KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Stimmung im Mittelstand blüht zu Frühlingsbeginn weiter auf

Die Stimmung der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland blüht zu Frühlingsbeginn weiter auf, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Ihr Geschäftsklima steigt im März um 4,9 Zähler gegenüber Februar auf jetzt -3,2 Saldenpunkte.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 12.04.2023

  • Deutlicher Anstieg des mittelständischen Geschäftsklimas
  • Lageurteile besser, Erwartungen auf Höchststand seit Kriegsausbruch
  • Aussicht auf konjunkturelle Erholung im Jahresverlauf

Die Stimmung der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland blüht zu Frühlingsbeginn weiter auf, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Ihr Geschäftsklima steigt im März um 4,9 Zähler gegenüber Februar auf jetzt -3,2 Saldenpunkte. Beide Klimakomponenten verbessern sich deutlich: Die Geschäftserwartungen ziehen um kräftige 6,7 Zähler auf jetzt -10,0 Saldenpunkte an, den besten Wert seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine. Gleichwohl ist der Blick in die Zukunft mehrheitlich noch immer von einiger Skepsis geprägt, wie das weiterhin deutlich negative Niveau dieses Indikators unterstreicht. Die Geschäftslageurteile klettern im März um 2,9 Zähler auf nun 3,9 Saldenpunkte.

Die Stimmung steigt erneut in allen Hauptwirtschaftsbereichen der mittelständischen Wirtschaft. Auf den größten Zuwachs kommen diesmal die Dienstleistungen, deren Klima sich um 7,6 Zähler auf nun wieder leicht positive 1,7 Saldenpunkte verbessert. Die mittelständischen Einzelhändler halten mit einem Anstieg um 3,5 Zähler auf 3,2 Saldenpunkte den Spitzenplatz in der Stimmungstabelle. Der mittelständische Großhandel (+2,6 Zähler auf -6,8 Saldenpunkte) und der Bau (+2,4 Zähler auf -12,5 Saldenpunkte) berichten spür-bare Geschäftsklimaanstiege. Gleichwohl bleiben die Bauunternehmen mit Abstand das Schlusslicht unter den Mittelständlern. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt im Wohnbau, der aktuell wegen des raschen Zinsanstiegs und der hohen Materialkosten besonders leidet.

Auch bei den Großunternehmen ist die Stimmung im März insgesamt positiv, allerdings mit einigen Abstrichen im Vergleich zum Mittelstand. Bei annähernd vergleichbaren Geschäftserwartungen (+4,8 Zähler auf -11,5 Saldenpunkte) sind die Großunternehmen mehrheitlich weiterhin unzufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage, deren Niveau weiter klar negativ bleibt (+3,3 Zähler auf -5,0 Saldenpunkte). Alles in allem steigt das Geschäftsklima der Großunternehmen um 4,2 Zähler auf -8,2 Saldenpunkte.

„Die größten Konjunktursorgen haben sich zerstreut und im Mittelstand kehrt die Zuversicht vorsichtig zurück“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

„Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin ein steifer konjunktureller Gegenwind bläst. So dürfte vor allem die Geldpolitik ihre volle Bremswirkung erst in diesem Jahr entfalten und auch die Reallohnverluste hallen nach. Unter dem Strich erwarten wir trotzdem, dass nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung Ende vergangenen Jahres im Verlauf von 2023 eine zunächst wohl eher verhaltende konjunkturelle Erholung in Deutschland einsetzen wird.“

Quelle: KfW

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Lieferengpässe bei Lebensmitteln lassen nach

Die Lieferengpässe bei den Einzelhändlern von Lebensmitteln haben im März nachgelassen. Das geht aus der aktuellen ifo-Umfrage hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 17.04.2023

Die Lieferengpässe bei den Einzelhändlern von Lebensmitteln haben im März nachgelassen. Das geht aus der aktuellen ifo-Umfrage hervor. Im März meldeten 77,7 Prozent der befragten Unternehmen Knappheiten, nach 85,7 Prozent im Februar. „Die Zahl der Unternehmen, die von Lieferproblemen berichten, ist nach wie vor auf einem hohen Stand. Nachlassende Lieferprobleme dürften dazu beitragen, die Preisanstiege bei Lebensmitteln im weiteren Jahresverlauf zu verlangsamen“, sagt ifo-Experte Patrick Höppner.

Verschärft haben sich hingegen die Lieferprobleme bei den Autohändlern: 77,9 Prozent der befragten Unternehmen meldeten Engpässe, nach 69,9 Prozent im Februar. Im Einzelhandel insgesamt sind 49 Prozent der befragten Unternehmen betroffen, nach 53,5 Prozent im Februar.

