Stornierungswelle im Wohnungsbau steigt an

Im Wohnungsbau sind im Februar 2023 mehr Aufträge storniert worden als im Vormonat. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 20.03.2023

Im Wohnungsbau sind im Februar 2023 mehr Aufträge storniert worden als im Vormonat. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. 14,3 Prozent der Unternehmen meldeten im Februar abgesagte Aufträge, nach 13,6 Prozent im Januar. „Das Neugeschäft leidet stark unter den deutlich höheren Zinsen und den gestiegenen Baukosten. Im Mittel sind die Auftragsbücher zwar immer noch gut gefüllt, aber etliche Unternehmen klagen bereits über einen Auftragsmangel“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss.

23,4 Prozent der Wohnungsbaubetriebe berichteten von zu wenig Aufträgen. Im Januar waren es sogar 25,3 Prozent. Vor einem Jahr lag die Zahl erst bei 9,5 Prozent. 6,9 Prozent der Firmen klagten obendrein über Finanzierungsschwierigkeiten, verglichen mit 5,5 Prozent im Januar und 3,1 Prozent im Februar 2022. „Im Wohnungsbau geht die Angst um – die Geschäftserwartungen fielen auf einen neuen Tiefststand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991“, sagt Leiss weiter. Der Erwartungsindikator notierte bei minus 65,6 Punkten.

Quelle: ifo Institut

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Erzeugerpreise Februar 2023: +15,8 % gegenüber Februar 2022

Nach vorläufigen Angaben des Statistische Bundesamtes waren die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Februar 2023 um 15,8 % höher als im Februar 2022. Im Januar hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +17,6 % gelegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.03.2023

Nach vorläufigen Angaben des Statistische Bundesamtes waren die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Februar 2023 um 15,8 % höher als im Februar 2022. Im Januar hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +17,6 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Januar sanken die Erzeugerpreise im Februar 2023 um 0,3 % (-1,2 % Januar 2023 gegenüber Dezember 2022).

Die Ergebnisse der Erzeugerpreisstatistik sind weiterhin vorläufig hinsichtlich der Entwicklung der Strom- und Gaspreise. Grund hierfür ist die Preisbremse für Strom und Gas, die ab Januar 2023 gilt, jedoch erst ab März 2023 umgesetzt wird. Die genannten Indizes können für die Berichtsmonate Januar und Februar 2023 zunächst nur ohne Berücksichtigung der Strom- und Gaspreisbremse berechnet werden, da die auskunftspflichtigen Unternehmen noch nicht über Strom- und Gaspreise unter Berücksichtigung der Strom- und Gaspreisbremse verfügen. Mit den Ergebnissen für März 2023 ist eine Aktualisierung der vorläufigen Ergebnisse für Januar und Februar 2023 vorgesehen.

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie, bedingt durch den hohen Wägungsanteil der Energiepreise am Gesamtindex in Kombination mit außergewöhnlich hohen Preisveränderungen. Zudem stiegen, teilweise infolge der Preissteigerungen für Energie, auch die Preise für Verbrauchsgüter, Vorleistungsgüter, Gebrauchsgüter und Investitionsgüter deutlich an.

Auch für den Rückgang des Erzeugerpreisindex gegenüber dem Vormonat ist die Entwicklung der Energiepreise hauptverantwortlich.

Besonders stark gestiegene Energiepreise im Vorjahresvergleich, im Vormonatsvergleich jedoch sinkend

Die Energiepreise waren im Februar 2023 ohne den Einfluss der Strom- und Gaspreisbremse im Durchschnitt 27,6 % höher als im Vorjahresmonat. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatten die Preissteigerungen für Erdgas in der Verteilung.

Gegenüber dem Vormonat Januar sanken die Energiepreise im Durchschnitt um 1,4 %, ebenfalls hauptsächlich verursacht durch den Rückgang der Preise für Erdgas in der Verteilung.

Erdgas in der Verteilung kostete – noch ohne den Einfluss der Preisbremse für Gas – im Februar über alle Abnehmergruppen hinweg 38,9 % mehr als im Februar 2022. Für Handel und Gewerbe erhöhten sich die Preise um 91,5 %, für Wiederverkäufer um 40,2 %. Industrieabnehmer zahlten 8,9 % mehr als ein Jahr zuvor, Kraftwerke 26,8 %. Gegenüber dem Vormonat Januar wurde Erdgas im Durchschnitt 4,2 % billiger.

Strom – ebenfalls noch ohne die Berücksichtigung der Strompreisbremse – kostete über alle Abnehmergruppen betrachtet 27,1 % mehr als im Februar 2022. Gewerbliche Anlagen, die häufig tarifgebundene Verträge abschließen, zahlten 39,5 % mehr als ein Jahr zuvor, private Haushalte 38,2 %. Für Weiterverteiler war Strom 37,0 % teurer als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 8,5 %. Im Vormonatsvergleich stiegen die Preise für elektrischen Strom im Februar 2023 über alle Abnehmergruppen betrachtet um 2,5 %.

Mineralölerzeugnisse waren 5,1 % teurer als im Februar 2022, gegenüber Januar 2023 sanken diese Preise um 1,7 %. Leichtes Heizöl kostete 8,3 % mehr als ein Jahr zuvor (-7,3 % gegenüber Januar 2023). Die Preise für Kraftstoffe stiegen um 3,5 % (-2,0 % gegenüber Januar 2023). Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 10,2 % höher als im Februar 2022 und stiegen gegenüber Januar 2023 um 0,5 %.

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern vor allem durch gestiegene Preise für Nahrungsmittel

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Februar 2023 um 17,9 % höher als im Februar 2022 und stiegen gegenüber Januar 2023 um 0,9 %. Nahrungsmittel waren 23,4 % teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für Zucker (+90,4 % gegenüber Februar 2022). Allein gegenüber dem Vormonat Januar wurde Zucker 11,3 % teurer. Schweinefleisch kostete 58,9 % mehr als im Februar 2022, verarbeitete Kartoffeln 49,0 %. Margarine und Nahrungsfette kosteten 38,9 % mehr, Milch 30,3 % und Kaffee 16,7 %. Billiger als vor einem Jahr waren lediglich Butter (-5,5 %) und nicht behandelte pflanzliche Öle (-8,8 %).

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Februar 2023 um 10,5 % höher als ein Jahr zuvor und stiegen gegenüber Januar 2023 um 0,2 %, insbesondere bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+12,1 % gegenüber Februar 2022).

Preissteigerungen bei Vorleistungsgütern vor allem bedingt durch Glas, Keramik und verarbeitete Steine

Vorleistungsgüter waren im Februar 2023 um 8,6 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat Januar stiegen diese Preise geringfügig um 0,1 %. Den größten Einfluss auf die Preissteigerung für Vorleistungsgüter gegenüber dem Vorjahr hatte die Preisentwicklung für Glas, Glaswaren, Keramik und verarbeitete Steine (+25,4 % gegenüber Februar 2022).

Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln war 45,5 % teurer als im Februar 2022 (-3,9 % gegenüber Januar 2023). Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten kosteten 25,6 % mehr als vor einem Jahr (-10,3 % gegenüber Januar 2023). Getreidemehl kostete 33,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen stiegen gegenüber Februar 2022 um 23,4 %.

Metalle waren 3,2 % teurer als im Februar 2022. Gegenüber dem Vormonat Januar sanken die Metallpreise um 0,6 %. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 1,5 % teurer als im Februar 2022. Dagegen kostete Betonstahl in Stäben 8,2 % weniger als im Februar 2022.

Bedeutend niedriger als im Vorjahresmonat waren bei den Vorleistungsgütern die Preise für gesägtes und gehobeltes Holz (-12,1 %) sowie nichtmetallische Sekundärrohstoffe wie Papier (-44,7 %).

Investitionsgüter kosteten 7,7 % mehr als im Vorjahr (+0,4 % gegenüber Januar 2023). Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber Februar 2022 hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 9,4 %, gefolgt von denen für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,6 %). Besonders stark stiegen die Preise für rotierende Verdrängerpumpen für Flüssigkeiten (+20,2 %) und Bodenbearbeitungsmaschinen (+18,8 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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IMK-Konjunkturindikator auf „gelb-grün“

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession gerät, ist in den vergangenen Wochen geringfügig gestiegen, bleibt aber auf relativ niedrigem Niveau. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator zeigt „gelb-grün“.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 17.03.2023

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession gerät, ist in den vergangenen Wochen geringfügig gestiegen, bleibt aber auf relativ niedrigem Niveau. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator zeigt „gelb-grün“. Das steht für ein moderates Wachstum.

Für die drei Monate von März bis Ende Mai weist der Indikator, der Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt, ein Rezessionsrisiko von 23,0 Prozent aus. Anfang Februar waren es 21,7 Prozent für die folgenden drei Monate. Die statistische Streuung, ein Maß für die Unsicherheit von Wirtschaftsakteuren, ist gleichzeitig von 16,4 Prozent auf 12,3 Prozent zurückgegangen. Rezessionswahrscheinlichkeit und Streuung zusammengenommen unterschreiten wie im Vormonat die Schwelle, ab der der Indikator eine erhöhte konjunkturelle Unsicherheit ausweist.

Die Indikator-Prognose deute für die kommenden Monate auf ein „gedämpftes Wachstumstempo“ hin, aber nicht auf eine „durchgreifende Konjunkturerholung“, erklärt IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld. Und mit Blick auf das zu Ende gehende erste Quartal sei es nicht ausgeschlossen, dass die deutsche Wirtschaft eine leichte technische Rezession durchlaufen habe. Eine technische Rezession liegt vor, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwei Quartale in Folge zurückgeht. Dazu würde passen, dass der IMK-Konjunkturindikator noch im Dezember, als es um den Ausblick bis Ende Februar ging, „rot“ signalisierte.

Das gemischte Bild spiegelt sich nach Hohlfelds Analyse auch in den Faktoren wider, die der Algorithmus des Indikators aktuell als relevant für das Konjunkturbild einordnet, und die unter dem Strich zum geringfügigen Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit geführt haben. Positiv wirken einige Stimmungs- und Finanzmarktdaten. So zeigt der ifo-Geschäftsklimaindex nach oben und der Aufschlag, den Unternehmen für ihre Anleihen gegenüber Staatspapieren zahlen müssen, war in den vergangenen Wochen rückläufig. Dagegen belasten aber die hohe Inflation und die deutlich gestiegenen Geldmarktzinsen insbesondere die Baubranche. Und die Aufträge aus dem Inland an das Verarbeitende Gewerbe entwickelten sich in letzter Zeit schwach, ebenso wie die Produktion in energieintensiven Industriezweigen, etwa der Chemie.

Dass die konjunkturellen Aussichten angesichts dieser Gemengelage auch schon für die kommenden Monate eher positiv seien, hat auch viel mit der Stabilisierungspolitik der Bundesregierung zu tun, unterstreicht Ökonom Hohlfeld: „Ohne die vielfältigen expansiven fiskalischen Maßnahmen der Bundesregierung wäre es zu einem stärkeren und längeren Abschwung gekommen.“

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt. Der Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Hohe Energiepreise verschärfen strukturelle Wachstumsschwäche

Höhere Energiepreise verschlechtern die Aussichten für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands dauerhaft. Damit verschärft sich der bereits in Gang gekommene demografisch bedingte Schwund der Wachstumskräfte. Dies geht aus der Mittelfristprojektion des IfW Kiel hervor.

IfW Kiel, Mitteilung vom 17.03.2023

Höhere Energiepreise verschlechtern die Aussichten für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands dauerhaft. Damit verschärft sich der bereits in Gang gekommene demografisch bedingte Schwund der Wachstumskräfte. Mittelfristig flacht sich der Wachstumspfad der deutschen Wirtschaft spürbar auf nur noch 0,4 Prozent pro Jahr ab, ein Drittel des vormals langjährigen Durchschnitts. Dies geht aus der am 17.03.2023 erschienenen Mittelfristprojektion des IfW Kiel hervor, die im Gegensatz zur Konjunkturprognose die mittelfristigen Wachstumsaussichten in den Blick nimmt.

Deutschland steht ein schwieriges Jahrzehnt bevor, das mehr als bislang durch Verteilungskonflikte geprägt sein wird“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef und Vizepräsident des IfW Kiel, anlässlich der Mittelfristprojektion des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) („Wachstumspfad flacht sich merklich ab“).

„Weniger Menschen müssen künftig unter schwierigeren Rahmenbedingungen in Deutschland Wohlstand erwirtschaften. Gleichzeitig nimmt die Anzahl derer zu, die im Alter Ansprüche an die Sozialkassen erheben, ohne nennenswert zu deren Finanzierung beizutragen, vor allem im Gesundheits- und Rentensystem.“

Bis 2027 flacht sich der Wachstumspfad der deutschen Wirtschaft auf nur noch 0,4 Prozent pro Jahr ab und beträgt damit nur noch rund ein Drittel des vormals langjährigen Durchschnitts von rund 1,3 Prozent. Maßgeblich dafür ist die Alterung der Gesellschaft und damit der Mangel an Arbeitskräften, hinzu kommt die Belastung durch strukturell höhere Energiepreise.

Weniger Arbeitskräfte, teurere Produktion

Auf dem Arbeitsmarkt wird 2024 der Zenit mit 45,9 Millionen Beschäftigten überschritten. Fortan scheiden mehr Personen aus dem Erwerbsleben aus, als neue hinzukommen. Im Schnitt verliert der deutsche Arbeitsmarkt dann fast 200.000 Erwerbspersonen pro Jahr. Obwohl im Projektionszeitraum laut Bericht jährlich rund 350.000 Menschen aus dem Ausland einwandern, was im historischen Vergleich ausgesprochen hoch ist, schrumpft die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.

Mehr Menschen in den Arbeitsmarkt zu bringen – etwa über bessere Kinderbetreuung oder flexiblere Arbeitszeitmodelle –, kann den Rückgang an Arbeitskräften zwar dämpfen, ihn aber nicht aufhalten.

