.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 25.10.2023

KMU sind jedoch nur ein Teil des Mittelstands

Knapp 3,4 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), das sind über 99 % aller Unternehmen der Privatwirtschaft. Mit mehr als 2,4 Billionen Euro erwirtschafteten die KMU in 2021 trotz der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie über 31 % des gesamten Umsatzes in Deutschland. Insgesamt steuerten sie mehr als 49 % zur gesamten Nettowertschöpfung aller Unternehmen bei.

Auch der KMU-Anteil am Exportumsatz lag in 2021 mit 15,9 % nur minimal unter der Vor-Pandemie-Zeit (2019: 16,0 %). Insgesamt exportierten die KMU im zweiten Corona-Jahr Waren im Wert von knapp 228 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Warensendungen an Privatpersonen mit Wohnsitz im europäischen Raum sowie Dienstleistungsexporte, die in den amtlichen Statistiken nicht berücksichtigt werden.

In den Betrieben mit weniger als 250 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind nunmehr über 70 % aller Auszubildenden beschäftigt – etwas weniger als noch 2019. Insgesamt arbeiten über die Hälfte aller abhängig Beschäftigten (19 Millionen) in kleinen und mittleren Unternehmen.

Mittelstandsbegriff umfasst sowohl kleinere und mittlere Unternehmen als auch größere Familienunternehmen
Zu den mittelständischen Unternehmen zählen nach Definition des IfM Bonn nur diejenigen Unternehmen, bei denen Eigentum und Leitung in der Hand von maximal zwei natürlichen Personen oder deren Familienangehörigen liegen. Aus diesem Grund gehören auch Unternehmen mit über 250 Beschäftigten zum Mittelstand, wenn die Familienangehörigen noch mindestens 50 % der Unternehmensanteile halten und aktiv in der Geschäftsführung tätig sind.

Da die qualitativen Merkmale des Mittelstands (Art der Geschäftsführung, Eigentumsverhältnisse und wirtschaftliche Unabhängigkeit) nicht in den amtlichen Statistiken berücksichtigt sind, berechnet das IfM Bonn die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands auf Basis der KMU-Definition. Tatsächlich ist dessen Beitrag jedoch höher, da der Beitrag der größeren Familienunternehmen, bei denen die Einheit von Eigentum und Leitung gegeben ist, noch hinzu gezählt werden muss.

Quelle: IfM Bonn

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ifo Exporterwartungen leicht aufgehellt (Oktober 2023)

Die Stimmung in der deutschen Exportindustrie hat sich leicht aufgehellt. Die ifo Exporterwartungen stiegen im Oktober auf -6,9 Punkte, von -10,8 Punkten im September.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.10.2023

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 86,9 Punkte gestiegen, nach 85,8 Punkten im September. Die Unternehmen zeigten sich etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Manager waren zudem weniger pessimistisch für die kommenden Monate. Die deutsche Wirtschaft sieht einen Silberstreif am Horizont.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex leicht gestiegen. Dies war auf weniger skeptische Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Die aktuelle Lage bewerteten sie hingegen erneut schlechter. Die Auftragslage bleibt schwierig.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima erheblich verbessert. Die Unternehmen waren insbesondere zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen legten ebenfalls zu, sind aber weiterhin von Zweifeln geprägt.

Im Handel ist der Index gefallen. Die Händler korrigierten ihre Einschätzungen zur aktuellen Lage nach unten. Sie blickten zudem pessimistischer auf die kommenden Monate. Diese Entwicklung war vor allem durch den Großhandel getrieben.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator geringfügig gestiegen. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage leicht schlechter. Obwohl leicht verbessert, bleibt der Ausblick auf die kommenden Monate pessimistisch.

Quelle: ifo Institut

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Die Kaufkraft der Europäer steigt 2023 auf 17.688 Euro

Die Pro-Kopf-Kaufkraft in Europa beträgt 2023 im Schnitt 17.688 Euro. Allerdings weisen die 42 Länder Europas lt. der Studie „GfK Kaufkraft Europa 2023“ deutliche Unterschiede auf.

GfK, Pressemitteilung vom 25.10.2023

Die Pro-Kopf-Kaufkraft in Europa beträgt 2023 im Schnitt 17.688 Euro. Allerdings weisen die 42 Länder Europas deutliche Unterschiede auf: So haben die Menschen in Liechtenstein, der Schweiz und Luxemburg ein weitaus höheres Nettoeinkommen als im Rest Europas, während die Kaufkraft in Belarus, im Kosovo und in der Ukraine am niedrigsten ist. Der größte Gewinner des Jahres ist Irland, das im gesamteuropäischen Vergleich um gleich vier Plätze nach vorne rückt. Das zeigt die neue Studie „GfK Kaufkraft Europa 2023“, die ab sofort verfügbar ist.

Für das Jahr 2023 haben die Europäer insgesamt rund 12,1 Billionen Euro zur Verfügung, die sie für Essen, Wohnen, Dienstleistungen, Energiekosten, private Altersvorsorge, Versicherungen, Urlaub, Mobilität oder auch Konsumwünsche ausgeben können. Pro Kopf entspricht dies einer durchschnittlichen Kaufkraft von 17.688 Euro, was ein Wachstum von nominal 5,8 Prozent im Vergleich zum revidierten Vorjahreswert bedeutet. Wie viel die Verbraucher jedoch für Ausgaben und zum Sparen tatsächlich zur Verfügung haben, unterscheidet sich sehr von Land zu Land und hängt auch davon ab, wie sich die Verbraucherpreise 2023 entwickeln.

