Global Entrepreneurship Monitor: Gründungen in Deutschland wieder im Aufwind

Laut des am 27.05.2022 veröffentlichten Länderberichts Deutschland des „Global Entrepreneurship Monitors” (GEM) 2021/22 stieg die Gründungsquote in Deutschland im Jahr 2021 um 2,1 Prozentpunkte (2020: 4,8 Prozent) auf 6,9 Prozent. Das ist der zweithöchste Stand seit Bestehen des GEM. Die Gründungsquote nähert sich somit wieder dem Höchstwert aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 an (7,6 Prozent).

BMWK, Pressemitteilung vom 27.05.2022

Laut des am 27.05.2022 veröffentlichten Länderberichts Deutschland des „Global Entrepreneurship Monitors” (GEM) 2021/22 stieg die Gründungsquote in Deutschland im Jahr 2021 um 2,1 Prozentpunkte (2020: 4,8 Prozent) auf 6,9 Prozent. Das ist der zweithöchste Stand seit Bestehen des GEM. Die Gründungsquote nähert sich somit wieder dem Höchstwert aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 an (7,6 Prozent).

Die GEM-Gründungsquote wird als Anteil derjenigen 18- bis 64-Jährigen definiert, die während der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben und/oder gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen. Die aktuellen Werte deuten aufzunehmende Gründungsaktivitäten in Deutschland hin, die 2020 von der ersten Corona-Welle temporär unterbrochen wurden.

Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz und Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand:

„Die aktuellen Daten des Global Entrepreneurship Monitors zeigen, dass Gründungen vielfältiger werden. Im zweiten Pandemiejahr starten insbesondere viele Frauen, junge Menschen sowie Migrantinnen und Migranten in die Selbstständigkeit. Sie treiben mit ihren Ideen die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft voran. Gründerinnen und Gründer sind der Mittelstand von morgen – mit ihren Talenten und ihrem Unternehmergeist stärken sie Wohlstand und Klimaschutz, schaffen Arbeitsplätze und sichern die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft unseres Landes. Um das Gründungsgeschehen weiter zu beleben, setzen wir uns ein, Gründungshemmnisse abzubauen und Rahmenbedingungen für den Gründungsstandort Deutschland nachhaltig zu verbessern.“

In Deutschland haben im globalen Vergleich wenige der befragten Personen (3,2 Prozent) in den letzten 12 Monaten ihr Unternehmen verkauft, aufgegeben oder geschlossen. Der Gendergap bei den Gründungsaktivitäten in Deutschland hat sich während der Corona-Pandemie verringert, das heißt Gründende werden weiblicher. Des Weiteren zeigt der GEM, Migrantinnen und Migranten gründen häufiger. Die Gründungsquote der Migrantinnen und Migranten ist mit knapp 14 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die Gründungsquote der einheimischen Bevölkerung. Außerdem bestätigt sich der Trend, dass Gründende immer jünger werden. In Deutschland konzentrieren sich die Gründungsaktivitäten seit den letzten vier Jahren immer mehr auf die jüngeren Altersgruppen (25–34-Jährige). Die Corona-Pandemie wirkt laut dem GEM-Bericht teilweise auch vorteilhaft, denn mehr als ein Drittel der Gründerinnen und -Gründer in Deutschland stimmte 2021 der Aussage zu, dass die Pandemie neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet habe (2020: 25%).

Der GEM-Länderbericht Deutschland ist in Kooperation zwischen dem RKW Kompetenzzentrum (www.rkw-kompetenzzentrum.de) und dem Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover (www.iwkg.uni-hannover.de) für das BMWK entstanden. Die Ergebnisse des Länderberichts basieren auf Befragungen von weltweit 148.000 Bürgerinnen und Bürgern (davon 3.797 in Deutschland) sowie von 2.078 Gründungsexpertinnen und Gründungsexperten in 50 Ländern (davon 74 in Deutschland).

Der Bericht steht Ihnen kostenfrei zur Verfügung: http://rkw.link/gem2022

Am 31.05.2022 wird auf Grundlage der GEM-Ergebnisse im Rahmen einer Veranstaltung darüber diskutiert, wie der Gründungs- und Start-up-Standort Deutschland weiterhin erfolgreich sein kann. Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz und Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand wird daran teilnehmen.

Zur Anmeldung für die Veranstaltung: http://rkw.link/gemlaunch2022

Quelle: BMWK

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Kooperationen und Kompetenzen spielen zentrale Rolle bei der Verbreitung von KI

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Unternehmen der deutschen Wirtschaft entwickelt sich sehr dynamisch. Im Jahr 2021 nutzte etwa jedes zehnte Unternehmen in Deutschland KI, fast doppelt so viele wie noch im Jahr 2019. Fast alle Unternehmen zählen dabei auf die Zusammenarbeit mit Dritten, unterscheiden sich aber deutlich in der Ausrichtung der Kooperationen.

ZEW, Pressemitteilung vom 27.05.2022

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Unternehmen der deutschen Wirtschaft entwickelt sich sehr dynamisch. Im Jahr 2021 nutzte etwa jedes zehnte Unternehmen in Deutschland KI, fast doppelt so viele wie noch im Jahr 2019. Fast alle Unternehmen zählen dabei auf die Zusammenarbeit mit Dritten, unterscheiden sich aber deutlich in der Ausrichtung der Kooperationen. Je höher der KI-Reifegrad eines Unternehmens ist, auf desto mehr interne Kompetenzen kann das Unternehmen in der Regel auch zurückgreifen. Das sind die Ergebnisse einer Studie des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Betrachtet werden die Rolle von Kooperationen mit Dritten sowie die internen Voraussetzungen, um KI in Unternehmen effektiver nutzen zu können.

Mit zunehmender Größe des Unternehmens steigt auch der Anteil derer, die KI nutzen, wobei der höchste Anteil in der Dienstleistungsbranche zu finden ist. Die Mehrheit der KI-aktiven Unternehmen verfügt über eigene Kompetenzen im technischen Bereich im Umgang mit Daten und der Entwicklung von Softwarelösungen. Die Studie zeigt, dass 64 Prozent der Unternehmen ihre KI-Kompetenzen durch die Weiterbildung von Beschäftigten optimieren wollen. Gleichzeitig investiert die Hälfte der Unternehmen in die Verbesserung der technischen Voraussetzungen für den KI-Einsatz.

