Inflationsrate im September 2022 bei +10,0 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im September 2022 bei +10,0 %. Die Inflationsrate hat sich damit nach +7,9 % im August 2022 sprunghaft erhöht und verweilt seit sieben Monaten oberhalb von 7 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im September 2022 gegenüber August 2022 deutlich um 1,9 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.10.2022

Vor allem Energie- und Nahrungsmittelpreise sorgen für neuen Höchststand

Verbraucherpreisindex, September 2022

  • +10,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +1,9 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, September 2022

  • +10,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +2,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im September 2022 bei +10,0 %. Die Inflationsrate hat sich damit nach +7,9 % im August 2022 sprunghaft erhöht und verweilt seit sieben Monaten oberhalb von 7 %. „Die Inflationsrate erreichte mit +10,0 % einen neuen Höchststand im vereinigten Deutschland.“ sagt Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes und erklärt: „Hauptursachen für die hohe Inflation sind nach wie vor enorme Preiserhöhungen bei den Energieprodukten. Aber wir beobachten zunehmend auch Preisanstiege bei vielen anderen Gütern, besonders bei den Nahrungsmitteln. Zudem haben das Auslaufen von 9-Euro-Ticket und Tankrabatt den Preisauftrieb im September 2022 verstärkt. Diese zeitlich begrenzten Maßnahmen des zweiten Entlastungspakets hatten sich von Juni bis August 2022 dämpfend auf die Gesamtteuerung ausgewirkt.“ Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im September 2022 gegenüber August 2022 deutlich um 1,9 %.

Auslaufen der Entlastungsmaßnahmen verstärkt den Preisauftrieb

Neben dem Anstieg der Preise für alle Energieprodukte infolge der Kriegs- und Krisensituation beeinflussen Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen die Inflationsrate. Dadurch verteuerten sich auch andere Waren und Dienstleistungen, insbesondere erneut viele Nahrungsmittel.

Im September 2022 sind mit 9-Euro-Ticket und Tankrabatt zudem zwei befristete Maßnahmen des zweiten Entlastungspakets ausgelaufen, dadurch wurde der Preisauftrieb insgesamt beschleunigt. Nach Inkrafttreten der Entlastungsmaßnahmen im Juni 2022 hatte das Statistische Bundesamt den dämpfenden Effekt der Entlastungsmaßnahmen auf den Verbraucherpreisindex auf etwa einen Prozentpunkt geschätzt. Im September 2022 zeigte sich das Auslaufen der Entlastungsmaßnahmen im Bereich Verkehr an den wieder gestiegenen Preisen für Tickets im öffentlichen Regional- und Personennahverkehr sowie für Kraftstoffe. Die Preiserhöhung im Verkehr gegenüber dem Vorjahresmonat lag im September 2022 bei +14,0 %, nach +3,7 % im August 2022 (Juli: +5,4 %; Juni: +8,3 %).Im Mai 2022, vor Inkrafttreten der Entlastungsmaßnahmen, hatte sie bei +16,3 % gelegen.

Energieprodukte binnen Jahresfrist um 43,9 % teurer

Die Preise für Energieprodukte lagen im September 2022 um 43,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats (August 2022: +35,6 %). Haushaltsenergie verteuerte sich mit +51,8 % besonders stark: So haben sich die Preise für leichtes Heizöl binnen Jahresfrist mit +108,4 % mehr als verdoppelt, die Teuerung für Erdgas betrug +95,1 %. Die Preise für Strom erhöhten sich um 21,0 %, die Abschaffung der EEG-Umlage seit Juli 2022 federte die Strompreiserhöhung nur leicht ab. Die Teuerung für Kraftstoffe lag im September 2022 bei +30,5 %, nach +16,5 % im August 2022 (Juli 2022: +23,0 %; Juni 2022: +33,2 %). Im Mai 2022, vor Inkrafttreten des Tankrabatts, hatte die Teuerung für Kraftstoffe bei +41,0 % gelegen. Das Auslaufen der abgesenkten Mineralölsteuer dürfte jedoch nur ein Grund für die kräftige Preiserhöhung bei Kraftstoffen sein. Ursachen für die teuren Energieprodukte sind insbesondere die starken Anstiege der internationalen Einkaufspreise.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist um 18,7 %

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im September 2022 um 18,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat und damit stärker als die Gesamtteuerung. Insgesamt hat sich der Preisauftrieb hierfür seit Jahresbeginn sukzessive verstärkt (August: +16,6 %). Erneut wurden im September 2022 bei allen Nahrungsmittelgruppen Preiserhöhungen beobachtet: Erheblich teurer wurden Speisefette und Speiseöle (+49,0 %) sowie Molkereiprodukte und Eier (+29,1 %). Auch für Fleisch und Fleischwaren (+19,5 %) sowie für Brot und Getreideerzeugnisse (+18,5 %) erhöhten sich die Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar.

Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei +4,6 %

Im September 2022 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +6,0 %. Wie stark aktuell zudem die Nahrungsmittelpreise Einfluss auf die Gesamtteuerungsrate nehmen, zeigt sich an der Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln: Sie lag deutlich niedriger bei +4,6 % und damit nicht einmal halb so hoch wie die Gesamtinflationsrate.

Waren verteuerten sich gegenüber September 2021 um 17,2 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im September 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,2 %. Verbrauchsgüter, zu denen unter anderem Energie und Nahrungsmittel gehören, verteuerten sich merklich um 23,3 %. Die Preise von Gebrauchsgütern stiegen um 5,9 % (darunter Möbel und Leuchten: +9,1 %; Fahrzeuge: +9,0 %).