Irland auch 2023 weiter auf der Überholspur

Auch 2023 liegt Liechtenstein wie in den Vorjahren mit deutlichem Abstand auf dem ersten Platz des Kaufkraftrankings. Die Liechtensteiner haben eine Pro-Kopf-Kaufkraft von 68.843 Euro, womit sie fast das 3,9-Fache über dem europäischen Durchschnitt liegen. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Schweiz und Luxemburg. Während die Pro-Kopf-Kaufkraft der Schweizer mit 49.592 Euro 2,8-mal so hoch wie die des Durchschnittseuropäers ist, haben die Luxemburger ein verfügbares Nettoeinkommen von 40.931 Euro pro Kopf. Damit liegen sie mehr als das 2,3-Fache über dem Durchschnitt in Europa.

Auch alle anderen Länder in den Top 10 weisen eine sehr hohe Pro-Kopf-Kaufkraft auf, die mindestens 47 Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegt. Der größte Gewinner ist Irland: Nachdem der Inselstaat erst letztes Jahr gerade so in die Top 10 einzog, konnte er dieses Jahr noch einmal vier Plätze gutmachen und belegt Rang sechs. Mit 26.882 Euro pro Kopf liegen die Irländer exakt 52 Prozent über dem Durchschnitt in Europa.

Auch sonst gab es einige Veränderungen innerhalb der Kaufkraft-Top 10. So rücken Island und Dänemark um jeweils einen Rang nach vorne auf die Plätze vier und fünf, während sich Österreich sogar um zwei Plätze auf den siebten Rang verbessert. Norwegen verschlechtert sich hingegen um vier Ränge, Deutschland um einen und das Vereinigte Königreich um drei. Dadurch rutschen die drei Länder an das Ende der Kaufkraft-Top 10.

Insgesamt liegen 16 der 42 untersuchten Länder über dem europäischen Durchschnitt. Dem gegenüber stehen 26 Länder, deren Pro-Kopf-Kaufkraft unterdurchschnittlich ist – inklusive Spanien, das mit 16.449 Euro pro Kopf etwas unter dem europäischen Durchschnitt liegt. Das Schlusslicht bildet wie in den Vorjahren die Ukraine. Dort haben die Menschen nur 2.478 Euro pro Kopf und damit exakt 14 Prozent des europäischen Durchschnitts zur Verfügung.

Tim Weber, GfK-Experte im Bereich Geomarketing, kommentiert:

„Auch in diesem Jahr verzeichnen die europäischen Länder im Schnitt ein deutliches Kaufkraftplus von fast 6 Prozent, das die immer noch hohe Inflation aber trotzdem nicht vollständig abfangen kann. Doch nicht in jedem europäischen Land ist die Kaufkraftentwicklung gleich: Während Irland beispielsweise um vier Ränge nach oben klettert, verschlechtert sich das benachbarte Vereinigte Königreich um drei Plätze. Und auch innerhalb der Länder hat sich einiges getan – wie zum Beispiel in der Tschechischen Republik, wo die Platzierungen in diesem Jahr kräftig durchgemischt werden, oder auch in Polen und Frankreich, wo die Schere zwischen kaufkraftstarken und -schwachen Regionen immer größer wird. Ein etwas positiver Trend lässt sich aber zwischen den 42 Ländern erkennen: Zwar sind die Unterschiede immer noch sehr hoch, was das Ausgabepotenzial angeht, allerdings schließt sich die Kaufkraftschere immerhin etwas.“

Vergleich ausgewählter Länder und Regionen

Im Folgenden wird die Kaufkraftverteilung in den Niederlanden, Frankreich, Italien, Spanien, der Tschechischen Republik, Polen, Ungarn und Rumänien genauer betrachtet. Diese bieten aufschlussreiche Einblicke in die regionale Verteilung des Ausgabepotenzials innerhalb der jeweiligen Länder.

Niederlande: Homogene Verteilung der Kaufkraft in den Provinzen

In den Niederlanden steht den Menschen eine Pro-Kopf-Kaufkraft von 25.098 Euro zur Verfügung. Damit liegen die Niederländer europaweit auf dem 12. Platz und knapp 42 Prozent über dem europäischen Durchschnitt.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, in denen die Kaufkraftschere zum Teil sehr weit auseinander geht, fällt die regionale Verteilung des Ausgabepotenzials in den niederländischen Provinzen recht ausgewogen aus. So weicht die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft in beide Richtungen um nur etwas mehr als 8 Prozent ab.

Nachdem sich Utrecht 2022 an die Spitze des Provinzrankings setzen konnte und Noord-Holland auf den zweiten Platz verdrängt, nimmt die Provinz rund um die Hauptstadt Amsterdam in diesem Jahr wieder die Pole-Position ein. Mit 27.198 Euro haben die Menschen dort im Schnitt rund 800 Euro mehr zum Ausgeben und Sparen zur Verfügung als die Einwohner in der zweitplatzierten Provinz Utrecht.

Weitere Rangänderungen gibt es auf den Plätzen acht bis elf: Flevoland, die jüngste Provinz der Niederlande, schiebt sich um einen Platz nach vorne auf den achten Rang, während Overijssel sich sogar um zwei Plätze verbessert und sich direkt nach Flevoland einreiht. Drenthe und Fryslan verschlechtern sich hingegen und nehmen die Ränge zehn und elf ein. Schlusslicht ist wie im Vorjahr Groningen, wo die Menschen ein verfügbares Nettoeinkommen von 23.047 Euro pro Kopf haben.

