Umtauschprogramm startet – ab 24. Mai 2022 können Hryvnia-Banknoten in Euro getauscht werden

Flüchtlinge, die vor den Kriegshandlungen aus der Ukraine geflohen sind, können vom 24.05.2022 an in Deutschland ihre Hryvnia-Banknoten in Euro tauschen. Darauf haben sich das BMF, die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Kreditwirtschaft sowie die Nationalbank der Ukraine verständigt.

BMF, Mitteilung vom 23.05.2022

Flüchtlinge, die vor den Kriegshandlungen aus der Ukraine geflohen sind, können vom 24. Mai 2022 an in Deutschland ihre Hryvnia-Banknoten in Euro tauschen. Darauf haben sich das Bundesministerium der Finanzen, die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Kreditwirtschaft sowie die Nationalbank der Ukraine verständigt.

  • Das Bundesministerium der Finanzen und die Deutsche Bundesbank haben eine Vereinbarung mit der Nationalbank der Ukraine über ein Umtauschvolumen von zunächst 1,5 Mrd. Hryvnia unterzeichnet. Die Vereinbarung ist eine wichtige Voraussetzung für den Umtausch. Der Rahmen für den Umtausch wurde mit der Deutschen Kreditwirtschaft besprochen. Die Deutsche Kreditwirtschaft will die Geflüchteten unterstützen und wird mit ihren teilnehmenden Banken und Sparkassen das Umtauschprogramm umsetzen.
  • Flüchtlinge können einen Betrag von insgesamt bis zu 10.000 Hryvnia bei den teilnehmenden deutschen Banken und Sparkassen in Euro umtauschen. Der Umtausch kann auch in mehreren Teilbeträgen erfolgen und soll gebührenfrei sein. Es werden Banknoten zu 100, 200, 500 und 1.000 Hryvnia der derzeit gültigen Banknotenserien der Nationalbank der Ukraine akzeptiert. Der Umtausch in Euro erfolgt zu dem auf der Webseite der Bundesbank bekanntgegebenen Wechselkurs. Der Umtausch wird in einer von der Europäischen Zentralbank bereitgestellten Online-Anwendung erfasst, um sicherzustellen, dass die individuelle maximale Umtauschsumme nicht überschritten wird. Dabei wird die Identität jeder volljährigen geflüchteten Person, die am Umtausch teilnehmen möchte, erfasst und überprüft. Es werden die Dokumente akzeptiert, die auch für die Eröffnung eines Basiskontos durch Flüchtlinge aus dem ukrainischen Kriegsgebiet akzeptiert werden. Die Vorgaben des Datenschutzes werden dabei eingehalten. Der Umtausch ist zunächst für drei Monate möglich.
  • Etwaige Verluste, die sich aus dem Umtausch ergeben, trägt der Bundeshaushalt. Die operative Umsetzung des Banknotenumtauschs mit den Banken und Sparkassen sowie die Rückführung der Banknoten an die Nationalbank der Ukraine erfolgt durch die Deutsche Bundesbank.
  • Weitere Informationen stellen alle am Umtauschprogramm teilnehmenden Banken und Sparkassen zur Verfügung.

Quelle: BMF

Powered by WPeMatico

ifo Geschäftsklimaindex gestiegen (Mai 2022)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 93,0 Punkte gestiegen, nach 91,9 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im April. Die Unternehmen waren vor allem merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.05.2022

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 93,0 Punkte gestiegen, nach 91,9 Punkten im April. Die Unternehmen waren vor allem merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen veränderten sich hingegen kaum, die Unternehmen blieben weiter skeptisch. Die deutsche Wirtschaft erweist sich trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und Krieg in der Ukraine als robust. Anzeichen für eine Rezession sind derzeit nicht sichtbar.

Im Verarbeitenden Gewerbe legte der Index merklich zu. Die aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen etwas besser. Auch die Erwartungen stiegen deutlich an. Die Firmen sind aber weiterhin spürbar skeptisch mit Blick auf die kommenden Monate. Die Nachfrage erhielt einen deutlichen Dämpfer und die Auftragseingänge schwächten sich ab.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Dienstleister waren merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Ein größerer Anstieg des Lageindikators war zuletzt im Juni 2021 zu beobachten. Die Erwartungen fielen hingegen wieder pessimistischer aus. Insbesondere Transport- und Logistikunternehmen machten sich Sorgen.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindikator nach zwei Rückgängen in Folge wieder gestiegen. Vor allem die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich. Auch die Erwartungen zeigten etwas nach oben, blieben aber deutlich pessimistisch.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima nach dem Absturz im April wieder etwas erholt. Dies war auf eine Verbesserung der Erwartungen zurückzuführen. Ihre laufenden Geschäfte bewerteten sie etwas besser. Gleichwohl bleibt die Mehrheit der Unternehmen pessimistisch.

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico

Durch Krieg sind deutsche Unternehmen kurzfristig etwas unsicherer

Deutsche Unternehmen sind seit Beginn des Krieges wieder etwas unsicherer, wie ihre künftige Umsatzentwicklung verlaufen wird. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des ifo Instituts. Im Vergleich zum Schock während der Pandemie steigt die Unsicherheit jedoch nur moderat.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 20.05.2022

Deutsche Unternehmen sind seit Beginn des Krieges wieder etwas unsicherer, wie ihre künftige Umsatzentwicklung verlaufen wird. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des ifo Instituts. Im Vergleich zum Schock während der Pandemie steigt die Unsicherheit jedoch nur moderat. „Der Krieg in der Ukraine hat bisher zu keiner Unsicherheitskrise geführt, wie es zu Beginn der COVID-19-Pandemie der Fall war. Dabei spielt es keine Rolle, wie stark die Unternehmen durch einen etwaigen Gaslieferstopp betroffen wären“, sagt ifo Forscher Manuel Menkhoff, einer der Autoren der Studie.

Im Ergebnis beurteilen Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe ihre Umsatzaussichten für das zweite Quartal 2022 etwas negativer als die Dienstleister. Der mögliche Ausfall von Gaslieferungen spielt laut der Analyse offenbar keine Rolle bei der Beurteilung der Umsatzsituation: Würden die Gaslieferungen an die Unternehmen durch ein Embargo der EU oder durch einen Lieferstopp Russlands um 10 Prozent verringert, schätzen die Befragten den Produktionsausfall im Schnitt auf 7 Prozent. „Möglicherweise schauen die Unternehmen derzeit eher auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und halten einen Ausfall der Gaslieferungen derzeit für unwahrscheinlich“, sagt Rüdiger Bachmann von der University of Notre Dame, USA, ebenfalls Mitautor des Beitrags.

