Kreditneugeschäft mit starkem Comeback – Ukrainekrieg belastet Ausblick

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen in Deutschland mit Unternehmen und Selbstständigen hat im vierten Quartal 2021 einen regelrechten Satz nach oben gemacht. Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen laut KfW-Kreditmarktausblick die neuen Bankdarlehen um 8,2 %, nachdem sie im Vorquartal noch deutlich geschrumpft waren (-7,7 % in Q3/2021).

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 05.05.2022

  • Wachstum neuer Kredite steigt auf 8,2 % im vierten Quartal 2021
  • Aktuell gegenläufige Faktoren: Krieg sorgt für rückläufige Investitionsneigung und zugleich für Finanzierungsbedarfe
  • Kreditneugeschäft dürfte ab Sommer an Kraft verlieren

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen in Deutschland mit Unternehmen und Selbstständigen hat im vierten Quartal 2021 einen regelrechten Satz nach oben gemacht. Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen laut KfW-Kreditmarktausblick die neuen Bankdarlehen um 8,2 %, nachdem sie im Vorquartal noch deutlich geschrumpft waren (-7,7 % in Q3/2021). Bestimmend für diese Entwicklung waren die kurzen und mittleren Fristen mit Laufzeiten bis zu fünf Jahren. Im gerade abgelaufenen ersten Quartal 2022 dürfte das Wachstum neuer Kredite bei 6 % liegen.

Zur der drastischen Trendwende am Kreditmarkt trugen insbesondere zwei Faktoren bei: Zum einen sind die Quartale mit starker Kreditvergabe zu Beginn der Pandemie nun aus dem Vorjahresvergleich vollständig heraus- und der damit verbundene dämpfende Basiseffekt weggefallen. Zum anderen ist die deutliche Beschleunigung des Kreditwachstums auch starken Anreizen zuzuschreiben, die von einem wichtigen Stichtag im Rahmen der gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB ausging. Denn die sehr günstigen EZB Sonderzinskonditionen erhielten nur Banken, die zum 31. Dezember 2021 eine ausreichende Nettokreditvergabe belegen konnten.

Während die wirtschaftlichen Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie nun allmählich abklingen, gehen mit dem erschütternden Angriff Russlands auf die Ukraine gleichzeitig enorme Einschnitte und Unwägbarkeiten für die wirtschaftliche Entwicklung und ihre Rahmenbedingungen einher. Sicher ist, dass der Krieg der wirtschaftlichen Erholung den Schwung nimmt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Unternehmen ab dem Frühjahr zurückhaltender bei der Durchführung von Investitionsvorhaben werden und die Nachfrage nach Investitionsfinanzierungen gedämpft wird. Andererseits steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Kredite zur Abfederung ungeplanter Finanzierungsbedarfe benötigt werden, da sich die Unternehmen einem rapide wachsenden Kostendruck gegenüber sehen. Die Energie- und Rohstoffkosten sind infolge des Krieges massiv gestiegen und es kommt zu zusätzlichen Disruptionen der ohnehin angespannten Lieferketten.

Aktuelle Befragungen von Banken und Unternehmen sprechen insgesamt für eine zunehmende Kreditnachfrage in der ersten Jahreshälfte: Im aktuellen Bank Lending Survey (BLS) der EZB etwa berichtet eine klare und wachsende Mehrheit der Finanzinstitute von einer verstärkten Kreditnachfrage der Unternehmen im ersten Quartal. Auch für das Frühjahr erwarten die Banken weitere Zuwächse.

„Das Zusammenspiel der treibenden und hemmenden Faktoren am Kreditmarkt dürfte dazu führen, dass das Kreditneugeschäft nach soliden Zuwächsen im ersten Halbjahr ab dem Sommer an Kraft verliert“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Der Ausblick für den Kreditmarkt ist durch die ungewissen Auswirkungen des Krieges jedoch hochgradig unsicher. Es zeichnet sich aber bereits eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen ab. Vor dem Hintergrund des Krieges werden Ausfallrisiken neu bewertet und Banken in der Folge bei der Kreditvergabe vorsichtiger. Zudem steigen die Zinskosten durch die graduelle Straffung der Geldpolitik wieder wahrnehmbar an.“

Quelle: KfW

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im März 2022

Wie das BMWK mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im März gegenüber dem Vormonat deutlich zurückgegangen (-3,9 %). Während die Industrie ihren Ausstoß überproportional reduzierte (-4,6 %), war im Baugewerbe hingegen ein leichtes Plus zu verzeichnen (+1,1 %). Im Bereich Energie brach die Produktion um 11,4 % ein. Hier haben die hohen Preise zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage geführt.

