Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni 2022

Wie das BMWK mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni gegenüber dem Vormonat geringfügig gestiegen (+0,4 %). Im Quartalsvergleich war die Produktion allerdings dennoch im zweiten Quartal rückläufig (-1,3 %).

BMWK, Pressemitteilung vom 05.08.2022

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni gegenüber dem Vormonat geringfügig gestiegen (+0,4 %). Im Quartalsvergleich war die Produktion allerdings dennoch im zweiten Quartal rückläufig (-1,3 %). Die Industrie konnte ihren Ausstoß gegenüber Vormonat um 0,7 % steigern, die Produktion im Baugewerbe ging hingegen um 0,8 % zurück. Im Bereich Energie gab es keine Veränderung (0,0 %).

Insbesondere im gewichtigen Bereich Kfz und Kfz-Teile gab es ein kräftiges Plus (+5,5 %). Hier hat die Produktion ihren kriegsbedingten Einbruch im März wettgemacht und liegt nun wieder über dem Niveau am Jahresanfang. In den anderen Bereichen der Industrie waren unterschiedliche Entwicklungen zu verzeichnen: Im Maschinenbau steigerte sich der Ausstoß leicht um 0,4 %. Auch die Bereiche Papier und Pappe (+2,2 %) sowie Nahrungs- und Futtermittel (+2,0 %), die im Vormonat teils merkliche Rückgänge gemeldet hatten, steigerten ihre Produktion. Die Herstellung von Metallerzeugnissen (-2,1 %) und chemischen Erzeugnisse (-0,7 %) ging hingegen zurück.

Das Verarbeitende Gewerbe erholte sich auch im Berichtsmonat Juni weiter von dem externen Schock, den es durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erlitten hatte. Angesichts hoher Energiepreise und der teilweise gestörten Lieferketten zeigt die Industrie damit ihre Widerstandskraft. Aufgrund ihrer Exportorientierung ist die deutsche Industrie überproportional von den Handelssanktionen gegen Russland betroffen. Vor dem Hintergrund der verminderten Gaslieferungen aus Russland und der nach wie vor hohen Unsicherheit durch den Krieg bleiben die Aussichten für das zweite Halbjahr gedämpft.

Quelle: BMWK

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EU-Kanada Abkommen: CETA im Fokus der Wirtschaft

Seit September 2017 wird CETA, das Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada, vorläufig angewandt. Auch deutschen Unternehmen hilft lt. DIHK der seitdem erfolgte Abbau von Handelshemmnissen: Zölle sind gesunken, Doppelzertifizierungen entfallen, der Marktzugang hat sich verbessert. Bevor das Abkommen vollständig in Kraft treten kann, muss es jedoch noch in zwölf EU-Ländern, darunter Deutschland, ratifiziert werden. Eine klare Zustimmung des Bundestages wäre für die Planungssicherheit im Außenhandel und für Investitionen wichtig, vor allem aber ein dringend nötiges Signal gegen Protektionismus.

DIHK, Mitteilung vom 04.08.2022

Seit September 2017 wird das Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA, kurz für Comprehensive Economic and Trade Agreement) vorläufig angewandt. Deutsche Unternehmen profitieren davon, dass seitdem Handelshemmnisse auf beiden Seiten abgebaut wurden: Zölle sind gesunken, Doppelzertifizierungen entfallen, und der Marktzugang hat sich verbessert. In Folge stieg das deutsch-kanadische Handelsvolumen allein 2021 um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für ein vollständiges Inkrafttreten des Abkommens fehlt jedoch noch die Ratifizierung in zwölf EU-Ländern, darunter auch Deutschland. Der nun im Bundestag gestartete Ratifizierungsprozess ist für die Planungssicherheit im deutschen Außenhandel und für Investitionen wichtig, vor allem aber auch ein wichtiges Signal angesichts des weltweit zunehmenden Protektionismus.

Vorteile für deutsche Unternehmen

Kanada ist ein bedeutender Wirtschaftspartner: Das jährliche Güterhandelsvolumen mit Deutschland ist seit der Anwendung von CETA um rund ein Fünftel gestiegen.

