Erzeugerpreise im März 2026: -0,2 % gegenüber März 2025

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im März 2026 um 0,2 % niedriger als im März 2025. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im März 2026 gegenüber dem Vormonat um 2,5 %, das war der höchste Anstieg gegenüber dem Vormonat seit August 2022 (+5,4 %).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.04.2026

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), März 2026
-0,2 % zum Vorjahresmonat
+2,5 % zum Vormonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im März 2026 um 0,2 % niedriger als im März 2025. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im März 2026 gegenüber dem Vormonat um 2,5 %, das war der höchste Anstieg gegenüber dem Vormonat seit August 2022 (+5,4 %).

Sowohl der Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat als auch der starke Anstieg gegenüber dem Vormonat ist hauptsächlich auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen. Die Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten waren dabei insbesondere in deutlichen Preisanstiegen bei Mineralölerzeugnissen im Vorjahresvergleich und starken Preisanstiegen bei fast allen Energieprodukten im Vormonatsvergleich sichtbar. Durch Preisrückgänge bei Erdgas und Strom im Vorjahresvergleich ergab sich insgesamt ein Rückgang der Energiepreise gegenüber März 2025.

Günstiger als vor einem Jahr waren Verbrauchsgüter. Hingegen waren Investitionsgüter, Gebrauchsgüter sowie Vorleistungsgüter teurer als im Vorjahresmonat. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat im März 2026 um 1,3 %, gegenüber Februar 2026 stiegen sie um 0,4 %.

Starker Anstieg der Energiepreise gegenüber dem Vormonat, geteiltes Bild im Vorjahresvergleich

Energie war im März 2026 um 3,2 % billiger als im Vorjahresmonat. Gegenüber Februar 2026 stiegen die Energiepreise allerdings um 7,5 %, das war der stärkste Anstieg der Energiepreise gegenüber dem Vormonat seit August 2022 (+14,3 %). Insbesondere die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten im März 2026 besonders stark an, während es bei anderen Energieträgern wie Erdgas und elektrischen Strom vor allem durch längerfristige Verträge und Preisbildungsmechanismen vergleichsweise geringe Preissteigerungen gab. Bedingt durch das seit Beginn des Kriegs in der Ukraine immer noch hohe Preisniveau bei Erdgas und elektrischem Strom gab es hier im März 2025 sogar Preisrückgänge im Vorjahresvergleich.

Die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen gegenüber März 2025 um 18,3 %, gegenüber Februar 2026 stiegen sie um 22,9 %. Leichtes Heizöl kostete 55,2 % mehr als im März 2025 und 53,4 % mehr als im Februar 2026. Kraftstoffe kosteten 29,5 % mehr als im März 2025 und 22,3 % mehr als im Februar 2026.

Erdgas in der Verteilung kostete über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet 8,0 % weniger als im Vorjahresmonat, aber 5,7 % mehr als im Februar 2026. Bei den im Erzeugerpreisindex enthaltenen Börsenpreisen für Erdgas wurden allerdings die Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten auch schon im März 2026 deutlich sichtbar, die Börsenpreise für Erdgas stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 22,1 % und gegenüber Februar 2026 um 57,3 %. Aufgrund des niedrigen Gewichts am Gesamtindex wirkte sich diese Preissteigerung allerdings nur geringfügig auf die Gesamtentwicklung aus.

Die Preise für Strom fielen gegenüber März 2025 um 5,8 %, gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 3,1 %, Fernwärme war 0,6 % günstiger als im Vorjahresmonat.

Preisanstiege bei Investitionsgütern und Gebrauchsgütern, Preisrückgänge bei Verbrauchsgütern

Die Preise für Investitionsgüter waren im März 2026 um 1,9 % höher als im Vorjahresmonat (+0,3 % gegenüber Februar 2026). Maschinen kosteten 1,7 % mehr, die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,2 % gegenüber März 2025.

Gebrauchsgüter waren im März 2026 um 1,9 % teurer als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber Februar 2026).

Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten dagegen 0,3 % weniger als im Vorjahresmonat, aber 0,6 % mehr als im Februar 2026. Unter den Verbrauchsgütern fielen die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 1,4 %, gegenüber Februar 2026 stiegen sie um 0,8 %. Deutlich billiger als im März 2025 waren Butter (-39,8 %) und Schweinefleisch (-5,8 %). Die Preise für Schweinefleisch stiegen gegenüber Februar 2026 um 7,7 %. Teurer im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dagegen Rindfleisch (+14,9 %) und Kaffee (+4,7 %).

Preisanstiege auch bei Vorleistungsgütern

Die Preise für Vorleistungsgüter waren im März 2026 um 1,5 % höher als im Vorjahresmonat (+0,7 % gegenüber Februar 2026).