BMWK, Pressemitteilung vom 06.05.2022

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im März gegenüber dem Vormonat deutlich zurückgegangen (-3,9 %). Während die Industrie ihren Ausstoß überproportional reduzierte (-4,6 %), war im Baugewerbe hingegen ein leichtes Plus zu verzeichnen (+1,1 %). Im Bereich Energie brach die Produktion um 11,4 % ein. Hier haben die hohen Preise zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage geführt.

Nach zuletzt fünf Anstiegen in Folge hat die Industrieproduktion dadurch einen herben Dämpfer erfahren – vor allem bedingt durch den russischen Krieg in der Ukraine. Einerseits ist Deutschland als exportorientiertes Land überproportional von den Handelssanktionen gegenüber Russland betroffen. Andererseits sind auch wichtige Inputs im Produktionsprozess durch den Krieg in der Ukraine knapp geworden. So machten fehlende Kabelbäume dem Kfz-Bereich zu schaffen, hier sank die Produktion im März um 14,0 %. Auch der gewichtige Maschinenbau reduzierte seine Produktion kräftig um 5,3 %. Generell machen die hohen Preise für Strom, Gas und Öl viele Produktionsprozesse kurzfristig teurer. Im energieintensiven Bereich „Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden“ wurde die Produktion um 6,7 % und im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung um 5,2 % gedrosselt.

Für die Industrie, die im letzten Jahr durch Lieferengpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern belastet wurde, stellt der Krieg in der Ukraine mit den damit verbundenen hohen Rohstoffpreisen einen erneuten Dämpfer dar. Der Ausblick ist angesichts des russischen Kriegs in der Ukraine derzeit von großer Unsicherheit gekennzeichnet.

Quelle: BMWK

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Welthandel stabilisiert sich

Nach einem turbulenten Start ins Jahr, hervorgerufen vor allem durch Russlands Invasion in der Ukraine, stabilisiert sich der Warenverkehr im April in zahlreichen Volkswirtschaften. Laut jüngstem Datenupdate des Kiel Trade Indicator liegt der Welthandel im Vergleich zum Vormonat klar im Plus.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 05.05.2022

Nach einem turbulenten Start ins Jahr, hervorgerufen vor allem durch Russlands Invasion in der Ukraine, stabilisiert sich der Warenverkehr im April in zahlreichen Volkswirtschaften. Laut jüngstem Datenupdate des Kiel Trade Indicator liegt der Welthandel im Vergleich zum Vormonat klar im Plus (preis- und saisonbereinigt). Einen vergleichbaren Zuwachs gab es zuletzt im Januar, vor Kriegsausbruch. Die negativen Folgen des Lockdowns in Shanghai bleiben überschaubar. Die Staus in der Containerschifffahrt verfestigen sich auf hohem Niveau.

„Die ersten Schockwellen der russischen Invasion in der Ukraine für den globalen Warenaustausch sind offenbar verdaut, und die Handelsdaten im April stabilisieren sich. Fast alle wichtigen Volkswirtschaften können Zuwächse oder zumindest eine Seitwärtsbewegung erwarten“, sagt Vincent Stamer, Leiter Kiel Trade Indicator.

Laut jüngstem Datenupdate des Kiel Trade Indicator für April dürfte der Welthandel im Vergleich zum Vormonat um 2,1 Prozent zulegen (preis- und saisonbereinigt). Für Deutschland lassen die Schiffsbewegungen auf eine positive Entwicklung gegenüber dem März schließen, sowohl Exporte (+3,2 Prozent) als auch Importe (+1,4 Prozent) liegen im Plus. Gleiches gilt für die EU, ihre Exporte dürften um 0,7 Prozent steigen, ihre Importe um 1,1 Prozent.

In den USA dürften die Exporte im April mit einem Zuwachs von 5 Prozent klar im positiven Bereich liegen, für die Importe zeichnet sich ein Minus von 1,4 Prozent ab. In China deutet sich sowohl bei Exporten (0,0 Prozent) als auch bei Importen (-0,9 Prozent) eine Stagnation und damit ein Handel auf Märzniveau an.

„Der Lockdown in Shanghai bremst zwar Chinas Exportwachstum aus, Rückgänge im Handel scheinen sich aber auf den Hafen von Shanghai zu beschränken. Der Abstand der Warenausfuhren hat sich im Vergleich zu Chinas übrigen Häfen auf ein Minus von rund 25 Prozent eingependelt. Das heißt aber auch: Trotz Lockdown verlassen immer noch ein Großteil aller Güter den Hafen, das ist ein gutes Zeichen für die weltweiten Lieferketten“, so Stamer.

Die weltweiten Staus im Containerschiffnetzwerk verharren auf hohem Niveau, rund 11 Prozent aller weltweit verschifften Waren stecken im Stau.

