Welthandel stagniert, aber wieder mehr Container auf See unterwegs

Der Welthandel tritt im Mai auf der Stelle. Die Entwicklung großer Volkswirtschaften ist von nur moderaten Veränderungen bei Importen und Exporten geprägt. Dies zeigt das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 06.06.2023

Der Welthandel tritt im Mai auf der Stelle. Die Entwicklung großer Volkswirtschaften ist von nur moderaten Veränderungen bei Importen und Exporten geprägt (Vergleich zum Vormonat, preis- und saisonbereinigt). Dies zeigt das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator. Weltweit steigt die Menge verschiffter Container. Trotz jüngst starker offizieller Zahlen werden deutsche Exporte durch den Chinahandel zunehmend belastet.

Das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator für Mai weist für den Welthandel im Vergleich zum Vormonat April einen Rückgang von 0,3 Prozent aus (preis- und saisonbereinigt).

Für Deutschland zeigt der Kiel Trade Indicator ein Plus bei den Exporten (+1,5 Prozent) und einen Rückgang bei den Importen (-0,7 Prozent). Die EU-Werte deuten für die Exporte auf eine rote Null (-0,2 Prozent), für die Importe auf einen Zuwachs (+1,3 Prozent) hin.

Im Handel der USA ist im Vormonatsvergleich ein Rückgang der Exporte (-1,8 Prozent) und ein kleines Plus (+0,5 Prozent) bei den Importen zu zu verzeichnen. Die Zahlen für China liegen sowohl bei Exporten (+1,6 Prozent) als auch Importen (+0,9 Prozent) im grünen Bereich.

„Sowohl der weltweite Handel insgesamt als auch der Handel großer Volkwirtschaften entwickelt sich im Mai mehr oder weniger seitwärts. Die große Erholung nach dem globalen Dämpfer im vergangenen Winterhalbjahr lässt also nach wie vor auf sich warten. Um die großen Preisschwankungen bereinigt laufen die deutschen Exporte nun schon seit zweieinhalb Jahren seitwärts“, sagt Vincent Stamer, Leiter des Kiel Trade Indicator.

Für den deutschen Export wird zunehmend der Handel mit China zur Belastung. Der Exportwert deutscher Waren nach China ist im Zeitraum von Januar bis April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent gefallen, trotz jüngst starker Handelszahlen. Laut Chinesischer Statistikbehörde haben sich Exporte anderer Nationen ins Reich der Mitte teilweise noch deutlich gravierender reduziert: Die Exporte von Japan nach China sind um über 18 Prozent, die aus dem Vereinigten Königreich sind um rund 17 Prozent gefallen. Die Vereinigten Staaten exportieren 2 Prozent weniger.

„Die Handelsstatistiken zeigen, dass China zunehmend Importe aus Industriestaaten durch eigene Produktion ersetzt. Das ist ein negativer Impuls für den Welthandel. Ein Lichtblick für den globalen Warenaustausch bildet die leichte positive Tendenz des globalen Containerhandels seit Beginn des Jahres, sowie die einhergehende Auflösung der Schiffsstaus“, so Stamer.

Der Trend im weltweiten Containerhandel zeigt seit gut 6 Monaten nach oben, und die Menge an verschifften Containern steigt. Mit 13,9 Millionen Standardcontainern wurde im Mai allerdings immer noch über 1 Prozent weniger verschifft als vor einem Jahr.

Weltweit stehen nur noch 6,8 Prozent aller verschifften Waren im Stau, was dem Durchschnitt der Jahre vor der Pandemie entspricht.

Quelle: IfW Kiel

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im April 2023

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sanken die Auftragseingänge im April gegenüber dem Vormonat leicht um 0,4 %. Nach dem starken Einbruch im März (-10,9 %) deutet sich somit noch keine Erholung bei den Bestellungen an.

BMWK, Pressemitteilung vom 06.06.2023

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sanken die Auftragseingänge im April gegenüber dem Vormonat leicht um 0,4 %. Nach dem starken Einbruch im März (-10,9 %) deutet sich somit noch keine Erholung bei den Bestellungen an. Allerdings ist der Vormonatsvergleich aktuell stark durch Schwankungen bei Großaufträgen geprägt; ohne Großaufträge ergibt sich im April ein Plus von 1,4 %.

Vor allem aus dem Inland haben sich die Aufträge zuletzt erhöht (+1,6 %), sie konnten den Rückgang aus dem Ausland aber nicht aufwiegen (-1,8 %). Insbesondere die Bestellungen aus dem Euroraum gaben nach (-2,7 %).