Gleichzeitig berichteten mehr Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel von einer schwachen Nachfrage. Im ersten Quartal 2023 waren dies 28,4 Prozent der befragten Händler, nach 27,8 Prozent im vierten Quartal 2022. „Die Lebensmitteleinzelhändler spüren, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher infolge der starken Verteuerung von Nahrungsmitteln ihr Einkaufsverhalten verändert haben. In der Tendenz kaufen die Kunden weniger Lebensmittel und wählen diese werden auch preisbewusster aus“, sagt Höppner.

Quelle: ifo Institut

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Großhandelspreise im März 2023: +2,0 % gegenüber Vorjahresmonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im März 2023 um 2,0 % höher als im März 2022. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat damit zum sechsten Mal in Folge rückläufig.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.04.2023

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im März 2023 um 2,0 % höher als im März 2022. Eine niedrigere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Januar 2021 gegeben (0,0 %, gegenüber Januar 2020). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat damit zum sechsten Mal in Folge rückläufig. Im Februar 2023 hatte sie bei +8,9 % gelegen, im Januar bei +10,6 %. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Großhandelspreise im März 2023 leicht um 0,2 %.

Hohe Vorjahresveränderung durch stark gestiegene Preise für Nahrungs- und Genussmittel

Für den Anstieg der Großhandelspreise im Vorjahresvergleich sind hauptsächlich Preissteigerungen bei Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren verantwortlich. Im Durchschnitt lagen die Preise hier um 16,4 % über denen von März 2022. Teurer waren insbesondere die Preise im Großhandel mit Fleisch- und Fleischerzeugnissen (+20,0 %), Obst, Gemüse und Kartoffeln (+20,0 %) sowie mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (+19,6 %).

Erheblich höher waren auch die Preise im Großhandel mit lebenden Tieren (+37,6 %) sowie mit Baustoffen und Bauelementen aus mineralischen Stoffen (+19,8 %).

Dagegen waren Altmaterialien und Reststoffe (-29,0 %), Mineralölerzeugnisse (-17,9 %), aber auch Erze, Metalle und Metallhalbzeug (-14,1 %) erheblich preiswerter.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Auslandsinvestitionen: Motiv „Kostenersparnis“ wieder auf dem Vormarsch

Aufgrund der gestiegenen Energiepreise und der gebremsten Weltkonjunktur investieren deutsche Industrieunternehmen derzeit im Ausland weniger. Zugleich will fast jeder dritte Industriebetrieb mit Investitionsplänen im Ausland damit vor allem Kosten sparen. Das zeigt eine aktuelle DIHK-Sonderauswertung.

DIHK, Mitteilung vom 13.04.2023

Aufgrund der gestiegenen Energiepreise und der gebremsten Weltkonjunktur investieren deutsche Industrieunternehmen derzeit im Ausland weniger. Zugleich will fast jeder dritte Industriebetrieb mit Investitionsplänen im Ausland damit vor allem Kosten sparen. Das zeigt eine aktuelle DIHK-Sonderauswertung.

„Starke Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen sind grundsätzlich eine gute Sache. Denn sie sichern bei der international eng vernetzten deutschen Wirtschaft auch die Standorte im Inland“, sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

„Allerdings sehen wir aktuell zwei bedenkliche Entwicklungen: Mit nur noch 41 Prozent der Industriebetriebe wollen derzeit so wenige Unternehmen im Ausland investieren wie zuletzt 2009. Und bei den Motiven ist neben den klassischen Beweggründen wie Kundenbindung und Markterschließung die Kostenersparnis wieder auf dem Vormarsch.“

Anzeichen einer schleichenden Produktionsverlagerung

Von den Industrieunternehmen mit Investitionsplänen im Ausland nannten 32 Prozent „Kostenersparnis“ als Motiv – ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (26 Prozent). „Einen solch hohen Wert hatten wir zuletzt 2008“, so Treier. „Bei den kleineren Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten ist dieser Anteil mit gut einem Drittel fast so hoch wie im Jahr 2004, als Deutschland noch als ‚kranker Mann Europas‘ galt. Deshalb sollten wir diese Zahlen sehr ernst nehmen. Es sind Anzeichen einer schleichenden Produktionsverlagerung.“

Bei kleineren Unternehmen unter 500 Beschäftigten geben der Auswertung zufolge 33 Prozent nach 27 Prozent im Vorjahr Kostenersparnis als Investitionsgrund an, fast so viele wie 2004 (36 Prozent). Auch bei großen Unternehmen (mehr als 1.000 Beschäftigte) wird das Kostenmotiv bedeutender (30 Prozent nach zuvor 26 Prozent), liegt allerdings noch weit unter dem Rekordwert von 44 Prozent im Jahr 2004.