So hat das Abkommen inzwischen den Abbau von 99 Prozent aller Industriezölle bewirkt. Für europäische Unternehmen fallen seitdem jährlich 590 Millionen Euro an kanadischen Zollgebühren weg. Die hatten zuvor etwa bei Textilien bis zu 16 Prozent betragen, bei Automobilen und Maschinen bis zu 9,5 Prozent.

Hinzu kommt die weitreichende Öffnung der staatlichen Beschaffungsmärkte. Der Bürokratieabbau im Kanada-Geschäft, etwa bei der Zollabwicklung oder bei doppelten Prüfanforderungen, kann insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen: Durch CETA können beispielsweise bei Elektro-, Elektronik-, Mess- und Funkgeräten, bei Spielzeug oder Maschinen Konformitätsbescheinigungen der jeweils anderen Seite akzeptiert werden, sodass die Betriebe nicht mehr doppelt für vergleichbare Prüfungen zahlen müssen.

Von der vorläufigen Anwendung des Abkommens ausgenommen sind bis dato aber teilweise die Bereiche Investitionen und Finanzdienstleistungen sowie der Investitionsschutz. Diese Bestandteile werden für Unternehmen erst aktiviert, sobald CETA vollständig in Kraft ist, und sie sind bei einem Bestand von 20 Milliarden Euro deutscher Direktinvestitionen in Kanada durchaus relevant. Während Handelsabkommen wie CETA auch in der Wirtschaft intensiv diskutiert werden, sieht ein Großteil der Unternehmen in diesen angesichts der Handelsvorteile überwiegend Chancen.

Signalwirkung für offene Märkte, …

Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und protektionistischer Strömungen, die den Außenhandel belasten sollte sich die Bundesregierung gerade jetzt für engere Handelsbeziehungen mit wichtigen Partnern einsetzen und etwa die EU-Abkommen mit Mercosur, Indonesien und Indien vorantreiben. Die EU sollte als Weltmeister der Handelsabkommen ihre Führungsrolle für weltweit offene Märkte und regelbasierten Handel stärker zum Tragen bringen. Denn moderne Abkommen können verlässliche Rahmenbedingungen zur Diversifizierung von Lieferketten schaffen und neue Absatzmärkte erschließen. Hierfür ist eine Zustimmung des Bundestages zur CETA-Ratifizierung ein wichtiges Signal für die international eng vernetzte deutsche Wirtschaft. Immerhin hängt ein Viertel der deutschen Arbeitsplätze am Außenhandel, in der Industrie sogar jeder zweite.

… aber Umsetzung entscheidend

Handelsabkommen können nur Erfolg haben, wenn sie auch umsetzbar sind – gerade für den Mittelstand. Die neue Bundesregierung sollte sich deshalb auch über CETA hinaus bei allen Handelsabkommen für Vereinfachungen stark machen, insbesondere für klare und harmonisierte Warenursprungsregeln, ein vollumfängliches EU-Online-Tool zu Ursprungsregeln oder für die Ausfertigung von standardisierten Ursprungsnachweisen über alle Abkommen hinweg.

Die Digitalisierung der Zollprozesse sollte beschleunigt und der EU-Zolltarif durch vereinfachte Eintarifierungen entbürokratisiert werden. Das würde gerade kleine und mittlere Unternehmen entlasten und den Handel erleichtern.

Der DIHK, das Netzwerk der AHKs mit 142 Standorten in 92 Ländern weltweit sowie die in Deutschland regional verankerten 79 IHKs setzen sich täglich dafür ein, dass der deutsche Außenhandel weiterhin erfolgreich voranschreiten kann.

Quelle: DIHK

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni 2022

Wie das BMWK mitteilt, sind die Auftragseingänge nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,4 % zurückgegangen, nachdem sie bereits in den vier Monaten zuvor infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine stetig gesunken waren. Damit lagen die Bestellungen zuletzt arbeitstäglich bereinigt 9,0 % unter ihrem Niveau von einem Jahr zuvor.

BMWK, Pressemitteilung vom 04.08.2022

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Auftragseingänge im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,4 % zurückgegangen, nachdem sie bereits in den vier Monaten zuvor infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine stetig gesunken waren. Damit lagen die Bestellungen zuletzt arbeitstäglich bereinigt 9,0 % unter ihrem Niveau von einem Jahr zuvor.

