Der Mittelstand nimmt eine wichtige Rolle bei der Regionalentwicklung ein

Während der Corona-Pandemie wirkte der Mittelstand stabilisierend auf die Gesellschaft und die Wirtschaft: Viele mittelständische Unternehmen suchten ihre Beschäftigten trotz ökonomischer Schwierigkeiten zu halten und entwickelten in kürzester Zeit alternative Geschäftsmodelle. Damit trugen die Unternehmen – neben den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen – entscheidend dazu bei, dass die Vielfalt des Mittelstands in den Regionen weitestgehend bestehen, die Versorgung der Bevölkerung gesichert und die Arbeitsplätze erhalten blieben. Das IfM Bonn hat dazu eine Studie veröffentlicht.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 16.05.2022

IfM Bonn: Direkter Austausch zwischen strukturschwachen und mittelstandsstarken Regionen ist hilfreich

Während der Corona-Pandemie wirkte der Mittelstand stabilisierend auf die Gesellschaft und die Wirtschaft: Viele mittelständische Unternehmen suchten ihre Beschäftigten trotz ökonomischer Schwierigkeiten zu halten und entwickelten in kürzester Zeit alternative Geschäftsmodelle. Damit trugen die Unternehmen – neben den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen – entscheidend dazu bei, dass die Vielfalt des Mittelstands in den Regionen weitestgehend bestehen, die Versorgung der Bevölkerung gesichert und die Arbeitsplätze erhalten blieben.

„Der Mittelstand leistet aber nicht nur in Krisenzeiten einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, sondern er trägt auch generell zur Zukunftsfähigkeit und Krisenfestigkeit von Regionen bei. Dabei geht sein gesellschaftlicher Beitrag weit über messbare Ergebnisse hinaus“, zeigt Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen) auf. Gemeinsam mit ihrem Projektteam hat sie den Prozess der gesellschaftlichen Wertschöpfung empirisch am Beispiel von zwei wirtschaftlich gegensätzlichen Regionen in Deutschland untersucht. Dabei stellten sie fest, dass der Mittelstand in beiden Regionen vielfältige gesellschaftliche Beiträge erbringt. Entsprechend lässt sich der Stellenwert des Mittelstands nicht allein auf betriebs- und volkswirtschaftliche Wirkungen reduzieren, sondern zeigt sich beispielsweise auch in weichen Faktoren, wie der Schaffung von Zukunftsperspektiven und dem Erhalt der Lebensqualität.

Allerdings wird der gesellschaftliche Beitrag in den Regionen unterschiedlich wahrgenommen: „In wirtschaftlich gut aufgestellten Regionen richtet sich der Blick stärker auf den Beitrag des Mittelstands, der sich über die reine wirtschaftliche Tätigkeit hinaus ergibt – beispielsweise auf den Erhalt der regionalen Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit. In strukturschwachen Regionen sowie in Regionen, die sich im Strukturwandel befinden, wird der gesellschaftliche Beitrag des Mittelstands hingegen eher gleichgesetzt mit seinen wirtschaftlichen Beiträgen, wie der Schaffung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen“, berichtet die IfM-Präsidentin. Gleichwohl generieren die mittelständischen Unternehmen den gesellschaftlichen Beitrag nicht allein. Dieser entsteht vielmehr im Zusammenwirken mit anderen Akteuren aus der Region wie der Kommunalpolitik, Kreditinstitute oder soziale Initiativen. Die örtlichen Herausforderungen und regionalpolitischen Ziele entscheiden darüber, wer die treibende Kraft in diesem Zusammenwirken ist.

„Um strukturschwache Regionen zu stärken, empfiehlt es sich aus unserer Sicht, diese in Kontakt zu mittelstandsstarken Regionen zu bringen. Auf diese Weise können sie neue Impulse für die vielfältigen Rollen und Beiträge des Mittelstands erhalten – und selbst Wege finden, sich entsprechend weiterzuentwickeln“, so Prof. Dr. Friederike Welter.

Die Studie „Die gesellschaftliche Wertschöpfung des Mittelstands“ ist auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar.

Quelle: IfM Bonn

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Staatliche Unterstützungsmaßnahmen können nicht jedes Unternehmensrisiko abfedern

Sollten im Zuge des Kriegs in der Ukraine staatliche Unterstützungsprogramme für den Mittelstand erforderlich sein, sollten diese nach Ansicht der Wissenschaftler:innen des IfM Bonn berücksichtigen, ob die Notlage der Unternehmen auf einer existenzgefährdenden Ausnahmesituation oder auf dem unternehmerischen Risiko beruht.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 13.05.2022

IfM Bonn plädiert für eine differenzierte Betrachtung bei der Ausgestaltung möglicher Maßnahmen

Sollten im Zuge des Kriegs in der Ukraine staatliche Unterstützungsprogramme für den Mittelstand erforderlich sein, sollten diese nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IfM Bonn berücksichtigen, ob die Notlage der Unternehmen auf einer existenzgefährdenden Ausnahmesituation oder auf dem unternehmerischen Risiko beruht: „Bereits mit der Georgien-Krise im Jahre 2008, spätestens aber seit der Annexion der Krim in 2014 war erkennbar, dass das unternehmerische Engagement in Russland mit erhöhtem Risiko verbunden ist. Unternehmerinnen und Unternehmer, die dieses Risiko dennoch eingegangen sind, sollten unserer Ansicht nach bei möglichen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen keine besondere Berücksichtigung finden. Schließlich ist das Risiko, das mit ihrer unternehmerischen Betätigung verbunden war, mit den damit verbundenen ökonomischen Chancen abgegolten worden“, erläutert Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen).