Auch die Arbeitszeit je Erwerbstätigen ist rückläufig. Ursächlich hierfür sind ein Anstieg der Teilzeitquoten sowie ein sinkender Anteil an Selbstständigen, die überdurchschnittlich viel arbeiten.

Zusätzlich belasten die mittelfristig höheren Energiepreise die Wachstumsaussichten, weil für die Produktion wichtige Inputfaktoren knapper und teurer werden. Die genauen Auswirkungen sind schwierig zu quantifizieren, weil Energie als Produktionsfaktor in den gängigen Schätzverfahren bislang nicht explizit berücksichtigt wird. Im Vergleich zur Schätzung vor Beginn der Pandemie liegt das bei normaler Auslastung mögliche Produktionsvolumen mittelfristig knapp 80 Mrd. Euro pro Jahr niedriger. Diese Abwärtsrevision dürfte in erster Linie den Folgen der Energiekrise geschuldet sein.

„Für die Wirtschaftspolitik kommt es nun darauf an, diejenigen Standortfaktoren zu stärken, die sie selbst in der Hand hat, um die Wachstumskräfte zu stärken. Dazu zählen die Qualität des Bildungssystems und der Infrastruktur, die Zweckmäßigkeit der Regulierung, unbürokratische staatliche Abläufe, eine angebotsorientierte Energiepolitik sowie eine maßvolle Abgabenquote, die nicht zuletzt im internationalen Standortwettbewerb um Fachkräfte entscheidend ist”, so Kooths.

„Erwartungen an positive Wachstumseffekte durch Dekarbonisierungsinvestitionen sind unrealistisch, weil hierdurch in erster Linie vorhandene Produktionskapazitäten umgebaut, nicht aber neue aufgebaut werden. Von daher wirken sie auf absehbare Zeit eher wachstumsdämpfend. Zwar profitieren einzelne Bsranchen, dafür verlieren aber andere, von denen knappe Ressourcen abgezogen werden. Die Arbeitskräfte für das vom Wirtschaftsminister ausgerufene‚ gigantische Beschäftigungsprogramm sind schon jetzt nicht da. Sie können daher nur aus anderen Branchen kommen, die dann weniger produzieren. Ein Wirtschaftswunder lässt sich auf diese Weise nicht herbeiführen.”

In seiner Mittelfristprojektion schätzt das IfW Kiel die Wirtschaftsleistung in Deutschland, die bei normaler Auslastung der Produktionsstrukturen, also aller Arbeitskräfte und des Kapitalstocks, zu dem etwa Maschinen oder die technische Ausstattung eines Unternehmens zählen, erbracht werden kann. Dies entspricht dem sog. Produktionspotenzial und beschreibt den mittel- bis langfristigen Wachstumspfad der deutschen Wirtschaft.

Der technische Fortschritt, mehr Arbeitskräfte und Investitionen erhöhen grundsätzlich das Potenzial. Bürokratische Hemmnisse oder unrentabel gewordene Produktionsstrukturen schmälern es.

Die tatsächliche Produktion in einem Jahr – das Bruttoinlandsprodukt – weicht in aller Regel vom Produktionspotenzial ab. Im Boom überschießt das Bruttoinlandsprodukt sein Potenzial – Menschen machen Überstunden, Maschinen laufen länger. In der Rezession fällt es darunter – Menschen gehen in Kurzarbeit, Maschinen stehen still.

Quelle: IfW Kiel

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Keine Verwaltungsdigitalisierung ohne moderne Register

Ab Dezember 2023 soll europaweiter Datenaustausch für verschiedene Verwaltungsverfahren möglich sein. Doch nach dem aktuellen Stand der Registermodernisierung kann diese Frist nicht eingehalten werden. Aus Sicht der DIHK muss die Politik die Weichen neu stellen, um das Projekt voranzutreiben.

DIHK, Mitteilung vom 17.03.2023

Häufig müssen Unternehmen und Bürger bei behördlichen Angelegenheiten ihre Daten und Nachweise bei jedem Vorgang immer wieder neu zur Verfügung stellen. Das kostet Zeit und Geld. Moderne Register nach dem Once-only-Prinzip sind hier eine wichtige Lösung. Sie ermöglichen es, digitale Daten sowohl zwischen den Registern als auch zwischen Registern und Online-Antragsportalen auszutauschen. Somit können analoge Schritte, etwa das Vorlegen und Prüfen von physischen Urkunden, künftig entfallen.

Moderne Register bilden das Fundament für digitale und automatisierte Verwaltungsprozesse. In seinem Gutachten aus dem Jahr 2017 geht der Normenkontrollrat davon aus, dass durch die Anbindung von Registern an digitale Verwaltungsleistungen Unternehmen eine Milliarde Euro jährlich für Interaktionen mit Behörden sparen könnten – das wäre mehr als die Hälfte der bisherigen Kosten. Auch die Verwaltungen selbst würden davon profitieren: Der administrative Aufwand könnte sich pro Jahr um fast 60 Prozent reduzieren, wenn einfache Tätigkeiten wie das Übertragen und Prüfen von Daten wegfallen würden.

Keine gemeinsame rechtliche Grundlage und …

Während in anderen Ländern die Registermodernisierung ganzheitlich angegangen wurde, hat sich Deutschland für eine Zweiteilung der gesetzlichen Grundlagen entschieden: das Registermodernisierungsgesetz (RegModG) für die Datenübertragung natürlicher Personen und das Unternehmensbasisdatenregistergesetz (UBRegG) für Unternehmensdaten beziehungsweise für wirtschaftlich Tätige. Beide Gesetze sind 2021 in Kraft getreten.

… keine stringente Projektsteuerung sowie …

Bei der Umsetzung des RegModG teilen sich das Bundesministerium des Innern und für Heimat sowie die vier Ländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hamburg die Gesamtsteuerung. Das Bundesverwaltungsamt entwickelt die Infrastruktur zur Vernetzung der Register mit den Basisdaten. Für diese Daten ist wiederum das Bundeszentralamt für Steuern verantwortlich. Zusätzlich entwickelt das Land Bremen das Datenschutzcockpit zur Lösung datenschutzrechtlicher Fragestellungen. Das UBRegG für wirtschaftlich Tätige hingegen wird durch das Statistische Bundesamt unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz implementiert.

Nach dem aktuellen Kenntnisstand ist eine dringend erforderliche Verzahnung zwischen den Projektsträngen nicht vorgesehen. Das RegModG soll bis 2028 umgesetzt werden, das UBRegG bis 2024. Zusammenfassend zeigt sich die operative Gesetzumsetzung als kompliziert und unübersichtlich, auch weil zu viele Akteure daran beteiligt sind.

… keine Lösung für föderale Herausforderungen

Auch wenn es immer noch keine Übersicht über alle bestehenden Register gibt, ist erkennbar, dass sich die Mehrzahl bei den 11.000 Kommunen befindet. Bevor der Digitalisierungsprozess beginnt, wäre daher eine Konsolidierung der Registerlandschaft erforderlich.

