KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Geschäftsklima im Sturzflug

Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen stürzt im Juni regelrecht ab. Gegenüber dem Vormonat sinkt es um 5,4 Zähler, also fast so stark wie unmittelbar nach dem Gaslieferstopp im vergangenen September. Mit einem Niveau von -11,8 Saldenpunkten liegt der zentrale Stimmungsindikator des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers somit wieder deutlich unter der Nulllinie.

KfW, Pressemitteilung vom 04.07.2023

  • Mittelständisches Geschäftsklima sinkt im Juni in allen Branchen
  • Geschäftserwartungen deutlich schwächer, aber auch Lageurteile geben nach
  • Absatzpreiserwartungen inzwischen wieder vollständig normalisiert

Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen stürzt im Juni regelrecht ab. Gegenüber dem Vormonat sinkt es um 5,4 Zähler, also fast so stark wie unmittelbar nach dem Gaslieferstopp im vergangenen September. Mit einem Niveau von -11,8 Saldenpunkten liegt der zentrale Stimmungsindikator des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers somit wieder deutlich unter der Nulllinie, die den historischen Durchschnitt markiert. Ursächlich ist vor allem ein Stimmungsabfall bei den Geschäftserwartungen, die um 7,3 Zähler auf ein weit unterdurchschnittliches Niveau von -21,7 Saldenpunkten sinken. Doch auch die Geschäftslageurteile geben im Juni spürbar nach (-3,2 Zähler) und sinken auf ein mit -1,1 Saldenpunkten knapp unterdurchschnittliches Niveau. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen ist branchenübergreifend rückläufig. Besonders groß fällt das Minus im Juni beim Einzelhandel und im Verarbeitenden Gewerbe aus.

Noch rasanter als im Mittelstand rauscht die Stimmung der Großunternehmen in den Keller: Ihr Geschäftsklima sinkt im Juni um 9,4 Zähler auf nur noch -26,0 Saldenpunkte. Die Geschäftserwartungen gehen hier ebenfalls besonders stark zurück (-13,3 Zähler) und sind jetzt mit -35,4 Saldenpunkten wieder fast so pessimistisch wie auf dem Höhepunkt der Energiekrise im Spätsommer 2022. Außerdem ist die Geschäftslagebeurteilung der Großunternehmen mit -15,3 Saldenpunkten weiterhin deutlich schlechter als im Mittelstand.

Gute Nachrichten bietet das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer im Juni lediglich mit Blick auf die künftige Inflationsentwicklung, denn der seit nunmehr neun Monaten anhaltende Rückgang der Absatzpreiserwartungen setzt sich ungebremst fort. Mit +0,9 und -3,1 Saldenpunkten liegen die Absatzpreiserwartungen bei Mittelständlern und Großunternehmen inzwischen sehr nahe am bzw. sogar knapp unter dem historischen Durchschnittswert, der mit einer Inflation von durchschnittlich rund 2 % seit Beginn der KfW-ifo-Zeitreihe im Jahr 2005 einhergegangen ist. Die Beschäftigungserwartungen der Unternehmen beider Größenklassen haben sich inzwischen ebenfalls wieder praktisch vollständig normalisiert, was für einen perspektivisch wieder abnehmenden Lohndruck auf die Inflation spricht.

„Die Entwicklung des KfW-ifo-Geschäftsklimas im Juni fügt sich ein in die Reihe der enttäuschenden Konjunkturdaten“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

„Der kurzzeitige Konjunkturoptimismus vom Frühjahr ist verflogen, stattdessen befindet sich die deutsche Wirtschaft gerade in einer Art Schwebezustand.“ Der Stimmungsabfall in den Unternehmen stelle ein Abwärtsrisiko für die aktuellen Wachstumsprognose auch von KfW Research dar, das wie auch andere Institute wegen des schlechten Jahresstarts ein leicht negatives Wachstum im Gesamtjahr 2023 erwarte, spätestens ab der zweiten Hälfte des laufenden Jahres jedoch von einer zumindest leichten Konjunkturerholung ausgehe. „Mit deutlichen Nominallohnsteigerungen bei einer gleichzeitig nachlassenden Inflation sind die Voraussetzungen für eine moderate Konsumerholung in den nächsten Quartalen aber noch immer gegeben. Außerdem verstärken sich als positive Kehrseite der schwächeren Konjunkturaussichten die Anzeichen für einen anhaltenden Inflationsrückgang“, so Köhler-Geib.