Die Entwicklung war allerdings nicht in allen Wirtschaftszweigen abwärtsgerichtet. Der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile konnte zulegen (+2,4 %), und auch bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse stand ein kleines Plus (+0,7 %). Demgegenüber stehen Rückgänge in den Bereichen Pharmazeutische Erzeugnisse (-5,9 %) sowie dem gewichtigen Maschinenbau (-6,2 %).

Nach dem starken Einbruch im März entwickelten sich die Auftragseingänge auch am Anfang des zweiten Quartals insgesamt schwach. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft leidet dabei besonders unter der noch schwachen Weltwirtschaft und dem Rückgang der Bestellungen aus dem Euroraum. Die Nachfrage im Inland hält sich dagegen vergleichsweise stabil. Auch ist der Auftragsbestand noch immer auf vergleichsweise hohem Niveau. Insgesamt deuten die schwachen Auftragseingänge aber noch nicht auf kurzfristige Wachstumsimpulse für die Industrieproduktion hin.

Quelle: BMWK

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Exporte im April 2023: +1,2 % zum März 2023

Im April 2023 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2023 kalender- und saisonbereinigt um 1,2 % gestiegen und die Importe um 1,7 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2022 um 1,5 %, die Importe sanken um 10,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 02.06.2023

Im April 2023 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2023 kalender- und saisonbereinigt um 1,2 % gestiegen und die Importe um 1,7 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2022 um 1,5 %, die Importe sanken um 10,3 %.

Insgesamt wurden im April 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 130,4 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 112,0 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im April 2023 mit einem Überschuss von 18,4 Milliarden Euro ab. Im März 2023 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik bei +14,9 Milliarden Euro gelegen, im April 2022 bei +3,6 Milliarden Euro.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im April 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 71,4 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 59,1 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber März 2023 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 4,5 % und die Importe aus diesen Staaten sanken um 0,4 %. In die Staaten der Eurozone wurden im April 2023 Waren im Wert von 49,9 Milliarden Euro (+4,4 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 38,9 Milliarden Euro (-1,7 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im April 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 21,4 Milliarden Euro (+4,8 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 20,1 Milliarden Euro (+2,1 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im April 2023 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 59,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 52,9 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber März 2023 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 2,4 % und die Importe von dort um 3,0 % ab.

Die meisten deutschen Exporte gingen im April 2023 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 4,7 % mehr Waren exportiert als im März 2023. Damit nahmen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 13,1 Milliarden Euro zu. Die Exporte in die Volksrepublik China stiegen um 10,1 % auf 8,5 Milliarden Euro, während die Exporte in das Vereinigte Königreich um 5,2 % auf 6,1 Milliarden Euro sanken.

Die meisten Importe kamen im April 2023 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 12,9 Milliarden Euro eingeführt, das waren 1,9 % mehr als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 2,9 % auf 8,0 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 6,4 % auf 2,8 Milliarden Euro ab.

Die Exporte in die Russische Föderation sanken im April 2023 gegenüber März 2023 kalender- und saisonbereinigt um 17,8 % auf 0,7 Milliarden Euro. Gegenüber April 2022, als infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine der Export nach Russland stark eingebrochen war, nahmen sie um 4,6 % ab. Die Importe aus Russland sanken im April 2023 gegenüber März 2023 um 7,6 % auf 0,3 Milliarden Euro, gegenüber April 2022 sanken die Importe um 91,5 %.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im April 2023 Waren im Wert von 121,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 106,7 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2022 nahmen die Exporte im April 2023 damit um 1,8 % ab, die Importe sanken um 12,4 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im April 2023 mit einem Überschuss von 15,2 Milliarden Euro ab. Im April 2022 hatte der Saldo +2,4 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Weniger Lieferengpässe im Einzelhandel

Die Lieferengpässe bei den Einzelhändlern haben lt. ifo Institut im Mai nachgelassen. Im Mai meldeten 41,3% der Befragten Knappheiten, nach 45,7% im April.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 31.05.2023

Die Lieferengpässe bei den Einzelhändlern haben im Mai nachgelassen. Im Mai meldeten 41,3% der Befragten Knappheiten, nach 45,7% im April. „Der Anteil der Einzelhändler, der von Lieferproblemen betroffen ist, hat sich seit Jahresbeginn stetig verringert“, sagt ifo-Experte Patrick Höppner. „Dennoch bleibt die Geschäftslage bei vielen eingetrübt. Weniger Verbraucherinnen und Verbraucher gehen in die Läden und sie sparen wegen der Inflation beim Einkauf”, fügt er hinzu.

Deutlich spürbar sind die Engpässe immer noch bei den Lebensmittelhändlern mit 65,8%, nach 70,4 im April. Entspannung in der Lieferkette registrierten Händler, die elektrische Haushaltsgeräte verkaufen: 34,3% der befragten Unternehmen meldeten Engpässe, nach 68,7% im April. „Die zuletzt hohen Preissteigerungen in vielen Bereichen des Einzelhandels haben die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher belastet“, sagt Höppner.

