Industrie und Bauwirtschaft droht eine Rezession

Hohe Energiepreise und Unsicherheiten infolge des Ukraine-Konflikts haben die Geschäftserwartungen der meisten Unternehmen für 2022 verschlechtert. Besonders die Bauwirtschaft und die Industrie schauen pessimistisch in die Zukunft, zeigt die neue Konjunkturumfrage des IW Köln. Die Dienstleistungsbranche klettert dagegen aus dem Corona-Tief.

IW Köln, Pressemitteilung vom 24.04.2022

Hohe Energiepreise und Unsicherheiten infolge des Ukraine-Konflikts haben die Geschäftserwartungen der meisten Unternehmen für 2022 verschlechtert. Besonders die Bauwirtschaft und die Industrie schauen pessimistisch in die Zukunft, zeigt die neue Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Dienstleistungsbranche klettert dagegen aus dem Corona-Tief.

Die Liste der Probleme der deutschen Wirtschaft ist lang: Die Preise – besonders für Energie – steigen weiter, China schottet ganze Metropolen von der Außenwelt ab, hohe Infektionszahlen sorgen für Personalausfälle und immer noch kommen wichtige Lieferungen mit großer Verspätung an oder bleiben ganz aus. Und der Krieg in der Ukraine sorgt für zusätzliche Unsicherheiten. Waren die Wachstumserwartungen für 2022 Anfang des Jahres noch zuversichtlich, kühlt der Krieg sie jetzt deutlich ab. Das ist das Ergebnis der IW-Konjunkturumfrage, für die fast 3.000 Unternehmen zwischen Anfang März und Mitte April befragt wurden.

Industrie und Bauwirtschaft im Abwärtstrend, Hoffnung auf die Dienstleister

Nur noch gut 30 Prozent der Unternehmen in der Bauwirtschaft rechnen mit einer Produktionszunahme im Jahr 2022. Hier stieg die Zahl der Pessimisten seit Herbst vergangenen Jahres um sieben Prozentpunkte und hält sich mit der Zahl der positiv eingestellten Unternehmen fast die Waage. Mehr Baufirmen rechnen außerdem mit sinkenden Investitionen und mit wenig Beschäftigungsimpulsen. Die Branche hat weiterhin mit Materialengpässen zu kämpfen.

In der Industrie sind 28 Prozent der Unternehmen pessimistisch gestimmt – doppelt so viele wie im November 2021. Die Optimisten bleiben mit 37 Prozent zwar weiterhin dominierend, die Industrie befindet sich aber nahe an der Rezession. Besonders die hohen Energiepreise, die zuletzt durch den Krieg weiter gestiegen sind, machen der Industrie zu schaffen. Hinzu kommt die Angst vor zusätzlichen Material- und Lieferschwierigkeiten.

Im Dienstleistungssektor haben die Optimisten mit fast 50 Prozent weiter die Oberhand. Hier erwarten viele Unternehmen durch das Ende der Corona-Einschränkungen bessere Geschäfte. Die überwiegende Mehrheit rechnet sogar mit steigenden Investitionen und zunehmender Beschäftigung.

Große regionale Unterschiede

Die Erwartungen sind regional sehr unterschiedlich. Unternehmen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen sind überwiegend positiv gestimmt. Weil Lieferprobleme weiter die Automobilindustrie belasten, fallen die Erwartungen der Wirtschaft in Baden-Württemberg überschaubar aus. Stark getrübt ist die Stimmung vor allem im Norden: Hier sind die Pessimisten in der Mehrheit. Die geplatzten Kooperationen mit Russland – wie bei dem Pipelineprojekt Nord-Stream 2 – haben den Nord-Osten stark getroffen. Hier sehen über 40 Prozent der Unternehmen ein weiteres düsteres Jahr auf sich zukommen.

Ein Fünkchen Hoffnung

Trotz all der Belastungen durch den Krieg und die Pandemie bleibt bei knapp 40 Prozent der Unternehmen die Erwartung, dass sich das Jahr noch zum Besseren wendet. Verglichen mit der Umfrage im November vergangenen Jahres ist das zwar ein Rückgang von zehn Prozentpunkten, jedoch erwarten vor allem die Dienstleistungsunternehmen, dass die Bundesbürger das in der Pandemie angesparte Geld nun gerne ausgeben. Zudem wollen die Unternehmen ihre aufgeschobenen Investitionen nachholen, so die Hoffnung. „Die optimistischen Produktionserwartungen der Unternehmen in Deutschland lassen insgesamt nicht auf eine Beschäftigungs- und Investitionskrise schließen“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. „Angesichts einer sich abrupt ändernden geopolitischen Lage kann sich die Stimmung der Unternehmen jedoch schnell ändern.“

