Deutsche Industrie und Großhandel können Bezugsquellen für Güter aus Russland und der Ukraine nur schwer ersetzen

Deutsche Unternehmen können Importe aus Russland, der Ukraine oder Belarus nur schwer ersetzen. Der Wechsel von Bezugsquellen bereitet vielen Unternehmen Kopfzerbrechen Das geht aus einer ifo Umfrage hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 03.05.2022

Deutsche Unternehmen können Importe aus Russland, der Ukraine oder Belarus nur schwer ersetzen. Das geht aus einer ifo Umfrage hervor. Nur 13,8 Prozent der Industriefirmen mit Lieferproblemen aus diesen Ländern könnten ihre Bezugsquellen kurzfristig komplett ersetzen. Für 43,4 Prozent ist dies nur teilweise möglich. Weitere 16,3 Prozent antworteten, andere Bezugsquellen seien wirtschaftlich nicht sinnvoll und 13,8 Prozent erklärten, dies sei gar nicht möglich.

„Der Wechsel von Bezugsquellen bereitet vielen Unternehmen Kopfzerbrechen“, sagt ifo-Forscher Klaus Wohlrabe. „Jahrelang erprobte Lieferketten und Produktionsprozesse lassen sich oft kurzfristig nicht umorganisieren“ ergänzt er.

Im Großhandel erklärten sogar nur 7,4 Prozent, es sei vollständig möglich, kurzfristig neue Importquellen zu finden, 42,0 Prozent sagten, das sei teilweise möglich. Wirtschaftlich nicht sinnvoll ist dies für 16,0 Prozent, gar nicht möglich für 17,3 Prozent (“Weiß nicht“ kreuzten 12,7 Prozent in der Industrie an und 17,3 Prozent im Großhandel). Viele Unternehmen sind auch indirekt betroffen, weil ihre eigenen Zulieferer Importe aus Russland beziehen. „Es besteht zudem oft eine Unsicherheit, ob und wie stark Unternehmen möglicherweise durch die Sanktionen betroffen sind“, sagt Wohlrabe.

Quelle: ifo Institut

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Deutlich weniger Unternehmen sehen sich in ihrer Existenz bedroht

Deutlich weniger deutsche Firmen fürchten um ihr Überleben, trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. 7,1 Prozent sehen ihre Existenz bedroht. Der Anteil hat sich somit im Vergleich zur letzten Erhebung im Januar 2022 fast halbiert, als es 13,7 Prozent waren.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 02.05.2022

Deutlich weniger deutsche Firmen fürchten um ihr Überleben, trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. 7,1 Prozent sehen ihre Existenz bedroht. Der Anteil hat sich somit im Vergleich zur letzten Erhebung im Januar 2022 fast halbiert, als es 13,7 Prozent waren. „Allerdings immer noch gefährdet sehen sich Branchen, die durch die Corona-Pandemie besonders stark betroffen waren. Dazu zählen das Gastgewerbe und die Veranstaltungsbranche, wo knapp 25 Prozent der Unternehmen existentielle Sorgen haben“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.

Im Einzelhandel sprachen im 6,9 Prozent der Unternehmen von einer existenzbedrohenden Situation (Januar: 14,8 Prozent). „Die aktuelle Inflationsdynamik hinterlässt gegenwärtig keine Spuren in diesen Zahlen“, sagt Wohlrabe.

Im Dienstleistungssektor betrug der Anteil 6,9 Prozent, nach 15,1 Prozent im Januar. Praktisch keine Existenzsorgen haben Unternehmen in der IT-Branche oder der Wohnungswirtschaft.