Trend zu Kooperationen bei KI-aktiven Unternehmen sichtbar

Vielen Unternehmen fehlen aber die technologischen und organisatorischen Fähigkeiten, um KI effektiv nutzen zu können. Daher greifen fast alle Unternehmen in Deutschland (90 Prozent) bei KI auf die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen oder Einrichtungen zurück. Nur 26 Prozent der KI-aktiven Unternehmen entwickeln ihre KI-Anwendungen selbst, dagegen arbeiten ungefähr ein Drittel (32 Prozent) der Unternehmen gemeinsam mit einem Kooperationspartner und bei der Mehrzahl (41 Prozent) erfolgt die Entwicklung vor allem durch Dritte. Besonders ältere und größere Unternehmen und Unternehmen mit einem mittelhohen KI-Reifegrad greifen auf Kooperationspartner zurück. Es wird insbesondere auf den Anwendungsgebieten maschinelles Lernen und Automatisierung kooperiert. Unternehmen mit hoher KI-Personalintensität oder hohem KI-Reifegrad entwickeln dagegen überwiegend selbst. „Unternehmen kooperieren meistens dann, wenn sie über eigene KI-Kompetenzen verfügen, jedoch nicht zur „Spitze“ der KI-Nutzer in Bezug auf Reifegrad und Intensität zählen“, erläutert Studienautor Dr. Christian Rammer. Die Kooperationen beziehen sich nicht nur auf FuE und auf die Entwicklung von KI-Anwendungen, sondern auch auf Datenzugang und -analyse, IT-Infrastruktur und auf die Integration von KI in internen Prozessen. Ziel der Kooperation mit Dritten ist eine schnellere Umsetzung von KI-Projekten und der Zugang zu komplementärem Wissen und Technologien.

Technische Schnittstellen eine der zentralen Herausforderungen

Weiterhin zeigt die Studie, dass die Kooperationspartner der Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen kommen: IT-Unternehmen und Softwareentwickler sind mit 71 Prozent der größte Teil, 55 Prozent kooperieren mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen. Weitere Kooperationspartner sind Kunden und andere Unternehmen in der Branche, ebenso wie spezialisierte KI-Startups. Kooperationspartner kommen häufiger von außerhalb des eigenen regionalen Umfelds in Deutschland (73 Prozent) als aus dem regionalen Umfeld (57 Prozent). Aber auch internationale Kooperationen werden eingegangen, besonders von Unternehmen mit hohem KI-Reifegrad.

Die Frage nach technischen Schnittstellen ist eine zentrale Herausforderung der kooperierenden KI-Unternehmen, ebenso wie die mangelnde Kompatibilität von Softwarelösungen. „Die Etablierung von branchen- oder anwenderspezifischen Lösungen und der Entwicklung von Standards kann dem entgegenwirken“, so Christian Rammer. Eine weitere Schwierigkeit stellt das fehlende gemeinsame KI-Verständnis dar. Lösungsansätze dafür können Awareness-Maßnahmen und die aktive Verbreitung von Wissen über KI sein. Der flächendeckende Ausbau einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur ebenso wie rechtliche Regelungen zur Verbesserung des Zugangs und der Nutzungsmöglichkeiten von Daten können die schnelle Verbreitung von KI in Unternehmen unterstützen. Ein ausreichendes Fachkräfteangebot ist ebenfalls ein wichtiger Baustein für KI-förderliche Rahmenbedingungen: „Gerade bei nicht-technischen Kompetenzen sehen sich viele Unternehmen noch nicht ausreichend aufgestellt. Hier kann zum Beispiel die Integration von KI-bezogenen Inhalten in Studiengänge einen Beitrag leisten wie ein umfassenderes Beratungsangebot“, so Christian Rammer.

Quelle: ZEW

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Fast alle Unternehmen spüren sehr starken Kostendruck

Bereits die Corona-Pandemie bewirkte weltweite Lieferengpässe und massive Preissprünge bei Energie und Rohstoffen; der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat die Lage für die deutsche Wirtschaft zusätzlich verschärft. Die Unternehmen fast aller Branchen leiden unter massiven Kostensteigerungen, die sie oftmals nur in begrenztem Umfang an ihre Kunden weitergeben können, und stehen vielfach vor ernsthaften Existenzproblemen. In dieser Situation ist es lt. DIHK wichtig, dass die Betriebe von allen vermeidbaren Zusatzkosten entlastet werden.

DIHK, Mitteilung vom 25.05.2022

Bereits die Folgen der Corona-Pandemie haben die deutschen Unternehmen hart getroffen. Seit dem Herbst 2021 hat sich der auf ihnen lastende Kostendruck enorm verstärkt. Denn zu weltweiten Lieferengpässen kamen massive Preissprünge bei Energie und Rohstoffen hinzu, die dann im Zuge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine seit dem 24. Februar 2022 noch einen zusätzlichen Schub erhalten hatten.

Quer durch alle Branchen sind rund 80 Prozent der Unternehmen von höheren Einkaufspreisen für Energie (Gas, Strom, Kraftstoff und anderes) betroffen – so die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage. Insbesondere im Baugewerbe und der Industrie sind diese Kosten explodiert. Rund 95 Prozent der Industrie- und Bauunternehmen sowie 90 Prozent der Händler berichten zudem von massiv gestiegenen Preisen auch für Rohstoffe, Waren und Vorprodukte. Im Dienstleistungssektor ist von dieser Entwicklung hingegen „nur“ die Hälfte der Betriebe betroffen. In allen Branchen ziehen gleichzeitig die Arbeitskosten, Einkaufspreise für erhaltene Dienstleistungen sowie die Fremdkapitalzinsen kräftig an.

Hohe Energiekosten können existenzbedrohend sein

Innerhalb eines Jahres haben sich die Erzeugerpreise für die produzierenden Unternehmen um gut ein Drittel erhöht – das berichtet das Statistische Bundesamt für April 2022. Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Die aktuellen Kostensteigerungen können für viele Unternehmen ernsthafte Existenzprobleme nach sich ziehen. So melden laut DIHK-Umfrage vor allem Unternehmen aus Branchen, die besonders unter galoppierenden Energiepreisen oder zunehmenden Lieferkettenproblemen leiden, zunehmend finanzielle Schwierigkeiten – etwa im Straßengüterverkehr, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, in der Metallbranche sowie in der Chemischen Industrie.

Dilemma: Kostenweitergabe an Kunden?

Die meisten Betriebe sehen keinen anderen Ausweg als die Weitergabe der gestiegenen Kosten an ihre Kunden – eine für jedes Unternehmen immer wieder schwierige Abwägung. Insgesamt knapp Dreiviertel der Unternehmen geben an, Preise in Zukunft erhöhen zu wollen (34 Prozent) oder das bereits getan zu haben (39 Prozent). 15 Prozent können ihre Kostensteigerungen angesichts der Marktsituation nicht an ihre Kunden weitergeben. Ein weiteres Hindernis liegt in langfristigen Verträgen, die eine Anhebung von Preisen – zumindest kurzfristig – nicht ermöglichen.

Im besonders beeinträchtigten Industriesektor haben bereits 57 Prozent der Unternehmen ihre Preise erhöht. Ähnlich verhält es sich im Handel: Auch dort hat bereits über die Hälfte der Betriebe Preisanpassungen vorgenommen. Im Baugewerbe hingegen haben bisher nur ein Drittel der Unternehmen ihre Mehrkosten an die Kunden weitergeben können, denn hier ist eine Kostenanpassung während laufender Bauphasen tendenziell schwierig. Im heterogenen Dienstleistungssektor fallen die Angaben auffallend unterschiedlich aus: 37 Prozent der Betriebe im Gastgewerbe haben die Kosten bereits an ihre Kunden weitergegeben. 28 Prozent der überwiegend personenbezogenen Dienstleistungsunternehmen aber sind nicht in der Lage, Preissteigerungen durchzusetzen. Gerade mal ein Fünftel konnte hier seine Preise erhöhen.