Für den Preisanstieg gegenüber März 2025 sorgten vor allem die höheren Preise von Metallen (+8,2 %). Insbesondere die Preise für Edelmetalle (+72,8 %) stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich an, gegenüber Februar 2026 lagen die Edelmetallpreise 3,2 % höher. Auch für Kupfer und Halbzeug daraus (+17,6 %) musste mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Billiger als im Vorjahr waren dagegen Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-0,8 %), darunter kostete Betonstahl allerdings 0,5 % mehr.

Holz sowie Holz- und Korkwaren (+6,0 %) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +11,2 % und Laubschnittholz mit +2,7 %. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +26,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die Preise für Glas und Glaswaren stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,8 %. Darunter war veredeltes und bearbeitetes Flachglas 6,8 % teurer, wohingegen die Preise für Hohlglas (-2,2 %) gegenüber März 2025 sanken.

Preisrückgänge gegenüber März 2025 gab es ebenfalls bei chemischen Grundstoffen (-2,4 %), darunter stiegen allerdings die Preise für Düngemittel um 3,3 % (+2,3 % gegenüber Februar 2026). Papier, Pappe und Waren daraus kosteten 2,3 % weniger als im Vorjahresmonat. Futtermittel für Nutztiere (-7,4 %) und Getreidemehl (-4,3 %) kosteten ebenfalls deutlich weniger als im März 2025, allerdings stiegen die Futtermittelpreise um 1,1 % und die Getreidemehlpreise um 0,9 % gegenüber dem Vormonat.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Preisschock beim Öl treibt vor allem die Inflationsraten von Familien hoch – um bis zu 1,2 Prozentpunkte im März

Der Iran-Krieg hat die Inflationsrate in Deutschland im März auf 2,7 Prozent hochgetrieben, 0,8 Prozentpunkte mehr als im Februar. Der gesamte Anstieg ist dabei noch auf den Preisschock bei Kraftstoffen und Heizöl zurückzuführen. Das gilt größtenteils auch für die haushaltsspezifischen Inflationsraten. Zu diesem Ergebnis kommt der neue IMK Inflationsmonitor der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 17.04.2026

Der Iran-Krieg hat die Inflationsrate in Deutschland im März auf 2,7 Prozent hochgetrieben – 0,8 Prozentpunkte mehr als im Februar. Der gesamte Anstieg ist dabei noch auf den Preisschock bei Kraftstoffen und Heizöl zurückzuführen. Das gilt größtenteils auch für die haushaltsspezifischen Inflationsraten: Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen sind derzeit von der neuen Teuerungswelle besonders stark getroffen, weil in ihren Warenkörben Ausgaben für Auto-Kraftstoffe ein relativ hohes Gewicht haben. So stieg die haushaltsspezifische Inflationsrate von Paarfamilien mit geringen Einkommen und von Alleinerziehenden mit mittleren Einkommen um je 1,2 Prozentpunkte, bei Paarfamilien mit mittleren Einkommen um 1,1 Prozentpunkte. Am niedrigsten fiel der Anstieg im März bei Alleinlebenden mit niedrigen Einkommen (+0,6 Prozentpunkte) und bei Alleinlebenden mit sehr hohen Einkommen (+0,8 Prozentpunkte) aus. Das hat unterschiedliche Gründe: Während einkommensstarke Singles viele verschiedene Güter und Dienstleistungen konsumieren, deren Preise aktuell weniger stark angezogen haben, besitzen ärmere Alleinlebende oft kein Auto. Zu diesem Ergebnis kommt der neue IMK Inflationsmonitor. Ärmere Alleinlebende hatten daher im März mit 2,1 Prozent auch die niedrigste haushaltsspezifische Inflationsrate, während sie bei allen anderen betrachteten Haushaltstypen mit 2,6 bis 2,8 Prozent nahe beieinander lag. Das IMK berechnet monatlich spezifische Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen unterscheiden (mehr zu den Typen und zur Methode unten).

Bislang hat sich der Ölpreisschock noch nicht auf die gemessenen Preise für andere Güter übertragen. Das wird aber wahrscheinlich in allernächster Zeit passieren, weil beispielsweise die Kosten für Transporte sowie der Erdgaspreis für Endverbraucher anziehen. Wie groß dieser Effekt ist, hängt entscheidend von der Dauer des Krieges ab: „Ein anhaltender Krieg zwischen den USA und dem Iran würde sich in den Preisen für Nahrungsmittel und Haushaltsenergie niederschlagen und nicht nur deutlich höhere Inflationsraten bewirken, sondern auch die soziale Kluft erneut erhöhen“, schreibt Dr. Silke Tober, Inflationsexpertin des IMK und Autorin des Inflationsmonitors. Haushalte mit niedrigen bis mittleren Einkommen geben einen vergleichsweise großen Anteil ihres Konsumbudgets für solche Güter des Grundbedarfs aus. Sind das die zentralen Preistreiber, wie schon in der Teuerungswelle nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, müssen insbesondere ärmere Haushalte – Alleinstehende wie Familien – deutlich höhere Inflationsbelastungen schultern als Haushalte mit hohen Einkommen.