In der Industrie fürchten lediglich 4,9 Prozent der Firmen um ihr Fortbestehen (Januar: 5,6 Prozent). Schwierig ist die Situation für viele Unternehmen aus der Textilbranche (35,6 Prozent) und unter den Druckern (21,2 Prozent). „Die durch den Krieg in der Ukraine verursachte hohe Unsicherheit hat keine erhöhte Existenzangst in den Schlüsselbranchen ausgelöst“, sagt Wohlrabe. „Die Auftragsbücher sind in der Industrie weiterhin gut gefüllt.“

Quelle: ifo Institut

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Importpreise im März 2022: +31,2 % gegenüber März 2021

Die Importpreise waren im März 2022 um 31,2 % höher als im März 2021. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1974 im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (+32,6 % gegenüber September 1973). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Februar 2022 bei +26,3 % gelegen, im Januar 2022 bei +26,9 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.04.2022

Importpreise, März 2022

  • +31,2 % zum Vorjahresmonat
  • +5,7 % zum Vormonat

Exportpreise, März 2022

  • +15,9 % zum Vorjahresmonat
  • +4,0 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im März 2022 um 31,2 % höher als im März 2021. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1974 im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (+32,6 % gegenüber September 1973). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Februar 2022 bei +26,3 % gelegen, im Januar 2022 bei +26,9 %. Gegenüber dem Vormonat Februar 2022 stiegen die Importpreise im März 2022 um 5,7 %. Die aktuellen Daten spiegeln bereits erste Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wider.

Starker Preisanstieg nach wie vor auf Energiepreisentwicklung zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im März 2022 um 160,5 % teurer als im März 2021 (+19,1 % gegenüber Februar 2022). Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die stark gestiegenen Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im März 2022 viermal so hoch wie im März 2021 (+304,3 %). Nie zuvor hat sich Erdgas im Import innerhalb eines Jahres so stark verteuert wie im März 2022, auch nicht während der beiden Ölkrisen der Jahre 1973/1974 und 1979/1980. Im Vergleich zum Vormonat Februar 2022 stiegen die Importpreise für Erdgas im März 2022 um 11,0 %. Deutlich teurer als vor einem Jahr waren außerdem Mineralölerzeugnisse mit +110,3 % und Erdöl mit +81,3 %. Hier waren auch gegenüber dem Vormonat Februar 2022 erhebliche Preisanstiege zu verzeichnen, nämlich bei Mineralölerzeugnissen um 30,5 % und Erdöl um 16,8 %.

Importierter elektrischer Strom war 440,8 % teurer als im März 2021. Gegenüber Februar 2022 verdoppelten sich die Preise hierfür (+100,7 %).

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 307,0 % über denen von März 2021 und stiegen auch gegenüber Februar 2022 mit einem Plus von 44,4 % deutlich.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im März 2022 um 16,1% höher als im März 2021 und 2,6 % höher als im Vormonat Februar 2022. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 26,6 % über dem Stand des Vorjahres (+4,1 % gegenüber Februar 2022).

Höhere Preise für Vorleistungsgüter im Vorjahresvergleich vor allem bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Metallen und Kunststoffen

Importierte Vorleistungsgüter waren im März 2022 um 26,3 % teurer als im Vorjahresmonat (+4,1 % gegenüber Februar 2022).

Gegenüber März 2021 wurden Düngemittel und Stickstoffverbindungen zu fast dreifach höheren Preisen importiert (+182,9 %). Deutlich teurer als im März 2021 waren außerdem vor allem Rohaluminium (+76,7 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+60,0 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+29,3 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im März 2022 um 6,7 % über denen von März 2021 (+0,8 % gegenüber Februar 2022). Teurer waren insbesondere Maschinen (+7,0%) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,1 %).

Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 10,5 % teurer (+2,1 % gegenüber Februar). Hier stiegen im Vorjahresvergleich insbesondere die Preise für Nahrungsmittel mit +18,2 %. Unter anderem lagen die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette mit +38,5 % sowie für Fleisch und Fleischerzeugnisse mit +18,4 % deutlich über denen von März 2021.

Importierte Gebrauchsgüter waren im Durchschnitt um 6,6 % teurer als vor einem Jahr (+1,0 % gegenüber Februar 2022).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 23,7% über denen von März 2021 (+4,3 % gegenüber Februar 2022). Insbesondere Rohkaffee (+69,6 %) und Getreide (+53,6 %) waren gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin deutlich teurer. Aber auch die Preise für importierte lebende Schweine lagen nach hohen Preissteigerungen zum Vormonat (+69,8 % gegenüber Februar 2022) auch im Vorjahresvergleich wieder über denen des Vorjahres (+16,3 %). Im Februar hatten die Preise noch unter denen des Vorjahresmonats gelegen.