Quelle: KfW

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Größte Herausforderungen für den Mittelstand: Sicherung von Fachkräften – und der eigenen Wettbewerbsfähigkeit

Der Fachkräftemangel wird für Unternehmer zu einer immer größeren Herausforderung: Zum dritten Mal in Folge bezeichneten sie in der Befragung für das Zukunftspanel Mittelstand des IfM Bonn die demografische Entwicklung mit all‘ ihren Folgen für die Arbeitswelt als das aktuelle TOP-Thema.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 04.07.2023

Der Fachkräftemangel wird für die Unternehmerinnen und Unternehmer zu einer immer größeren Herausforderung: Zum dritten Mal in Folge bezeichneten sie in der Befragung für das Zukunftspanel Mittelstand die demografische Entwicklung mit all‘ ihren Folgen für die Arbeitswelt als das aktuelle TOP-Thema. Erst mit größerem Abstand folgen auf den Plätzen 2 und 3 die Herausforderungen „Erhöhter Wettbewerbsdruck“ und „Energieversorgung/-sicherheit“.

Bereits zum fünften Mal konnten Unternehmerinnen und Unternehmer im Rahmen des Zukunftspanels Mittelstand angeben, welche Herausforderungen sie aktuell und zukünftig erwarten. Insgesamt beteiligten sich über 1.100 Führungskräfte in Deutschland an der Befragung. Dabei zeigte sich, dass die Themen „Internationalisierung“ und „Unternehmensfinanzierung“ deutlich an Bedeutung verloren haben.

Dagegen sehen sich die Unternehmerinnen und Unternehmer besonders vor die Aufgabe gestellt, die steigenden Lohn-, Material- und Energiekosten aufzufangen. Ein knappes Drittel der Führungskräfte äußerte sogar die Befürchtung, das eigene Unternehmen könnte aufgrund dessen nicht mehr lange wettbewerbsfähig agieren. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte die Herausforderung „Erhöhter Wettbewerbsdruck“ noch auf Platz 7 gelegen, im zweiten Coronajahr auf Rang 3.

Ein Dauerthema bleiben auch die regulatorischen Anforderungen. Dabei werden nicht nur behördliche Auflagen oder Zertifizierungsanforderungen kritisiert, sondern auch zunehmend die klimaspezifischen Vorgaben. Dagegen hat die Aufgabe „Digitalisierung“ deutlich gegenüber den beiden früheren Befragungen an Bedeutung verloren.

Quelle: IfM Bonn

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Reallöhne brechen europaweit ein – Hohe Unternehmensgewinne zunehmend Inflationstreiber

Die Beschäftigten in der EU haben im vergangenen Jahr erheblich an Kaufkraft eingebüßt: In 26 von 27 EU-Ländern sind die Reallöhne 2022 gesunken, im EU-Mittel betrug der Rückgang 4,0 Prozent. Das ergibt der neue Europäische Tarifbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 04.07.2023

Die Beschäftigten in der Europäischen Union haben im vergangenen Jahr erheblich an Kaufkraft eingebüßt: In 26 von 27 EU-Ländern sind die Reallöhne 2022 gesunken, im EU-Mittel betrug der Rückgang 4,0 Prozent. Besonders deutliche Verluste gab es in Estland (9,3 Prozent), Griechenland (8,2 Prozent) und Tschechien (8,1 Prozent). Deutschland lag mit einem Rückgang von 4,1 Prozent nahe am Durchschnitt der EU. Einzige Ausnahme ist das Niedriglohnland Bulgarien (+4,7 Prozent). Das ergibt der neue Europäische Tarifbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, für den u. a. Daten der Europäischen Kommission zur Lohn- und Preisentwicklung ausgewertet wurden.

Schuld am bisher beispiellosen Einbruch der Reallöhne sind die hohen Inflationsraten. Während diese zunächst von höheren Importpreisen für fossile Energieträger und Nahrungsmittel getrieben wurden, tragen inzwischen steigende Unternehmensgewinne erheblich zum Preisauftrieb bei, analysiert das WSI. EU-weit stiegen die Kapitalstückkosten, umgangssprachlich auch als Gewinninflation bezeichnet, im vergangenen Jahr um 7,0 Prozent und damit deutlich schneller als die Lohnstückkosten (3,3 Prozent). Die höheren Gewinne gehen darauf zurück, dass Unternehmen ihre Preise stärker angehoben haben, als dies aufgrund gestiegener Kosten eigentlich notwendig gewesen wäre. Auch in Deutschland verschärfen steigende Gewinnmargen derzeit die Inflationsdynamik.