Für das erste Quartal 2023 meldeten 42,9% aller Einzelhändler weniger Kunden. Besonders traf es dabei die Baumärkte (69,3%) und die Möbelhäuser (65,4%).

Quelle: ifo Institut

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Innovationsatlas: Raum Stuttgart die innovativste Region Deutschlands

Viel Geld für Forschung, hochqualifizierte Arbeitskräfte, zahlreiche Unternehmensgründungen und Patente: Die innovativsten Regionen des Landes liegen vor allem im Süden und im Westen. Doch auch im Osten gibt es Überraschungen, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

IW Köln, Pressemitteilung vom 02.06.2023

Viel Geld für Forschung, hochqualifizierte Arbeitskräfte, zahlreiche Unternehmensgründungen und Patente: Die innovativsten Regionen des Landes liegen vor allem im Süden und im Westen. Doch auch im Osten gibt es Überraschungen, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Wer die innovativste Region des ganzen Landes sucht, wird im Raum Stuttgart fündig. Die Hauptstadt Baden-Württembergs führt mit Nachbarkreisen das Ranking des Innovationsatlas an. Seit 2013 steigen dort die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, was sich offensichtlich auszahlt: Nirgendwo in Deutschland werden so viele Patente angemeldet wie im Raum Stuttgart. Die stark ausgeprägte Autoindustrie und die zahlreichen Metall- und Elektrounternehmen ziehen gut ausgebildete MINT-Fachkräfte an. Neben den Ausgaben für Forschung und Entwicklung, der Zahl der MINT-Arbeitskräfte und der Patentanmeldungen wurden für den Innovationsatlas auch die Unternehmensgründungen und die Digitalisierung der Industrie in puncto Industrie 4.0 untersucht.

Süd-Nord und West-Ost Gefälle

Baden-Württemberg und Bayern sind besonders innovative Bundesländer. Insgesamt wird deutlich, dass es ein Gefälle in Deutschland gibt: Je weiter im Norden beziehungsweise im Osten, desto innovationsschwächer sind die Wirtschaftsräume. Doch es gibt Ausnahmen, wie die Universitätsstadt Jena zeigt: In keiner anderen ostdeutschen Region entstehen so viele Patente, die Optikindustrie vor Ort ist eine Erfolgsgeschichte. Im Ranking belegt die Region um Jena, zu der etwa auch Gera und das Altenburger Land gehören, Platz 27.

Ländliche Regionen verlieren den Anschluss

Bereits seit 2017 analysiert das IW die Innovationskraft der Regionen in Deutschland. Im Laufe der Zeit haben sich die Unterschiede zwischen den Regionen weiter verstärkt: Ideenschmieden, wie Baden-Württemberg, gewinnen an Innovationskraft, während ländliche Gebiete, insbesondere im Osten der Republik, den Anschluss verlieren. „An dieser Entwicklung trägt auch der Staat eine Mitschuld“, sagt IW-Ökonom und Studienautor Oliver Koppel. „Er hat seinen Finanzierungsanteil an Forschung und Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren mehr als halbiert.“ Wichtig sei unter anderem, die Finanzierung wieder auszuweiten und MINT-Fachkräfte aus dem Ausland gezielt anzuwerben.

Quelle: IW Köln

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Ausbildungsgarantie sichert weder Fachkräfte noch Zukunftschancen

Während vielen Ausbildungsbetrieben die potenziellen Azubis ausgehen, hat die Bundesregierung eine gesetzliche Garantie auf den Weg gebracht, die einen Anspruch auf außerbetriebliche Ausbildung vorsieht. Das birgt lt. DIHK die Gefahr, die jungen Menschen am Bedarf vorbei zu qualifizieren.

DIHK, Mitteilung vom 02.06.2023

Aus der Praxis für die Praxis: Eine betriebliche Ausbildung ist für Unternehmen wie Azubis vorteilhaft

Der Fachkräftemangel spitzt sich zu – vor allem im Bereich der beruflich Qualifizierten. Mehr als jedes zweite Unternehmen, das längerfristig Stellen nicht besetzen kann, sucht erfolglos Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Gleichzeitig gehen vielen Ausbildungsbetrieben die Bewerberinnen und Bewerber aus. Die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte gesetzliche Garantie mit einem Anspruch auf außerbetriebliche Ausbildung ist kein erfolgversprechender Weg, um die Fachkräfte für die Unternehmen und gute Berufschancen für junge Menschen zu sichern.