Die Ergebnisse beruhen auf Angaben der Unternehmen zu einer mittleren Umsatzprognose und zu Umsatzerwartungen für das zweite Quartal 2022 im besten und schlechtesten Fall. Darüber hinaus wurden Unternehmen im April 2022 gefragt, welche Produktionsminderungen sie bei einem Gasausfall von 10 Prozent bzw. 50 Prozent erwarten, sowie welchen Anteil Gas an ihren Energiekosten hat.

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico

IW-Konjunkturprognose: BIP wächst nur um 1 ¾ Prozent

Krise folgt auf Krise: Während die deutsche Wirtschaft noch durch die Folgen der Corona-Pandemie beeinträchtigt ist, bremst der Ukraine-Krieg den Wirtschaftsaufschwung zusätzlich. Das BIP wird 2022 nur um 1 ¾ Prozent zulegen, zeigt die neue Konjunkturprognose des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 20.05.2022

Krise folgt auf Krise: Während die deutsche Wirtschaft noch durch die Folgen der Corona-Pandemie beeinträchtigt ist, bremst der Ukraine-Krieg den Wirtschaftsaufschwung zusätzlich. Das BIP wird 2022 nur um 1 ¾ Prozent zulegen, zeigt die neue Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Anfang des Jahres bestand noch die Hoffnung, die Corona-Lücke zu schließen – die russische Invasion in der Ukraine belastete die deutsche Wirtschaft jedoch deutlich. Das reale Bruttoinlandsprodukt dürfte deshalb in diesem Jahr nur um 1 ¾ Prozent wachsen, zeigt die neue IW-Konjunkturprognose. Damit haben sich die Wachstumsaussichten halbiert: Produktionsstörungen, steigende Preise und vielfältige Verunsicherungen bremsen die wirtschaftliche Entwicklung. 2023 wird das preisbereinigte BIP voraussichtlich um rund 2 ¾ Prozent zulegen.

Robuster Arbeitsmarkt

Vor allem höhere Kosten für Energie, Lebensmittel und Agrarprodukte treiben die Inflation derzeit in die Höhe. Die IW-Konjunkturforscher gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise in diesem Jahr um gut 6 Prozent steigen werden. Für 2023 rechnen sie mit einer deutlich niedrigeren Inflationsrate von über 3 Prozent. Trotz dieser Belastungen bleibt der Arbeitsmarkt aus Sicht der Experten in diesem Jahr robust: Die Zahl der Erwerbstätigen steigt um mehr als ein Prozent, sodass im nächsten Jahr ein neuer Höchstwert bei der Erwerbstätigkeit erreicht wird. Gleichzeitig dürfte die Arbeitslosigkeit auf weniger als fünf Prozent zurückgehen – und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Ein Indiz: Nie wurden so viele Fachkräfte gesucht wie derzeit.

Entwicklung geprägt von Krise und Unsicherheit

Die deutsche Wirtschaft agiert mehr denn je unter großer Verunsicherung. „Lieferschwierigkeiten aufgrund der erneuten Restriktionen in China zeigen, dass die Risiken der Corona-Pandemie längst nicht ausgestanden sind“ sagt IW-Direktor Michael Hüther. „Gleichzeitig schwebt über allem das Damoklesschwert eines Gaslieferstopps aus Russland.“ Entscheidend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist nun, dass es keine zusätzlichen Belastungen durch geopolitische Konflikte gibt und die Preissteigerungen abflachen, sodass gegen Ende des Jahres oder spätestens 2023 die dringend notwendige Erholung eintritt. „Auch wenn wir gerade viele Unsicherheiten aushalten müssen, schaue ich mittelfristig vorsichtig optimistisch in die Zukunft.“

Quelle: IW Köln

Powered by WPeMatico

Osterpaket: Energiepolitik mit vielen Leerstellen

Mit dem „Osterpaket“, der größten energiepolitischen Novelle seit Langem, möchte die Bundesregierung erreichen, dass der Stromverbrauch hierzulande bis zum Jahr 2030 zu 80 Prozent durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Bis 2035 soll weitgehende Treibhausgasneutralität erreicht sein. Ohne massive Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit wird dies allerdings kaum gelingen, wenn die Politik nicht nachsteuert. Die größten Hindernisse liegen lt. DIHK in falschen Weichstellungen, fehlenden Flächen, langen Planungs- und Genehmigungsverfahren und dem Mangel an Fachkräften.

DIHK, Mitteilung vom 19.05.2022

80 Prozent Grünstrom bis 2030 derzeit unrealistisch

Das sog. Osterpaket ist die größte energiepolitische Novelle seit Langem. Das Bundeskabinett hat sie am 6. April beschlossen. Trotz ihrer 500 Seiten hinterlässt sie jedoch viele Leerstellen. Ohne weitere Änderungen im parlamentarischen Verfahren wird es schwierig, das Kernziel des Pakets, eine Quote von 80 Prozent erneuerbarer Energie beim Stromverbrauch bis 2030, zu erreichen. Die größten Hindernisse liegen in falschen Weichenstellungen, fehlenden Flächen, langen Planungs- und Genehmigungsverfahren und dem Mangel an Fachkräften.

Hindernis Planungsverfahren

Der DIHK bewertet die im Paket enthaltenen Vereinfachungen bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren bei der Windkraft auf See sehr positiv. Dies kann den Zubau neuer Windparks deutlich beschleunigen. Abgesehen hiervon gibt es in dem Paket aber nur wenige Lösungsansätze. Die Maßnahmen bei der Windenergie sollten auch deshalb im Kern auf andere Infrastrukturvorhaben ausgeweitet werden.

Hindernis Bürokratie

Gerade bei den Solaranlagen bleiben zahlreiche bürokratische Anforderungen erhalten, die den Ausbau bremsen. Hierzu zählt beispielsweise, dass die gemeinsame Nutzung von Solarstrom in einem Gewerbegebiet durch rechtliche Anforderungen behindert wird. Auch sind die im Energieumlagengesetz getroffenen Regelungen für Entlastungen bei Strompreisumlagen nach der Abschaffung der EEG-Umlage hochkomplex und sie gehen teils deutlich über die beihilferechtlichen Vorgaben der EU hinaus. Insgesamt steht zu befürchten, dass viele Betriebe davon abgeschreckt werden könnten, die Entlastungen auch in Anspruch zu nehmen.

Ausstieg aus der Förderung jetzt

Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die Förderung für erneuerbare Energien mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung auslaufen sollten – zugunsten einer Durchsetzung am Markt und der damit ausgelösten Dynamik. Im Osterpaket ist jedoch nicht zu erkennen, wie die Marktintegration verbessert und ein Ausstieg aus der Förderung zumindest bei Wind und Photovoltaik eröffnet werden soll. Im Gegenteil: Die Förderung wird teilweise noch ausgeweitet. Dies ist besonders hinderlich für die Nutzung von Direktlieferverträgen zwischen Energieanbietern und Industrieunternehmen beim Strom. Hier wird eine Chance vertan, die bei Investoren Klarheit für künftige Entscheidungen schaffen würde.