Ausschlaggebend für die Abnahme im Juni gegenüber dem Vormonat war eine spürbar gesunkene Nachfrage nach Investitionsgütern (-1,8 %). Die Produzenten von Vorleistungs- und Konsumgütern meldeten hingegen Zuwächse um 1,2 % bzw. 1,7 %. Aus dem Inland gingen 1,1 % mehr Bestellungen ein. Die Auslandsnachfrage gab um 1,4 % nach, wobei ein kräftiges Orderminus aus dem Nicht-Euroraum von 4,3 % zu Buche schlägt. Aus dem Euroraum kamen 3,4 % mehr Ordereingänge.

Die gewichtigen Bereiche Kfz/Kfz-Teile und Maschinenbau verzeichneten leichte Abnahmen der Auftragseingänge um 0,1 % bzw. 0,4 %. Der sonstige Fahrzeugbau meldete einen kräftigen Rückgang um 25,6 %. Zu Zuwächsen kam es indes in den Bereichen pharmazeutische Erzeugnisse (+9,2 %), chemische Erzeugnisse (+1,1 %) und elektrische Ausrüstungen (+0,6 %).

Angesichts der erhöhten Unsicherheit durch den Krieg und einer drohenden Gasknappheit verläuft die Entwicklung der Nachfrage weiterhin schwach. Der Ausblick für die Industriekonjunktur bleibt bei abgekühltem Geschäftsklima zurückhaltend.

Quelle: BMWK

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Geschäftsklima für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen fällt auf Rekordtief

Das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige hat sich merklich verschlechtert. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Indexes für dieses Segment („Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“). Er fiel im Juli auf minus 12,1 Punkte (nicht saisonbereinigt), nach minus 1,1 im Juni.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.08.2022

Das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige hat sich merklich verschlechtert. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Indexes für dieses Segment („Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“). Er fiel im Juli auf minus 12,1 Punkte (nicht saisonbereinigt), nach minus 1,1 im Juni. „Die Soloselbstständigen können sich dem negativen Sog der Gesamtwirtschaft nicht entziehen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Auch hier macht sich verstärkt Pessimismus breit.“

Die positive Entwicklung seit März 2022 hat ein abruptes Ende gefunden: Der Indikator fiel auf den niedrigsten Stand seit Einführung der Umfrage unter Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen im August 2021. Die Unternehmen waren weniger zufrieden mit ihren laufenden Geschäften. Am besten stehen noch die Dienstleister da, mit 17,7 Punkten, nach 23,6 im Juni. Viele Einzelhändler leiden unter der hohen Inflation. Die Erwartungen sind eingebrochen und von deutlichem Pessimismus geprägt.

„Viele Kleinstunternehmen und Soloselbstständige fürchten, dass die Zurückhaltung und Unsicherheit unter den größeren Unternehmen zu weniger Aufträgen führen“, ergänzt Wohlrabe.

Trotz höherer Unsicherheit halten viele Kleinstunternehmen Preiserhöhungen für unvermeidlich. Etwa jedes zweite Unternehmen hat angekündigt, die Preise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen.

Quelle: ifo Institut

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Startups müssen im Schnitt noch 3,3 Mio. Euro Kapital einsammeln

8 von 10 Startups in Deutschland brauchen innerhalb der nächsten zwei Jahre frisches Kapital. Dabei ist die Zuversicht bei Gründerinnen und Gründern hoch, dass die Finanzierungsrunden erfolgreich verlaufen. Im Schnitt müssen diese Startups 3,3 Mio. Euro einsammeln – etwas weniger als noch vor einem Jahr, als der durchschnittliche Kapitalbedarf lt. Bitkom bei 4 Mio. Euro lag.