Auch wenn Hoffnung bestehe, dass der Krieg und der dadurch verursachte Höhenflug der Energiepreise bis zum Sommer enden, dürfte bereits der aktuelle Preisschub deutliche negative Wirkungen auf Inflation und Konjunktur im Gesamtjahr 2026 haben, analysiert Ökonomin Tober. „Vor diesem Hintergrund ist es folgerichtig, dass die Bundesregierung zügig Entlastungsmaßnahmen auf den Weg bringt.“ Der „Tankrabatt“, der sich schon im parlamentarischen Verfahren befindet, sei grundsätzlich geeignet, den Inflationsschub kurzfristig zu mindern und die privaten Haushalte zu entlasten. Das gilt insbesondere für Paarfamilien und Alleinerziehende mit niedrigen bis mittleren Einkommen, deren haushaltsspezifische Inflationsrate dadurch laut Tobers Berechnung um rund einen halben Prozentpunkt gesenkt wird. Falls sich Krieg und Preisschock noch länger als bis zum Sommer fortsetzen, sollten darüber hinaus weitere Entlastungsmaßnahmen ins Auge gefasst werden, die etwa bei den Kosten für Nahrungsmittel und Haushaltsenergie ansetzen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte die Leitzinsen wegen des Energiepreisschubs vorerst nicht erhöhen, zumal die hohen Energiepreise ohnehin die europäische Wirtschaft und insbesondere die angeschlagene Industrie belasten und eine Zinserhöhung die Konjunktur noch einmal zusätzlich bremsen würde, so die Ökonomin. Gelinge es, den Anstieg der Verbraucherpreise durch staatliche Maßnahmen zu bremsen, werde es für die Zentralbank leichter, vorerst abzuwarten. Allerdings sei eine Gegenfinanzierung des Tankrabatts durch eine Erhöhung der Tabaksteuer „aus der Inflationsperspektive kontraproduktiv, weil diese den Preisdruck an anderer Stelle schafft“.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Industriestrompreis wird eingeführt

Die Bundesregierung wird für die Jahre 2026 bis 2028 den Industriestrompreis einführen. Die EU-Kommission hat am 16.04.2026 die nationale Richtlinie des Industriestrompreises beihilferechtlich genehmigt.

BMWE, Pressemitteilung vom 16.04.2026

Europäische Kommission genehmigt das Entlastungsinstrument für die energieintensive Industrie

Die Bundesregierung wird für die Jahre 2026 bis 2028 den Industriestrompreis einführen. Die Europäische Kommission hat heute die nationale Richtlinie des Industriestrompreises beihilferechtlich genehmigt. Damit ist der Weg frei, um die energieintensive Industrie weitergehend zu entlasten und den Industriestandort Deutschland zu stärken. Angesichts hoher Energiepreise ist die Maßnahme ein wichtiger Baustein, um Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland planbar zu sichern und die Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie zu unterstützen.

„Erstmals überhaupt schaffen wir den Rahmen für einen Industriestrompreis, mit dem wir speziell die für Deutschland wichtigen energieintensiven Industrien entlasten. Die beihilferechtliche Genehmigung der Europäischen Kommission ist ein großer Erfolg und ein wichtiges Signal für den Industriestandort Deutschland. In den letzten Monaten haben wir bereits die Energiekosten für Bürger und Unternehmen durch die Absenkung der Stromsteuer, den Zuschuss zu den Netzkosten und die Abschaffung der Gasspeicherumlage spürbar gesenkt. Der heutige Tag zeigt: Auch beim Industriestrompreis halten wir Wort. Für eine starke Industrie und einen wettbewerbsfähigen Standort Deutschland.“

Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche

Der Industriestrompreis soll die strom- und handelsintensiven Unternehmen aus 91 Sektoren bei den Stromkosten entlasten. Der Zielpreis des Instruments liegt bei 5 ct/kWh und wird auf Grundlage des Großhandelsstrompreises bestimmt. Potenziell mehrere tausend Unternehmen werden von dem Industriestrompreis profitieren. Hierzu zählen wesentliche Teile der klassischen energieintensiven Industrie, etwa aus den Bereichen Chemie, Gummi- und Kunststoffwaren, Glas aber auch Branchen wie die Halbleiterfertigung. Weitere (Teil-)Sektoren sollen zu einem späteren Zeitpunkt – nach Genehmigung durch die Europäische Kommission – einbezogen werden, sofern die erforderlichen Strom- und Handelsintensitäten nachgewiesen werden können.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist für die Durchführung der Antragsverfahren zuständig und wird hierzu rechtzeitig vor dem Beginn des Antrags- und Auszahlungsverfahren Anfang 2027 auf seiner Internetseite die Unternehmen informieren. Die Beantragung erfolgt in 2027 rückwirkend für das Gesamtjahr 2026.