Engpass Direktlieferverträge (PPA)

Aus Sicht vieler Unternehmen ist völlig unverständlich, dass der Zubau erneuerbarer Energien über Direktlieferverträge (Power Purchase Agreements, PPA) im Gesetzespaket nicht nur vernachlässigt, sondern durch die geplante Einführung von Klimaschutzverträgen, die laufende Mehrkosten klimafreundlicher Prozesse subventionieren (sog. Differenzverträge) tendenziell behindert wird. In Kombination mit dem im Erneuerbare-Energien-Gesetz weiterbestehenden Verbot, geförderten Grünstrom auch als Nachweis im Klimaschutz zu nutzen (Doppelvermarktungsverbot) nimmt die Förderung durch Differenzverträge Strommengen aus dem Markt, die dringend für betriebliche Klimaneutralitätsziele benötigt werden. PPAs sind mittlerweile vor allem für stromintensive Unternehmen ein wichtiger Baustein der Strategien hin zur betrieblichen Klimaneutralität. Außerdem erhalten die Unternehmen durch sie die Möglichkeit, sich gegen steigende Strompreise abzusichern. Die letzten Monate haben gezeigt, wie bedeutsam das ist.

Bremsen lösen

Entsprechend wichtig wird es sein, dass sich im parlamentarischen Verfahren weitere Ausbaubremsen lösen lassen. Das sollte aber nicht nur für die erneuerbaren Energien gelten, sondern auch für den Ausbau des Netzes. Dringend sind auch Garantien, dass Unternehmen mit einem künftig deutlich erhöhten Stromverbrauch – als Folge des Ausstiegs aus fossilen Energien – ihren Netzanschluss dann bedarfsgerecht erweitern können.

Fazit: Versorgungssicherheit im Blick behalten

Das Ziel des Pakets, eine weitgehende Treibhausgasneutralität 2035 zu erreichen, ist richtig – gerade vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage. Angesichts der fragilen Lieferketten, des Mangels an Flächen und Fachkräften sowie des sich in den Kinderschuhen befindenden Wasserstoffmarktes drohen jedoch gravierende Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit, wenn die Politik nicht nachsteuert.

Quelle: DIHK

Powered by WPeMatico

Exporte in Nicht-EU-Staaten im April 2022: voraussichtlich +4,1 % zum März 2022

Im April 2022 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber März 2022 kalender- und saisonbereinigt um 4,1 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, wurden im April 2022 Waren im Wert von 56,2 Milliarden Euro exportiert.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.05.2022

Exporte in Drittstaaten (kalender- und saisonbereinigt), April 2022

  • 56,2 Milliarden Euro
  • +4,1 % zum Vormonat
  • +8,4 % zum Vorjahresmonat

Exporte in Drittstaaten (Originalwerte), April 2022

  • 53,4 Milliarden Euro
  • +4,5 % zum Vorjahresmonat

Im April 2022 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber März 2022 kalender- und saisonbereinigt um 4,1 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, wurden im April 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 56,2 Milliarden Euro exportiert. Zuvor waren die deutschen Exporte in Nicht-EU-Staaten im März 2022 gegenüber Februar 2022 kalender- und saisonbereinigt um 5,1 % gesunken.

Nicht kalender- und saisonbereinigt wurden im April 2022 nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 53,4 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2021 stiegen die Exporte um 4,5 %.

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren im April 2022 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 12,0 Milliarden Euro exportiert. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber April 2021 um 19,0 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 8,3 Milliarden Euro exportiert, das waren 1,1 % weniger als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen im Vorjahresvergleich um 5,6 % auf 5,4 Milliarden Euro.

Die deutschen Exporte in die Russische Föderation sanken gegenüber April 2021 infolge der wegen des Kriegs in der Ukraine gegen Russland getroffenen Sanktionen, anderer Maßnahmen zur Exportbeschränkung und nicht sanktioniertem Verhalten der Marktteilnehmer um 63,1 % auf 0,9 Milliarden Euro. Damit lag die Russische Föderation im April 2022 nur noch auf Rang 14 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte außerhalb der EU. Im Februar 2022 hatte Russland noch Rang 5 belegt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

Powered by WPeMatico

Familien mit niedrigem Einkommen haben aktuell höchste Inflationsrate: 8 Prozent – kaum Entlastung für Rentnerhaushalte

Familien mit niedrigem Einkommen tragen lt. Hans-Böckler-Stiftung aktuell die höchste Inflationsbelastung, Singles mit hohem Einkommen die geringste – und die Differenz ist weiterhin erheblich. Dagegen sind auch Alleinerziehende und Familien mit zwei Kindern und jeweils mittleren Einkommen etwas überdurchschnittlich von der Teuerung belastet.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 19.05.2022

Monitor liefert neue Daten für verschiedene Haushalte

Familien mit niedrigem Einkommen tragen aktuell die höchste Inflationsbelastung, Singles mit hohem Einkommen die geringste – und die Differenz ist weiterhin erheblich: Gemessen an den für diese Haushaltstypen repräsentativen Warenkörben sind die Preise im April 2022 um 8,0 Prozent bzw. um 6,2 Prozent gestiegen, während der Wert über alle Haushalte hinweg bei 7,4 Prozent lag. Auch für Alleinlebende mit niedrigen, höheren und mittleren Einkommen lagen die Raten mit 6,9 bis 7,2 Prozent im April etwas unterhalb der allgemeinen Preissteigerung. Dagegen sind auch Alleinerziehende und Familien mit zwei Kindern und jeweils mittleren Einkommen etwas überdurchschnittlich von der Teuerung belastet: Für diese Haushalte beträgt die Inflationsrate 7,6 bzw. 7,5 Prozent. Bei Familien mit höherem Einkommen verteuerte sich der haushaltsspezifische Warenkorb weniger stark – um 7,1 Prozent. Die haushaltsspezifische Inflationsrate für kinderlose Paare mit mittlerem Einkommen liegt aktuell bei 7,5 Prozent. Das ergibt der IMK Inflationsmonitor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, der monatlich die spezifischen Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen liefert.

