Exporte im April 2022: +4,4 % zum März 2022

Im April 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2022 um 4,4 % und die Importe um 3,1 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2021 um 12,9 % und die Importe um 28,1 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 03.06.2022

Exporte nach Russland um 10,0 % gegenüber dem Vormonat gesunken

Exporte (kalender- und saisonbereinigt), April 2022

  • 126,4 Milliarden Euro
  • +4,4 % zum Vormonat
  • +12,9 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigt), April 2022

  • 122,8 Milliarden Euro
  • +3,1 % zum Vormonat
  • +28,1 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), April 2022

  • +3,5 Milliarden Euro

Im April 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2022 kalender- und saisonbereinigt um 4,4 % und die Importe um 3,1 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2021 um 12,9 % und die Importe um 28,1 %. Die Exporte in die Russische Föderation sanken im April 2022 infolge der wegen des Kriegs in der Ukraine gegen Russland getroffenen Sanktionen, anderer Maßnahmen zur Exportbeschränkung und nicht sanktioniertem Verhalten der Marktteilnehmer gegenüber März 2022 um 10,0 % auf 0,8 Milliarden Euro, nachdem sie im März 2022 bereits um mehr als 60 % gegenüber Februar 2022 eingebrochen waren. Die Importe aus Russland gingen im April 2022 gegenüber März 2022 um 16,4 % auf 3,7 Milliarden Euro zurück.

Insgesamt wurden im April 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 126,4 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 122,8 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im April 2022 mit einem Überschuss von 3,5 Milliarden Euro ab. Im März 2022 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik +1,9 Milliarden Euro betragen, im April 2021 hatte er bei +16,1 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im April 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 69,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 59,8 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber März 2022 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 4,2 % und die Importe aus diesen Staaten um 2,4 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 48,2 Milliarden Euro (+5,9 %) exportiert und Waren im Wert von 41,4 Milliarden Euro (+1,7 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 21,2 Milliarden Euro (+0,6 %) exportiert und Waren im Wert von 18,4 Milliarden Euro (+3,8 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im April 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 56,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 63,0 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber März 2022 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 4,7 % und die Importe von dort um 3,8 % zu.

Die meisten deutschen Exporte gingen im April 2022 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 7,7 % mehr Waren exportiert als im März 2022. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 12,6 Milliarden Euro. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken um 4,5 % auf 8,7 Milliarden Euro und die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen um 7,1 % auf 5,9 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im April 2022 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 18,4 Milliarden Euro eingeführt, das waren 12,3 % mehr als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 1,2 % auf 6,7 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 5,6 % auf 3,5 Milliarden Euro zu.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im April 2022 Waren im Wert von 122,2 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 120,9 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2021 stiegen die Exporte damit um 9,2 % und die Importe um 25,2 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im April 2022 mit einem Überschuss von 1,3 Milliarden Euro ab. Im April 2021 hatte der Saldo +15,3 Milliarden Euro betragen.

Im April 2022 wurden nominal Waren im Wert von 0,8 Milliarden Euro nach Russland exportiert. Damit lag die Russische Föderation im April 2022 nur noch auf Rang 30 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte. Im März 2022 hatte Russland noch Rang 26 belegt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Digitalisierung in den KMU schreitet nur langsam voran

Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die mindestens ein Prozent ihres Umsatzes mit Online-Verkäufen erwirtschaften, ist im Vergleich zu 2020 lt. IfM Bonn um zwei Prozentpunkte (2021: 19 %) gestiegen. Damit bieten die KMU zwar weiterhin deutlich seltener als Großunternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen über das Internet an, gleichwohl liegen sie damit nun leicht über dem EU-Durchschnitt.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 02.06.2022

IfM Bonn: IKT-Know how findet sich weiterhin vorrangig in den Großunternehmen

Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die mindestens ein Prozent ihres Umsatzes mit Online-Verkäufen erwirtschaften, ist im Vergleich zu 2020 um zwei Prozentpunkte (2021: 19 %) gestiegen. Damit bieten die KMU zwar weiterhin deutlich seltener als Großunternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen über das Internet an, gleichwohl liegen sie damit nun leicht über dem EU-Durchschnitt. Deutlich höher ist allerdings der Anteil der KMU in Dänemark (38 %), Irland (33 %), Schweden (33 %) und Litauen (32 %), die mindestens ein Prozent ihres Umsatzes mit Online-Verkäufen erwirtschaften.