Die Richtlinie wird in Kürze im Bundesanzeiger veröffentlicht und damit in Kraft treten.

Die Europäische Kommission führt derzeit zudem eine Konsultation zu kurzfristigen Anpassungen des Beihilferahmens „Clean Industrial Deal State Aid Framework“ (CISAF) durch. Die Bundesregierung wird sich aktiv in diesen Prozess zur Weiterentwicklung des Instruments einbringen.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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Irankrieg stürzt deutsche Wirtschaft in längste Krise seit 20 Jahren

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich durch die Nahostkrise wieder deutlich verschlechtert, zeigt die neue Konjunkturumfrage des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 16.04.2026

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich durch die Nahostkrise wieder deutlich verschlechtert, zeigt die neue Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Der Iran-Krieg macht die Hoffnung auf eine ausgeprägte Erholung der deutschen Wirtschaft zunichte. Fast 30 Prozent aller Unternehmen wollen 2026 Stellen streichen, 35 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einem Rückgang ihrer Produktion. Fast 40 Prozent gehen davon aus, in diesem Jahr weniger zu investieren. Der erhoffte Aufschwung fällt damit aus: Seit fast drei Jahren blicken die deutschen Unternehmen durchgehend pessimistisch nach vorn – eine so lange Durststrecke gab es seit 20 Jahren nicht. Das zeigt die neue IW-Konjunkturumfrage, für die das IW im März, nach Beginn des Iran-Konflikts, rund 1.000 Firmen befragt hat.

Die Ergebnisse im Detail

  • Die aktuelle Geschäftslage bewerten Unternehmen weiterhin negativ: 43 Prozent berichten, dass ihre Geschäfte schlechter laufen als vor einem Jahr, nur 14 Prozent sehen eine Verbesserung. Das zieht sich durch Industrie, Dienstleister und Bau gleichermaßen.
  • Für den Rest des Jahres bleiben die Aussichten trüb: 35 Prozent rechnen mit sinkender Produktion, nur 21 Prozent mit einem Plus. Selbst die zuletzt optimistischen Dienstleister sind eingebrochen: 35 Prozent gehen von schlechteren Geschäften aus. In der Industrie stehen 39 Prozent mit sinkender nur 24 Prozent mit steigender Produktion gegenüber.
  • Die Investitionsbereitschaft bleibt niedrig: Rund 40 Prozent aller Unternehmen wollen 2026 weniger investieren, nur 21 Prozent mehr. In der Industrie ist der Anteil der Firmen, die Investitionen kürzen, mit 42 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Anteil derjenigen, die mehr investieren wollen (19 Prozent). Auch am Bau überwiegen die Kürzungen (23 Prozent höher, 38 Prozent niedriger).
  • Am Arbeitsmarkt geht der Stellenabbau weiter: In der Industrie planen 37 Prozent der Firmen mit weniger Personal, nur 14 Prozent mit mehr. Bei den Dienstleistern stehen 22 Prozent, die einstellen wollen, 28 Prozent gegenüber, die Jobs streichen.

Irankrieg trifft die deutsche Wirtschaft hart

„Der Iran-Krieg hat die Hoffnung auf eine echte wirtschaftliche Erholung im Keim erstickt“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Die Sperrung der Straße von Hormus treffe Lieferketten unmittelbar, treibe Energie- sowie Transportkosten und schwäche den für Deutschland wichtigen Export. „Die geopolitischen Dauerkrisen bringen das deutsche Wirtschaftsmodell immer stärker an seine Grenzen. Das erhöht den Reformdruck für die Bundesregierung“, so Grömling.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln)

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Industrie investiert stärker im Ausland – Kostendruck erreicht historischen Höchststand

Die DIHK-Sonderauswertung 2026 zu Auslandsinvestitionen macht Schwächen am heimischen Standort deutlich. Die deutsche Industrie investiert immer öfter im Ausland. In diesem Jahr planen 43 Prozent der Industriebetriebe Investitionen außerhalb von Deutschland – im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 3 Prozentpunkte.

DIHK, Mitteilung vom 16.04.2026

DIHK-Sonderauswertung 2026 zu Auslandsinvestitionen macht Schwächen am heimischen Standort deutlich.

Die deutsche Industrie investiert immer öfter im Ausland. In diesem Jahr planen 43 Prozent der Industriebetriebe Investitionen außerhalb von Deutschland – im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 3 Prozentpunkte.

Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung unter 1.700 Industrieunternehmen aus der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage.