Anders sei die Situation zu bewerten, wenn die Folgen des Krieges mittelständische Unternehmen unvermittelt und Existenz bedrohend treffen. „Der Krieg hat als exogener Schock zu einem kurzfristig sehr starken Anstieg der Energiepreise in den vergangenen Wochen geführt. In dieser kurzen Phase war es keinem Unternehmen möglich, kurzfristig nennenswerte Substitutionsmöglichkeiten aufzubauen. In diesem Fall sind – ähnlich wie schon während der Corona-Pandemie – staatliche Unterstützungsmaßnahmen gerechtfertigt“, so die Präsidentin des IfM Bonn. Demnach wäre grundsätzlich eine befristete Absenkung staatlicher Preisaufschläge auf Energie erwägenswert, da alle Unternehmen entsprechend ihrer konkreten Betroffenheit entlastet würden.

Die Ökonomin hat gemeinsam mit ihrem Team sowohl die Auswirkungen der vergangenen Kriegswochen auf den Mittelstand als auch die möglichen Effekte beispielsweise im Falle eines Rohstoffstopps beleuchtet. Demnach sind aktuell die direkten Folgen für die mittelständische Wirtschaft aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Verflechtungen mit Russland und der Ukraine überschaubar.

Deutlich gravierender sind hingegen die indirekten Auswirkungen, da viele mittelständische Unternehmen als Zulieferer unter den gestiegenen Preisen für Vorprodukte, Rohstoffe und Energie litten. Hinzu komme, dass die Nachfrage der privaten Haushalte nach den Produkten und Dienstleistungen aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten sinke. Dies treffe wiederum besonders mittelständische Bereiche, die schon unter der Pandemie gelitten haben, wie beispielsweise die Gastronomie oder die Kulturschaffenden.

Das Hintergrundpapier „Die Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes auf den Mittelstand“ ist auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar.

Quelle: IfM Bonn

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 2022

Die wirtschaftliche Entwicklung im Mai steht lt. BMWK ganz im Zeichen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Die ersten verfügbaren Indikatoren für den Berichtsmonat März zeigen infolge des Krieges eine deutlich geschwächte Industrieproduktion und einen gedämpften Außenhandel.

BMWK, Pressemitteilung vom 13.05.2022

  • Der Effekt des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zeigt sich im Mai deutlich in den Konjunkturindikatoren. Die Produktion verzeichnete nach fünf Anstiegen in Folge einen markanten Rückgang. Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind erneut merklich zurückgegangen. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich zwar nach einem kräftigen Einbruch im März zuletzt im April wieder stabilisiert, aber der Ausblick auf die kommenden Monate fällt gedämpft aus.
  • Die Umsätze im Einzelhandel sind im März gegenüber dem Vormonat etwas gesunken. Damit lagen die Umsätze zuletzt deutlich um 2,7 % unter ihrem Vorjahresniveau. Grund dafür sind die stark steigenden Preise. Auch in den kommenden Monaten dürften die Inflation und die Verunsicherung wegen des Ukraine-Kriegs das Konsumklima belasten.
  • Die Inflationsrate hat sich von März auf April noch einmal leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 7,4 % erhöht. Energie verteuerte sich im April binnen Jahresfrist um 35,3 % (März: +39,5 %). Die Preise für Nahrungsmittel stiegen mit +8,6 % so kräftig wie zuletzt im März 2008 (März 2022: +6,2 %). Die Kernrate, bei der diese beiden volatilen Preiskomponenten herausgerechnet werden, erhöhte sich im April auf 3,8 %.
  • Am Arbeitsmarkt hat trotz der russischen Invasion in der Ukraine die Frühjahrsbelebung eingesetzt. Im April ging die registrierte Arbeitslosigkeit saisonbereinigt erneut zurück, die Erwerbstätigkeit hat im März saisonbereinigt kräftig zugenommen. Rund 0,72 Mio. Personen haben im Februar Kurzarbeit in Anspruch genommen. Dies ist ein leichter Rückgang gegenüber Januar.
  • Der insgesamt rückläufige Trend der Unternehmensinsolvenzen in den Jahren 2020/21 setzt sich auch zu Jahresbeginn 2022 fort. Im Januar und Februar lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nochmals um 4,6% bzw. 5,3% unter dem Niveau der Vorjahresmonate. Trotz der gestiegenen Risiken deuten aktuelle Frühindikatoren und Umfragen keinen signifikanten Anstieg in naher Zukunft an.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Mai steht ganz im Zeichen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Die ersten verfügbaren Indikatoren für den Berichtsmonat März zeigen infolge des Krieges eine deutlich geschwächte Industrieproduktion und einen gedämpften Außenhandel.

Russischer Angriffskrieg zeigt sich im Mai in gedämpften Konjunkturindikatoren

Die Einzelhandelsumsätze waren nahezu unverändert, hier dürfte sich die Rücknahme von Corona-Beschränkungen und der Kriegseffekt in etwa ausgeglichen haben. Bei den umfragebasierten Stimmungsindikatoren zeichnet sich eine vorsichtige Stabilisierung im April ab. Nach dem deutlichen Rückgang im März ist das ifo Geschäftsklima im April wieder leicht gestiegen. Dabei verbesserten sich sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Geschäftserwartungen. Demgegenüber zeigte der Einkaufsmanagerindex erneut eine leichte Abwärtsbewegung im April.

Die Inflationsrate bietet weiterhin Grund zur Sorge: Im April lag sie bei erneut sehr hohen 7,4 % und zeigt mittlerweile eine Verteuerung für eine Breite an Kategorien des Warenkorbs. Die Teuerungsimpulse speisen sich in Teilen also aus Zweitrundeneffekten der hohen Energiepreise. Die Preise für die wichtigsten Energieträger selbst haben sich derweil wieder etwas beruhigt. Die Gaspreise beispielsweise waren im April wieder rückläufig, stehen aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau über den Vorkriegswerten. Der Ausblick für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten steht damit unter dem Vorzeichen des nach wie vor hohen Preisdrucks und der immer noch ungewissen Dauer und dem Ausgang des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.

