Welthandel trübt sich ein

Der negative Ausblick von Mitte Juli bestätigt sich: Die Werte des Kiel Trade Indicator für den Welthandel und auch für den Handel großer Volkswirtschaften sind im Juli im Vergleich zum Juni durchweg negativ

IfW Kiel, Mitteilung vom 07.08.2023

Der negative Ausblick von Mitte Juli bestätigt sich: Die Werte des Kiel Trade Indicator für den Welthandel und auch für den Handel großer Volkswirtschaften sind im Juli im Vergleich zum Juni durchweg negativ (preis- und saisonbereinigt). Bereits die Schiffsbewegungen der ersten Monatshälfte verhießen nichts Gutes, mit Vorliegen der Daten für den kompletten Monat fällt die Vorhersage noch schlechter aus. Ursache dürften vor allem die weltweit eingetrübten Konjunkturaussichten sein. Die aktuellen, schlechten Nachrichten vom Seeverkehr – Niedrigwasser im Panamakanal und die Havarie in der Nordsee – bleiben für das Gesamtbild folgenlos.

Das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator weist für den Welthandel im Juli im Vergleich zum Vormonat Juni ein deutliches Minus von 1,6 Prozent aus (preis- und saisonbereinigt).

Für Deutschland liegen die Werte des Kiel Trade Indicator sowohl für Exporte (-0,4 Prozent) als auch Importe (-1,2 Prozent) im roten Bereich. Gleiches gilt in noch etwas stärkerem Maße für die EU-Exporte (-1, 6 Prozent) und -Importe (-1,5 Prozent).

„Die konjunkturelle Eintrübung hat Europa fest im Griff, in den wirtschaftlich stärksten Ländern Deutschland und Frankreich war die Stimmung in den Unternehmen in den letzten zehn Jahren nur im Pandemiejahr 2020 noch schlechter, das macht sich jetzt auch in den Handelszahlen bemerkbar“, sagt Vincent Stamer, Leiter Kiel Trade Indicator.

„Die Einschränkungen im Panamakanal durch das Niedrigwasser sind dagegen für Europa nahezu folgenlos, zu gering ist die Bedeutung der Handelsroute. Durch die Havarie in der Nordsee waren überhaupt keine Einschränkungen für den Seeverkehr zu beobachten.“

Bedeutung von China als Exportmarkt geht zurück

Den im Vergleich kräftigsten Rückgang verzeichnen die USA bei den Exporten (-3,7 Prozent), auch die Importe (-0,8) sind negativ.

„Im Gegensatz zu Europa zeichnet sich für Nordamerika eine konjunkturelle Bodenbildung im Stimmungsbild der Unternehmen ab, trotz ebenfalls schlechter Handelszahlen im Juli ist der Ausblick für die USA daher grundsätzlich besser“, so Stamer.

Bei Chinas Handel ist nach dem Aufwärtstrend der vergangenen Monate ein Rücksetzer zu beobachten, Exporte (-1,6 Prozent) und Importe (-0,7 Prozent) liegen im roten Bereich. „China importiert inflationsbereinigt spürbar weniger Waren aus der Welt als in der Boomphase 2021“, so Stamer.

Chinas Anteil an deutschen Exporten ist im ersten Halbjahr von 7 Prozent im Vorjahr auf 6,2 Prozent in diesem Jahr gefallen. Die USA sind mit einem Anteil von fast 10 Prozent das wichtigste einzelne Abnehmerland für deutsche Exporte.

Rückläufige Aktivität auf den Weltmeeren

Ins Bild der schwachen Handelszahlen im Juli passt die leicht rückläufige Aktivität auf den Weltmeeren. Die Menge an verschifften Standardcontainern sank auf rund 13,7 Millionen und damit um 1 Prozent unter ihr Zwischenhoch im Mai und nunmehr 4 Prozent unter ihr Allzeithoch im Frühjahr 2022.

Die Staus in der Containerschifffahrt gehen leicht zurück, und die Menge an verschifften Waren im Roten Meer, der wichtigsten Seehandelsroute zwischen Europa und Asien, sinkt um rund 50.000 Standardcontainer und liegt damit rund 13 Prozent unter dem eigentlich zu erwartenden Wert.

Quelle: IfW Kiel

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni 2023

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni gegenüber dem Vormonat spürbar um 1,5 % gefallen, nachdem sie im Mai in etwa unverändert geblieben war (-0,1 %).