Aufgrund des Ungleichgewichts zwischen Lohn- und Gewinnentwicklung ist der Anteil der Löhne am Volkseinkommen spürbar zurückgegangen: EU-weit und auch in Deutschland sank die Lohnquote zwischen 2020 und Ende 2022 um rund zwei Prozentpunkte. Die WSI-Forscher Thilo Janssen und Dr. Malte Lübker bilanzieren deshalb, dass es „mitten in der Krise zu einer Umverteilung zulasten der Löhne und zugunsten der Kapitaleinkommen gekommen ist“. Während die Gewinne ein wichtiger Faktor bei der hartnäckigen Teuerung seien, lasse sich der Preisauftrieb nicht auf die Tarifpolitik zurückführen. Nach Berechnungen der Europäischen Zentralbank (EZB) stiegen die Tariflöhne im Jahr 2022 um 2,8 Prozent und bewegten sich damit unterhalb der Schwelle von 3 Prozent, die als stabilitätskonform gilt. Auch für Deutschland, wo die Tarifverdienste nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im 1. Quartal 2023 um 2,7 Prozent höher als im Vorjahresquartal lagen, lässt sich kein Inflationsimpuls der Tarifpolitik ausmachen, so Janssen und Lübker.

Kehrseite der relativ moderaten Zuwächse ist, dass die Tariflohnsteigerungen im Jahr 2022 in allen betrachteten Ländern unter der Inflationsrate lagen und deshalb – wie bei den Löhnen insgesamt – fast überall mit Kaufkrafteinbußen verbunden waren. Auch für das laufende Jahr rechnet die EU-Kommission mit weiteren Reallohnverlusten: Sie geht davon aus, dass die realen Effektivlöhne EU-weit um 0,7 Prozent sinken werden. Auch für Deutschland (-1,3 Prozent) wird für 2023 ein erneuter Rückgang erwartet. Im Gegensatz dazu dürften sich die Unternehmensgewinne weiterhin positiv entwickeln: Die Kapitalstückkosten, gemessen als Bruttobetriebsüberschüsse pro produzierter Einheit, dürften im Durchschnitt der EU-27 um 7,6 Prozent zunehmen, in Deutschland sogar um 8,0 Prozent.

Beschäftigte mit Einbußen, deutlich erhöhte Renditen bei Unternehmen

Die jüngste Inflationswelle habe das reale Einkommen von Beschäftigten also deutlich geschmälert, stellen die Wissenschaftler fest. Dagegen seien oft Zweifel angebracht, wenn Arbeitgeber über Einbußen durch steigende Kosten klagten. Die Deutsche Bundesbank ist beispielsweise in einer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass die Unternehmen Kostensteigerungen größtenteils an die Verbraucher weitergegeben haben, während dies bei Entlastungen nicht der Fall gewesen sei. Im Ergebnis konnten deutsche Unternehmen ihre Umsatzrendite schon im Jahr 2021 auf durchschnittlich 5,1 Prozent steigern, den höchsten Wert seit 2007. Vorläufige Zahlen legen nahe, dass die Unternehmensgewinne auch im Jahr 2022 weiter gestiegen sind und so zur Inflation beigetragen haben.

Als weiteres Anzeichen für überhöhte Profite bewerten Janssen und Lübker Berechnungen zur Binneninflation. Der Beitrag der Unternehmensgewinne zum BIP-Deflator, der die Preisentwicklung der inländischen Wertschöpfung misst, lag demnach 2021 bei 1,5 und 2022 bei 2,3 Prozentpunkten. Im laufenden Jahr könnten steigende Gewinnmargen nach der Prognose der EU-Kommission abermals 2,5 Prozentpunkte zur inländischen Inflation beitragen. Zwischen 2010 und 2020 waren es im Schnitt 0,5 Prozentpunkte. Das heißt: Aktuell ist der Beitrag der Gewinne zur Binneninflation drei- bis fünfmal so hoch wie im langfristigen Trend.

Während die Beschäftigten in Form von moderaten Tariflohnsteigerungen zur Preisstabilität beigetragen haben und dafür Kaufkraftverluste hinnehmen mussten, habe die Kapitalseite die Krise durch überzogene Preisaufschläge für Umverteilung zu ihren Gunsten ausgenutzt. Immerhin bestehe die Aussicht, dass die Gewinnmargen bald wieder auf ein normales Maß schrumpfen könnten. Dazu beitragen dürften die zu erwartende Entschärfung von Lieferengpässen sowie der Nachfragerückgang angesichts einer schwachen globalen Konjunktur. Die derzeitigen Übergewinne könnten zudem als „Puffer für künftige Lohnsteigerungen“ dienen, betonen die Forscher.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Exporte im Mai 2023: -0,1 % zum April 2023

Im Mai 2023 sind die deutschen Exporte gegenüber April 2023 kalender- und saisonbereinigt um 0,1 % gesunken und die Importe um 1,7 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2022 um 0,7 % und die Importe um 8,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 04.07.2023

Im Mai 2023 sind die deutschen Exporte gegenüber April 2023 kalender- und saisonbereinigt um 0,1 % gesunken und die Importe um 1,7 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2022 um 0,7 % und die Importe um 8,6 %.