Für Russlands Handel zeichnet sich im April eine Bodenbildung nach den teils herben Einbrüchen der vergangenen drei Monate ab. Im Vergleich zum März dürften die Exporte nur moderat zurückgehen (-1,6 Prozent), die Importe könnten zulegen (+2,3 Prozent).

„Russland beginnt womöglich damit, Importe aus Europa mit Importen aus Asien zu substituieren. Dafür spricht, dass im Hafen von Novorossiysk im Schwarzen Meer zuletzt wieder deutlich mehr Containerschiffe eingelaufen sind, wohingegen der in den Europahandel eingebundene Hafen von St. Petersburg weiter Rückgänge verzeichnet“, so Stamer. „Dies könnte ein erstes Indiz für Handelsumlenkungen sein. Umso wichtiger ist es, ökonomische Anreize für Länder wie Indien zu schaffen, sich Europa und nicht Russland anzunähern.“

Die nächsten Aktualisierungen des Kiel Trade Indicator erfolgen am 20. Mai (ohne Medieninformation) und am 7. Juni (mit Medieninformation).

Weitere Informationen zum Kiel Trade Indicator und einzelne Prognosen für 75 Länder und Regionen finden Sie auf www.ifw-kiel.de/tradeindicator.

Quelle: IfW Kiel

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Zaghaftes Durchatmen im Mittelstand nach Kriegsschock im Vormonat

Nachdem die Stimmung im Mittelstand im März infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine kollabiert war, fängt sich das Geschäftsklima im April wieder ein wenig. Mit einem Zuwachs um 1,8 Zähler auf -7,7 Saldenpunkte wird gleichwohl nur knapp ein Achtel des Einbruchs im März kompensiert, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 04.05.2022

  • Mittelständisches Geschäftsklima erholt sich moderat
  • Stimmung in den Großunternehmen hingegen unverändert schlecht
  • Konjunkturaussichten von vielen Unwägbarkeiten geprägt

Nachdem die Stimmung im Mittelstand im März infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine kollabiert war, fängt sich das Geschäftsklima im April wieder ein wenig. Mit einem Zuwachs um 1,8 Zähler auf -7,7 Saldenpunkte wird gleichwohl nur knapp ein Achtel des Einbruchs im März kompensiert, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Sowohl die Geschäftsurteile als auch die Erwartungen sind geringfügig im Plus. So steigen die Urteile zur aktuellen Geschäftslage um 1,3 Zähler auf 7,3 Saldenpunkte und halten sich damit deutlich oberhalb des langfristigen Durchschnitts. Gleichzeitig legen die Geschäftserwartungen mit einem Plus von 2,4 Zählern auf -21,0 Saldenpunkte etwas stärker zu.

Unter den Mittelständlern hellt sich die Stimmung insbesondere im Großhandel auf (+4,5 Zähler auf -4,8 Saldenpunkte), dicht gefolgt von den Dienstleistern (+4,4 Zähler auf 5,9 Saldenpunkte) und mit etwas Abstand dem Einzelhandel (+3,5 Zähler auf -3,5 Saldenpunkte). Ungeachtet der Besserung gegenüber dem Vormonat bleibt die Stimmung in allen drei Segmenten aber unterdurchschnittlich. Die Hoffnung auf einen kräftigen Konsumaufschwung ist aufgrund der stark beschleunigten Inflation und des daraus resultierenden Kaufkraftverlusts inzwischen verflogen.

Deutlich schlechter als im Mittelstand ist das Geschäftsklima bei den Großunternehmen. Im April bleibt die Stimmung weiterhin im Keller (+0,1 Zähler auf -15,7 Saldenpunkte). Während sich die sehr pessimistischen Geschäftserwartungen der großen Unternehmen kaum verbessern (+1,7 Zähler auf -29,9 Saldenpunkte), geben deren Urteile zur aktuellen Geschäftslage – anders als im Mittelstand – noch weiter nach (-1,9 Zähler auf 0,8 Saldenpunkte).

„Nach dem akuten Kriegsschock im März stabilisiert sich das Geschäftsklima im April. Es ist allerdings nur ein zaghaftes Durchatmen nach dem Absturz im Vormonat,“ kommentiert KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib. „Die aktuellen Ereignisse wie der unvermindert wütende Krieg und neue Störungen in den globalen Lieferketten wegen der strengen Lockdowns in China machen Konjunkturprognosen derzeit höchst unsicher.“ Wesentliche Bausteine für eine Stabilisierung von Konjunktur und Wachstum seien die Eindämmung der russischen Aggression, eine wirksame soziale Abfederung der Inflations- und Sanktionslasten, mehr Energieeffizienz, eine rasche Diversifizierung der Energieversorgung, aber auch eine rechtzeitige und konsequente Vorbereitung auf eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst.