EU-weiter Datenaustausch – Frist nicht zu halten

Die europäische Single Digital Gateway-Verordnung (SDG) verpflichtet seit 2018 EU-Mitgliedstaaten bis Dezember 2023 Nachweise für eine Reihe von Verwaltungsleistungen gemäß dem Once-only-Prinzip grenzüberschreitend auszutauschen. Bis dahin müssten zumindest einige nationale Register an die europäische Infrastruktur angeschlossen und Daten-Abrufe aus diesen ermöglicht werden. Diese Vorgabe wird den aktuellen Projektplanungen zufolge sicher nicht mehr einzuhalten sein.

Priorisieren, rechtliche und projekttechnische Herausforderungen lösen

Die Registermodernisierung muss eine stärkere politische Priorisierung erfahren. Dafür müssen Bund und Länder (verfassungs-)rechtlich den Föderalismus so modernisieren, dass eine sinnvolle Projektgestaltung überhaupt erst ermöglicht wird.

Beide Projektstränge – also die Umsetzung des RegModG und des UBRegG – benötigen ein professionelles Multi-Projektmanagement mit dazu qualifiziertem Personal in einer leistungsfähigen Organisationsstruktur. Vier Länder und ein Bundesministerium als gemeinsame Federführer – das kann schwerlich funktionieren. Sinnvoller wäre eine gemeinsame Stelle, die das Gesamtprojekt steuert und gleichzeitig die Teilprojekte miteinander verzahnt – allein schon, weil es zahlreiche Mischregister gibt, die sowohl personen- als auch unternehmensbezogene Daten beinhalten. Das gilt etwa für das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse, welches sowohl die IHKs als auch andere zuständige Stellen der Berufsausbildung bearbeiten. Auch die Ressourcenknappheit bei den umsetzenden Behörden von Bund und Ländern, aber insbesondere von den Kommunen macht dies erforderlich.

Über ihren Status und ihr Vorgehen sollten die beiden Projektstränge transparent, öffentlich und nachvollziehbar kommunizieren – hier sind Dokumentationen auf kollaborativen Plattformen wie Wikis und die offene Einsehbarkeit des Software-Codes in Repositories geeignetere Kommunikationsmittel als Power Points und PDFs per E-Mail. Auf einer derart gestärkten Informationsbasis können die Verantwortlichen auch relevantes Feedback aller Stakeholder einholen, um die Projekte insgesamt zu verbessern.

Das lang angekündigte Änderungsgesetz für das Onlinezugangsgesetz (OZG) und das E-Government-Gesetz, welches das Bundeskabinett demnächst verabschiedet, hätte eine Chance geboten, die Weichen nochmal neu zu stellen. Aber ein umfassender Ansatz für eine Verwaltungsdigitalisierung lässt sich hier nicht erkennen. Auch die Registermodernisierung kommt in dem Änderungsgesetz so gut wie gar nicht vor. Ein großer Wurf bleibt aber notwendig, wenn die Modernisierung gelingen soll.

Quelle: DIHK

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10,8 % mehr beantragte Regelinsolvenzen im Februar 2023 als im Vormonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar 2023 um 10,8 % gegenüber dem Vormonat gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 17.03.2023

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar 2023 um 10,8 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Im Januar 2023 war sie hingegen noch um 3,2 % gegenüber Dezember 2022 gesunken. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Verfahren erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor. Die Insolvenzstatistik bildet nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen, nicht jedoch solche aus anderen Gründen beziehungsweise vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten. Diese und weitere Hinweise sind bei der Interpretation der Insolvenzstatistiken zu beachten.

4,3 % mehr Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2022 als im Vorjahr

Im Jahr 2022 haben die deutschen Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 14 590 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg um 4,3 % gegenüber dem Vorjahr, in dem der niedrigste Wert seit Einführung der Insolvenzordnung 1999 registriert wurde (13 933 Fälle). Hierbei ist zu beachten, dass von März 2020 bis Mai 2021 die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen infolge der Corona-Pandemie ganz oder teilweise ausgesetzt war. Einen Anstieg im Vorjahresvergleich hatte es zuletzt während der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 gegeben (+11,6 % gegenüber 2008). Seitdem ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahresvergleich stets zurück.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus den im Jahr 2022 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 14,8 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 hatten die Forderungen bei rund 48,3 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen bei gleichzeitigem Anstieg der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2021 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz betragt haben als im Jahr 2022.

Baugewerbe mit den meisten Insolvenzen

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Jahr 2022 im Baugewerbe mit 2 698 Fällen (Jahr 2021: 2 423; +11,3 %). Es folgte der Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 2 239 Verfahren (Jahr 2021: 2 122; +5,5 %).

16,6 % weniger Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2022 als im Vorjahr

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im Jahr 2022 um 16,6 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen ist seit Mitte 2020 im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre zu betrachten. Die Neuregelung gilt für seit dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren. Sie ermöglicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Daher ist davon auszugehen, dass viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zunächst zurückhielten, um von der Neuregelung zu profitieren. Dieser Nachholeffekt sorgte ab Anfang 2021 für einen starken Anstieg der Verbraucherinsolvenzen und scheint inzwischen beendet.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Jeder zehnte Betrieb investierte während der COVID-19-Pandemie in 4.0-Technologien

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie investierte nur jeder zehnte Betrieb zusätzlich in computergestützte, intelligente sog. 4.0-Technologien von Büro- und Kommunikationsmitteln, indem beispielsweise Cloud-Computing Systeme angeschafft wurden. Dies zeigen erste Analysen der gemeinsam von IAB, ZEW und IZA durchgeführten, „Arbeitswelt 4.0“-Betriebsbefragung.

ZEW, Pressemitteilung vom 16.03.2023

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie investierte nur jeder zehnte Betrieb zusätzlich in computergestützte, intelligente sogenannte 4.0-Technologien von Büro- und Kommunikationsmitteln, indem beispielsweise Cloud-Computing Systeme angeschafft wurden. Dies zeigen erste Analysen der neuen, gemeinsam vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem ZEW – Leibniz-Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung und dem Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) durchgeführten, „Arbeitswelt 4.0“-Betriebsbefragung, die am 16.03.2023 veröffentlicht wurde.