Deutlicher Rückgang bei den IKT-Weiterbildungen

Kleine und mittlere Unternehmen beschäftigen weiterhin seltener Fachkräfte der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) als Großunternehmen (78 %): Lediglich in 17 % aller KMU fand sich in 2020 IKT-Personal.

Im Vergleich zu 2019 (30 %) sank im ersten Pandemiejahr der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Fortbildungen im IKT-Bereich anboten, um 8 %. Gleichwohl lag damit der Anteil immer noch über dem EU-Durchschnitt (18 %) in 2020.

Niedrige digitale Intensität bei den KMU

Abhängig von der Unternehmensgröße ist auch der Grad der digitalen Intensität: Für diese wird erfasst, wie viele von 12 festgelegten Technologien in einem Unternehmen zu finden sind. Demnach weisen die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland eine leicht niedrigere digitale Intensität als der EU-Durchschnitt auf. Die Großunternehmen in Deutschland liegen hingegen im EU-Durchschnitt.

Quelle: IfM Bonn

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Deutsche Unternehmen setzen auf Gaia-X

Gaia-X stößt auf breites Interesse in der deutschen Wirtschaft. Fast die Hälfte aller Unternehmen ab 20 Beschäftigten (46 Prozent) geben an, dass sie an der Nutzung von Diensten der europäischen Cloud- und Dateninfrastruktur interessiert sind. Dabei haben 14 Prozent eine Nutzung von Gaia-X-konformen Diensten bereits fest geplant, 32 Prozent können es sich vorstellen. In 43 Prozent der Unternehmen ist Gaia-X derzeit kein Thema, der Rest hat sich noch keine Meinung gebildet. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 604 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 02.06.2022

  • 46 Prozent haben Interesse an europäischer Cloud- und Dateninfrastruktur
  • Vor zwei Jahren haben Deutschland und Frankreich das Projekt gemeinsam vorgestellt

Gaia-X stößt auf breites Interesse in der deutschen Wirtschaft. Fast die Hälfte aller Unternehmen ab 20 Beschäftigten (46 Prozent) geben an, dass sie an der Nutzung von Diensten der europäischen Cloud- und Dateninfrastruktur interessiert sind. Dabei haben 14 Prozent eine Nutzung von Gaia-X-konformen Diensten bereits fest geplant, 32 Prozent können es sich vorstellen. In 43 Prozent der Unternehmen ist Gaia-X derzeit kein Thema, der Rest hat sich noch keine Meinung gebildet. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 604 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

„Die europäische Wirtschaft und insbesondere die Industrie brauchen hochperformante, sichere und vertrauenswürdige Technologien und Angebote im Bereich Cloud, Edge und Daten. Gaia-X und damit zusammenhängende Projekte leisten hier einen strategisch wichtigen Beitrag“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg im Vorfeld des zweiten Jahrestages der gemeinsamen deutsch-französischen Vorstellung des Gaia-X-Projektes am 4. Juni 2020. Im weiteren Verlauf hat sich das Projekt mehr und mehr europäisiert. „Gemeinsames europäisches Handeln ist ein zentrales Erfolgskriterium für die Stärkung der digitalen Souveränität und der digitalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft“, so Berg weiter.

Große Unternehmen sind aktuell stärker an einer Gaia-X-Nutzung interessiert als kleinere. So sagen 12 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten, dass sie einen Einsatz bereits fest geplant haben, weitere 32 Prozent sind interessiert. Unter den Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten haben 18 Prozent feste Pläne, 37 Prozent Interesse. Und bei Großunternehmen ab 500 Beschäftigten haben sogar 32 Prozent die Nutzung jetzt schon geplant, weitere 32 Prozent können sich einen Einsatz vorstellen. Berg: „Entscheidend wird sein, dass diese verschiedenen Projekte einen konkreten Mehrwert für die Unternehmen bringen und sich so auf dem Markt durchsetzen. Gaia-X kann einen entscheidenden Beitrag dazu liefern Resilienz, Datensouveränität und digitale Souveränität in der EU zu erhöhen.“