Dienstleistungen verteuern sich binnen Jahresfrist nur um 3,6 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im September 2022 um 3,6 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Darunter verteuerten sich die Nettokaltmieten um 1,8 %, die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte stark ins Gewicht fallen. Deutlicher erhöhten sich die Preise für Wartung und Reparatur von Wohnungen und Wohnhäusern (+13,9 %), Pauschalreisen (+10,4 %) sowie Gaststättendienstleistungen (+8,5 %). Zudem fielen durch das Auslaufen des 9-Euro-Tickets die Preisentlastungen im öffentlichen Regional- und Personennahverkehr weg: Binnen Jahresfrist verteuerten sich im September 2022 nun wieder die Preise sowohl für die Bahntickets im Nahverkehr (+2,4 %) als auch für die kombinierten Tickets für Bahn, Bus und Ähnliches (+1,9 %). Hingegen waren nur wenige Dienstleistungen günstiger, beispielsweise Telekomunikation (-1,5 %) und die Leistungen sozialer Einrichtungen (-1,4 %).

Im Vormonatsvergleich wird der sprunghafte Preisanstieg durch den Wegfall des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts sichtbar

Im Vergleich zum August 2022 stieg der Verbraucherpreisindex im September 2022 deutlich um 1,9 %. Sprunghaft erhöhten sich die Preise für die Tickets der Bahn im Nahverkehr (+82,5 %) sowie für den kombinierten Personenverkehr (+175,3 %) durch das Auslaufen des 9- Euro-Tickets. Die Energiepreise insgesamt stiegen um 6,9 %. Insbesondere stiegen hier die Preise für Kraftstoffe (+12,5 %) verstärkt durch den Wegfall des Tankrabatts. Bei der Haushaltsenergie stiegen vor allem die Gaspreise um 6,7 %. Darüber hinaus mussten die privaten Haushalte mehr für Nahrungsmittel bezahlen (+1,8 %, darunter Gemüse: +3,9 %; Molkereiprodukte: +2,2 %). Hinzu kamen im September 2022 saisonale Preisschwankungen: Hier standen insbesondere den gestiegenen Preisen für Bekleidungsartikel (+5,7 %) Preisrückgänge bei Pauschalreisen (-10,9 %) gegenüber.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Bundesregierung legt Herbstprojektion vor

Bundesminister Habeck hat die Herbstprojektion der Bundesregierung vorgelegt. In Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine wächst die deutsche Volkswirtschaft im laufenden Jahr demnach nur noch um 1,4 % und schrumpft im nächsten Jahr sogar um 0,4 %.

BMWK, Pressemitteilung vom 12.10.2022

Habeck: „Brauchen zweifachen Ansatz um die Krise zu überwinden: Akute Krisenhilfe und massive Investitionen in Klimaneutralität und die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft“

Bundesminister Robert Habeck hat am 12.10.2022 die Herbstprojektion der Bundesregierung vorgelegt. In Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine wächst die deutsche Volkswirtschaft im laufenden Jahr demnach nur noch um 1,4 % und schrumpft im nächsten Jahr sogar um 0,4 %. Zentraler Grund für die Abwärtskorrektur gegenüber der Frühjahrsprojektion ist der Stopp russischer Gaslieferungen. Dadurch befinden sich die Energiepreise weiterhin auf einem sehr hohen Niveau ̧ Die hohen Preise bremsen die Industrieproduktion – vor allem in energieintensiven Bereichen. Der Kaufkraftverlust hinterlässt auch Spuren im preisbereinigten privaten Konsum, der im nächsten Jahr rückläufig sein dürfte.

Die Verbraucherpreise bleiben dementsprechend auf einem hohen Niveau. Allerdings dürfte die geplante Gaspreisbremse den Preisanstieg dämpfen. Die Bundesregierung prognostiziert eine Inflationsrate von 8,0 % im Jahr 2022 und 7,0 % im Jahr 2023. Ohne den preisdämpfenden Effekt der Gaspreisbremse würde die Inflationsrate vor allem im Jahr 2023 nochmals deutlich höher ausfallen.

Dazu Bundesminister Robert Habeck: „Es sind ernste Zeiten und die Zahlen der Herbstprojektion belegen das. Wir erleben derzeit eine schwere Energiekrise, die sich immer mehr zu einer Wirtschafts- und Sozialkrise auswächst. Auslöser dieser Krise der Angriff Putins auf die Ukraine. Die Antwort darauf kann nur Entschlossenheit sein. Die EU wie auch unsere internationalen Partner haben mit klaren Sanktionen geantwortet und das ist weiter die richtige und notwendige Antwort.“

„Wir haben uns über Jahrzehnte in Abhängigkeiten und Erpressbarkeit begeben. Wir sind auf einem sehr guten Weg, uns aus der Klammer russischer Energieimporte zu lösen“, so Habeck weiter. „Und natürlich brauchen wir die ganze Finanzkraft dieses Staates, um die Substanz unserer Wirtschaft und Arbeitsplätze zu erhalten. Die Bundesregierung spannt daher einen Abwehrschirm von 200 Milliarden Euro bis 2024 auf. Sie wird in einem nächsten Schritt die Vorschläge der Expertenkommission für eine Gaspreisebremse ebenso wie die Strompreisbremse schnell umsetzen. Energie muss für die Verbraucherinnen und Verbraucher bezahlbar bleiben. Zugleich setzten wir alles daran, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dabei sind wir gut vorangekommen. Die Gasspeicher sind mit 94,67 Prozent sehr gut gefüllt. Wir stampfen in Rekordtempo eine eigene Infrastruktur für Flüssiggas aus dem Boden, die nötigen Gaslieferungen sind gesichert. Wir erhöhen die Kapazitäten aus Kohle und Erneuerbaren Energien, wir bekommen mehr Gas aus Nachbarländern. Wir haben gut vorgesorgt und stärken das jeden Tag. Dennoch ist Gas ein knappes Gut und wir brauchen einen sparsamen Umgang damit, um gut durch den Winter zu kommen.“

Habeck betonte weiter: „Gerade in dieser Lage ist es aber wichtig, über die Not des Tages hinauszublicken. Wir müssen uns neben akuter Krisenhilfe mit Wucht aus dieser Krise heraus investieren und den Weg zur Klimaneutralität konsequent beschreiten. Nur so sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Der Inflation Reduction Act der USA sollte Europa Ansporn sein für ein europäisches Investitionsprogramm zu Transformation und Klimaneutralität. Das heißt aber nicht nur Geld, sondern vor allem das Angehen struktureller Reformen, allen voran die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren national wie auch europäisch.“

Quelle: BMWK

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Kabinett beschließt Fachkräftestrategie der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat ihre neue Fachkräftestrategie im Kabinett beschlossen. Mit dem Maßnahmenpaket der Fachkräftestrategie unterstützt die Bundesregierung die Anstrengungen der Unternehmen und Betriebe, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.