Quelle: IW Köln

Powered by WPeMatico

ifo Exporterwartungen erholen sich (April 2022)

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich nach dem Einbruch im März etwas erholt. Die ifo Exporterwartungen sind im April auf plus 3,5 Punkte gestiegen, von minus 2,9 Punkten im März. Trotz hoher Unsicherheit und Logistikproblemen zeichnet sich derzeit eine Stabilisierung des Exportklimas ab.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.04.2022

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich nach dem Einbruch im März etwas erholt. Die ifo Exporterwartungen sind im April auf plus 3,5 Punkte gestiegen, von minus 2,9 Punkten im März. Trotz hoher Unsicherheit und Logistikproblemen zeichnet sich derzeit eine Stabilisierung des Exportklimas ab.

In der Elektroindustrie legten die Exporterwartungen wieder zu. Viele Unternehmen gehen von steigenden Exporterlösen aus. Auch im Maschinenbau kehrte die Zuversicht wieder zurück. Die chemische Industrie ist weiterhin skeptisch, sie erwartet keine Zuwächse bei den Exporten. Gleiches gilt für die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren. Die Unternehmen in der Autoindustrie rechnen weiterhin mit rückläufigen Exporten. Auch die Möbelhersteller haben pessimistische Exportaussichten.

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico

ifo Geschäftsklimaindex stabilisiert sich (April 2022)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im April auf 91,8 Punkte gestiegen, nach 90,8 Punkten im März. Dies war vor allem auf weniger pessimistische Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Die aktuelle Lage bewerteten sie minimal besser.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.04.2022

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im April auf 91,8 Punkte gestiegen, nach 90,8 Punkten im März. Dies war vor allem auf weniger pessimistische Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Die aktuelle Lage bewerteten sie minimal besser. Nach dem ersten Schock über den russischen Angriff zeigt die deutsche Wirtschaft sich widerstandsfähig.

Im Verarbeitenden Gewerbe legte der Index nach dem Absturz im Vormonat wieder zu. Grund war der Anstieg des Erwartungsindikators. Die Unternehmen sind für die kommenden Monate etwas weniger pessimistisch. Mit der aktuellen Lage waren sie hingegen etwas weniger zufrieden. In der chemischen Industrie haben sich jedoch sowohl die Erwartungen als auch die aktuelle Lage verschlechtert.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima merklich verbessert. Die Dienstleister waren deutlich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Zudem blicken sie weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Insbesondere der Bereich Transport und Logistik konnte sich von dem Einbruch im Vormonat erholen. Im Gastgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima vor dem Hintergrund der sich entspannenden Coronalage deutlich.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindikator weiter gesunken. Dies war auf deutlich schlechtere Einschätzungen zur aktuellen Lage zurückzuführen. Die Erwartungen verbesserten sich leicht, sind jedoch weiterhin sehr pessimistisch.

Im Bauhauptgewerbe ist das Geschäftsklima auf den niedrigsten Wert seit Mai 2010 abgestürzt. Die Unternehmen waren merklich weniger zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage. Ihre Erwartungen waren zudem noch nie so pessimistisch seit der Wiedervereinigung. Insbesondere große Materialengpässe belasten das Geschäft.

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico

Jungselbständige haben sich noch nicht vollständig von der Corona-Krise erholt

Die Gründungstätigkeit in Deutschland im Jahr 2021 hat den Rückgang des Jahres 2020 wettgemacht und liegt mit 607.000 Existenzgründungen wieder auf Vor-Corona-Niveau. Dies ergab eine Vorabauswertung des diesjährigen KfW-Gründungsmonitors.

KfW, Pressemitteilung vom 20.04.2022

  • Existenzgründungen 2021 wieder angestiegen
  • Umsätze noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau
  • 62 % der Jungselbständigen rechnen mit höherem Umsatzniveau zum Jahresende
  • Lieferengpässe stimmen pessimistisch

Die Gründungstätigkeit in Deutschland im Jahr 2021 hat den Rückgang des Jahres 2020 wettgemacht und liegt mit 607.000 Existenzgründungen wieder auf Vor-Corona-Niveau. Dies ergab eine Vorabauswertung des diesjährigen KfW-Gründungsmonitors. Die Beeinträchtigungen waren aber auch im zweiten Corona-Jahr spürbar. So hat die neue Blitzbefragung auf der Gründerplattform (www.gruenderplattform.de) eindeutig gezeigt: Existenzgründungen gelang im zweiten Pandemiejahr zwar etwas häufiger ein pünktlicher Start, lange Verzögerungen von über einem halben Jahr gab es aber mit 17 % deutlich öfter als 2020. Während im Jahr 2020 unsichere Geschäftsaussichten und der Wegfall der Geschäftsgrundlage die häufigsten Auslöser für verzögerte Gründungen waren, so sorgten dagegen im Jahr 2021 Anpassungen der Geschäftsmodelle sowie Finanzierungsprobleme am häufigsten für die verzögerte Realisierung von Gründungen.