BMWK, Pressemitteilung vom 07.08.2023

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni gegenüber dem Vormonat spürbar um 1,5 % gefallen, nachdem sie im Mai in etwa unverändert geblieben war (-0,1 %). In der Industrie und im Baugewerbe verringerte sich die Ausbringung zuletzt um 1,3 % bzw. 2,8 %. Im Bereich Energie kam es im Juni zu einer Stabilisierung (+0,6 %), nachdem hier in den zwei Monaten zuvor kräftige Abnahmen verzeichnet worden waren.

In den beiden gewichtigen Industriebereichen Kfz und Kfz-Teile sowie Maschinenbau nahm die Herstellung im Juni um 3,5 % bzw. 1,3 % ab. Die besonders energie-intensiven Industriezweige verzeichneten nach den Rückgängen in den Vormonaten insgesamt ein Plus von 1,1 %, wobei Zuwächsen bei chemischen Erzeugnissen (+3,5 %) sowie Kokerei und Mineralölverarbeitung (+15,3 %) Abnahmen in den Bereichen Metallerzeugung und -bearbeitung (-3,1 %), Papier und Pappe (-2,3 %) sowie Glas, Glaswaren und Keramik (-0,7 %) gegenüberstanden.

Die Industrieproduktion entwickelte sich am Ende des zweiten Quartals schwach, nachdem es im April und Mai Zuwächse gegeben hatte. Im Quartalsvergleich ergab sich ein Minus von 0,6 %. Hier schlägt ein deutlicher Rückgang von 3,4 % bei den besonders energie-intensiven Industrien zu Buche. Der Ausblick für die Industriekonjunktur bleibt trotz der zuletzt wieder zunehmenden Nachfrage eingetrübt, weil diese stark durch Schwankungen bei Großaufträgen geprägt war. Angesichts der gedämpften Geschäfts- und Exporterwartungen der Unternehmen ist eine spürbare Erholung derzeit noch nicht absehbar.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Je reicher die Eltern, desto eher arbeiten Jugendliche

Viele Jugendliche verdienen sich mit Nebenjobs Geld dazu – indem sie beispielsweise kellnern oder Nachhilfe geben. Besonders beliebt sind solche Jobs bei Jugendlichen aus wohlhabenden Elternhäusern, wie eine neue Studie des IW Köln zeigt.

IW Köln, Pressemitteilung vom 04.08.2023

Viele Jugendliche verdienen sich mit Nebenjobs Geld dazu – indem sie beispielsweise kellnern oder Nachhilfe geben. Besonders beliebt sind solche Jobs bei Jugendlichen aus wohlhabenden Elternhäusern, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Zeitungen austragen, den Rasen in Nachbars Garten mähen, Nachhilfe geben, im Café nebenan Kaffee und Kuchen servieren: Nebenjobs sind bei Jugendlichen beliebt, gerade in den Sommerferien. Etwa jeder zweite 17-Jährige jobbt nebenher, und das oft schon seit Jahren. 14 Prozent der Jugendlichen starten einen Nebenjob sogar schon mit 13 oder 14 Jahren, wie eine neue IW-Studie zeigt.

Mit Netzwerken zum ersten Job

Ein Blick auf die Elternhäuser zeigt: Je reicher die Eltern, desto eher bessern Jugendliche ihr Taschengeld auf. Rund 52 Prozent der 17-Jährigen, deren Eltern gemessen am Einkommen zur reicheren Hälfte gehören, arbeiten nebenbei. Bei der ärmeren Hälfte jobben nur 31,5 Prozent. Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn die Einkommen in Sechstel aufgeteilt werden: Gehören Eltern zum reichsten Sechstel arbeiten rund 60 Prozent der Jugendlichen, beim ärmsten Sechstel sind es nur knapp 30 Prozent. Eine mögliche Erklärung: Besser situierte Familien verfügen über ein besseres Netzwerk und sind oft selbst Unternehmer – dadurch ist die Hürde, einen Nebenjob anzunehmen, deutlich geringer. Auch Jugendliche, deren Eltern Akademiker oder selbstständig sind, arbeiten besonders häufig. Und: Wer aufs Gymnasium geht, arbeitet ebenfalls häufiger als andere.

Motivation: Geld

Geht es um die Motivation, antworten zwei Drittel der Jugendlichen, die nebenbei jobben, mit einer einfachen Antwort: Geld. Für knapp 68 Prozent ist allein der Verdienst ausschlaggebend. Allerdings gibt es Unterschiede: Je reicher die Eltern, desto wichtiger ist den Jugendlichen das Interesse an der Tätigkeit selbst.