Die drei mit Abstand wichtigsten Kriterien für eine Nutzung von Gaia-X-konformen Diensten sind in den Unternehmen Compliance und Rechtssicherheit im Datenschutz (55 Prozent), hohe Standards für IT-Sicherheit (51 Prozent) und ein souveräner und vertrauensvoller Datenaustausch (46 Prozent). Erst mit Abstand folgt ein Funktionsumfang, der mit den Marktführern vergleichbar ist (30 Prozent). Rund ein Viertel der Unternehmen nennt jeweils sicheres und souveränes Identitätsmanagement (24 Prozent), einen einfachen Anbieterwechsel (23 Prozent) sowie eine höhere Produktattraktivität durch die Gaia-X-Zertifizierung (23 Prozent). Selten genannt als Kriterien werden ein Imagegewinn (12 Prozent), der Preis (10 Prozent) sowie die bessere Kombination verschiedener Angebote (8 Prozent).

Noch im Laufe dieses Jahres sollen die ersten auf Gaia-X basierenden Produkte und Angebote auf den Markt kommen. So hat sich im Bereich der Gaia-X-Services das Cloud-Anbieter Konsortium Structura-X geformt. Zudem fördern im Cloud-Bereich die EU-Mitgliedstaaten mit dem Programm „IPCEI-CIS“ Projekte, bei denen Cloud- und Edge-Computing-Kapazitäten in der EU gestärkt werden sollen. Darüber hinaus werden ergänzend zu den Aktivitäten der Gaia-X-Organisation in den EU-Staaten verschiedene Initiativen vorangetrieben, etwa mit dem Aufbau von Datenräumen. Dazu gehören etwa Catena-X und der Mobility Data Space aus Deutschland. Deutsche Unternehmen öffnen sich aktuell einer Bitkom-Studie zufolge gerade für das Thema Datenökonomie.

Quelle: Bitkom

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Wettbewerbsregister beim Bundeskartellamt unterstützt Transparenz und fairen Wettbewerb bei der öffentlichen Auftragsvergabe

Das Wettbewerbsregister beim Bundeskartellamt ist seit dem 01.06.2022 vollständig in Betrieb. Ab sofort sind Auftraggeber vor der Vergabe eines öffentlichen Auftrags gesetzlich dazu verpflichtet, das Wettbewerbsregister über das Vorliegen von Ausschlussgründen anzufragen. Neu ist neben der Abfragepflicht auch die Möglichkeit für Unternehmen und natürliche Personen, Auskünfte über den sie betreffenden Inhalt des Wettbewerbsregisters einzuholen.

BMWK, Pressemitteilung vom 01.06.2022

Seit heute ist das Wettbewerbsregister beim Bundeskartellamt vollständig in Betrieb. Ab sofort sind Auftraggeber vor der Vergabe eines öffentlichen Auftrags gesetzlich dazu verpflichtet, das Wettbewerbsregister über das Vorliegen von Ausschlussgründen anzufragen. Eingetragen in das rein elektronisch geführte Wettbewerbsregister werden Unternehmen, die schwere und für einen Ausschluss vom Vergabeverfahren relevante Rechtsverstöße begangen haben. Das betrifft etwa Verurteilungen wegen bestimmter Wirtschaftsdelikte, z. B. Korruption oder Steuerhinterziehung. Bislang waren Auftraggeber vor allem auf Selbsterklärungen der sich bewerbenden Unternehmen und Abfragen bei den vereinzelt existierenden Korruptionsregistern der Bundesländer angewiesen. Die Abfragen bei den Landeskorruptionsregistern entfallen mit dem heutigen Tag.

Neu ab dem 1. Juni ist neben der Abfragepflicht auch die Möglichkeit für Unternehmen und natürliche Personen, Auskünfte über den sie betreffenden Inhalt des Wettbewerbsregisters einzuholen (Anspruch auf Selbstauskunft). Auch amtliche Verzeichnisstellen können das Register für die Präqualifizierung von Unternehmen von nun an konsultieren.