Insgesamt wurden im Mai 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 130,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 116,1 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im Mai 2023 mit einem Überschuss von 14,4 Milliarden Euro ab. Im April 2023 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik bei +16,5 Milliarden Euro gelegen, im Mai 2022 bei +4,4 Milliarden Euro.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Mai 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 70,3 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 61,6 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber April 2023 sanken die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 1,5 % und die Importe aus diesen Staaten stiegen um 3,5 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Mai 2023 Waren im Wert von 49,2 Milliarden Euro (-1,6 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 41,0 Milliarden Euro (+4,5 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Mai 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 21,2 Milliarden Euro (-1,3 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 20,5 Milliarden Euro (+1,5 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Mai 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 60,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 54,5 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber April 2023 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 1,5 % zu und die Importe von dort um 0,3 % ab.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Mai 2023 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 3,6 % weniger Waren exportiert als im April 2023. Damit nahmen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 12,7 Milliarden Euro ab. Die Exporte in die Volksrepublik China stiegen um 1,6 % auf 8,6 Milliarden Euro und die Exporte in das Vereinigte Königreich um 5,8 % auf 6,4 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im Mai 2023 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 13,3 Milliarden Euro eingeführt, das waren 2,7 % mehr als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 5,7 % auf 7,6 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 15,3 % auf 3,3 Milliarden Euro zu.

Die Exporte in die Russische Föderation sanken im Mai 2023 gegenüber April 2023 kalender- und saisonbereinigt um 7,4 % auf 0,7 Milliarden Euro. Gegenüber Mai 2022, als infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine der Export nach Russland stark eingebrochen war, nahmen sie um 34,4 % ab. Die Importe aus Russland sanken im Mai 2023 gegenüber April 2023 um 17,3 % auf 0,3 Milliarden Euro, gegenüber Mai 2022 sanken die Importe um 92,6 %.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Mai 2023 Waren im Wert von 130,6 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 117,2 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2022 nahmen die Exporte im Mai 2023 damit um 4,0 % ab, die Importe sanken um 10,6 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Mai 2023 mit einem Überschuss von 13,4 Milliarden Euro ab. Im Mai 2022 hatte der Saldo +4,9 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Inflation: Wen der Staat wie entlastet hat

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Bundesregierung mit einer Vielzahl von Maßnahmen Mühe gegeben, ihre Bürger von hohen Preissteigerungen zu entlasten. Eine neue Studie des IW Köln zeigt, wer in welchem Umfang profitiert hat.

IW Köln, Pressemitteilung vom 03.07.2023

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Bundesregierung mit einer Vielzahl von Maßnahmen Mühe gegeben, ihre Bürger von hohen Preissteigerungen zu entlasten. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wer in welchem Umfang profitiert hat. Insgesamt hat der Staat sein Ziel erreicht und einen Großteil der Mehrbelastungen ausgeglichen – allerdings erhielten auch diejenigen Hilfe, die keine gebraucht hätten.

Noch nie hat der Staat so viel Geld zur Bewältigung einer Krise ausgegeben wie in den vergangenen zwei Jahren: 28 Maßnahmen hat die Bundesregierung auf den Weg gebracht, um ihre Bürger in der Krise zu entlasten – darunter Preisbremsen für Strom und Gas, das 9-Euro-Ticket und die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Unterm Strich haben die Pakete rund 240 Milliarden Euro gekostet, zudem gab es für viele eine arbeitgeberfinanzierte steuerfreie Inflationsausgleichprämie von bis zu 3.000 Euro. Das hat sich gelohnt, zeigt nun eine neue IW-Studie: Die Politik hat es geschafft, einen großen Teil der Belastungen abzufedern. Besonders Menschen mit geringem Einkommen haben von den staatlichen Entlastungen profitiert.

Gutverdiener müssen tiefer in die Tasche greifen

Konkret heißt das: Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresbrutto von 40.000 Euro muss dieses und vergangenes Jahr durch die Preisanstiege 5.388 Euro mehr zahlen. Relativ zum Nettoeinkommen liegen die Belastungen bei 7,6 Prozent im Jahr 2022 und 6,8 Prozent im Jahr 2023. Der Staat entlastet hier mit 8.543 Euro, macht ein Plus von 3.155 Euro. Hauptgrund sind hierbei die Erhöhungen des Wohngelds und des Kinderzuschlags, die insbesondere Familien mit geringen (Erwerbs-)Einkommen unterstützen.