BMWK, Pressemitteilung vom 12.10.2022

Die Bundesregierung hat am 12.10.2022 ihre neue Fachkräftestrategie im Kabinett beschlossen. Mit dem Maßnahmenpaket der Fachkräftestrategie unterstützt die Bundesregierung die Anstrengungen der Unternehmen und Betriebe, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.

Damit das gelingt, müssen alle Akteure des Arbeitsmarktes – Unternehmen und Betriebe, Beschäftigte, Länder und Kommunen, Sozialpartner, Kammern, die Bundesagentur für Arbeit, Bildungs- und Weiterbildungsträger sowie die Bundesregierung – ihren Beitrag leisten.

Fünf Handlungsfelder sind für die Bundesregierung bei ihrer Fachkräftestrategie zentral:

  • Zeitgemäße Ausbildung
  • Gezielte Weiterbildung
  • Arbeitspotenziale wirksamer heben und Erwerbsbeteiligung erhöhen
  • Verbesserung der Arbeitsqualität und Wandel der Arbeitskultur
  • Einwanderung modernisieren und Abwanderung reduzieren

Fachkräftesicherung ist Wohlstandssicherung. Wir brauchen jeden klugen Kopf und jede helfende Hand, um wirtschaftlich stark zu bleiben. Denn wir können unser Land nur mit ausreichend gut qualifizierten Fachkräften moderner, digitaler und nachhaltiger gestalten. Deshalb gehört die Fachkräftesicherung zu unseren dringlichsten Aufgaben. Gemeinsam mit den Sozialpartnern haben wir die Fachkräftestrategie der Bundesregierung neu aufgestellt, um noch mehr Fachkräfte im In- und Ausland zu gewinnen. Dafür stärken wir weiter die gezielte Aus- und Weiterbildung der Menschen, die hier leben, mit einer Ausbildungsgarantie, der Bildungszeit und einem Qualifizierungsgeld. Wir wollen den Erwerbsanteil bei Frauen weiter steigern und mehr qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland den Zugang zu unseren Firmen und Betrieben erleichtern. Dafür wird die Ampel im Herbst Eckpunkte für ein modernes Einwanderungsgesetz vorlegen. Mit der Fachkräftestrategie stellen wir die richtigen Weichen, damit Fachkräftemangel nicht zur Wachstumsbremse wird.

Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil

Gut ausgebildete Fachkräfte sind unser Kapital. Mit fast zwei Millionen sind in Deutschland so viele Stellen offen wie noch nie. Die heute vom Kabinett beschlossene Fachkräftestrategie bündelt die gemeinsamen Aktivitäten der Fachkräftesicherung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein wesentlicher Baustein ist die Exzellenzinitiative Berufliche Bildung, mit der wir für neuen Schub in der Fachkräftesicherung und Qualifizierung sorgen wollen. Wir werden die berufliche Orientierung für junge Menschen ausbauen und gerade die Gymnasien für eine bildungswegoffene Berufsorientierung stärker einbeziehen. Wir werden die Innovation, die Attraktivität und Exzellenz der Berufsbildung mit einer neuen Initiative InnoVET plus ab 2023 stärken. Und wir werden für beruflich qualifizierte Fachkräfte die Chancen für berufliches Weiterkommen mit dem Aufstiegs-BAföG gezielt verbessern. Akademische und berufliche Bildung sind unterschiedlich, aber gleichwertig und beide sind tolle Sprungbretter in ein erfolgreiches Berufsleben.

Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger

Wir sind uns alle bewusst: der Handlungsdruck ist hoch. Unsere Wirtschaft braucht dringend mehr Fachkräfte. Daran arbeiten wir gemeinsam mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften. Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen sowohl für die Potenziale, die wir inländisch haben, aber wir brauchen vor allem auch mehr Offenheit für ausländische Fachkräfte. Im Inland gibt es immer noch Potenziale mit Blick auf die Erwerbstätigkeit von Frauen, die natürlich mit mehr Kita-Plätzen und Betreuungsmöglichkeiten zusammenhängt. Und es gilt für ältere Menschen, die für sich entscheiden, länger arbeiten zu wollen. Für mehr Fachkräfte-Einwanderung brauchen wir wiederum mehr Klarheit, an welche Bedingungen wir dies knüpfen. Dafür schaffen wir noch in diesem Jahr die gesetzlichen Grundlagen. Wir brauchen Fachkräfte in vielen Bereichen, aber vor allem auch für die Energiewende und den Klimaschutz. Hier wird mein Haus zusammen mit den Handwerkskammern und Verbänden eigene Akzente setzen. Ich sehe hier eine große Bereitschaft neue Qualifizierungsmöglichkeiten anzugehen und die Aus- und Weiterbildung attraktiver zu machen.

Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck

Quelle: BMWK

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16 % der Importe kamen von Januar bis Juli 2022 auf Umwegen nach Deutschland

Von Januar bis Juli 2022 sind 348,1 Mio. Tonnen Waren im Wert von 853,1 Mrd. Euro nach Deutschland importiert worden. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden 84,0 % dieser Importe (292,5 Mio. Tonnen) auf direktem Weg aus dem Staat, in dem die Waren gewonnen oder hergestellt wurden, nach Deutschland geliefert. Dagegen kamen 16,0 % der Importe auf indirektem Weg über andere Staaten (55,5 Mio. Tonnen).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.10.2022

  • Handelsdrehscheibe Niederlande: 71,5 % der indirekt nach Deutschland importierten Waren kamen über die Niederlande
  • 71,8 % der Importe aus China und 62,7 % der Importe aus den USA kamen auf direktem Weg – bei Importen aus Russland lag der Anteil bei 79,5 %
  • Vier Fünftel der direkten Importe aus Russland waren Erdöl- und Erdgaseinfuhren

Von Januar bis Juli 2022 sind 348,1 Millionen Tonnen Waren im Wert von 853,1 Milliarden Euro nach Deutschland importiert worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden 84,0 % dieser Importe (292,5 Millionen Tonnen) auf direktem Weg aus dem Staat, in dem die Waren gewonnen oder hergestellt wurden, nach Deutschland geliefert. Dazu zählen Importe, die unmittelbar vom Ursprungsland nach Deutschland geliefert werden, aber auch solche, die unterwegs andere Staaten durchqueren oder dort umgeladen werden (sogenannte Durchfuhr). Dagegen kamen 16,0 % der Importe auf indirektem Weg über andere Staaten (55,5 Millionen Tonnen). Indirekt bedeutet, dass die Waren zwischen ihrem Ursprungsland und Deutschland in einem anderen Staat gehandelt oder verzollt werden.

Indirekte Importe kamen zu 71,5 % über die Niederlande

Da in den Niederlanden und Belgien mit Rotterdam und Antwerpen die beiden größten europäischen Häfen beheimatet sind, kamen die meisten indirekt nach Deutschland importierten Güter über diese beiden Staaten: Von Januar bis Juli 2022 kamen mengenmäßig 71,5 % der indirekten Importe (39,7 Millionen Tonnen) über die Niederlande nach Deutschland, gefolgt von Belgien mit einem Anteil von 9,7 % (5,4 Millionen Tonnen).

Während die meisten Waren aus den deutschen Nachbarstaaten auf direktem Weg nach Deutschland gelangten, wurden Waren, aus weiter entfernten Staaten häufiger auf indirektem Weg importiert. So kamen Waren mit Ursprung in den Niederlanden zu 99,0 % auf direktem Weg nach Deutschland. Waren mit Ursprungsland Polen (98,3 %), Belgien (98,1 %) und Österreich (98,8 %) wiesen ebenfalls einen hohen Anteil direkter Importe aus. In Bezug auf die großen Handelspartner Deutschlands in Übersee war der Anteil direkter Importe dagegen deutlich geringer.

Ein Drittel der Importe aus den Vereinigten Staaten kamen über die Niederlande

Von Januar bis Juli 2022 wurden 16,1 Millionen Tonnen Güter mit Ursprungsland Vereinigte Staaten nach Deutschland importiert. 62,7 % der Importmenge kamen auf direktem Weg nach Deutschland, 32,7 % wurden über die Niederlande und 2,7 % über Belgien importiert.

Direktimport-Anteil bei Waren aus China höher als bei Importen aus den Vereinigten Staaten

Etwas höher als bei Waren aus den USA war der Direktimport-Anteil bei Waren aus der Volksrepublik China: Von Januar bis Juli 2022 wurden 9,0 Millionen Tonnen Waren chinesischen Ursprungs nach Deutschland importiert. 71,8 % davon waren Direktimporte. Über die Niederlande kamen 16,5 % und über Belgien 4,0 % der deutschen Einfuhren aus China.

Vier Fünftel der deutschen Einfuhren aus Russland waren direkte Importe

Aus Russland wurden von Januar bis Juli 2022 insgesamt 44,7 Millionen Tonnen Waren nach Deutschland importiert. 20,5 % dieser Importe kamen über andere Staaten nach Deutschland und 79,5 % wurden auf direktem Weg importiert.

81,8 % der direkten Importe aus Russland sind Erdöl und Erdgas

Direkt von Russland nach Deutschland wurden somit im Untersuchungszeitraum 35,5 Millionen Tonnen Waren importiert. Wichtigste Güter waren dabei Erdöl und Erdgas, die einen Anteil von 81,8 % an den direkten Importen ausmachten, sowie Kohle mit einem Anteil von 12,6 %.

18,0 % der Importmenge aus Russland kamen über die Niederlande nach Deutschland

Die meisten Waren, die von Januar bis Juli 2022 indirekt ihren Weg von Russland nach Deutschland fanden, wurden über die Niederlande importiert. 8,0 Millionen Tonnen Waren aus Russland wurden so versendet. Damit wurden 18,0 % der Importe mit russischem Ursprung über die Niederlande transportiert. Die wichtigsten Waren, die auf dieser Route nach Deutschland kamen, waren Kohle mit einem Anteil von 77,7 % und Erze mit einem Anteil von 7,3 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Randstad-ifo-Umfrage: Nur jedes dritte deutsche Unternehmen hat Notfallplan für Energie

Nur knapp jedes dritte deutsche Unternehmen hat einen Notfallplan, um die Energiekrise zu bewältigen. Das geht aus der neuen Randstad-ifo-Personalleiterbefragung hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.10.2022

Nur knapp jedes dritte deutsche Unternehmen hat einen Notfallplan, um die Energiekrise zu bewältigen. Das geht aus der neuen Randstad-ifo-Personalleiterbefragung unter 700 Personalverantwortlichen hervor. „Je kleiner das Unternehmen, desto seltener wurden Maßnahmen auf den Weg gebracht. Bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden haben 60 Prozent entsprechende Vorkehrungen getroffen. Bei Firmen mit bis zu 50 Mitarbeitenden sind es nur noch 15 Prozent“, sagt ifo-Forscherin Johanna Garnitz.

Je nach Wirtschaftszweig unterscheiden sich die Herangehensweisen. „Die Industrie ist von der aktuellen Energiepreiskrise am stärksten betroffen. Hier haben sich die Unternehmen mit 43 Prozent bisher am häufigsten auf einen möglichen Engpass vorbereitet. Bei den Dienstleistern sind es 25 Prozent. Im Handel beträgt der Wert lediglich 17 Prozent“, sagt Garnitz.