Bereits am 29. Oktober hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in der gesetzlich vorgesehenen Bekanntmachung im Bundesanzeiger festgestellt, dass die technischen Voraussetzungen für den Registerbetrieb vorliegen. Entsprechend den gesetzlichen Regelungen startete am 1. Dezember 2021 die Pflicht für mitteilungspflichtige Behörden, eintragungsrelevante Rechtsverstöße an das Bundeskartellamt zu melden. Seitdem hatten Auftraggeber außerdem die Möglichkeit, das Wettbewerbsregister auf freiwilliger Basis abzufragen.

Quelle: BMWK

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Lieferprobleme im Einzelhandel verschärft

Die Schließung der Häfen in China hat die Lieferprobleme im Einzelhandel verstärkt. 80,1 Prozent der Einzelhändler klagten im Mai, dass sie nicht alle bestellten Waren liefern können. Im April waren es 67,1 Prozent, auf dem Höhepunkt im Dezember 81,6 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 01.06.2022

Die Schließung der Häfen in China hat die Lieferprobleme im Einzelhandel verstärkt. 80,1 Prozent der Einzelhändler klagten im Mai, dass sie nicht alle bestellten Waren liefern können. Im April waren es 67,1 Prozent, auf dem Höhepunkt im Dezember 81,6 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Viele Waren stehen nicht im Regal, sondern im Container in einem Hafen von China“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Der Konsument braucht somit eine gewisse Flexibilität beim Einkauf.“

Zwei Drittel der Einzelhändler erklärten, die Lage in China habe die bereits bestehenden Lieferprobleme nochmals verschärft.

So berichteten 100 Prozent der befragten Spielwarenhändler von ausbleibenden Lieferungen. Auch in nahezu allen Baumärkten und Supermärkten bleiben vereinzelt Lücken im Regal. Bei den Fahrradhändlern fehlen teilweise einzelne Komponenten, um die Fahrräder fertig zu montieren. Fehlende Halbleiter und Chips lassen die Auswahl bei elektronischen Produkten schrumpfen.

„Der Handel muss sich gegenwärtig vielen Herausforderungen stellen. Die Corona-Beschränkungen sind zwar nahezu aufgehoben, jedoch drücken die Inflation und die Lieferengpässe auf die Stimmung“, sagt Wohlrabe.

Quelle: ifo Institut

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Gründungen 2021 zurück auf Vorkrisenniveau: Mehr Gründerinnen, mehr Jüngere, mehr Chancengründungen

Die Gründungstätigkeit in Deutschland ist nach dem Corona-Knick wieder auf das Vorkrisenniveau gestiegen. Gestützt von aus dem Jahr 2020 verschobenen Gründungen stieg die Zahl der Menschen, die sich 2021 selbstständig gemacht haben, auf 607.000. Das sind 70.000 bzw. 13 % mehr als 2020, wie der neue KfW-Gründungsmonitor zeigt.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 30.05.2022

  • Zahl der Existenzgründungen steigt um 13 % auf 607.000
  • Frauenanteil steigt auf 42 %
  • Digitale und internetbasierte Gründungen mit 31 % und 41 % auf Rekordhoch

Die Gründungstätigkeit in Deutschland ist nach dem Corona-Knick wieder auf das Vorkrisenniveau gestiegen. Gestützt von aus dem Jahr 2020 verschobenen Gründungen stieg die Zahl der Menschen, die sich 2021 selbstständig gemacht haben, auf 607.000. Das sind 70.000 bzw. 13 % mehr als 2020, wie der neue KfW-Gründungsmonitor zeigt. Auch strukturell hat sich das Gründungsgeschehen verändert: Es wurden mehr Chancengründungen realisiert, der Anteil Jüngerer ist gestiegen und es haben sich mehr Frauen selbstständig gemacht als im Vorjahr.

Die Zahl der Gründerinnen, die sich drei Jahre lang kaum veränderte, ist dabei im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark gestiegen. So setzten 2021 257.000 Frauen eine Existenzgründung um (+52.000 / +25 %). Die Zahl der Gründer legte auf 350.000 zu (+18.000 / +5 %). Der Gründerinnenanteil hat sich somit auf 42% erhöht (2020: 38 %). Insbesondere jüngere Frauen trugen dazu bei. Der Anteil der unter 30-jährigen Frauen unter den Existenzgründerinnen ist im Jahresvergleich von 28 auf 37 % gestiegen. Auch bei den Männern liegt der Anteil unter 30-jähriger Gründer zuletzt bei 37 % – wobei hier der Anstieg nicht ganz so stark ist wie bei den Frauen (2020: 34 %).