Bessere Alternative: Chancengarantie

Mehr als 80 Prozent der IHK-Ausbildungsbetriebe sprechen sich in der jüngsten DIHK-Ausbildungsumfrage (https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/fachkraefte/aus-und-weiterbildung/ausbildung/ausbildungsumfrage-22) gegen eine Ausbildungsgarantie auf Wunschberufe aus. Vielfach haben sie die Sorge, dass ihre betrieblichen Ausbildungsplätze verdrängt werden. 43 Prozent befürchten, dass außerbetrieblich Qualifizierte nicht dem Bedarf der Praxis entsprechen. Besser wäre es daher, auf eine gesetzliche Regelung zu verzichten und die seit 2014 in der Allianz für Aus- und Weiterbildung festgeschriebene Chancengarantie weiterzuentwickeln. Danach erhält jeder zum 30. September eines Jahres unvermittelte Jugendliche drei Angebote für betriebliche Ausbildungsplätze – wenn auch nicht immer im Wunschberuf. Die Allianzpartner aus der Wirtschaft stehen zu dieser Zusage.

Vorfahrt für betriebliche Ausbildung

Außerbetriebliche Ausbildung darf nur Ultima Ratio sein. Wichtig ist daher, dass der Regierungsentwurf zum Weiterbildungsgesetz den Anspruch auf außerbetriebliche Ausbildung nur für solche Regionen vorsieht, in denen es deutlich mehr Bewerberinnen und Bewerber gibt als betriebliche Ausbildungsstellen. Es ist außerdem richtig, dass die Förderung nur dann greifen soll, wenn mehrfache Bewerbungen um eine betriebliche Ausbildung nachweislich erfolglos geblieben sind und auch eine Einstiegsqualifizierung nicht möglich ist. Ebenso wichtig ist eine Verständigung vor Ort über Zahl und Auswahl der Ausbildungsberufe für außerbetriebliche Angebote, in die dringend die Kammern einbezogen werden müssen. Denn junge Menschen sollten auch außerbetrieblich nur solche Ausbildungen absolvieren, für die grundsätzlich ein Bedarf auf dem Arbeitsmarkt besteht.

Verzicht auf Ausbildungsumlage essenziell

Gut ist, dass der Gesetzentwurf ausdrücklich Abstand von einer branchenübergreifenden Umlage zur Finanzierung der bundesweiten Ausbildungsgarantie nimmt. Dieser Verzicht ist entscheidend, um Fehlsteuerungen bei der Ausbildung auszuschließen und Betriebe nicht zu belasten. Das sollten alle Bundesländer als Maßgabe für ihr eigenes Vorgehen ansehen.

Berufsorientierung und Mobilität stärken

Aus DIHK-Sicht lautet das Gebot der Stunde, Berufsorientierung und Mobilität zu stärken (https://www.dihk.de/resource/blob/95944/30851e0104a044787ea1e6c0989218e9/dihk-stellungnahme-weiterbildungsgesetz-data.pdf) und das reichliche Angebot der Betriebe mit den Vorstellungen und Talenten junger Menschen zusammenzubringen. Die im Gesetzentwurf vorgesehene Förderung eines neuen, berufsorientierenden Praktikums ist daher sinnvoll. Die IHKs werden Jugendliche, die ihre Berufswahl noch nicht abschließend getroffen haben, dabei unterstützen, Praktikumsplätze in den Unternehmen zu finden. Der angekündigte Mobilitätszuschuss für pendelnde Azubis kann hoffentlich dabei helfen, den passenden Ausbildungsplatz in einem Betrieb jenseits des Heimatortes zu finden. Und die vorgesehene flexiblere Gestaltung von Einstiegsqualifizierungen kann noch mehr Interessentinnen und Interessenten Startchancen in Unternehmen ermöglichen.

Quelle: DIHK

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Bruttoinlandsprodukt von 1950 bis 2022 im Durchschnitt 3,1 % pro Jahr gewachsen

Die Wirtschaft in Deutschland ist von 1950 bis 2022 im Durchschnitt um 3,1 % pro Jahr gewachsen. Das Wachstum hat sich über die letzten Jahrzehnte jedoch deutlich verlangsamt. Im Durchschnitt der letzten zwei Jahrzehnte von 2000 bis 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preisbereinigt nur um 1,0 % pro Jahr gewachsen. Das teilt das Statistische Bundesamt mit.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 01.06.2023

Die Wirtschaft in Deutschland ist von 1950 bis 2022 im Durchschnitt um 3,1 % pro Jahr gewachsen. Das Wachstum hat sich über die letzten Jahrzehnte jedoch deutlich verlangsamt. Im Durchschnitt der letzten zwei Jahrzehnte von 2000 bis 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preisbereinigt nur um 1,0 % pro Jahr gewachsen. In den 1950er und 1960er Jahren war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt dagegen noch deutlich dynamischer gewachsen – mit durchschnittlich 6,4 % pro Jahr im Zeitraum von 1950 bis 1970. Das teilt das Statistische Bundesamt zum Start einer Serie von Veröffentlichungen auf der Basis historischer Zeitreihen anlässlich seines 75-jährigen Jubiläums mit.