Weniger staatliche Hilfe erhalten kinderlose Normalverdiener: Ein Single mit einem Einkommen von 45.000 Euro zahlte durch die Preisanstiege 2022 und 2023 insgesamt 3.360 Euro. Die Belastungen liegen relativ zum Nettoeinkommen bei 6,2 Prozent und 5,4 Prozent in den beiden Jahren. Vom Staat gibt es 808 Euro Entlastungen, es bleibt eine Lücke von 2.552 Euro. Bekommt der Single die volle steuerfreie Einmalzahlung vom Arbeitgeber, wurde er um 448 Euro überkompensiert.

Die größte Lücke bleibt bei Gutverdienern: Bei Singles mit einem Einkommen von 75.000 Euro bleibt nach staatlicher Entlastung eine Lücke von 2.861 Euro – sofern es vom Arbeitgeber keine Inflationsausgleichsprämie gibt. Bei Familien mit 120.000 Euro Jahreseinkommen bleibt eine Lücke von rund 6.000 Euro.

Mehr Augenmaß sinnvoll

Die Berechnungen zeigen, dass der Staat sein Ziel durchaus erreicht hat, sagt IW-Steuerexperte Martin Beznoska: „Wer nur ein kleines Einkommen zur Verfügung hat, wurde durch die Preissteigerung besonders getroffen. Der Staat hat hier vor allem durch das Wohngeld für umfangreiche Entlastung gesorgt.“ Allerdings waren nicht alle Maßnahmen zielgenau: Teilweise profitierten auch diejenigen, die eigentlich keine staatliche Hilfe gebraucht hätten, etwa ein Single mit einem überdurchschnittlichen Jahreseinkommen von 75.000 Euro. „Hier wäre künftig mehr Augenmaß sinnvoll“, sagt Beznoska. „Schließlich kommen die Steuerzahler für die hohen Ausgaben auf.“

Quelle: IW Köln

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Grüne Unternehmen sind besonders innovativ

Grüne Unternehmen tragen zu einer Steigerung von Produktinnovationen bei. Dies geschieht mithilfe konkreter Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung des IAB/ZEW-Gründungspanels durch Forschende des ZEW Mannheim.

ZEW, Pressemitteilung vom 03.07.2023

Gründungspanel bestätigt Zusammenhang von Innovationskraft und Nachhaltigkeit

Grüne Unternehmen tragen zu einer Steigerung von Produktinnovationen bei. Dies geschieht mithilfe konkreter Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit. Fast die Hälfte aller untersuchten grünen Unternehmen haben in 2021 Produktinnovationen eingeführt. Spitzenreiter bei der Anzahl an Innovationen ist der technologieorientierte Dienstleistungs- und Softwarebereich. 56 Prozent dieser Unternehmen gaben an, in 2021 eine Produktinnovation eingeführt zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung des IAB/ZEW-Gründungspanels durch Forschende des ZEW Mannheim.

„Während im Jahr 2021 insgesamt nur acht Prozent der jungen Unternehmen Marktneuheiten einführten, waren es bei den grünen jungen Unternehmen 15 Prozent“, sagt Eline Schoonjans, Researcher im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Die Untersuchung macht außerdem deutlich, dass Unternehmen, die seit ihrer Gründung viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen eingeführt haben, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Innovationsaktivitäten zu verzeichnen.“

Nur 12 Prozent der jungen Unternehmen sind „grün“

Zum Thema Nachhaltigkeit gehen die ersten fünf Fragen des Panels explizit auf die Ansätze der Unternehmen zur Förderung ihrer eigenen Umweltwirkung ein. Die letzten fünf Fragen zielen auf die Umweltwirkungen bei Kundinnen sowie Kunden ab. Die häufigste nachhaltige Verbesserung ist die Reduzierung des Energieverbrauchs. 37 Prozent der jungen Unternehmen gaben an, ihren eigenen Energieverbrauch seit ihrer Gründung reduziert zu haben. Außerdem reduzieren die Produkte oder Dienstleistungen bei circa 40 Prozent der Unternehmen den Energieverbrauch von Kundinnen und Kunden.