Frankreich: Höchste Kaufkraft in Paris, niedrigste im Pariser Banlieue

In Frankreich beträgt die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft in diesem Jahr 23.355 Euro. Damit liegen die Franzosen genau 32 Prozent über dem europäischen Durchschnitt und im europäischen Vergleich auf Rang 15. In den Top 10 befinden sich vor allem Kreise, die in den Regionen Île-de-France und Auvergne-Rhône-Alpes liegen.

Angeführt wird das Kaufkraftranking wie in den Vorjahren von Paris, wo die Menschen 38.588 Euro pro Kopf für ihre Ausgaben und zum Sparen haben. Damit liegen die Pariser mehr als 65 Prozent über dem Landesdurchschnitt und haben eine Kaufkraft, die mehr als das 2,5-mal so hoch wie die des kaufkraftschwächsten Arrondissements ist. Schlusslicht ist wie auch in den Vorjahren das nördlich von Paris gelegene Arrondissement Saint-Denis, wo die Pro-Kopf-Kaufkraft mit durchschnittlich 15.150 Euro mehr als 35 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt. Damit öffnet sich die Schere zwischen kaufkraftstarken und -schwachen Kreisen in Frankreich auch in diesem Jahr ein wenig mehr.

Im zweitplatzierten Arrondissement Boulogne-Billancourt hat die Bevölkerung pro Kopf immerhin ein Ausgabepotenzial von 36.260 Euro pro Kopf und damit mehr als 55 Prozent des französischen Durchschnitts zur Verfügung, im drittplatzierten Gex sind es 34.571 Euro und damit 48 Prozent mehr als der französische Durchschnitt. Rangänderungen in den Top 10 gab es in diesem Jahr nur bei Thonon-les-Bains und Rambouillet, die die Plätze neun und zehn tauschen. Exakt auf Landesdurchschnitt liegt der Kreis Senlis mit einem verfügbaren Nettoeinkommen von 23.355 Euro pro Person.

Italien: Kaufkraftstarker Norden und kaufkraftschwacher Süden

In Italien steht den Menschen eine Pro-Kopf-Kaufkraft von 20.205 Euro zur Verfügung. Damit liegen die Italiener etwas mehr als 14 Prozent über dem europäischen Durchschnitt und auf Rang 16 der 42 untersuchten Länder.

In Italien zeigen sich bei der regionalen Verteilung der Kaufkraft deutliche Unterschiede zwischen dem wohlhabenden Norden und dem ärmeren Süden. Alle Provinzen in den Top 10 liegen im nördlichen Teil Italiens. Spitzenreiter ist wie in den Vorjahren Milano. In der Provinz rund um die Modemetropole Mailand beträgt die Pro-Kopf-Kaufkraft 28.141 Euro, womit diese mehr als 39 Prozent über dem italienischen Landesdurchschnitt liegt.

Umgekehrt befinden sich die zehn kaufkraftschwächsten Provinzen alle in Süditalien. Den letzten Platz belegt wie auch in den Vorjahren Crotone, wo den Menschen 12.144 Euro pro Person zur Verfügung stehen. Dies entspricht 60 Prozent des Landesdurchschnitts. Damit haben die Mailänder zwar das 2,3-Fache der Kaufkraft der Menschen in Crotone, aber die Schere zwischen den kaufkraftstarken und -schwachen Regionen des Landes schließt sich dieses Jahr etwas. Am durchschnittlichsten ist das verfügbare Nettoeinkommen in Macerata. Mit einer Kaufkraft von 20.199 Euro pro Kopf liegt die Provinz nur 6 Euro unter dem italienischen Durchschnitt.

In den Top 10 gibt es in diesem Jahr einige Veränderungen: So rückt Lecco um drei Ränge nach vorne und belegt nun mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 25.037 Euro den vierten Platz. Parma, Genova und Modena verschlechtern sich hingegen um jeweils einen Platz, während Trieste sogar um zwei Ränge abrutscht. Neu in den Top 10 ist die Provinz Belluno, die mit einem Ausgabepotenzial von 24.446 pro Person den achten Platz belegt. Piacenza wird hingegen aus den Top 10 verdrängt und belegt nun Rang zwölf.

Spanien: Langsamen Schrittes weg vom europäischen Durchschnitt

In Spanien beläuft sich die Pro-Kopf-Kaufkraft in diesem Jahr auf 16.449 Euro. Damit liegen die Spanier exakt 7 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt und auf Rang 17 der 42 europäischen Länder. Somit befindet sich Spanien zwar immer noch relativ allein im europäischen Mittelfeld, entfernt sich aber von Jahr zu Jahr immer weiter vom europäischen Durchschnittswert.

Gipuzkoa, das an der Küste des Golfes von Biskaya liegt und an Frankreich grenzt, kann in diesem Jahr seinen Spitzenplatz verteidigen. Mit 20.859 Euro haben die Bewohner der flächenmäßig kleinsten Provinz die höchste Pro-Kopf-Kaufkraft in Spanien und liegen fast 27 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Auf den Rängen zwei und drei folgen Madrid mit 20.652 Euro und Araba/Alava mit 20.494 Euro pro Kopf. Auf den Plätzen sieben bis neun werden die Ränge 2023 etwas durchgetauscht. So verbessert sich Asturias um zwei Plätze und belegt mit einem Ausgabepotenzial von 18.808 Euro pro Person den siebten Platz, während Navarra und Zaragoza um jeweils einen Rang nach unten rutschen.

