Deutsche Wirtschaft schrumpft 2023 um 0,5 Prozent

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich laut jüngster Herbstprognose des IfW Kiel eingetrübt. Im Vergleich zum Vorjahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,5 Prozent schrumpfen

IfW Kiel, Mitteilung vom 06.09.2023

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich laut jüngster Herbstprognose des IfW Kiel eingetrübt. Im Vergleich zum Vorjahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,5 Prozent schrumpfen, damit revidiert das IfW Kiel seine Sommerprognose (-0,3 Prozent) leicht nach unten.

Gründe sind vor allem eine schwache Industriekonjunktur, die Krise in der Bauwirtschaft sowie sinkende Konsumausgaben. Für 2024 rechnet das IfW Kiel nun mit einem Plus von 1,3 Prozent (bislang +1,8 Prozent), für 2025 mit einem Plus von 1,5 Prozent. Die Inflation dürfte sich deutlich verringern und 2024 und 2025 2,1 Prozent betragen. Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Abschwung robust, der öffentliche Schuldenstand bleibt etwa konstant.

Quelle: IfW Kiel

Powered by WPeMatico

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2023

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Auftragseingänge im Juli gegenüber dem Vormonat mit -11,7 % deutlich zurückgegangen, nachdem sie im Juni kräftig zugelegt hatten (+7,6 %). Sowohl aus dem Ausland (-12,9 %) als auch aus dem Inland (-9,7 %) gingen deutlich weniger Bestellungen ein.

BMWK, Pressemitteilung vom 06.09.2023

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Auftragseingänge im Juli gegenüber dem Vormonat mit -11,7 % deutlich zurückgegangen, nachdem sie im Juni kräftig zugelegt hatten (+7,6 %). Sowohl aus dem Ausland (-12,9 %) als auch aus dem Inland (-9,7 %) gingen deutlich weniger Bestellungen ein. Ohne Großaufträge nahmen die Bestellungen jedoch um 0,3 % zu. Der kräftige Rückgang im Juli ist dabei wesentlich auf Sondereffekte infolge von Großaufträgen im Vormonat zurückzuführen.

Rückgänge verzeichneten insbesondere die Bereiche EDV und optische Geräte (-23,6 %) elektrische Ausrüstungen (-16,7 %) sowie der gewichtige Maschinenbau (-8,7 %). Dagegen stiegen die Ordereingänge im bedeutsamem Bereich Kfz und Kfz-Teile (+2,7 %) sowie im Bereich Chemie (+0,5 %) und Metallerzeugung (+1,0 %) leicht.

Zusammenfassend schwankt die Nachfrage in der Industrie im Vormonatsvergleich stark aufgrund von Großaufträgen. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich entwickelten sich die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe im Juli mit einem Plus von 4,4 %. Eine nachhaltige Belebung der Industriekonjunktur lässt sich daraus angesichts des eingetrübten Geschäftsklimas und der schwachen Weltkonjunktur aber nicht ableiten.

Quelle: BMWK

Powered by WPeMatico

Subventionen für Plug-In-Hybride waren umweltschädlich

Die Abschaffung der Subventionen für Plug-In-Hybride in Deutschland zum 1. Januar 2023 war klimapolitisch sinnvoll. Eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim zeigt, dass das Ende dieser Subventionen zu einer jährlichen Reduktion von über 167.000 Tonnen Kohlenstoffemissionen beiträgt.

ZEW, Pressemitteilung vom 04.09.2023

Subventionen für Plug-in-Hybride führen zum vermehrten Kauf von großen und schweren Fahrzeugen

Die Abschaffung der Subventionen für Plug-In-Hybride in Deutschland zum 1. Januar 2023 war klimapolitisch sinnvoll. Eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim zeigt, dass das Ende dieser Subventionen zu einer jährlichen Reduktion von über 167.000 Tonnen Kohlenstoffemissionen beiträgt. Umgerechnet entspricht das dem jährlichen Ausstoß von über 53.000 Haushalten. Die Subventionen für Plug-In-Hybride wurden vor allem zum Kauf von vergleichsweise großen und schweren Fahrzeugen genutzt, die auf Basis der untersuchten Daten nur selten mit Strom aufgeladen und wenig elektrisch betrieben werden. Somit tragen sie nicht maßgeblich zur Einsparung von Emissionen bei­.