Weltwirtschaft entwickelt sich zurückhaltender

Die Weltwirtschaft wird zunehmend vom Krieg in der Ukraine beeinflusst. So stieg die weltweite Industrieproduktion im Februar mit +0,9 % spürbar schwächer als in den drei Vormonaten. Auch der Welthandel legte zuletzt im Februar weniger zu. Der Stimmungsindikator von S&P Global (ehemals IHS Markit) spricht für eine weitere Abkühlung. Er ging im April auf 51,70 Punkte zurück, lag damit aber weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Neben dem Krieg bereitet auch die chinesische Null-Covid-Politik Sorge mit ihren weitreichenden Schließungen ganzer Ballungsräume. Von der weltweiten Containerfrachtkapazität stehen derzeit rund 3 % im Stau im Hafen von Shanghai. Sollte es weiterhin Lockdowns solcher Größenordnungen in China geben, dann wären neue Lieferengpässe und eine Verlangsamung des Welthandels möglich.

Deutsche Ausfuhren gehen zurück

Im ersten Monat nach Kriegsausbruch haben sich die deutschen Exporte deutlich verringert. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen sind im März saisonbereinigt um 4,6 % gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Aufgrund des starken Februars bleibt im Quartalsvergleich noch ein Plus von 0,6 % bestehen. Da die Exportpreise im selben Zeitraum um 4,5 % gestiegen sind, dürfte sich in realer Rechnung aber ein deutliches Minus ergeben.

Demgegenüber legten die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen im März deutlich zu. Saisonbereinigt kam es zu einem Anstieg um 5,3 %. Für das erste Quartal ergibt sich ein Zuwachs um 2,8 %. Bei erheblich gestiegenen Einfuhrpreisen dürfte die reale Entwicklung deutlich schwächer ausgefallen sein.

Im Berichtsmonat März zeigt sich erstmals der Effekt des Kriegs in der Ukraine in den Außenhandelsdaten. Die rückläufigen Exporte sind dabei Ausdruck der Wirkung der gegenüber Russland erlassenen Sanktionen. Während die Exporte in EU-Nachbarstaaten nur leicht zurückgingen, brachen die Exporte nach Russland um 62,3 % gegenüber dem Vormonat ein. Ob dies allein auf die Sanktionen oder auch auf nicht-sanktioniertes, also freiwilliges Verhalten der Marktteilnehmer zurückzuführen ist, bleibt abzuwarten. Es ist gut denkbar, dass die Exporte nach Russland in den nächsten Monaten noch weiter sinken, da die Implementierung der Sanktionen und die entsprechenden Vertragskündigungen eine gewisse Vorlaufzeit benötigen. Zudem trat der überwiegende Teil der Sanktionen im März erst zur Monatsmitte in Kraft.

Im Gegensatz zu den Exporten sind die Importe aus Russland nur leicht zurückgegangen (-2,4 % gegenüber dem Vormonat). Aus Russland importiert Deutschland vor allem Energiegüter wie Öl und Gas. Da diese Güter von den Sanktionen ausgenommen sind, wurde der Handel hier zunächst aufrechterhalten. Dennoch werden die deutschen Bemühungen zur energiepolitischen Unabhängigkeit von Russland deutlich: Die Importe aus Drittstaaten legten im März um 10,1 % zu. Die Energiebeschaffung auf dem Weltmarkt schreitet voran, die Importe aus Russland werden zunehmend ersetzt.

Der Ausblick für den deutschen Außenhandel in den kommenden Monaten fällt gemischt aus. Containerdaten des IfW Kiel suggerieren, dass im April bereits wieder mit positiven Wachstumsraten bei den Exporten zu rechnen sein könnte. Auch die ifo Exporterwartungen konnten im April nach dem ersten Schock im März um 6,4 Saldenpunkte zulegen. Allerdings bereitet die chinesische Null-Covid-Politik mit weitreichenden Schließungen ganzer Ballungsräume vielen Beobachtern Sorge. Rund 3 % der weltweiten Containerfrachtkapazität steht zurzeit vor dem Hafen Shanghai im Stau. Sollte China weiterhin von Lockdowns betroffen sein, sind neue Lieferengpässe und eine Verlangsamung des Welthandels denkbar.

Krieg dämpft Industriekonjunktur

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im März im Vormonatsvergleich deutlich um 3,9 % zurückgegangen. Dabei verringerte die Industrie ihre Herstellung kräftig um 4,6 %, während das Baugewerbe ein leichtes Plus verzeichnete. Im Bereich Energie, wo hohe Preise zu einem deutlichen Nachfragerückgang führten, brach die Produktion um 11,4 % ein.

Die Industrieproduktion hat nach fünf Zuwächsen in Folge zuletzt einen herben Dämpfer erfahren, was maßgeblich auf den Krieg in der Ukraine zurückzuführen ist. Deutschland ist zum einen als exportorientiertes Land überproportional von den Handelssanktionen gegen Russland betroffen. Zum anderen sind wichtige Vorprodukte für den Produktionsprozess, wie etwa Kabelbäume, knapp geworden. In der Automobilindustrie verringerte sich der Ausstoß um 14,0 %. Im ebenfalls gewichtigen Maschinenbau ging die Produktion um 5,3 % zurück. Darüber hinaus belasten die hohen Preise für Strom, Gas und Öl die Unternehmen. Im energieintensiven Bereich „Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden“ wurde die Produktion um 6,7 % zurückgefahren und im Bereich „Metallerzeugung und -bearbeitung“ um 5,2 %.

Auch bei den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe zeigen sich im ersten Monat des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine deutliche Auswirkungen. Angesichts der gestiegenen Unsicherheit nahmen sie im März gegenüber dem Vormonat deutlich um 4,7 % ab, nachdem bereits im Februar ein leichter Rückgang um 0,8 % zu verzeichnen gewesen war. Im März ging vor allem die Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum zurück (-13,2 %), während die Orders aus dem Euroraum um 5,6 % zulegten. Bei den Bestellungen aus dem Inland war eine Abnahme um 1,8 % zu beobachten. Insgesamt lagen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zuletzt spürbar unter ihrem Vorjahreswert (-3,1 %).