Nebenjobs sind für Jugendliche gleich aus mehreren Gründen sinnvoll, sagt IW-Studienautor Wido Geis-Thöne: „Wer früh Erfahrungen im Arbeitsleben sammelt, wird schneller zuverlässiger und eigenständiger als andere“, sagt er. Und: „Solche frühen Jobs und Praktika erleichtern oft den Einstieg ins Arbeitsleben.“

Quelle: IW Köln

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni 2023

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Auftragseingänge im Juni gegenüber dem Vormonat mit +7,0 % erneut kräftig im Plus. Bereits im Mai hatten sie mit +6,2 % deutlich zugelegt. Das teilt das BMWK mit.

BMWK, Pressemitteilung vom 04.08.2023

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Auftragseingänge im Juni gegenüber dem Vormonat mit +7,0 % erneut kräftig im Plus. Bereits im Mai hatten sie mit +6,2 % deutlich zugelegt. Allerdings war der Anstieg zuletzt im Vormonatsvergleich im Wesentlichen durch Großaufträge verursacht. Rechnet man diese heraus, gingen die Neuaufträge im Juni um 2,6 % zurück.

Positiv entwickelten sich die Ordereingänge insbesondere in den Bereichen elektrische Ausrüstungen (+9,6 %), pharmazeutische Erzeugnisse (+7,0 %) sowie im gewichtigen Maschinenbau (+5,1 %). Die Bestellungen im ebenfalls gewichtigen Bereich Kfz und Kfz-Teile gingen hingegen mit -7,3 % kräftig zurück und auch der Bereich EDV und optische Geräte verzeichnete einen Rückgang (-3,3 %).

Insgesamt zeigt die Nachfrage in der Industrie weiter ein uneinheitliches Bild, das von starken Schwankungen und Sondereffekten durch Großbestellungen geprägt ist. Im aussagekräftigeren Quartalsvergleich entwickelten sich die Bestellungen in der Industrie im zweiten Quartal mit +0,2 % gegenüber dem ersten Quartal stabil. Dennoch bleiben die Aussichten für die Industriekonjunktur angesichts des weiter eingetrübten Geschäftsklimas und der schwachen Weltkonjunktur vorerst verhalten.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Gründungsinteresse auf Rekordtief

Mit Mut und guten Ideen entwickeln Gründerinnen und Gründer Innovationen, sorgen für Wachstum und Arbeitsplätze und dienen nicht zuletzt als Vorbilder für eigenverantwortliches Handeln. Die Berichte aus den 79 regionalen Industrie- und Handelskammern (IHKs) geben jedoch Anlass zur Sorge.

DIHK, Mitteilung vom 03.08.2023

Mit Mut und guten Ideen entwickeln Gründerinnen und Gründer Innovationen, sorgen für Wachstum und Arbeitsplätze und dienen nicht zuletzt als Vorbilder für eigenverantwortliches Handeln. Die Berichte aus den 79 regionalen Industrie- und Handelskammern (IHKs) geben jedoch Anlass zur Sorge. Denn ihnen zufolge gerät dieses wichtige Fundament für den Mittelstand nach und nach ins Rutschen.

Weniger Gründungswillige suchen Beratungen auf

Im Jahr 2022 interessierten sich rund 154.800 Personen für Informationen und Beratungen zur unternehmerischen Selbstständigkeit – ein Rekordtief in der 20-jährigen Erhebungsgeschichte. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 brach die Zahl der Gründungsgespräche um 42 Prozent ein. Dieser besorgniserregende Trend erstreckt sich auf die Breite der Wirtschaft. Klassische Branchen wie Handel, Dienstleistungen sowie Gastgewerbe sind besonders stark betroffen. Trotz der Chancenfelder Digitalisierung und Künstliche Intelligenz nimmt das Interesse aber auch in innovativen Zukunftsbranchen wie der Informations- und Kommunikationstechnologie ab.

Ein Teil des Rückgangs erklärt sich aus der demografischen Entwicklung: Die Jahrgänge im gründungsstarken Alter zwischen 18 und circa 35 Jahren dünnen aus. Auch macht der zunehmende Personalmangel Angestelltenverhältnisse deutlich lukrativer. Das bedeutet: Für junge Unternehmen und innovative Start-ups selbst wird es immer schwieriger, geeignete Beschäftigte an Bord zu holen.

Schwierige Wirtschaftslage bremst Gründungsvorhaben ab

Hinzu kommen aktuell weitere Herausforderungen: die Folgen von Russlands Angriff auf die Ukraine, hohe Energiepreise und hartnäckige Inflation, aber auch bürokratische Hürden. All das erhöht die Unsicherheiten bezüglich zukünftiger Marktentwicklungen und damit letztlich das unternehmerische Risiko. Laut den Berichten der IHKs schieben manche potenziellen Unternehmerinnen und Unternehmer ihr Gründungsvorhaben wegen der Unwägbarkeiten auf, um das Geschäftsmodell eventuell an neue Gegebenheiten anzupassen.