„Die Subventionen wurden hauptsächlich für den Kauf von großen und schweren Neuwagen genutzt. Inländische Unternehmen profitierten davon besonders, denn sie konnten dadurch ihr Flottengewicht deutlich erhöhen und damit die EU-Emissionsnormen leichter erfüllen. Denn die sind gewichtsbasiert: je schwerer ein Fahrzeug, desto mehr Emissionen dürfen ausgestoßen werden“, erklärt Ilona Tsanko, Researcher im Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Mitglied in der ZEW-Nachwuchsforschungsgruppe „Wettbewerb und Innovation“. „Die Einführung von emissionsarmen Innovationen, in diesem Fall Plug-In-Hybriden, sorgt nicht automatisch dafür, dass die Emissionen auch tatsächlich sinken. Es ist notwendig, dass Verbraucher/innen bereits vor dem Kauf darüber informiert werden, wie sie diese Produkte energieeffizient nutzen und welche Kosten entstehen, wenn sie dies nicht tun“, fordert Tsanko.

Mehr Emissionen bei falscher Nutzung

Plug-In-Hybride werden als umweltfreundlich vermarktet, obwohl der Energieverbrauch durch das Konsumverhalten der Verbraucher/innen in der Realität vergleichsweise hoch ist. Die Verbraucher/innen sind in der Regel nur über die Emissionen bei der effizientesten Nutzung informiert. Nur selten sind ihnen die Energieverbrauchswerte bei einer ineffizienten Nutzung bewusst. Im Angesicht der geringen Laderaten bei Plug-In-Hybriden muss verstärkt in den Blick genommen werden, wie man die Fahrer/innen zum Aufladen ihrer Plug-In-Hybride motivieren kann. Ein schnellerer Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland ist hierbei zielführend.

Quelle: ZEW

Powered by WPeMatico

Unternehmen erwarten niedrigere Preise

Die Inflation in Deutschland dürfte weiter sinken. Die Preiserwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate sind etwas zurückgegangen. Das geht aus den Konjunkturumfragen des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 05.09.2023

Die Inflation in Deutschland dürfte weiter sinken. Die Preiserwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate sind etwas zurückgegangen. Das geht aus den Konjunkturumfragen des ifo Instituts hervor. Sie fielen im August auf 14,7 Punkte, von 16,3* im Juli. „Der Rückgang der Inflation wird sich aber zäh hinziehen“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Bei den Einzelhändlern sank der Saldo der Preiserwartungen zum Beispiel nur von 34,9* auf 33,5 Punkte, in der Gastronomie von 47,8* auf 46,6 Punkte, beim Handel mit Nahrungs- und Genussmitteln von 55,3* auf 55,1 Punkte.

„Im Gegensatz dazu ist der Preisanstieg in der Industrie wohl fast gestoppt“, sagt Wollmershäuser weiter. Die Preiserwartungen sanken dort auf 3,7 Punkte, von auf 4,0* Punkten im Juli. Hinter diesem Durchschnitt verbergen sich jedoch gegenläufige Entwicklungen: Die Autohersteller planen noch, ihre Preise anzuheben (+21,6 Punkte), die Papierhersteller dagegen, sie zu senken (-48,1). Auch die Dienstleister insgesamt planen ihre Preise weiter anzuheben. Allerdings sind die Preiserwartungen weiter rückläufig und sanken auf 23,7, von 27,0* Punkten. Auf dem Bau stehen etwas mehr Preissenkungen an, die Preiserwartungen gingen auf -10,0 Punkte zurück, nach -8,3*.

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei +100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei -100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

* Saisonbereinigt korrigiert

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico

Fast alle bezahlen kontaktlos – auch bei den Senioren

Der Trend zum kontaktlosen Bezahlen setzt sich ungebrochen fort. In den vergangenen drei Monaten haben lt. Bitkom 95 Prozent der Deutschen mindestens einmal auf diese Weise bezahlt, vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 90 Prozent.

Bitkom, Pressemitteilung vom 04.09.2023

  • 95 Prozent der Deutschen setzen an der Kasse auf Karte, Smartphone oder Smartwatch
  • Erstmals nutzt eine knappe Mehrheit Smartphone und Smartwatch
  • Zwei Drittel wollen „cash only“ an der Kasse gesetzlich verbieten lassen