„Fast jedes dritte Unternehmen, das im Ausland investieren will, reagiert damit auf die sich verschlechternde Kostenstruktur in Deutschland. Das sollte ein Weckruf an die Politik sein, die Standortbedingungen in Deutschland zu verbessern“, so Treier. „Industrieunternehmen, die zur Kostenersparnis im Ausland investieren, haben nach unseren Erkenntnissen zugleich im Inland geringere Pläne für Investition und Beschäftigung als der Durchschnitt der Industrieunternehmen insgesamt. Damit unterscheiden sie sich etwa von den Unternehmen, deren Motive für die Auslandsinvestition Markterschließung oder Vertrieb sind. Diese investieren mehr im Inland und planen mit höherer Beschäftigung als der Durchschnitt.“

Auslandsinvestitionen insgesamt rückläufig

Insgesamt gaben die Unternehmen an, dass zu Jahresbeginn 2023 nur noch 41 Prozent der Industriebetriebe im Ausland investieren wollen. Das ist der niedrigste Wert seit 2009 mit damals 40 Prozent. „Den Unternehmen setzen dabei insbesondere der russische Krieg in der Ukraine und die deutlich gestiegenen Energiepreise, aber auch die schwierigen Jahre der Corona-Pandemie sehr zu. Diese aktuellen Krisen haben die Investitionsbudgets insgesamt belastet und wirken sich stark auf die Auslandsinvestitionen aus“, bewertet Volker Treier die Ergebnisse.

Auch beim Auslandsengagement tun sich vor allem kleinere Unternehmen derzeit schwer. Nur 33 Prozent der Betriebe bis 500 Beschäftigte planen Investitionen außerhalb Deutschlands. Das ist ein neuer Tiefstwert. Besonders stark rückläufig ist die Auslandsaktivität bei Ge- und Verbrauchsgüterherstellern, mit 33 Prozent (nach 38 Prozent im Vorjahr) wollen so wenige wie noch nie im Ausland investieren.

Bei der Ausweitung ihrer bestehenden Auslandsinvestitionen halten sich die Unternehmen ebenso zurück. Nur noch 31 Prozent nach 39 Prozent im Vorjahr möchten ihre Auslandsinvestitionsbudgets erhöhen. Hingegen sieht fast jeder fünfte Betrieb (18 Prozent nach 11 Prozent im Vorjahr) Kürzungen vor. Insbesondere die vor allem im Inland hohen Energiepreise machen der deutschen Industrie zu schaffen. 43 Prozent der Unternehmen, die unter den Energiepreisen leiden, müssen ihre Auslandsinvestitionen beschneiden.

„Insgesamt lassen die Ergebnisse der Umfrage nichts Gutes erwarten. Im In- und Ausland wird bei den Investitionen gebremst agiert“, so das Resümee von Volker Treier. „Hohe Energiekosten, lange Genehmigungsverfahren, Fachkräftemangel und eine häufig unzulängliche Infrastruktur belasten die Position der Unternehmen in Deutschland. Die Politik muss diese strukturellen Probleme angehen, sonst beginnt das industrielle Fundament in Deutschland zu bröckeln.“

Neue Hürden im In- und Ausland

Zu den sich abschwächenden Auslandsinvestitionen kommen zunehmend internationale Handelshemmnisse, wie die kürzlich veröffentlichte DIHK-Umfrage „Going International“ ergab. Mit 56 Prozent sehen so viele Unternehmen wie noch nie Handelshemmnisse. Dabei handelt es sich unter anderem um zusätzliche Prüfungen als lokale Zertifizierungsanforderungen, verstärkte Sicherheitsanforderungen und Local-Content-Bestimmungen, etwa der Inflation Reduction Act in den USA.

Aber auch inländische Anforderungen an das grenzüberschreitende Wirtschaften, wie zum Beispiel das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, werden von den Unternehmen als solche neuen Kostenfaktoren wahrgenommen. Sie streuen zusätzlich Sand ins Getriebe des internationalen Geschäftes. Dadurch könnten nicht nur Kapitalbewegungen deutscher Unternehmen, sondern auch der Handel ins Stocken geraten.

Quelle: DIHK

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In virtuelle Welten eintauchen – BMWK schafft neuen Ausbildungsberuf „Gestalterinnen und Gestalter für immersive Medien“

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 01.08.2023 startet der neue dreijährige duale Ausbildungsberuf „Gestalter/-in für immersive Medien“. Damit wird lt. BMWK erstmals ein Berufsbild zur professionellen Gestaltung von Medien mit komplexer, virtueller Umgebung geschaffen.

BMWK, Pressemitteilung vom 13.04.2023

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 01.08.2023 startet der neue dreijährige duale Ausbildungsberuf „Gestalter/-in für immersive Medien“. Damit wird erstmals ein Berufsbild zur professionellen Gestaltung von Medien mit komplexer, virtueller Umgebung geschaffen. Denn in den vergangenen Jahren haben sich die Einsatzmöglichkeiten sogenannter immersiver Medien deutlich erweitert. Hierzu zählen insbesondere Augmented Reality, Virtual Reality, Mixed Reality sowie 360°-Anwendungen. Daher ist wichtig hier auch die Ausbildungsberufe anzupassen und durch ein klares Ausbildungsprofil zu hoher Qualität und Professionalität beizutragen. Das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium hat im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung dazu die „Verordnung über die Berufsausbildung zum Gestalter für immersive Medien und zur Gestalterin für immersive Medien“ erlassen (Veröffentlichung am 13.04.2023 im Bundesgesetzblatt).