Die Corona-Krise hat bei Jungselbständigen Spuren hinterlassen. Das zeigt sich unter anderem an ihren Umsätzen. Aktuell liegt die Hälfte derer, die vor 2020 gründeten, immer noch unter dem Umsatzniveau, das sie vor der Corona-Krise hatten. Ihre Geschäftstätigkeit hat sich also bisher nicht vollständig erholt. Insgesamt blickt die Mehrheit der Jungselbständigen (62 %) jedoch optimistisch auf die Zeit bis Jahresende und geht davon aus, bis dahin ihr Umsatzniveau zu steigern.

Trotz des optimistischen Ausblicks auf die Umsatzentwicklung sieht ein Fünftel der Jungselbständigen ein erhöhtes Risiko dafür, ihre Geschäftstätigkeit bis zum Jahresende aufgrund wirtschaftlicher Zwänge aufgeben zu müssen. Vieles hängt für die Selbständigen bei dieser Einschätzung vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab.

Pessimistisch stimmt die Jungselbständigen außerdem der aufgrund von coronabedingten Beschränkungen ins Stocken geratene internationale Warenverkehr. Lieferengpässe und Preissteigerungen sind dessen Folge. Der eskalierte Krieg in der Ukraine verschärft die Lage zusätzlich. Von den Engpässen sind nach eigenen Angaben 40 % der Jungselbständigen und 25 % der Gründungsplanungen betroffen. Die Folgen können für die Selbständigkeiten unter Umständen fatal sein. Denn höhere Preise lassen sich kaum weitergeben ohne Kunden zu verlieren und ein gestiegener Arbeitsaufwand bei der Beschaffung bedeutet weniger Zeit für die Kundenbetreuung und -gewinnung. So sehen Jungselbständige ein überdurchschnittliches Risiko der Geschäftsaufgabe aus wirtschaftlichen Zwängen.

„Für viele Jungselbständige ist die Corona-Krise wirtschaftlich weiter eine Herausforderung“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Neben den pandemiebedingten Störungen des internationalen Warenverkehrs erhöht der eskalierte Krieg in der Ukraine die wirtschaftspolitische Unsicherheit. Das Risiko, dass weitere Materialverknappungen, höhere Energiepreise und eine sich abzeichnende Konsumzurückhaltung ihren Umsatzoptimismus durchkreuzen, ist sehr hoch. Umso wichtiger ist es für sie, so flexibel wie möglich zu sein und Geschäftsmodelle bei Bedarf anzupassen – genau so, wie es viele Gründerinnen und Gründer in den letzten beiden Krisenjahren bereits getan haben.“

Quelle: KfW

Powered by WPeMatico

Verlustverrechnung: Liquidität und Eigenkapital effektiver stärken

Viele Unternehmen, die jetzt von der Ukraine-Krise hart getroffen werden, haben schon als Folge der Corona-Pandemie hohe Einbußen erlitten. So gaben 40 Prozent der Betriebe in einer DIHK-Umfrage im November 2020 an, unter einem Rückgang von Eigenkapital bzw. unter Verlusten zu leiden.

DIHK, Mitteilung vom 21.04.2022

Viele Unternehmen, die jetzt von der Ukraine-Krise hart getroffen werden, haben schon als Folge der Corona-Pandemie hohe Einbußen erlitten. So gaben 40 Prozent der Betriebe in einer DIHK-Umfrage im November 2020 an, unter einem Rückgang von Eigenkapital beziehungsweise unter Verlusten zu leiden. In einer wirtschaftlichen Normalsituation sind dies nur halb so viele. Nun werden infolge des Ukraine-Krieges viele Betriebe erneut oder noch tiefer in die Verlustzone geraten.