Erfreulich ist das nach wie vor stabile Gründungsinteresse von Frauen. Auf sie entfallen seit 2010 mindestens 40 Prozent der entsprechenden IHK-Beratungsgespräche, aktuell sind es 43 Prozent. Als Motive für den Schritt in die Selbstständigkeit zählen für Gründerinnen insbesondere Flexibilität, finanzielle Anreize sowie die Möglichkeit, einen gesellschaftlichen Beitrag leisten zu können.

Ein weiterer Trend: In der Gründungsberatung gewinnen Finanzierungsfragen wieder an Bedeutung. Steigende Zinsen machen die Fremdkapitalfinanzierung teurer, Investoren mit Beteiligungskapital unterziehen Geschäftsmodelle noch genaueren Prüfungen. Umso schwerer wiegt, dass nach der Einschätzung der IHK-Expertinnen und -Experten immerhin 42 Prozent der Gründungswilligen die Finanzierung ihres Geschäftsmodells nicht sorgfältig genug durchdacht haben. Verbesserungspotenziale beim Businessplan sehen die IHKs unter anderem bei der Herausarbeitung des Alleinstellungsmerkmals und des Kundennutzens sowie bei der Definition der Zielgruppe. Unter dem Strich stellen die IHKs allerdings fest, dass die meisten Gründerinnen und Gründer bei den Beratungen besser vorbereitet waren als in früheren Jahren.

Jungunternehmen wünschen sich Bürokratieabbau und digitale Verwaltung

Was also ist zu tun? Fragt man Gründerinnen und Gründer sowie junge Unternehmen (mehr als 600 Antworten), bekommt man klare Hinweise: 69 Prozent nannten stetig wachsende Regulierung und Bürokratie als Ballast für den Unternehmensalltag. Stattdessen sind aus Sicht der jungen Wirtschaft gebündelte, einfache, digitale und schnelle Prozesse am wichtigsten. Denn der Aufwand für Dokumentations- und Meldepflichten, Verwaltungsgänge und die Erfüllung der rechtlichen Vorgaben schreckt Start-ups ab und hemmt sie mehr und mehr. Hilfreich wäre beispielsweise ein Perspektivwechsel: Warum nicht einmal Verwaltungsmitarbeitende oder ihre Vorgesetzten in die Rolle von Existenzgründerinnen beziehungsweise -gründern schlüpfen lassen? Ebenfalls zielführend wären etwa Praktika von Auszubildenden oder auch Studierenden der Verwaltungswissenschaften in jungen Unternehmen.

Als weitere Kritikpunkte nannten die Jungunternehmen in der Befragung das komplizierte Steuerrecht (58 Prozent) und schwer zugängliche Förderungen (33 Prozent) sowie eine veraltete digitale Infrastruktur (20 Prozent). Hinzu kommt nicht zuletzt der Mangel an Fachkräften. Im Juli hat das Bundesfinanzministerium den Entwurf des sogenannten „Wachstumschancengesetzes“ vorgelegt. Manche der darin vorgesehenen Maßnahmen gehen in die richtige Richtung – beispielsweise soll die Grenze, ab der eine steuerliche Buchführungspflicht gilt, heraufgesetzt werden.

Mit ihrem Report Unternehmensgründung (PDF, 635 KB) bündelt die DIHK die Zahlen und Erfahrungen zum Gründungsservice mit den Ergebnissen einer Online-Befragung von Gründerinnen und Gründern, Start-ups und jungen Unternehmen.

Quelle: DIHK

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Exporte im Juni 2023: +0,1 % zum Mai 2023

Im Juni 2023 sind die deutschen Exporte gegenüber Mai 2023 kalender- und saisonbereinigt um 0,1 % gestiegen und die Importe um 3,4 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2022 um 1,9 % und die Importe um 11,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 03.08.2023

Im Juni 2023 sind die deutschen Exporte gegenüber Mai 2023 kalender- und saisonbereinigt um 0,1 % gestiegen und die Importe um 3,4 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2022 um 1,9 % und die Importe um 11,6 %.