Die neue Ausbildung orientiert sich am Produktionsprozess immersiver Medien. Dieser beginnt bei der Beratung von Kundinnen und Kunden und mündet in die anschließenden Konzeptions- und Umsetzungsphasen, in denen Auszubildende immersive Medien mit Autorenwerkzeugen und in Entwicklungsumgebungen gestalten, 3D-Daten modellieren und Prototypen entwickeln. Auch das Durchführen von Bild- und Tonaufnahmen in realen und virtuellen Produktionen sowie das Gestalten von Animationen und virtuellen Klangwelten hat einen großen Stellenwert. Gestalter/-innen für immersive Medien arbeiten überwiegend in Projektteams, häufig auch international. Deshalb sind Kommunikation und Kooperation wichtige Bestandteile der Tätigkeit, für die Auszubildende qualifiziert werden. Die Ausbildung endet in der Regel nach drei Jahren mit einer Abschlussprüfung, in der die Prüflinge ein eigenes Projekt erstellen müssen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung stehen Gestalterinnen und Gestaltern für immersive Medien zahlreiche berufliche Tätigkeiten offen: Sie arbeiten in Unternehmen der Produktion immersiver Medien (Augmented Reality/Virtual Reality/Mixed Reality/360-Grad-Video) und anderen Unternehmen der „virtual production“. Sie werden Teil der Teams in Produktionsbetrieben der audiovisuellen Medien genauso wie in Broadcasting Enterprises, wie zum Beispiel Fernsehanstalten. Sie können dieses Tätigkeitsfeld auch in Werbeagenturen, in der Games-Branche oder in Unternehmen mit großen Marketing- und Werbebudgets ausüben.

Quelle: BMWK

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Economic Experts Survey: Inflation bleibt weltweit hoch (1. Quartal 2023)

Die aktuelle Welle des Economic Expert Survey (EES) des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik untersucht Inflationserwartungen von Ökonominnen und Ökonomen auf globaler Ebene. Weltweit werden weiterhin hohe Inflationsraten erwartet.

ifo Institut, Mitteilung vom 13.04.2023

Wie entwickeln sich die Erwartungen von Ökonominnen und Ökonomen weltweit an die zukünftige Preisentwicklung? Zeigen die großen Zinsschritte der Zentralbanken Wirkung, und ist ein Rückgang in den Inflationserwartungen zu beobachten? Die aktuelle Welle des Economic Expert Survey (EES) des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik untersucht Inflationserwartungen von Ökonominnen und Ökonomen auf globaler Ebene. Das Ergebnis: Weltweit werden weiterhin hohe Inflationsraten erwartet. Zwar zeigt sich ein langsamer Rückgang der erwarteten Inflationsrate für 2023 über die letzten drei Quartale. Gegenüber der letzten Befragungswelle des EES (4. Quartal 2022) sind jedoch keine merklichen Änderungen zu verzeichnen.

Weltweite Inflationserwartungen stagnieren auf hohem Niveau

Für 2023 liegt die erwartete Inflationsrate im weltweiten Mittel bei 7%. Dies ist der Median der durchschnittlich erwarteten Inflationsraten auf Länderebene. Der Median wird verwendet, weil sich die erwarteten Inflationsraten regional sehr stark unterscheiden und in individuellen Ländern und Regionen wie z.B. in Afrika drastisch höher sind als im Rest der Welt.

Die im aktuellen Quartal erwartete durchschnittliche Rate von 7% ist damit nahezu identisch mit der erwarteten Rate von 7,1% im vierten Quartal 2022. Die kurzfristigen Inflationserwartungen stagnieren damit weltweit auf hohem Niveau. Auch für die kommenden Jahre rechnen Expertinnen und Experten weltweit mit hohen Inflationsraten. Mit einer durchschnittlichen erwarteten Inflationsrate von 5,9% für das Jahr 2024 wird im Mittel jedoch ein leichter Rückgang gegenüber 2023 erwartet.

Auch in der langen Frist bis 2026 bleiben die Inflationserwartungen mit 5% weiter hoch. Die langfristigen Inflationserwartungen der Expertinnen und Experten steigen im Vergleich zu den Ergebnissen des vergangenen Quartals sogar an. Den Höhepunkt erreichten die kurz- und langfristigen Inflationserwartungen im dritten Quartal 2022 und bewegen sich seitdem auf leicht geringerem Niveau.

Fallende Inflationserwartungen in der langen Frist, jedoch kein weiterer Rückgang im Vergleich zum Vorquartal

Die Heterogenität in den Inflationserwartungen ist weltweit stark ausgeprägt.