Verlustrücktrag: Zeitraum erweitern …

Viele staatliche Hilfsmaßnahmen wurden umgesetzt, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die deutsche Wirtschaft abzufedern. Derzeit berät der Deutsche Bundestag über ein viertes Corona-Steuerhilfegesetz, mit dem weitere steuerpolitische Maßnahmen realisiert werden sollen. Auch eine nochmalige Verbesserung der steuerlichen Verlustverrechnung ist vorgesehen.

Bisher können Verluste nur in das vergangene Jahr zurückgetragen und mit etwaigen Gewinnen des Vorjahres verrechnet werden – mit der Folge, dass die Finanzämter einen Teil der bereits gezahlten Steuern zurückerstatten. Dieser Zeitraum soll nun dauerhaft auf zwei Jahre erweitert werden. Doch dies dürfte nicht ausreichen, da viele Unternehmen schon 2020 Verluste hatten oder pandemiebedingt lediglich stark unterdurchschnittliche Gewinne erzielen konnten. Kurzum: Die Maßnahme dürfte bei den Betrieben häufig ins Leere laufen.

Damit die Betriebe die aktuellen krisenbedingten Verluste besser verrechnen können, sollte die Möglichkeit des steuerlichen Verlustrücktrags für die Krisenjahre 2020 bis 2022 auf die Vorkrisenjahre 2017 bis 2019 ausgeweitet werden. Hierdurch würden die Unternehmen schnell und – bei richtiger Ausgestaltung auch unkompliziert – erforderliche Liquidität erhalten, um die Krisen besser bestehen zu können.

… und Betrag erhöhen!

Für 2022 soll ein erhöhter maximaler Verlustrücktrag von 10 Millionen Euro (bei Verheirateten 20 Millionen Euro) gelten, so der Gesetzentwurf. Aber auch hier gilt, dass viele Unternehmen während der Corona-Krise und infolge des Ukraine-Krieges deutlich erhöhte Verluste erlitten haben beziehungsweise aktuell erleiden. Deshalb sollten zumindest während der Krise auch das rücktragsfähige Verlustvolumen angehoben werden. Idealerweise sollten sämtliche krisenbedingten Verluste mit Gewinnen der vergangenen Jahre verrechenbar sein. Dabei können zusätzliche Nachweise der Unternehmen über die Einbußen sicherstellen, dass nur krisenbedingte Verluste über einen längeren Zeitraum und in besonderem Umfang geltend gemacht werden.

Mindestgewinnbesteuerung zeitweise aussetzen

Die Besteuerung sollte grundsätzlich dem Prinzip der Leistungsfähigkeit folgen. Wenn Unternehmen aufgrund außergewöhnlicher Störungen – wie der Corona-Pandemie oder dem Angriffskrieg Russlands in der Ukraine – Verluste erzielen und somit unter steuerlichen Gesichtspunkten nicht leistungsfähig sind, sollte dies der Fiskus angemessen würdigen.

Eine zeitweise Aussetzung der sog. Mindestgewinnbesteuerung würde der schwierigen Situation Rechnung tragen und die Berücksichtigung von Verlusten besser ermöglichen. Die Regelung sieht derzeit vor, dass Verluste, die nicht durch den Verlustrücktrag berücksichtigt werden können, stattdessen mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden – das aber nicht vollständig. Denn die Mindestgewinnbesteuerung schreibt vor, dass Verluste im Volumen von einer Million Euro vollständig und darüber hinaus lediglich 60 Prozent aller weiteren Verluste berücksichtigt werden können. 40 Prozent des zukünftigen Gewinns eines Unternehmens jenseits von einer Million Euro sind demnach auch dann voll zu versteuern, wenn eigentlich noch ein anrechnungsfähiger Verlust aus früheren Jahren vorliegt. Bei den betroffenen Unternehmen fallen somit Steuerbelastungen in der frühen Erholungsphase nach einer Krise an – und zwar selbst dann, wenn sie die Verluste aus der Vergangenheit noch nicht wieder aufgearbeitet haben.

Das kostet Liquidität und Eigenkapital. Beides würden sie gerade in der Aufbauphase häufig dringend für Investitionen in moderne, zeitgemäße Anlagen und Maschinen benötigen. Letztlich geht es vor allem darum, das Eigenkapital der Unternehmen und damit Investitionen in die eigene Zukunftsfähigkeit zu sichern. Das ist auch im Interesse der Beschäftigten und dient der Resilienz des Wirtschaftssystems insgesamt.

Quelle: DIHK

Powered by WPeMatico

Weniger Wirtschaftswachstum in Deutschland erwartet

Die deutsche Wirtschaft wächst schleppend – und das auch in den kommenden Jahren. Laut Einschätzung der vom ZEW befragten Finanzmarktexperten/-innen werden niedrigere, aber stabile jährliche Wachstumsraten zwischen 2,0 und 2,5 Prozent für 2022 bis 2024 erwartet.