Bitkom, Pressemitteilung vom 03.08.2022

  • Nur 4 Prozent brauchen in den kommenden zwei Jahren kein frisches Geld
  • Große Mehrheit rechnet mit erfolgreichen Finanzierungsrunden

8 von 10 Startups in Deutschland (79 Prozent) brauchen innerhalb der nächsten zwei Jahre frisches Kapital. Dabei ist die Zuversicht bei Gründerinnen und Gründern hoch, dass die Finanzierungsrunden erfolgreich verlaufen. Im Schnitt müssen diese Startups 3,3 Millionen Euro einsammeln – etwas weniger als noch vor einem Jahr, als der durchschnittliche Kapitalbedarf bei 4 Millionen Euro lag. Das sind Ergebnisse aus einer Befragung von rund 150 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Nur 4 Prozent der Startups haben in den kommenden 24 Monaten keinen Kapitalbedarf, 17 Prozent können dazu aktuell noch keine Aussage machen. Von den Startups mit Kapitalbedarf haben 15 Prozent die Finanzierung bereits gesichert, 84 Prozent sind dagegen noch auf der Suche nach frischem Geld. „Die Startup-Finanzierung wird angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit Ukraine-Krieg, steigender Inflation und Turbulenzen an den Börsen nicht eben einfacher. Zugleich hat die Bedeutung digitaler Technologien und Lösungen in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen, so dass Gründerinnen und Gründer mit wirklich innovativen Ideen und Lösungen sehr gute Chancen haben, auch weiterhin eine Finanzierung zu finden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Die große Mehrheit der Startups mit Kapitalbedarf teilt diesen Optimismus und ist sich sicher, am Ende erfolgreich zu sein. 38 Prozent halten es für sehr wahrscheinlich, dass sie die benötigten Mittel finden werden, 48 Prozent für eher wahrscheinlich. Zugleich ist nur rund ein Drittel (38 Prozent) der Startups der Meinung, dass es in Deutschland ausreichend Venture Capital gibt. Ebenfalls rund ein Drittel (33 Prozent) denkt darüber nach, mit dem eigenen Startup ins Ausland zu gehen, weil es in Deutschland zu wenig Kapital gibt. So beklagen 31 Prozent, dass sie gerne Venture Debt nutzen würden, das Angebot in Deutschland aber nicht attraktiv genug ist. Berg: „Wenn wir innovative Unternehmen in Deutschland halten wollen, muss es künftig noch stärker darum gehen, neue Investorengruppen wie institutionelle Anleger zu aktivieren. Vor allem entwicklungsintensive Tech-Startups brauchen einen international wettbewerbsfähigen Zugang zu Wagniskapital.“

Die Börse als mögliche Finanzierungsmöglichkeit ist dabei für eine knappe Mehrheit der Startups ebenfalls eine interessante Perspektive. 57 Prozent geben an, dass sie sich vorstellen können, mit ihrem Startup in Zukunft an die Börse zu gehen.

Quelle: Bitkom

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Große Rezessionssorgen im Mittelstand

Nach einer kurzen Phase der Stabilisierung im Frühjahr befindet sich das mittelständische Geschäftsklima zu Beginn des Sommerquartals lt. KfW wieder im Sinkflug. Es stürzt im Juli um 9,5 Zähler auf -15,3 Saldenpunkte ab und verliert damit fast das Vierfache einer üblichen Monatsveränderung. Die schon seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs sehr pessimistischen Geschäftserwartungen brechen nochmal um 12,7 Zähler ein und sind mit den jetzt erreichten -34,8 Saldenpunkten so negativ wie bisher nur vor großen Rezessionen.

KfW, Pressemitteilung vom 02.08.2022

  • Angst vor Gaslieferstopp schickt Geschäftsklima im Mittelstand in den Sinkflug
  • Lageurteile geben nach, Erwartungen brechen weiter ein
  • Eine Rezession wird immer wahrscheinlicher

Nach einer kurzen Phase der Stabilisierung im Frühjahr befindet sich das mittelständische Geschäftsklima zu Beginn des Sommerquartals wieder im Sinkflug. Es stürzt im Juli um 9,5 Zähler auf -15,3 Saldenpunkte ab und verliert damit fast das Vierfache einer üblichen Monatsveränderung. Die schon seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs sehr pessimistischen Geschäftserwartungen brechen nochmal um 12,7 Zähler ein und sind mit den jetzt erreichten -34,8 Saldenpunkten so negativ wie bisher nur vor großen Rezessionen. Vor allem die Furcht vor einem anhaltenden Gaslieferstopp im Zusammenhang mit der Wartung von Nord Stream 1 dürfte zum Umfragezeitpunkt viele Unternehmen beunruhigt haben. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage sackt im Juli aber ebenfalls deutlich um 5,3 Zähler ab. Mit jetzt +7,6 Saldenpunkten liegt sie aber immerhin noch über der Nulllinie, die den langfristigen Durchschnitt markiert.