Statt an der Kasse Münzen oder Scheine aus dem Geldbeutel suchen, einfach Bankkarte, Smartphone oder Smartwatch ans Lesegerät halten – der Trend zum kontaktlosen Bezahlen setzt sich ungebrochen fort. In den vergangenen drei Monaten haben 95 Prozent der Deutschen mindestens einmal auf diese Weise bezahlt, vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 90 Prozent. 6 von 10 (60 Prozent) nutzen kontaktloses Bezahlen sogar mehrmals die Woche. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den 50 Prozent aus dem Vorjahr. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.178 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Ein Zehntel (10 Prozent) zahlt mehrmals täglich kontaktlos, ein Viertel (27 Prozent) täglich, 23 Prozent mehrmals pro Woche, 29 Prozent einmal die Woche und 6 Prozent seltener. „Immer mehr Menschen nutzen das kontaktlose Bezahlen und sie nutzen es immer häufiger. Viele Läden und Restaurants weisen inzwischen deutlich auf die Möglichkeit hin, da sie allen Beteiligten Vorteile bringt: Der Bezahlvorgang geht schneller, ist bequemer und unterm Strich auch für die Geschäftstreibenden effizienter“, sagt Kevin Hackl, Bereichsleiter Digital Banking & Financial Services beim Bitkom.

Zwischen den Altersgruppen gibt es beim kontaktlosen Bezahlen zwar deutliche Unterschiede, es hat sich aber auch bei den Älteren fest etabliert. 98 Prozent der 16- bis 29-Jährigen haben in den vergangenen drei Monaten mindestens einmal kontaktlos bezahlt, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es ebenso wie bei den 50- bis 64-Jährigen 99 Prozent. Und selbst unter den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren hat eine deutliche Mehrheit von 86 Prozent in den letzten drei Monaten kontaktlos bezahlt.

84 Prozent der Jüngeren zahlen zumindest ab und zu mit Smartphone oder Smartwatch

Zugenommen hat auch der Anteil derjenigen, die mit Smartphone oder Smartwatch an der Kasse bezahlen. Erstmals hat eine knappe Mehrheit (51 Prozent) der Deutschen diese Möglichkeit in den letzten drei Monaten genutzt, vor einem Jahr lag der Anteil mit 45 Prozent noch knapp darunter. 8 Prozent bezahlen mehrmals täglich kontaktlos mit Smartphone oder Smartwatch, 13 Prozent täglich und 12 Prozent mehrmals pro Woche. Ebenfalls 12 Prozent haben einmal pro Woche auf diese Weise bezahlt, 6 Prozent seltener. Besonders beliebt ist das Bezahlen mit Smartphone und Smartwatch bei den Jüngeren von 16 bis 29 Jahren, von denen es 84 Prozent zumindest ab und an genutzt haben. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 65 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 53 Prozent. Zurückhaltend sind in diesem Fall die Älteren ab 65, von denen nur 19 Prozent Smartphone oder Smartwatch zum kontaktlosen Bezahlen nutzen – aber auch hier gibt es gegenüber dem Vorjahr (11 Prozent) einen deutlichen Anstieg.

Und die Zahlen werden weiter steigen, geht es nach den Wünschen der Kundinnen und Kunden. 6 von 10 (61 Prozent) wollen künftig noch seltener Bargeld verwenden – vor einem Jahr waren es erst 52 Prozent, die sich das vorgenommen haben. Dabei geben bereits 8 von 10 (81 Prozent) an, dass sie in den vergangenen Jahren seltener Bargeld verwendet haben – hier dürfte auch die Corona-Pandemie eine Rolle gespielt haben. Die Hälfte (51 Prozent) sagt sogar, dass sie Bargeld nur noch aus Sorge, an einer Kasse nicht digital bezahlen zu können, mitnimmt. Entsprechend geben 7 von 10 (70 Prozent) an, dass es sie stört, wenn man im Geschäft nicht ohne Bargeld bezahlen kann. Zwei Drittel (66 Prozent) wünschen sich daher eine gesetzliche Pflicht für Geschäfte, neben Bargeld-Zahlungen auch mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten. „Cash-only sollte für jedes Geschäft, jedes Restaurant und jede Verkaufsstelle endgültig der Vergangenheit angehören. Die Menschen wollen Wahlfreiheit beim Bezahlen und sie möchten mit Smartphone, Smartwatch oder Karte bezahlen können. Auf der einen Seite denkt die Politik über die Einführung von digitalem Zentralbankengeld nach, auf der anderen Seite müssen Verbraucher bei Ticketautomaten oder beim Kiosk um die Ecke nach Münzen suchen. Wahlfreiheit zu garantieren ist vornehmlich eine politische Aufgabe“, so Hackl.

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico

Exporte im Juli 2023: -0,9 % zum Juni 2023

Im Juli 2023 sind die deutschen Exporte gegenüber Juni 2023 um 0,9 % gesunken und die Importe um 1,4 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2022 um 1,0 % und die Importe um 10,2 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 04.09.2023

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Juli 2023

  • 130,4 Milliarden Euro
  • -0,9 % zum Vormonat
  • -1,0 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), Juli 2023

  • 114,5 Milliarden Euro
  • +1,4 % zum Vormonat
  • -10,2 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), Juli 2023

  • +15,9 Milliarden Euro

Im Juli 2023 sind die deutschen Exporte gegenüber Juni 2023 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % gesunken und die Importe um 1,4 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2022 um 1,0 % und die Importe um 10,2 %.