ZEW, Pressemitteilung vom 21.04.2022

ZEW-Umfrage unter Finanzmarktexperten/-innen

Die deutsche Wirtschaft wächst schleppend – und das auch in den kommenden Jahren. Laut Einschätzung der vom ZEW Mannheim befragten Finanzmarktexperten/-innen werden niedrigere, aber stabile jährliche Wachstumsraten zwischen 2,0 und 2,5 Prozent für 2022 bis 2024 erwartet. Gründe für dieses gehemmte Wachstum sind Energiepreise, Rohstoffknappheit und Unterbrechungen in den Lieferketten, aber auch die neue geopolitische Lage, hervorgerufen durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine. So revidieren die Experten/-innen ihre BIP-Prognosen für 2022, 2023 und darüber hinaus mehrheitlich nach unten. Einzelne Wirtschaftszweige sind dabei in Deutschland mit Blick auf die kommenden 5 Jahre unterschiedlich schwer von der geopolitischen Situation betroffen: Fahrzeugbau, Chemie/Pharma, Stahl/Nichteisen-Metalle und Maschinenbau dürfte es laut Experten/-innen am härtesten treffen.

Was die deutsche Wirtschaft betrifft, so erwarten die Finanzmarktexperten/-innen ein Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent für 2022. „Die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten gehen davon aus, dass das starke Wirtschaftswachstum aus 2021 bereits 2022 abflauen wird. Auch eine Rezession wird nicht mehr völlig ausgeschlossen“, sagt ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD. Für 2023 wird eine mittlere Wachstumsrate von 2,5 Prozent, für 2024 eine niedrigere Wachstumsrate von 2,0 Prozent prognostiziert. Ein bedeutender Negativfaktor auf das Wachstum sind Unterbrechungen in den Lieferketten: 58 bzw. 30 Prozent der Befragten gehen von einem negativen bzw. sehr negativen Einfluss aus. Dazu kommen steigende Energiepreise sowie Rohstoffknappheit in Deutschland, die sich nachteilig auf das reale BIP auswirken. Rund 35 bzw. 59 Prozent der Befragten geben an, dass Energiepreise einen negativen bzw. sehr negativen Einfluss haben. 45 bzw. 46 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Rohstoffknappheit negativ bzw. sehr negativ auswirkt. Andere Faktoren wie aktuelle Konjunkturdaten in Deutschland, Exportmärkte sowie internationale Handelskonflikte wirken sich auf die Prognosen der Umfrageteilnehmer/innen in geringerem Maße negativ aus.

Neue geopolitische Situation wirkt sich auf BIP-Prognosen und Ertragslage deutscher Unternehmen aus

Auch mit Blick auf die neue geopolitische Situation durch den Krieg in der Ukraine hat eine deutliche Mehrheit der Befragten ihre BIP-Prognosen für die Jahre 2022 und 2023 erheblich nach unten korrigiert. So geben 40 Prozent der Experten/-innen an, dass sie ihre Prognosen für 2022 leicht reduziert haben, knapp 58 Prozent sogar sehr stark. Für das Jahr 2023 dreht sich das Bild: Während nur noch knapp zehn Prozent ihre Prognosen stark reduziert haben, erwarten rund 69 Prozent der Experten/-innen für 2023 noch leicht negative Auswirkungen. „Auch für die Jahre nach 2023 sehen die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland aufgrund der neuen geopolitischen Lage“, so Achim Wambach. Für 2024 erwarten noch rund 45 Prozent der Befragten einen negativen Effekt, auf Sicht von 5 Jahren sind es rund 44 Prozent. In beiden Fällen überwiegen die Anteile, die leicht negative Auswirkungen erwarten, deutlich. Dagegen erwartet knapp die Hälfte der Befragten keine negativen Auswirkungen mehr für 2024 bzw. auf Sicht von 5 Jahren.

Zudem wirkt sich die geopolitische Situation auch auf die Ertragslage deutscher Unternehmen auf Sicht von 5 Jahren aus, allerdings je nach Branche mehr oder weniger gravierend. Laut Einschätzung der Mehrheit der Befragten sind insbesondere Unternehmen aus dem Fahrzeugbau, Chemie/Pharma, Stahl/NE-Metalle und Maschinenbau negativ betroffen. Dabei schneidet der Fahrzeugbau insgesamt am schlechtesten ab (rund 74 Prozent leicht bzw. deutlich schlechter). Unternehmen aus den Branchen Banken, Versicherungen, Elektro, Konsum/Handel, Bau, Dienstleister, Telekommunikation und IT sind laut Einschätzung der Mehrheit der Befragten wenig bis gar nicht beeinträchtigt.