Wie bereits im ersten Corona-Jahr ist auch 2021 der Anteil von Gründungen zur Wahrnehmung einer Geschäftsgelegenheit gestiegen. Es haben also in höherem Maße Personen gegründet, die eine besonders starkes Vertrauen in ihre Gründung hatten. Volkswirtschaftlich ist das eine gute Nachricht, weil diese Chancengründungen im Durchschnitt bestandsfester und beschäftigungsintensiver sind. Ihr Anteil erhöhte sich von 80 % erneut leicht auf nun 82 %, die Zahl der Chancengründungen legte um 70.000 auf 498.000 zu. Gründungen aus Mangel an besseren Erwerbsalternativen bleiben mit 91.000 (15 %) im Tief.

Die Corona-Pandemie hat die Schwächen traditioneller, „analoger“ Geschäftsmodelle schonungslos offengelegt. Gründerinnen und Gründer haben darauf offensichtlich reagiert: 2021 waren deutlich mehr Gründungen digital und internetbasiert und erreichten mit Anteilen von 31 % und 41 % am gesamten Gründungsgeschehen ihre bisherigen Höchstwerte.

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors sind:

  • Die Gründungstätigkeit hat sowohl im Vollerwerb (+35.000 bzw. 18 % auf 236.000) als auch im Nebenerwerb (+35.000 bzw. 10 % auf 371.000) zugelegt.
  • Die meisten Existenzgründungen sind Neugründungen, sprich die Unternehmen gab es rechtlich wie organisatorisch vorher nicht. Mit 85 % erreichte ihr Anteil 2021 ein neues Allzeithoch (2020: 80 %).
  • Finanzielle Risiken und Finanzierungsschwierigkeiten bleiben weiterhin die größten Gründungsbarrieren. Auf Rang 3 der Barrieren rangieren Opportunitätskosten, also der Verzicht auf die Vorteile einer Anstellung (wie begrenzte Arbeitszeiten, Kündigungsschutz, Integration in soziale Sicherungssysteme etc.).
  • Für die Bestandsfestigkeit von Existenzgründungen lässt sich mit dem KfW-Gründungsmonitor ableiten, dass rund 30 % der Gründerinnen und Gründer binnen drei Geschäftsjahren ihre Existenzgründung wieder beenden. Nach fünf Jahren sind noch knapp 60 % aktiv. Die Abbruchgründe sind vielfältig. Der weitaus größte Teil der Gründerinnen und Gründer (32 %) bricht in den ersten 5 Jahren aus persönlichen Gründen ab, ohne unmittelbaren wirtschaftlichen Zwang – also etwa wegen familiärer Belastung, Stress, Krankheit, Unzufriedenheit mit dem erzielten Einkommen oder weil sich eine bessere Jobalternative ergab (28 %).
  • Die Gründungplanungen liegen 2021 auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie 2020. Die Quote von Erwerbsfähigen mit bestehenden Gründungsplänen beträgt 4,1 % nach 4,4 % im Vorjahr. Weil durch die Corona-Krise die Realisierung vieler Gründungen auf Eis gelegt wurde, ist der Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Planungsquote und der im folgenden Jahr zu erwartende Gründungquote aktuell jedoch weniger eng. Viele Gründungsplanungen sind eigentlich abgeschlossen und bereit für die Umsetzung, der Gründungsstart wurde aber coronabedingt verschoben. Sie haben daher eine deutlich höhere Realisierungswahrscheinlichkeit, weshalb die Gründungsquote auch besser sein kann, als von der Entwicklung der Planungsquote zu erwarten. Trotz leicht sinkender Planungsquote ist daher für 2022 eine Gründungstätigkeit auf ähnlichem Niveau wie 2021 zu erwarten.