Der Stimmungsabsturz im Juli betrifft die mittelständischen Unternehmen in allen Branchen. Selbst das Geschäftsklima der Dienstleistungsunternehmen, die in den Vormonaten dank der Erholung in ehemals pandemiebeschränkten Branchen einen deutlichen Aufschwung erlebt haben, verschlechtert sich um deutliche 10,5 Zähler. Besonders getrübt ist die Stimmung aber derzeit beim Einzelhandel. Schon jetzt meldet die Branche eine leicht unterdurchschnittliche Geschäftslage. Angesichts der drohenden zusätzlichen Kaufkraftverluste wegen massiv steigender Heizkosten sind die Zukunftserwartungen aber so schlecht wie nie zuvor seit Beginn der Umfrage.

Einzig für die zukünftige Inflationsentwicklung gibt es kleine Lichtblicke, denn die Absatzpreiserwartungen des Mittelstands lassen im Juli von einem sehr hohen Niveau aus zum dritten Mal in Folge nach (-4,5 Zähler auf 38,2 Saldenpunkte). Preisdrückend könnte auf längere Frist außerdem eine etwas schwächere Arbeitsnachfrage wirken. Die Beschäftigungserwartungen sinken um 5,2 Zähler auf ein inzwischen nur noch leicht überdurchschnittliches Niveau.

Mit dem deutlichen Stimmungsabsturz im Juli nähert sich das mittelständische Geschäftsklima dem der Großunternehmen an, die in den Vormonaten eine noch deutlichere Eintrübung verzeichnet hatten. Mit einem Rückgang um 2,9 Zähler auf -19,3 Saldenpunkte ist die Stimmung in den Großunternehmen aber weiterhin noch schlechter als im Mittelstand.

Die Chefvolkswirtin der KfW Dr. Fritzi Köhler-Geib kommentiert:

„Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeugt von einer breiten Verschlechterung des Geschäftsklimas in Unternehmen aus allen Branchen und Größenklassen. Vor allem die Furcht vor einem Gaslieferstopp im Zusammenhang mit der Wartung von Nord Stream 1 dürfte zum Umfragezeitpunkt bei vielen Unternehmen die Geschäftsaussichten eingetrübt haben. Der vollständige Lieferstopp ist zunächst zwar ausgeblieben, aber die Belastung in energieintensiven Branchen und auch in konsumnahen Wirtschaftsbereichen ist trotzdem gewaltig. Denn selbst wenn die Gasflüsse aus Russland auf niedrigem Niveau anhalten, drohen zusätzliche Kaufkraftverluste durch massiv steigende Heizkosten. Der einzige Hoffnungsanker sind derzeit die noch sehr hohen Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe und die laut einigen Indikatoren etwas nachlassenden globalen Lieferengpässe. Mit einer sich eintrübenden Weltkonjunktur wächst jedoch die Gefahr von Stornierungen und die Angebotskrise könnte von einer Nachfrageschwäche abgelöst werden.“

Quelle: KfW

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Exporte im Juni 2022: +4,5 % zum Mai 2022

Im Juni 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber Mai 2022 kalender- und saisonbereinigt um 4,5 % und die Importe um 0,2 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2021 um 18,4 % und die Importe um 27,9 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 03.08.2022

Exporte nach Russland um 14,5 % gegenüber dem Vormonat gestiegen, gegenüber dem Vorjahresmonat um 40,3 % gesunken

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Juni 2022

  • 134,3 Milliarden Euro
  • +4,5 % zum Vormonat
  • +18,4 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), Juni 2022

  • 127,9 Milliarden Euro
  • +0,2 % zum Vormonat
  • +27,9 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), Juni 2022

  • +6,4 Milliarden Euro

Im Juni 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber Mai 2022 kalender- und saisonbereinigt um 4,5 % und die Importe um 0,2 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2021 um 18,4 % und die Importe um 27,9 %. Die Exporte in die Russische Föderation stiegen im Juni 2022 gegenüber Mai 2022 kalender- und saisonbereinigt um 14,5 % auf 1,2 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahresmonat Juni 2021 nahmen sie um 40,3 % ab. Die Importe aus Russland nahmen im Juni 2022 gegenüber Mai 2022 um 4,8 % auf 3,5 Milliarden Euro zu.

