Das BIP ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, bestätigte sich damit das Ergebnis der Schnellmeldung vom 30. April 2026. Vor allem die Exporte stiegen zu Jahresbeginn deutlich und stützten die Wirtschaftsleistung
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.05.2026
Wirtschaftsleistung um 0,3 % höher als im Vorquartal
Bruttoinlandsprodukt (BIP), 1. Quartal 2026
+0,3 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
+0,5 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
+0,4 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, bestätigte sich damit das Ergebnis der Schnellmeldung vom 30. April 2026. „Nach dem leichten Wachstum zum Jahresende 2025 ist die deutsche Wirtschaft auch positiv ins Jahr 2026 gestartet“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. „Vor allem die Exporte stiegen zu Jahresbeginn deutlich und stützten die Wirtschaftsleistung“, so Brand weiter.
Exporte im Plus, auch staatlicher Konsum zum Vorquartal gestiegen
Der Handel mit dem Ausland nahm im 1. Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt kräftig zu: So wurden insgesamt 3,3 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert, nachdem im 4. Quartal 2025 noch ein Rückgang der Ausfuhren zu verzeichnen war. Zur positiven Entwicklung zu Jahresbeginn trugen etwa die gestiegenen Exporte von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Metallen bei. Die Importe erhöhten sich zu Jahresbeginn insgesamt nur leicht (+0,1 %).
Wie schon in den Quartalen zuvor nahmen die preis-, saison- und kalenderbereinigten Konsumausgaben insgesamt zu, sie stiegen um 0,4 % im Vergleich zum 4. Quartal 2025. Dabei erhöhte der Staat seine Konsumausgaben mit +1,1 % deutlich. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte übertrafen dagegen das Niveau des 4. Quartals 2025 nicht. Sie entwickelten sich den neuesten Berechnungen zufolge, gestützt auf eine breitere Datengrundlage, etwas schwächer als noch bei der BIP-Schnellmeldung vom 30. April 2026 angenommen.
Die Bruttoanlageinvestitionen gingen im 1. Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt deutlich zurück (-1,5 %), nachdem sie Ende 2025 noch gestiegen waren. Die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – sanken um 1,2 %, was auf schwächere staatliche Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Die Investitionen in Bauten nahmen mit -2,5 % noch stärker ab. Dies ist vor allem der ungewöhnlich kalten Witterung im Januar und Februar geschuldet, die den Baufortschritt bremste.
Bruttowertschöpfung im 1. Quartal 2026 erneut leicht gewachsen
Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im 1. Quartal 2026 mit +0,1 % leicht an, nachdem sie im 4. Quartal 2025 bereits um 0,3 % zugelegt hatte. Das Verarbeitende Gewerbe konnte die Wertschöpfung preis-, saison- und kalenderbereinigt im 1. Quartal 2026 mit +0,7 % deutlich steigern. Insbesondere in den Bereichen Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie Sonstiger Fahrzeugbau nahmen die preisbereinigten Umsätze im Vorquartalsvergleich zu. In der Herstellung von Metallerzeugnissen sowie im Maschinenbau sank die Wirtschaftsleistung dagegen. Das Baugewerbe verzeichnete ebenfalls einen Rückgang gegenüber dem Vorquartal (-0,6 %), auch aufgrund der ungünstigen Witterung zu Jahresbeginn. In den meisten Dienstleistungsbereichen änderte sich die Wertschöpfung gegenüber dem Vorquartal kaum. Während die Unternehmensdienstleister und die Sonstigen Dienstleister leicht im Minus waren, konnten der Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe, der Bereich Information und Kommunikation sowie die Finanz- und Versicherungsdienstleister ihre preis-, saison- und kalenderbereinigte Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2026 steigern. Bei den Öffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit war die Bruttowertschöpfung im Vorquartalsvergleich nahezu unverändert.
Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gestiegen
Im Vorjahresvergleich war das BIP im 1. Quartal 2026 preisbereinigt um 0,5 % höher als im 1. Quartal 2025. Preis- und kalenderbereinigt war der Anstieg geringer (+0,4 %).
Konsumausgaben gegenüber dem Vorjahr im Plus, Bauinvestitionen gesunken
Die preisbereinigten Konsumausgaben nahmen auch im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahresquartal zu, sie stiegen um 1,6 %. Darunter entwickelten sich sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben positiv. Die Ausgaben der privaten Haushalte stiegen um 0,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim Staatskonsum trugen vor allem höhere Ausgaben des Bundes zu einem kräftigen Zuwachs von 3,5 % bei. Die preisbereinigten Investitionen in Ausrüstungen nahmen ebenfalls im Vergleich zum 1. Quartal 2025 zu (+0,5 %). Darunter entwickelten sich vor allem die gewerblichen Pkw-Zulassungen sehr positiv. Aber auch die Investitionen des Staates, die investive Ausgaben im Verteidigungsbereich einschließen, waren höher als im Vorjahr. In Bauten wurde hingegen deutlich weniger investiert als im Vorjahreszeitraum (-3,3 %). Gebremst wurde die Bautätigkeit vor allem von der schlechten Witterung zu Jahresbeginn.
Die Entwicklung im Außenhandel war im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal zweigeteilt: Die Exporte sanken insgesamt preisbereinigt um 0,3 %. Dies ging auf geringere Dienstleistungsausfuhren zurück (-2,4 %), vor allem in den Bereichen sonstige unternehmensbezogene Dienstleistungen (u. a. Forschung und Entwicklung, Freiberufliche Dienstleistungen und Managementberatungsleistungen) und Transportdienstleistungen. Die Ausfuhr von Waren überschritt hingegen das Niveau des Vorjahres leicht (+0,4 %), was unter anderem auf stärkere Exporte von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischen Ausrüstungen zurückzuführen war.