Quelle: KfW

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im März 2022

Wie das BMWK mitteilt, sind die Auftragseingänge nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im März gegenüber dem Vormonat um 4,7 % zurückgegangen. Damit zeigt sich im ersten Monat des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine bereits ein deutlicher Effekt der gestiegenen Unsicherheit auf die Nachfrage.

MWK, Pressemitteilung vom 05.05.2022

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Auftragseingänge im März gegenüber dem Vormonat um 4,7 % zurückgegangen. Damit zeigt sich im ersten Monat des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine bereits ein deutlicher Effekt der gestiegenen Unsicherheit auf die Nachfrage. Der verzeichnete Rückgang ging in erster Linie auf eine niedrigere Nachfrage nach den beiden gewichtigsten Kategorien der Investitionsgüter (-8,3 %) und Vorleistungsgüter (-1,5 %) zurück. Mit der leicht rückläufigen Entwicklung im Februar sowie dem nun deutlicheren Minus im März liegen die Auftragseingänge im Niveau arbeitstäglich bereinigt wieder unter dem Vorjahresmonatswert (-3,1 %).

Geografisch ging vor allem die Nachfrage aus dem Ausland zurück (-6,7 %). Hierfür war vor allem eine sehr schwache Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum (-13,2 %) verantwortlich, die Orders aus dem Euroraum stiegen derweil um 5,6 %. Bei Bestellungen aus dem Inland wurde ein Rückgang von 1,8 % verzeichnet. Für das erste Quartal 2022 ergab sich aufgrund des deutlichen Rückgangs der Auftragseingänge im Schlussquartal 2021 insgesamt ein Plus von 2,8 %.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine sind im März mit einem merklichen Rückgang der Auftragseingänge sichtbar geworden. Die erhöhte Unsicherheit schlägt sich in einer deutlich zurückhaltenderen Nachfrage vor allem aus dem Nicht-Euroraum nieder. Der Ausblick für die nächsten Monate fällt derzeit gedämpft aus.

Quelle: BMWK

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Deutsche Unternehmen öffnen sich der Datenökonomie

Deutsche Unternehmen gehen lt. Bitkom davon aus, dass Geschäftserfolg immer stärker auf Daten basiert. So sagen aktuell 7 Prozent, dass ihr Business ausschließlich oder sehr stark von datengetriebenen Geschäftsmodellen abhängt. Zugleich sieht die deutsche Wirtschaft großen Nachholbedarf bei der Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle. Nur jedes hundertste deutsche Unternehmen (1 Prozent) sieht sich als Vorreiter in der Datenökonomie, 16 Prozent verorten sich im Mittelfeld.

Bitkom, Pressemitteilung vom 04.05.2022

  • Jedes siebte Unternehmen will demnächst sein Kerngeschäfte auf Daten aufbauen
  • Aber: Drei Viertel hinken bei der Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle hinterher

Deutsche Unternehmen gehen davon aus, dass Geschäftserfolg immer stärker auf Daten basiert. So sagen aktuell 7 Prozent, dass ihr Business ausschließlich oder sehr stark von datengetriebenen Geschäftsmodellen abhängt. Mit 14 Prozent erwarten sogar doppelt so viele Unternehmen, dass dies in zwei Jahren der Fall sein wird. Damit würde jedes siebte deutsche Unternehmen sein Kerngeschäft auf Daten aufbauen. Zugleich sieht die deutsche Wirtschaft großen Nachholbedarf bei der Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle. Nur jedes hundertste deutsche Unternehmen (1 Prozent) sieht sich als Vorreiter in der Datenökonomie, 16 Prozent verorten sich im Mittelfeld. Aber 35 Prozent bezeichnen sich als Nachzügler, 19 Prozent haben nach eigenem Dafürhalten den Anschluss verpasst und 24 Prozent haben sich noch überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigt. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 604 Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Daten und ihrer verantwortungsvollen Nutzung kommt in der globalen Wirtschaft eine immer größere Bedeutung zu. Das reicht von der Analyse von Mobilitätsdaten im Verkehrssektor über die vorausschauende Wartung in Industrieunternehmen und Smart Farming in der Landwirtschaft bis hin zur bedarfsabhängigen Steuerung von Energiespeichern für eine nachhaltige Stromversorgung“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Wir können es uns als rohstoffarme Nation nicht leisten, Daten in Silos wegzuschließen und auf ihre verantwortungsvolle Nutzung zu verzichten. Deutschland kann mit einem konsequenten Schritt in die Datenökonomie wettbewerbsfähiger werden, das Risiko von Krisen verringern, Ressourcen schonen und zugleich die Lebensqualität erhöhen.“