Veränderungen der Exportpreise im März 2022

Der Index der Exportpreise lag im März 2022 um 15,9 % über dem Stand von März 2021. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im November 1974 im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (+16,8 % gegenüber November 1973). Im Februar 2022 und im Januar 2022 hatte die Jahresveränderungsrate bei +12,4 % beziehungsweise bei +11,9 % gelegen.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatte im März 2022 die Preisentwicklung der Vorleistungsgüter, die einen Anteil von etwa einem Drittel an den Gesamtausfuhren haben, mit einem Plus von 19,9 % (+3,0 % gegenüber Februar 2022). Hier lagen insbesondere die Preise für Metalle (+37,8 %) und chemische Grundstoffe (+31,6 %) über denen des Vorjahresmonats. Die extrem gestiegenen Preise für ausgeführte Energieträger (+199,2 %) wirkten sich gegenüber März 2021 wegen des geringen Anteils an der Ausfuhr insgesamt schwächer auf den Gesamtindex aus. Gegenüber dem Vormonat Februar 2022 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 4,0 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2022 um 0,2 % höher als im Vorquartal

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist das BIP im 1. Quartal 2022 gegenüber dem 4. Quartal 2021 um 0,2 % gestiegen. Nach der Erholung der deutschen Wirtschaft im vergangenen Sommer und dem Rückgang zum Jahresende 2021 nahm die Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2022 damit wieder leicht zu.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.04.2022

Wirtschaftsleistung 0,9 % unter Vorkrisenniveau

Bruttoinlandsprodukt (BIP), 1. Quartal 2022

  • +0,2 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
  • +4,0 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
  • +3,7 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal 2022 gegenüber dem 4. Quartal 2021 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2 % gestiegen. Nach der Erholung der deutschen Wirtschaft im vergangenen Sommer und dem Rückgang zum Jahresende 2021 nahm die Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2022 damit wieder leicht zu. Dazu trugen vor allem höhere Investitionen bei, während der Außenbeitrag das Wirtschaftswachstum bremste. Seit Ende Februar beeinflussen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine die konjunkturelle Entwicklung zunehmend.

Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gestiegen

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 1. Quartal 2022 preisbereinigt 4,0 % höher als im 1. Quartal 2021, in dem die deutsche Wirtschaft von den Auswirkungen der zweiten Welle der Corona-Pandemie getroffen worden war. Preis- und kalenderbereinigt betrug das BIP-Wachstum 3,7 %. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise, lag das BIP im 1. Quartal 2022 um 0,9 % niedriger (preis-, saison- und kalenderbereinigt).

Aufgrund der anhaltenden Corona-Krise sowie des Kriegs in der Ukraine sind diese Ergebnisse mit größeren Unsicherheiten als sonst üblich behaftet.

Revision der bisherigen Ergebnisse

Neben der Erstberechnung des 1. Quartals 2022 hat das Statistische Bundesamt wie üblich auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse für die Quartale und das Jahr 2021 überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen der Ergebnisse einbezogen. Für das BIP ergaben sich dabei keine Änderungen der bisherigen Ergebnisse.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Materialmangel in der Industrie geht leicht zurück

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich geringfügig entspannt. 75,0 Prozent der Firmen klagten im April über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im März waren es noch 80,2 Prozent. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 29.04.2022

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich geringfügig entspannt. 75,0 Prozent der Firmen klagten im April über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im März waren es noch 80,2 Prozent. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Von einer durchgreifenden Entspannung kann nicht gesprochen werden“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. „Neben dem Krieg in der Ukraine bereitet der Blick nach China zunehmend Sorgen.“

Die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sind mit 91,9 Prozent am stärksten betroffen vom Materialmangel. Auch in der Autoindustrie ist der Anteil mit 89,1 Prozent sehr hoch. Bei den Herstellern von Nahrungsmitteln ist der Anteil auf rund drei Viertel gestiegen. In der Chemischen Industrie ist der Anteil hingegen auf 61,7 Prozent gesunken, von 70,5 im März. „Im Moment gibt es keine Anzeichen, dass es in den kommenden Monaten zu einer substanziellen Entlastung kommt“, ergänzt Wohlrabe.