Die Entlastungspakete der Bundesregierung haben nach Analyse der Forschenden zwar durchaus eine soziale Komponente, aber längst nicht in jeder Konstellation: Sie dürften zwar erst einmal den absehbaren Effekt der starken Teuerung für „Erwerbstätigen-Haushalte mit niedrigen bis mittleren Einkommen und insbesondere Familien substanziell“ lindern, schreiben die Studienautoren Prof. Dr. Sebastian Dullien und Dr. Silke Tober. Sie veranschlagen beispielsweise für eine typische vierköpfige Familie mit zwei Erwerbstätigen und niedrigem Haushaltseinkommen für das Gesamtjahr 2022 eine Entlastung um 1006 Euro, während diese Familie durch die Preisexplosion von Januar bis April insgesamt 398 zusätzlich für Haushaltsenergie, Kraftstoffe und Lebensmittel ausgeben musste. Schwächer fällt die Entlastungswirkung bei Alleinerziehenden und Familien aus, in denen nur ein Elternteil erwerbstätig ist. Eine gravierende Lücke zeigt sich insbesondere bei Rentnerinnen und Rentnern, auch mit niedrigen Einkommen: Deren Belastung durch stark gestiegene Energie- und Nahrungsmittelpreise war bereits im Vier-Monatszeitraum von Januar bis April mehr als drei Mal so hoch wie die für das Gesamtjahr vorgesehene Entlastung. „Hier muss nachgesteuert werden, um soziale Härten und eine weitere Spreizung der sozialen Schere zu verhindern“, mahnen Dullien und Tober. Und ergänzen: „Je nach Verlauf der Pandemie und des Ukrainekrieges muss zudem insgesamt bei der Unterstützung von Haushalten mit geringem Einkommen nachgelegt werden.“

In Folge des Ukrainekriegs und von weiterhin durch die Corona-Pandemie angespannten Lieferketten stiegen die Verbraucherpreise für alle Haushalte im April so stark wie seit rund 40 Jahren nicht mehr. Dabei sind die Unterschiede je nach Haushaltskonstellation und Einkommen erheblich, zeigt der IMK Inflationsmonitor: Mit 1,8 Prozentpunkten zwischen ärmeren Familien und wohlhabenden Alleinlebenden lag die Differenz im April fast so hoch wie im März und mehr als doppelt so hoch wie im Februar. Das liegt daran, dass die aktuell stärksten Preistreiber – Haushaltsenergie, Kraftstoffe und Lebensmittel – unterschiedlich stark durchschlagen: Bei Familien mit zwei Kindern und niedrigem Einkommen machen diese drei Komponenten 5,8 Prozentpunkte der haushaltsspezifischen Inflationsrate von 8,0 Prozent aus. Bei Alleinstehenden mit hohem Einkommen entfallen darauf hingegen 3,1 Prozentpunkte von insgesamt 6,2 Prozent haushaltsspezifischer Teuerung.

„Die haushaltsspezifischen Inflationsraten zeigen, dass Haushalte mit geringeren Einkommen durch den Preisanstieg bei Haushaltsenergie überproportional belastet sind und sich auch die Verteuerung der Nahrungsmittel stärker niederschlägt“, schreiben IMK-Direktor Dullien und Inflationsexpertin Tober. Dieser Trend könnte sich nach Analyse des IMK in den kommenden Monaten weiter verschärfen, da bisher noch nicht alle Preissteigerungen von Haushaltsenergie im Großhandel an die Privathaushalte weitergegeben wurden. Erschwerend kommt hinzu, dass Gas, Strom, Heizöl und Nahrungsmittel als Waren des Grundbedarfs bei den Ausgaben ärmerer Haushalte sehr stark ins Gewicht fallen, während sie bei Haushalten mit hohem Einkommen und insbesondere bei wohlhabenden Alleinlebenden einen deutlich kleineren Anteil des Warenkorbs ausmachen. Bei Familien mit Kindern und niedrigem bis mittlerem Einkommen schlagen aktuell zudem die hohen Preise für Kraftstoffe relativ stark zu Buche.

Die Inflationsrate bei Paaren ohne Kinder mit mittlerem Einkommen sowie bei einkommensstarken Singles wird wiederum auch davon beeinflusst, dass die Preise für Ausgabenposten wie Wohnungsinstandhaltung oder Reisen ebenfalls weiter angezogen haben. Die haushaltsspezifische Inflationsrate bei Alleinlebenden mit geringem Einkommen ist nach der Analyse von Dullien und Tober deshalb aktuell noch etwas unterdurchschnittlich, weil solche Güterarten sowie Ausgaben für Kraftstoffe, Fahrzeugkauf oder Reisen mangels finanzieller Möglichkeiten bei ihnen kaum ins Gewicht fallen. Eine fortgesetzte Preisexplosion bei der Haushaltsenergie werde aber gerade auch ärmere Alleinstehende empfindlich treffen. Hinzu kommt: Grundsätzlich haben Haushalte mit niedrigem Einkommen ein besonderes Problem mit starker Teuerung, weil sie vor allem unverzichtbare Alltagsgüter kaufen und kaum Spielräume besitzen, ihr Konsumniveau durch Rückgriff auf Erspartes aufrecht zu erhalten.

Informationen zum Inflationsmonitor

Für den IMK Inflationsmonitor werden auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts die für unterschiedliche Haushalte typischen Konsummuster ermittelt. So lässt sich gewichten, wer für zahlreiche verschiedene Güter und Dienstleistungen – von Lebensmitteln über Mieten, Energie und Kleidung bis hin zu Kulturveranstaltungen und Pauschalreisen – wie viel ausgibt und daraus die haushaltsspezifische Preisentwicklung errechnen. Die Daten zu den Haushaltseinkommen stammen ebenfalls aus der EVS. Im Inflationsmonitor werden neun repräsentative Haushaltstypen betrachtet: Paarhaushalte mit zwei Kindern und niedrigem (2000-2600 Euro), mittlerem (3600-5000 Euro), höherem (mehr als 5000 Euro) monatlichem Haushaltsnettoeinkommen; Haushalte von Alleinerziehenden mit einem Kind und mittlerem (2000-2600 Euro) Nettoeinkommen; Singlehaushalte mit niedrigem (unter 900 Euro), mittlerem (1500-2000 Euro), höherem (2000-2600 Euro) und hohem (mehr als 5000 Euro) Haushaltsnettoeinkommen sowie Paarhaushalte ohne Kinder mit mittlerem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 3600 und 5000 Euro monatlich.

Der IMK Inflationsmonitor wird monatlich aktualisiert.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

Powered by WPeMatico

Corona hat deutsche Büros dauerhaft digitaler gemacht

Die Corona-Pandemie hat lt. Bitkom einen nachhaltigen Digitalisierungsschub in den deutschen Unternehmen ausgelöst. Rund jedes Zweite (49 Prozent) gibt an, dass Corona die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells beschleunigt hat. Vor zwei Jahren, kurz nach Beginn der Pandemie, waren es erst 15 Prozent. In 44 Prozent der Unternehmen hat Corona die Digitalisierung der Geschäftsprozesse beschleunigt (2020: 18 Prozent).