Um die Nachhaltigkeit junger Unternehmen quantitativ zu messen und zu vergleichen, werden die Maßnahmen zur Verbesserung der eigenen Umweltwirkung und der Umweltwirkung der Kundinnen und Kunden zu einem Nachhaltigkeitsscore aufsummiert. Eine bedeutende Verbesserung wird doppelt und eine geringe Verbesserung einzeln gewichtet. Die Unternehmen können maximal einen Nachhaltigkeitsscore von 20 erreichen. Junge Unternehmen, welche in der Befragung einen Nachhaltigkeitsscore von mindestens 11 erhalten, werden als grüne Unternehmen klassifiziert. Nur 12 Prozent der befragten Unternehmen werden somit als „grün“klassifiziert.

Innovationsaktivitäten von grünen Unternehmen

2021 haben fast die Hälfte der grünen Unternehmen Produktinnovationen eingeführt. Somit liegen grüne Unternehmen mit konkreten Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit mit 14 Prozentpunkten weiter vorne als alle Unternehmen der Gründungskohorten 2018 bis 2020. Über ein Drittel der grünen Hightech-Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe (STW & HTW) haben in 2021 Marktneuheiten eingeführt. Des Weiteren verzeichnen fast die Hälfte der grünen Unternehmen im technologieorientierten Dienstleistungs- und Softwarebereich (TDL & Software) Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Quelle: ZEW

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Importpreise im Mai 2023: -9,1 % gegenüber Mai 2022

Die Importpreise waren im Mai 2023 um 9,1 % niedriger als im Mai 2022. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war das der stärkste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit September 2009.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.06.2023

Die Importpreise waren im Mai 2023 um 9,1 % niedriger als im Mai 2022. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war das der stärkste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit September 2009 (-11,4 % gegenüber September 2008), als die Preise infolge der Finanzmarktkrise stark gefallen waren. Ausschlaggebend für den Rückgang ist vor allem ein Basiseffekt durch das hohe Preisniveau im Vorjahr aufgrund des Kriegs in der Ukraine. Im April 2023 hatte die Veränderungsrate bei den Einfuhrpreisen gegenüber dem Vorjahr bereits bei -7,0 % gelegen, im März 2023 bei -3,8 %. Gegenüber dem Vormonat April 2023 fielen die Importpreise im Mai 2023 um 1,4 %.

Die Exportpreise haben sich im Mai 2023 mit +0,1 % im Vorjahresvergleich kaum verändert. Im Vormonatsvergleich ergab sich ein Rückgang von 0,4 %.

Rückgang der Einfuhrpreise auf deutlich niedrigere Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im Mai 2023 um 37,6 % billiger als im Mai 2022, dem dritten Monat nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, und um 6,4 % günstiger als im April 2023. Dies trug maßgeblich zum Rückgang des Gesamtindex gegenüber dem Vorjahresmonat und Vormonat bei. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas. Die Preise lagen hier im Mai 2023 um 39,7 % unter denen von Mai 2022. Gegenüber April 2023 sanken sie um 5,3 %.

Erheblich günstiger als im Vorjahresmonat waren auch alle anderen importierten Energieträger: Die Preise für elektrischen Strom sanken um 53,9 %, für Steinkohle um 53,2 %, für Mineralölerzeugnisse um 35,9 % und für Erdöl um 31,4 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Mai 2023 um 1,7 % niedriger als im Mai 2022. Gegenüber April 2023 fielen sie um 0,6 %. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 6,3 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,9 % gegenüber April 2023).

Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern und landwirtschaftlichen Gütern, gestiegene Preise für Konsum- und Investitionsgüter

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im Mai 2023 um 8,2 % unter denen des Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vormonat April 2023 sanken sie um 1,2 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbilligten sich unter anderem Düngemittel und Stickstoffverbindungen (-52,9 %), Carbonsäuren und ihre Derivate (-32,4 %), Aluminium in Rohform und Aluminiumlegierungen (-24,9 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-22,8 %). Dagegen verteuerten sich insbesondere Stärke und Stärkeerzeugnisse (+61,3 %) sowie Hohlglas (+22,9 %).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 2,1 % unter denen vom Mai 2022 (-2,0 % gegenüber April 2023). Billiger als im Vorjahresmonat waren insbesondere Naturkautschuk (-25,0 %), Getreide (-24,2 %) und Rohkaffee (-15,0 %). Zu höheren Preisen importiert wurden dagegen lebende Schweine (+57,5 %) und Eier (+29,9 %).

Höher als im Vorjahr waren mit einem Plus von 3,5 % die Preise für Konsumgüter. Gegenüber dem Vormonat April 2023 blieben sie unverändert.

Importierte Verbrauchsgüter waren binnen Jahresfrist 3,5 % teurer (-0,2 % gegenüber April 2023), vor allem bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+7,8 % gegenüber Mai 2022). Besonders stark stiegen die Preise im Vergleich zu Mai 2022 für Obst- und Gemüseerzeugnisse (+13,0 %). Fleisch und Fleischerzeugnisse waren 6,4 % teurer als vor einem Jahr. Hier lagen insbesondere die Preise für Schweinefleisch mit einem Plus von 27,3 % deutlich über denen von Mai 2022.