„In Zeiten des Fachkräftemangels ziehen Unternehmen den Abbau von Personal kaum in Betracht. Vielmehr soll die Belegschaft Überstunden und Urlaub abbauen. Die am häufigsten genannte Energiesparmaßnahme ist allerdings die Senkung der Gebäudetemperatur“, sagt Garnitz. Auch mehr Homeoffice zu gewähren, zieht die Mehrheit der befragten Unternehmen in Betracht und die Möglichkeit, Angestellte in Kurzarbeit zu schicken. Als eher unwahrscheinliche Maßnahmen gelten den Befragten zufolge die Einschränkung der eigenen Geschäftstätigkeit.

Quelle: ifo Institut

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KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Die Rezession hat begonnen – Geschäftserwartungen nähern sich Allzeittief

Der Herbst beginnt frostig, was die Stimmung in den kleinen und mittleren Unternehmen anbelangt. Der anhaltende Strom schlechter Nachrichten rund um den Krieg und die Energiekrise lässt das mittelständische Geschäftsklima im September um fast das Dreifache einer üblichen Vormonatsveränderung abstürzen, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 11.10.2022

  • Mittelständisches Geschäftsklima stürzt im September ab
  • Alle Wirtschaftsbereiche im Abwärtssog
  • Auch Großunternehmen erheblich schlechter gestimmt

Der Herbst beginnt frostig, was die Stimmung in den kleinen und mittleren Unternehmen anbelangt. Der anhaltende Strom schlechter Nachrichten rund um den Krieg und die Energiekrise lässt das mittelständische Geschäftsklima im September um fast das Dreifache einer üblichen Vormonatsveränderung abstürzen, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Es verliert 7,8 Zähler und notiert nun mit -23,9 Saldenpunkten auf dem tiefsten Stand seit 28 Monaten. Beide Klimakomponenten verschlechtern sich deutlich: Die Lageurteile fallen um 7,1 Zähler auf -0,1 Saldenpunkte. Im dritten Quartal insgesamt geben sie um deutliche 12,4 Zähler nach, was für eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts bereits im Sommer spricht. Die Geschäftserwartungen sinken um 8,3 Zähler auf -44,1 Saldenpunkte und kommen damit ihrem Allzeittief aus der Anfangszeit der Corona-Pandemie immer näher. Die Ängste der Unternehmen vor explodierenden Energiekosten und kollabierender Nachfrage mit Blick auf das Winterhalbjahr sind umfassend und groß.

Der Abwärtssog beim Geschäftsklima erfasst im September alle Hauptwirtschaftsbereiche, überall im Mittelstand kühlt es deutlich ab. Am niedrigsten ist das Stimmungsniveau im Einzelhandel (-6,5 Zähler auf -38,1 Saldenpunkte). Auf dem vorletzten Platz reiht sich der Großhandel ein (-4,3 Zähler auf -30,7 Saldenpunkte). Die Sorgen, dass die sehr hohen Inflationsraten massiv die Kaufkraft schmälern und die Haushalte zugleich aus Vorsicht ihr Geld lieber zusammenhalten, sind in beiden Sparten des Handels enorm. Das Verarbeitende Gewerbe platziert sich im Mittelfeld (-6,5 Zähler auf -27,7 Saldenpunkte). Noch am wenigsten schlecht ist das Klima zu Herbstbeginn bei den Dienstleistern (-7,3 Zähler auf -18,8 Saldenpunkte) und im Bau (-6,4 Zähler auf -15,3 Saldenpunkte). Lange ein verlässliches Zugpferd der Konjunktur, leidet der Bau inzwischen zunehmend an den Preisschüben bei Energie und Materialien sowie den steigenden Finanzierungskosten.

Bei den Großunternehmen geht die Stimmung im September mit einem Minus von 7,5 Zählern auf -26,0 Saldenpunkte wieder in den Sturzflug über, nachdem sie im Vormonat knapp die Höhe gehalten hatte. Während die Geschäftserwartungen ähnlich pessimistisch ausfallen wie im Mittelstand (-10,6 Zähler auf -41,4 Saldenpunkte), beurteilen die großen Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin schlechter (-3,4 Zähler auf -7,9 Saldenpunkte). Im Vergleich der Wirtschaftsbereiche ist die Stimmung im Bau auch unter den Großunternehmen – relativ gesehen – am höchsten (-9,5 Zähler auf -18,3 Saldenpunkte) und das Einzelhandelsklima mit einigem Abstand am niedrigsten (-7,6 Zähler auf -40,1 Saldenpunkte), wobei alle Branchen erhebliche Rückgänge gegenüber August berichten.

„Deutschland ist auf Rezessionskurs eingeschwenkt. Das BIP dürfte schon im Sommer geschrumpft sein, mindestens zwei weitere negative Quartalsraten werden folgen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Die Grabesstimmung vor allem in den konsumnahen Branchen und die überall deprimierenden Erwartungen unterstreichen, vor welchen Herausforderungen Deutschland angesichts explodierender Energie- und Lebenshaltungskosten sowie der unsicheren Versorgungslage gerade bei Erdgas steht. Der Winter naht und zunächst einmal gilt es, möglichst unbeschadet über die kalte Jahreszeit zu kommen.“ Auch wenn eine Rezession praktisch sicher sei, könne diese indes glimpflicher verlaufen als es die depressive Stimmung nahelegt. Gerade bei den Geschäftserwartungen dürften neben den berechtigten Sorgen über Energiekostendruck und schwindende Absatzperspektiven auch große Ängste eine Rolle spielen. „Der jüngst verkündete fiskalische Abwehrschirm in einem Volumen von 200 Mrd. Euro ist geeignet, einigen Kostendruck von Unternehmen wie Haushalten zu nehmen. Gerade die Strom- und Gaspreisbremsen dürften den Konsum spürbar stützen. Unsere BIP-Prognose für 2023 von -0,3 % halte ich noch immer für plausibel, die Abwärtsrisiken sind allerdings hoch und nehmen zu“, so Köhler-Geib.