Insgesamt wurden im Juni 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 131,3 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 112,6 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im Juni 2023 mit einem Überschuss von 18,7 Milliarden Euro ab. Im Mai 2023 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik bei +14,6 Milliarden Euro gelegen, im Juni 2022 bei +6,4 Milliarden Euro.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juni 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 71,5 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 60,0 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Mai 2023 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 1,3 % und die Importe aus diesen Staaten sanken um 3,1 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Juni 2023 Waren im Wert von 50,3 Milliarden Euro (+1,8 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 39,6 Milliarden Euro (-4,1 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Juni 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 21,2 Milliarden Euro (-0,1 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 20,4 Milliarden Euro (-1,0 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Juni 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 59,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 52,6 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Mai 2023 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 1,1 % und die Importe von dort um 3,7 % ab.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Juni 2023 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 0,2 % weniger Waren exportiert als im Mai 2023. Damit nahmen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 12,7 Milliarden Euro ab. Die Exporte in die Volksrepublik China nahmen um 5,9 % auf 8,2 Milliarden Euro ab, die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken um 0,2 % auf 6,5 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im Juni 2023 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 14,0 Milliarden Euro eingeführt, das waren 5,3 % mehr als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 1,2 % auf 7,5 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 4,4 % auf 3,1 Milliarden Euro ab.

Die Exporte in die Russische Föderation sanken im Juni 2023 gegenüber Mai 2023 kalender- und saisonbereinigt um 2,3 % auf 0,7 Milliarden Euro. Gegenüber Juni 2022, als infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine der Export nach Russland stark zurückgegangen war, nahmen sie um 41,1 % ab. Die Importe aus Russland stiegen im Juni 2023 gegenüber Mai 2023 um 16,5 % auf 0,3 Milliarden Euro, gegenüber Juni 2022 sanken die Importe um 91,3 %.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Juni 2023 Waren im Wert von 138,6 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 116,4 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2022 nahmen die Exporte im Juni 2023 damit um 1,5 % zu, die Importe sanken um 9,5 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Juni 2023 mit einem Überschuss von 22,2 Milliarden Euro ab. Im Juni 2022 hatte der Saldo +8,0 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Immobilienpreise in Deutschland stabilisieren sich

Der Abwärtstrend für Immobilienpreise in Deutschland ist im zweiten Quartal 2023 teilweise gestoppt. Gegenüber dem ersten Quartal 2023 ziehen viele Preise sogar wieder leicht an, allerdings zeigt sich noch ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahr und den Höchstständen. Dies zeigt das jüngste Update des German Real Estate Index (GREIX), einem Projekt von ECONtribute und des IfW Kiel.

IfW Kiel, Mitteilung vom 03.08.2023

Der Abwärtstrend für Immobilienpreise in Deutschland ist im zweiten Quartal 2023 teilweise gestoppt. Gegenüber dem ersten Quartal 2023 ziehen viele Preise sogar wieder leicht an, allerdings zeigt sich noch ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahr und den Höchstständen. Dies zeigt das jüngste Update des German Real Estate Index (GREIX), einem Projekt von ECONtribute und des IfW Kiel, der die tatsächlichen Verkaufspreise deutscher Immobilien nach aktuellsten wissenschaftlichen Standards auswertet. Alle Daten für momentan 18 deutsche Städte und ihre Stadtteile sind frei verfügbar unter www.greix.de

Häuserpreise haben laut jüngstem Update des Greix (German Real Estate Index) die Phase der Preiskorrektur zunächst überwunden und ziehen gegenüber dem Vorquartal wieder an. Die Preise für Eigentumswohnungen gehen zwar zurück, allerdings nur noch leicht und regional sehr unterschiedlich. In einzelnen Städten sind auch steigende Verkaufspreise zu beobachten.

Verglichen mit dem Vorquartal, Q1 2023, gehen die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent zurück. Für Einfamilienhäuser steigen sie um 2,3 Prozent, für Mehrfamilienhäuser um 1,8 Prozent.

Auch inflationsbereinigt sinken gegenüber dem Vorquartal nur die Preise für Eigentumswohnungen (-1,5 Prozent), die Preise für Einfamilienhäuser (+1,1 Prozent) und die Preise für Mehrfamilienhäuser (+0,5 Prozent) liegen gemessen in aktueller Kaufkraft im Plus.

Gegenüber dem Vorjahresquartal, Q2 2022, liegen alle Wohnsegmente gemessen am absoluten Verkaufserlös noch kräftig im Minus. Preise für Eigentumswohnungen stehen im Vergleich 9,9 Prozent tiefer, Preise für Einfamilienhäuser 10,5 Prozent und für Mehrfamilienhäuser 20,9 Prozent.