In den Regionen in Amerika gehen die Expertinnen und Experten insgesamt von hohen und weiter steigenden Inflationsraten aus, jedoch gibt es hier große Unterschiede: Während in Nordamerika die Inflationserwartungen tendenziell sinken, sind in Mittel- und insbesondere in Südamerika die Inflationserwartungen im Vergleich zur Umfrage im letzten Quartal teils stark angestiegen. Ähnliches lässt sich auch für die meisten Regionen Afrikas feststellen, wobei sich auch hier die Trends zwischen den Regionen unterscheiden. Insgesamt sind die Inflationserwartungen für die jeweiligen Regionen jedoch im Vergleich zum Vorquartal stark angestiegen. In den Regionen des asiatischen Kontinents zeigen sich ebenfalls große Unterschiede: Während sich die kurzfristigen Inflationserwartungen in vielen Teilen Asiens gegenüber den vergangenen Quartalen zurückentwickelt haben, sind die Inflationserwartungen für 2023 insbesondere in Westasien zuletzt stark gestiegen. In Ozeanien werden in der mittleren Frist fallende Inflationsraten erwartet, die Einschätzungen der Expertinnen und Experten bewegen sich hier auf einem im Vergleich konstant niedrigen Niveau.

In Europa befinden sich die Erwartungen weltweit auf dem niedrigsten Niveau, sowohl für das aktuelle Jahr 2023 als auch für die Jahre 2024 und 2026. Dabei zeigt sich zwar ein fallender Trend in der erwarteten Inflation, jedoch gehen die Expertinnen und Experten auch bis 2026 nicht von einer Rückkehr auf das von der EZB ausgegebene Inflationsziel von unter, aber nahe 2% aus. Auch innerhalb der Regionen Europas zeigen sich große Unterschiede in den Inflationserwartungen der Expertinnen und Experten. So sind die erwarteten Inflationsraten für 2023 im Osten Europas wesentlich höher als in anderen Teilen des Kontinents.

Quelle: ifo Institut

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Inflationsrate im März 2023 bei +7,4 %

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im März 2023 bei +7,4 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im März 2023 gegenüber Februar 2023 um 0,8 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.04.2023

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im März 2023 bei +7,4 %. Im Januar und Februar 2023 hatte die Inflationsrate noch bei jeweils +8,7 % gelegen. „Die Inflationsrate hat sich abgeschwächt, bleibt jedoch auf einem hohen Niveau“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, und ergänzt: „Für die privaten Haushalte fielen im März die erneut höheren Preise für Nahrungsmittel besonders ins Gewicht.“ Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im März 2023 gegenüber Februar 2023 um 0,8 %.

Energieprodukte binnen Jahresfrist um 3,5 % teurer

Die Preise für Energieprodukte lagen im März 2023 um 3,5 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Teuerung der Energieprodukte hat sich damit deutlich abgeschwächt und lag unterhalb der Inflationsrate. Im Februar hatte sie noch bei +19,1 % und im Januar bei +23,1 % gelegen. Im März 2023 wirkte jedoch ein Basiseffekt aufgrund des starken Anstiegs der Energiepreise im Vorjahr. Kraftstoffe waren mit -16,1 % deutlich günstiger als vor einem Jahr. Die Energiepreise werden zudem von den Preisbremsen für Strom, Erdgas und Fernwärme beeinflusst, die rückwirkend seit Januar 2023 wirksam sind. Insgesamt ist die Preisentwicklung bei Energie jedoch durch viele Faktoren geprägt, insbesondere durch die internationalen Einkaufspreise.

Im Einzelnen verteuerte sich von März 2022 bis März 2023 die Haushaltsenergie mit +21,9 % nach wie vor besonders stark: So erhöhten sich die Preise für Erdgas um 39,5 %, für Strom um 17,1 % und für Fernwärme um 16,4 %. Auch andere Haushaltsenergieprodukte verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich, zum Beispiel Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe um 39,4 %. Hingegen verbilligte sich leichtes Heizöl mit -35,7 % deutlich.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist um 22,3 %

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im März 2023 um 22,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Preisauftrieb für Nahrungsmittel hat sich damit sogar noch weiter verstärkt (Februar 2023: +21,8 %; Januar 2023: +20,2 %) und liegt mittlerweile dreimal so hoch wie die Gesamtteuerung. Wie bereits in den vorherigen Monaten wurden auch im März 2023 bei allen Nahrungsmittelgruppen Preiserhöhungen beobachtet: Insbesondere verteuerten sich Molkereiprodukte und Eier (+34,6 %). Deutlich teurer binnen Jahresfrist wurden außerdem Gemüse (+27,3 %), Brot und Getreideerzeugnisse (+23,8 %) sowie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+22,2 %). Auffällig hoch war die Teuerung bei einzelnen Nahrungsmitteln, so mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher beispielsweise für Zucker 70,9 % mehr bezahlen als im Vorjahresmonat.

Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei +5,8 %

Im März 2023 lag die Inflationsrate ohne Energie mit +7,8 % höher als die Inflationsrate insgesamt; hieraus wird deutlich, dass die Energiepreise aktuell sogar leicht dämpfend auf die Inflation wirken. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln zeigt, wie stark die Nahrungsmittelpreise die Gesamtteuerung prägen: Sie lag mit +5,8 % deutlich niedriger. Zudem wird an der Teuerungsrate ohne Energie und Nahrungsmittel offensichtlich, dass auch in anderen Güterbereichen die Teuerung hoch ist. Bereits im Dezember 2022 lag diese Kenngröße über der Fünf-Prozent-Marke und hat sich nach +5,6 % im Januar und +5,7 % im Februar 2023 wiederum leicht erhöht.

Waren verteuerten sich gegenüber März 2022 um 9,8 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im März 2023 gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,8 %. Verbrauchsgüter verteuerten sich mit +11,9 % besonders stark, vor allem infolge des Preisanstieges bei Nahrungsmitteln. Deutlich teurer waren hier außerdem Verbrauchsgüter für die Körperpflege (+14,6 %), Bier (+13,6 %) und alkoholfreie Getränke (+13,2 %). Die Preise von Gebrauchsgütern lagen binnen Jahresfrist um 6,2 % höher. Auffällig hoch war hier zum Beispiel die Teuerung von Möbeln und Leuchten (+10,3 %) sowie von neuen Pkw (+7,5 %).

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 4,8 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im März 2023 um 4,8 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Darunter verteuerten sich die Nettokaltmieten um 2,1 %. Überdurchschnittlich erhöhten sich die Preise für einzelne Dienstleistungen, zum Beispiel die Wartung und Reparatur von Wohnungen (+16,6 %), Gaststättendienstleistungen (+10,8 %) sowie Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+9,8 %). Binnen Jahresfrist verbilligten sich hingegen nur sehr wenige Dienstleistungen, zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-0,9 %).

Preisanstieg gegenüber Vormonat um 0,8 %, darunter Nahrungsmittelpreise um 1,3 %

Im Vergleich zum Februar 2023 stieg der Verbraucherpreisindex im März 2023 um 0,8 %. Deutlich teurer wurden saisonbedingt Pauschalreisen (+9,2 %), Flugtickets (+8,5 %) und Bekleidungsartikel (+5,1 %). Die privaten Haushalte mussten auch im Vormonatsvergleich mehr für Nahrungsmittel insgesamt bezahlen (+1,3 %), vor allem für Gemüse (+6,5 %). Auffällig war dagegen der erneute Preisrückgang bei Speisefetten und Speiseölen (-3,1 %), insbesondere bei Butter mit -7,0 % gegenüber dem Vormonat. Die Energiepreise blieben insgesamt unverändert. Bei einigen Energieprodukten kam es dennoch zu Preisanstiegen, so stiegen die Preise für Fernwärme (+1,2 %) und Erdgas (+0,7 %) trotz Preisbremsen. Den Preisanstiegen standen auch einzelne Preisrückgänge beispielsweise bei leichtem Heizöl (-2,3 %) und Strom (-0,6 %) gegenüber. Die Preise für Kraftstoffe insgesamt blieben nahezu stabil (-0,1 %, darunter Superbenzin: +0,3 %, Dieselkraftstoff: -1,6 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Immer mehr Firmen verwenden den Deutschen Nachhaltigkeitskodex

Das 1000. Unternehmen hat für den Deutschen Nachhaltigkeitskodex registriert. Immer mehr entdecken seinen Nutzen, denn er ist modular, einfach und kostenlos anwendbar.

Bundesregierung, Mitteilung vom 12.04.2023

Das 1000. Unternehmen hat für den Deutschen Nachhaltigkeitskodex registriert. Immer mehr entdecken seinen Nutzen, denn er ist modular, einfach und kostenlos anwendbar. Der vor mehr als zehn Jahren eingeführte Kodex ermöglicht es Unternehmen, einheitlich zum Thema Nachhaltigkeit Bericht zu erstatten. Eine Erfolgsgeschichte – nicht nur in Deutschland.

Wie ein Unternehmen anhand der finanziell erfassten Leistungen dasteht, ist traditionell in einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung abzulesen. Nichtfinanziell Geleistetes fließt darin jedoch nicht ein – möge die Nachhaltigkeitsleistung noch so bedeutend sein. In einer Gesellschaft, in der nachhaltiges Handeln zunehmend eingefordert wird, reicht die traditionelle Berichterstattung mithin nicht aus.