„Die Gründungstätigkeit in Deutschland hat den Corona-Knick überwunden und liegt 2021 wieder auf dem Vorkrisenniveau. Das ist eine gute und eine schlechte Nachricht zugleich: Die Erholung ist sehr erfreulich, dazu kommt dass das Gründungsgeschehen jetzt jünger, weiblicher, und digitaler ist. Allerdings befinden uns aufgrund des langjährigen Abwärtstrends auf einem sehr niedrigen Niveau. Es ist weit entfernt von seinem Höchststand zu Beginn der 2000er Jahre“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Neben dem lang anhaltenden Boom des Arbeitsmarkts, der potenziellen Gründern und Gründerinnen attraktive Jobalternativen bot, spiele die demografische Entwicklung hierfür die Hauptrolle: „Wir sind eine alternde Gesellschaft, und mit steigendem Alter nimmt der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit ab.“ Ein reges Gründungsgeschehen sei jedoch volkswirtschaftlich wünschenswert.

„Existenzgründer beleben den Wettbewerb und haben für die Zukunftsfähigkeit der Volkswirtschaft eine besondere Bedeutung. Sie zwingen die etablierten Unternehmen dazu, sich ständig auf den Prüfstand zu stellen und das Beste aus sich herauszuholen.“, sagt KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib. „Verbraucher profitieren von günstigeren Preisen und neuen Produkten oder Dienstleistungen, moderne Technologien sorgen für höhere Effizienz und erschließen neue Märkte, innovative und digitale Gründungen treiben die Transformation der Wirtschaft voran. Und letztlich schaffen Gründende auch nachhaltig Arbeitsplätze. Die Förderung von Gründungen und der Abbau von Gründungshemmnissen muss deshalb weiter eine hohe Priorität in der Wirtschaftspolitik haben.“

Der neue KfW-Gründungsmonitor ist abrufbar unter www.kfw.de/gruendungsmonitor

Quelle: KfW

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Industrie 4.0: USA an der Spitze, Deutschland auf Platz zwei

Knapp ein Viertel steuert die Fertigungsindustrie zum deutschen BIP bei. In kaum einem anderen Land hat die Industrie eine ähnlich große Bedeutung – doch sehen die deutschen Industrieunternehmen die USA in der entscheidenden Zukunftsfrage vorne: Jedes vierte deutsche Industrieunternehmen nennt die USA als Vorreiter der vernetzten Produktion, der Industrie 4.0. Deutschland belegt mit 16 Prozent Nennungen Platz zwei, dicht gefolgt von China und Japan (jeweils 15 Prozent). Südkorea sehen 13 Prozent auf dem Spitzenplatz. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 30.05.2022

  • Jedes vierte deutsche Industrieunternehmen sieht die USA als Vorreiternation
  • Deutschland liegt mit 16 Prozent auf Rang zwei, China und Japan auf drei

Knapp ein Viertel steuert die Fertigungsindustrie zum deutschen BIP bei. In kaum einem anderen Land hat die Industrie eine ähnlich große Bedeutung – doch sehen die deutschen Industrieunternehmen die USA in der entscheidenden Zukunftsfrage vorne: Jedes vierte deutsche Industrieunternehmen (25 Prozent) nennt die USA als Vorreiter der vernetzten Produktion, der Industrie 4.0. Deutschland belegt mit 16 Prozent Nennungen Platz zwei, dicht gefolgt von China und Japan (jeweils 15 Prozent). Südkorea sehen 13 Prozent auf dem Spitzenplatz. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 550 Industrieunternehmen ab 100 Beschäftigen in Deutschland. „Industrie 4.0, das ist die durchdigitalisierte und unternehmensübergreifend vernetzte Industrie. Mit der schnellen Einführung des Mobilfunkstandards 5G in Deutschlands Fabriken werden die Karten neu gemischt“, erklärt Christina Raab, Mitglied im Bitkom-Präsidium.