Vor allem Betriebe, die vor der Pandemie schon Erfahrung mit 4.0-Technologien gesammelt hatten, haben coronabedingt weitere Investitionen in Büro- und Kommunikationsmittel getätigt. Von den fast 70 Prozent der Betriebe ohne Vorerfahrung investierten nur 2,5 Prozent pandemiebedingt in 4.0-Technologien, während es von den knapp 20 Prozent der Betriebe mit etwas Vorerfahrung 24,8 Prozent und von den gut 11 Prozent der Betriebe mit umfangreicher Vorerfahrung 27,3 Prozent waren. Im Durchschnitt gab es für alle Betriebe ei­nen pandemiebedingten Anstieg des Anteils an 4.0-Technologien von 2,6 Prozentpunkten. Dabei beträgt dieser coronabedingte Digitalisierungsschub bei Betrieben ohne Vorerfahrung 1,7 Prozentpunkte, bei Betrieben mit etwas Vorerfahrung 2,9 Prozentpunkte, bei jenen mit umfangreicher Vorerfahrung 4,0 Prozentpunkte: „Der digitale Graben zwischen den Betrieben hat sich durch die Coronakrise vertieft“, stellt Britta Matthes, Leiterin der Forschungsgruppe „Berufe in der Transformation“, fest. Prof. Dr. Melanie Arntz, stellvertretende Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen“ ergänzt: „Einen pandemiebedingten Digitalisierungsschub im Hinblick auf modernste digitale Technologien sehen wir nur in Betrieben, die bereits zuvor in diese Technologien investiert hatten. Die technologische Lücke zwischen Vorreiter- und Nachzüglerbetrieben hat sich somit durch die Pandemie weiter vergrößert. Technologische Nachzügler werden es daher zunehmend schwer haben, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.“

Vorrangig investierten die Betriebe in Technologien, die es den Beschäftigten ermöglichen, im Homeoffice zu arbeiten. Dementsprechend war der coronabedingte Digitalisierungsschub deutlich stärker in Betrieben, in denen die anfallenden Arbeiten zu einem größeren Anteil im Homeoffice erledigt werden konnten. Während der Anteil von 4.0-Technologien bei einem niedrigen Homeoffice-Potenzial coronabedingt um durchschnittlich 1,7 Prozentpunkte stieg, erhöhte er sich bei einem hohen Homeoffice-Potenzial im Schnitt um das Doppelte. Hatten Betriebe mit hohem Homeoffice-Potenzial bereits Erfahrung in der Digitalisierung, stieg der Anteil an 4.0-Technologien pandemiebedingt sogar sechsmal stärker an.

Die Ergebnisse basieren auf ersten Analysen der zweiten Welle der IAB-ZEW-IZA-Arbeitswelt-4.0-Befragung, einer durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten, repräsentativen Betriebsbefragung von knapp 3.000 Betrieben, die zwischen August 2021 und Juni 2022 zu ihren Investitionen zwischen 2016 und 2022 befragt wurden.

Quelle: ZEW

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Unternehmen suchen durchschnittlich vier Monate nach Fachkräften

Deutsche Unternehmen suchen durchschnittlich drei bis vier Monate nach Fachkräften. So lange benötigen 37,5 Prozent der befragten Personalleiter von der Ausschreibung bis zur Unterschrift, laut einer ifo Umfrage in Zusammenarbeit mit der Jobplattform Indeed und Bewertungsseite Glassdoor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 16.03.2023

Deutsche Unternehmen suchen durchschnittlich drei bis vier Monate nach Fachkräften. So lange benötigen 37,5 Prozent der befragten Personalleiter von der Ausschreibung bis zur Unterschrift, laut einer ifo Umfrage in Zusammenarbeit mit der Jobplattform Indeed und Bewertungsseite Glassdoor. 25,1 Prozent der Befragten konnten eine offene Stelle innerhalb von ein bis zwei Monaten mit einer Fachkraft besetzen. Aus mittelgroßen Unternehmen meldeten das sogar 37,4 Prozent. Und 17,2 Prozent der kleinen Unternehmen sind sogar in den ersten vier Wochen erfolgreich. „Deutlich verkürzen können Unternehmen die Zeit, wenn sie sich als Arbeitgeber positionieren, der auf Vielfalt in der Belegschaft achtet“, sagt Julia Freuding aus der ifo-Niederlassung in Fürth.

Um vielfältigere Kandidatinnen anzusprechen, setzen Unternehmen vor allem darauf, ihre Stellenanzeigen entsprechend zu formulieren (65,4 Prozent), dazu gehört auch die gezielte Ansprache bestimmter Gruppen von Bewerberinnen (30,7 Prozent). Unternehmen, die angeben bei der Neueinstellung auf Vielfalt zu achten, besetzen ihre Stellen deutlich schneller: 47,8 Prozent innerhalb von zwei Monaten, davon 17,7 Prozent innerhalb von vier Wochen. Von den Unternehmen, die bei der Besetzung von freien Stellen nicht auf Vielfalt achten, besetzen nur 32,2 Prozent ihre Stellen innerhalb von zwei Monaten. „Vielfalt bei der Stellenbesetzung dient den Unternehmen immer häufiger als Mittel gegen den Fachkräftemangel“, sagt Freuding.

Die Belegschaft ist bei der Mehrheit der befragten Unternehmen in den letzten Jahren vielfältiger geworden und sie haben damit überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Für die befragten Firmen stechen als positive Aspekte die menschliche Bereicherung und eine schnellere Stellenbesetzung hervor, was vor allem in Zeiten des Arbeitskräftemangels von zentraler Bedeutung ist. Ein festes Ziel für eine bestimmte Geschlechter- oder Frauenquote haben sich aber die wenigsten Unternehmen gesetzt.

Für diese Umfrage wurden 554 Personalverantwortliche aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Handel und Dienstleistungen befragt. In Kooperation mit der Jobplattform Indeed und Bewertungsseite Glassdoor wurde diese Online-Umfrage vom 29. September bis zum 24. Oktober durchgeführt.

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2023

Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung hat laut der Detailmeldung des Statistischen Bundesamts vom 24.02.2023 zum Jahresende 2022 merklich nachgelassen und das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen. Darauf weist das BMWK hin.

BMWK, Pressemitteilung vom 15.03.2023

  • Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung hat sich laut der Detailmeldung des Statistischen Bundesamts vom 24.02.2023 zum Jahresende 2022 merklich nachgelassen und das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen. Das Vierteljahresergebnis wurde damit im Vergleich zur Schnellmeldung vom 30.01.2023 nochmals um 0,2 Prozentpunkte nach unten korrigiert.
  • Aufgrund der hohen Inflation kam es zu Kaufkraftverlusten und Konsumzurückhaltung, was zu einem spürbaren Rückgang des privaten Verbrauchs führte. Die Ausrüstungs- und Bauinvestitionen litten unter steigenden Zinsen und den immer noch bestehenden Lieferengpässen.
  • Eine „technische“ Rezession mit zwei aufeinanderfolgen Quartalsrückgängen ist jetzt nicht mehr auszuschließen. Der positive Verlauf bei den Konjunktur- und Frühindikatoren spricht jedoch dafür, dass der zu erwartende wirtschaftliche Abschwung eher begrenzt und vorübergehend sein dürfte.
  • Die Industrieproduktion hat zu Jahresbeginn stark expandiert und somit die Verluste im Dezember wieder ausgeglichen. Zusammen mit den steigenden Auftragseingängen im Januar ergibt sich ein Konjunkturbild, das lediglich eine milde Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität über das Winterhalbjahr nahelegt.
  • Die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) stagnierten im Januar, nachdem sie im Dezember trotz Weihnachtsgeschäft spürbar gesunken waren. Die Stimmung unter den Verbrauchern blieb allerdings auf Erholungskurs.
  • Die Inflationsrate verharrte auf hohem Niveau und lag im Februar wieder bei +8,7 %. Inzwischen sind Nahrungsmittel der größte Preistreiber, nicht nur wegen ihres hohen Gewichts am Warenkorb, sondern auch, weil sie mittlerweile eine höhere Teuerung als die Energieträger aufweisen.
  • Die Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt, trotz des gesamtwirtschaftlichen Abschwungs im Schlussquartal 2022, unauffällig und beständig. Der Beschäftigungsaufbau hat sich zuletzt spürbar weiter fortgesetzt und die Zahl der Arbeitslosen blieb nahezu konstant. Angesichts des Fachkräftemangels bleiben die Unternehmen auf Personalsuche.