6 von 10 Unternehmen teilen keine Daten mit anderen

Damit dies gelingt, müssen die Unternehmen aber auch konkrete Schritte unternehmen. So verzichtet derzeit die große Mehrheit (63 Prozent) noch darauf, Daten mit anderen Unternehmen zu teilen. Jeweils ein Fünftel bietet eigene Daten anderen zur Nutzung an (21 Prozent) oder nutzt selbst Daten Dritter (22 Prozent). Aber nur 8 Prozent teilen Daten mit anderen und setzen umgekehrt auch geteilte Daten anderer ein. Bei 4 von 10 Unternehmen (43 Prozent), die derzeit Daten austauschen, trägt dies stark zum eigenen Geschäftserfolg bei. In den kommenden Jahren dürfte die Bedeutung dieses sogenannten B2B-Data-Sharing deutlich zunehmen. So wollen in zwei Jahren bereits 51 Prozent Daten anderer Unternehmen einsetzen, das sind mehr als doppelt so viele wie heute. Und 30 Prozent wollen bis dahin selbst zum Daten-Anbieter geworden sein. Immerhin jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) will in zwei Jahren sowohl Daten weitergeben als auch fremde Daten nutzen.

Als größte Hürden für den Datenaustausch empfinden die Unternehmen, dass Daten miteinander nicht kompatibel sind (50 Prozent) und dass es keinen passenden Partner für das Datenteilen gibt (45 Prozent). Jeweils rund ein Drittel der Unternehmen beklagt rechtliche Unsicherheiten (38 Prozent), Schwierigkeiten bei der Einigung mit Partnern (37 Prozent), die fehlende wirtschaftliche Attraktivität als Daten-Anbieter (36 Prozent) sowie Datenschutzvorgaben, die einen Datenaustausch nicht erlauben (35 Prozent). 29 Prozent erscheint die Nutzung von Daten anderer wirtschaftlich nicht attraktiv. „Fehlende Kompatibilität, die schwierige Partnersuche sowie Rechtsunsicherheiten sind die größten Hürden auf dem Weg in die Data-Sharing-Economy. Die Entwicklung von Datenräumen, wie derzeit etwa im Mobilitätsbereich, können hier Abhilfe schaffen“, sagt Rohleder.

Datenräume: Anreiz zum sicheren Teilen

Allerdings ist das Konzept von Datenräumen noch nicht bei allen Unternehmen bekannt. In einem Datenraum verständigen sich Unternehmen auf gemeinsame Regeln und Verfahren, die den dezentralen Zugriff auf Daten ermöglichen oder vereinfachen. Ein Viertel (26 Prozent) der Unternehmen hat davon noch nie gehört, etwa ebenso viele (28 Prozent) haben zwar davon gehört, wissen aber nicht, um was es geht. 27 Prozent wissen in etwa, worum es sich handelt und gerade einmal 16 Prozent können nach eigener Angabe erklären, was ein Datenraum ist. Gleichzeitig erwarten 56 Prozent, dass Datenräume zu mehr Datenteilen führen würden, 54 Prozent, dass so ein sichererer Datenaustausch möglich wäre. Rund die Hälfte (49 Prozent) würde Datenräumen als Ergänzung zu bisherigen Angeboten nutzen. Und 45 Prozent wünschen sich von der Politik, dass Datenräume stärker gefördert werden.

Derzeit sind lediglich 3 Prozent der Unternehmen in Datenräumen aktiv, weitere 15 Prozent planen dies. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die verbesserte Steuerung von Lieferketten, die Verringerung von Abhängigkeiten (78 Prozent) und die Erhöhung der Leistung von Produkten und Dienstleistungen (67 Prozent). Erst mit deutlichem Abstand folgen die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen (47 Prozent), die Erfüllung von Transparenzpflichten (32 Prozent), die Messung des ökologischen Fußabdrucks (23 Prozent) und allgemein der Verbesserung des Herstellungsprozesses (19 Prozent).

Allerdings gibt es rund um Datenräume auch Sorgen in der Wirtschaft. So gehen zwar 35 Prozent der Unternehmen davon aus, dass Datenräume dem eigenen Unternehmen ganz neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen würden. Umgekehrt sehen aber 44 Prozent das eigene Geschäftsmodell durch Datenräume potenziell bedroht. Rohleder: „Die richtigen Anreize sind für den Erfolg der Datenökonomie unverzichtbar. Investitionen in datengetriebene Geschäftsmodelle müssen sich für Unternehmen immer auch lohnen. Deshalb sollten wir mit Datenteilungspflichten sehr vorsichtig sein und stattdessen faire Kompensationsmechanismen weiterentwickeln. Wirtschaftlichkeit und Datenteilen dürfen kein Widerspruch sein. Und selbstverständlich darf niemand gezwungen werden Geschäftsgeheimnisse zu teilen.“