Branchenübergreifend und unabhängig

Deswegen hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung in einem umfassenden Prozess mit allen relevanten Akteuren einen Kodex entwickelt, der branchenübergreifend und unabhängig von der Rechtsform und Größe anwendbar ist. Die einheitliche Vorgehensweise dieses Kodizes erlaubt es, hiermit erstellte Aussagen über Nachhaltigkeitsleistungen vergleichen zu können. Das macht das Instrument so wertvoll.

Bundeskanzler Olaf Scholz sagte dazu: „Ich freue mich, dass sich mittlerweile 1.000 Unternehmen beim Deutschen Nachhaltigkeitskodex registriert haben.“ Er würdigt diese Entwicklung zu mehr Transparenz als bedeutenden Beitrag hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft auch weltweit. Denn es brauche alle Kräfte, damit die Transformation zur Nachhaltigkeit gelingt.

Unternehmen an die Hand nehmen

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat zur Hilfestellung bei der Anwendung des Kodizes einen Leitfaden formuliert. Er dient als Orientierungshilfe sowohl für bestehende Anwender als auch solche, die es werden wollen. Sie finden darin zu jedem Kriterium umfangreiche Informationen, Beispiele aus entsprechenden Erklärungen, Tipps von Anwendern und die Antworten auf die meistgestellten Fragen.

Nachhaltige Aktivitäten vergleichbar gemacht

Der Kodex wird zum kapitalen Instrument: Es verschafft den außenstehend Interessierten an dem Wirken eines Unternehmens Transparenz bei vermeintlich nicht vergleichbaren, da nichtfinanziell erfassbaren Leistungen. Im Einzelnen verlangt der Kodex, dass Anwender sich anhand von vorgegebenen Kriterien vor allem zu Belangen von Umwelt und Beschäftigten, Unternehmensstrategie und -führung erklären müssen. Damit gibt er Analysten und anderen Interessierten die Angaben, die sich nicht aus der Bilanz beziehungsweise Gewinn- und Verlustrechnung herauslesen lassen. Insbesondere darüber, welchen Beitrag ein Unternehmen zu den Nachhaltigkeitszielen der Staatengemeinschaft oder speziell zu den Pariser Klimazielen geleistet hat.

Die klare Struktur dieses Instruments der Berichterstattung über Nachhaltigkeitsleistungen besticht und erweist sich nicht nur für den Kapitalmarkt und für die Gesellschaft insgesamt von Vorteil. Dabei stehen inzwischen zum Teil auch branchenspezifische Fassungen zur Verfügung.

Ein kapitales Instrument – im In- und Ausland

„Es ist ein großer Erfolg, dass große und kleinere Unternehmen freiwillig und transparent anhand der Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodizes über ihre Aktivitäten berichten“, so Kanzler Scholz weiter. Als „Pioniere des Wandels“ zeigten sie, wie es geht.

Immer mehr Unternehmen entdecken den Nutzen dieses Instruments, denn es ist modular, einfach und kostenlos anwendbar. Diese Erkenntnis macht auch nicht vor den Grenzen Halt. Der Nachhaltigkeitskodex ist inzwischen in Griechenland adaptiert und liegt übersetzt in Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Russisch, Spanisch, Tschechisch und Rumänisch vor.

Quelle: Bundesregierung

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Nachhaltige Finanzen: Konsultation zur Definition nachhaltiger Tätigkeiten

Die EU-Kommission hat eine Konsultation zur EU-Taxonomie eingeleitet. Dabei geht es um die Definition neuer EU-Taxonomie-Kriterien für Wirtschaftstätigkeiten, die Umweltzielen dienen.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 11.04.2023

Die EU-Kommission hat eine vierwöchige Konsultation zur EU-Taxonomie eingeleitet. Dabei geht es um die Definition neuer EU-Taxonomie-Kriterien für Wirtschaftstätigkeiten, die Umweltzielen dienen. Außerdem werden Meinungen zu vorgeschlagenen Änderungen des delegierten Rechtsakts zur Klimataxonomie abgefragt. Die für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und die Kapitalmarktunion zuständige Kommissarin Mairead McGuinness erklärte: „Die EU-Taxonomieverordnung ist ein wichtiger Rechtsakt, der zur Verwirklichung der Ziele des europäischen Grünen Deals beiträgt. Ihr Abschluss und ihre vollständige Umsetzung werden entscheidend dazu beitragen, Investitionen in grüne und nachhaltige Projekte zu lenken.“

Neue Taxonomiebereiche

Konkret geht es um Tätigkeiten, die einen wesentlichen Beitrag zu einem oder mehreren der folgenden Umweltziele leisten: nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zur Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung sowie Schutz und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme. Die Kriterien stützen sich weitgehend auf die Empfehlungen der Plattform für ein nachhaltiges Finanzwesen, die im März und November 2022 veröffentlicht wurden.