Dynamik der deutschen Wirtschaft zum Jahresausgang spürbar schwächer

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist laut Detailmeldung des Statistischen Bundesamts vom 24. Februar im letzten Vierteljahr 2022 um 0,4 % zurückgegangen. Das vorläufige Ergebnis der Schnellmeldung vom 30. Januar wurde damit um 0,2 Prozentpunkte nach unten revidiert. Nachdem die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Quartalen trotz widriger Rahmenbedingungen in der Weltwirtschaft und geopolitischen Spannungen jeweils noch zulegen konnte, hat sich danach die Dynamik der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung merklich verringert.

Maßgeblich für den jüngsten BIP-Rückgang waren insbesondere die Kaufkraftverluste in Folge der hohen Inflation. Sie wirkten sich unmittelbar bei den Ausgaben für den privaten Konsum aus, die um 1,0 % nachgaben. Den Ausrüstungs- und Bauinvestitionen (-3,6 % bzw. -2,9 %) machten zudem steigende Zinsen und die zwar nachlassenden, aber weiterhin spürbaren Materialengpässe zu schaffen. Es dürften viele Investitionsprojekte zunächst einmal zurückgestellt worden sein. Auf der Entstehungsseite verringerte sich die Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe um 0,6 %, wobei energieintensive Branchen wie die Herstellung chemischer Erzeugnisse sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung besonders starke Rückgänge meldeten. Im Baugewerbe (-2,4 %) nahm die Ausbringung nunmehr schon zum dritten Mal in Folge ab, wobei sich auch die kalte Witterung zum Jahresende negativ bemerkbar gemacht haben dürfte.

In allen Wirtschaftsbereichen lag die Bruttowertschöpfung im vierten Quartal um 1,4 % niedriger als im Vorquartal.

Die Entwicklung der aktuellen Konjunktur- und Frühindikatoren zu Jahresbeginn stimmt aber vorsichtig optimistisch. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe legten im Januar zu. Ebenso ist der nominale Wert der Warenexporte gestiegen, während die Warenimporte in nominaler Rechnung erneut einen Rückgang aufwiesen. Nach aktuellen Umfragen des ifo Instituts dürfte sich die Wirtschaftslage im Verarbeitenden Gewerbe in den nächsten Monaten weiter verbessern, worauf die merklich verbesserte Geschäftserwartungen hindeuten. Auch in den anderen großen Wirtschaftsbereichen schwindet der Pessimismus.

Zwar kann eine „technische“ Rezession mit zwei negativen Quartalsraten in Folge gemäß den zuletzt vom Statistischen Bundesamt vorgelegten BIP-Daten nicht mehr ausgeschlossen werden, allerdings ist derzeit nicht von einem breiten und länger anhaltenden Abschwung auszugehen.

Weltwirtschaft schwächelt weiter

Aktuelle Indikatoren zeigen eine anhaltend schwache Entwicklung des globalen Umfeldes. Der Welthandel nahm im Dezember um 0,9 % gegenüber dem Vormonat ab, nachdem es bereits im November zu einer merklichen Abnahme um 1,7 % gekommen war. Die weltweite Industrieproduktion verringerte sich erneut leicht um 0,2 % (November: -0,2 %). Die Frühindikatoren am aktuellen Rand sprechen für eine weiterhin verhaltene Entwicklung in den kommenden Monaten. Der Stimmungsindikator von S&P Global legte im Januar auf 49,8 Punkte zu. Er befindet sich damit noch knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Auch der RWI-Containerumschlag-Index sowie der auf Schiffbewegungsdaten basierende Kiel-Trade-Indikator deuten auf einen anhaltend schwachen Welthandel im ersten Quartal hin.

Erneuter Rückgang bei Ex- und Importen – Ausblick bleibt verhalten

Der nominale Wert aller Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen ist im Berichtsmonat Januar gegenüber dem Vormonat um 1,0 % gesunken. Die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen wiesen in nominaler Rechnung einen noch deutlicheren Rückgang auf (-2,5 %). Die anhaltende Schwäche der Weltwirtschaft zeigt sich damit auch am Jahresanfang im deutschen Außenhandel. Bereits im Dezember waren die Aus- und Einfuhren von Waren und Dienstleistungen sehr deutlich zurückgegangen (-5,7 % bzw. -5,1 %).

Dabei war die Preisentwicklung der Ex- und Importe jeweils zuletzt rückläufig. Die Ausfuhrpreise sanken im Januar um 1,0 %, die Einfuhrpreise gaben mit -1,5 % etwas kräftiger nach. Somit dürfte das Plus bei den Ausfuhren in realer Rechnung noch etwas größer und das Minus bei den Einfuhren preisbereinigt geringer ausfallen. Da die Importpreise stärker gefallen sind als die Exportpreise, verbesserten sich die Terms of Trade der deutschen Volkswirtschaft erneut leicht.

Der Ausblick für den deutschen Außenhandel bleibt angesichts der schwachen Weltwirtschaft verhalten. Die ifo Exporterwartungen gingen im Februar leicht zurück. Sie liegen jetzt bei +3,8 Saldenpunkten. Zum Vergleich: Vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine lag der Index noch bei rund 15 Saldenpunkten. Eine positive Nachricht ist, dass sich die Materialengpässe weiter entspannen. So gaben in der Umfrage des ifo Instituts vom Februar nur noch 45 % der Unternehmen an, von Knappheiten bei Vorprodukten betroffen zu sein. Im Vormonat waren es noch 48 %.

Industrieproduktion und Auftragseingänge legen zu

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Januar gegenüber dem Vormonat spürbar gestiegen (+3,5 %). Insbesondere das Baugewerbe konnte seinen Ausstoß kräftig erhöhen (+12,6 %) – auch aufgrund der ungewöhnlich warmen Witterung. Die kräftige Produktionsausweitung des Produzierenden Gewerbes im Januar ist im Zusammenhang mit der deutlichen Drosselungen im Dezember zu sehen (aufwärtsrevidiert auf -2,4 %). Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich ergibt sich ein Minus von 0,6 %. Im Baugewerbe dürfte sich vor allem die mildere Witterung im Januar positiv ausgewirkt haben. Dennoch stimmt die Entwicklung am aktuellen Rand vorsichtig optimistisch.