Insgesamt reicht die deutsche Wirtschaft also bislang nur einen Teil der Kosten weiter. Das lässt sich unter anderem an diesen Zahlen ablesen: Im März sind die Importpreise der deutschen Wirtschaft mit einem Plus von rund 32 Prozent doppelt so stark gestiegen wie die Exportpreise mit 16 Prozent. Im internationalen Wettbewerb etwa mit den USA oder Frankreich, die beide wesentlich niedrigere Energiepreise haben, können deutsche Unternehmen nur sehr schwer höhere Preise durchsetzen.

Zusätzliche Kosten für Unternehmen vermeiden

Die Politik hat für besonders stark von akuten Energiepreisschocks betroffenen Unternehmen erste Unterstützungsmaßnahmen entwickelt. Für die Breite der Wirtschaft, die mit Kostensteigerungen über notwendige Importe und Vorprodukte belastet ist, ist aktuell aber noch wichtiger: Sie dürfen nicht mit Zusatzkosten durch vermeidbare politische Entscheidungen belastet werden. Dazu gehören aktuell neue Verpflichtungen für Unternehmen etwa aus den Bereichen Lieferketten, Berichtspflichten oder Datenschutz. Denn jede zusätzliche Regelung bedeutet gerade für kleine und mittlere Unternehmen erheblichen bürokratischen Aufwand – und damit weitere Kosten.

Quelle: DIHK

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Weniger Firmen wollen die Preise erhöhen

Das ifo Institut rechnet mit einem allmählichen Abflauen der Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte. In einer Befragung im Mai sank erstmals seit Monaten der Anteil der Firmen, die ihre Preise in den kommenden drei Monaten erhöhen wollen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.05.2022

Das ifo Institut rechnet mit einem allmählichen Abflauen der Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte. In einer Befragung im Mai sank erstmals seit Monaten der Anteil der Firmen, die ihre Preise in den kommenden drei Monaten erhöhen wollen. Er fiel auf 57,8 Punkte, von 61,8 im April. „Das immer noch der zweithöchste Wert seit 2005. Aber die Tendenz spricht dafür, dass die Monatsraten der Inflation in der zweiten Jahreshälfte von über 7 Prozent auf unter 6 Prozent sinken werden, wenn auch nur sehr langsam“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Für das Gesamtjahr rechnen wir mit rund 6 Prozent.“ Die Ausnahme bei den Branchen bildet der Einzelhandel, wo der Anteil der Firmen mit Preiserhöhungen im Mai noch einmal etwas stieg, von 75,6 auf 77,4 Punkte.

Im Mai sank der Anteil der Industriefirmen, die ihre Preise erhöhen wollen, von 72,6 auf 67,4 Punkte, im Großhandel von 79,3 auf 68,1, bei den Dienstleistern von 51,4 auf 46,7 und auf dem Bau von 64,7 auf 56,9.

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei plus 100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei minus 100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

Quelle: ifo Institut

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Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2022

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist das BIP im 1. Quartal 2022 gegenüber dem 4. Quartal 2021 um 0,2 % gestiegen. Gegenüber dem 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise, war die Wirtschaftsleistung um 0,9 % niedriger.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 25.05.2022

Deutsche Wirtschaft startet trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit leichtem Wachstum ins Jahr 2022

Bruttoinlandsprodukt, 1. Quartal 2022

  • +0,2 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
  • +4,0 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
  • +3,8 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal 2022 gegenüber dem 4. Quartal 2021 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2 % gestiegen. Gegenüber dem 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise, war die Wirtschaftsleistung um 0,9 % niedriger. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, entspricht das den Ergebnissen der Schnellmeldung vom 29. April 2022. „Der Krieg in der Ukraine und die anhaltende Corona-Pandemie haben bereits bestehende Verwerfungen, zu denen gestörte Lieferketten und steigende Preise zählen, nochmals verstärkt“, sagt Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. „Trotz der schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist die deutsche Wirtschaft mit einem leichten Wachstum in das Jahr 2022 gestartet“, so Thiel weiter.

Investitionen in Ausrüstungen und Bauten stützen Wirtschaftswachstum, Außenhandel wirkt dämpfend

Im Spannungsfeld von steigenden Preisen auf der einen und Lockerungen der Corona-Maßnahmen auf der anderen Seite bewegten sich die privaten Konsumausgaben im 1. Quartal 2022 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorquartal (-0,1 %). Auch die staatlichen Konsumausgaben änderten sich nur geringfügig (+0,1 %). Starke Impulse kamen hingegen von den Investitionen: Wegen der milden Witterung im 1. Quartal 2022 legten die Bauinvestitionen trotz deutlicher Preisanstiege gegenüber dem 4. Quartal 2021 um 4,6 % zu. In Ausrüstungen wurde 2,5 % mehr investiert als im Vorquartal.

Der Handel mit dem Ausland war zum Jahresbeginn insgesamt rückläufig. Preis-, saison- und kalenderbereinigt sanken die Gesamtexporte im 1. Quartal 2022 gegenüber dem Vorquartal um 2,1 %, was auf niedrigere Warenexporte zurückzuführen ist. Eine Ursache sind die anhaltenden internationalen Lieferkettenprobleme, die zum Beispiel zu geringeren Kraftfahrzeug-Exporten geführt haben könnten. Die Gesamtimporte nahmen hingegen um 0,9 % zu, weil die Dienstleistungsimporte kräftig stiegen, etwa durch mehr Reisen.

Bruttowertschöpfung in der Industrie leicht im Minus, in den Dienstleistungen im Plus

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung war im 1. Quartal 2022 insgesamt 0,7 % höher als im 4. Quartal 2021. Dabei zeigte sich bezogen auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche ein gemischtes Bild: Verteuerte oder ausbleibende Vorprodukte sowie der Ende Februar 2022 beginnende Krieg in der Ukraine haben die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe ohne Bau im 1. Quartal 2022 gebremst (-0,4 %). Exemplarisch hierfür sind die in der Automobilindustrie benötigten, aber nicht ausreichend verfügbaren elektrischen Kabelbäume. Währenddessen stieg die Bruttowertschöpfung im Baugewerbe um 4,5 %. Den stärksten Zuwachs verzeichneten mit 6,2 % die Sonstigen Dienstleister, zu denen unter anderem die Bereiche Unterhaltung und Erholung zählen. Dies lag vor allem an den Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen im Laufe des 1. Quartals 2022.

Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gestiegen

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 1. Quartal 2022 preisbereinigt 4,0 % höher als im 1. Quartal 2021, in dem die deutsche Wirtschaft von den Auswirkungen der zweiten Welle der Corona-Pandemie getroffen worden war. Preis- und kalenderbereinigt betrug das BIP-Wachstum 3,8 %.