„Der deutsche Immobilienmarkt zeigt sich im zweiten Quartal durchaus robust. Die Erwartung, dass die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank allmählich zum Ende kommen, hat dem Immobilienmarkt nach den deutlichen Preiskorrekturen der letzten Monate ganz offenbar gutgetan“, sagt Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel. „Dass sich die Immobilienpreise auch inflationsbereinigt stabilisieren, ist für die Konjunktur ein positives Signal.“

Top-7-Städte (Eigentumswohnungen, absolute Preise, Vergleich zum Vorquartal):

Die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen in Deutschlands Top-7-Metropolen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, München, Stuttgart) stabilisieren sich und ziehen im Vergleich zum Vorquartal teilweise sogar an. Ausreißer nach unten ist Hamburg, wo die Preise um 3,9 Prozent zurückgehen. Den zweitkräftigsten Preisrückgang verzeichnet Frankfurt a.M., mit minus 0,9 Prozent fällt dieser aber bereits recht moderat aus. In Düsseldorf (+2,9 Prozent) und Berlin (+1,3 Prozent) steigen die Preise für Eigentumswohnungen bereits wieder.

In Köln (-0,2 Prozent) und Stuttgart (-0,4 Prozent) sinken die Verkaufserlöse nur noch minimal. Hinweis: Für München liegen in diesem Update des Greix keine Daten für das zweite Quartal vor.

Weitere Städte (Eigentumswohnungen, absolute Preise, Vergleich zum Vorquartal):

Auch außerhalb der Top-7-Metropolen ist das Bild uneinheitlich, und Eigentumswohnungen werden je nach Region noch günstiger oder bereits wieder teurer. In Erfurt zeigt sich gegenüber dem Vorquartal ein recht deutlicher Zuwachs von plus 5,9 Prozent, gefolgt von Chemnitz mit plus 3,4 Prozent.

In Potsdam (+1,2 Prozent) und Duisburg (+0,8 Prozent) steigen die Verkaufspreise nur leicht. Deutliche Rückgänge sind in Dresden (-1,7 Prozent) und vor allem in Bonn (-2,7 Prozent) sowie in Wiesbaden (-3,7 Prozent) zu beobachten.

Rückgang seit Höchststand (Eigentumswohnungen, absolute Preise, Vergleich zum Vorquartal):

Gegenüber den jeweiligen Höchstständen liegen die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen allesamt im Minus, sowohl für alle Städte der Top-7-Metropolen als auch für den Greix selbst, also die Gesamtheit der 18 untersuchten Städte.

Die Intensität des Preisrückgangs ist dabei sehr heterogen. In Frankfurt a. M. gingen die Preise seit dem Höchststand im zweiten Quartal 2022 am stärksten um über 13 Prozent zurück. Ein ähnlich starker Preisrückgang ist in Hamburg zu beobachten. Es folgen Düsseldorf, Stuttgart und München (jüngste Daten von Q1/2023) mit einem Minus von über 11 Prozent.

Am geringsten ist der Preisverfall seit Höchststand in Köln mit knapp über 6 Prozent und Berlin mit knapp unter 5 Prozent.

Der aus allen 18 Städten zusammengesetzte Preisindex Greix verzeichnet einen Rückgang von gut 8 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass der Preisrückgang außerhalb der Top-7-Metropolen geringer ausfiel als innerhalb, da der Preisrückgang des Greix unterhalb des Durchschnitts der Top-7-Städte liegt.

„Die jüngsten Zahlen des Greix zeigen, dass sich der Preisrückgang am Immobilienmarkt abflacht und regional die Preise sogar bereits wieder zulegen. Ob bereits eine Trendwende hin zu wieder steigenden Preisen eingeläutet ist, bleibt abzuwarten. Nach einem historisch so ungewöhnlich starken und schnellen Preisverfall, wie wir ihn gesehen haben, ist eine Phase der Gegenbewegung durchaus normal, der abermalige Preisrückgänge folgen könnten“, so Schularick.

Quelle: IfW Kiel

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Kreditzugang bleibt herausfordernd

Nach den Erleichterungen beim Finanzierungszugang zu Jahresbeginn waren die Finanzinstitute in Deutschland im zweiten Quartal bei Kreditgesuchen ihrer Firmenkunden wieder vorsichtiger, wie die aktuelle KfW-ifo-Kredithürde zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 01.08.2023

  • Kredithürde im Mittelstand im zweiten Quartal unverändert hoch
  • Großunternehmen spüren nach Erleichterungen zu Jahresbeginn wieder restriktiveres Bankenverhalten
  • Sowohl mittelständische als auch große Unternehmen mit – wenn auch geringen – Zuwächsen bei Kreditnachfrage

Nach den Erleichterungen beim Finanzierungszugang zu Jahresbeginn waren die Finanzinstitute in Deutschland im zweiten Quartal bei Kreditgesuchen ihrer Firmenkunden wieder vorsichtiger, wie die aktuelle KfW-ifo-Kredithürde zeigt. Dabei empfanden im Mittelstand nahezu gleich viele Unternehmen wie im Vorquartal das Bankverhalten bei Kreditverhandlungen als restriktiv. Mit 25,6 % (+0,1 Prozentpunkte) liegt ihr Anteil weiter auf überdurchschnittlichem Niveau. Bei den Großunternehmen kam es nach dem deutlichen Rückgang der Kredithürde im Vorquartal nun zu einer Gegenbewegung nach oben auf 17,9 % (+3,4 Prozentpunkte).