Die Auftragseingänge sind im Januar gegenüber dem Vormonat um 1,0 % gestiegen. Dies ist – nach langer Schwächephase im Jahr 2022 – bereits der zweite monatliche Zuwachs in Folge. Ohne Großaufträge wäre der Anstieg mit +2,9 % noch ausgeprägter gewesen. Insgesamt lagen die Bestellungen zuletzt allerdings immer noch knapp 11 % unter ihrem Vorjahresniveau. Im Vormonatsvergleich haben sich Inlands- und Auslandsnachfrage stark unterschiedlich entwickelt (-5,3 % vs. +5,5 %). Während sich die Nachfrage aus dem Ausland im Januar weiter belebt hat (+5,5 %), tendierten die Aufträge aus dem Inland zuletzt wieder schwächer (-5,3 %).

Auch innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes fiel die Entwicklung differenziert aus: Während es im gewichtigen Bereich Kfz & Kfz-Teile zu einem deutlichen Plus von 6,7 % kam, verzeichneten der Maschinenbau (-3,9 %), die Metallerzeugnisse (-5,7 %) sowie die Chemischen Erzeugnisse (-5,9 %) merkliche Rückgänge. Die Stimmung in der deutschen Industrie hat sich im Februar erneut aufgehellt. Die Geschäftserwartungen waren merklich weniger pessimistisch. Dies sowie die gut gefüllten Auftragsbücher und die abnehmenden Materialengpässe deuten auf eine insgesamt recht milde wirtschaftliche Abschwächung im Winterhalbjahr hin.

Einzelhandelsumsatz zuletzt unverändert

Die Entwicklung im Einzelhandel ist infolge der Kaufkraftverluste und damit verbundenen Konsumzurückhaltung insgesamt nach wie vor gedämpft. Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz stagnierten im Januar, nachdem der Dezemberwert deutlich von -4,2 % auf -1,7 % im Vormonatsvergleich nach oben revidiert wurde. Im Vergleich zum Januar 2022 meldete der Einzelhandel ein (reales) Umsatzminus von 6,5 %, was zu einem beträchtlichen Teil die hohen Preissteigerungen im Einzelhandel widerspiegelt. Im Vergleich zum Niveau vor der Corona-Pandemie im Januar 2020 lag der Umsatz ebenfalls leicht niedriger (-0,4 %). Der Handel mit Lebensmitteln verzeichnete im Januar im Vergleich zum Vormonat ein reales Umsatzplus von 3,3 % (ggü. Vorjahresmonat -8,3 %). Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln ging im Vormonatsvergleich um 1,6 % zurück (ggü. Vorjahresmonat +0,6 %). Der Internet- und Versandhandel verbuchte im Januar eine Abnahme um 6,5 % (ggü. Vorjahresmonat -11,7 %). Hier war der Umsatz aber dennoch 12,5 % höher als im Januar 2020 vor der Corona-Pandemie.

Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter haben sich im Februar wieder stabilisiert und legten um 15,7 % zu, nachdem sie im Januar sehr kräftig um 39,8 % gefallen waren. Im November und Dezember hatten die Neuzulassungen spürbar um 14,6 % bzw. 21,5 % zugelegt, weil zum Jahresende die Förderung von E-Autos und Pkw mit Hybrid-Antrieb („Umweltbonus“) reduziert wurden bzw. ausliefen.

Aktuelle Indikatoren zeigen für die kommenden Monate eine Stabilisierung im Einzelhandel an, wenn auch ausgehend von einem niedrigen Niveau. So ist die Stimmung unter den privaten Verbrauchern laut GfK Konsumklima im Februar auf Erholungskurs, für März ist mit der fünften Verbesserung in Folge zu rechnen. Der nachlassende Pessimismus dürfte insbesondere auf die gesunkenen Preise für Energie an den Märkten, aber auch auf die Stabilisierungsmaßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen sein, die die Unsicherheit bei den privaten Verbrauchern begrenzt haben.

Beim ifo Geschäftsklima im Einzelhandel setzte sich im Februar die positive Tendenz ebenfalls fort. Dies gilt sowohl für die Beurteilung der aktuellen Lage, die erstmals seit Mai letzten Jahres per saldo wieder positiv ausfiel, als auch für die Geschäftserwartungen.

Inflationsrate verharrt auf hohem Niveau

Die Inflationsrate ist im Februar mit einem Anstieg von +8,7 % unverändert hoch geblieben. Während der direkte Beitrag von Energie zum Anstieg des Verbraucherpreisindex etwas rückläufig war, hat sich die Teuerung bei Nahrungsmitteln nochmals erhöht. Der Preisauftrieb gewinnt damit an Breite – infolge der im Jahresverlauf 2022 erfolgten Kostensteigerungen auf vorgelagerten Preisstufen vor allem bei Energieträgern –, die nach und nach weitergegeben werden.

Aufgrund der Maßnahmen des dritten Entlastungspakets der Bundesregierung sollten die Höchststände aus dem letzten Jahr mit Inflationsraten nahe der 9 %-Marke (neues Basisjahr 2020) aber überwunden sein. Auch aufgrund der ab Januar wirksam werdenden Gas- und Strompreisbremsen sind die Energiepreise im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat mit +19,1 % etwas schwächer angestiegen als zuvor (Jan.: +23,1 %; Dez.: 20,3 %; Nov.: +31,4 %).

Der Anstieg der Preise für Nahrungsmittel indes hat sich mit 21,8 % weiter verstärkt (Jan.: +20,2 %; Dez.: +20,4 %; Nov.: +20,6%). Gegenüber Januar stiegen die Verbraucherpreise um voraussichtlich 0,8 %. Bei stagnierenden Energiepreisen verteuerten sich vor allem die Preise für Nahrungsmittel (+2,4 %). Aber auch die Kerninflationsrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) stieg im Februar mit +5,7 % erneut etwas stärker als in den Vormonaten (Jan.: +5,6 %; Dez.: +5,2 %). Dies zeigt, dass der Preisdruck an Breite gewinnt.

Nach wie vor tragen die Energieträger trotz der jüngsten Entspannungen im Vorjahresvergleich maßgeblich zum Preisauftrieb bei. Aufgrund der überwiegend milden Witterung und der recht hohen Füllstände der Gasspeicher sind die Preise für Erdgas an den Spotmärkten seit den Höchstwerten Ende August tendenziell rückläufig. Der TTF Base Load liegt derzeit mit 44 Euro/MWh inzwischen 66 % unter dem Niveau des Vorjahres und 19 % unter dem des Vormonats. Die Weitergabe an die Endverbraucher*innen erfolgt jedoch verzögert. Im März dürfte sich der Verbraucherpreisanstieg aufgrund des Basiseffekts im Vorjahresvergleich spürbar verringern: Im März 2022 kam es im Gefolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zu einem Energiepreisschock an den Märkten, der zu einem spürbaren Anstieg der Inflation führte. Dieser Effekt fällt ab März 2023 im Vorjahresvergleich heraus.

Aktuellen Umfragen des ifo Instituts zufolge planen auch deutlich weniger Unternehmen ihre Preise in den nächsten drei Monaten zu erhöhen, als dies zuvor noch der Fall war. Ein Großteil der gestiegenen Kosten dürfte bereits an die Kunden weitergegeben worden sein.