Quelle: KfW

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Die ökologische Transformation gelingt nicht ohne die kleinen und mittleren Unternehmen

Kleine und mittlere Unternehmen nehmen eine wichtige Rolle bei der ökologischen Transformation ein. Schon heute investieren viele von ihnen in nachhaltige Technologien und in die Nutzung erneuerbarer Energien. Im Rahmen des International Roundtable on SMEs wurden die aktuellen Forschungsergebnisse dazu diskutiert. Das IfM Bonn berichtet.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 11.10.2022

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfehlen der Politik, stets die Besonderheiten der KMU mitzudenken

„Kleine und mittlere Unternehmen nehmen eine wichtige Rolle bei der ökologischen Transformation ein. Schon heute investieren viele von ihnen in nachhaltige Technologien und in die Nutzung erneuerbarer Energien“, erklärte Parlamentarischer Staatssekretär Michael Kellner bei der Eröffnung des International Roundtable on SMEs in Berlin. Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten international renommierte Entrepreneurshipforscherinnen und -forscher ihre aktuellen Forschungsergebnisse mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Mittelstandspolitik und Wirtschaft.

Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen) hob in ihrer Einführung den Beitrag der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) für die Gesellschaft und Volkswirtschaft in Deutschland hervor: „Jede unternehmerische Betätigung sorgt durch Schaffung von Aus- und Arbeitsplätzen für Einkommen. Familienunternehmerinnen und Familienunternehmer, die sich in einer besonderen Verantwortung für ihr Unternehmen und ihre Belegschaft sehen, wirken zudem stabilisierend in der Krise und treiben vielfach aufgrund ihrer individuellen Wertvorstellungen die Umsetzung von ökologischen Zielen voran.“

Allerdings haben nach Aussagen von Dr. Christian Dienes (IfM Bonn) auch Hitzeperioden, Starkniederschläge, Hochwasser und ungewohnt starke Stürme dazu beigetragen, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer die Klimarisiken in ihrer Wertschöpfungskette wahrnehmen – und handeln: Sie passen nicht nur bestehende Produkte und Dienstleistungen an bzw. entwickeln diese neu, sondern setzen bereits auf eine höhere Eigenständigkeit bei der Energie- und Wasserversorgung.

Besondere Hürden für die KMU beachten

Gleichwohl gibt es nach Aussagen von Dr. Céline Kauffmann (OECD Centre for Entrepreneurship, SMEs, Regions and Cities) weiterhin Hürden im ökologischen Transformationsprozess, die die KMU daran hindern, nachhaltiger zu werden. „Dazu gehören ein begrenzter Zugang zu Ressourcen – einschließlich Finanzmittel – und die Unsicherheit darüber, ob sich eine ökologische Umstellung lohnt“, so die OECD-Vertreterin. Dr. Harald Wieser (KMU Forschung Austria) merkte in diesem Zusammenhang an, dass die Klimapolitik noch zu wenig die Heterogenität und die Besonderheiten der kleinen und mittleren Unternehmen beachte. Der Unternehmenspolitik komme daher eine besonders wichtige Rolle in der Transformation zu, ambitionierte klimapolitische Ziele in die diversen Alltagsrealitäten der Unternehmen zu übersetzen.

Digitale Technologien können ökologische Transformation unterstützen

Nach Ansicht von Prof. Dr. Effie Kesidou (Leeds University Business School & Enterprise Research Centre/UK) falle es jedoch Unternehmerinnen und Unternehmern deutlich leichter, ihre Innovationsaktivitäten im Hinblick auf ökologische Nachhaltigkeit voranzutreiben, wenn sie digitale Technologien und Kompetenzen nutzen. Dies habe eine Umfrage in Großbritannien deutlich gezeigt.

Welche Rolle generell die digitale Transformation während der Corona-Pandemie gespielt hat, legte Prof. Dr. Erik Stam (Universität Utrecht/Niederlande) dar. Demnach führen Regionen mit starken unternehmerischen Ökosystemen den digitalen Wandel an. Zugleich bestätigte Prof. Dr. Paul Steffens (University of Adelaide/Australien) in seinem Vortrag, dass Krisen die Fähigkeit von Unternehmerinnen und Unternehmern verstärken, adäquat auf diese Situationen zu reagieren. Dies habe der Umgang von Unternehmerinnen und Unternehmern in Dänemark mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie gezeigt.

Quelle: IfM Bonn

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Südamerika im Fokus: Marktchance Mercosur

Die Verhandlungen zwischen der EU und den Ländern der südamerikanischen Staatengemeinschaft Mercosur über ein Freihandelsabkommen sind zwar seit Mitte 2019 abgeschlossen, eine Ratifizierung steht jedoch noch aus. Dabei könnte das Abkommen der international eng vernetzten deutschen Wirtschaft gerade in der aktuell schwierigen Lage lt. DIHK dringend benötigte Wachstumsimpulse bieten.

DIHK, Mitteilung vom 07.10.2022

Seit den 90er-Jahren verhandeln die EU und die Mercosur-Länder Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay über ein umfassendes Handelsabkommen. Zwar wurden die Verhandlungen im Juni 2019 abgeschlossen, jedoch ist die Ratifizierung bisher politisch in der EU blockiert. Dabei könnte das Abkommen gerade jetzt wichtige Wachstumsimpulse für die international eng vernetzte deutsche Wirtschaft bieten. Immerhin hängt ein Viertel der deutschen Arbeitsplätze am Außenhandel, in der Industrie sogar jeder zweite.

Abkommen birgt großes Potenzial

Weltweit macht zunehmender Protektionismus den grenzüberschreitend tätigen Unternehmen zu schaffen. Eine ambitionierte europäische Handelspolitik ist daher Grundvoraussetzung für den internationalen Erfolg deutscher Betriebe.