Quelle: ifo Institut

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Inflationsrate im April 2022 voraussichtlich +7,4 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im April 2022 voraussichtlich +7,4 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucher­preisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Im März 2022 hatte die Inflationsrate bei +7,3 % gelegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.04.2022

Verbraucherpreisindex, April 2022:
+7,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,8 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, April 2022:
+7,8 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,7 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im April 2022 voraussichtlich +7,4 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucher­preisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Im März 2022 hatte die Inflationsrate bei +7,3 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise im April 2022 gegenüber März 2022 voraussichtlich um 0,8 %.

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind insbesondere die Preise für Energie merklich angestiegen und beeinflussen die hohe Inflationsrate erheblich. Ähnlich hoch war die Inflationsrate in Deutschland zuletzt im Herbst 1981, als infolge des Ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und Iran die Mineralölpreise ebenfalls stark gestiegen waren. Hinzu kommen Lieferengpässe durch unterbrochene Lieferketten aufgrund der Corona-Pandemie und die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen.

Die endgültigen Ergebnisse für April 2022 werden am 11. Mai 2022 veröffentlicht.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Niedrigeres Wachstum – Krieg in Europa belastet wirtschaftliche Erholung

Vizekanzler und Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck hat die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung vorgelegt. Demnach wächst die deutsche Volkswirtschaft im Jahr 2022 nur noch um 2,2 %. Im Jahr 2023 wird ein Wachstum von 2,5 % erwartet.

BMWK, Pressemitteilung vom 27.04.2022

Vizekanzler und Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck hat am 27.04.2022 die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung vorgelegt. Er wird diese am frühen Nachmittag in der Bundespressekonferenz vorstellen. Demnach wächst die deutsche Volkswirtschaft im Jahr 2022 nur noch um 2,2 %. Im Jahr 2023 wird ein Wachstum von 2,5 % erwartet.

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck hierzu: „Die Risiken für die Konjunktur sind deutlich. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie kommt durch den Krieg Russlands eine neue Belastung hinzu. Der Krieg gegen die Ukraine und seine wirtschaftlichen Auswirkungen erinnern uns daran, dass wir verwundbar sind. Die Stärke von liberalen Demokratien macht aber aus, dass wir um Ausgleich ringen und so zu Lösungen kommen, die uns gemeinsam voranbringen. Wir zeigen Woche für Woche, dass gerade Demokratien im Angesicht von Krieg und Krisen leistungs- und handlungsfähig sind und sich sehr schnell auf diese neue Lage mit einer Reihe von Maßnahmen eingestellt und gegengehalten haben. Auf diesem Weg werden wir entschlossen weiter gehen und uns Schritt für Schritt aus der Klammer russischer Importe lösen. Zugleich tut die Bundesregierung alles, um die Substanz unserer Wirtschaft auch in schwerer Zeit zu erhalten mit einem zielgerichteten Schutzschild für unsere Unternehmen, welches wir jetzt zügig umsetzen.“

Die Bundesregierung korrigiert ihre Erwartungen aus der Jahresprojektion im Januar deutlich nach unten. Hauptgrund für die Eintrübung der wirtschaftlichen Aussichten ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Sowohl die hohen Energiepreise, aber auch die Sanktionen und die gestiegene Unsicherheit belasten die Wachstumsaussichten der deutschen Volkswirtschaft.

Die im Zuge des Kriegs stark gestiegenen Preise von Öl, Kohle und Gas treiben auch die Verbraucherpreise in Deutschland. Die Bundesregierung erwartet für das Jahr 2022 eine Inflationsrate von 6,1 %. Solche Raten wurden bislang nur zu Zeiten der Ölkrise oder kurz nach der Wiedervereinigung beobachtet. Im nächsten Jahr liegt die Inflationsrate gemäß Prognose der Bundesregierung mit 2,8 % wieder deutlich niedriger.

Quelle: BMWK

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ifo Beschäftigungsbarometer erholt sich (April 2022)

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland ist gestiegen. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im April auf 102,8 Punkte, nach 102,1 Punkten im März. Die hohe Unsicherheit in der Wirtschaft durch den Angriff Russlands auf die Ukraine scheint keinen nachhaltigen Einfluss auf die Personalplanungen zu haben.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.04.2022

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland ist gestiegen. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im April auf 102,8 Punkte, nach 102,1 Punkten im März. Die hohe Unsicherheit in der Wirtschaft durch den Angriff Russlands auf die Ukraine scheint keinen nachhaltigen Einfluss auf die Personalplanungen zu haben. Die Beschäftigung wird in Deutschland weiter steigen.