Als ausschlaggebend für Deutschlands Erfolg in der Industrie 4.0 wird vor allem ein proaktives Management in den Unternehmen gesehen (55 Prozent). 39 Prozent sagen, dass in Deutschland bessere gesetzliche Rahmenbedingungen herrschen, aber nur jedes Vierte sieht Deutschland als führend bei der Etablierung von Standards (24 Prozent) oder bei den Investitionen in Forschung und Entwicklung (24 Prozent). Nur jedes Neunte (11 Prozent) spricht von einer starken Unterstützung durch die Politik im Bereich Industrie 4.0. Für die anderen Nationen wird das politische Engagement hingegen besser bewertet (USA: 21 Prozent, China: 22 Prozent, Japan: 20 Prozent). Christina Raab: „Wir brauchen bessere steuerliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Industrie 4.0, eine Stärkung der Forschungs- und Entwicklungsförderung sowie gezielte Weiterbildungsangebote für die Beschäftigten.“

Für die nächsten Jahre rechnet die deutsche Industrie mit wenig Verschiebungen im Wettbewerb mit anderen Standorten. So sagt jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent), dass auch im Jahr 2030 die USA in dem Bereich führend sein werden. Jeweils 15 Prozent nennen Deutschland und Südkorea, 14 Prozent Japan. Chinas Zukunft sehen die Unternehmen hingegen kritisch: Lediglich jedes achte Unternehmen (12 Prozent) geht davon aus, dass China zukünftig an erster Stelle steht.

Quelle: Bitkom

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Inflationsrate im Mai 2022 voraussichtlich +7,9 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Mai 2022 voraussichtlich +7,9 % betragen. Im April hatte sie bei +7,4 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber April 2022 voraussichtlich um 0,9 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.05.2022

Verbraucherpreisindex, Mai 2022:
+7,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,9 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2022:
+8,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+1,1 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Mai 2022 voraussichtlich +7,9 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Im April 2022 hatte die Inflationsrate bei +7,4 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber April 2022 voraussichtlich um 0,9 %.

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind insbesondere die Preise für Energie merklich angestiegen und beeinflussen die hohe Inflationsrate erheblich. So stiegen die Energiepreise im Mai 2022 um 38,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch die Preise für Nahrungsmittel stiegen mit +11,1 % überdurchschnittlich. Deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen wirken sich dabei preiserhöhend aus. Hinzu kommen die preistreibenden Effekte unterbrochener Lieferketten infolge der Corona-Pandemie. Ähnlich hoch wie im Mai 2022 war die Inflationsrate in Deutschland zuletzt im Winter 1973/1974, als infolge der ersten Ölkrise die Mineralölpreise ebenfalls stark gestiegen waren.

Die endgültigen Ergebnisse für Mai 2022 werden am 14. Juni 2022 veröffentlicht.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Importpreise im April 2022: +31,7 % gegenüber April 2021

Die Importpreise waren im April 2022 um 31,7 % höher als im April 2021. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1974 im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (+32,6 % gegenüber September 1973). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im März 2022 bei +31,2 % gelegen, im Februar 2022 bei +26,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.05.2022

Importpreise, April 2022

  • +31,7 % zum Vorjahresmonat
  • +1,8 % zum Vormonat

Exportpreise, April 2022

  • +16,0 % zum Vorjahresmonat
  • +0,8 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im April 2022 um 31,7 % höher als im April 2021. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1974 im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (+32,6 % gegenüber September 1973). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im März 2022 bei +31,2 % gelegen, im Februar 2022 bei +26,3 %. Gegenüber dem Vormonat März 2022 stiegen die Importpreise im April 2022 um 1,8 %. Die aktuellen Daten spiegeln auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wider.

Starker Preisanstieg nach wie vor auf Energiepreisentwicklung zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im April 2022 um 157,4 % teurer als im April 2021 (-0,4 % gegenüber März 2022). Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die stark gestiegenen Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im April 2022 viermal so hoch wie im April 2021 (+301,2 %). Im Vergleich zum Vormonat März 2022 stiegen die Importpreise für Erdgas um 2,1 %.

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 322,0 % über denen von April 2021 und stiegen auch gegenüber März 2022 mit einem Plus von 7,9 % weiter an.

Erheblich teurer als vor einem Jahr waren außerdem Mineralölerzeugnisse mit +106,6 % und Erdöl mit +77,5 %. Hier sanken die Preise aber gegenüber dem Vormonat März 2022, bei Mineralölerzeugnissen um 0,7 % und bei Erdöl um 3,5 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im April 2022 um 17,1 % höher als im April 2021 und 2,3 % höher als im Vormonat März 2022. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 27,6 % über dem Stand des Vorjahres (+2,3 % gegenüber März 2022).