Insgesamt wurden im Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 134,3 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 127,9 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im Juni 2022 mit einem Überschuss von 6,4 Milliarden Euro ab. Im Mai 2022 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik +0,8 Milliarden Euro betragen, im Juni 2021 hatte er bei +13,5 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 72,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 62,8 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Mai 2022 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 3,9 % und die Importe aus diesen Staaten um 0,3 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 50,7 Milliarden Euro (+3,9 %) exportiert und Waren im Wert von 43,1 Milliarden Euro (+0,4 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 22,2 Milliarden Euro (+4,0 %) exportiert und Waren im Wert von 19,7 Milliarden Euro (+0,1 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 61,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 65,1 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Mai 2022 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 5,3 % und die Importe von dort um 0,1 % zu.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Juni 2022 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 6,2 % mehr Waren exportiert als im Mai 2022. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 14,2 Milliarden Euro. Die Exporte in die Volksrepublik China stiegen um 2,4 % auf 8,9 Milliarden Euro, die Exporte in das Vereinigte Königreich nahmen um 4,2 % auf 6,0 Milliarden Euro zu.

Die meisten Importe kamen im Juni 2022 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 17,0 Milliarden Euro eingeführt, das waren 3,9 % weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 14,7 % auf 8,5 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 6,6 % auf 3,2 Milliarden Euro ab.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Juni 2022 Waren im Wert von 136,0 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 128,3 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2021 stiegen die Exporte damit um 14,6 % und die Importe um 24,9 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Juni 2022 mit einem Überschuss von 7,7 Milliarden Euro ab. Im Juni 2021 hatte der Saldo +15,9 Milliarden Euro betragen.

Im Juni 2022 wurden nominal Waren im Wert von 1,2 Milliarden Euro nach Russland exportiert. Damit lag die Russische Föderation im Juni 2022 auf Rang 23 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte. Im Mai 2022 hatte Russland Rang 26 belegt, im Juni 2021 Rang 15.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Kein neues Corona-Sonderprogramm

Die Bundesregierung beabsichtigt derzeit nicht, ein Corona-Sonderprogramm für die Veranstaltungswirtschaft vorzulegen (BT-Drucks. 20/2908).

Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 02.08.2022

Die Bundesregierung beabsichtigt derzeit nicht, ein Corona-Sonderprogramm für die Veranstaltungswirtschaft vorzulegen. Die weitere Entwicklung der pandemischen Lage und deren wirtschaftliche Auswirkungen würden jedoch sehr aufmerksam beobachtet, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (20/2908) auf eine Kleine Anfrage (20/2776) der Fraktion Die Linke.

Quelle: Deutscher Bundestag, hib-Nr. 392/2022

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Fachkräftemangel steigt auf Allzeithoch

Der Fachkräftemangel erreicht in Deutschland einen neuen Höchststand. Im Juli waren 49,7 Prozent der Unternehmen beeinträchtigt. Das geht aus einer Erhebung im Rahmen der ifo Konjunkturumfragen seit dem Jahr 2009 hervor. Der bisherige Rekord vom April (43,6 Prozent) wurde damit deutlich übertroffen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 02.08.2022

Der Fachkräftemangel erreicht in Deutschland einen neuen Höchststand. Im Juli waren 49,7 Prozent der Unternehmen beeinträchtigt. Das geht aus einer Erhebung im Rahmen der ifo Konjunkturumfragen seit dem Jahr 2009 hervor. Der bisherige Rekord vom April (43,6 Prozent) wurde damit deutlich übertroffen. „Immer mehr Unternehmen müssen ihre Geschäfte einschränken, weil sie einfach nicht genug Personal finden“, sagt Stefan Sauer, Arbeitsmarktexperte am ifo Institut. „Mittel- und langfristig dürfte dieses Problem noch schwerwiegender werden.“

Mit einem Anteil von 54,2 Prozent zeigten sich die Dienstleister am stärksten von knappen Fachkräften betroffen, nach 47,7 Prozent im April. Die Beherbergungsbetriebe und die Veranstaltungsbranche lagen mit rund 64 Prozent über diesem Branchendurchschnitt. In der Lagerei waren 62,4 Prozent der Betriebe von einem Mangel betroffen.