Insgesamt wurden im Juli 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 130,4 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 114,5 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im Juli 2023 mit einem Überschuss von 15,9 Milliarden Euro ab. Im Juni 2023 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik bei +18,7 Milliarden Euro gelegen, im Juli 2022 bei +4,2 Milliarden Euro.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juli 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 71,9 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 61,7 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Juni 2023 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 0,5 % und die Importe aus diesen Staaten um 2,9 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Juli 2023 Waren im Wert von 51,2 Milliarden Euro (+1,7 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 41,7 Milliarden Euro (+5,6 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Juli 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 20,7 Milliarden Euro (-2,3 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 19,9 Milliarden Euro (-2,2 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Juli 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 58,5 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 52,8 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Juni 2023 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 2,5 % und die Importe von dort um 0,2 % ab.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Juli 2023 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 5,2 % mehr Waren exportiert als im Juni 2023. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 13,5 Milliarden Euro. Die Exporte in die Volksrepublik China nahmen um 1,2 % auf 8,3 Milliarden Euro zu, die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken um 3,5 % auf 6,3 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im Juli 2023 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 13,2 Milliarden Euro eingeführt, das waren 5,8 % weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 6,1 % auf 7,9 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 3,2 % auf 3,0 Milliarden Euro ab.

Die Exporte in die Russische Föderation stiegen im Juli 2023 gegenüber Juni 2023 kalender- und saisonbereinigt um 2,2 % auf 0,7 Milliarden Euro. Gegenüber Juli 2022, als infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine der Export nach Russland stark zurückgegangen war, nahmen sie um 31,3 % ab. Die Importe aus Russland sanken im Juli 2023 gegenüber Juni 2023 um 15,7 % auf 0,2 Milliarden Euro, gegenüber Juli 2022 gingen die Importe um 91,8 % zurück.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Juli 2023 Waren im Wert von 126,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 110,5 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2022 nahmen die Exporte im Juli 2023 damit um 0,9 % ab, die Importe sanken um 10,3 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Juli 2023 mit einem Überschuss von 16,4 Milliarden Euro ab. Im Juli 2022 hatte der Saldo +4,9 Milliarden Euro betragen. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

Containerumschlag startet schwach ins zweite Halbjahr

Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist nach der aktuellen Schnellschätzung im Juli mit saisonbereinigt 121,9 Punkten gegenüber dem Vormonat leicht gefallen. Damit dürfte die Erholung des weltweiten Containerumschlags zunächst beendet sein.

RWI, Pressemitteilung vom 31.08.2023

Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist nach der aktuellen Schnellschätzung im Juli mit saisonbereinigt 121,9 Punkten gegenüber dem Vormonat leicht gefallen. Damit dürfte die Erholung des weltweiten Containerumschlags zunächst beendet sein.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im Juli mit 121,9 Punkten gegenüber 123,3 Punkten (revidiert) im Vormonat gesunken.
  • Von der Abschwächung des Containerumschlags sind alle Weltregionen erfasst.
  • In den chinesischen Häfen ist der Rückgang des Containerumschlags relativ gering. Der Indexwert für die chinesischen Häfen sank von 139,4 auf 137,3 Punkte.
  • Der Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, ist im Juli gegenüber dem Vormonat von 106,6 (revidiert) auf 103,8 Punkte etwas stärker gesunken.
  • Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index für August 2023 wird am 28. September 2023 veröffentlicht.

Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Der Containerumschlag schwächt sich zu Beginn des zweiten Halbjahres etwas ab. Damit deutet auch dieser Indikator auf eine konjunkturelle Abschwächung im dritten Quartal hin. Hohe Energiepreise und gestiegene Zinsen belasten international die Nachfrage.“ (…)

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Powered by WPeMatico

Familienfreundlichkeit für Unternehmen wichtiger denn je

Deutsche Unternehmen waren noch nie so familienfreundlich: Für fast 86 Prozent ist das Thema wichtig, zeigt eine neue Studie des IW Köln, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesfamilienministerium entstanden ist.

IW Köln, Pressemitteilung vom 01.09.2023

Deutsche Unternehmen waren noch nie so familienfreundlich: Für fast 86 Prozent ist das Thema wichtig, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die in Zusammenarbeit mit dem Bundesfamilienministerium entstanden ist.