Sinkende Wachstumsraten, schwerere Rezessionsphasen

Dass die deutsche Wirtschaft im 21. Jahrhundert historisch gesehen wesentlich moderater gewachsen ist als in den 50 Jahren bis zur Jahrtausendwende, liegt – neben dem allgemeinen Phänomen nachlassenden Wachstums in entwickelten Volkswirtschaften – auch an den beiden deutlichen Wirtschaftseinbrüchen im Zuge der weltweiten Finanzmarktkrise 2009 und der Corona-Krise 2020. Mit einem massiven Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 5,7 % im Jahr 2009 sowie dem coronabedingten Minus von 3,7 % im Jahr 2020 erlebte die deutsche Wirtschaft ihre bisher schwersten Rezessionen der Nachkriegszeit.

Zuletzt konnte sich die Wirtschaft wieder erholen: Im Jahr 2021 nahm das preisbereinigte BIP trotz der noch nicht überwundenen Corona-Pandemie um 2,6 % zu und im Jahr 2022 trotz des Kriegs in der Ukraine sowie der Energiekrise um weitere 1,8 %. Damit wurde zugleich das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 wieder erreicht und übertroffen (um 0,6 %).

Drei der sieben Rezessionsphasen nach der Jahrtausendwende

In den fast 75 Jahren seit Gründung der Bundesrepublik 1949 hat es insgesamt sieben Rezessionsphasen gegeben. Diese lassen sich vereinfachend an negativen jährlichen Veränderungsraten des preisbereinigten BIP festmachen. Auch die dritte der insgesamt sieben Rezessionsphasen fiel in die letzten 20 Jahre: Nach dem Platzen der sogenannten Internetblase und durch die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 sank die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahr 2002 um 0,2 % und 2003 um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr.

Vom „Wirtschaftswunder“ zur Industrienation: Die bislang längste Wachstumsphase

Fielen die stärksten Wirtschaftseinbrüche in die jüngsten beiden Jahrzehnte, so waren die höchsten Anstiege in den 20 Jahren nach Kriegsende zu verzeichnen: Nach der bislang längsten Phase ungebrochener Hochkonjunktur seit 1950 mit Wachstumsraten von bis zu 12,1 % im Jahr 1955 endete das deutsche “Wirtschaftswunder” 1967 mit der ersten Rezession in der Bundesrepublik Deutschland. Grund für die Rezession 1967 war eine nachlassende Inlandsnachfrage infolge geldpolitischer Entscheidungen. Bis dahin war der ungebremste Aufschwung nach Kriegsende geprägt vom Wiederaufbau, dem damit verbundenen Nachholbedarf sowie einem besonders starken Anstieg der Produktivität und Nachfrage sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Die anfängliche Arbeitslosigkeit wich schnell einer Vollbeschäftigung und zunehmender Arbeitskräfteknappheit, der mit dem massiven Anwerben von Arbeitskräften aus dem Ausland begegnet wurde. Diese Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt änderte sich erst mit dem späteren Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer ins Erwerbsalter.

Von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft: Verschiebungen in der Wirtschaftsstruktur

Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen 75 Jahren eine Transformation durchlaufen, die sich in einer deutlichen Verschiebung zwischen den drei Sektoren Land- und Forstwirtschaft, Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen widerspiegelt. Auf das Produzierende Gewerbe entfiel bis zum Ende der 1960er Jahre noch mehr als die Hälfte der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung. Dieser Anteil ging bis zur Jahrtausendwende auf etwa 30 % zurück und verharrt seitdem auf diesem Niveau. Gleichzeitig haben die Dienstleistungsbereiche mit dem steigenden Wohlstand und mit veränderten Konsumgewohnheiten stark an Bedeutung gewonnen. Heute prägt dieser Sektor die deutsche Volkswirtschaft. Mit knapp 70 % übertrifft der Anteil der Dienstleistungsbereiche den der anderen Sektoren deutlich. Die Land- und Forstwirtschaft hat gemessen an der nominalen Bruttowertschöpfung stark an Bedeutung verloren. Wurden zu Beginn der 1950er Jahre noch rund 10 % der Wertschöpfung in diesem Bereich erwirtschaftet, verringerte sich dieser Anteil auf nur noch gut 1 % im Jahr 2022.