Auf den vorgelagerten Absatzstufen zeigt sich ein nachlassender Preisdruck bei Energie. Die Erzeugerpreise sind im Januar im Vormonatsvergleich zum vierten Mal in Folge zurückgegangen (-1,0 %), vor allem weil sich die Energiepreise verringert haben (-5,0 %). Die Verkaufspreise im Großhandel nahmen im Januar im Vergleich zum Dezember leicht zu (+0,2 %). Im Vorjahresvergleich schwächte sich der Anstieg zum vierten Mal hintereinander ab (+10,6 %). Die Importpreise gaben im Januar um 1,2 % gegenüber dem Vormonat nach (+6,6 % ggü. Vorjahr).

Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt beständig

Der Arbeitsmarkt zeigt – angesichts des gesamtwirtschaftlichen Abschwungs im vierten Quartal 2022 – einen weiterhin unauffälligen, beständigen Verlauf. Der Anstieg der registrierten Arbeitslosigkeit fiel im Februar in mit +2.000 Personen gering aus. Die Erwerbstätigkeit legte im Januar weiter spürbar zu (+64.000 Personen). Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gab es im Dezember ebenfalls ein merkliches Plus (+46.000 Personen). Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit erhöhte sich im Dezember auf rund 180 Tausend Personen. Sie dürfte laut einer ifo Umfrage bis zum Februar weiter leicht gestiegen sein und ihr höchstes Niveau seit Juni 2022 erreicht haben.

Die Frühindikatoren von IAB und ifo senden diesmal uneinheitliche Signale: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Februar zum vierten Mal in Folge gestiegen und spricht für eine positive Entwicklung in den kommenden Monaten (starkes Beschäftigungswachstum, abnehmende Arbeitslosigkeit insb. durch zunehmende Integration ukrainischer Geflüchteter). Das ifo Beschäftigungsbarometer ist gefallen, liegt aber dennoch per saldo für die meisten Bereiche im positiven Bereich. Angesichts des Fachkräftemangels blieben die Unternehmen weiterhin auf Personalsuche. Lauf der regelmäßigen Betriebsbefragung des IAB hatte die Zahl der offenen Stellen im Schlussquartal 2022 einen neues Allzeithoch von 1,98 Mio. erreicht.

Quelle: BMWK

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Gründer wünschen sich einfachere, schnellere und digitale Prozesse im Kontakt mit öffentlichen Institutionen

Ein hoher bürokratischer Aufwand wird in Befragungen zu Gründungstätigkeit und -bereitschaft in Deutschland regelmäßig als Hindernis genannt. Das ergibt eine Umfrage von KfW Research.

KfW, Pressemitteilung vom 15.03.2023

Standardisierte und formalisierte Regeln und Verfahren für staatliche und administrative Tätigkeiten sind einerseits die Grundlage für ein faires und rechtssicheres Wirtschaften, andererseits werden sie, wenn sie uneindeutig oder zu komplex sind, als bürokratische Hemmnisse wahrgenommen. Bei Unternehmen belastet das insbesondere die kleinen und jungen, die hinsichtlich ihrer Kapazitäten und Mittel zur Bürokratiebearbeitung eingeschränkt sind. Ein hoher bürokratischer Aufwand wird in Befragungen zu Gründungstätigkeit und -bereitschaft in Deutschland regelmäßig als Hindernis genannt. Hier Abhilfe zu schaffen, steht bereits oben auf der politischen Agenda. KfW Research hat im Rahmen einer Blitzbefragung auf der durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und die KfW unterstützten Gründerplattform www.gruenderplattform.de ermittelt, wo (angehenden) jungen Selbstständigen konkret der Schuh drückt. Zentrales Ergebnis: Bürokratie wird auf dem Weg zur beruflichen Selbstständigkeit zum Hemmnis, wenn öffentliche Institutionen zu komplex, zu langsam, zu analog, zu wenig hilfreich und zu wenig erreichbar sind

Diese fünf Belastungsfaktoren klassifizieren die (werdenden) Gründer und Gründerinnen auf einer Skala von null bis 2 als überdurchschnittlich bürokratisch (0 = gar nicht, 1 = etwas, 2 = sehr). Zu viele Behördengänge, die Mehrfacherhebung gleicher Angaben und zu wenig Verständnis für die Situation werden als eher durchschnittlich problematisch bewertet. Zu hohe Gebühren, Falschinformationen und zu viele Abfragen sind Faktoren, die weit unter dem durchschnittlichen Belastungslevel liegen.

„Wir wissen aus vielen unserer Analysen: Egal ob Männer oder Frauen, ob Jüngere oder Ältere, bei allen würde weniger Bürokratie die Gründungsbereitschaft erhöhen. Auf eine einfache Formel gebracht, wünschen sich Menschen auf dem Weg zur Selbstständigkeit schnellere, einfachere und digitale Prozesse im Kontakt mit öffentlichen Institutionen“, so Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Insbesondere die Verringerung von Komplexität durch einfache und eindeutige Kriterien sowie eine institutionenübergreifende Harmonisierung sind vielversprechende Ansätze. Das würde auch Druck von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der öffentlichen Institutionen nehmen, die weniger Aufwand mit Klärung und Erklärung der Rechtslage und ihrer Entscheidungen hätten und sich damit stärker auf die Bearbeitung der Anliegen der Antragstellenden konzentrieren könnten.“

Menschen, die sich selbstständig machen (wollen), haben mit Abstand am häufigsten Kontakt mit dem Finanzamt (75 %), gefolgt vom Gewerbeamt (64 %), dem Arbeitsamt (59 %), den gesetzlichen Krankenkassen (57 %) sowie der Deutschen Rentenversicherung (45 %). Mit dem Jobcenter und dem Finanzamt kommt es in der Wahrnehmung der Befragten am häufigsten zu Komplikationen, etwa 4 von 10 Antwortenden mit Kontakt zu den Institutionen berichten davon. Bekannte potenzielle Konfliktpunkte sind hier bspw. die Bewilligung des Gründungszuschusses oder die Anerkennung einer freiberuflichen Tätigkeit, wo teilweise vorhandene Ermessenspielräume zu unterschiedlichen Ansichten führen können. Bei Kontakt mit der Deutschen Rentenversicherung oder den gesetzlichen Krankenkassen nahmen etwa 3 von 10 Antwortenden Probleme wahr. Auch hier gibt es mit der genannten Statusfeststellung (Ermessenspielräume) oder rund um die Familienversicherung (Einkommensgrenze) bekannte potenzielle Konfliktpunkte. Beim Kontakt mit dem Gewerbeamt nahm etwa jeder vierte der Antwortenden Hemmnisse wahr, zu welchen es insbesondere wegen fehlerhafter Angaben bei der Gewerbeanmeldung kommen kann.

Bei der Wahrnehmung von Problemen gibt es nur wenige Unterschiede zwischen jenen, die schon selbstständig sind, und jenen, die es werden wollen Am auffälligsten ist, dass bei den bereits Selbstständigen die gesetzlichen Krankenkassen an erster Stelle liegen.

Die aktuelle Befragung ist abrufbar unter www.kfw.de/fokus.

Quelle: KfW

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