Am nächsten am Landesdurchschnitt befinden sich die Balearischen Inseln vor der Ostküste des spanischen Festlands. Dort haben die Menschen 16.579 Euro pro Kopf für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung, was knapp 0,8 Prozent über dem spanischen Durchschnitt liegt.

Am hinteren Ende des Kaufkraftrankings liegen hingegen die südwestlichen Provinzen Spaniens. Schlusslicht ist wie in den Vorjahren Badajoz, die flächenmäßig größte Provinz des Landes. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 12.183 Euro steht den Einwohnern von Badajoz knapp 74 Prozent des Landesdurchschnitts zur Verfügung.

Tschechische Republik: Große Städte mit unterdurchschnittlichem Kaufkraftwachstum und deutlichen Rangverlusten

In der Tschechischen Republik liegt das Ausgabepotenzial in diesem Jahr bei 14.824 Euro. Damit setzt das Land die Tendenz der letzten Jahre fort und nähert sich immer mehr dem europäischen Durchschnitt an. Zwar liegen die Tschechen noch 16 Prozent darunter, rücken aber im gesamteuropäischen Vergleich wie im Vorjahr um zwei Ränge vor auf Platz 20.

Wie in den Jahren zuvor liegt auch 2023 der Hauptstadtkreis Praha auf dem ersten Platz des Kreisrankings. Mit 20.292 Euro pro Kopf haben die Prager fast 37 Prozent mehr für Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung als der Landesdurchschnitt. Somit liegen die Menschen in Prag knapp 15 Prozent über dem europäischen Durchschnitt.

Abgesehen von Prag werden in diesem Jahr jedoch die anderen großen Städte Brno-mesto (Brünn) und Plzen-mesto (Pilsen) aus den Kaufkraft Top 10 verdrängt. Darüber hinaus verlieren auch die großen Städte Ostrava-mesto (Ostrau), Liberec (Reichenberg) und Olomouc (Olmütz) im Kreisranking einige Plätze.

Neu in den Top 10 sind die beiden an Prag angrenzenden Kreise Praha-zapad und Praha-vychod, die mit Pro-Kopf-Kaufkräften von 15.591 Euro und 15.289 Euro die Plätze drei und acht belegen. Auf dem zweiten Rang liegt dieses Jahr Mlada Boleslav, das sich um einen Platz verbessert und mit 15.679 Euro pro Kopf knapp 6 Prozent mehr Geld als der Landesdurchschnitt zur Verfügung hat. Der Kreis Kolin hingegen rutscht von Rang acht auf neun.

Im Kreis Pelhrimov liegt das Ausgabepotenzial mit 14.763 Euro pro Kopf am nächsten am Landesdurchschnitt. Schlusslicht des Kreisrankings ist wie in den Vorjahren das nordmährische Jesenik an der polnischen Grenze. Hier haben die Menschen eine Pro-Kopf-Kaufkraft von 12.254 Euro, was rund 17 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt.

Polen: Schere zwischen kaufkraftschwachen und -starken Regionen öffnet sich weiter

Polen weist 2023 eine durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft von 10.903 Euro auf. Damit liegen die Polen mehr als 38 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt und verbessern sich im Vergleich mit allen anderen 41 Ländern um einen Platz nach vorne auf Rang 28.

Angeführt wird das Kreiskranking in Polen vom Hauptstadtkreis Warszawa. Mit 17.980 Euro pro Kopf liegt die Kaufkraft dort fast 65 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Dies entspricht fast dem 2,7-Fachen des Ausgabepotenzials, das die Menschen im kaufkraftschwächsten Kreis haben. In Kolnenski, das in diesem Jahr erneut das Schlusslicht bildet, beträgt die Pro-Kopf-Kaufkraft lediglich 6.765 Euro, womit die Bevölkerung des Kreises 38 Prozent weniger als der durchschnittliche Pole für Einkäufe, Miete und Strom und zum Sparen zur Verfügung haben. Generell ist der Kontrast zwischen kaufkraftschwachen und -starken Regionen sehr hoch in Polen. Während nur 83 Kreise eine überdurchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft aufweisen, ist das verfügbare Nettoeinkommen in 297 Kreisen unter dem Landesdurchschnitt.

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es in diesem Jahr lediglich eine Rangänderung in den Top 10: Tychy verliert drei Plätze und rutscht auf Rang 13, während der Kreis Warszawski Zachodni westlich der Hauptstadt Warschau mit einem verfügbaren Nettoeinkommen von 13.768 Euro pro Person nun den zehnten Rang belegt. Die durchschnittlichste Kaufkraft ist im Kreis Sokolowski zu finden. Dort haben die Menschen mit 10.921 Euro pro Kopf 18 Euro mehr als der Landesdurchschnitt zur Verfügung.

Ungarn: Höchste Kaufkraft in und um Budapest sowie in Richtung Österreich

Ungarn belegt im europäischen Vergleich Platz 29 der 42 untersuchten Länder und konnte sich somit im Vergleich zum Vorjahr um einen Rang steigern. Mit einer durchschnittlichen Pro-Kopf Kaufkraft von 10.834 Euro liegen die Ungarn knapp 39 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt.