Danach hat insbesondere das Motiv der Kosteneinsparung weiter an Bedeutung gewonnen. 41 Prozent der Firmen wollen aus diesem Grund außerhalb Deutschlands investieren. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein sprunghafter Anstieg um sechs Prozentpunkte und zugleich der höchste Wert seit 2003.

„Die sinkende Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Standorts zwingt Unternehmen zu Verlagerungen ins Ausland.“

Dr. Volker Treier, Außenwirtschaftschef | Mitglied der Hauptgeschäftsführung

„Die Gründe dafür sind eindeutig: steigende Kosten, strukturelle Probleme und eine schwache Konjunktur am Standort Deutschland”, erläutert DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Die sinkende Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Standorts zwingt Unternehmen zu Verlagerungen ins Ausland. Die Betriebe verlieren das Vertrauen in die Standortbedingungen hierzulande“.

Positive Rückwirkungen bleiben aus

Investitionen im Ausland haben in der Vergangenheit häufig die heimischen Standorte gestärkt und damit auch zu mehr Beschäftigung im Inland geführt. Insbesondere Auslandsinvestitionen zur Markterschließung oder zum Ausbau von Vertrieb und Kundendienst haben diese positiven Rückkopplungen. Hier ist die Investitionsbereitschaft allerdings rückläufig: Aktuell planen nur noch 31 Prozent der Unternehmen, hauptsächlich zum Aufbau von Vertriebskanälen Kapital im Ausland einzusetzen. Im Vorjahr waren es noch 35 Prozent, vor vier Jahren sogar 48 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die hauptsächlich zur Markterschließung im Ausland investieren wollen, sinkt von 30 auf 28 Prozent.

„Besonders problematisch ist, dass die früher üblichen positiven Rückwirkungen von Auslandsinvestitionen auf den heimischen Standort ausbleiben, weil die Unternehmen nun primär aus Kostengründen im Ausland investieren müssen. Das führt an den inländischen Standorten häufig zu starken Einschnitten“, so Volker Treier. Das zeigt sich in den Umfragewerten. Industriebetriebe, die Auslandsinvestitionen zur Kosteneinsparung planen, beabsichtigen zu 47 Prozent Beschäftigung im Inland abzubauen und zu 44 Prozent inländische Investitionen zurückzufahren.

Nordamerika verliert, Asien gewinnt

Die Umfrage zeigt deutliche Veränderungen in den Zielregionen deutscher Auslandsinvestitionen. Besonders Nordamerika verliert an Attraktivität. Der Anteil der Unternehmen mit Investitionsplänen dort sinkt von 48 auf 44 Prozent. Gleichzeitig nimmt das Engagement in Asien wieder zu. In China steigt der Anteil der investierenden Industrieunternehmen von 31 auf 34 Prozent. Auch die Region Asien/Pazifik (ohne China) gewinnt an Bedeutung und wächst von 21 auf 26 Prozent. „Der Zollkonflikt mit den USA schürt Unsicherheiten und führt dazu, dass Unternehmen Entscheidungen vertagen. In Asien setzen die Unternehmen wieder stärker auf ‘local for local‘- insbesondere in China und Indien“, bewertet der DIHK-Außenwirtschaftschef die Ergebnisse. Die Eurozone bleibt bei weitem mit 64 Prozent die wichtigste Region für deutsche Auslandsinvestitionen. Ihre Stabilität, der gemeinsame Binnenmarkt und die gemeinsame Währung bieten verlässliche Rahmenbedingungen. Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor bei Investitionsentscheidungen.

Strukturelle Probleme angehen

Die DIHK-Sonderauswertung macht deutlich, dass die Herausforderungen am Standort Deutschland nicht nur konjunktureller Natur sind. Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten, lange Genehmigungsverfahren, steuerliche Belastungen und infrastrukturelle Defizite belasten die Unternehmen. „Die verfestigten strukturellen Probleme sind eine schwere Hypothek für den Standort Deutschland. Die Unternehmen brauchen dringend eine Entlastung, schnellere Verfahren und verlässliche Rahmenbedingungen. Ohne eine solche Agenda riskieren wir eine dauerhafte Abwanderung industrieller Wertschöpfung“, mahnt Volker Treier.