Bitkom, Pressemitteilung vom 17.05.2022

  • Erstmals druckt mehr als die Hälfte der Unternehmen weniger als im Vorjahr – und die digitale Rechnung boomt
  • Drei Viertel der Unternehmen nutzen Videokonferenzen, Brief und Fax werden zum Auslaufmodell
  • Bitkom stellt Digital Office Index 2022 vor

Die Corona-Pandemie hat einen nachhaltigen Digitalisierungsschub in den deutschen Unternehmen ausgelöst. Rund jedes Zweite (49 Prozent) gibt an, dass Corona die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells beschleunigt hat. Vor zwei Jahren, kurz nach Beginn der Pandemie, waren es erst 15 Prozent. In 44 Prozent der Unternehmen hat Corona die Digitalisierung der Geschäftsprozesse beschleunigt (2020: 18 Prozent). 6 von 10 Unternehmen (60 Prozent) sind überzeugt, dass digitale Technologien dabei geholfen haben, die Pandemie zu bewältigen. Eine knappe Mehrheit (53 Prozent) betont, dass Corona einen Innovationsschub im eigenen Unternehmen ausgelöst hat. Und 4 von 5 Unternehmen (83 Prozent) verfügen inzwischen über eine Digitalstrategie, vor zwei Jahren lag der Anteil erst bei 74 Prozent. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.102 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus allen Wirtschaftsbereichen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Im laufenden Jahr werden die Investitionen in die Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen voraussichtlich weiter zunehmen. 29 Prozent der Unternehmen wollen in diesem Jahr mehr investieren als 2021, nur 14 Prozent planen, ihre Investitionen zurückzufahren. Die Mehrheit (53 Prozent) lässt die Ausgaben unverändert. „Digitalisierung macht Unternehmen krisenfest. Diese Erkenntnis hat sich in der deutschen Wirtschaft durch die Corona-Pandemie durchgesetzt. Die Unternehmen haben erkannt, dass es digitale Transformation nicht zum Nulltarif gibt“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Corona war offensichtlich der Anstoß für viele überfällige Digitalisierungsmaßnahmen, der durch Corona ausgelöste Digitalisierungsschub verstetigt sich.“

Videokonferenzen werden häufiger genutzt, Fax und Briefe seltener

Zum Standard der Unternehmenskommunikation gehören wie in der Vergangenheit-E-Mail (100 Prozent) und Festnetz-Telefone (96 Prozent). Smartphones nutzen 83 Prozent der Unternehmen sehr häufig oder häufig, vor zwei Jahren waren es 81 Prozent und 2018 erst 51 Prozent. Videokonferenzen gehören in 72 Prozent der Unternehmen zum Alltag, 2020 waren es noch 61 Prozent und 2018 nur 48 Prozent. Messenger nutzt die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent), vor zwei Jahren waren es 50 Prozent. Kollaborationstools setzen 40 Prozent ein (2020: 36 Prozent). Und in jedem dritten Unternehmen (36 Prozent) wird inzwischen häufig über Social Media kommuniziert (2020: 29 Prozent, 2018: 25 Prozent). Zugleich werden klassische Kommunikationsmittel seltener verwendet. Erstmals nutzt weniger als die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) häufig oder sehr häufig die Briefpost (2020: 56 Prozent, 2018: 71 Prozent). Und nur noch 40 Prozent greifen häufig auf das Fax zurück. Vor zwei Jahren waren es noch 49 Prozent, 2018 sogar noch 62 Prozent. Berg: „Die Digitalisierung der Kommunikationswege ist unumkehrbar – und sie hat sich noch einmal deutlich beschleunigt. War der Einsatz etwa von Videokonferenzen und Kollaborationstools durch die Pandemie in vielen Unternehmen zunächst erzwungen oder aus der Not geboren, so haben die vielfältigen Vorteile inzwischen auch Zweifler überzeugt. Das hybride Arbeiten wird der Standard.“

Möglichkeiten digitaler Tools werden noch nicht ausgeschöpft

Allerdings zeigt ein genauerer Blick auf den Einsatz von Kollaborationstools auch, dass die digitalen Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft werden. So überwiegt beim Einsatz von Tools wie Microsoft Teams, Slack oder Google Workspace momentan noch die Nutzung eher einfacher Anwendungen. Jeweils 8 von 10 Unternehmen greifen auf Audio- oder Videokonferenzen der Kollaborations-Lösungen zurück (88 Prozent), nutzen das Terminmanagement (83 Prozent), setzen Einzel- oder Gruppenchats ein (81 Prozent) oder verwenden die Dateiablage für die Zusammenarbeit an Dokumenten (77 Prozent). Deutlich seltener wird aber auf komplexere Anwendungen wie die Verteilung und Verfolgung von Aufgaben (65 Prozent), die Zusammenarbeit mit Externen wie Kunden oder Zulieferern (63 Prozent), das Wissensmanagement (41 Prozent) oder virtuelle Arbeitsräume (41 Prozent) zurückgegriffen. „Häufig werden in den Unternehmen noch die alten, analogen Abläufe einfach digital nachgebildet“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Weitere Effizienzgewinne sind möglich, wenn die völlig neuen Möglichkeiten digitaler Tools auch in den Arbeitsalltag und die Unternehmensprozesse integriert werden.“

ECM, CRM, ERP: Digital-Office-Lösungen gehören zum Standard

Deutlich zugenommen hat in den Pandemie-Jahren auch die Nutzung von Digital-Office-Lösungen. So haben inzwischen drei Viertel (76 Prozent) der Unternehmen mindestens eine Anwendung für Enterprise Content Management (ECM) im Einsatz, die unter anderem eine digitale Verwaltung geschäftlicher Dokumente ermöglicht (2020: 68 Prozent). Ebenfalls drei Viertel (77 Prozent) nutzen eine Customer-Relationship-Management-Anwendung (CRM) zur digitalen Verwaltung von Kundenkontakten (2020: 60 Prozent). Und sogar 95 Prozent setzen Enterprise Ressource Planning (ERP) ein, also die digitale Planung und Steuerung von Ressourcen wie Material oder Personal (2020: 77 Prozent). Berg: „Ein Archiv voller Papierordner oder die Kundenliste auf Karteikarten muss der Vergangenheit angehören. Deutschland ist auf dem Weg in die Datenökonomie und die Voraussetzung für die Verwendung von Daten ist der Verzicht auf analoge Geschäftsprozesse.“

Dabei gibt es eine weit verbreitete Zufriedenheit mit dem Einsatz digitaler Lösungen für Geschäfts- und Verwaltungsprozesse. So sehen drei Viertel eine Verbesserung bei der Erfüllung von Compliance-Richtlinien (74 Prozent) und der Performance (72 Prozent). Je 7 von 10 Unternehmen sehen eine Zunahme bei der Transparenz (70 Prozent) sowie der Automatisierung (68 Prozent) der Prozesse und zwei Drittel (66 Prozent) bei der Kundenzufriedenheit. Jedes dritte Unternehmen sieht ein verstärktes Angebot an neuen Produkten und Dienstleistungen (38 Prozent) sowie eine erhöhte Zufriedenheit bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (36 Prozent). Uneinheitlich ist das Bild bei der Datensicherheit. Hier sehen 45 Prozent der Unternehmen eine Zunahme, aber 11 Prozent auch eine Abnahme durch die Nutzung digitaler Lösungen.