Der Arbeitsmarkt stellt die deutsche Wirtschaft vor enorme Herausforderungen: Drei von vier Unternehmen haben Probleme, für ihre offenen Stellen geeignete Bewerber zu finden. Die Lage dürfte sich verschärfen, denn in den kommenden Jahren gehen Millionen Mitarbeiter in Rente, für deren Stellen nicht nur fachlich, sondern auch schon rechnerisch passende Nachfolger fehlen. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen möglichst attraktive Arbeitgeber sind, dazu gehört auch ein familienfreundliches Umfeld. Das ist für knapp 86 Prozent der deutschen Unternehmen wichtig, zeigt die neue IW-Studie. 2015 war dieser Faktor nur für rund 77 Prozent essenziell.

Mehr Familienfreundlichkeit, weniger Fluktuation

Familienfreundlichkeit hilft dabei, Privates und Berufliches besser miteinander zu verbinden – beispielsweise, indem Arbeitszeit und Arbeitsort flexibel bleiben. Davon profitieren nicht nur Eltern, sondern auch diejenigen, die Angehörige pflegen. Für Unternehmen lohnt sich das Engagement: Zufriedene Beschäftigte spielen deutlich seltener mit dem Gedanken, ihren Arbeitgeber zu wechseln, nur 19 Prozent aller familienfreundlichen Arbeitgeber leiden unter zu hoher Fluktuation. Bei Unternehmen, die keinen besonderen Wert auf Familienfreundlichkeit legen, liegt der Anteil bei 30 Prozent.

Längst betriebliche Realität

Vor 20 Jahren galt Familienfreundlichkeit noch als großes Ziel, heute sei sie betriebliche Realität, sagt IW-Direktor Michael Hüther. „Familienfreundliche Arbeitgeber haben es deutlich leichter, geeignete Bewerber zu finden und Mitarbeiter an sich zu binden. Es stimmt daher optimistisch, dass mittlerweile jedem zweiten Unternehmen eine familienfreundliche Unternehmenskultur zugeschrieben werden kann.“ (…)

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Powered by WPeMatico

Organisierte Kriminalität greift verstärkt die deutsche Wirtschaft an

206 Mrd. Euro Schaden entstehen der deutschen Wirtschaft jährlich durch Diebstahl von IT-Ausrüstung und Daten sowie digitale und analoge Industriespionage und Sabotage. Damit liegt der Schaden zum dritten Mal in Folge über der 200-Milliarden-Euro-Marke. In den kommenden zwölf Monaten erwartet die große Mehrheit der Unternehmen (82 Prozent) lt. Bitkom eine Zunahme von Cyberangriffen auf das eigene Unternehmen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 01.09.2023

  • 206 Milliarden Euro Schaden pro Jahr durch Datendiebstahl, Spionage und Sabotage
  • Die meisten Angriffe kommen aus Russland und China
  • Jedes zweite Unternehmen fühlt sich durch Cyberangriffe existenziell bedroht

206 Milliarden Euro Schaden entstehen der deutschen Wirtschaft jährlich durch Diebstahl von IT-Ausrüstung und Daten sowie digitale und analoge Industriespionage und Sabotage. Damit liegt der Schaden zum dritten Mal in Folge über der 200-Milliarden-Euro-Marke (2022: 203 Milliarden Euro, 2021: 223 Milliarden Euro) und pendelt sich auf sehr hohem Niveau ein. Das sind Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die mehr als 1.002 Unternehmen quer durch alle Branchen repräsentativ befragt wurden. Rund drei Viertel (72 Prozent) aller Unternehmen waren in den vergangenen zwölf Monaten von analogen und digitalen Angriffen betroffen, weitere 8 Prozent vermuten dies, ohne entsprechende Angriffe zweifelsfrei nachweisen zu können. Gegenüber dem Vorjahr mit 84 bzw. 9 Prozent ging die Zahl der Angriffe damit leicht zurück. Deutlich zugenommen haben allerdings jene Angriffe, die der organisierten Kriminalität zuzurechnen sind. 61 Prozent der betroffenen Unternehmen sehen die Täter in diesem Bereich. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 51 Prozent, vor zwei Jahren sogar nur bei 29 Prozent. Zugleich entwickeln sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine Russland und China immer mehr zur Basis für Attacken auf die deutsche Wirtschaft. 46 Prozent der betroffenen Unternehmen konnten Angriffe nach Russland zurückverfolgen (2021: 23 Prozent), 42 Prozent wurden aus China angegriffen (2021: 30 Prozent). Damit steht Russland erstmals an der Spitze der Länder, von denen Angriffe auf die deutsche Wirtschaft gefahren werden. Gleichzeitig sind drei Viertel aller Unternehmen (75 Prozent) der Meinung, dass die Gefahr unterschätzt wird, die von China für die Cybersicherheit ausgeht. Und 61 Prozent halten die Sicherheitsbehörden derzeit für machtlos gegenüber Cyberattacken aus dem Ausland.