Privater Konsum gegenüber Vorjahr deutlich im Plus, Staatskonsum und Investitionen mit moderaten Zuwächsen

Im Vorjahresvergleich nahm die inländische Nachfrage trotz starker Preisanstiege deutlich zu. Das gilt vor allem für die privaten Konsumausgaben, die preisbereinigt gegenüber dem vom harten Corona-Lockdown geprägten 1. Quartal 2021 um 8,5 % stiegen. Besonders für die krisengebeutelten Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen gaben die privaten Haushalte im 1. Quartal 2022 preisbereinigt mehr als doppelt so viel aus wie im Vorjahr (+124,2 %). Auch der Staat erhöhte nochmals seine Konsumausgaben (+1,8 %), was vor allem an der Beschaffung von weiteren Impfstoffen lag. Die Bauinvestitionen profitierten von der extrem milden Witterung zu Beginn des Jahres 2022 und nahmen im Vergleich zum Vorjahr zu (preisbereinigt +2,2 %). In Ausrüstungen wurde preisbereinigt nur unwesentlich mehr investiert als ein Jahr zuvor (+0,4 %), was sich neben anziehenden Preisen auch auf den Rückgang der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen zurückführen lässt.

Auch der Handel mit dem Ausland nahm im Vergleich zum Vorjahr zu: Im 1. Quartal 2022 wurden insgesamt 2,9 % mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im 1. Quartal 2021. Die Importe stiegen im selben Zeitraum preisbereinigt um 7,2 %. Während der Handel mit Waren nur wenig höher ausfiel als im Vorjahresquartal, legte der Dienstleistungshandel zweistellig zu. Ein Grund für den kräftigen Anstieg der Dienstleistungsimporte und -exporte war die kontinuierliche Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland und dem Ausland und der dadurch zunehmende Reiseverkehr im Laufe des 1. Quartals 2022.

Fast alle Wirtschaftsbereiche legen im Vorjahresvergleich zu

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung verzeichnete im 1. Quartal 2022 gegenüber dem 1. Quartal 2021 insgesamt einen deutlichen Zuwachs von 3,6 %. Ausgehend von einem schwachen Vorjahresquartal, in dem die Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Wirtschaft noch deutlicher zu spüren waren, nahm die Wirtschaftsleistung zum Jahresbeginn 2022 in allen Dienstleistungsbereichen zu. Besonders stark stieg die Bruttowertschöpfung im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe (+8,7 %), was vor allem auf den Basiseffekt durch die deutlich schärferen Corona-Schutzmaßnahmen im 1. Quartal 2021 zurückzuführen ist. Positiv wirkten sich die Lockerungen auch auf die Unternehmensdienstleister (+7,6 %) und die Sonstigen Dienstleister (8,5 %) aus. Das Baugewerbe wuchs trotz besonders starker Preissteigerungen im Vorjahresvergleich um 2,2 %. Dämpfend wirkte hingegen ein leichter Rückgang der preisbereinigten Bruttowertschöpfung im Produzierenden Gewerbe von 0,3 %.

Erwerbstätigenzahl erstmals wieder über Vorkrisenniveau

Die Wirtschaftsleistung wurde im 1. Quartal 2022 von rund 45,1 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 687.000 Personen oder 1,5 % mehr als ein Jahr zuvor und erstmals wieder mehr als vor der Corona-Krise (siehe Pressemitteilung Nr. 208/22 vom 18. Mai 2022).

Da sehr viel weniger Kurzarbeit in Anspruch genommen wurde, waren auch die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen um 1,7 % höher als im 1. Quartal 2021. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen – stieg im selben Zeitraum kräftig um 3,3 %. Das ergaben erste vorläufige Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde – nahm nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,7 % zu. Je Erwerbstätigen war sie 2,5 % höher als im 1. Quartal 2021.

Einkommen und Konsum steigen kräftig, Sparquote sinkt

In jeweiligen Preisen gerechnet war das BIP im 1. Quartal 2022 um 8,0 % und das Bruttonationaleinkommen um 8,8 % höher als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen war nur 5,1 % höher als im 1. Quartal 2021, da beispielsweise deutlich weniger Subventionen in Form von Corona-Hilfen für Unternehmen gezahlt wurden. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen stiegen nach ersten vorläufigen Berechnungen lediglich um 1,6 %, während das Arbeitnehmerentgelt mit +6,6 % stärker zulegte. Auch die Bruttolöhne und -gehälter verzeichneten ein kräftiges Plus, das im Durchschnitt je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer bei 5,5 % lag. Das ist vor allem auf den massiven Rückgang der Kurzarbeit gegenüber dem 1. Quartal 2021 sowie auf hohe Sonderzahlungen, insbesondere von Corona-Prämien, zurückzuführen. Netto war der Zuwachs der Durchschnittsgehälter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit +5,0 % etwas geringer, weil die Sozialabgaben und die Lohnsteuer stärker stiegen als die Bruttolöhne und -gehälter. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte war im 1. Quartal 2022 um 4,0 % höher als vor einem Jahr. Die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen lagen 13,8 % über dem Vorjahreswert. Während die privaten Haushalte im 1. Quartal 2021 aufgrund der massiven Corona-Einschränkungen erheblich weniger konsumiert und mehr gespart hatten als gewöhnlich, führten im 1. Quartal 2022 die Lockerungen einerseits und die starken Preisanstiege andererseits zu steigenden nominalen Konsumausgaben und einer normalisierten Sparquote: Diese lag nach vorläufigen Berechnungen bei 14,6 % (nach 22,0 % im 1. Quartal 2021).

Internationaler Vergleich

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von preis-, saison- und kalenderbereinigt 0,2 % im 1. Quartal 2022 gegenüber dem 4. Quartal 2021 etwa im europäischen Durchschnitt. Während das BIP in den anderen großen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) ebenfalls leicht zunahm (Spanien +0,3 %), stagnierte (Frankreich 0,0 %) oder leicht zurückging (Italien -0,2 %), verzeichneten vor allem viele kleinere Staaten stärkere Zuwächse. Für die EU insgesamt meldete das europäische Statistikamt Eurostat nach vorläufigen Berechnungen einen BIP-Anstieg um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal. Die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten (USA) nahm im Gegensatz zur Entwicklung in Deutschland und der EU im 1. Quartal 2022 um 0,4 % ab. Im Vorjahresvergleich liegen die BIP-Wachstumsraten der anderen EU-Mitgliedstaaten fast alle höher als in Deutschland.

Verglichen mit dem 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Pandemie, zeigt sich, dass das BIP in Spanien im 1. Quartal 2022 mit -3,4 % noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau blieb. Auch Deutschland (-0,9 %) und Italien (-0,4 %) haben das Niveau des 4. Quartals 2019 noch nicht wieder erreicht. In Frankreich (+1,0 %) sowie der EU insgesamt (+0,5 %) übertraf die Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2022 hingegen das Vorkrisenniveau. Die Vereinigten Staaten verzeichneten trotz des Rückgangs gegenüber dem Vorquartal im Vorkrisenvergleich ein vergleichsweise starkes Wachstum von 2,8 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Absturz des Konsumklimas gestoppt

Die Verbraucherstimmung in Deutschland bricht im Mai nach dem Rekordtief im Vormonat nicht weiter ein. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung verzeichnen moderate Gewinne, während die Anschaffungsneigung nahezu unverändert ist. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für Juni -26,0 Punkte und damit 0,6 mehr als im Mai dieses Jahres (revidiert -26,6 Punkte).