Abschied vom Papier rückt näher

Deutlich näher rückt das papierarme Büro. So sagt erstmals mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent), dass weniger ausgedruckt wird als noch vor einem Jahr. 2020 waren es noch 49 Prozent, 2018 erst 33 Prozent. Zugleich geben 86 Prozent an, das Unternehmen habe das Ziel, Briefpost durch digitale Kommunikation zu ersetzen. Das sind ebenso viele wie vor zwei Jahren, aber doppelt so viele wie noch 2018 (43 Prozent). Zugleich geben aber inzwischen fast drei Viertel (72 Prozent) an, dass es ihnen auch gelingt Briefpost durch digitale Kommunikation zu ersetzen. Vor zwei Jahren waren dies erst 63 Prozent, vor vier Jahren sogar nur 30 Prozent. „Papier ist häufig nicht mehr das ideale Trägermedium. Dank schneller Breitbandverbindungen und leistungsfähiger Endgeräte verlagert sich die Kommunikation vieler Menschen im Alltag in den digitalen Raum – und die Unternehmen folgen den Menschen“, so Berg.

In der Pandemie hat es zudem einen rasanten Anstieg bei der Nutzung digitaler Rechnungen gegeben. Zum ersten Mal ist die Gruppe der Unternehmen, die ihre Rechnungen überwiegend elektronisch erstellen, mit 40 Prozent am größten. Nur noch 25 Prozent erstellen die meisten Rechnungen auf Papier, 32 Prozent nutzen digitale und analoge Wege etwa zu gleichen Teilen. Vor zwei Jahren nutzen erst 24 Prozent überwiegend digitale Rechnungen, aber 33 Prozent vor allem papierbasierte und 41 Prozent beide Wege gleichermaßen.

Geld, Sicherheit, Fachkräfte: Die größten Hürden bei der Digitalisierung

Größte Hürden bei der Digitalisierung sind unverändert ein als zu hoch empfundener Investitionsbedarf (73 Prozent), die Angst vor unberechtigtem Zugriff auf Daten (65 Prozent) sowie zu wenig qualifiziertes Personal (64 Prozent). Daneben nennt rund jedes zweite Unternehmen fehlende Zeit (55 Prozent), Angst vor Datenverlust (54 Prozent), fehlende Standards (53 Prozent). Rechtliche und regulatorische Bestimmungen (52 Prozent), zu hohe Anforderungen an den Datenschutz (51 Prozent) und die IT-Sicherheit (51 Prozent). Seltener genannt wird Widerstand im eigenen Unternehmen (41 Prozent) sowie fehlende externe Beratung (33 Prozent). Kaum mehr Zweifel gibt es am wirtschaftlichen Nutzen der Digitalisierung. War dieser 2018 noch 34 Prozent und vor zwei Jahren 27 Prozent der Unternehmen unklar, so sind es jetzt nur noch 19 Prozent. „Die letzten Zweifel an der Notwendigkeit der Digitalisierung sind ausgeräumt. Digitalisierung ist aber kein Selbstläufer, sondern erfordert Anstrengung und Ressourcen. Die Unternehmen müssen sich jetzt darauf konzentrieren, die vorhandenen Hürden auszuräumen“, betont Berg.

Digital Office Index 2022: Große Unternehmen deutlich weiter als kleine Unternehmen

Der vom Bitkom alle zwei Jahre veröffentlichte Digital Office Index steigt im Durchschnitt von 55 im Jahr 2020 auf 59 Punkte in diesem Jahr. Dabei stehen 100 Punkte für vollständig digitalisiert, 0 Punkte sind überhaupt nicht digitalisiert. Große Unternehmen sind dabei deutlich weiter als kleinere. So liegt der Digital Office Index für Unternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten bei 68 Punkten, der für Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten bei 63 Punkten. Unternehmen, die 20 bis 99 Menschen beschäftigen, erreichen dagegen erst 58 Punkte. Damit gehören laut dem diesjährigen Digital Office Index 39 Prozent der Unternehmen zu den Vorreitern bei der Digitalisierung und 36 Prozent haben einen durchschnittlichen Digitalisierungsfortschritt. Zugleich haben 23 Prozent einen unterdurchschnittlichen Digitalisierungsfortschritt und 2 Prozent gelten als Nachzügler. Die komplette Studie zum Digital Office Index 2022 steht hier zum Download bereit: www.bitkom.org/doi-2022

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico

Mittelschicht vor Corona: Stabil und weniger besorgt

Fast jeder zweite Bundesbürger gehörte im Jahr 2018 zur Mittelschicht – dieser Wert hat sich seit Jahren praktisch nicht verändert. Eine neue Studie des IW Köln zeigt außerdem, ab welchem Einkommen die Mittelschicht beginnt und warum 18- bis 34-Jährige heute seltener dazugehören.

IW Köln, Pressemitteilung vom 16.05.2022

Fast jeder zweite Bundesbürger gehörte im Jahr 2018 zur Mittelschicht – dieser Wert hat sich seit Jahren praktisch nicht verändert. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt außerdem, ab welchem Einkommen die Mittelschicht beginnt und warum 18- bis 34-Jährige heute seltener dazugehören.

Wer 2018 als Singlehaushalt mehr als 1.620 Euro Nettoeinkommen pro Monat zur Verfügung hatte, gehörte zur Mittelschicht im engeren Sinne. Das zeigt eine neue IW-Studie auf Basis der Langzeitbefragung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Fünf Jahre zuvor lag die Grenze inflationsbereinigt noch fast 200 Euro niedriger. Nach IW-Definition zählt zur Mittelschicht im engeren Sinne, wer 80 bis 150 Prozent des Medianeinkommens hat. Im Bereich von 60 bis 80 Prozent des Medianeinkommens gehört ein Haushalt zur unteren Mitte, der Bereich von 150 bis 250 Prozent definiert die obere Mitte.

Stabile Mittelschicht

Doch wie steht es um die Stabilität der Mittelschicht? Auch wenn in den vergangenen Jahren häufig auf eine schrumpfende Mittelschicht verwiesen wurde, zeigt die IW-Auswertung, dass sich die relative Größe der Mittelschicht seit gut einem Jahrzehnt kaum verändert hat. Im Zeitraum zwischen 2000 und 2005 sank der Anteil der Mittelschicht an der Bevölkerung von 54,4 Prozent auf 49,8 Prozent. Seitdem hat sich der Anteil allerdings nur unmerklich verändert: Im Jahr 2018 gehörte mit rund 49 Prozent knapp jeder Zweite zur Mittelschicht im engeren Sinne. Im Generationenvergleich zeigt sich jedoch, dass junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 34 Jahren heute seltener zur Mittelschicht gehören als ihre Elterngeneration im gleichen Alter. Eine naheliegende Erklärung: Die Studien- und Ausbildungszeiten sind heutzutage länger und junge Menschen wohnen häufiger allein als früher.