Nach einem tiefen Einbruch im März hat sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbes im April wieder etwas aufgehellt. Zwar waren die Unternehmen mit ihrer aktuellen Lage etwas weniger zufrieden, aber die kommenden Monate werden nun nicht mehr so pessimistisch wie noch im Vormonat gesehen. In Anbetracht der großen Unsicherheit aufgrund des Kriegs fällt der Ausblick derzeit aber gedämpft aus.

Einzelhandelsumsatz leicht gesunken bei stark gestiegenen Preisen

Im Einzelhandel ohne Kfz haben sich die Umsätze im März gegenüber dem Vormonat voraussichtlich um 0,1 % verringert, nachdem sie im Februar um 0,2 % minimal zugenommen hatten. Die Umsätze lagen damit zuletzt um 2,7 % unter ihrem Niveau im Vorjahresmonat. Sogenannte Hamsterkäufe, ausgelöst durch den von Russland verursachten Krieg in der Ukraine, betrafen nur einzelne Warengruppen wie zum Beispiel Speiseöl. Sie hatten keine nennenswerten Auswirkungen auf die Umsätze des Einzelhandels insgesamt. Bei den Neuzulassungen von Pkw durch private Halter kam es im April zu einer spürbaren Abnahme um 11,1 %, nachdem bereits im Vormonat ein kräftiger Rückgang von 18,5 % gemeldet worden war.

Die Entwicklung des privaten Verbrauchs wird zunehmend durch die hohe Inflation und die Ungewissheit aufgrund des Russland-Ukraine-Kriegs geprägt. Die beiden gängigen Frühindikatoren deuten auf eine massive Verunsicherung bei den privaten Verbrauchern hin: Das GfK Konsumklima erreicht einen historischen Tiefststand und auch die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel haben sich im April weiter eingetrübt, nachdem es bereits im März zu einer kräftigen Verschlechterung gekommen war.

Das Niveau der Verbraucherpreise hat sich im April gegenüber dem Vormonat um 0,8 % erhöht (März: +2,5 %). Energie verbilligte sich allerdings zuletzt sogar wieder etwas (-3,1 %), während sie sich im März kräftig verteuert hatte (+16,4 %). Dafür nahmen im April die Nahrungsmittelpreise mit 3,6 % spürbar zu, womit der Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus an Breite gewonnen hat. Die Inflationsrate, also die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, erhöhte sich im April noch einmal leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 7,4 %, nachdem sie im März kräftig um 2,2 Prozentpunkte zulegte. Diese Inflationsrate markiert den höchsten Stand seit Herbst 1981 zu Zeiten des Ersten Golfkrieges. Die Verteuerung der Energieträger fiel im April mit 35,3 % nicht mehr ganz so stark wie im März aus (+39,5 %). Bei Nahrungsmitteln belief sich die Jahresrate auf 8,6 % (zuvor +6,2 %); das war der höchste Wert seit März 2008. Eine rasche Entspannung des derzeit zu beobachtenden Inflationsdrucks ist angesichts der Unsicherheiten aufgrund des Kriegs Russlands in der Ukraine nicht absehbar. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) hat sich im April weiter auf bei 3,8 % erhöht, nachdem sie im Februar und März noch bei 3,0 % bzw. 3,4 % gelegen hatte.

Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt trotz russischer Invasion

Am Arbeitsmarkt hat trotz des russischen Angriffskriegs die Frühjahrsbelebung eingesetzt. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gingen auch im April saisonbereinigt erneut zurück und verringerten sich um 13.000 bzw. 14.000 Personen. In Ursprungswerten verringerte sich die registrierte Arbeitslosigkeit um 53.000 auf 2,31 Mio. Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 462.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit liegt damit mittlerweile nur noch geringfügig über dem Vorkrisenniveau. Auch bei Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung setzte sich der bisherige positive Verlauf fort. Die Erwerbstätigkeit expandierte im März saisonbereinigt kräftig um 87.000 Personen. In Ursprungswerten waren damit 45,2 Millionen Menschen erwerbstätig, 735.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Im Februar erhöhte sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung deutlich um 77.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit lag laut Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Februar bei rund 0,72 Mio. Personen. Dies ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Januar-Wert, der auf rund 0,80 Mio. Personen aufwärts revidiert wurde. Die Anzeigen der Kurzarbeit waren im April rückläufig und deuten auf einen weiteren Abbau hin. Insbesondere im Handel und Gastgewerbe gingen die Zahlen nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen zurück. Die Frühindikatoren lassen eine weiterhin robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt ohne Anstieg der Arbeitslosigkeit erwarten, auch das ifo Barometer erholte sich. Die Dynamik am Arbeitsmarkt dürfte allerdings in den nächsten Monaten auf Grund der konjunkturellen Dämpfung und einer zunehmenden Normalisierung nachlassen.

Kein Anstieg der Insolvenzen zu Jahresbeginn

Nach dem Rückgang in den vergangenen beiden Jahren bleiben die Unternehmensinsolvenzen auch zu Beginn des Jahres 2022 weiter unter Vorjahresniveau (Januar: -4,6%, Februar -5,3% jeweils gegenüber Vorjahr).

Nachdem die Bekanntmachungen der Regelinsolvenzen als Frühindikatoren zuletzt einen deutlichen Anstieg im Februar (+4 %) und März (+27 % jeweils gegenüber Vormonat) aufwiesen, ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im April mit einem Rückgang um 20,8 % gegenüber Vormonat eine deutliche Gegenbewegung zu verzeichnen. Allerdings stellt der Krieg in der Ukraine ein zusätzliches Risiko für Unternehmen dar, das aktuell noch kaum einschätzbar ist.