Das ehrgeizige EU-Mercosur-Abkommen setzt hierfür richtige Akzente: Es kann im Laufe der nächsten Jahre fast alle Zölle zwischen der EU und dem bisher wirtschaftlich protektionistischen Mercosur-Raum abschaffen, den Dienstleistungshandel erleichtern, öffentliche Beschaffungsmärkte öffnen, regulatorische Kooperation vereinfachen und 350 traditionelle europäische Spezialitäten wie schwäbische Spätzle oder bayerisches Bier auch im Mercosur schützen.

Und: Das EU-Abkommen hat ein gezieltes Mittelstandskapitel, damit die Vorteile auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erreichen. 12.500 deutsche Betriebe exportieren in den Mercosur-Raum, 72 Prozent davon sind KMU. Bisher unterliegen 85 Prozent der europäischen Ausfuhren in den Mercosur – einen Markt von über 260 Millionen Konsumenten – einem Zoll. Das verursacht in deutschen und europäischen Betrieben Kosten in Höhe von jährlich vier Milliarden Euro. Entsprechend sieht ein Großteil der Unternehmen in einem – auch in der Wirtschaft intensiv diskutierten – Handelsabkommen Chancen für sich.

Traditionelle Partnerschaften stärken

Eine Ratifizierung würde Europa und seinen Unternehmen einen wichtigen zeitlichen Vorsprung verschaffen, da somit das erste Abkommen zwischen den Mercosur-Staaten und einem bedeutenden Handelspartner in Kraft wäre. Aber auch andere große Wettbewerbsnationen sind in der Region zunehmend aktiv. Daher sollten sich die EU und die Bundesregierung für eine rasche Umsetzung des Abkommens einsetzen.

Europa kann dabei bereits auf intensiven Handelsbeziehungen aufbauen. Allein nach Brasilien exportierten deutsche Unternehmen 2021 Waren und Dienstleistungen im Wert von mehr als 10 Milliarden Euro, der deutsche Investitionsbestand dort lag 2020 bei über 18 Milliarden Euro. Die brasilianische Metropole São Paulo beispielsweise ist einer der größten Standorte der deutschen Industrie weltweit. Das zeigt das Potenzial, welches bei einer Ratifizierung des Abkommens erschlossen werden kann. Marktchancen für deutsche Unternehmen liegen vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Automobil und Ernährung, wo die Mercosur-Länder bisher mitunter sehr hohe Zölle erheben.

Kernaspekt Nachhaltigkeit

Alle Beteiligten haben sich im Abkommen auf klare Standards zum Umweltschutz verständigt. Außerdem verpflichten sie sich, das Pariser Klimaschutzabkommen umzusetzen. Daran müssen sich am Ende alle Partner halten. Für die deutsche Wirtschaft steht fest: Je stärker die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Lateinamerika sind, desto besser auch die Chancen, in Umweltfragen gemeinsam voranzukommen.

Hiesige Unternehmen sind – auch mit Unterstützung der deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) – bereits seit über 100 Jahren in den Mercosur-Ländern vertreten. Sie sichern Zehntausende Arbeitsplätze und tragen etwa durch die duale Ausbildung nach deutschem Vorbild vor Ort zur nachhaltigen Entwicklung der Region bei. Das EU-Mercosur-Abkommen bietet nun neue Chancen, dieses Engagement gemeinsam weiter zu stärken.

Signalwirkung für offene Märkte

Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und protektionistischer Strömungen, sollte die Bundesregierung gerade jetzt auch EU-Verträge mit Indonesien und Indien vorantreiben. Die EU sollte als Weltmeister der Handelsabkommen ihre Führungsrolle für weltweit offene Märkte und einen regelbasierten Handel stärker zum Tragen bringen. Denn moderne Abkommen können verlässliche Rahmenbedingungen zur Diversifizierung von Lieferketten schaffen und neue Absatzmärkte erschließen.

Implementierung ist für Unternehmen entscheidend

Entscheidend für den Erfolg von Handelsabkommen ist ihre Umsetzung. Die Bundesregierung sollte sich hier für Vereinfachungen stark machen, insbesondere durch klare und harmonisierte Regeln für den Warenursprung, ein umfassendes EU-Online-Tool zu Ursprungsregeln und standardisierte Ursprungsnachweise über alle Abkommen hinweg. Die Digitalisierung der Zollprozesse sollte beschleunigt und der EU-Zolltarif vereinfacht werden. Das würde vor allem KMU entlasten und den Handel erleichtern.

Quelle: DIHK

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Importpreise im August 2022: +32,7 % gegenüber August 2021

Die Importpreise waren im August 2022 um 32,7 % höher als im August 2021. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war das der höchste Anstieg seit März 1974 (+35,0 % gegenüber März 1973).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.10.2022

Höchster Anstieg der Importpreise seit März 1974

Importpreise, August 2022

  • +32,7 % zum Vorjahresmonat
  • +4,3 % zum Vormonat

Exportpreise, August 2022

  • +18,6 % zum Vorjahresmonat
  • +2,1 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im August 2022 um 32,7 % höher als im August 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war das der höchste Anstieg seit März 1974 (+35,0 % gegenüber März 1973). Im Juli 2022 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr noch bei +28,9 % gelegen, im Juni 2022 bei +29,9 %. Gegenüber dem Vormonat Juli 2022 stiegen die Importpreise im August 2022 um 4,3 %.

Starker Preisanstieg nach wie vor auf Energiepreisentwicklung zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im August 2022 um 162,4 % teurer als im August 2021 und 18,9 % teurer als im Vormonat Juli 2022. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die starken Preissteigerungen bei importiertem Erdgas begründet. Diese Preise lagen im August 2022 viermal so hoch wie im August 2021 (+306,3 %). Gegenüber Juli 2022 stiegen sie um 48,2 %.

Elektrischer Strom kostete im August 2022 an den Börsen 464,5 % mehr als ein Jahr zuvor. Allein gegenüber Juli 2022 wurde importierter Strom 46,9 % teurer.