GfK, Pressemitteilung vom 25.05.2022

Die Verbraucherstimmung in Deutschland bricht im Mai nach dem Rekordtief im Vormonat nicht weiter ein. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung verzeichnen moderate Gewinne, während die Anschaffungsneigung nahezu unverändert ist. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für Juni -26,0 Punkte und damit 0,6 mehr als im Mai dieses Jahres (revidiert -26,6 Punkte). Dies sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Mai 2022.

„Damit verbessert sich das Konsumklima zwar geringfügig, die Konsumstimmung ist aber nach wie vor an einem absoluten Tiefpunkt,“ erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Trotz weiterer Lockerungen coronabedingter Beschränkungen drücken der Ukraine-Krieg und vor allem die hohe Inflation schwer auf die Stimmung der Verbraucher.“

Eine nachhaltige Trendwende bei der Konsumstimmung hängt weiterhin von zwei wesentlichen Faktoren ab: Zum einen muss der Konflikt in der Ukraine durch erfolgreiche Friedensverhandlungen beendet werden und zum anderen muss die Inflation spürbar zurückgeführt werden. Bei letzterem wird es in erster Linie von der Europäischen Zentralbank abhängen, dies durch eine angemessene Geldpolitik zu begleiten.

Verbraucher sehen weiter Rezessionsgefahr

Nach zwei Monaten mit spürbaren Einbußen legt die Konjunkturerwartung im Mai wieder moderat zu. Mit einem Plus von 7,1 Punkten weist der Indikator aktuell -9,3 Punkte auf. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht allerdings ein Minus von gut 50 Punkten zu Buche.

Zwar bricht die Konjunkturerwartung im Mai nicht weiter ein, dennoch fürchten die Verbraucher immer noch eine Rezession. Lieferkettenprobleme und fehlende Halbleiter verhindern derzeit eine nachhaltige Erholung weiter Teile der deutschen Wirtschaft. Damit können auch die Lockerungen coronabedingter Beschränkungen ihre erhoffte positive Wirkung auf die Konjunktur vorerst nicht entfalten.

Kein weiteres Abrutschen der Einkommenserwartung

Nachdem die Einkommenserwartung im Vormonat auf den niedrigsten Wert seit fast zwanzig Jahren abgestürzt war, kann sie sich aktuell wieder etwas erholen. Der Indikator gewinnt 7,6 Punkte hinzu und klettert auf -23,7 Punkte. Im Vorjahresvergleich weist die Einkommensstimmung noch immer ein beträchtliches Minus von mehr als 43 Zählern auf.

Trotz der Verbesserung bleibt das Niveau weiterhin enorm niedrig. Wesentlicher Grund für die schwachen Einkommensaussichten ist neben der Verunsicherung durch den Ukraine-Krieg vor allem die hohe Inflation. Explosionsartig gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise knabbern an der Kaufkraft der Haushalte und verhindern derzeit eine bessere Entwicklung des Einkommensindikators.

Anschaffungsneigung auf niedrigem Niveau nahezu unverändert

Die Konsumneigung zeigt sich gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert. Der Indikator Anschaffungsneigung verliert nur minimale 0,5 Punkt und weist aktuell -11,1 Zähler auf. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres sind das gut 21 Zähler weniger.

Als Folge schwacher Konjunktur- und Einkommensaussichten bleibt auch die Konsumneigung der Verbraucher spürbar gedämpft. Hohe Preise für Energie und Lebensmittel sorgen dafür, dass entsprechend weniger Geld für andere Anschaffungen zur Verfügung steht.

Quelle: GfK

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Fachkräftemangel nimmt trotz Pandemie und Ukraine-Krieg weiter leicht zu

Trotz krisen- und kriegsbedingt unsicherer Wirtschaftsaussichten nimmt der Fachkräftemangel in Deutschland weiter leicht zu: Im April 2022 gaben 44 % der Unternehmen im KfW-ifo-Fachkräftebarometer an, durch fehlende Fachkräfte in ihrer Geschäftstätigkeit behindert zu sein (Oktober 2021: 43 %). Damit erreicht der Fachkräftemangel einen neuen bisherigen Höhepunkt. Insgesamt sind große Unternehmen mit 45 % etwas häufiger betroffen als kleine und mittlere (43 %).

KfW, Pressemitteilung vom 24.05.2022

  • 44 % der Unternehmen beklagen im April eine Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit aufgrund von fehlendem Fachpersonal
  • Dienstleistungssektor am stärksten betroffen, Mangel im Verarbeitenden Gewerbe so hoch wie seit 30 Jahren nicht
  • Neue Befragung von KfW Research: Hälfte der 18–67-Jährigen in Deutschland für mehr Fachkräftezuwanderung

Trotz krisen- und kriegsbedingt unsicherer Wirtschaftsaussichten nimmt der Fachkräftemangel in Deutschland weiter leicht zu: Im April 2022 gaben 44 % der Unternehmen im KfW-ifo-Fachkräftebarometer an, durch fehlende Fachkräfte in ihrer Geschäftstätigkeit behindert zu sein (Oktober 2021: 43 %). Damit erreicht der Fachkräftemangel einen neuen bisherigen Höhepunkt. Insgesamt sind große Unternehmen mit 45 % etwas häufiger betroffen als kleine und mittlere (43 %).

Im Frühjahr 2022 meldeten alle Wirtschaftszweige eine gegenüber der letzten Befragung im Herbst 2021 gestiegene Betroffenheit: Spitzenreiter bleibt der Dienstleistungssektor, in dem aktuell jedes zweite Unternehmen über fehlendes Fachpersonal klagt (48 % im April 2021 ggü. 44 % im Oktober 2021). Das Verarbeitende Gewerbe erreicht mit 40 % (36 %) den höchsten Anteil betroffener Firmen seit 30 Jahren. Im Bau mangelt es in 36 % (33 %) der Unternehmen an Fachkräften, während es im Handel bei 34 % (33 %) der Fall ist.

Der neue Rekordwert beim Fachkräftemangel geht einher mit dem im April durch die Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Höchstwert offener Stellen in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Den Unternehmen mangelt es trotz der sich kumulierenden Krisen nicht an Nachfrage. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Zahlreiche Firmen stellen daher weiter ein, auch wenn die internationalen Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten, die starken Energie- und Materialpreissteigerungen und die Folgen des Kriegs in der Ukraine die wirtschaftlichen Aussichten belasten. In einem Szenario ohne abrupte Unterbrechung der Energieversorgung ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Erholung der deutschen Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf fortsetzen wird, wenn auch mit deutlich gedämpftem Schwung. Gleichzeitig ist der demografische Wandel in Deutschland bereits in vollem Gang und trifft den Arbeitsmarkt mit wachsender Wucht: Die Erwerbsbevölkerung wird zwischen 2025 und 2035 beschleunigt schrumpfen, um ca. 500.000 Personen (ca. 1 %) pro Jahr.