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 3,2 % mehr als im Mai 2022. Hier stiegen die Preise gegenüber April 2023 leicht um 0,2 %.

Das Preisniveau importierter Investitionsgüter war im Mai 2023 um 4,1 % höher als im Mai 2022 (+0,2 % gegenüber April 2023). Teurer als im Vorjahresmonat waren insbesondere Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,6 %) sowie Maschinen (+5,2 %).

Preissteigerungen bei exportierten Investitions- und Konsumgütern

Der Index der Exportpreise lag im Mai 2023 nur noch um 0,1 % über dem Stand von Mai 2022. Im April 2023 und im März 2023 hatte die Jahresveränderungsrate bei +1,1 % beziehungsweise bei +2,3 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat April 2023 fielen die Exportpreise um 0,4 %.

Investitionsgüter wurden zu 5,2 % höheren Preisen als im Vorjahr exportiert (+0,3 % gegenüber April 2023). Teurer als im Mai 2022 waren hier insbesondere Maschinen (+7,5 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+3,9 %). Investitionsgüter haben einen Anteil von etwa 46 % an den Gesamtausfuhren.

Auch die Preise für exportierte Konsumgüter stiegen im Vorjahresvergleich (+4,7 %). Dagegen verbilligten sich exportierte Vorleistungsgüter gegenüber Mai 2022 um 1,7 %.

Die Preise für Energieexporte waren im Mai 2023 um 39,3 % niedriger als ein Jahr zuvor. Gegenüber April 2023 fielen die Energiepreise um 7,1 %. Wie bei den Einfuhrpreisen lag dies an den gesunkenen Erdgaspreisen. Sie lagen im Mai 2023 um 42,9 % unter denen des Vorjahres und verbilligten sich auch gegenüber dem Vormonat (-3,9 %). Auch Mineralölerzeugnisse waren billiger als vor einem Jahr (-32,1 %). Gegenüber April 2023 fielen die Preise hier um 6,0 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Preiswelle ebbt ab

Die Preiswelle wird in den kommenden Monaten langsam abebben. Die ifo Preiserwartungen sanken im Juni auf 16,3 Punkte, von 19,1 im Mai.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 30.06.2023

Die Preiswelle wird in den kommenden Monaten langsam abebben. Die ifo Preiserwartungen sanken im Juni auf 16,3 Punkte, von 19,1* im Mai. Einen kräftigen Rückgang von 61,4* auf 45,6 Punkte gab es im Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln. Dort dürfte das Tempo der Preisanstiege allmählich nachlassen. „Insgesamt aber wird die Inflationsrate für die Verbraucher nur ganz langsam sinken, denn bei vielen Dienstleistern gehen die Preiserwartungen nur schleppend zurück; zum Beispiel in der Gastronomie von 34,2* auf 32,9 oder bei den Reisebüros von 46,5* auf 45,5 Punkte“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Im Handel insgesamt fielen die Preiserwartungen von 18,6* auf 14,2 Punkte. Mit Preissenkungen können mittlerweile die Käufer von Unterhaltungselektronik rechnen. Hier brach die Zahl ein, von +24,1* auf -1,5 Prozent. Auch im Bau dürften die Preise weiter sinken, auch wenn die Preiserwartungen leicht von -6,8* auf -5,4 Punkte stiegen.

In der Industrie sanken die Preiserwartungen von 7,7* Punkte auf 6,1. In einzelnen Branchen zeichnen sich sogar deutliche Preissenkungen ab. „Bis sie bis zum Verbraucher durchgereicht werden, dürfte aber noch ein bisschen Zeit vergehen“, sagt Wollmershäuser. Zu erwarten sind Preissenkungen bei den Papierherstellern (-51,3 Punkte nach -55,5), in der Chemie (-33,9 Punkte nach -28), bei Gummi- und Kunststoffwaren (-22,7 Punkte nach -14,3), bei Druckerzeugnissen (-18,7 Punkte nach -6,3), bei Glas, Keramik (-7,5 Punkte nach -8,7) und bei Textilien (-21 Punkte nach -20,2). Erstmals planen auch die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln nun Preissenkungen (-11 Punkte nach +4,2). Mit weiteren spürbaren Preisanstiegen ist hingegen zu rechnen bei den Herstellern von Getränken (+34,1 Punkte nach +26,5), Bekleidung (+38,3 Punkte nach 50,6), Datenverarbeitungsgeräten (+30,7 Punkte nach 20,5) sowie Kraftwagen (+23,6 Punkte nach 22,1*).