„Die deutsche Wirtschaft ist ein hoch attraktives Angriffsziel für Kriminelle und uns feindlich gesonnene Staaten. Die Grenzen zwischen organisierter Kriminalität und staatlich gesteuerten Akteuren sind dabei fließend. Der leichte Rückgang der betroffenen Unternehmen ist ein positives Zeichen und deutet darauf hin, dass die Schutzmaßnahmen Wirkung entfalten“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Erstmals fühlt sich eine Mehrheit von 52 Prozent der Unternehmen durch Cyberattacken in ihrer Existenz bedroht. Vor einem Jahr waren es 45 Prozent, vor zwei Jahren sogar nur 9 Prozent. „Die Bedrohungslage bleibt hoch, daher müssen alle Unternehmen ihre IT-Sicherheit steigern. Zugleich müssen wir die Kooperation zwischen Wirtschaft und Sicherheitsbehörden weiter ausbauen, um Angriffe zu verhindern und Täter zu ermitteln.“

Verfassungsschutz-Vizepräsident Sinan Selen sagte bei der Vorstellung der Studie: „Die Ergebnisse der aktuellen Bitkom-Studie fügen sich nahtlos in unsere Lageeinschätzung ein. Wir sind mit einer verstetigten hohen Bedrohung durch staatliche und nicht-staatliche Cyberakteure konfrontiert. Regionale Schwerpunkte sind deutlich erkennbar. Wir sehen, dass staatliche Akteure sich auch Cyberakteuren bedienen und eine hohe Bandbreite von Zielen angreifen. Diese reichen von Angriffen auf politische Institutionen über die Wirtschaft – von spezialisierten kleinen Tech-Unternehmen bis hin zu Großkonzernen – und betrifft ebenso Forschungseinrichtungen. Die Gegner haben einen langen Atem und gehen immer aggressiver, professioneller und agiler vor. Unsere Antwort auf diese verstetigte Bedrohung ist eine deutliche Stärkung der Kooperation mit unseren Partnern, die schnelle Detektion und Reaktion auf erkannte Angriffe und fortlaufende Anpassung unserer Abwehrmechanismen. Bitkom leistet mit dieser Studie einen wertvollen Beitrag im Rahmen dieser Abwehr- und Härtungsstrategie.“

Angriffe auf die Wirtschaft zunehmend digital

Die Angriffe auf Unternehmen haben sich in den vergangenen zwölf Monaten weiter in den digitalen Bereich verlagert. So waren 70 Prozent der Unternehmen von Diebstahl sensibler Daten betroffen oder vermutlich betroffen, ein Anstieg um 7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. 61 Prozent beklagen das Ausspähen digitaler Kommunikation (plus 4 Prozentpunkte) sowie die digitale Sabotage von Systemen oder Betriebsabläufen (plus 8 Prozentpunkte). Tendenziell rückgängig sind dagegen analoge Angriffe wie der Diebstahl von IT- oder Telekommunikationsgeräten (67 Prozent, minus 2 Prozentpunkte) sowie von sensiblen physischen Dokumenten oder Mustern (35 Prozent, minus 7 Prozentpunkte), das Abhören von Besprechungen oder Telefonaten vor Ort, etwa mit Wanzen (17 Prozent, minus 11 Prozentpunkte) sowie die physische Sabotage (17 Prozent, minus 5 Prozentpunkte).

Bei den Cyberattacken steht Phishing mit 31 Prozent (2022: 25 Prozent) an der Spitze, dahinter folgen Angriffe auf Passwörter (29 Prozent, 2022: 25 Prozent) sowie die Infizierung mit Schadsoftware (28 Prozent, 2022: 25 Prozent). Deutlich angestiegen sind Schäden durch Ransomware, von denen rund ein Viertel (23 Prozent) der Unternehmen berichten. Vor einem Jahr waren es nur 12 Prozent. Rückläufig sind dagegen Schäden durch Distributed Denial of Service (DDoS) Attacken, die nur noch in 12 Prozent der Unternehmen Schäden verursacht haben, vor einem Jahr waren es mit 21 Prozent noch fast doppelt so viele.

