Ukraine-Krieg: Hohe Energiepreise belasten 62 Prozent der Unternehmen

Der russische Angriffskrieg wirkt sich negativ auf deutsche Unternehmen aus. Eine aktuelle Befragung des IW Köln zeigt, dass vor allem hohe Energiepreise und fehlende Gaslieferungen für Belastungen sorgen – besonders in der Industrie.

IW Köln, Pressemitteilung vom 09.03.2022

Der russische Angriffskrieg wirkt sich negativ auf deutsche Unternehmen aus. Eine aktuelle Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass vor allem hohe Energiepreise und fehlende Gaslieferungen für Belastungen sorgen – besonders in der Industrie.

Der Konflikt zwischen Russland und dem Westen spitzt sich weiter zu: Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin Deutschland mit einem Gas-Lieferstopp gedroht hat, steigt auch die Sorge der deutschen Unternehmen. Die Energiepreise markieren bereits ein Allzeithoch und steigen auch weiterhin. Eine aktuelle IW-Befragung von 200 Unternehmen während der ersten Kriegswoche zeigt das Ausmaß der Verunsicherung unter den Betrieben: 62 Prozent von ihnen erwarten eher große bis sehr große Belastungen infolge der erhöhten Energiepreise, in der Industrie sind es sogar 70 Prozent.

Auch Gas und Lieferanten fehlen

Fast jedes dritte befragte Unternehmen erwartet Probleme infolge fehlender Gaslieferungen. Während viele Unternehmen Gas als Energieträger nutzen, wird es vor allem in der Industrie auch als Rohstoff eingesetzt – etwa bei großen Chemie- und Pharmaunternehmen. Dementsprechend erwarten industrielle Unternehmen mit 37 Prozent etwas häufiger Belastungen aufgrund des fehlenden Gases. Auch ausfallende Lieferanten bereiten den Unternehmen Sorgen: So mussten etwa Software-Anbieter oder andere Zulieferer in der Ukraine ihre Arbeit einstellen, wodurch Einzelteile nun fehlen, wie es bei der Autoindustrie zuletzt der Fall war. 31 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass ausfallende Lieferungen zu einer Belastung werden – bei den Industrieunternehmen sind es mit 39 Prozent etwas mehr.

Abhängigkeit von Russland

Die Bundesrepublik ist in hohem Maße von russischen Rohstoffen abhängig. Das spiegelt sich auch in der IW-Umfrage wider, denn mit großem Abstand gehen die meisten Unternehmen von Belastungen aufgrund der erhöhten Energiepreise aus. „Der Krieg bringt nicht nur unfassbares Leid über die Menschen in der Ukraine, er zerstört auch einen Teil der ökonomischen Lebensgrundlage und des volkswirtschaftlichen Produktionspotenzials“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. „Die Probleme, die Europa als Folge der Corona-Pandemie zu spüren bekam, werden durch den Angriffskrieg Putins noch verschärft. Die wirtschaftliche Erholung zieht sich nun weiter in die Länge.“

Quelle: IW Köln

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Sorge der Beschäftigten vor Corona-Infektion stagniert auf hohem Niveau – Basisschutz am Arbeitsplatz bleibt auch künftig wichtig

Angesichts weiterhin hoher Fallzahlen verharrt unter den Beschäftigten die Sorge, sich am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin mit dem Coronavirus anzustecken, auf hohem Niveau. Im Februar 2022 gaben 31 % der Arbeitnehmer:innen an, sich diesbezüglich Sorgen zu machen. Der Wert ist damit gegenüber den Vormonaten nahezu unverändert und deutlich höher als noch im Oktober 2021, als dies nur auf 21 % zutraf.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 07.03.2022

Angesichts weiterhin hoher Fallzahlen verharrt unter den Beschäftigten die Sorge, sich am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin mit dem Coronavirus anzustecken, auf hohem Niveau. Im Februar 2022 gaben 31 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern an, sich diesbezüglich Sorgen zu machen. Der Wert ist damit gegenüber den Vormonaten nahezu unverändert und deutlich höher als noch im Oktober 2021, als dies nur auf 21 Prozent zutraf. Besonders betroffen sind all diejenigen, die in ihrem Beruf direkten Kontakt zu vielen anderen Menschen haben. Angesichts hoher Inzidenzen in Schulen und Kindertagesstätten gehören dazu die Beschäftigten im Bereich Soziales, Bildung und Erziehung, von denen zuletzt zwei Drittel (67 Prozent) Sorgen vor einer Ansteckung hatten. Auch im Bereich Gesundheit und Pflege (52 Prozent) sowie den Verkaufsberufen (46 Prozent) gaben dies überdurchschnittlich viele Befragte an. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Portals Lohnspiegel.de, an der sich seit Beginn der Pandemie fast 98.000 Beschäftigte beteiligt haben. Lohnspiegel.de wird vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung wissenschaftlich betreut.