Datenschutz bremst Innovationen in den meisten Unternehmen

Größte Hürde bei der Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle ist für die Unternehmen der Datenschutz. Zwei Drittel (64 Prozent) erleben, dass durch den Datenschutz die Umsetzung datengetriebener Geschäftsmodelle gehemmt wird – bei 42 Prozent ein wenig, bei 22 Prozent sehr. Fragt man diese Unternehmen, auf welche Weise dies geschieht, so nennen 62 Prozent die datenkritische Grundstimmung in Politik und Gesellschaft, 53 Prozent die Kosten für den Datenschutz, 52 Prozent Rechtsunsicherheit bei der Auslegung des Datenschutzes, 51 Prozent die Strafen bei möglichen Verstößen, 49 Prozent die schnelle Änderung der Datenschutzgesetze und 48 Prozent die insgesamt sehr strengen Regelungen. Jeweils 4 von 10 Unternehmen beklagen die uneinheitliche Auslegung (38 Prozent) und mögliche Reputationsverluste bei Verstößen (37 Prozent). „In der digitalen Welt brauchen wir ein hohes Datenschutzniveau, das persönliche Daten sicher und umfassend schützt. Aber wir dürfen nicht alle Daten über einen Kamm scheren“, so Rohleder. „Wir brauchen in Europa und auch innerhalb Deutschlands vor allem einen einheitlichen Datenschutz mit einheitlichen Auslegungen. Dabei sollte auch stärker berücksichtigt werden, dass ein Verbot der Datennutzung immer häufiger bedeutet, dass wertvolle und sinnvolle Angebote in Deutschland nicht entwickelt und nicht vermarktet werden können.“

Datenökonomie: Unternehmen sehen Deutschland international abgeschlagen

Derzeit sieht die Hälfte der Unternehmen Deutschland bei datengetriebenen Geschäftsmodellen im internationalen Vergleich entweder abgeschlagen (29 Prozent) oder unter den Nachzüglern (20 Prozent). Weitere 31 Prozent verorten Deutschland im Mittelfeld. Aber nur 13 Prozent sehen Deutschland unter den Vorreitern und gerade einmal 4 Prozent als weltweit führend. „Damit Deutschland in der Datenökonomie tatsächlich eine Führungsrolle einnehmen kann, müssen wir umdenken: Viele Daten entfalten ihren Wert erst, wenn man sie teilt“, sagt Rohleder. „Wir sind in einer Phase, wo weltweit neue, datengetriebene Geschäftsmodelle entstehen. Die Politik muss den Freiraum geben, damit sich solche Innovationen auch in Deutschland entwickeln können.“

Quelle: Bitkom

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So viele Unternehmen wie nie wollen die Preise erhöhen

Die ifo Preiserwartungen haben einen neuen Rekordstand erreicht. Im April lagen sie bei 62 Punkten, dem höchsten Wert seit 1991. Im März betrugen sie 55 Punkte. Immer mehr Unternehmen planen demnach, ihre Preise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen. Besonders hoch waren die ifo Preiserwartungen im Großhandel mit 79,3 Punkten, gefolgt vom Einzelhandel mit 75,4 Punkten und der Industrie mit 73,1 Punkten. Am Ende der Skala liegen der Bau mit 64,2 Punkten und die Dienstleister mit 51,5 Punkten.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 05.05.2022

Die ifo Preiserwartungen haben einen neuen Rekordstand erreicht. Im April lagen sie bei 62 Punkten, dem höchsten Wert seit 1991. Im März betrugen sie 55 Punkte. Immer mehr Unternehmen planen demnach, ihre Preise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen. Besonders hoch waren die ifo Preiserwartungen im Großhandel mit 79,3 Punkten, gefolgt vom Einzelhandel mit 75,4 Punkten und der Industrie mit 73,1 Punkten. Am Ende der Skala liegen der Bau mit 64,2 Punkten und die Dienstleister mit 51,5 Punkten. „Die Inflation in Deutschland dürfte damit auch in den kommenden Monaten bei über 7 Prozent liegen“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Hauptursache für die kräftigen Preisanhebungen sind gestiegene Kosten bei der Beschaffung von Energie, Rohstoffen, sonstigen Vorprodukten und Handelswaren. „In unserer jüngsten Befragung im April gaben die Unternehmen allerdings an, dass sie diese Kosten nicht vollständig an ihre Kunden weitergeben können und entsprechend ihre Gewinnmargen verringern“, fügt Wollmershäuser an. „57,7 Prozent der Großhändler können ihre Kosten durchreichen, gefolgt von der Industrie mit 51,4 Prozent. Im Einzelhandel, auf dem Bau und bei den Dienstleistern kann mit 35,3 Prozent, 25,2 Prozent bzw. 23,8 Prozent nur ein geringer Teil der Kostenanstiege weitergegeben werden.“

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei plus 100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei minus 100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

Quelle: ifo Institut

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Exporte im März 2022: -3,3 % zum Februar 2022