Weniger Sorgen

Auch das Empfinden der Menschen deutet auf eine stabile Mittelschicht hin: Gegenüber dem Jahr 2006 sind die finanziellen Sorgen in allen Einkommensschichten zurückgegangen. Damals machte sich jeder Vierte in der Mittelschicht große Sorgen um seine materielle Lage, 2019 waren es unter zehn Prozent. „Für die Zeit vor der Corona-Pandemie deuten die Daten und das Empfinden der Menschen auf ein positives Bild hin, auch wenn in der Öffentlichkeit häufig von einer zunehmend verunsicherten und von Abstiegsängsten geplagten Mittelschicht die Rede ist“, sagt Studienautorin Judith Niehues. „In unseren Mobilitätskennzahlen finden sich zudem keine stichhaltigen Gründe für steigende Ängste. Die finanziellen Abstiegsrisiken haben sich für die Mittelschicht im engen Sinn seit vielen Jahren nicht nennenswert verändert“, ergänzt Studienautor Maximilian Stockhausen. Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine auf das Schichtgefüge haben, kann erst in den kommenden Jahren beantwortet werden.

Quelle: IW Köln

Powered by WPeMatico

Frühjahrsprognose 2022: Russische Invasion stellt Widerstandsfähigkeit der EU-Wirtschaft auf die Probe

Vor Kriegsausbruch zeichnete sich in der EU ein anhaltendes und kräftiges Wirtschaftswachstum ab. Die russische Invasion der Ukraine stellt die Union, die sich gerade erst von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie erholt hat, jedoch vor neue Herausforderungen. Die EU-Kommission hat daher die Wachstumsaussichten für die EU nach unten und die Inflationsprognose nach oben korrigiert.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 16.05.2022

Vor Kriegsausbruch zeichnete sich in der EU ein anhaltendes und kräftiges Wirtschaftswachstum ab. Die russische Invasion der Ukraine stellt die Union, die sich gerade erst von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie erholt hat, jedoch vor neue Herausforderungen. Durch den anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Rohstoffpreise und die damit verbundenen erneuten Lieferunterbrechungen und die zunehmende Unsicherheit verschärft der Krieg Gegenwinde, die sich laut vorherigen Prognosen bereits hätten abschwächen sollen. Die Europäische Kommission hat daher die Wachstumsaussichten für die EU nach unten und die Inflationsprognose nach oben korrigiert.

Krieg belastet Wachstum zusätzlich

Das BIP der EU dürfte im Prognosezeitraum dank des kombinierten Effekts der Wiederöffnung nach dem Lockdown und der entschlossenen politischen Maßnahmen zur Förderung des Wachstums während der Pandemie positiv bleiben. Insbesondere die Wiederaufnahme kontaktintensiver Dienstleistungen nach der Pandemie, ein starker und sich weiter verbessernder Arbeitsmarkt, eine geringere Anhäufung von Ersparnissen sowie fiskalpolitische Maßnahmen zum Ausgleich steigender Energiepreise dürften den privaten Verbrauch stützen. Ferner dürfte die vollständige Inanspruchnahme der Aufbau- und Resilienzfazilität und die Umsetzung der begleitenden Reformagenda Investitionen begünstigen.

Sowohl für die EU als auch für das Euro-Währungsgebiet wird nun ein reales BIP-Wachstum von 2,7 % im Jahr 2022 und 2,3 % im Jahr 2023 erwartet; in der Zwischenprognose vom Winter 2022 war noch von 4,0 % und 2,8 % (2,7 % für das Euro-Währungsgebiet) ausgegangen worden. Die Herabstufung für 2022 ist vor dem Hintergrund der Wachstumsdynamik der Wirtschaft im Frühjahr und Sommer letzten Jahres zu sehen, die sich bei der jährlichen Wachstumsrate in diesem Jahr in einem Plus von zwei Prozentpunkten niederschlägt. Das Produktionswachstum hat sich im Laufe des Jahres von 2,1 % auf nunmehr 0,8 % verringert.

Am stärksten werden die Volkswirtschaften in der EU und weltweit von den Preisen für Energieerzeugnisse getroffen. Auch wenn nach den Tiefständen während der Pandemie hier bereits vor dem Krieg ein erheblicher Anstieg zu verzeichnen war, so hat die Unsicherheit bei den Lieferketten die Preise weiter nach oben getrieben und ihre Volatilität erhöht. Dies gilt für Nahrungsmittel wie auch für andere grundlegende Waren und Dienstleistungen; gleichzeitig sinkt die Kaufkraft der privaten Haushalte.

Zu den Störungen im Welthandel aufgrund der drastischen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 in Teilen Chinas kommen nun kriegsbedingte Logistik- und Lieferkettenunterbrechungen sowie steigende Betriebsmittelkosten für zahlreiche Rohstoffe hinzu, die die Produktion zusätzlich belasten.

Energiepreise treiben Inflation auf Rekordhoch

Die Inflation, die seit Anfang 2021 angezogen hat, kletterte im Vorjahresvergleich von 4,6 % (letztes Quartal 2021) auf 6,1 % (erstes Quartal 2022). Bei der Gesamtinflation im Euro-Währungsgebiet ist ein drastischer Anstieg auf 7,5 % im April zu verzeichnen – der höchste Stand in der Geschichte der Währungsunion.

Für das Euro-Währungsgebiet wird eine Inflation von 6,1 % im Jahr 2022 erwartet, die dann im Jahr 2023 auf 2,7 % sinken dürfte. Für das Jahr 2022 insgesamt ist dies gegenüber der Zwischenprognose vom Winter 2022 (3,5 %) eine deutliche Korrektur nach oben. Die Inflation dürfte im zweiten Quartal dieses Jahres mit 6,9 % ihren Höchststand erreichen und danach allmählich zurückgehen. In der EU wird die Inflation voraussichtlich von 2,9 % im Jahr 2021 auf 6,8 % im Jahr 2022 steigen und dann im Jahr 2023 auf 3,2 % sinken. Für die Jahre 2022 und 2023 wird sowohl in der EU als auch im Euro-Währungsgebiet eine durchschnittliche Kerninflation von über 3 % erwartet.

Starker und sich weiter verbessernder Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt kann verfügt in der neuen Krise über eine solide Grundlage. Im Jahr 2021 wurden in der EU-Wirtschaft mehr als 5,2 Millionen Arbeitsplätze geschaffen und durch den attraktiveren Arbeitsmarkt fast 3,5 Millionen mehr Menschen in Beschäftigung gebracht. Zudem ging die Zahl der Arbeitslosen um fast 1,8 Millionen zurück. Die Arbeitslosenquoten sanken Ende 2021 unter das Rekordtief der Vorjahre.

Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich voraussichtlich weiter verbessern. Die Beschäftigung in der EU dürfte in diesem Jahr um 1,2 % zulegen, wenngleich diese jährliche Steigungsrate vor allem durch die starke Dynamik in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres gestützt wird. Die Arbeitsmarktintegration von Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine in die EU fliehen, verläuft nur schrittweise und dürfte erst ab nächstem Jahr spürbar sein.

Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich weiter zurückgehen, und zwar auf 6,7 % in diesem Jahr bzw. 6,5 % im Jahr 2023 in der EU und auf 7,3 % bzw. 7,0 % in den Jahren 2022 und 2023 im Euro-Währungsgebiet.

Staatliche Defizite weiter rückläufig, aber Kostenanstieg infolge des Krieges

Trotz der Kosten für Maßnahmen zur Milderung der Auswirkungen hoher Energiepreise und zur Unterstützung von Flüchtlingen aus der Ukraine dürfte das gesamtstaatliche Defizit in der EU in den Jahren 2022 und 2023 weiter zurückgehen, da befristete COVID-19-Unterstützungsmaßnahmen nach und nach zurückgefahren werden. Den Prognosen zufolge wird das Defizit in der EU von 4,7 % des BIP im Jahr 2021 auf 3,6 % des BIP im Jahr 2022 und auf 2,5 % des BIP im Jahr 2023 zurückgehen (3,7 % bzw. 2,5 % im Euro-Währungsgebiet).

Nach einem Rückgang von einem historischen Höchststand von fast 92 % des BIP im Jahr 2020 (fast 100 % im Euro-Währungsgebiet) auf rund 90 % (97 % im Euro-Währungsgebiet) im Jahr 2021, dürfte die Gesamtschuldenquote der EU im Jahr 2022 auf rund 87 % und im Jahr 2023 auf 85 % (95 % bzw. 93 % im Euro-Währungsgebiet) zurückgehen und damit weiterhin über dem Niveau vor der COVID-19-Krise bleiben.

Kriegsverlauf bestimmt Unsicherheit und Risiken

Die Risiken, mit denen die Konjunktur- und Inflationsprognose behaftet ist, hängen in hohem Maße vom Kriegsverlauf und insbesondere von den damit verbundenen Auswirkungen auf die Energiemärkte ab.

Angesichts der hohen Unsicherheit wird die Basisprognose von einer modellgestützten Szenarioanalyse begleitet, in der die Auswirkungen höherer Preise für Energieerzeugnisse sowie einer vollständigen Einstellung von Gaslieferungen aus Russland simuliert werden. In letzterem drastischeren Szenario würden die BIP-Wachstumsraten 2022 und 2023 etwa 2,5 Prozentpunkte bzw. 1 Prozentpunkt unter dem prognostizierten Basisszenario liegen, während die Inflation 2022 um 3 Prozentpunkte und 2023 um mehr als 1 Prozentpunkt über der Basisprojektion liegen würde.

Zusätzlich zu solchen potenziellen Unterbrechungen der Energieversorgung könnten unerwartet große Probleme bei den Lieferketten sowie ein weiterer Anstieg der Preise für nicht-energetische Rohstoffe, insbesondere Nahrungsmittel, zu einem zusätzlichen Abwärtsdruck auf das Wachstum und einem Aufwärtsdruck auf die Preise führen. Sollten die Zweitrundeneffekte infolge einer importierten Inflation und eines damit verbundenen Inflationsschocks stärker als erwartet ausfallen, könnte dies die Gefahr einer Stagflation deutlich erhöhen. Ein starker Inflationsdruck birgt auch erhöhte Risiken für die Finanzierungsbedingungen. Zudem bleibt COVID-19 ein Risikofaktor.

Abgesehen von diesen unmittelbaren Risiken führt Russlands Invasion der Ukraine zu einer wirtschaftlichen Abschottung der EU von Russland, deren Folgen zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer einzuschätzen sind.

Stellungnahmen aus dem Kommissionskollegium

Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, erklärte: „Durch Russlands Krieg gegen die Ukraine durchlebt die Wirtschaft der EU zweifellos eine schwierige Zeit. Daher haben wir unsere Prognose entsprechend herabgestuft. Der Anstieg der Energiepreise wiegt dabei am schwersten, da er die Inflation auf Rekordhöhe treibt und die europäischen Unternehmen und Haushalte belastet. Zwar wird das Wachstum in diesem und im nächsten Jahr anhalten, aber es wird deutlich geringer ausfallen als zuvor erwartet. Die Unsicherheit und die Risiken hinsichtlich der Prognose werden so lange hoch bleiben, wie Russland seinen Angriffskrieg fortsetzt. Es gibt jedoch auch einige positive Faktoren, die es uns ermöglichen, dieser Krise die Stirn zu bieten. Unsere wirtschaftlichen Eckdaten sind solide: Vor Kriegsbeginn befand sich die EU-Wirtschaft auf einem starken Erholungs- und Wachstumspfad. In der EU-Wirtschaft entstehen mehr Arbeitsplätze, wodurch der Arbeitsmarkt für mehr Menschen attraktiv wird und die Arbeitslosigkeit auf einem niedrigen Stand bleibt. Ferner wird die vollständige Umsetzung der Aufbau- und Resilienzpläne der Mitgliedstaaten unserer Wirtschaft einen dringend benötigten Impuls verleihen.“

Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni fügte hinzu: „Russlands Invasion der Ukraine verursacht vor allem unermessliches Leid und Zerstörung, erschwert aber auch die wirtschaftliche Erholung Europas. Der Krieg hat zu einem rasanten Anstieg der Energiepreise und weiteren Unterbrechungen der Lieferketten geführt, sodass wir nun längerfristig mit einer höheren Inflation rechnen müssen. Der kräftige wirtschaftliche Aufschwung des vergangenen Jahres wird sich in diesem Jahr weiter positiv auf die Wachstumsraten auswirken. Ein starker Arbeitsmarkt, die Wiederöffnung nach der Pandemie und NextGenerationEU dürften unsere Volkswirtschaften weiter unterstützen und dazu beitragen, den öffentlichen Schuldenstand und die Defizite zu verringern. Diese Prognose ist jedoch mit hoher Unsicherheit und Risiken behaftet, die in großem Maße von der Entwicklung des russischen Krieges abhängen. Es sind durchaus noch andere Szenarien möglich, in denen das Wachstum möglicherweise geringer und die Inflation höher als in unseren heutigen Prognosen ausfallen.“

Quelle: EU-Kommission

Powered by WPeMatico