Wirtschaftskrisen waren meist mit weltweiten Ölpreisschocks verbunden

Die weiteren Wachstumsphasen bis zur deutschen Vereinigung wurden nur durch die Rezessionen 1975 und 1982 unterbrochen, die durch die beiden Ölkrisen ausgelöst wurden. Nach dem Fall der Mauer erlebte die vereinigte Bundesrepublik ihre erste gesamtdeutsche Rezession im Jahr 1993. Die Weltwirtschaft war infolge des zweiten Golfkrieges in einen globalen Wirtschaftsabschwung geraten, der in Deutschland durch die Sondersituation der Vereinigung erst verzögert ankam.

Höchste Inflation seit fast 50 Jahren infolge von Corona, Krieg und Energiekrise

Historisch betrachtet hingen die Rezessionsphasen oft mit einer relativ hohen Inflation zusammen. Dabei gingen hohe Preissteigerungen für Verbraucherinnen und Verbraucher einer Rezession in der Regel zeitlich voraus. Die Teuerung lässt die Kaufkraft sinken und kann so zu Konsumzurückhaltung und einer sich abkühlenden Konjunktur führen, woraus letztlich eine Rezession resultieren kann. Im vergangenen Jahr lag die Inflationsrate – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahr – bei 6,9 % und damit so hoch wie seit fast 50 Jahren nicht.

Ölpreiskrisen als Treiber historisch hoher Inflation

So hoch wie im vergangenen Jahr war die Inflation zuletzt im Jahr 1973 mit 7,1 % und 1974 mit 6,9 %. 1973 hatte der Jom-Kippur-Krieg zur ersten Ölkrise geführt. Die in der OPEC organisierten erdölexportierenden Staaten hatten damals ihre Fördermengen gedrosselt, um Druck auf westliche Staaten auszuüben. Im März 1974 war importiertes Erdöl schließlich mehr als drei Mal so teuer wie ein Jahr zuvor (+221,1 % gegenüber März 1973). Infolge der Ölpreiskrise geriet Deutschland 1975 in die Rezession. Auch der Rezession 1982 gingen starke Preissteigerungen im Jahr zuvor voraus: Die Teuerung in Höhe von 6,3 % im Jahr 1981 war getrieben von der zweiten Ölkrise 1979/1980 – ausgelöst durch die Förderausfälle im Zusammenhang mit der Islamischen Revolution im Iran seit Januar 1979 und dem im September 1980 begonnenen Ersten Golfkrieg. Nach der deutschen Vereinigung folgte auf die hohe Inflation von 5,0 % im Jahr 1992 ebenfalls ein Jahr später eine Rezession.

Teuerungsrate in Deutschland zwischen 1950 und 2022 im Schnitt bei rund 2,4 % pro Jahr

Im Durchschnitt der Jahre von 1950 bis 2022 betrug die Teuerungsrate in Deutschland rund 2,4 % pro Jahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt aktuell Inflationsraten von mittelfristig 2,0 % für die Eurozone an, um Preisstabilität zu gewährleisten.

Seit 1950 war das allgemeine Preisniveau nur in drei Jahren niedriger als im jeweiligen Vorjahr: 1950 waren Waren und Dienstleistungen für Verbraucherinnen und Verbraucher 6,4 % günstiger als im Vorjahr – damals noch gemessen als Preisindex für die Lebenshaltung eines 4-Personen-Haushalts mit mittlerem Einkommen. 1953 sank das Preisniveau um 1,7 % und 1986 im Zuge des Ölpreisverfalls leicht um 0,1 % zum Vorjahr.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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5,8 Millionen Jobs von Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro betroffen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren rund 5,8 Millionen Jobs von der Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Oktober 2022 betroffen. Somit lagen 14,8 % aller Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland vor der Mindestlohnerhöhung im Oktober 2022 rechnerisch unterhalb des Stundenlohns von 12 Euro.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 01.06.2023

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren rund 5,8 Millionen Jobs von der Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Oktober 2022 betroffen. Somit lagen 14,8 % aller Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland vor der Mindestlohnerhöhung im Oktober 2022 rechnerisch unterhalb des Stundenlohns von 12 Euro. Als Berechnungsgrundlage dienen dabei die Ergebnisse der Verdiensterhebung von Juli 2022. Werden diese 5,8 Millionen Jobs mit dem Mindestlohn vergütet, entspricht dies einer Steigerung der Verdienstsumme für die betroffenen Beschäftigten um 9,6 % (rund 480 Millionen Euro).

Frauen und Ostdeutsche haben besonders von der Mindestlohnerhöhung profitiert

Überdurchschnittlich häufig von der Mindestlohnerhöhung betroffen sind Frauen mit rund 18 %, bei Männern sind es hingegen nur gut 12 %. Der Anteil bei Beschäftigten aus Ostdeutschland fällt mit rund 18 % im Vergleich zu Westdeutschland (14 %) höher aus. Über alle Bundesländer hinweg ist der Anteil in Sachsen-Anhalt mit 18,6 % am höchsten, während Baden-Württemberg mit 12,6 % den niedrigsten Anteil an Beschäftigungsverhältnissen hat, die vom Mindestlohn betroffen sind. Auch bei den Branchen gibt es deutliche Unterschiede: Stark betroffen sind vor allem das „Gastgewerbe“ mit einem Anteil von 48 % und die Branche „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ mit 41 %.