Quelle: ZEW

Powered by WPeMatico

Exporte in Nicht-EU-Staaten im März 2022: voraussichtlich -7,2 % zum Februar 2022

Im März 2022 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber Februar 2022 kalender- und saisonbereinigt um 7,2 % gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mit.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 21.04.2022

Im März 2022 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber Februar 2022 kalender- und saisonbereinigt um 7,2 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, wurden im März 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 52,8 Milliarden Euro exportiert.

Nicht kalender- und saisonbereinigt wurden nach vorläufigen Ergebnissen im März 2022 Waren im Wert von 61,1 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2021 stiegen die Exporte um 3,2 %.

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren im März 2022 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 13,5 Milliarden Euro exportiert. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber März 2021 um 21,0 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 10,2 Milliarden Euro exportiert, das waren 1,0 % weniger als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken im Vorjahresvergleich um 0,3 % auf 6,4 Milliarden Euro.

Die deutschen Exporte in die Russische Föderation sanken gegenüber März 2021 infolge der wegen des Kriegs in der Ukraine gegen Russland getroffenen Sanktionen, anderer Maßnahmen zur Exportbeschränkung und nicht sanktioniertem Verhalten der Marktteilnehmer um 57,5 % auf 1,1 Milliarden Euro. Damit lag die Russische Föderation im März 2022 nur noch auf Rang 12 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte außerhalb der EU. Im Februar 2022 hatte Russland noch Rang 5 belegt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

Powered by WPeMatico

Antragstellung für Stufe 2 der neu ausgerichteten Neubauförderung am 21.04.2022 gestartet

Seit 21.04.2022 können Anträge bei der KfW für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in dem Programm „Effizienzhaus (EH, Wohngebäude) / Effizienzgebäude (EG, Nichtwohngebäude) 40-Nachhaltigkeit (EH/EG 40 NH)“ gestellt werden.

BMWK, Pressemitteilung vom 21.04.2022

Seit 21.04.2022 können Anträge bei der KfW für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in dem Programm „Effizienzhaus (EH, Wohngebäude) / Effizienzgebäude (EG, Nichtwohngebäude) 40-Nachhaltigkeit (EH/EG 40 NH)“ gestellt werden. Die Stufe 2 der neu ausgerichteten Neubauförderung startete am 21.04.2022 nachdem am 20.04.2022 das Budget von 1 Milliarde Euro für die Stufe 1 der Neubauförderung von effizienten Gebäuden (EH /EG 40) wenige Stunden nach Start des Programms ausgeschöpft wurde. Die Bundesregierung hatte das Programm EH/EG 40 auf eine Milliarde gedeckelt und angekündigt, dass bei Ausschöpfung der Mittel für Stufe 1 nahtlos eine zweite Stufe der Neubauförderung mit einem stärken Fokus auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit der Neubauförderung starten wird. Insgesamt gibt es drei Stufen der Neuausrichtung der energetischen Neubauförderung. Die Bundesregierung hatte am 5. April 2022 über die drei Stufen der Neuausrichtung der Neubauförderung informiert.

In Stufe 2 wird die Neubauförderung für Wohngebäude und Nichtwohngebäude im Programm EH/EG 40 NH mit anspruchsvolleren Anforderungen fortgeführt. Das Programm EH/EG 40 NH ermöglicht eine Neubauförderung nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG), das im Bundesbauministerium entwickelt und verantwortet wird. Das QNG ist seit Mitte 2021 bereits optionaler Teil der BEG und wird nun in Stufe 2 verpflichtend. Damit wird ein klares Signal für mehr Klimaschutz und die Neuausrichtung hin zu nachhaltigem Bauen gesetzt.

Als dritter und finaler Schritt der Neuausrichtung der Neubauförderung ist ab Januar 2023 ein neues umfassendes Programm mit dem Titel „Klimafreundliches Bauen“ vorgesehen. Dieses Programm wird insbesondere die Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus der Gebäude noch stärker in den Fokus stellen. Die genaue Justierung des Programmes wird zwischen dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesbauministerium aktuell erarbeitet.