Auf der Ebene der 20 ungarischen Komitate hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel getan. In den Top 10 tauschen lediglich Tolna und Vas die Ränge sechs und sieben. Alle anderen Komitate konnten ihre Platzierungen verteidigen. Mit deutlichem Vorsprung belegt wie in den Vorjahren das Hauptstadtkomitat Budapest den ersten Platz. Mit einem Ausgabepotenzial von 14.020 Euro pro Person liegen die Hauptstädter mehr als 29 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Wie in den letzten Jahren haben auch 2023 nur fünf der 20 Komitate eine überdurchschnittliche Kaufkraft. Sie alle befinden sich entweder in oder um die Hauptstadt Budapest herum oder in Richtung der Grenze zu den österreichischen Nachbarn. Mit einem verfügbaren Nettoeinkommen von 10.899 Euro pro Kopf kommt Veszprem am nächsten an den Landesdurchschnitt heran und liegt nur 0,6 Prozent darüber.

Dem gegenüber stehen 15 und damit drei Viertel aller ungarischen Komitate mit einer Kaufkraft, die unterdurchschnittlich ausfällt. Schlusslicht ist wie in den Vorjahren das Komitat Szabolcs-Szatmar-Bereg, wo die Menschen eine Pro-Kopf-Kaufkraft von 8.475 Euro und damit knapp 22 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegen.

Rumänien: Kaufkraftschere wird größer

In Rumänien beträgt die Pro-Kopf-Kaufkraft in diesem Jahr 7.738 Euro. Damit liegen die Rumänen 56 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt und rutschen um zwei Plätze nach hinten auf Rang 33.

Rangänderungen gab es dieses Jahr in den Top 10 Kreisen keine. Allerdings lässt sich erneut beobachten, dass die Schere zwischen kaufkraftschwachen und -starken Regionen in Rumänien weiter auseinandergeht. So liegt Bucuresti mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 15.314 Euro deutlich auf dem ersten Platz, womit die Hauptstädter fast 98 Prozent mehr als der Landesdurchschnitt und sogar das 3,8-Fache an Kaufkraft als die Einwohner des kaufkraftschwächsten Kreises Vaslui für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung haben. Dort beträgt das verfügbare Nettoeinkommen lediglich 4.010 Euro pro Kopf, was knapp 52 Prozent des Landesdurchschnitts entspricht.

Alle Kreise in den Top 10 verfügen über eine überdurchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft. Der zehntplatzierte Kreis Prahova kommt mit einem verfügbaren Nettoeinkommen von 7.836 Euro pro Person am nächsten an den Landesdurchschnitt heran, liegt aber trotzdem noch knapp 1,3 Prozent darüber. Alle anderen 32 und damit mehr als drei Viertel der Kreise liegen unter dem rumänischen Durchschnitt.

Quelle: GfK

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ifo Geschäftsklimaindex gestiegen (Oktober 2023)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 86,9 Punkte gestiegen, nach 85,8 Punkten im September. Die Unternehmen zeigten sich etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.10.2023

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 86,9 Punkte gestiegen, nach 85,8 Punkten im September. Die Unternehmen zeigten sich etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Manager waren zudem weniger pessimistisch für die kommenden Monate. Die deutsche Wirtschaft sieht einen Silberstreif am Horizont.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex leicht gestiegen. Dies war auf weniger skeptische Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Die aktuelle Lage bewerteten sie hingegen erneut schlechter. Die Auftragslage bleibt schwierig.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima erheblich verbessert. Die Unternehmen waren insbesondere zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen legten ebenfalls zu, sind aber weiterhin von Zweifeln geprägt.

Im Handel ist der Index gefallen. Die Händler korrigierten ihre Einschätzungen zur aktuellen Lage nach unten. Sie blickten zudem pessimistischer auf die kommenden Monate. Diese Entwicklung war vor allem durch den Großhandel getrieben.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator geringfügig gestiegen. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage leicht schlechter. Obwohl leicht verbessert, bleibt der Ausblick auf die kommenden Monate pessimistisch.

Quelle: ifo Institut

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Unternehmen rechnen mit zunehmenden Lieferengpässen bei Chips

Der Mangel an Halbleitern bleibt in Deutschland ein gravierendes Problem. 9 von 10 Unternehmen, die in diesem Jahr Halbleiter-Bauteile oder -Komponenten gekauft haben, hatten lt. Bitkom Schwierigkeiten bei der Beschaffung. Das sind noch einmal 8 Prozentpunkte mehr als 2021.

Bitkom, Pressemitteilung vom 24.10.2023

  • Lieferverzögerungen und Preiserhöhungen sind gravierendste Probleme
  • China und USA wichtigste Herkunftsländer von Halbleitern
  • Unternehmen fordern politische Unterstützung für Aufbau eines Halbleiter-Ökosystems in Deutschland

Der Mangel an Halbleitern bleibt in Deutschland ein gravierendes Problem. 9 von 10 Unternehmen (89 Prozent), die in diesem Jahr Halbleiter-Bauteile oder -Komponenten gekauft haben, hatten Schwierigkeiten bei der Beschaffung. Das sind noch einmal 8 Prozentpunkte mehr als 2021, als 81 Prozent von entsprechenden Problemen berichteten. Die Schwierigkeiten sind dabei vielfältig: 97 Prozent der betroffenen Unternehmen machen Lieferverzögerungen zu schaffen, 93 Prozent sind mit Preiserhöhungen konfrontiert. Für 89 Prozent sind bestimmte Bauteile teilweise nicht verfügbar, bei 88 Prozent wurden die Liefermengen reduziert. Rund 5 Monate beträgt aktuell die durchschnittliche Lieferverzögerung bei Halbleiter-Bauteilen bzw. Komponenten in Deutschland. Damit bleibt die Verzögerung auf hohem Niveau: Vor zwei Jahren waren es 6,5 Monate. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 404 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus verarbeitendem Gewerbe und ITK-Dienstleistungen – also Branchen, in denen intensiv mit Halbleitern gearbeitet wird. 86 Prozent dieser Unternehmen geben an, dass sie Halbleiter-Bauteile oder -Komponenten verwenden.