Quelle: BMWK

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Trotz Inflation: Deutsche kaufen nachhaltig ein

Nachhaltigkeit ist ein Mega-Trend des 21. Jahrhunderts. Der am 12.05.2022 erstmals herausgegebene GfK Nachhaltigkeitsindex untersucht die Einstellungen der Deutschen zu diesem Thema fortlaufend in einer repräsentativen Studie. Die aktuellen Daten von GfK zeigen, dass Nachhaltigkeit trotz großer Veränderungen wie dem Ukraine-Krieg wichtig für Verbraucher bleibt.

GfK, Pressemitteilung vom 12.05.2022

Nachhaltigkeit ist ein Mega-Trend des 21. Jahrhunderts. Der am 12.05.2022 erstmals herausgegebene GfK Nachhaltigkeitsindex untersucht die Einstellungen der Deutschen zu diesem Thema fortlaufend in einer repräsentativen Studie. Die aktuellen Daten von GfK zeigen, dass Nachhaltigkeit trotz großer Veränderungen wie dem Ukraine-Krieg wichtig für Verbraucher bleibt. Konsumenten sind bereit, mehr Geld für umweltfreundliche Produkte auszugeben – trotz Inflation. Der GfK Nachhaltigkeitsindex wird alle drei Monate veröffentlicht werden.

Sorgen um die Umwelt gehören zu den wichtigsten Themen für Konsumenten. Für 74 Prozent der Deutschen ist die Verschmutzung der Umwelt ein ernstzunehmendes Problem, 69 Prozent fürchten den Klimawandel. Knapp zwei Drittel (68 Prozent) der Deutschen fordern von Unternehmen, nachhaltig zu handeln. „Nachhaltigkeit ist tief in den persönlichen Werten der Deutschen verankert,“ informiert Petra Süptitz, Expertin für Nachhaltigkeit und Consumer Insights bei GfK. „In einer Liste von 57 persönlichen Werten, die jährlich im Rahmen der GfK Consumer Life Studie gemessen werden, liegt Nachhaltigkeit auf Rang 10, noch vor Werten wie Gesundheit und Fitness.“

Mit dem neuen GfK Nachhaltigkeitsindex untersucht GfK nun regelmäßig, wie Nachhaltigkeitsaspekte das Kaufverhalten von Konsumenten beeinflussen. Der Index umfasst die geplanten sowie getätigten Käufe von Produkten des täglichen Bedarfs und größeren Anschaffungen wie beispielsweise von Möbeln oder elektronischen Geräten. Außerdem erfasst er die Bereitschaft der Konsumenten, für umweltfreundliche Produkte einen höheren Preis zu bezahlen.

GfK Nachhaltigkeitsindex: Trotz Inflation nur geringe Schwankungen

Der GfK Nachhaltigkeitsindex wird seit Februar 2022 erhoben. Im Februar lag der Index bei einem Wert von 39,0. Seit Beginns des Ukraine-Kriegs legte der Index für März um 3,3 Punkte auf 42,3 zu. Für Konsumenten hat Nachhaltigkeit in diesem Zeitraum an Bedeutung gewonnen. Im April zeichneten sich zeitlich versetzt die Einflüsse des Ukraine-Kriegs, der Inflation und des allgemein sinkenden Konsumklimas jedoch auch im GfK Nachhaltigkeitsindex ab. Er sank auf ein Niveau von 39,7. Das ist jedoch immer noch ein sehr stabiler Wert im Vergleich zu dem parallel dramatisch sinkenden Konsumklima, das in der April-Erhebung auf ein historisches Tief gefallen ist. Der GfK Nachhaltigkeitsindex im April zeigt: 81 Prozent der Befragten machen sich Sorgen wegen steigender Lebensmittelpreise, 61 Prozent wegen steigender Preise für größere Anschaffungen. Das führte auch bei umweltfreundlichen Produkten zu sinkender Anschaffungsbereitschaft.

Sinkende Anschaffungsneigung wirkt sich auch auf nachhaltige Käufe aus

Im vergangenen Jahr hat etwa ein Drittel der Deutschen bei größeren Anschaffungen auf Nachhaltigkeitskriterien geachtet. Die Planung größerer Käufe hat sich in den letzten Monaten jedoch deutlich verändert: Gingen im März noch 35 Prozent der Konsumenten davon aus, in den nächsten 12 Monaten größere Anschaffungen unter Nachhaltigkeitsaspekten zu tätigen, sank dieser Anteil im April auf 25 Prozent. Vor allem in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ging die Anschaffungsneigung bei nachhaltigen Produkten stark zurück.

Bei Fast Moving Consumer Goods (FMCG) wie Lebensmitteln oder Hygieneartikeln haben sogar drei Viertel der Deutschen (72%) im März nachhaltig eingekauft. Im April sank der Anteil derjenigen, die planen beim Einkauf dieser Kategorien auch weiterhin auf Nachhaltigkeitsaspekte zu achten auf 68 Prozent – im Vergleich zu größeren Anschaffungen aber ein deutlich kleinerer Rückgang.

Konsumenten sind bereit, für nachhaltige Produkte mehr zu bezahlen

Insgesamt deckt sich der Rückgang der Anschaffungsneigung mit der Zurückhaltung der Deutschen, die das GfK Konsumklima für April festgestellt hat – diese wirkt sich auch auf den Kauf nachhaltiger Produkte aus. Dennoch ist Petra Süptitz zuversichtlich: „Vor allem Verbraucher, denen es finanziell gut geht und die sich nur wenige Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, achten auf Nachhaltigkeit und werden das trotz der derzeit steigenden Preise weiterhin tun. Das sehr hohe Sparvermögen der Deutschen erlaubt das.“