Näher zu den Förderkonditionen des Programms EH / EG 40 Nachhaltigkeit (EH / EG 40 NH)

Ziel des Programms EH /EG 40 NH ist es, die Neubauförderung schrittweise immer stärker an Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Effizienz auszurichten. Das Programm EH /EG 40 NH steht als Kreditvariante zur Verfügung. Für Kommunen gibt es auch eine Zuschussvariante. Das Programm in Stufe 2 läuft bis zum 31. Dezember 2022.

Das Programm EH /EG 40 NH existierte bereits in Form eines optionalen Bonus in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). In Stufe 2 werden die Anforderungen an die Nachhaltigkeit in Form des Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) nun zur verpflichtenden Fördervoraussetzung. Damit wird ein klares Signal für die Neuausrichtung auf nachhaltiges Bauen gesetzt. Das QNG, das im BMWSB verantwortet wird, nutzt bestehende, im Markt etablierte Bewertungssysteme. Es definiert Kriterien zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen und des Primärenergiebedarfs im Lebenszyklus, aber auch Schadstoffvermeidung in Baumaterialien, zur Barrierefreiheit sowie zur Inanspruchnahme von Ressourcen und zur nachhaltigen Materialgewinnung.

Das Programm wird für Wohngebäude sowie für Nichtwohngebäude auf Basis der im Markt verfügbaren Siegelvarianten (Büro- /Verwaltungs-, Unterrichtsgebäude, Schulen, Kitas, etc.) angeboten. Weitere Siegelvarianten für Nichtwohngebäude, beispielsweise für Einkaufszentren oder Fitnessstudios, werden derzeit entwickelt und im Herbst 2022 zur Verfügung gestellt, so dass dann auch das Förderprogramm für weitere Typen von Nichtwohngebäuden schrittweise erweitert werden kann.

Die Förderung erfolgt als zinsgünstiger Kredit mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten beträgt 150.000 Euro pro Wohneinheit bei Wohngebäuden und 30 Mio. Euro bei Nichtwohngebäuden. Es werden nur noch Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien gefördert. Die Beantragung erfolgt bei der KfW über die etablierten Programmstrukturen der BEG.

Die Ausnahmeregelungen für die Betroffenen des Hochwassers 2021 in einem betroffenen Gebiet gemäß Aufbauhilfegesetz gelten weiterhin.

Nähere Informationen zum QNG finden Sie auf www.nachhaltigesbauen.de und zu den Förderkonditionen der Neubauförderung auf der Seite der KfW: www.kfw.de/beg

Quelle: BMWK

Powered by WPeMatico

Ampel-Reformen bei Mini- und Midijobs verschärfen Teilzeitfalle für Frauen

Die geplanten Reformen der Ampel-Koalition bei Mini- und Midijobs und der Einkommensteuer verschärfen die Teilzeitfalle, von der vor allem Frauen als Zweitverdienerinnen betroffen sind. Das zeigen neue Berechnungen des ifo Instituts.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 21.04.2022

Die geplanten Reformen der Ampel-Koalition bei Mini- und Midijobs und der Einkommensteuer verschärfen die Teilzeitfalle, von der vor allem Frauen als Zweitverdienerinnen betroffen sind. Das zeigen neue Berechnungen des ifo Instituts. „Zwar hätten die Reformen insgesamt eine positive Auswirkung auf die Arbeitsmarktbeteiligung, jedoch würden vor allem Männer ihre Arbeitszeit erhöhen. Frauen würden hingegen ihre Arbeitszeit verringern und noch häufiger in Teilzeit arbeiten“, sagt ifo-Forscher Maximilian Blömer. Zudem würden die Reformen den Staat 6,5 Milliarden Euro kosten.

Durch die Mini- und Midijobreform würden Teilzeitjobs finanziell attraktiver und gut 80.000 Frauen mehr in Teilzeitjobs mit wenigen Stunden arbeiten. Gleichzeitig würden 40.000 Frauen ihre Vollzeittätigkeit aufgeben. Auch nach Berücksichtigung der positiven Beschäftigungswirkung, die mit vorgesehenen Steuerentlastungen einhergehe, würde sich die Arbeitszeit von Frauen noch um umgerechnet 7.000 Vollzeitstellen verringern. „Die negativen Beschäftigungswirkungen entstehen vor allem durch die Kombination des bestehenden Ehegattensplittings sowie der Ausweitung der steuer- und abgabenfreien Minijobs. Mit den geplanten Reformen verfehlt die Ampel-Koalition somit ihr erklärtes Ziel, die Verdrängung von regulären Arbeitsverhältnissen durch Minijobs sowie die Teilzeitfalle insbesondere für Frauen zu verhindern“, sagt Blömer.