Im Verarbeitenden Gewerbe klagten 44,5 Prozent der Umfrageteilnehmer über fehlendes Fachpersonal. Darunter waren 58,1 Prozent der Nahrungsmittelhersteller durch den Fachkräftemangel beschränkt. Auch die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten und von Metallerzeugnissen finden nur schwer fachkundiges Personal (rund 57 Prozent).

Der Einzelhandel war mit 41,9 Prozent betroffen, der Bau mit 39,3 Prozent, und im Großhandel meldeten 36,3 Prozent der Firmen einen Mangel an Fachkräften.

Quelle: ifo Institut

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Arbeitszeit im Homeoffice steigt langfristig stark an – vor allem in großen Unternehmen

Infolge der Corona-Pandemie erwarten Unternehmen in Deutschland einen starken und langfristigen Anstieg der Arbeitszeit, die im Homeoffice erbracht wird. Wie eine aktuelle Unternehmensbefragung des ZEW zeigt, erwarten Unternehmen der Informationswirtschaft, dass nach der Pandemie ein durchschnittlicher Anteil von 24 Prozent der Arbeitszeit ihrer Beschäftigten von zu Hause aus geleistet wird.

ZEW, Pressemitteilung vom 01.08.2022

Infolge der Corona-Pandemie erwarten Unternehmen in Deutschland einen starken und langfristigen Anstieg der Arbeitszeit, die im Homeoffice erbracht wird. Wie eine aktuelle Unternehmensbefragung des ZEW Mannheim zeigt, erwarten Unternehmen der Informationswirtschaft, dass nach der Pandemie ein durchschnittlicher Anteil von 24 Prozent der Arbeitszeit ihrer Beschäftigten von zu Hause aus geleistet wird. Vor der Pandemie lag dieser Anteil noch bei lediglich 9 Prozent der Arbeitszeit. Im Verarbeitenden Gewerbe verdoppelt sich der durchschnittliche Anteil der Arbeitszeit im Homeoffice derweil von 3 Prozent vor Corona auf 6 Prozent nach Corona. „Sowohl kleine, mittlere als auch große Unternehmen rechnen mit einem deutlichen Anstieg des Homeoffice-Anteils der Arbeitszeit. Die erwartete Verlagerung ins Homeoffice ist allerdings in großen Unternehmen am stärksten ausgeprägt“, sagt Dr. Daniel Erdsiek, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“.

An der repräsentativen Befragung beteiligten sich im Dezember 2021 und Januar 2022 über 1.000 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und der Informationswirtschaft, welche die IKT-Branche, Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister umfasst. Die Unternehmen wurden dabei gefragt, wie häufig sie vor der Pandemie hybride Arbeitsmodelle genutzt haben und welcher Einsatz für die Zeit nach der Pandemie geplant ist. Dabei reichten die abgefragten Arbeitsmodelle von wöchentlich 1 Tag Homeoffice bis zu 5 Tagen Homeoffice. Für jedes der fünf Homeoffice-Modelle gaben die Unternehmen den Anteil der Beschäftigten an, die diese Modelle voraussichtlich in Anspruch nehmen werden. Auf Basis dieser detaillierten Angaben kann der Anteil der in einem Unternehmen anfallenden Gesamtarbeitszeit abgeschätzt werden, der voraussichtlich im Homeoffice erbracht wird. Die zugrundeliegenden Annahmen sind hierfür, dass für die Beschäftigten eines Unternehmens eine Arbeitswoche aus 5 Tagen besteht und die Arbeitszeit jeweils gleichmäßig auf diese 5 Arbeitstage verteilt ist. So entspricht jeder Arbeitstag eines Beschäftigten einem Anteil von 20 Prozent seiner Arbeitszeit.