Gleichzeitig zeigt der GfK Nachhaltigkeitsindex, dass die Bereitschaft, für nachhaltige Produkte höhere Preise zu zahlen, seit Februar trotz leichter Rückgänge weitgehend stabil geblieben ist. „Nachhaltigkeit wird trotz großer Veränderungen wie des Ukraine-Kriegs weiterhin ein wichtiges Kaufkriterium bleiben. Konsumenten erwarten von Unternehmen, nachhaltig zu handeln. Der GfK Nachhaltigkeitsindex zeigt, dass sie bereit sind, für diesen Mehrwert einen höheren Preis zu bezahlen“, so Süptitz weiter. „Jetzt wegen der Inflation und ohnehin schon hohen Preisen auf ein konventionelles, nicht nachhaltiges Produktportfolio zu setzen, wäre für Unternehmen der falsche Schritt. Hersteller und Händler sollten sich weiterhin umweltfreundlich aufstellen – das ist langfristig der richtige Weg, um am Markt erfolgreich zu bleiben.“

Quelle: GfK

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Erwartungen steigen leicht, bleiben aber deutlich negativ

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen in der aktuellen Umfrage vom Mai 2022 um 6,7 Punkte auf einen Wert von minus 34,3 Punkten. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verschlechtert sich in der aktuellen Umfrage erneut.

ZEW, Pressemitteilung vom 10.05.2022

Der ZEW-Indikator liegt bei minus 34,3 Punkten

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen in der aktuellen Umfrage vom Mai 2022 um 6,7 Punkte auf einen Wert von minus 34,3 Punkten. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verschlechtert sich in der aktuellen Umfrage erneut. Der Wert des Lageindikators sinkt um 5,7 Punkte und liegt damit bei minus 36,5 Punkten. Dies ist der dritte Rückgang in Folge seit Beginn des Kriegs in der Ukraine. Die ZEW-Konjunkturerwartungen und die Lagebeurteilung weisen nach wie vor auf eine Verschlechterung der deutschen Wirtschaft in den nächsten sechs Monaten hin.

„Die ZEW-Konjunkturerwartungen nehmen in diesem Monat leicht zu, bleiben jedoch auf einem relativ niedrigen Niveau. Verglichen mit dem vorangegangen Monat ist der Ausblick auf die wirtschaftliche Lage in Deutschland damit etwas weniger pessimistisch. Die Expertinnen und Experten gehen zwar weiterhin von einer Verschlechterung aus, allerdings mit einer geringeren Intensität. Die erheblichen Corona-Einschränkungen in China führen zu einer deutlichen Verschlechterung in der Beurteilung der dortigen Wirtschaftssituation. Dies ist eine schwere Bürde für das zukünftige Wirtschaftswachstum in Deutschland. In der aktuellen Umfrage geht eine große Mehrheit der Expertinnen und Experten von einer Anhebung der kurzfristigen Zinsen durch die EZB in den nächsten sechs Monaten aus. Entsprechend rechnen sie mit einem Rückgang der Inflationsrate von ihrem gegenwärtig sehr hohen Niveau“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD, die aktuellen Erwartungen.

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten und Finanzmarktexpertinnen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone steigen im Mai stark um 13,5 Punkte an. Sie liegen damit aktuell bei minus 29,5 Punkten. Der Lageindikator fällt auf einen neuen Wert von minus 35,0 Punkte. Dies entspricht einem Rückgang des Lageindikators um 6,5 Punkte zum Vormonat.

Die Inflationserwartungen für das Eurogebiet sinken in der aktuellen Umfrage um 36,5 Punkte auf minus 10,6 Punkte.

Quelle: ZEW

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Krieg gegen die Ukraine bereitet Startups Sorgen

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und seine weltweiten Auswirkungen belasten das Geschäft deutscher Startups. Zugleich gibt es bei Gründerinnen und Gründern eine breite Zustimmung zum Sanktionskurs der westlichen Staaten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 09.05.2022

  • 55 Prozent erwarten negative Auswirkungen auf das eigene Geschäft
  • Breite Unterstützung aus der Startup-Szene für Sanktionen gegen Russland

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und seine weltweiten Auswirkungen belasten das Geschäft deutscher Startups. Zugleich gibt es bei Gründerinnen und Gründern eine breite Zustimmung zum Sanktionskurs der westlichen Staaten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom, an der sich 128 Tech-Startups beteiligt haben. 8 Prozent geben an, dass sich der Krieg sehr negativ auf das diesjährige Geschäftsergebnis auswirken wird, 47 Prozent gehen von eher negativen Auswirkungen aus. Für jedes Dritte (33 Prozent) Unternehmen ändert sich durch den Krieg am Geschäftsergebnis nichts, gleichzeitig erwarten 8 Prozent eher positive und 2 Prozent sogar sehr positive Auswirkungen. Der von Deutschland und der EU eingeschlagene Sanktionskurs gegenüber Russland wird von 9 von 10 Startups (90 Prozent) unterstützt. Zwei Drittel (65 Prozent) sind zudem der Meinung, dass die Sanktionen bei Bedarf noch weiter verschärft werden sollten. „Die deutsche Startup-Szene steht eng an der Seite der Ukraine“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Auch wenn andere Branchen derzeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sind: Die Auswirkungen des Angriffskrieges auf die Ukraine werden an der deutschen Tech-Szene nicht spurlos vorübergehen.“

Rund jedes siebte Startup (14 Prozent) hatte vor dem Krieg Geschäftsbeziehungen in die Ukraine, nach Russland oder nach Belarus, etwa mit dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen. Vor allem aber haben viele Startups Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region. So geben 9 Prozent der Startups an, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Freelancer in der Ukraine zu beschäftigen. Für Russland und Belarus sind es jeweils 2 Prozent. Berg: „Wir müssen dafür sorgen, dass aus der Ukraine Geflüchtete rasch eine Anstellung in Deutschland finden können. Vor allem kleinere Startups sollten unterstützt werden, damit dies schnell und unkompliziert gelingt.“

Quelle: Bitkom

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Homeoffice-Nutzung sinkt trotz Ende der Pflicht zur Telearbeit kaum

Der Anteil der deutschen Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiteten, ist im April auf 24,9 Prozent gesunken. Im März waren es 27,6 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 09.05.2022

Der Anteil der deutschen Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiteten, ist im April auf 24,9 Prozent gesunken. Im März waren es 27,6 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Die Homeoffice-Nutzung bleibt damit nach Abschaffung der Pflicht am 20. März auf einem hohen Niveau. Offenbar haben sich viele Unternehmen dauerhaft auf flexiblere Modelle eingestellt“, sagt Jean-Victor Alipour, Experte für Homeoffice beim ifo Institut. Allerdings hatte das ifo Institut ein Homeoffice-Potenzial von 56 Prozent über die gesamte deutsche Wirtschaft hinweg berechnet.