Demnach rechnen zwei Drittel (68 Prozent) dieser Unternehmen damit, dass die Lieferverzögerungen 2024 zunehmen werden – 41 Prozent gehen von einer deutlichen Zunahme aus und 24 Prozent von einer leichten Zunahme. Jedes fünfte (19 Prozent) rechnet mit der Fortschreibung des Status-quo. Demgegenüber geht jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) davon aus, dass die Lieferverzögerungen im nächsten Jahr abnehmen. „Ohne Chips geht in der deutschen Wirtschaft nichts. Halbleiter sind die Basistechnologie der digitalen Wirtschaft“ sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Deutschland und Europa müssen einseitige Abhängigkeiten bei Halbleitern beenden.“

Für 83 Prozent sind Halbleiter unverzichtbar

Für die allermeisten Unternehmen, die Halbleiterbauteile oder -komponenten verwenden, sind diese für das eigene Geschäft unverzichtbar (83 Prozent). 85 Prozent haben im aktuellen Jahr 2023 bereits Halbleiter gekauft oder werden es noch tun. 39 Prozent dieser Unternehmen wissen allerdings nicht, woher diese Halbleiter überhaupt kommen. Im Übrigen dominiert Asien als Produktionsstandort. So bezieht jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) seine Halbleiter-Bauteile aus China und 17 Prozent aus Taiwan. Südkorea (10 Prozent) und Singapur (7 Prozent) gehören ebenfalls zu wichtigen Halbleiter-Lieferanten. Dem gegenüber stehen die USA, von wo 21 Prozent der deutschen Käufer ihre Halbleiter-Bauteile und -Komponenten beziehen. 6 Prozent kaufen in Israel und jeder zwanzigste Käufer (5 Prozent) gibt Deutschland als Produktionsland an.

Preis und Schnelligkeit entscheiden bei der Lieferantenwahl

Bei der Auswahl von Halbleiter-Lieferanten spielt das Herstellungsland bzw. der Hauptsitz des Herstellers eine vergleichsweise geringe Rolle – viel wichtiger sind Faktoren der Wirtschaftlichkeit: 93 Prozent bezeichnen das Preis-Leistungs-Verhältnis als „äußerst wichtig“. 80 Prozent sagen dies über kurze Lieferzeiten und 69 Prozent über die Einhaltung der Liefermengen. Deutlich geringer sind die Werte für Kriterien, die auf die Reputation der Lieferanten bzw. geopolitische Spannungen sowie Handelskonflikte abzielen: 45 Prozent ist die Reputation des Lieferanten „äußerst wichtig“, 44 Prozent das Herstellungsland sowie 38 Prozent der Hauptsitz des Herstellers. Wintergerst: „Es ist nachvollziehbar, dass Unternehmen, die auf Halbleiter angewiesen sind, in erster Linie solche Lieferanten auswählen, die günstig sind und pünktlich liefern. Gleichwohl stehen Halbleiter im Mittelpunkt starker geopolitischer Interessen. Wir sollten deshalb ein komplettes Ökosystem von Unternehmen rund Halbleiter in Deutschland und Europa aufbauen. So können wir Abhängigkeiten reduzieren und sind im Fall der Fälle weniger erpressbar.“

Stärkere Subvention von Chip-Fabriken in Deutschland gefordert

So sehen es auch die allermeisten Unternehmen in Deutschland, die Halbleiter-Bauteile und -Komponenten verwenden. 96 Prozent stimmen der Aussage zu, Deutschland solle die Förderung der heimischen Halbleiter-Industrie ausweiten. Gefragt danach, für welche Ziele eine Erhöhung der inländischen Produktion wichtig ist, werden sowohl Wettbewerbsfähigkeit (100 Prozent), technologische Souveränität (94 Prozent) und die nationale Sicherheit (93 Prozent) als besonders wichtig benannt. Wintergerst: „Die digitale Wirtschaft, insbesondere Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation und Cloud Computing, sind ebenso auf Nachschub angewiesen wie klassische Industriezweige wie der Automobil- oder Maschinenbau.“