In der Industrie allerdings ist das Beschäftigungsbarometer erneut gesunken. Insbesondere energieintensive Industrien wollen sich zurückhalten mit Einstellungen. Im Dienstleistungssektor dagegen hat der Indikator deutlich zugelegt. IT-Dienstleister suchen weiterhin Personal. Im Handel sowie im Baugewerbe ist die Einstellungsbereitschaft gegenwärtig nur sehr schwach ausgeprägt.

Quelle: ifo Institut

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Gewerbemieten im 4. Quartal 2021 um 1,0 % höher als im Vorjahresquartal

Die Mieten für Gewerbeimmobilien in Deutschland waren im 4. Quartal 2021 durchschnittlich 1,0 % höher als im Vorjahresquartal und 0,2 % höher als im Vorquartal. Im Jahresdurchschnitt 2021 stiegen die Gewerbemieten um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr. Mit diesen Ergebnissen veröffentlicht das Statistische Bundesamt erstmals Zahlen zur Preisentwicklung für Gewerbemieten.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 27.04.2022

Erzeugerpreisindex für Dienstleistungen – Gewerbemieten

  • +1,0 % zum Vorjahresquartal
  • +0,2 % zum Vorquartal
  • +0,2 % Jahresdurchschnitt 2021 gegenüber 2020

Die Mieten für Gewerbeimmobilien in Deutschland waren im 4. Quartal 2021 durchschnittlich 1,0 % höher als im Vorjahresquartal und 0,2 % höher als im Vorquartal. Im Jahresdurchschnitt 2021 stiegen die Gewerbemieten um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr. Mit diesen Ergebnissen veröffentlicht das Statistische Bundesamt (Destatis) erstmals Zahlen zur Preisentwicklung für Gewerbemieten.

Getragen wurde der Anstieg der Gewerbemieten im Jahr 2021 von der Entwicklung in den Marktsegmenten „Industrie/Produktion/Logistik“ sowie „Büro“, in denen die Mieten um durchschnittlich 0,8 % beziehungsweise 1,3 % gegenüber dem Vorjahr stiegen. Dagegen sanken die Mieten im Marktsegment „Handel“ im Vorjahresvergleich um 1,3 %.

Pandemieverlauf: Mietindex für Handelsimmobilien stark schwankend

Der Gesamtindex der Erzeugerpreise im Wirtschaftszweig „Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden“ (WZ 68.202) war in den von der Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 deutlich von den Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung beeinflusst. Während die Preisentwicklung in den Marktsegmenten „Industrie/Produktion/Logistik“ und „Büro“ relativ stabil war, folgte der Index im Marktsegment „Handel“ den Pandemie-Wellen.

So hatte der erste Lockdown ab Mitte März 2020 mit deutschlandweiten Geschäftsschließungen im Einzelhandel starken Einfluss auf die Mieten für Handelsflächen. Infolge von Mietnachlässen betrug die Veränderung im Marktsegment „Handel“ im 2. Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal -3,2 %. Ab Mai 2020 konnten Geschäfte unter Auflagen wieder öffnen. Infolgedessen nahmen im 3. Quartal 2020 viele Vermieter die Mietnachlässe zurück und die Mieten stiegen wieder auf das Vor-Corona-Niveau, um in den Folgequartalen im Zuge der erneuten Lockdown-Maßnahmen wieder zu sinken (4. Quartal 2020: -1,5 %; 1. Quartal 2021: -2,2 %; 2. Quartal 2021: -0,4 %, jeweils zum Vorquartal). Erst im 3. Quartal 2021 konnten diese erneuten Mietnachlässe zurückgenommen beziehungsweise Mietsteigerungen wieder durchgesetzt werden (+3,4 % zum Vorquartal). Dieser Anstieg der Gewerbemieten im Handel wirkte sich auf den Gesamtindex der Gewerbemieten deutlich aus: Er stieg im 3. Quartal 2021 im Vergleich zum 2. Quartal 2021 um 1,5 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Konsumklima erreicht historisches Tief

Die Verbraucherstimmung der Deutschen hat sich im April zum zweiten Mal in Folge deutlich verschlechtert. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung müssen spürbare Einbußen hinnehmen. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für Mai -26,5 Punkte und damit 10,8 Zähler weniger als im April dieses Jahres (revidiert -15,7 Punkte). Dies sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für April 2022.