In der Automobilbranche fiel der Homeoffice-Anteil beachtlich von 28,4 auf 17,8 Prozent. Für das Verarbeitende Gewerbe insgesamt fiel der Wert nur leicht von 18,6 auf 16,3 Prozent.

Bei den Dienstleistern bleibt das Homeoffice-Angebot im Durchschnitt am größten. Der Anteil fiel auf 35,3 Prozent, nach 38,7 im März. So arbeiten bei den IT-Dienstleistern noch 72,3 Prozent von zuhause, nach 76,8 im März.

Quelle: ifo Institut

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Kurzarbeit kräftig gesunken

Die Zahl der Kurzarbeitenden ist im April kräftig gesunken. 426.000 Menschen waren auf Kurzarbeit, nach 696.000 im März. Das sind noch 1,3 Prozent der Beschäftigten, nach 2,1 Prozent. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 06.05.2022

Die Zahl der Kurzarbeitenden ist im April kräftig gesunken. 426.000 Menschen waren auf Kurzarbeit, nach 696.000* im März. Das sind noch 1,3 Prozent der Beschäftigten, nach 2,1 Prozent*. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „Die deutlichsten Rückgänge gab es erneut in den kontaktintensiven Branchen, die sich weiter von Corona erholen“, sagt ifo-Experte Stefan Sauer. „Im Gastgewerbe hat sich die Zahl mehr als halbiert. Auch in der Verkehrsbranche gab es einen erheblichen Rückgang. Und sogar in der Industrie nahmen die Zahlen ab, trotz der Lieferengpässe.“

Im Gastgewerbe sank die Zahl von 196.000* auf 90.000, also von 18,4* auf 8,5 Prozent der Beschäftigten. Im Einzelhandel ließ die Kurzarbeit ebenfalls nach, von 44.000* auf 35.000, also von 1,8* auf 1,4 Prozent. Die Industrie verringerte die Zahl ihrer Kurzarbeitenden von 179.000* auf 135.000 (1,9 Prozent). In der Autoindustrie sank die Zahl von 59.000* auf 41.000 (4,4 Prozent).

Vor Corona hatte die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000 gelegen, im März 2020 war sie sie auf 2,6 Millionen gesprungen und im April 2020 hatte sie den Rekordwert von 6 Millionen erreicht. Der vorherige Höchstwert während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise lag im Frühjahr 2009 bei 1,5 Millionen Kurzarbeitenden.

*Saisonbereinigte Zahl

Quelle: ifo Institut

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IT-Sicherheit im Mittelstand – erhöhte Aufmerksamkeit gefordert

IT-Sicherheit ist ein Querschnittsthema, dessen Umsetzung für Unternehmen fast aller Branchen von enormer Bedeutung ist, allerdings große Herausforderungen birgt. Beispielsweise verfügen einer DIHK-Umfrage zufolge nur zwei von fünf Betrieben über einen IT-Notfallplan, der regelt, was bei einem Cyberangriff zu tun ist. Die Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand bietet konkrete Unterstützung, um Sicherheitslücken wie diese in der deutschen Wirtschaft zu schließen. Bereits mehr als 40 Industrie- und Handelskammern beteiligen sich und vertreten das Projekt in den Regionen.

DIHK, Mitteilung vom 06.05.2022

Durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat sich auch die Qualität von Cyberangriffen erhöht. Unternehmen in Deutschland müssen sich auf eine veränderte Gefahrenlage einstellen. Ob beim Versand von E-Mails, in der Logistik oder im Umgang mit sensiblen Informationen und Kundendaten – überall ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Augenmaß bei neuen Regulierungen

Auch die Bundesregierung hat das Thema Cybersicherheit prominent in ihrem Koalitionsvertrag aufgegriffen. Und in der Tat sollten sich Unternehmen darauf verlassen können, dass ihre Produkte und Anwendungen mit eingebauter IT-Sicherheit funktionieren. Dennoch ist Augenmaß geboten. Unternehmen sind zuallererst selbst für die Sicherheit ihrer IT-Systeme verantwortlich. Dabei ist häufig zuallererst Unterstützung gefragt statt neuer gesetzlicher Verpflichtungen, die auch mit Dokumentationspflichten und erhöhten Aufwänden verbunden sein können, die gegebenenfalls besser in konkrete Umsetzungsmaßnahmen investiert wären.

Unternehmen benötigen strukturierte Unterstützung bei der Umsetzung

IT-Sicherheit ist ein Querschnittsthema, dessen Umsetzung für fast alle Branchen mit Herausforderungen verbunden ist. Die aktuelle DIHK-Digitalisierungsumfrage zeigt, dass 60 Prozent der Unternehmen bislang nicht über einen IT-Notfallplan verfügen, also über jenes Standarddokument, das den Ablauf im Betrieb bei einem Cyberangriff regelt. Die Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand (TISiM) bietet konkrete Unterstützung, um Sicherheitslücken wie diese in der deutschen Wirtschaft zu schließen. Dabei wird das Projekt bereits über 40 teilnehmende IHKs in den Regionen vertreten.

Vielen Unternehmen fehlt es an Ressourcen, um Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit anzustoßen. Gerade kleine Betriebe ohne eigene IT-Abteilungen sind zwar für das Thema IT-Sicherheit sensibilisiert, wissen aber häufig nicht, womit sie anfangen sollen. Denn die Unterstützungsangebote sind oft unübersichtlich.