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 192,1 % über denen von August 2021. Gegenüber Juli 2022 sanken sie wieder (-4,8 %), nachdem sich der Import von Steinkohle im Juli gegenüber Juni 2022 deutlich verteuert hatte (+14,4 %).

Erheblich teurer als vor einem Jahr waren außerdem Mineralölerzeugnisse mit +77,4 % und Erdöl mit +58,8 %. Jedoch sanken hier die Preise gegenüber dem Vormonat Juli 2022: bei Mineralölerzeugnissen um 4,9 % und bei Erdöl um 6,5 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im August 2022 um 13,2 % höher als im August 2021 und 0,1 % höher als im Juli 2022. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 30,1 % über dem Stand des Vorjahres (+5,6 % gegenüber Juli 2022).

Höhere Preise für Vorleistungsgüter im Vorjahresvergleich vor allem bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Metallen und Kunststoffen, Papier und Pappe

Importierte Vorleistungsgüter waren im August 2022 um 16,8 % teurer als im Vorjahresmonat (-0,5 % gegenüber Juli 2022).

Düngemittel und Stickstoffverbindungen waren mit einem Plus von 145,1 % immer noch erheblich teurer als im August 2021. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 5,7 % nach Preisrückgängen in den letzten drei Monaten.

Höher als im August 2021 waren außerdem vor allem die Importpreise für Rohaluminium (+50,3 %) sowie für Papier und Pappe (+40,1 %). Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+18,7 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+15,3 %) waren weiterhin erheblich teurer als vor einem Jahr. Während die Preise für Papier und Pappe gegenüber dem Vormonat weiter anstiegen (+1,3 %), wurden Kunststoffe in Primärformen um 3,1 %, Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 2,8 % und Rohaluminium um 0,8 % preiswerter importiert.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im August 2022 um 7,8 % über denen von August 2021 (+0,4 % gegenüber Juli 2022). Teurer waren insbesondere Maschinen (+8,6 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+7,0 %).

Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 13,4 % teurer, vor allem bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+24,1 % gegenüber August 2021). Unter anderem lagen die Preise für Milch und Milcherzeugnisse mit +37,2 %, für pflanzliche und tierische Öle und Fette mit +32,8 % sowie für Fleisch und Fleischerzeugnisse mit +25,7 % erheblich über denen von August 2021. Im Vormonatsvergleich verteuerten sich die Verbrauchsgüter um 0,8 %.

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 9,8 % mehr als im August 2021 (+0,6 % gegenüber Juli 2022).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 17,8 % über denen von August 2021 (+0,9 % gegenüber Juli 2022). Insbesondere Rohkaffee (+44,1 %) und Getreide (+37,5 %) waren weiterhin erheblich teurer als im Vorjahresmonat. Bei Getreide entspannte sich jedoch die Lage. Zum dritten Mal in Folge war im Vormonatsvergleich ein Rückgang zu verzeichnen (-0,9 % gegenüber Juli 2022). Die Kaffeepreise stiegen dagegen im Vormonatsvergleich um 5,1 %.

Die Preise für den Import lebender Schweine waren im August 2022 um 49,0 % höher als im Vorjahresmonat und stiegen auch gegenüber Juli 2022 kräftig (+8,2 %).

Starke Anstiege bei Energieträgern und Vorleistungsgütern treiben Exportpreise

Der Index der Exportpreise lag im August 2022um 18,6 % über dem Stand von August 2021. Eine vergleichbare Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (ebenfalls +18,6 % im Oktober 1974). Im Juli 2022 und im Juni 2022 hatte die Jahresveränderungsrate bei +17,0 % beziehungsweise bei +16,1 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Juli 2022 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 2,1 %.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatten im August 2022 die Preissteigerungen bei den Energieträgern. Die Preise für Energieexporte waren 223,3 % höher als ein Jahr zuvor. Insbesondere Erdgas verteuerte sich gegenüber August 2021 extrem (+343,4 %).

Die Preise für Vorleistungsgüter, die einen Anteil von etwa einem Drittel an den Gesamtausfuhren haben, lagen um 17,2 % über denen von August 2021 (+0,1 % gegenüber Juli 2022). Hier waren insbesondere Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+130,4 %) sowie Papier und Pappe (+36,5 %) erheblich teurer als im Vorjahresmonat.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im August 2022

Wie das BMWK mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im August gegenüber dem Vormonat um 0,8 % gefallen. Während der Ausstoß in der Industrie nahezu unverändert blieb (-0,1 %), kam es im Baugewerbe und im Bereich Energie zu Rückgängen um 2,1 % bzw. 6,1 %.

BMWK, Pressemitteilung vom 07.10.2022

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im August gegenüber dem Vormonat um 0,8 % gefallen. Während der Ausstoß in der Industrie nahezu unverändert blieb (-0,1 %), kam es im Baugewerbe und im Bereich Energie zu Rückgängen um 2,1 % bzw. 6,1 %.

Die beiden gewichtigen Industriebereiche Kfz und Kfz-Teile sowie Maschinenbau verzeichneten im August merkliche Zuwächse von 2,8 % bzw. 2,2 %, nachdem es im Juli Rücksetzer gegeben hatte. Spürbare Abnahmen ihrer Produktion meldeten indes die energieintensiven Wirtschaftszweige chemische Erzeugnisse (-3,1 %), Glas, Glaswaren und Keramik (-2,8 %) sowie Kokerei und Mineralölverarbeitung (-4,5 %).

Nach einem schwachen Start ins dritte Quartal stagnierte die Industrieproduktion zuletzt. Die nach wie vor große Unsicherheit über den Fortgang des Kriegs in der Ukraine und die praktisch versiegten Gaslieferungen aus Russland haben die Aktivitäten in der Industrie gedämpft. Des Weiteren hat wohl auch die Lage der Sommerferien eine Rolle gespielt. Angesichts rückläufiger Auftragseingänge und einer abgekühlten Stimmung in den Unternehmen sind die Aussichten für die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten getrübt.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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