Der Regierungsentwurf vom 23. Februar 2022 sieht eine Anhebung der Minijob-Verdienstgrenze von 450 auf 520 Euro pro Monat und die Neugestaltung sowie Ausweitung der Midijob-Gleitzone auf 1.600 Euro vor. Zudem sind Steuerentlastungen in Form einer Anhebung der Werbungskostenpauschale von 1.000 auf 1.200 Euro im Jahr und des Grundfreibetrages von 9.984 auf 10.347 Euro im Jahr geplant. Blömer und Ko-Autorin Valentina Consiglio berechnen die Auswirkungen dieser drei Reformelemente auf Beschäftigung und Staatshaushalt.

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico

Krieg in der Ukraine und Inflationsprobleme verschlechtern Wirtschaftsentwicklung

Der Krieg in der Ukraine und die steigende Inflation verschlechtern die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und Hamburg. Das ergab der aktuelle Konjunkturbericht der Handelskammer Hamburg und des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI).

HWWI, Pressemitteilung vom 20.04.2022

Der Krieg in der Ukraine und die steigende Inflation verschlechtern die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und Hamburg. Das ergab der aktuelle Konjunkturbericht der Handelskammer Hamburg und des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI).

Die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft haben sich durch den Krieg in der Ukraine erheblich verschlechtert. Der nach Lockerung des Corona-Lockdowns erwartete Erholungsprozess wird dadurch verschleppt. Bei anhaltendem Krieg in der Ukraine besteht die Gefahr einer tieferen Rezession.

Da das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach den jüngsten Problemen – 5. Corona-Welle, durch den Krieg in der Ukraine noch verschärfte Lieferketten- und Inflationsprobleme – voraussichtlich im ersten Quartal wie schon im letzten Quartal des vergangenen Jahres gesunken ist, wäre definitionsgemäß der Tatbestand einer Rezession als Rückgang des BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen bereits erfüllt.

Die Prognose des HWWI von Anfang März, zu Beginn des Ukraine-Krieges, unterstellte lediglich vorübergehende Störungen bei den Energie- und anderen Rohstofflieferungen bzw. deren Preisen durch den Ukraine-Krieg; für diesen Fall wurde ein Wirtschaftswachstum von 2 % und eine Inflationsrate von knapp 4 % für dieses Jahr sowie 3 % Wirtschaftswachstum und 2 % Inflation für 2023 geschätzt. Mit Fortdauer des Ukraine-Kriegs und zunehmendem Umfang gegenseitiger Sanktionen wird die gesamtwirtschaftliche Produktion entsprechend geringer ausfallen.

Aktuell lässt sich für die kommenden Monate die Wirtschaftsentwicklung kaum vorhersehen, zumal bei einem etwaigen Öl- und Gasembargo. Die nochmals kräftige Verteuerung von Energie, aber auch von anderen Rohstoffen, dürfte angesichts der geopolitischen Verwerfungen zumindest auf mittlere Sicht den Inflationsdruck auf allen Stufen erhöhen.

„Die erhoffte Erholung der Wirtschaft nach zwei Jahren Corona-Pandemie ist durch den Krieg in der Ukraine deutlich gebremst“, sagt Prof. Dr. Michael Berlemann, wissenschaftlicher Direktor des HWWI. „Die nochmals kräftige Verteuerung von Energie, aber auch von anderen Rohstoffen, dürfte angesichts der geopolitischen Verwerfungen zumindest auf mittlere Sicht den Inflationsdruck auf allen Stufen erhöhen. Bei anhaltendem Krieg in der Ukraine und zunehmendem Umfang gegenseitiger Sanktionen droht die Gefahr einer tiefen Rezession.“

„In der Hamburger Wirtschaft herrscht große Verunsicherung“, sagt Dr. Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg. „Viele Unternehmen rechnen mit einem Rückgang ihrer Exporte. Für Hamburg als Außenhandelsstandort sind das düstere Aussichten.“ Rund jedes dritte Unternehmen (35,7 Prozent) rechnet mit einer Verschlechterung der eigenen Geschäftslage in den kommenden Monaten. Besonders stark treffen diese weltwirtschaftlichen Entwicklungen die auf intakte Lieferketten angewiesene Industrie. Grund für die deutliche Verschlechterung der Wirtschaftsentwicklung sind vor allem die steigenden Energie- und Rohstoffpreise. Für sieben von zehn Unternehmen sind sie mittlerweile eines der größten Geschäftsrisiken. Vor einem Jahr galt das noch für jedes vierte Unternehmen.

Quelle: HWWI

Powered by WPeMatico