Im Mittelstand nivellierten sich die Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbereichen. Positiv entwickelte sich der Kreditzugang für die kleinen und mittleren Dienstleister, bei denen die Banken zuvor besonders strenge Maßstäbe bei der Kreditvergabe angelegt hatten. Die Kredithürde für diese Unternehmensgruppe sank um 4,9 Prozentpunkte auf 26,5 %. Hier spiegelt sich die derzeit bessere wirtschaftliche Lage in den Dienstleistungsbranchen wider, die dazu beiträgt, verbleibenden finanziellen Belastungen der Pandemiezeit weiter abzubauen. Bei den Großunternehmen gibt es einen Lichtblick für das Baugewerbe: Die Kredithürde für die besonders stark von straffer Vergabepolitik betroffenen großen Bauunternehmen ging um 15,8 PP auf 30,9 % zurück.

Der Anteil der Unternehmen, die überhaupt Kreditverhandlungen mit Banken führten, stieg im zweiten Quartal in beiden Größenklassen an, blieb aber jeweils unterhalb des langfristigen Durchschnitts. So legte die Quote kreditinteressierter Großunternehmen gegenüber dem Vorquartal um deutliche 3,0 Prozentpunkte auf 31,6 % zu. Auch unter den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sprach ein höherer Anteil von 21,6 % mit ihren Banken über eine mögliche Kreditaufnahme. Der Zuwachs war mit 0,7 Prozentpunkten nur gering, aber immerhin der zweite in Folge.

„Im zweiten Quartal zeichnet sich bei weiterhin herausfordernden Kreditzugangsbedingungen eine vorsichtige Belebung bei der Nachfrage von Unternehmen nach Bankdarlehen ab. Das spricht dafür, dass sich die Kredit-aufnahme trotz des markanten Zinsanstiegs im letzten Jahr stabilisieren dürfte und ein ähnlicher Einbruch wie bei den privaten Wohnungsbaudarlehen vermieden werden kann“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

„Trotz des schwachen konjunkturellen Umfelds gehe ich auch deshalb weiter davon aus, dass es bei den Unternehmensinvestitionen 2023 für ein moderates Plus reichen wird. Angesichts des hohen Investitionsbedarfs für Digitalisierung und Klimaneutralität ist das eine gute Nachricht.“

Quelle: KfW

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Deutsche KI-Start-ups boomen – doch Fachkräftemangel bremst

2021 gab es so viele KI-Start-ups wie nie zuvor in Deutschland. Durchschnittlich erwirtschaften sie schon elf Monate nach ihrer Gründung den ersten Umsatz. Insbesondere der Fachkräftemangel verhindert jedoch ein stärkeres Wachstum der Branche. Das ergab eine ZEW-Studie.

ZEW, Pressemitteilung vom 01.08.2023

ZEW-Studie für Bundeswirtschaftsministerium

2021 gab es so viele KI-Start-ups wie nie zuvor in Deutschland. Durchschnittlich erwirtschaften sie schon elf Monate nach ihrer Gründung den ersten Umsatz. Insbesondere der Fachkräftemangel verhindert jedoch ein stärkeres Wachstum der Branche. Das ergab eine ZEW-Studie für das Bundeswirtschaftsministerium über die Start-up-Bedingungen von KI-Unternehmen in Deutschland. Über 200 Start-ups haben sich daran beteiligt.

„Deutschland verfügt über eine ausgeprägte Start-up-Kultur im Bereich KI. Jedoch würde das Wachstum der Branche wesentlich höher ausfallen, wenn die Unternehmen ihre freien Positionen besetzen könnten“, ordnet Dr. Christian Rammer, ZEW-Ökonom im Bereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Ko-Autor der Studie, die Kernergebnisse ein.

Fachkräftemangel größtes Hemmnis

Gut ein Drittel der Start-ups konnte 2022/23 offene Positionen nicht füllen. Dabei waren Stellen aus allen Feldern betroffen, nicht nur spezialisierte KI- und IT-Jobs, sondern auch Positionen außerhalb davon.