Cyberattacken machen Großteil des Schadens aus

Inzwischen sind Cyberattacken für fast drei Viertel (72 Prozent) des gesamten Schadens verantwortlich, der der deutschen Wirtschaft durch Datendiebstahl, Sabotage und Industriespionage entsteht – das entspricht rund 148 Milliarden Euro und ist ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr, als nur 63 Prozent und damit rund 128 Milliarden Euro Cyberangriffen zugerechnet werden konnten. „Digitale Angriffe lassen sich von jedem Ort der Welt ausführen. Und die Gefahr, von Polizei oder anderen Strafverfolgungsbehörden behelligt zu werden, ist in vielen Ländern gering oder nicht vorhanden“, so Wintergerst. „Der Trend zu Angriffen im digitalen Raum wird sich fortsetzen. Die deutschen Unternehmen müssen ihre IT-Sicherheit mindestens auf jenes Niveau bringen, das für die physische Sicherheit vor Ort längst Standard ist.“

Datendiebstahl: Persönliche Daten rücken in den Fokus

Einen eindeutigen Trend gibt es auch beim Daten-Diebstahl. So berichtet eine Mehrheit der betroffenen Unternehmen (56 Prozent), dass Daten von Kundinnen und Kunden betroffen waren. 2022 lag der Anteil erst bei 45 Prozent, 2021 bei 31 Prozent. Ebenfalls deutlich gestiegen ist der Diebstahl von Daten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit aktuell 33 Prozent nach 25 Prozent im Jahr 2022 und 17 Prozent im Jahr 2021. „Wenn persönliche Daten Dritter entwendet werden, geht die Schadwirkung oft weit über das angegriffene Unternehmen hinaus und es kann zu erheblichen Folgeschäden bei den betroffenen Personen kommen. Und auch für die Unternehmen ist ein solcher Angriff meist besonders gravierend: Oft erwarten sie Bußgelder und zum Reputationsverlust kommt ein massiver Vertrauensverlust bei Mitarbeitenden, Kunden oder Partnern“, so Wintergerst. Am häufigsten werden weiterhin Kommunikationsdaten wie E-Mails gestohlen (62 Prozent, 2022: 68 Prozent). Einem Viertel der von Datendiebstahl betroffenen Unternehmen (23 Prozent) wurden Zugangsdaten oder Passwörter entwendet, 20 Prozent Finanzdaten und 17 Prozent Daten rund um geistiges Eigentum wie etwa Patente oder Informationen aus Forschung und Entwicklung.

8 von 10 Unternehmen erwarten mehr Cyberangriffe auf ihr Unternehmen

In den kommenden zwölf Monaten erwartet die große Mehrheit der Unternehmen (82 Prozent) eine Zunahme von Cyberangriffen auf das eigene Unternehmen. Dabei rechnen 54 Prozent sogar damit, dass die Attacken stark zunehmen, 28 Prozent glauben, dass sie eher zunehmen werden. 15 Prozent gehen von einer unveränderten Situation aus – kein einziges der mehr als 1.000 befragten Unternehmen rechnet mit einem Rückgang der Angriff. Die große Mehrheit der Unternehmen (97 Prozent) wünscht sich daher, dass die Sicherheitsbehörden besser über die Cybersicherheitslage informieren, zum Beispiel auch über bekannte Schwachstellen. 84 Prozent sind der Meinung, die Meldung von Cyberangriffen sollte für Unternehmen, aber auch für Behörden und öffentliche Einrichtungen verpflichtend sein. Zugleich beklagen aber 80 Prozent, dass derzeit der bürokratische Aufwand bei der Meldung von Cyberangriffen zu hoch ist.

Unternehmen stellen größeren Anteil ihres IT-Budgets für Cybersicherheit bereit

Angesichts dieser Bedrohungslage haben die Unternehmen Ihre Investitionen in die IT-Sicherheit hochgefahren. Im Durchschnitt gehen derzeit 14 Prozent des IT-Budgets eines Unternehmens in die IT-Sicherheit, nach 9 Prozent im Vorjahr. Rund ein Drittel der Unternehmen (30 Prozent) kommt auf einen Anteil von 20 Prozent oder mehr am IT-Budget und erfüllt damit die Empfehlung des Bitkom und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI). 42 Prozent wenden 10 bis unter 20 Prozent auf, 16 Prozent 5 bis unter 10 Prozent und jedes 20. Unternehmen sogar weniger als 5 Prozent. Wintergerst: „Im Management der Unternehmen setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass nachhaltige Digitalisierung nur mit einem professionellen Sicherheitsmanagement gelingt. Digitale Transformation und IT-Sicherheit müssen Hand in Hand gehen.“

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico

Energiekosten werden zur Produktionsbremse in Deutschland

Die Risiken der Energiewende überwiegen aus Sicht der Unternehmen inzwischen deutlich ihre Chancen. Hohe Energiepreise und energiepolitische Unsicherheiten zwingen lt. DIHK viele Betriebe, ihre Produktion in Deutschland einzuschränken oder sogar ganz abzuwandern.