Höhere Preise für Vorleistungsgüter im Vorjahresvergleich vor allem bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Metallen und Kunststoffen

Importierte Vorleistungsgüter waren im April 2022 um 26,8 % teurer als im Vorjahresmonat (+3,6 % gegenüber März 2022).

Gegenüber April 2021 wurden Düngemittel und Stickstoffverbindungen zu fast dreifach höheren Preisen importiert (+185,6 %). Erheblich teurer als im April 2021 waren außerdem vor allem Rohaluminium (+78,4 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+58,0 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+27,7 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im April 2022 um 7,4 % über denen von April 2021 (+0,9 % gegenüber März 2022). Teurer waren insbesondere Maschinen (+7,9 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,7 %).

Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 11,9 % teurer (+1,5 % gegenüber März 2022), vor allem bedingt durch den Preisanstieg im Vorjahresvergleich für Nahrungsmittel (+20,7 % gegenüber April 2021). Unter anderem lagen die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette mit +38,8 % sowie für Fleisch und Fleischerzeugnisse mit +22,5 % deutlich über denen von April 2021. Auch pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse waren mit +9,5 % teurer als vor einem Jahr.

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 8,0 % mehr als im April 2021 (+1,2 % gegenüber März 2022).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 26,9 % über denen von April 2021 (+3,2 % gegenüber März 2022). Insbesondere Rohkaffee (+68,6 %) und Getreide (+55,8 %) waren gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin erheblich teurer, wie auch lebende Schweine, die im Vorjahresvergleich zu 28,9 % höheren Preisen importiert wurden.

Veränderungen der Exportpreise im April 2022

Der Index der Exportpreise lag im April 2022 um 16,0 % über dem Stand von April 2021. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es auch hier zuletzt im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (+16,8 % im November 1974 gegenüber November 1973). Im März 2022 und im Februar 2022 hatte die Jahresveränderungsrate bei +15,9 % beziehungsweise bei +12,4 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat März 2022 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,8 %.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatte im April 2022 die Preisentwicklung der Vorleistungsgüter, die einen Anteil von etwa einem Drittel an den Gesamtausfuhren haben, mit einem Plus von 21,6 % (+3,2 % gegenüber März 2022). Hier lagen insbesondere die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+135,7 %) sowie für Metalle (+38,6 %) über denen des Vorjahresmonats. Die hohen Preissteigerungen bei ausgeführten Energieträgern (+147,8 % gegenüber April 2021) hatten wegen des geringen Anteils an der Ausfuhr insgesamt einen vergleichsweise schwächeren Einfluss auf den Gesamtindex als die Vorleistungsgüter.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Lage in China verschärft Materialmangel in der Industrie

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich leicht verschärft. 77,2 Prozent der Firmen klagten im Mai über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im April waren es 75,0 Prozent. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 30.05.2022

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich leicht verschärft. 77,2 Prozent der Firmen klagten im Mai über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im April waren es 75,0 Prozent. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Die Lieferketten stehen unter Dauerstress“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Die Schließung von Häfen in China hat für viele Unternehmen die Situation weiter verschlechtert.“

Nahezu alle Schlüsselindustrien sind stark betroffen. Gegenwärtig leidet der Maschinenbau mit 91,5 Prozent am stärksten – dicht gefolgt von der Elektroindustrie. In der Autoindustrie ist der Anteil mit 89,5 Prozent nahezu unverändert. In der Chemischen Industrie ist der Anteil der Betroffenen mit 58,7 Prozent hingegen deutlich geringer. Bei den Herstellern von Nahrungsmitteln hat sich die Lage leicht entspannt. Gegenwärtig sprechen 63,7 Prozent von Problemen, nach 76,9 Prozent im April.

Rund jedes zweite Unternehmen, das von Materialmangel betroffen war, gab an, die aktuellen Lockdowns in China hätten die Situation weiter verschlimmert. Insbesondere der Autobau ist hier betroffen. Die massive Störung der Logistikketten wird die Erholung merklich verzögern.

Quelle: ifo Institut

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