Im März 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber Februar 2022 um 3,3 % gesunken und die Importe um 3,4 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2021 um 8,1 % und die Importe um 20,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 04.05.2022

Exporte nach Russland um 62,3 % gegenüber dem Vormonat gesunken

Exporte (kalender- und saisonbereinigt), März 2022

  • 120,6 Milliarden Euro
  • -3,3 % zum Vormonat
  • +8,1 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigt), März 2022

  • 117,4 Milliarden Euro
  • +3,4 % zum Vormonat
  • +20,3 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), März 2022

  • 3,2 Milliarden Euro

Im März 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber Februar 2022 kalender- und saisonbereinigt um 3,3 % gesunken und die Importe um 3,4 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2021 um 8,1 % und die Importe um 20,3 %. Die Exporte in die Russische Föderation sanken im März 2022 infolge der wegen des Kriegs in der Ukraine gegen Russland getroffenen Sanktionen, anderer Maßnahmen zur Exportbeschränkung und nicht sanktioniertem Verhalten der Marktteilnehmer gegenüber Februar 2022 um 62,3 % auf 0,9 Milliarden Euro. Die Importe aus Russland gingen im selben Zeitraum um 2,4 % auf 3,6 Milliarden Euro zurück.

Insgesamt wurden im März 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 120,6 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 117,4 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im März 2022 mit einem Überschuss von 3,2 Milliarden Euro ab. Im Februar 2022 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik +11,1 Milliarden Euro betragen, im März 2021 hatte er bei +14,0 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im März 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 66,6 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 56,7 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Februar 2022 sanken die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 1,7 % und die Importe aus diesen Staaten um 3,0 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 45,6 Milliarden Euro (-2,9 %) exportiert und Waren im Wert von 39,2 Milliarden Euro (-3,0 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 21,0 Milliarden Euro (+0,9 %) exportiert und Waren im Wert von 17,5 Milliarden Euro (-3,0 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im März 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 54,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 60,7 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Februar 2022 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 5,1 % ab und die Importe von dort um 10,1 % zu.

Die meisten deutschen Exporte gingen im März 2022 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 3,2 % mehr Waren exportiert als im Februar 2022. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 11,5 Milliarden Euro. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken um 4,3 % auf 9,1 Milliarden Euro und die Exporte in das Vereinigte Königreich um 3,9 % auf 5,5 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im März 2022 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 16,3 Milliarden Euro eingeführt, das waren 15,8 % mehr als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 6,3 % auf 6,8 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 40,8 % auf 3,7 Milliarden Euro zu.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im März 2022 Waren im Wert von 137,4 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 127,7 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2021 stiegen die Exporte damit um 8,1 % und die Importe um 20,1 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im März 2022 mit einem Überschuss von 9,7 Milliarden Euro ab. Im März 2021 hatte der Saldo 20,8 Milliarden Euro betragen.

Im März 2022 wurden nominal Waren im Wert von 1,0 Milliarden Euro nach Russland exportiert. Damit lag die Russische Föderation im März 2022 nur noch auf Rang 26 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte. Im Februar 2022 hatte Russland noch Rang 15 belegt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Steigende Preise und Konsumentenunsicherheit – diese Produktkategorien sind trotzdem gefragt

Derzeit steigen die Preise in fast allen Produktkategorien – Experten sprechen schon von einer Inflation 2.0. Zusätzlich befeuern der Ukraine-Konflikt sowie anhaltende Lieferengpässe und Warenmängel die Preissteigerungen. Im halbjährlich erscheinenden Report „The State of Consumer Technology & Durables“ analysiert GfK aktuelle Daten des globalen Markts und zeigt auf, welche Produktkategorien weiterhin stark nachgefragt werden.

GfK, Pressemitteilung vom 02.05.2022

Derzeit steigen die Preise in fast allen Produktkategorien – Experten sprechen schon von einer Inflation 2.0. Zusätzlich befeuern der Ukraine-Konflikt sowie anhaltende Lieferengpässe und Warenmängel die Preissteigerungen. Im halbjährlich erscheinenden Report „The State of Consumer Technology & Durables“ analysiert GfK aktuelle Daten des globalen Markts und zeigt auf, welche Produktkategorien weiterhin stark nachgefragt werden.

Die Inflation sowie die damit verbundenen steigenden Preise sorgen für finanzielle Unsicherheit bei den Konsumenten. Nur 34 Prozent der Verbraucher weltweit glauben, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in zwölf Monaten verbessern wird – 2019 waren es noch 41 Prozent. Auch auf Marktebene ist eine deutliche Verlangsamung zu sehen. Während das Jahr 2021 mit weltweit 12 Prozent Umsatzwachstum ein voller Erfolg für den Markt der technischen Konsumgütern war, prognostizieren die Experten von GfK für 2022 nur noch ein Wachstum von 2 Prozent.