„Die Zahlen vom Arbeitsmarkt und die des KfW-ifo-Fachkräftebarometers machen deutlich: Es wäre ein Fehler, bei Engpässen, die den Aufschwung behindern, nur an Rohstoffe und Vorleistungen aus dem Ausland zu denken. Auch der Fachkräftemangel hat erhebliche Auswirkungen – die vor allem auf längere Sicht vermutlich noch gravierender sein werden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. Ohne Gegensteuern beeinträchtige der Fachkräftemangel das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft bereits bis zur Mitte dieses Jahrzehnts erheblich. „Für die Eindämmung steht die Uhr bereits auf fünf nach zwölf – denn die Herausforderungen sind wesentlich größer geworden: Die beschleunigte Energie- und Verkehrswende, der Nachholbedarf bei der Digitalisierung, der steigende Arbeitskräftebedarf im Gesundheits- und Pflegesektor sowie in den Bereichen Kinderbetreuung und Bildung, die Wohnungsknappheit in Ballungsregionen, der hohe Investitionsbedarf in der öffentlichen Infrastruktur und die steigende Zahl der mitzuversorgenden Ruheständler schaffen neue Nachfrage nach Arbeitskräften. Ein Nachbessern bei der deutschen Strategie zur Fachkräftesicherung und ihre konsequente Umsetzung ist daher unmittelbar geboten, um die Herausforderungen zu bewältigen“, so Köhler-Geib. „Dazu gehört die noch stärkere Ausschöpfung des Arbeitskräftepotentials in Deutschland und die weitere Öffnung des Arbeitsmarkts für Zuwanderung, v. a. auch für nicht-akademische Fachkräfte, begleitet von intensiver Sprachförderung und der vereinfachten Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.“

Wie eine neue repräsentative Befragung von KfW Research zeigt, sieht die Bevölkerung den Bedarf einer aktiven Einwanderungspolitik sehr deutlich: 83 % der 18- bis 67-Jährigen sind für mindestens gleichbleibende Bemühungen um ausländische Fachkräfte, darunter 48 % für größeres Engagement (repräsentative Befragung unter 6.000 Personen im Erwerbsalter während des 2. Halbjahrs 2021). Nur 15 % sprechen sich für geringere Fachkräftezuwanderung aus. Im Vergleich zu einer identischen Befragung vor drei Jahren ist die migrationspolitische Haltung offener geworden (2. Halbjahr 2018: 44 % für mehr, 30 % für gleichbleibende, 21 % für weniger Fachkräftezuwanderung).

Die Einstellung zur Zuwanderung unterscheidet sich deutlich nach der beruflichen Bildung, dem Einkommen und dem Arbeitsmarktstatus. Akademiker, Gutverdiener und Beamte sind bspw. mit sehr deutlichen Mehrheiten von ca. 60 % für mehr Fachkräftezuwanderung, während die Gegenposition mit weniger als 10 % sehr selten ist. Bei niedrigeren Berufsabschlüssen und Einkommen bzw. Arbeitslosigkeit verschiebt sich das Stimmungsbild deutlich, ohne jedoch zu kippen. In der arbeitslosen Bevölkerung sind z. B. 35 % für verstärkte Fachkräftezuwanderung, während 25 % die Gegenposition vertreten. Insgesamt dürften Befürchtungen um Arbeitsmarktkonkurrenz eine Rolle spielen.

Das KfW-ifo-Fachkräftebarometer erscheint zweimal jährlich, jeweils im Frühsommer und im Herbst. Die aktuelle Ausgabe ist ebenso wie die Studie von KfW Research zum Thema Fachkräftezuwanderung abrufbar unter: www.kfw.de/Fachkräfte.

Quelle: KfW

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ifo Beschäftigungsbarometer legt zu (Mai 2022)

Die Unternehmen in Deutschland planen vermehrt Neueinstellungen. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Mai auf 104,0 Punkte gestiegen, nach 102,8 Punkten im April. Die robuste Wirtschaftsentwicklung in Deutschland zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.05.2022

Die Unternehmen in Deutschland planen vermehrt Neueinstellungen. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Mai auf 104,0 Punkte gestiegen, nach 102,8 Punkten im April. Die robuste Wirtschaftsentwicklung in Deutschland zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. Der Fachkräftemangel bleibt indes hoch. Die Unternehmen können nicht alle offenen Stellen besetzen.

In der Industrie ist das Beschäftigungsbarometer deutlich gestiegen. Insbesondere der Maschinenbau und die Elektroindustrie suchen Personal. Bei den Dienstleistern hat der Indikator sogar den höchsten Wert seit Oktober 2018 erreicht. Tourismus und Gastgewerbe suchen dringend Mitarbeiter*innen, um den pandemiebedingten Nachholbedarf zu decken. Dagegen ist im Handel sowie im Baugewerbe die Einstellungsbereitschaft eher schwach ausgeprägt.

Quelle: ifo Institut

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ifo Exporterwartungen steigen (Mai 2022)

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich aufgehellt. Die ifo Exporterwartungen sind auf plus 4,5 Punkte gestiegen, von plus 3,0 Punkten im April.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.05.2022

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich aufgehellt. Die ifo Exporterwartungen sind auf plus 4,5 Punkte gestiegen, von plus 3,0 Punkten im April. Die deutsche Industrie bleibt aber vorsichtig. Logistikprobleme stellen weiterhin eine große Belastung dar. Eine große Dynamik bei den Ausfuhren zeichnet sich im Moment nicht ab.

Nach zuletzt sehr pessimistischen Aussichten haben sich die Exportaussichten in der Automobilindustrie wieder erholt. Jedoch rechnen die Hersteller im Moment mit keinen größeren Zuwächsen bei den Auslandsumsätzen. Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen erwarten weiterhin kontinuierliche Exportzuwächse. Im Maschinenbau herrscht vorsichtiger Optimismus mit Blick auf das Auslandsgeschäft. Die Nahrungsmittelhersteller rechnen mit leichten Rückgängen bei den Exporten in den kommenden drei Monaten. Gleiches gilt für die Textilindustrie.

Quelle: ifo Institut

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Industrie 4.0 sorgt für mehr Nachhaltigkeit in der Produktion

Eine aktuelle, repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom stellt die Bedeutung digitaler Anwendungen für mehr Klimaschutz heraus. Demnach sagen 8 von 10 Unternehmen, dass Industrie 4.0 zu einer nachhaltigen Produktion beiträgt. Befragt wurden rund 550 Industrieunternehmen in Deutschland ab 100 Beschäftigten. Gleichzeitig betonen 91 Prozent, dass Industrie 4.0 unverzichtbar ist, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. 6 von 10 Unternehmen sagen, dass die Arbeit weniger fehleranfällig wird und sich konventionelle Geschäftsmodelle verändern werden.