Quelle: DIHK

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Anteil der Eltern mit Elterngeld Plus auf Höchststand

1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer bezogen 2025 Elterngeld. Der Väteranteil blieb mit 25,9 % nahezu unverändert. Der Anteil der Beziehenden von Elterngeld Plus lag lt. Statistischem Bundesamt mit 40,3 % auf einem neuem Höchststand.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 16.04.2026

  • 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer bezogen 2025 Elterngeld; Väteranteil mit 25,9 % nahezu unverändert
  • Anteil der Beziehenden von Elterngeld Plus mit 40,3 % auf neuem Höchststand
  • Durchschnittliche Dauer des geplanten Elterngeldbezugs 2025 bei Frauen mit 14,9 Monaten weiterhin deutlich länger als bei Männern mit 3,8 Monaten

Rund 1,61 Millionen Frauen und Männer in Deutschland haben im Jahr 2025 Elterngeld erhalten. Das waren rund 62.000 oder 3,7 % weniger als im Jahr 2024. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ging die Zahl der Männer mit Elterngeldbezug im Vorjahresvergleich um 15.000 oder 3,4 % auf 417.000 zurück, die Zahl der leistungsbeziehenden Frauen um 47.000 oder 3,8 % auf 1,19 Millionen. Damit sank die Zahl der Elterngeldbeziehenden im vierten Jahr in Folge und lag 13,9 % niedriger als 2021. Diese Entwicklung spiegelt auch den Rückgang der Geburten in den vergangenen Jahren wider.

648.000 Bezieherinnen und Bezieher von Elterngeld planten im Jahr 2025 die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus, und zwar 45,2 % der berechtigten Mütter und 26,1 % der Väter. Insgesamt betrug der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger von Elterngeld, die bei ihrem Elterngeldbezug zumindest anteilig auch Elterngeld Plus einplanten, 40,3 % (2024: 36,7 %). Seit seiner Einführung wird das Elterngeld Plus somit immer stärker nachgefragt. Zum Vergleich: 2016, im ersten Jahr nach seiner Einführung, entschieden sich 20,1 % der Mütter und 8,2 % der Väter für Elterngeld Plus. Das Elterngeld Plus fällt monatlich niedriger aus als das sog. Basiselterngeld, wird dafür aber länger gezahlt. Arbeiten beide Elternteile parallel in Teilzeit, können mit dem Partnerschaftsbonus bis zu vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus in Anspruch genommen werden. Von dieser Möglichkeit machten allerdings nur 8,3 % der Beziehenden von Elterngeld Plus Gebrauch.

Väteranteil in Sachsen am höchsten, im Saarland am niedrigsten

Der Väteranteil lag im Jahr 2025 mit 25,9 % nahezu unverändert auf dem Niveau des Vorjahres (2024: 25,8 %). 2024 war der Väteranteil erstmals leicht rückläufig, nachdem er zuvor seit 2015 kontinuierlich gestiegen war – von damals 20,9 %.

Der Väteranteil gibt den Anteil der männlichen Bezieher an allen Elterngeldbeziehenden an.

Spitzenreiter im Bundesländervergleich mit einem Väteranteil von 30,0 % im Jahr 2025 war – wie im Vorjahr – Sachsen, gefolgt von Baden-Württemberg (28,0 %) und Bayern (27,6 %). Am niedrigsten lag der Väteranteil 2025 – ebenfalls wie im Vorjahr – im Saarland (21,0 %).

Erhebliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der geplanten Bezugsdauer

Die durchschnittliche Dauer des geplanten Elterngeldbezugs lag bei den Frauen im Jahr 2025 unverändert bei 14,9 Monaten. Die von Männern angestrebte Bezugsdauer war mit durchschnittlich 3,8 Monaten deutlich kürzer und im Vergleich der vergangenen Jahre nahezu konstant (2024: 3,8 Monate; 2023: 3,7 Monate).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Immer weniger mittelständische Unternehmen wollen einen Kredit aufnehmen

Immer weniger mittelständische Unternehmen interessieren sich für eine Kreditaufnahme bei ihrer Bank oder Sparkasse. Nur 27 Prozent der Mittelständler in Deutschland sind lt. KfW grundsätzlich bereit, einen Bankkredit zur Investitionsfinanzierung aufzunehmen – das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 14.04.2026

  • Nur 27 Prozent der Mittelständler in Deutschland ziehen für Investitionen eine Kreditfinanzierung in Betracht, tiefster Stand seit zehn Jahren
  • Vor allem Kleinst- und Dienstleistungsunternehmen möchten sich nicht verschulden
  • Unsichere wirtschaftliche Lage dürfte eine Hauptursache für die Entwicklung sein

Immer weniger mittelständische Unternehmen interessieren sich für eine Kreditaufnahme bei ihrer Bank oder Sparkasse. Nur 27 Prozent der Mittelständler in Deutschland sind grundsätzlich bereit, einen Bankkredit zur Investitionsfinanzierung aufzunehmen – das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Im Jahr 2023 zogen noch 42 Prozent, 2017 sogar 66 Prozent der Unternehmen eine Kreditfinanzierung in Betracht.

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel vom Januar 2026. Für das Mittelstandspanel werden kleine und mittlere Unternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro befragt.