Dr. Sandra Gottschalk, Ko-Studienautorin und Leiterin des ZEW-Forschungsdatenzentrums, ergänzt: „KI-Start-ups, die stark wachsen, haben häufiger offene Stellen. Das knappe Fachkräfteangebot stellt sie vor große Herausforderungen. Dies unterstreicht, dass der Fachkräftemangel insbesondere wachstumsstarke KI-Start-ups bei ihrer Expansion behindert.“

Ideelle Werte wichtiger als Profit

Mit mehr als 3.000 jungen Unternehmen im Jahr 2021 verfügt Deutschland über eine sehr große Start-up-Szene im Bereich Künstlicher Intelligenz. Die Szene ist gut vernetzt: Mehr als drei Viertel der Unternehmen zählen andere KI-Start-ups zu ihren Kunden.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass KI-Start-ups konkrete Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft angehen wollen. Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Probleme fallen stärker ins Gewicht als schnelles Wachstum oder hohe Einkommen zu generieren“, erläutert Rammer.

Umsatz schon nach Elf Monaten

Schon nach kurzer Zeit erwirtschaften Start-ups im Bereich KI Umsatz. Im Durchschnitt liegen elf Monate zwischen Gründung und ersten Erlösen.

Neben dem Fachkräftemangel bestehen die größten Herausforderungen für KI-Start-ups in der Finanzierung neuer Projekte sowie rechtlichen Regularien zum Datenschutz. Dagegen spielt die IT-Infrastruktur in Deutschland in Form von Breitbandzugang und Zugriff zu Hochleistungsrechnern eine deutlich geringere Rolle.

Quelle: ZEW

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Vorleistungen und Gewinne trieben Inflation im Jahr 2022

Die Inflation in Deutschland im Jahr 2022 ist vor allem auf höhere Kosten für Vorleistungen zurückzuführen. Die Verteuerung von Vorprodukten, Energie und einer Vielzahl von Rohstoffen erklärt 5,7 Prozentpunkte der um 8,3 % gestiegenen Preise von in Deutschland produzierten Konsumgütern. Das berichtet das ifo Institut.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 01.08.2023

Die Inflation in Deutschland im Jahr 2022 ist vor allem auf höhere Kosten für Vorleistungen zurückzuführen. Die Verteuerung von Vorprodukten, Energie und einer Vielzahl von Rohstoffen erklärt 5,7 Prozentpunkte der um 8,3 % gestiegenen Preise von in Deutschland produzierten Konsumgütern. Zweitwichtigster Preistreiber mit einem Beitrag von 1,4 Prozentpunkten waren gestiegene Gewinne. „Einige Unternehmen konnten im vergangenen Jahr ihre Gewinnmargen aufgrund der kräftigen Nachfrage in vielen konsumnahmen Bereichen ausweiten“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo-Konjunkturprognosen. Steigende Löhne trugen hingegen nur 0,6 Prozentpunkte zum Preisanstieg bei. „Eine Lohn-Preis-Spirale ist bislang ausgeblieben“, fügt Wollmershäuser hinzu.

Teurere Vorprodukte trieben die Preise insbesondere in der Landwirtschaft (14,0 Prozentpunkte des Preisanstiegs von +34,2 %), im Produzierenden Gewerbe (12,4 Prozentpunkte von +13,9 %), im Baugewerbe (7,4 Prozentpunkte von +16,2 %) sowie im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (7,0 Prozentpunkte von +11,3 %). Den kleinsten Beitrag zum Preisanstieg gab es in den Zweigen mit den geringsten Vorleistungen. Dazu gehören das Grundstücks- und Wohnungswesen (1,3 Prozentpunkte von +2,8 %), die öffentlichen Dienstleister (1,6 Prozentpunkte von +4,2 %) sowie die sonstigen Dienstleister (1,5 Prozentpunkte von +3,6 %).

„In der Landwirtschaft beförderten die steigenden Gewinne mit 10,1 Prozentpunkten den Preisanstieg am stärksten“, sagt Wollmershäuser weiter. Beim Bau trugen steigende Gewinne 6,5 Prozentpunkte, beim Grundstücks- und Wohnungswesen 3,2 Prozentpunkte und bei Handel, Verkehr und Gastgewerbe 2,6 Prozentpunkte zum Preisanstieg bei. In einigen Wirtschaftsbereichen waren die Gewinne jedoch rückläufig. Bei den sonstigen Dienstleistern bremsten sie die Teuerung um 3,0 Prozentpunkte, im Bereich Information und Kommunikation um 1,9 Prozentpunkte und bei den Unternehmensdienstleistern um 1,0 Prozentpunkte.

Quelle: ifo Institut

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