Bitkom, Pressemitteilung vom 24.05.2022

  • Digitalisierung kann CO2-Emissionen der Industrie massiv reduzieren
  • 9 von 10 Industrieunternehmen setzen auf Industrie 4.0
  • Bitkom veröffentlicht Industrie-4.0-Kompass anlässlich der Hannover Messe

Ressourcen schonen, Energie sparen, CO2-Ausstoß reduzieren: Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielt die Industrie eine Schlüsselrolle. Digitalisierung ist der wesentliche Hebel, um diese Ziele zu erreichen. So steht die Hannover Messe als weltweite Industrieleitmesse in diesem Jahr auch unter dem Leitthema „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“. Eine aktuelle, repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom stellt die Bedeutung digitaler Anwendungen für mehr Klimaschutz heraus. Demnach sagen 8 von 10 Unternehmen (81 Prozent), dass Industrie 4.0 zu einer nachhaltigen Produktion beiträgt. Befragt wurden rund 550 Industrieunternehmen in Deutschland ab 100 Beschäftigten. Gleichzeitig betonen 91 Prozent, dass Industrie 4.0 unverzichtbar ist, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. 6 von 10 Unternehmen sagen, dass die Arbeit weniger fehleranfällig wird (61 Prozent) und sich konventionelle Geschäftsmodelle verändern werden (58 Prozent). „Durch eine konsequente Digitalisierung kann die deutsche Industrie sich zwei dringlichen Herausforderungen zugleich stellen: Digitalisierung macht die Unternehmen nachhaltiger und wettbewerbsfähiger“, sagt Christina Raab, Mitglied im Bitkom-Präsidium.

Großes Potenzial bietet die Digitalisierung der Industrie in der Reduktion von CO2-Emissionen. So können im Jahr 2030 bei einem beschleunigten Einsatz digitaler Technologien allein in Deutschland bis zu 64 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden – das sind 17 Prozent der insgesamt geplanten CO2-Einsparungen im Rahmen des Klimaziels 2030. Das zeigt die Bitkom-Studie „Klimaeffekte der Digitalisierung“. Demnach kann der Einsatz von digitalen Zwillingen, also die Simulation und Optimierung von physikalischen Produkten oder Prozessen, 33 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Weitere 31 Millionen Tonnen können durch verstärkte Automatisierung in der Produktion vermieden werden, indem digitale Technologien manuelle Eingriffe und den Materialeinsatz reduzieren sowie Prozesse optimieren.

9 von 10 Unternehmen setzen auf Industrie 4.0

65 Prozent der Industrieunternehmen ab 100 Beschäftigten nutzen derzeit spezielle Anwendungen für Industrie 4.0 und weitere 25 Prozent planen den Einsatz. Raab: „Industrie 4.0 ist im produzierenden Gewerbe angekommen. Insgesamt setzen 90 Prozent der Unternehmen auf Industrie 4.0 – und investieren dafür rund 6 Prozent ihres gesamten Jahresumsatzes.“ Vergangenes Jahr waren es nach Bitkom-Angaben mit 83 Prozent noch etwas weniger, im Jahr 2019 waren es sogar erst 74 Prozent. Nur 8 Prozent planen derzeit keinen Einsatz spezieller Anwendungen, können sich aber vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Für ausnahmslos alle der befragten Unternehmen ist Industrie 4.0 heute ein Thema. „Die Corona-Pandemie hat der deutschen Industrie einen dauerhaften Digitalisierungsschub gegeben“, so Raab.

Mittlerweile nutzt jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) digitale Marktplätze, um Produkte und Dienstleistungen einzukaufen oder zu verkaufen. Weitere 17 Prozent planen den Eintritt in den elektronischen Handel in den kommenden 12 Monaten und 12 Prozent haben noch keine konkreten Pläne, diskutieren aber darüber. Für jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) sind digitale Marktplätze hingegen kein Thema. Virtual und Augmented Reality ist bereits in 31 Prozent der Unternehmen im Einsatz, 19 Prozent planen dies und 16 Prozent diskutieren darüber. Der Mobilfunkstandard 5G wird in 29 Prozent der Unternehmen genutzt und ist in weiteren 21 Prozent geplant. Bei genauso vielen (21 Prozent) steht der Einsatz noch ergebnisoffen zur Debatte. Lifecycle Management – dabei werden alle relevanten Informationen zu einem Produkt verwaltet und verfügbar gemacht – nutzt jedes vierte Unternehmen (25 Prozent), mehr als jedes Sechste (18 Prozent) plant den Einsatz und ein Fünftel (21 Prozent) diskutiert zumindest darüber.

Hoher Aufwand bremst KI-Einsatz in der Industrie

Künstliche Intelligenz zählt heute zu den Schlüsseltechnologien in der Industrie. In fast 4 von 10 Unternehmen (38 Prozent) hat sie Anwendung gefunden – 66 Prozent von ihnen nutzen KI in der Produktion zur Automatisierung von Prozessen, 64 Prozent für die Datenanalyse bei der Prozessüberwachung, 35 Prozent wenden beide Einsatzmöglichkeiten an. Konkrete Pläne für den Einsatz von KI haben 17 Prozent der Unternehmen, 18 Prozent diskutieren darüber. Für jedes Vierte (25 Prozent) ist KI aktuell noch kein Thema. Das größte Hemmnis beim Einsatz von KI sehen 42 Prozent aller Industrieunternehmen in der mangelnden Datengrundlage. 40 Prozent scheint der Aufwand insbesondere bei der Implementierung zu hoch, 36 Prozent fehlen Standards und 32 Prozent hindert der Zertifizierungsprozess. Gut jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) gibt ethische Gründe als Hürde beim Einsatz von KI an.

Bedeutung digitaler Zwillinge steigt

Digitale Zwillinge werden in jedem dritten Unternehmen (33 Prozent) eingesetzt. Ein weiteres Fünftel (19 Prozent) plant die Nutzung und 16 Prozent diskutieren dies. „Digitale Zwillinge sind digitale Kopien von Objekten der realen Welt – von Produkten und Maschinen bis zu ganzen Fabriken. Dank ihrer Hilfe lassen sich Produktions- und Wartungsprozesse massiv beschleunigen und im alltäglichen Einsatz fortlaufend optimieren“, erklärt Raab. Die Bedeutung von digitalen Zwillingen wird mittelfristig weiter zunehmen. So ist eine große Mehrheit der Unternehmen (82 Prozent) der Meinung, dass der Einsatz digitaler Zwillinge in den kommenden fünf Jahren ansteigen wird. Nur 17 Prozent gehen davon aus, dass sich die Relevanz nicht verändern wird. Kein einziges der befragten Unternehmen nimmt an, dass digitale Zwillinge zukünftig keine große Rolle spielen werden. Dennoch ist für 3 von 10 (29 Prozent) der Einsatz derzeit kein Thema. Wie auch beim Einsatz von KI haben die meisten von ihnen (51 Prozent) nicht genügend Daten zur Verfügung, um digitale Zwillinge einzusetzen. 38 Prozent fehlen Standards und für 23 Prozent aller Unternehmen ist die Wirtschaftlichkeit nicht einschätzbar.