„Die mittelständischen Unternehmen haben derzeit einen sehr ausgeprägten Wunsch nach finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Die schwierige konjunkturelle Lage und die unsicheren wirtschaftlichen Zukunftsaussichten führen dazu, dass viele Unternehmen sehr vorsichtig agieren und auf Neuverschuldung verzichten.“

So geben 63 Prozent der Unternehmen auf die Frage, wieso sie eine Kreditaufnahme ablehnen an, dass sie Schulden vermeiden wollen. Das sind deutliche 23 Prozentpunkte mehr als 2017 und 27 Prozentpunkte mehr als 2023. Die Hälfte der befragten Unternehmen sagt, dass sie grundsätzlich keine Fremdfinanzierung anstrebt. 2017 gaben das nur 15 Prozent an, 2023 noch 27 Prozent. Immerhin 36 Prozent der Unternehmen haben eigenen Angaben zufolge genügend Eigenmittel für Investitionen und daher keinen Kreditbedarf – das sagte 2017 nur jedes fünfte Unternehmen. 30 Prozent der Unternehmen beklagen zudem, dass die Banken und Sparkassen zu hohe Offenlegungspflichten hätten – also zu viele Informationen von den Unternehmen verlangten. 2023 sagten das nur 17 Prozent.

Der Rückgang in der Bereitschaft zur Kreditfinanzierung wird fast ausschließlich von Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten getrieben, die aufgrund ihrer hohen Anzahl den Gesamttrend dominieren. Nur 27 Prozent von ihnen ziehen eine Kreditfinanzierung in Betracht, nach 69 Prozent im Jahr 2017 und 41 Prozent 2023. Bei größeren Mittelständlern mit mehr als zehn Mitarbeitenden bleibt das Kreditinteresse mit 56 Prozent dagegen über die Jahre hinweg recht stabil.

Zudem sind zwar alle Wirtschaftszweige von einem Rückgang des Kreditinteresses betroffen. Besonders stark ist der Einbruch allerdings im Dienstleistungssektor, wo aktuell nur noch 21 Prozent der Unternehmen eine Kreditaufnahme in Betracht ziehen – 2017 waren es noch 73 Prozent, 2023 noch 39 Prozent.

„Positiv zu vermerken ist, dass mehr Unternehmen als noch vor einigen Jahren ihre Eigenmittelausstattung als ausreichend für ihre Investitionsvorhaben ansehen“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Der Investitionsbedarf im Mittelstand insgesamt ist aber so hoch, dass externes Kapital unverzichtbar sein wird, um die Zukunft vieler Unternehmen zu sichern. Ohne die grundsätzliche Bereitschaft mittelständischer Unternehmen, auch Kredite aufzunehmen, drohen notwendige Investitionsvorhaben auszubleiben.“

Quelle: KfW, KfW Research

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Unternehmensinsolvenzen im Januar 2026: +4,9 % gegenüber Januar 2025

Im Januar 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 1.919 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 4,9 % mehr als im Vorjahresmonat.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.04.2026

Verbraucherinsolvenzen im Januar 2026: -1,3 % gegenüber Januar 2025

Im Januar 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 1.919 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 4,9 % mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im Januar 2026 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 3,1 Milliarden Euro. Im Januar 2025 hatten die Forderungen bei rund 5,3 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Januar 2026 weniger wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Januar 2025.

Insolvenzhäufigkeit im Gastgewerbe am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Januar 2026 insgesamt 5,4 Unternehmensinsolvenzen. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Gastgewerbe mit 9,1 Fällen je 10.000 Unternehmen. Danach folgte der Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 8,6 Fällen und das Baugewerbe mit 7,8 Insolvenzen.

1,3 % weniger Verbraucherinsolvenzen im Januar 2026 als im Vorjahresmonat

Im Januar 2026 gab es 6.142 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 1,3 % weniger als im Vorjahresmonat.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Großhandelspreise im März 2026: +4,1% gegenüber März 2025

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im März 2026 um 4,1 % höher als im März 2025. Von Dezember 2025 bis Februar 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat jeweils bei +1,2 % gelegen. Ein höherer Preisanstieg als im März 2026 wurde im Vorjahresvergleich lt. Statistischem Bundesamt zuletzt im Februar 2023 verzeichnet.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.04.2026

Großhandelsverkaufspreise, März 2026
+4,1 % zum Vorjahresmonat
+2,7 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im März 2026 um 4,1 % höher als im März 2025. Von Dezember 2025 bis Februar 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat jeweils bei +1,2 % gelegen. Ein höherer Preisanstieg als im März 2026 wurde im Vorjahresvergleich zuletzt im Februar 2023 verzeichnet (+9,5 % gegenüber Februar 2022). Ausschlaggebend für den hohen Preisanstieg im März 2026 waren die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, in deren Folge sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe erhöhten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im März 2026 gegenüber Februar 2026 um 2,7 %.