Durchschnittlicher Homeoffice-Anteil steigt deutlich an

Vor der Corona-Pandemie lag der durchschnittliche Anteil der Arbeitszeit, der aus dem Homeoffice erbracht wurde, bei 9 Prozent in Unternehmen der Informationswirtschaft und 3 Prozent in Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Für die Zeit nach der Pandemie erwarten die Unternehmen, dass 24 Prozent der Arbeitszeit in der Informationswirtschaft und 6 Prozent der Arbeitszeit im Verarbeitenden Gewerbe aus dem Homeoffice erfolgt. Der zeitliche Vergleich der Durchschnittswerte zeigt demnach, dass sich der Homeoffice-Anteil der Arbeitszeit nach Einschätzung der Unternehmen beider Sektoren langfristig vervielfacht. Dies gilt insbesondre für größere Unternehmen, in denen die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice noch stärker ausgeprägt ist als in kleineren Unternehmen. So erwarten große Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten in der Informationswirtschaft, dass nach der Pandemie im Durchschnitt 38 Prozent der Arbeitszeit ihrer Beschäftigten im Homeoffice erbracht werden. Zum Vergleich: Vor der Pandemie betrug dieser Anteil noch 10 Prozent. Auch im Verarbeitenden Gewerbe sehen große Unternehmen den deutlichsten Homeoffice-Schub und rechnen mit einem Anteil von 14 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice nach Corona (im Vergleich zu 3 Prozent vor der Pandemie).

Deutlich mehr Unternehmen planen intensive Verlagerung ins Homeoffice

„In nur jedem zehnten Unternehmen der Informationswirtschaft wurde bereits vor der Pandemie ein Anteil von mehr als 30 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice erbracht. Für die Zeit nach der Pandemie rechnet nun aber ein Drittel der Unternehmen mit einer solch intensiven Homeoffice-Nutzung. Der entsprechende Unternehmensanteil hat sich im Verlauf der Pandemie also verdreifacht“, sagt Erdsiek. Insgesamt gehen 15 Prozent der Unternehmen sogar davon aus, dass langfristig mehr als die Hälfte der Gesamtarbeitszeit im Homeoffice erbracht wird. Die Erwartungen entsprechen auch hier dem Dreifachen des Vorkrisenniveaus. Im Verarbeitenden Gewerbe gehen hingegen nur wenige Unternehmen davon aus, dass nach der Pandemie mehr als 30 Prozent oder sogar 50 Prozent der Arbeitszeit von zu Hause aus erbracht werden. Allerdings erwartet fast jedes fünfte Unternehmen, dass nach der Pandemie mehr als 10 Prozent der Arbeitszeit aus dem Homeoffice geleistet werden (im Vergleich zu nur 4 Prozent der Unternehmen vor Corona).

„Wie häufig Unternehmen eine intensive Homeoffice-Nutzung erwarten, hängt stark mit deren Größe zusammen“, so Erdsiek. So gehen in der Informationswirtschaft 58 Prozent der großen Unternehmen davon aus, dass nach der Pandemie mehr als 30 Prozent ihrer Arbeitszeit ins Homeoffice verlagert sein werden. Knapp ein Viertel der großen Unternehmen rechnet mit einem Homeoffice-Anteil von mehr als 50 Prozent der Arbeitszeit. Bei den kleinen Unternehmen mit 5 bis 19 Beschäftigten erwarten hingegen jeweils nur etwa halb so viele Unternehmen eine vergleichbare Homeoffice-Intensität (29 Prozent bzw. 13 Prozent der Unternehmen). Dennoch verbuchen die Unternehmen aller Größenklassen einen deutlichen und langfristigen Homeoffice-Schub im Vergleich zum Vorkrisenniveau.

Im Verarbeitenden Gewerbe konzentriert sich die Verlagerung zum Homeoffice vor allem auf geringere Anteile der Gesamtarbeitszeit. Während hier fast die Hälfte der großen Unternehmen davon ausgeht, dass nach der Pandemie mehr als 10 Prozent der Arbeitszeit von zu Hause aus geleistet werden, gilt dies nur für etwa jedes zehnte der kleinen Unternehmen. Einen Anteil von mehr als 30 Prozent Heimarbeitszeit erwarten derweil 12 Prozent der großen und 6 Prozent der kleinen Unternehmen (vor Corona waren es jeweils ca. 3 Prozent). Der Anteil der Unternehmen, die erwarten, dass mehr als die Hälfte der Arbeitszeit von zu Hause aus erbracht wird, bleibt im Verarbeitenden Gewerbe allerdings für alle Unternehmensgrößen relativ unverändert und liegt bei etwa 3 Prozent.

Quelle: ZEW

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