Potenziale von IoT-Plattformen

IoT-Plattformen, mit denen Daten, Produkte, Maschinen oder Prozesse vernetzt werden können, setzen 35 Prozent der produzierenden Unternehmen ein und fast genauso viele (30 Prozent) planen dies. Für lediglich 14 Prozent sind IoT-Plattformen kein Thema, bei 19 Prozent steht der Einsatz zur Diskussion. Fast jedes Zweite (49 Prozent) sieht die größten Potenziale bei so genanntem Remote Monitoring – also der Fernüberwachung – und bei Echtzeit-Einblicken in die Herstellungsprozesse. 42 Prozent schätzen die Beschleunigung von Prozessen. 39 Prozent sehen Potenziale in der Predictive Maintenance. Damit bezeichnet man die vorausschauende Wartung von Maschinen und Systemen, wo zum Beispiel Teile nur bei Bedarf und dann aber rechtzeitig ersetzt werden, bevor ein Defekt eintritt. IoT-Plattformen helfen auch bei der Erreichung übergeordneter betrieblicher Ziele wie der Umsatzsteigerung (40 Prozent), der Qualitätsverbesserung (36 Prozent) und der Kostensenkung (31 Prozent). „IoT-Plattformen vernetzen in der Industrie Produkte, Maschinen und Menschen und treiben somit den digitalen Wandel voran“, erklärt Raab. „Anlagen lassen sich zentral aus der Ferne überwachen, Daten stehen in Echtzeit zur Verfügung, Prozesse laufen automatisiert ab. So können Unternehmen schnell auf Veränderungen reagieren und kostspielige Ausfälle durch vorausschauende Wartung proaktiv vermeiden.“

Fachkräfte profitieren von Industrie 4.0

Der zunehmende Einsatz digitaler Technologien im industriellen Umfeld verändert auch den Arbeitsmarkt. So erwarten 7 von 10 Unternehmen (71 Prozent), dass durch Industrie 4.0 neue Arbeitsplätze für gut ausgebildete Fachkräfte entstehen. Im Vorjahr meinten dies erst 57 Prozent. Auf diesen Wandel stellt sich die Industrie jetzt ein. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Industrieunternehmen investieren in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden rund um Industrie 4.0 (2021: 68 Prozent). Zugleich meinen aber auch 61 Prozent, dass Arbeitsplätze für gering Qualifizierte wegfallen werden. Raab: „In der Industrie 4.0 ist Platz für Beschäftigte jeden Bildungsgrades. Digitale Technologien können helfen, die Arbeit in der Fabrik zu erleichtern. Mithilfe von Augmented-Reality-Brillen können etwa auch weniger qualifizierte Beschäftigte anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen, indem sie aus der Ferne durch Anleitung höherqualifizierter Kollegen oder vor Ort durch Software unterstützt werden.“ Entsprechend geht etwa die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) davon aus, dass komplexe Aufgaben dank Industrie 4.0 auch von eher gering qualifizierten Arbeitern übernommen werden können. Und 9 von 10 Unternehmen (91 Prozent) erwarten, dass die körperliche Belastung in der Fabrik etwa durch den verstärkten Einsatz von Robotern weiter abnehmen wird.

Mittelstand zeigt Nachholbedarf in der Industrie 4.0

Immerhin 39 Prozent der deutschen Industrieunternehmen sehen sich als Vorreiter der Industrie 4.0. Andererseits gruppiert sich jedes Zweite (51 Prozent) als Nachzügler. 7 Prozent der Unternehmen fühlen sich abgehängt. Den größten Nachholbedarf hat der Mittelstand. So bezeichnen sich 58 Prozent der Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten als Nachzügler und nur 30 Prozent als Vorreiter. Unter den großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden ist es umgekehrt: Lediglich 37 Prozent sehen sich als Nachzügler, mehr als die Hälfte (54 Prozent) als Vorreiter.

Das größte Hemmnis, Industrie 4.0 zu etablieren, sind nach Selbstauskunft der Unternehmen fehlende finanzielle Mittel (81 Prozent). Aber auch die Anforderungen an den Datenschutz empfinden zwei Drittel (67 Prozent) als Hemmnis. 61 Prozent identifizieren Anforderungen an die IT-Sicherheit als Problem und für 58 Prozent ist das Thema zu komplex. Rund die Hälfte (51 Prozent) sieht in fehlenden Fachkräften ein Hindernis, 4 von 10 Unternehmen (40 Prozent) bemängeln die Störanfälligkeit der Systeme. 29 Prozent fehlt der Austausch mit Unternehmen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Nur eine geringe Rolle spielen demgegenüber ein Mangel an externer Beratung (12 Prozent), fehlendes Wissen über Best-Practice-Lösungen (12 Prozent) oder eine zu geringe Verfügbarkeit von marktfähigen Lösungen (12 Prozent). Gerade einmal 6 Prozent beklagen eine zu geringe Akzeptanz in der Belegschaft. Raab: „Jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) hat nach Angaben seines Managements schlicht keine Zeit, um sich mit der Digitalisierung zu befassen. In Zukunft ist das industrielle Geschäft zu annähernd 100 Prozent digital. Digitalisierung gehört ganz oben auf die To-Do-Liste jedes Managers und jeder Managerin.“

Industrie wünscht sich bessere Regulierung, mehr Förderung und umfassende Bildungsangebote

Auf dem digitalen Wunschzettel der Unternehmen stehen steuerliche Maßnahmen ganz oben. 84 Prozent fordern steuerliche Impulse, um Investitionen in die Industrie 4.0 anzuschieben. Ähnliche viele – 82 Prozent – wünschen sich mehr Rechtssicherheit beim Datenaustausch mit anderen Unternehmen. 44 Prozent plädieren für die Etablierung von Standards für Industrie-4.0-Anwendungen. Etwa 6 von 10 Unternehmen wollen einen schnelleren Bewilligungsprozess von Förderanträgen (61 Prozent) und mehr als die Hälfte (52 Prozent) plädiert für den Ausbau von FuE-Förderprogrammen für Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Im Bildungsbereich wünschen sich 59 Prozent Weiterbildungsangebote und die Integration von Industrie-4.0-Themen in Ausbildung und Studium. 55 Prozent möchten Programme zur Aus- und Weiterbildung von Fachkräften rund um Industrie 4.0 und etwa genauso viele (54 Prozent) mehr Informations- und Beratungsangebote für Unternehmen. „Digitalisierung ist der Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der deutschen Industrie“, so Raab.

Bitkom veröffentlicht Digitalisierungsradar als Kompass in der Industrie 4.0

Durchblick im Dschungel der Industrie 4.0 will der Bitkom mit einem neuen „Industrie-4.0-Digitalisierungsradar“ schaffen. Darin werden relevante Technologien und Einsatzfelder aufgezeigt. Als Kompass und Ratgeber soll er zeigen, welche Anwendungen für Industrie 4.0 wichtig sind und welches Potenzial sie bergen. Der Digitalisierungsradar wird fortlaufend erweitert und aktualisiert. Er richtet sich insbesondere an mittelständische Unternehmen im produzierenden Gewerbe – und alle, die sich mit der Industrie 4.0 beschäftigen.

Quelle: Bitkom

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