Deutliche Preisanstiege bei Mineralölerzeugnissen sowie Nicht-Eisen-Erzen, -Metallen und -Metallhalbzeug

Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im März 2026 der Preisanstieg bei Mineralölerzeugnissen. Die Preise lagen hier im Durchschnitt um 17,8 % über denen von März 2025. Gegenüber dem Vormonat Februar 2026 stiegen sie ebenfalls deutlich (+18,8 %).

Ebenfalls bedeutend für die Entwicklung im Vorjahresvergleich war der Preisanstieg im Großhandel mit Nicht-Eisen-Erzen, -Metallen und -Metallhalbzeug (+48,4 % gegenüber März 2025). Zudem stiegen die Preise im Großhandel für Zucker Süßwaren und Backwaren um 6,1 % sowie für Tabakwaren um 5,9 % zum Vorjahresmonat.

Niedriger als im März 2025 waren dagegen die Preise im Großhandel mit Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen (-8,9 % gegenüber März 2025) sowie im Großhandel mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (-8,3 % gegenüber März 2025).

Ebenfalls günstiger im Vorjahresvergleich waren auf Großhandelsebene Mehl und Getreideprodukte (-5,8 %) sowie Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel (-3,4 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Mehr als jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte des Klimawandels

Rund 800.000 Unternehmen in Deutschland sehen sich bereits von negativen Folgen des Klimawandels betroffen. Besonders große Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz leiden unter den mannigfaltigen Auswirkungen der Erderwärmung. Das sind Ergebnisse einer Sonderauswertung des KfW-Klimabarometers 2025.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 08.04.2026

  • KfW-Klimabarometer: Unter den Großunternehmen in Deutschland sind sogar 74 Prozent von Folgen der Erderwärmung betroffen
  • Besonders energieintensive Unternehmen leiden

Mehr als jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) in Deutschland sieht sich bereits von negativen Folgen des Klimawandels betroffen. Das sind rund 800.000 Unternehmen. Besonders große Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz leiden unter den mannigfaltigen Auswirkungen der Erderwärmung: 74 Prozent von ihnen geben an, zumindest teilweise von negativen Konsequenzen betroffen zu sein. Unter den größeren Mittelständlern mit mehr als 50 Beschäftigten – aber weniger als 500 Millionen Euro Umsatz – sehen das noch 42 Prozent so.

Das sind Ergebnisse einer Sonderauswertung des KfW-Klimabarometers 2025, einer jährlichen Unternehmensbefragung rund um die Themen Klimaschutz und Energiewende. Ausgewertet wurden für diese Sonderauswertung vor allem Daten der vierten Erhebungswelle (Februar bis Juni 2025), an der rund 13.300 Unternehmen teilgenommen haben.

Unter den Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten geben nur 19 Prozent an, negative Folgen des Klimawandels zu spüren.

„Große Unternehmen sind häufig international vernetzt. Sie haben internationale Lieferketten und Absatzmärkte. Dadurch sind große Unternehmen oft unmittelbar betroffen, wenn es zu Extremwetterereignissen auch in weit von Deutschland entfernten Gebieten kommt“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Die Betroffenheit hat zuletzt unter den Großunternehmen zugenommen. Im KfW-Klimabarometer 2024 gaben erst 61 Prozent dieser Unternehmen an, die Folgen des Klimawandels zumindest teilweise zu spüren – ein Jahr später sind es 13 Prozentpunkte mehr.

Besonders anfällig für die negativen Folgen des Klimawandels sind auch energieintensive Unternehmen. Insbesondere Unternehmen mit einem Energieanteil von zehn Prozent und mehr an den Gesamtkosten spüren die Konsequenzen: 31 Prozent dieser Unternehmen geben an, zumindest teilweise betroffen zu sein – das sind noch einmal fünf Prozentpunkte mehr als in der Vorjahresbefragung.

In Erinnerung kommen hier die trockenen Sommer 2022 und 2025, als einige energieintensive Branchen unter Druck gerieten. Aufgrund der niedrigen Flusspegel erreichten weniger Güter und Energieträger ihre Bestimmungsorte, thermische Kraftwerke und Wasserkraftwerke waren in ihrer Leistung begrenzt. Auch industrielle Kühlprozesse leiden unter eingeschränkter Kühlwassernutzung.

„Extremwetterereignisse wie Dürren, Stürme oder Überschwemmungen nehmen weltweit zu und verursachen erhebliche Schäden, auch in Deutschland“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Eine konsequente und ambitionierte internationale Klimaschutzpolitik dient nicht nur dem Schutz der menschlichen Gesundheit und der Stabilität von Ökosystemen. Sie ist ein bedeutender Hebel zur Sicherung des zukünftigen wirtschaftlichen Wohlstands.“

Quelle: KfW, KfW Research

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