GfK, Pressemitteilung vom 27.04.2022

Die Verbraucherstimmung der Deutschen hat sich im April zum zweiten Mal in Folge deutlich verschlechtert. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung müssen spürbare Einbußen hinnehmen. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für Mai -26,5 Punkte und damit 10,8 Zähler weniger als im April dieses Jahres (revidiert -15,7 Punkte). Dies sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für April 2022.

Damit stürzt das Konsumklima auf einen neuen historischen Tiefststand und unterschreitet das bisherige Rekordtief aus dem Frühjahr 2020 während des ersten Corona-Lockdowns deutlich. Ein spürbarer Anstieg der Sparneigung im April hat diesen Absturz noch beschleunigt.

„Der Ukraine-Krieg sowie die hohe Inflation haben der Verbraucherstimmung einen schweren Schlag versetzt. Damit haben sich die Hoffnungen auf eine Erholung als Folge der Lockerungen pandemiebedingter Beschränkungen endgültig zerschlagen,“ erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte.

Das explosionsartige Ansteigen der Energiepreise als Folge der großen Verunsicherung durch den Krieg sowie der umfangreichen Sanktionen gegenüber Russland haben auch die Einkommensaussichten der Verbraucher abrutschen lassen. Hohen Inflationsraten lassen die Kaufkraft der Konsumenten dahinschmelzen. Folglich sinkt die Einkommenserwartung im April auf -31,3 Punkte. Das sind 9,2 Punkte weniger als im März und ist der niedrigste Wert des Indikators seit fast zwanzig Jahren. Im Februar 2003 wurde zuletzt mit -32,8 Zählern ein schlechterer Wert gemessen.

Und Bürkl weiter: „Eine nachhaltige Trendwende beim Konsumklima wird es nur dann geben können, wenn es beim Krieg in der Ukraine zu erfolgreichen Friedensverhandlungen kommt.“

Verbraucher sehen akute Rezessionsgefahr

Nach dem Einbruch im Vormonat muss die Konjunkturerwartung im April erneut deutliche Einbußen hinnehmen. Der Indikator verliert 7,5 Punkte und sinkt auf -16,4 Zähler. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres beträgt das Minus knapp 24 Punkte.

Das Risiko für die deutsche Konjunktur ist aus Sicht der Verbraucher weiter gestiegen, die Gefahr einer Rezession wird als hoch eingeschätzt. Der anhaltende Ukraine-Krieg, eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegenüber Russland sowie unterbrochene Lieferketten bremsen die Konjunktur und verhindern, dass die Lockerungen der pandemiebedingten Beschränkungen ihre positiven Impulse entfalten können.

Folglich haben die Konjunkturexperten ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr zuletzt deutlich zurückgenommen. So geht der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die sogenannten „Wirtschaftsweisen“, in ihrer kürzlich veröffentlichten Prognose davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2022 nur noch um knapp zwei Prozent wachsen wird.

Anschaffungsneigung mit drittem Rückgang in Folge

Im Sog sinkender Konjunktur- und Einkommenserwartungen muss auch die Anschaffungsneigung nun zum dritten Mal in Folge Einbußen hinnehmen. Mit einem deutlichen Minus von 8,5 Punkten sinkt der Indikator auf -10,6 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit mehr als 13 Jahren. Im Oktober 2008 – zu Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise – wurde mit -20,1 Zählern zuletzt ein schlechterer Wert gemessen.

Neben der generellen Verunsicherung dämpfen vor allem die stark steigenden Preise die Konsumlaune. Wenn für Benzin, Heizöl und Gas deutlich mehr ausgegeben werden muss, bleiben entsprechend weniger finanzielle Mittel für andere Anschaffungen.

Quelle: GfK

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