Verwendung des Feedbacks

Die Kommission wird die eingegangenen Rückmeldungen berücksichtigen, bevor sie die delegierten Rechtsakte fertigstellt und erlässt. Sie fordert die Interessenträger auf, ihre Rückmeldungen auf die Tätigkeiten und technischen Bewertungskriterien zu konzentrieren, die als Teil des delegierten Rechtsakts zum Umweltschutz und der Änderungen des delegierten Rechtsakts zur Klimataxonomie und des delegierten Rechtsakts über die Offenlegung von Informationen vorgelegt werden. Um Vorschläge und Fragen zu beantworten, zu denen neue Tätigkeiten in die EU-Taxonomie aufgenommen werden könnten, oder zu möglichen Änderungen der technischen Bewertungskriterien für bestehende Tätigkeiten, wird in Zukunft ein Stakeholder Request Mechanism eingerichtet. Daher fallen solche Vorschläge nicht in den Anwendungsbereich dieser Aufforderung zur Stellungnahme.

Überarbeitete Webseite

Die Kommission hat auch ihre bestehende Website des EU-Taxonomie-Kompasses aktualisiert. Sie ist nun in einer neuen Website namens „EU-Taxonomie-Navigator“ eingebettet und enthält eine Reihe von Online-Tools, die den Nutzern ein besseres Verständnis der EU-Taxonomie auf einfache und praktische Weise erleichtern. Das erleichtert letztlich die Umsetzung und unterstützt die Unternehmen bei ihren Berichtspflichten.

Quelle: EU-Kommission

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Duale Berufsausbildung: Zahl neuer Ausbildungsverträge im Jahr 2022 leicht gestiegen

Im Jahr 2022 haben 468.900 Personen in Deutschland einen neuen Ausbildungsvertrag in der dualen Berufsausbildung abgeschlossen. Das waren nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes 0,6 % mehr als im Vorjahr.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.04.2023

  • Zahl neuer Ausbildungsverträge steigt im zweiten Jahr in Folge, erholt sich aber weiterhin nur langsam vom starken Einbruch im Corona-Jahr 2020
  • 2,9 % mehr neue Ausbildungsverträge im Bereich „Industrie und Handel“ und 2,3 % weniger im Handwerk
  • Gesamtzahl der Auszubildenden um 3 % gegenüber 2021 gesunken

Im Jahr 2022 haben 468.900 Personen in Deutschland einen neuen Ausbildungsvertrag in der dualen Berufsausbildung abgeschlossen. Das waren nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes 0,6 % mehr als im Vorjahr (2021: 466.200 Neuverträge). Damit stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach dem starken Einbruch im Corona-Jahr 2020 (463.300 Neuverträge) im zweiten Jahr in Folge leicht an. Allerdings war die Zahl neuer Ausbildungsverträge um 8 % geringer als im Jahr 2019 und lag damit weiterhin deutlich niedriger als vor der Corona-Pandemie (2019: 510.900 Neuverträge).

Insgesamt war 2022 der Anstieg gegenüber dem Vorjahr bei Frauen mit +1,1 % deutlich stärker als bei Männern mit +0,3 %. Der Geschlechterunterschied machte sich besonders im Handwerk (insgesamt -2,3 % auf 127.400 Neuverträge) bemerkbar, wo bei Männern ein starker Rückgang von 3 % zu verzeichnen war, während bei Frauen 2,0 % mehr neue Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden. Handwerksberufe werden jedoch weiter vorrangig von Männern erlernt. So wurden 81 % der Neuverträge im Handwerk von Männern abgeschlossen. Den allgemein stärksten Zuwachs hatten Neuabschlüsse im Ausbildungsbereich „Industrie und Handel“ (+2,9 % auf 269.800), während in der Landwirtschaft ein sehr starker Rückgang zu verzeichnen war (-5 % auf 13.000).

1.216.000 Personen befanden sich zum Jahresende 2022 in Ausbildung

Die Gesamtzahl der Auszubildenden war 2022 weiter rückläufig. So befanden sich zum Jahresende 1 216.000 Personen in Deutschland in einer dualen Berufsausbildung, das waren 3 % weniger als ein Jahr zuvor. Dieser Rückgang fällt stärker als 2021 (-2,6 %) aus, was sich mit der geringen Zahl an Neuabschlüssen der beiden letzten Jahre und insbesondere durch den Einbruch bei den Neuabschlüssen im Jahr 2020 erklären lässt.

Ein Rückgang der Zahl Auszubildender war im Jahr 2022 in allen Ausbildungsbereichen zu beobachten. Insgesamt absolvierten 39.500 Personen weniger eine Ausbildung als im Vorjahr, wobei der prozentuale Rückgang sowohl bei Männern als auch Frauen bei jeweils rund 3 % lag. Mit 37.000 weniger Auszubildenden verzeichneten die beiden am stärksten besetzten Ausbildungsbereiche (Industrie und Handel: -26.300 beziehungsweise -4 %, Handwerk -10.700 beziehungsweise -3 %) über 90 % des gesamten Rückgangs.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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