Der Mindestlohn entspricht 56,4 Prozent des mittleren Verdienstes von Vollzeitbeschäftigten

Laut einer EU-Richtlinie soll der Mindestlohn bei 60 % des mittleren Verdienstes – gemessen am Median – liegen. Dieses Verhältnis wird als Kaitz-Index bezeichnet. Das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) sowie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) berücksichtigen bei der Berechnung des Kaitz-Index ausschließlich Beschäftigte in Vollzeit.

Im Oktober 2022 lag der deutschlandweite mittlere Bruttostundenverdienst bei 21,29 Euro für mindestlohnberechtigte Vollzeitbeschäftigte. Der Mindestlohn von 12 Euro entsprach somit einem Anteil von 56,4 %. Werden alle mindestlohnberechtigten Beschäftigten einbezogen, beträgt der mittlere Verdienst nur noch 18,94 Euro. Der Mindestlohn entspricht dann einem Anteil von 63,4 %.

Erhöhung des Mindestlohns verkleinert Niedriglohnsektor deutlich

Knapp jede und jeder siebte abhängig Beschäftigte (15 %) in Deutschland arbeitete im Oktober 2022 im Niedriglohnsektor. Hierunter fallen alle Beschäftigungsverhältnisse, die mit weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes entlohnt werden. Somit wurden rund 6,1 Millionen Jobs unterhalb der Niedriglohnschwelle von 12,76 Euro brutto je Stunde entlohnt. Dies waren rund 1,5 Millionen Jobs weniger als im April 2022 (7,5 Millionen). Der Anteil der niedrig entlohnten Jobs an allen Beschäftigungsverhältnissen sank somit bundesweit innerhalb eines halben Jahres von 19 % auf 15 %.

Besonders stark war der anteilige Rückgang in den Branchen „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (40 % auf 20 %), „Gastgewerbe“ (63 % auf 50 %) und „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ (56 % auf 45 %). Dennoch ist der Anteil an Jobs im Niedriglohnbereich in diesen Branchen weiterhin sehr hoch.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Importpreise im April 2023: -7,0% gegenüber April 2022

Die Importpreise waren im April 2023 um 7,0 % niedriger als im April 2022. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist das der stärkste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit Oktober 2009.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 31.05.2023

Die Importpreise waren im April 2023 um 7,0 % niedriger als im April 2022. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, ist das der stärkste Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat seit Oktober 2009 (-8,1 % gegenüber Oktober 2008). Ausschlaggebend für den Rückgang ist vor allem ein Basiseffekt durch das hohe Preisniveau im Vorjahr aufgrund des Kriegs in der Ukraine. Im März 2023 hatte die Veränderungsrate bei den Einfuhrpreisen gegenüber dem Vorjahr bereits bei -3,8 % gelegen, im Februar 2023 bei +2,8 %. Gegenüber dem Vormonat März 2023 fielen die Importpreise im April 2023 um 1,7 %.

Die Exportpreise sind im April 2023 um 1,1 % im Vorjahresvergleich gestiegen. Im direkten Vormonatsvergleich ergab sich ein Rückgang von 0,4 %.

Rückgang der Einfuhrpreise auf deutlich niedrigere Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im April 2023 um 31,8 % billiger als im April 2022, dem zweiten Monat nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, und um 6,6 % günstiger als im März 2023. Dies hat maßgeblich zum Rückgang des Gesamtindex gegenüber dem Vorjahresmonat und Vormonat beigetragen. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas. Die Preise lagen hier im April 2023 um 38,7 % unter denen von April 2022. Gegenüber März 2023 sanken sie um 14,0 %.

Erheblich günstiger als im Vorjahresmonat waren ebenfalls die Preise für importierte Steinkohle (-44,3 %), elektrischen Strom (-38,6 %), Mineralölerzeugnisse (-28,4 %) sowie für Erdöl (-21,2 %).

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im April 2023 um 0,6 % niedriger als im April 2022. Gegenüber März 2023 fielen sie um 0,7 %. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 5,2 % unter dem Stand des Vorjahres (-1,8 % gegenüber März 2023).

Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern, gestiegene Preise für Konsum- und Investitionsgüter

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im April 2023 um 6,5 % unter denen des Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vormonat März 2023 sanken sie um 1,2 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbilligten sich unter anderem Düngemittel und Stickstoffverbindungen (-49,3 %), Platin und andere Edelmetalle (-32,6 %), Carbonsäuren und ihre Derivate (-30,5 %) sowie Aluminium und Halbzeug daraus (-16,4 %). Dagegen verteuerten sich insbesondere Stärke und Stärkeerzeugnisse (+65,6 %) sowie Hohlglas (+26,5 %).