Unternehmen treffen strategische Maßnahmen gegen den Chip-Mangel

Viele Unternehmen, die Halbleiter verwenden, haben sich auf den anhaltenden Chip-Mangel eingestellt und strategische Maßnahmen ergriffen, um ihn abzumildern. Viele davon betreffen die Beschaffung selbst: So haben 61 Prozent langfristige Vereinbarungen mit Lieferanten bzw. Anbietern getroffen. Die Hälfte sucht nach alternativen Lieferanten, z. B. in anderen Ländern (52 Prozent) und fast ebenso viele (47 Prozent) haben sich eine Multi-Vendor-Strategie aufgebaut, kaufen ihre Halbleiter-Bauteile also bei mehreren statt nur bei einem Anbieter. Aber auch im Bereich Design sowie dem Aufbau eigenen Know-hows sind viele Unternehmen aktiv geworden: Mehr als jedes dritte Unternehmen (38 Prozent), das Halbleiter-Bauteile oder -Komponenten verwendet, hat Produkte einem Re-Design unterzogen, und setzt verfügbare Komponenten alternativ ein. Fast jedes fünfte (18 Prozent) baut eigene Kompetenzen beim Design mikroelektronischer Bauteile auf – und 12 Prozent tun dies für die Herstellung der Halbleiter-Bauteile bzw. Komponenten. Forschung und Entwicklung spielen ebenfalls eine Rolle: 15 Prozent kooperieren in Forschung und Entwicklung direkt mit Chip-Herstellern und jedes zehnte Unternehmen (11 Prozent) beteiligt sich an staatlich geförderten F&E-Projekten. Wintergerst: „Not macht erfinderisch – diese Lebensweisheit trifft auch auf die vom Halbleitermangel betroffenen Unternehmen zu. Wer der Krise aktiv begegnet und sich mehrere Standbeine aufbaut, wird resilienter und bleibt wettbewerbsfähig.“

Was die Politik tun kann

Die weit überwiegende Mehrheit der Unternehmen (94 Prozent), die Halbleiter-Bauteile oder Komponenten verwenden, halten überdies steuerliche und förderpolitische Anreize für Bestellungen bei Herstellern in Europa für eine besonders wichtige staatliche Maßnahme. 86 Prozent befürworten die Förderung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Chip-Industrie. 82 Prozent treten für die Förderung von mehr Transparenz bezüglich der Verfügbarkeit von Halbleitern und Halbleiter-Lieferketten ein. 81 Prozent fordern steuerliche und förderpolitische Anreize für Investitionen etwa in Chip-Design und -Fertigung. Doch auch der Fachkräftemangel ist für den Halbleiter-Standort Deutschland ein gravierendes Problem, dem man aus Sicht von 73 Prozent der Unternehmen durch eine gezielte Unterstützung der Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften im Bereich Mikroelektronik begegnen muss. „Deutschland muss die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte weiter erleichtern. Dazu braucht es durchgängig digitalisierte und unbürokratische Verwaltungsprozesse. Die sind zum Teil noch so umständlich, dass sie die Bemühungen, Top-Leute nach Deutschland zu holen, faktisch konterkarieren“, kritisiert Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Spezialistinnen und Spezialisten für Halbleiter und Mikroelektronik können sich ihre Jobs aussuchen, und zwar weltweit. Wenn wir wollen, dass sie nach Deutschland kommen und hier für Wohlstand sorgen, dann müssen wir Deutschland auch als Lebensmittelpunkt für solche Menschen richtig attraktiv machen.“ Um zugleich den Nachwuchs aus dem Inland zu stärken, brauche es überdies Ausbildungszentren und Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen mit engerer Einbindung der Halbleiterindustrie direkt vor Ort. Insgesamt sind die Halbleiter verwendenden Unternehmen in Deutschland mit den Bemühungen der Politik noch nicht zufrieden: 92 Prozent sagen, es werde zu wenig unternommen, um die Versorgung mit Halbleitern sicherzustellen.

Kann Europa den Vorsprung Asiens aufholen?

Gleichwohl geben die Unternehmen das internationale Rennen nicht verloren: Zwei Drittel (69 Prozent) sind der Ansicht, dass Europa den technologischen Vorsprung asiatischer Länder bei der Halbleiterproduktion noch aufholen kann – 27 Prozent gehen nicht davon aus. Wintergerst: „Die EU-Kommission hat in diesem Jahr hohe staatliche Beihilfen für Investitionen in innovative Fertigungskapazitäten entlang der Halbleiter-Wertschöpfungskette zugelassen. Sie sorgt so für mehr Chancengleichheit im Wettbewerb mit führenden Chip-Nationen in Asien oder den USA.“ Im Schulterschluss von Politik und Wirtschaft könne Europa das im Chips Act formulierte Ziel erreichen, den EU-Weltmarktanteil in der Halbleiterproduktion bis 2030 auf 20 Prozent zu verdoppeln. „Die Nachfrage nach Chips steigt stetig. Deutschland und Europa müssen und können schnell eigene Kernkompetenzen entwickeln, um handlungsfähig und unabhängiger zu werden.“

Quelle: Bitkom

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Große Mehrheit der Personalverantwortlichen hat Bedenken gegenüber dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Bei 86 % der deutschen Personalverantwortlichen bestehen Bedenken gegenüber dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in ihrem Unternehmen. Das geht aus der jüngsten Randstad-ifo-Personalleiterbefragung hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.10.2023

Bei 86 % der deutschen Personalverantwortlichen bestehen Bedenken gegenüber dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in ihrem Unternehmen. Das geht aus der jüngsten Randstad-ifo-Personalleiterbefragung hervor. Am häufigsten gaben die Personaler*innen fehlendes Know-how als Grund an (62 %). Rechtliche Aspekte sind für 48 % ein Thema. Fehlendes Vertrauen in KI haben 34 %. Bei einem Viertel ist eine fehlende Akzeptanz hinderlich für den Einsatz von KI. Für 22 % ist durch KI kein Mehrwert ersichtlich. Den großen Aufwand für KI sehen 19 % kritisch, hohe Kosten 18 %.