Die Importe nahmen um 1,7 % zu. Auch hier wurden weniger Dienstleistungen gehandelt (-3,2 %). So gingen etwa die Importe von Telekommunikations-, EDV- und Informationsdienstleistungen sowie sonstigen unternehmensbezogenen Dienstleistungen zurück. Die Einfuhr von Waren (+3,8 %) lag hingegen deutlich höher als im Vorjahresquartal. Insbesondere die Importe von Kraftwagen und Kraftwagenteilen nahmen zu.
Bruttowertschöpfung im Vorjahresvergleich in fast allen Bereichen im Plus
Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung insgesamt nahm im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 % zu. Das Verarbeitende Gewerbe konnte seine Wertschöpfung im Vorjahresvergleich im 1. Quartal 2026 leicht steigern (+0,1 %), nachdem sie bereits im 4. Quartal 2025 angestiegen war. Besonders die Kokerei und Mineralölverarbeitung sowie der Sonstige Fahrzeugbau verzeichneten Umsatzzuwächse im Vergleich zum Vorjahr, während die Herstellung von chemischen Erzeugnissen und der Maschinenbau Rückgänge hinnehmen mussten. Dagegen konnten beinahe alle Dienstleistungsbereiche ihre wirtschaftliche Leistung gegenüber dem Vorjahresquartal ausweiten. Besonders deutlich waren die Zuwächse der preisbereinigten Wertschöpfung im Bereich Information und Kommunikation mit +2,0 % sowie bei den Öffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit mit +1,8 %. Einen Rückgang verzeichneten lediglich die Finanz- und Versicherungsdienstleister (-1,2 %). Im Baugewerbe setzte sich die bereits mehr als vier Jahre anhaltende negative Entwicklung der Bruttowertschöpfung im Vergleich zum Vorjahr fort (-4,4 %). Dabei verzeichneten sowohl das Bauhauptgewerbe als auch das Ausbaugewerbe Produktionsrückgänge im 1. Quartal 2026.
Erwerbstätigkeit deutlich gesunken
Die Wirtschaftsleistung wurde im 1. Quartal 2026 von rund 45,6 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 157 000 Personen (-0,3 %) weniger als im 1. Quartal 2025. Dabei wurden die kräftigen Rückgänge im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe nicht vom leichten Anstieg der Erwerbstätigkeit in den Dienstleistungsbereichen kompensiert (siehe Pressemitteilung Nr. 167 vom 19. Mai 2026).
Die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person stiegen nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,3 %. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also das Produkt aus der gesunkenen Erwerbstätigenzahl und den gestiegenen geleisteten Stunden je erwerbstätiger Person – blieb im gleichen Zeitraum unverändert.
Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde – nahm nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 % zu. Je Erwerbstätigen gerechnet war sie um 0,8 % höher als vor einem Jahr.
Konsum und Einkommen steigen in gleichem Maß, Sparquote unverändert zum Vorjahr
In jeweiligen Preisen war sowohl das BIP als auch das Bruttonationaleinkommen im 1. Quartal 2026 um 3,2 % höher als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen wuchs um 3,4 % gegenüber dem 1. Quartal 2025. Dabei nahmen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen mit +2,1 % weniger stark zu als das Arbeitnehmerentgelt. Dieses erhöhte sich mit +3,9 % jedoch schwächer als in den Quartalen zuvor, was zum einen auf den Rückgang der Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (-0,3 %) zurückzuführen ist, zum anderen auf geringere Steigerungen bei den Sozialbeiträgen der Arbeitgeber (+3,5 %). Je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer erhöhten sich die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter im 1. Quartal 2026 um +4,3 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Hierbei spielte die Entwicklung der Sonderzahlungen, zu denen auch Abfindungen zählen, eine Rolle. Netto stieg die Lohnsumme insgesamt mit +3,9 % etwas schwächer als die Bruttolohnsumme (+4,0 %). Dies lag an einer leicht überdurchschnittlichen Entwicklung der Sozialbeiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (+4,2 %) sowie der Lohnsteuer (+4,3 %).
Da der Konsum der privaten Haushalte in jeweiligen Preisen im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 1. Quartal 2025 in gleichem Maße zulegte wie ihr gesamtwirtschaftliches Einkommen (jeweils +3,3 %), befand sich die Sparquote mit 12,6 % auf demselben Niveau wie im Vorjahr.
Die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich
Zu Jahresbeginn lag die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland leicht oberhalb des europäischen Durchschnitts: In der Europäischen Union (EU) insgesamt war die Wirtschaftsentwicklung im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal mit +0,2 % etwas schwächer als in Deutschland (+0,3 %). Von den anderen großen EU-Mitgliedstaaten verzeichnete Spanien mit +0,6 % das stärkste Wachstum des preis-, saison- und kalenderbereinigten BIP. In Italien (+0,2 %) stieg die Wirtschaftsleistung ebenfalls, in Frankreich stagnierte sie hingegen. In den USA fiel das BIP im Vergleich zum 4. Quartal 2025 um 0,5 % höher aus.
Im preis-, saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich nahm die Wirtschaftsleistung in Deutschland leicht um 0,3 % zu, während sie in der EU insgesamt deutlich um 1,0 % anstieg.
Revision der bisherigen Ergebnisse
Neben den Ergebnissen für das 1. Quartal 2026 hat das Statistische Bundesamt auch alle vier Quartale und das Jahr 2025 überarbeitet.
Mit den seit der Schnellmeldung am 30. April 2026 neu verfügbaren statistischen Informationen ergaben sich dabei für das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt insgesamt keine Änderungen der bisherigen Ergebnisse.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)