TISiM als kostenfreier Baustein zu mehr IT-Sicherheit

Hier setzt der Sec-O-Mat an, das zentrale Tool der Transferstelle. Der Sec-O-Mat startet mit einer ersten Beratung: Zunächst geben Betriebe an, in welchen Bereichen sie ihre IT-Sicherheit steigern möchten (zum Beispiel Personalmanagement oder Ausgangslogistik). Im Anschluss stellt der TISiM-Aktionsplan konkrete Handlungsempfehlungen mit Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit bereit. Zudem kann der jeweilige Umsetzungsstand durch eine persönliche Merkliste nachgehalten und der Fortschritt dokumentiert werden.

Was sollten Betriebe beachten?

Grundsätzlich sind Unternehmen gut beraten, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Sicherheitsrisiken zu sensibilisieren, den Stand ihrer IT-Systeme zu prüfen sowie Sperrlisten (sogenannte Blacklists) zu führen. Sicherheitswerkzeuge müssen regelmäßig gecheckt werden – also Virus-Scanner, Router, Firewall, Verschlüsselung und Archivierung. Die Tools sollten aktiv und aktuell sein. Im Falle von Auffälligkeiten bei der Nutzung von Mail, Webdiensten oder Datenübertragung empfiehlt es sich, möglichst umgehend den IT-Dienstleister zu kontaktieren.

Konkrete Unterstützung für die Unternehmen

Unter www.tisim.de finden Unternehmen nicht nur den Sec-O-Mat, sondern auch weiterführende Infos und anschauliche Videos zu aktuellen Themen und Entwicklungen rund um das Thema IT-Sicherheit.

Regionale Anlaufstellen in IHKs

TISiM steht mit seinen regionalen Anlaufstellen in über 40 IHKs fast flächendeckend als Ansprechpartner für Fragestellungen rund um die TISiM-Leistungen zur Verfügung. Zudem informiert die Transferstelle bundesweit mit zahlreichen Angeboten.

Quelle: DIHK

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Studie sieht trotz hoher Zahl an künftigen Stilllegungen im Baugewerbe kaum negative Folgen für Bauvorhaben

In jedem zweiten Unternehmen im Baugewerbe steht in den kommenden zehn Jahren der Rückzug der Inhaberin bzw. des Inhabers an. Das sind in absoluten Zahlen 163.000 Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Unternehmensnachfolge im Baugewerbe“, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung veröffentlicht hat.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 05.05.2022

In jedem zweiten Unternehmen im Baugewerbe steht in den kommenden zehn Jahren der Rückzug der Inhaberin bzw. des Inhabers an. Das sind in absoluten Zahlen 163.000 Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Unternehmensnachfolge im Baugewerbe“, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) am 05.05.2022 veröffentlicht hat.

An der deutschlandweiten repräsentativen Befragung, die der Studie zugrunde liegt, haben mehr als 2.500 Bauunternehmerinnen und Bauunternehmer teilgenommen. Dadurch können erstmals verlässliche Aussagen zu den Besonderheiten des Nachfolgegeschehens im Baugewerbe geliefert werden – auch differenziert für das Bauhaupt- und das Ausbaugewerbe.

Der Studie zufolge werden nur gut 12.000 bis 15.000 der 163.000 Unternehmen von Inhaberinnen und Inhabern mit Rückzugsplänen tatsächlich fortgeführt. Das Gros der Unternehmen wird vermutlich stillgelegt – nicht zuletzt, weil für diese zumeist kleinen Unternehmen keine Nachfolgenden gefunden werden können.

Folgen für Bauvorhaben beachten

Gravierende negative volkswirtschaftliche Effekte auf die Bauvorhaben im Bundesgebiet sieht die Studie weniger. Grund: Der Großteil der gefährdeten Arbeitsplätze und Aufträge dürfte aufgefangen werden – durch andere Unternehmen aus dem Baugewerbe, aus anderen Branchen und aus dem Ausland.

Dennoch zeigen die Berechnungen, dass unplanmäßige Stilllegungen einen Arbeitsplatz- und Wertschöpfungsverlust von rund 6 % im Baugewerbe ausmachen. „Auch regionale Effekte sollten nicht unterschätzt werden, wenn sich Stilllegungen in bestimmten Regionen konzentrieren. Die Industrie- und Handels- sowie die Handwerkskammern sollten dies durch ein vorausschauendes Monitoring im Blick haben“, sagt der Leiter des BBSR, Dr. Markus Eltges.

Familieninterne Nachfolge bevorzugt

Zugleich gibt die Befragung Auskunft zu realisierten Nachfolgen: So favorisieren die Unternehmensinhaberinnen und -inhaber im Baugewerbe – ähnlich wie Unternehmen in anderen Sektoren – eindeutig die familieninterne Nachfolge. Unter allen Unternehmen, die in den vergangenen zehn Jahren übergeben wurden, werden fast 60 % von Familienmitgliedern fortgeführt. Zum Übergabezeitpunkt beschäftigten die übernommenen Unternehmen im Durchschnitt acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Um erfolgreich einen Betrieb auch jenseits der eigenen Familie zu übergeben, braucht es passgenaue Informationen und gute Vorbereitungen“, so Eltges. „Die Inhaberinnen und Inhaber von Betrieben sollten sich rechtzeitig mit dem strategisch wichtigen Thema Nachfolge auseinandersetzen. Eine bessere Nutzung der Beratungsangebote sowie Formate, die Inhaber und potenziell Nachfolgende zusammenbringen, können den langfristigen Erhalt des Unternehmens attraktiv machen.“

Das BBSR hatte das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn und die DIW Econ mit der Studie beauftragt. Sie ist auf der Internetseite des BBSR (www.bbsr.bund.de) abrufbar.

Quelle: IfM Bonn

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