Derzeit nutzen rund 5 % der befragten Unternehmen KI in der Personalabteilung, geplant haben dies weitere 25 %. „Die Personalverantwortlichen sehen in der Rekrutierung, dem Bewerbermanagement und in der Automatisierung von Personalprozessen Chancen für die KI“, sagt ifo-Forscherin Johanna Garnitz. Insgesamt nutzen 18 % der befragten Unternehmen KI, weitere 35 % haben dies für die Zukunft geplant.

„Dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Personalplanung im Unternehmen messen die Befragten eher eine geringe Bedeutung bei“, sagt Garnitz. 84 % gehen davon aus, dass KI in den kommenden fünf Jahren keinen Einfluss auf die Personalplanung haben wird. 13 % planen für die nächsten fünf Jahre mit weniger Personal aufgrund des Einsatzes von KI. Dies tut vor allem der Handel (17 %). In der Industrie sind es 15 %, bei den Dienstleistern 9 %.

Quelle: ifo Institut

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Erholung des Konsumklimas lässt weiter auf sich warten

Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt lt. GfK im Oktober ein gemischtes Bild und damit keinen klaren Trend. Die Konjunkturerwartung legt leicht zu und die Einkommenserwartung muss Einbußen hinnehmen, während sich die Anschaffungsneigung nahezu unverändert zeigt.

GfK, Pressemitteilung vom 24.10.2023

Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt im Oktober ein gemischtes Bild und damit keinen klaren Trend. Die Konjunkturerwartung legt leicht zu und die Einkommenserwartung muss Einbußen hinnehmen, während sich die Anschaffungsneigung nahezu unverändert zeigt. Der prognostizierte Wert des Konsumklimas im November sinkt somit auf -28,1 Punkte und beträgt 1,4 Punkte weniger als im Vormonat (revidiert -26,7 Punkte). Dies sind Ergebnisse des GfK Konsumklimas powered by NIM für Oktober 2023. Seit Oktober 2023 wird es gemeinsam von GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), Gründer der GfK, herausgegeben.

Der erneute Anstieg der Sparneigung in diesem Monat von 8,0 auf 8,5 Punkte verstärkt den Abwärtstrend des Konsumklimas. „Mit dem dritten Rückgang in Folge müssen die Hoffnungen auf eine Erholung der Konsumstimmung noch in diesem Jahr endgültig begraben werden“, erklärt Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM. „Vor allem die hohen Preise für Nahrungsmittel schwächen die Kaufkraft der privaten Haushalte in Deutschland und sorgen dafür, dass der private Konsum in diesem Jahr keine Stütze der Konjunktur sein wird.“

Für eine Trendwende beim Konsum ist es unverzichtbar, dass sich der derzeit abzeichnende Rückgang des Preisauftriebs fortsetzt. So ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Inflationsrate von 6,1 Prozent im August auf 4,5 Prozent im September gesunken. Dennoch ist der Wert noch ein gutes Stück von der Zielgröße der Europäischen Zentralbank von etwa 2 Prozent entfernt.

Einkommenserwartung wieder im Abwärtstrend

Nach der kurzen Stabilisierung im Vormonat setzt sich der Abwärtstrend der Einkommenserwartung fort. Der Indikator verliert 4 Punkte und sinkt auf -15,3 Zähler.

Nach wie vor befinden sich die Einkommensaussichten im Würgegriff der Inflation. Steigende Preise für Nahrungsmittel und Energie knabbern an der Kaufkraft der Haushalte und verhindern eine nachhaltige Erholung des Indikators.

Anschaffungsneigung stagniert auf sehr niedrigem Niveau

Die Anschaffungsneigung setzt ihre stagnierende Entwicklung, die bereits seit über einem Jahr anhält, auch im Oktober fort. Der Indikator zeigt sich gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert und weist -16,3 Punkte auf. Damit bleibt auch sein Niveau überaus niedrig. Ein geringerer Wert für die Konsumneigung wurde zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2008 gemessen. Seit etwa einem Jahr verharrt die Konsumneigung auf diesem niedrigen Niveau und lässt nach wie vor keinerlei Anzeichen einer Besserung erkennen. Neben der hohen Inflation dürfte auch die Tatsache eine Rolle spielen, dass zuletzt die Arbeitslosigkeit wieder etwas zugenommen hat. Bei etlichen Beschäftigten wird die Sorge um die Sicherheit des Arbeitsplatzes damit zunehmen. Verstärkt wird die Besorgnis darüber hinaus durch steigende Unternehmensinsolvenzen, die ebenfalls für Verunsicherung sorgen. All dies drückt auf die Kauflaune der Bundesbürger.

Konjunkturerwartungen stabilisieren sich

Im Gegensatz zu den Einkommensaussichten bleiben die Konjunkturerwartungen von einem Rückschlag verschont. Der Indikator kann sich mit einem kleinen Plus von einem Punkt stabilisieren. Er liegt nun knapp 20 Zähler über dem entsprechenden Wert des Vorjahres.

Trotz der leichten Verbesserung signalisiert der Konjunkturindikator noch keine nachhaltige Erholung der deutschen Wirtschaft. Dies zeigt sich auch an den Wachstumsprognosen in diesem Jahr. Demnach wird Deutschland 2023 nach Angaben der EU-Kommission mit einem Minus von 0,4 Prozent die schlechteste konjunkturelle Entwicklung unter den Staaten der Europäischen Union verzeichnen.

Quelle: GfK

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