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei +100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei -100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

Fußnote

*Saisonbereinigt korrigiert

Quelle: ifo Institut

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Deutliches Umsatzplus im EU-Einzelhandel aufgrund steigender Preise

Der Einzelhandel in den 27 EU-Staaten konnte auch 2022 seinen Umsatz deutlich steigern. So flossen im vergangenen Jahr rund 2,83 Billionen Euro in den Einzelhandel, was einem Umsatzplus von 6,5 Prozent entspricht. Dies zeigt die neue Studie der GfK.

GfK, Pressemitteilung vom 29.06.2023

Hohe Inflationsraten lassen Einzelhandelsumsätze in der EU erneut steigen, auch wenn die Kaufzurückhaltung hoch bleibt

Der Einzelhandel in den 27 EU-Staaten konnte auch 2022 seinen Umsatz deutlich steigern. So flossen im vergangenen Jahr rund 2,83 Billionen Euro in den Einzelhandel, was einem Umsatzplus von 6,5 Prozent entspricht. Die höchsten Zugewinne verzeichneten die osteuropäischen Staaten, allesamt mit Wachstumsraten von über 9 Prozent. Mit 23 Prozent liegt die Slowakei dabei deutlich auf dem ersten Platz. Dies zeigt die neue Studie zum Einzelhandel in Europa, in der GfK wichtige Schlüsselindikatoren untersucht.

Während sich der Einzelhandelsumsatz in Osteuropa 2022 deutlich steigern konnte, zeichnete sich in Skandinavien ein anderes Bild ab: So erzielte Finnland ein Umsatzplus von nur 3 Prozent, in Schweden war der Einzelhandelsumsatz mit minus 1 Prozent sogar leicht rückläufig. Ein detaillierterer Blick auf die Fast Moving Consumer Goods (FMCG) zeigt, dass auch hier die osteuropäischen Länder und allen voran die Slowakei auf den vorderen Rängen liegen. EU-weit betrug die Steigerungsrate von Produkten des täglichen Bedarfs 6,9 Prozent, in der Slowakei wuchs der Umsatz sogar um 38 Prozent und damit um ein Vielfaches des Umsatzes im Nonfood-Bereich.

„Zuerst die Corona-Pandemie, dann der Angriffskrieg auf die Ukraine – der europäische Einzelhandel erlebt eine Krise nach der anderen“, erklärt Studienleiter Dr. Philipp Willroth. „Trotzdem verzeichnete der Einzelhandel 2022 ein deutliches Umsatzplus. Dies ist vor allem auf die gestiegenen Verbraucherpreise, allen voran bei Lebensmitteln und im FMCG-Bereich generell, zurückzuführen. Die Menschen in Europa sind aufgrund der hohen Inflation und dem Krieg in der Ukraine sowie der damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen aber weiterhin verunsichert und gehen eher sparsam mit ihrem Geld um.“

Quelle: GfK

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Inflationsrate im Juni 2023 voraussichtlich +6,4 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Juni 2023 lt. Statistischem Bundesamt voraussichtlich +6,4 % betragen. Im Mai 2023 hatte sie bei +6,1 % gelegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.06.2023

Verbraucherpreisindex, Juni 2023:
+6,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,3 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Juni 2023:
+6,8 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,4 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Juni 2023 voraussichtlich +6,4 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Im Mai 2023 hatte die Inflationsrate bei +6,1 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber Mai 2023 voraussichtlich um 0,3 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt voraussichtlich +5,8 % (Mai 2023: +5,4 %).

Im Juni 2023 stiegen die Preise für Nahrungsmittel im Vergleich zum Vorjahresmonat mit +13,7 % weiterhin überdurchschnittlich. Dagegen lag der Anstieg der Energiepreise mit +3,0 % auch im Juni 2023 unterhalb der Vorjahresveränderungsrate des Gesamtindex. Hintergrund ist ein Basiseffekt infolge des hohen Preisniveaus im Juni 2022, nachdem die Energiepreise im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine ab März 2022 stark gestiegen waren. Auch Maßnahmen des dritten Entlastungspakets der Bundesregierung, die im Verbraucherpreisindex abgebildet werden, trugen zur Abschwächung der Energiepreisentwicklung bei. Erhöhend auf die Inflationsrate wirkte dagegen die Preisentwicklung im Bereich der Dienstleistungen (+5,3 % zum Vorjahresmonat). Hier gibt es einen Basiseffekt infolge der Einführung des von Juni bis August 2022 geltenden 9-Euro-Tickets.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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