DIHK, Mitteilung vom 31.08.2023

Immer mehr Unternehmen sehen die hohen Energiepreise und das unsichere energiepolitische Umfeld als Belastung für die praktische Umsetzung der Energiewende. Teilweise müssen sie ihre Produktion am Standort Deutschland einschränken oder an ausländische Standorte verlagern. Das ist das zentrale Ergebnis des Energiewende-Barometers 2023 der IHK-Organisation, an dem sich 3.572 Unternehmen quer durch alle Branchen und Regionen in Deutschland beteiligt haben.

Deutlich zeigt die Umfrage, dass die Energiewende immer mehr Betriebe in ihrer Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Das Barometer fällt drastisch auf den schlechtesten Wert in der Geschichte seit der ersten Erhebung im Jahr 2012. Das Vertrauen in die Energiepolitik ist in der gesamten Breite der deutschen Wirtschaft auf einem Tiefpunkt angelangt.

Mehr Risiken als Chancen

Insgesamt erwarten die deutschen Betriebe von der Energiewende unter dem Strich deutlich mehr Risiken als Chancen für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Auf einer Skala von minus 100 („sehr negativ“) bis plus 100 („sehr positiv“) ergibt sich ein Barometerwert von rund minus 27 – nach minus 7 in den letzten beiden Jahren.

Energiepolitik wird zum Transformationshemmnis

Die Gründe für die zutiefst besorgte Einschätzung der Betriebe sind auch in den Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zu suchen. Die daraus resultierenden hohen Preise und Versorgungsrisiken erschweren die Umsetzung der Energiewende für die Unternehmen und führen zur­ Verunsicherung. Der Politik ist es nur teilweise gelungen, erfolgreich gegenzusteuern, wie die Umfrage zeigt.

Fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit in der Energiepolitik rücken aus Sicht der Betriebe an die erste Stelle der Transformationshemmnisse. Fast zwei Drittel der Unternehmen fühlen sich hierdurch ausgebremst. Sie sehen sich wie beim Energieeffizienzgesetz mit Vorgaben und Zielen konfrontiert, die in der Praxis kaum umsetzbar sind. Auch Fördermaßnahmen sind zwar im Zweifel gut gemeint, ihre Umsetzung ist aber oft äußerst bürokratisch.

Drei Viertel der Betriebe fahren laut Barometer ihre Investitionstätigkeiten zurück. Das geht nicht nur zu Lasten von Investitionen in den Klimaschutz, sondern auch Forschung und Innovation sowie Ersatzbeschaffung sind betroffen. Das ist das Gegenteil von dem Investitionsaufschwung, der zur Bewältigung der aktuellen Krisen nötig wäre.

Energiewende verstärkt Abwanderung

Die Unternehmen haben vor dem Hintergrund zunehmender Kosten und Regulierungen immer mehr Schwierigkeiten, sich am Standort Deutschland zu halten. Fast ein Drittel der Industriebetriebe (32 Prozent) plant oder realisiert bereits die Verlagerung von Kapazitäten ins Ausland beziehungsweise die Einschränkung ihrer Produktion im Inland. Dies ist fast eine Verdopplung gegenüber dem letzten Jahr. Am stärksten ausgeprägt sind die Abwanderungstendenzen bei den großen Industrieunternehmen (ab 500 Beschäftigten): Dort gilt bereits für fast die Hälfte (43 Prozent) der Betriebe, dass sie Produktionsprozesse verlagern oder dies beabsichtigen.

Bessere Rahmenbedingungen und Steuer- sowie Abgabensenkung

Ein Gegensteuern der Politik ist möglich und äußerst notwendig – nicht nur bei Planbarkeit und Bürokratieabbau. 86 Prozent der Unternehmen stimmen zu, dass die Rahmenbedingungen für Energie-Eigenversorgung und -Direktlieferverträge verbessert werden sollen. Außerdem wäre es dringend erforderlich, Steuern und Abgaben auf den Strompreis zu senken (73 Prozent der Befragten). Dabei sollten energiepolitische Maßnahmen grundsätzlich von den Prinzipien der Wirtschaftlichkeit, Freiwilligkeit und Technologieoffenheit geleitet sein (80 Prozent der Befragten).

Quelle: DIHK

Powered by WPeMatico