Die Preise für Konsumgüter lagen um 4,6 % über dem Niveau des Vorjahres, sanken aber gegenüber dem Vormonat März 2023 um 0,4 %.

Importierte Verbrauchsgüter waren binnen Jahresfrist 4,8 % teurer (-0,3 % gegenüber März 2023), vor allem bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+10,4 % gegenüber April 2022). Besonders stark stiegen die Preise im Vergleich zu April 2022 für Obst- und Gemüseerzeugnisse (+13,9 %). Fleisch und Fleischerzeugnisse waren 9,2 % teurer als vor einem Jahr. Hier stiegen insbesondere die Preise für Schweinefleisch (+21,7 %).

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 4,4 % mehr als im April 2022. Hier sanken die Preise gegenüber März 2023 um -0,6 %.

Das Preisniveau importierter Investitionsgüter war im April 2023 um 4,7 % höher als im April 2022 (-0,1 % gegenüber März 2023). Teurer als im Vorjahresmonat waren insbesondere Kraftwagen und Kraftwagenteile (+6,3 %) sowie Maschinen (+5,9 %).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 3,2 % unter denen vom April 2022 (-2,4 % gegenüber März 2023). Billiger als im Vorjahresmonat waren insbesondere Naturkautschuk (-31,5 %), Getreide (-19,8 %) und Rohkaffee (-11,4 %). Zu höheren Preisen importiert wurden dagegen lebende Schweine (+29,6 %) und Eier (+27,9 %).

Exportpreise getrieben von Preissteigerungen bei Investitions- und Konsumgütern

Der Index der Exportpreise lag im April 2023 um 1,1 % über dem Stand von April 2022. Im März 2023 und im Februar 2023 hatte die Jahresveränderungsrate bei +2,3 % beziehungsweise bei +6,6 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat März 2023 fielen die Exportpreise um 0,4 %.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatten im April 2023 die Preissteigerungen bei den Investitionsgütern. Sie wurden zu 5,4 % höheren Preisen als im Vorjahr exportiert (+0,2 % gegenüber März 2023). Teurer als im April 2022 waren hier insbesondere Maschinen (+8,0 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+3,9 %). Investitionsgüter haben einen Anteil von etwa 46 % an den Gesamtausfuhren.

Ebenfalls hoch war der Einfluss der Preisentwicklung der Konsumgüter (+4,9 % gegenüber April 2022). Vorleistungsgüter wurden dagegen zu 0,2 % niedrigeren Preisen exportiert.

Die Preise für Energieexporte waren im April 2023 um 34,3 % niedriger als ein Jahr zuvor. Gegenüber März 2023 fielen die Energiepreise um 2,4 %. Wie bei den Einfuhrpreisen lag dies an den gesunkenen Erdgaspreisen. Sie lagen im April 2023 um 45,1 % unter denen des Vorjahres und verbilligten sich auch gegenüber dem Vormonat (-1,6 %).

Auch Mineralölerzeugnisse waren billiger als vor einem Jahr (-23,8 %). Gegenüber März 2023 fielen die Preise hier um 3,7 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Inflationsrate im Mai 2023 voraussichtlich +6,1 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Mai 2023 voraussichtlich +6,1 % betragen. Damit ist die Inflationsrate weiterhin rückläufig. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber April 2023 voraussichtlich um 0,1 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 31.05.2023

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Mai 2023 voraussichtlich +6,1 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Damit ist die Inflationsrate im Mai 2023 weiterhin rückläufig (April 2023: +7,2 %, März 2023: +7,4 % und Februar 2023: +8,7 %). Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber April 2023 voraussichtlich um 0,1 %.

Im Mai 2023 stiegen die Preise für Nahrungsmittel im Vergleich zum Vorjahresmonat mit +14,9 % weiterhin überdurchschnittlich. Dagegen lag der Anstieg der Energiepreise im Mai 2023 mit +2,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat unterhalb der Veränderungsrate des Gesamtindex. Gegenüber dem hohen Indexstand im Mai 2022 liegt ein Basiseffekt vor, nachdem im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine die Energiepreise stark gestiegen waren. Daneben trugen auch die Maßnahmen des dritten Entlastungspakets der Bundesregierung, die im Verbraucherpreisindex abgebildet werden, zu dieser Abschwächung der Energiepreisentwicklung bei. Die leicht rückläufige Preisentwicklung im Bereich der Dienstleistungen dürfte auch von der Einführung des Deutschlandtickets beeinflusst sein.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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