Auf einem langsamer wachsenden Markt wird es für Hersteller und Händler schwieriger, Marktanteile zu gewinnen. Um trotzdem erfolgreiche Produkt- und Marketingstrategien zu entwickeln, müssen sie auf verlässliche und aktuelle Daten zurückgreifen und den Markt beobachten können.

Hybrides Arbeiten: Warum plötzlich jeder einen Staubsauger-Roboter will

Der Report „The State of Consumer Technology & Durables“ zeigt aber auch, dass es einen Bereich im Markt der technischen Konsumgüter gibt, der sich weiterhin dynamisch entwickelt: die sog. „@Home“-Kategorie. Hierzu gehören unter anderem Küchen- und Putzgeräte, aber auch Monitore, Headsets und Laptops. In dieser Kategorie steigt die weltweite Nachfrage, getrieben durch eine neue Arbeitskultur nach der Pandemie. Denn auch nach Lockerung der Corona-Maßnahmen ist ein Leben ohne hybrides Arbeiten kaum noch vorstellbar. Laut einer globalen GfK Social-Media-Umfrage wollen 65 Prozent der Befragten inzwischen bis zu vier Mal pro Woche von Zuhause aus arbeiten. Dafür brauchen sie die entsprechende technische Ausstattung.

Bestes Beispiel hierfür ist das starke Interesse an neuen Staubsaugern. Während normale Staubsauger im letzten Jahr immerhin 14 Prozent Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr aufwiesen, stieg der Verkauf von Staubsauger-Robotern weltweit sogar um 207 Prozent. Auch Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale größer als 65 Zoll können weiterhin punkten und verzeichneten in den ersten beiden Monaten des Jahres ein Umsatzplus von 13 Prozent verglichen zum Vorjahreszeitraum. Ebenfalls auf der Gewinnerseite sind ultradünne Notebooks mit einer Dicke von unter 18 Millimetern, die im Januar und Februar um 7 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten zulegten.

Vergleichbare Trends lassen sich auch in Deutschland feststellen. Neben der „@Home“-Kategorie war im ersten Quartal 2022 auch das Thema „eat@home“ von hohen Wachstumsraten getrieben. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz bei Hot Air Fryern, also Heissluft-Fritteusen, um 49 Prozent und bei Kochfeldern um 29 Prozent. Aber auch viele Smartphone-bezogene Produkte entwickelten sich positiv. So waren Produkte der Kategorie „Mobile Enhancements“ – beispielsweise Ladegeräte, Powerbanks oder Screen Protektoren – bisher sehr gefragt. Diese Kategorie wuchs insgesamt um 81 Prozent. Auch Audiogeräte verzeichneten im ersten Quartal ein hohes Wachstum. So stieg der Umsatz bei Bluetooth-Lautsprechern um 40 Prozent und bei Kopfhörern um 31 Prozent.

Trotz zunehmender Unsicherheit bezahlen Konsumenten also gerne etwas mehr für Produkte, die ihnen Innovation und einen funktionalen Mehrwert bieten. So verzeichneten Premiummarken ein Umsatzwachstum von 32 Prozent im Vergleich zu letztem Jahr.

Prognostizierte Preisentwicklung für das Jahr 2022

Bereits im vergangenen Jahr sind die Preise für technische Produkte gestiegen. In der T&D-Industrie übte die zunehmende Nachfrage zusätzlichen Druck auf die Lieferketten aus.

Aktuell stellen der Konflikt in der Ukraine sowie die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland die Industrie vor schwierige Entscheidungen. Wichtige Lieferketten sind von Unterbrechungen bedroht und die Brennstoffknappheit schränkt die Beschaffung wichtiger Produktionsmaterialien und -güter zusätzlich ein. Dieser Kostenanstieg drückt die Gewinnspannen der Hersteller, welche sich gezwungen sehen, zumindest einen Teil dieser Preissteigerungen an ihre Endverbraucher weiterzugeben.

„Vor diesen Herausforderungen sollten sich Unternehmen für ihre strategischen Entscheidungen auf fundierte Daten stützen – nicht auf ihr Bauchgefühl“, kommentiert Alexander Dehmel, Experte für den Tech & Consumer Durables Markt bei GfK. „Unsere Datenplattform gfknewron kombiniert Markt- und Konsumentendaten und kann mithilfe Künstlicher Intelligenz fundierte Prognosen für die Marktentwicklung der nächsten Monate abgeben. So können wir laut gfknewron in diesem Jahr vorerst mit einem weiteren Anstieg der Preise rechnen.“

Weitere Informationen zu den Entwicklungen des Tech- und Durables-Marktes erhalten Sie im kostenfreien Report ‚The State of Consumer Technology & Durables‘ von GfK.

Quelle: GfK

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