„Mit dem Wegfall der Homeoffice-Pflicht zum 20. März steigt das Infektionsrisiko auch für Beschäftigte, die bisher gut geschützt im heimischen Büro gearbeitet haben“, sagt Dr. Elke Ahlers, Expertin für Arbeit und Gesundheit am WSI. Viele Arbeitgeber hätten im Laufe der Pandemie zwar flexible Regeln zum mobilen Arbeiten eingeführt und wollten diese auch dauerhaft beibehalten. Trotzdem zeichne sich ab, dass die Büroetagen in den kommenden Monaten wieder voller werden. „Wir alle können auf Grundlage unserer individuellen Risikoneigung selbst entscheiden, ob wir künftig wieder häufiger ins Restaurant gehen oder Großveranstaltungen besuchen“, so Ahlers. „Bei der Arbeit ist das etwas anderes – darauf sind wir fast alle angewiesen.“

Ein gewisser Basisschutz am Arbeitsplatz bleibe deshalb auch nach den bevorstehen Lockerungsschritten notwendig. Inzwischen hätten sich in den Betrieben viele Maßnahmen zum Infektionsschutz zudem gut eingespielt, so die Expertin. Dazu gehören 3G-Regeln für den Zutritt zum Betrieb, Maßnahmen zur Kontaktreduktion sowie die Maskenpflicht in gemeinschaftlich genutzten Innenräumen. „Solange die Fallzahlen weiterhin hoch sind, wäre es unsinnig, die etablierten Hygienekonzepte von heute auf morgen über Bord zu werfen“, sagt WSI-Expertin Ahlers.

Zwar seien die Arbeitgeber schon aufgrund des Arbeitsschutzgesetztes verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit ihrer Beschäftigten zu treffen. Mit dem Auslaufen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) am 19. März entfalle aber die konkrete Rechtsgrundlage für viele betriebliche Regelungen. „Die Politik muss deswegen handeln, um einen angemessen Basisschutz am Arbeitsplatz auch für die Zeit danach zu gewährleisten“, appelliert Ahlers. „Wichtig ist, dass die Betriebsräte in die betrieblichen Entscheidungen einbezogen werden. Nur so lässt sich erreichen, dass die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt werden.“

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Ukraine-Krieg belastet internationalen Handel deutlich

Der internationale Handel stand im Februar bereits im Bann des Ukraine-Krieges, obwohl dieser erst wenige Tage vor Monatsende ausgebrochen ist. Laut jüngstem Datenupdate des Kiel Trade Indicator geht der Welthandel im Vergleich zum Vormonat deutlich zurück (preis- und saisonbereinigt), für fast alle Volkswirtschaften sind die Vorzeichen negativ.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 07.03.2022

Der internationale Handel stand im Februar bereits im Bann des Ukraine-Krieges, obwohl dieser erst wenige Tage vor Monatsende ausgebrochen ist. Laut jüngstem Datenupdate des Kiel Trade Indicator geht der Welthandel im Vergleich zum Vormonat deutlich zurück (preis- und saisonbereinigt), für fast alle Volkswirtschaften sind die Vorzeichen negativ. Vor allem russische Exporte dürften sehr stark einbrechen. Die Ukraine ist weitestgehend vom internationalen Seehandel abgeschnitten, der Schwarzmeerhafen Odessa wird praktisch nicht mehr angelaufen.

Laut jüngstem Datenupdate des Kiel Trade Indicator für Februar dürfte der Welthandel im Vergleich zum Vormonat deutlich um 5,6 Prozent zurückgehen (preis- und saisonbereinigt). Dies ist der größte Einbruch seit Ausbruch der Corona-Krise im Frühjahr 2020. Der Erholungstrend der letzten Monate ist damit jäh unterbrochen.

„Obwohl der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine erst in der letzten Februarwoche eskalierte, scheinen Unsicherheit, Sanktionen und vermehrte Warenkontrollen zur Einhaltung der Sanktionen den Handel jetzt schon nachhaltig zu beeinträchtigen. Bereits Mitte Februar zeichnete sich ein schwächerer Monat ab, die Sanktionen gegen Russland verstärken diesen Trend“, sagte Vincent Stamer, Leiter des Kiel Trade Indicator.

Für fast alle Volkswirtschaften sind die Vorzeichen des Kiel Trade Indicator für den Februarhandel negativ. In Deutschland dürften die Importe im Vergleich zum Januar ungewöhnlich stark zurückgehen (-3,9 Prozent), auch die Exporte dürften sinken (-3,8 Prozent). Auch für die EU zeichnen sich Rückgänge bei Importen (-1,6 Prozent) und Exporten (-2,8 Prozent) ab.

In den USA steht einem Minus bei den Exporten (-3,9 Prozent) ein leichtes Plus bei den Importen (+1,2 Prozent) gegenüber. Umgekehrt in China, wo die Exporte minimal im positiven Bereich liegen (+0,3 Prozent), die Importe im negativen Bereich (-3,4 Prozent). Nach wie vor könnte die Omikron-Variante Chinas Handel belasten.

Für Russland selbst weist der Kiel Trade Indicator einen starken Einbruch der Exporte gegenüber Januar um 11,8 Prozent aus, alleine im Hafen von St. Petersburg wurden im Februar 17 Prozent weniger Güter verschifft. Die Ausfuhren aus Russlands größtem Containerhafen waren schon den gesamten Monat über niedrig, die Sanktionen am Ende des Monats haben sie noch weiter gebremst. Bei den russischen Importen ist dagegen nur mit einem verhaltenen Rückgang um 1,6 Prozent zu rechnen.

„Die Gemengelage im russischen Handel ist unübersichtlich, aber ganz offenbar zeigen die vom Westen verhängten Sanktionen Wirkung. Alleine aus Unsicherheit über die Bezahlung dürften russische Exporteure vermehrt Güter zurückhalten. Große Reedereien haben zwar den Stopp ihrer Lieferungen nach Russland verkündet, dies betrifft allerdings nur neue Buchungen. Alte Buchungen werden, sofern diese nicht gegen Sanktionen verstoßen, derzeit noch planmäßig nach Russland verschifft“, so Stamer.

Die Ukraine wird im Kiel Trade Indicator nur im Verbund der übrigen Mitglieder der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) ohne Russland erfasst. Für diese zeichnet sich ein negativer Wert bei den Exporten (-4 Prozent) und ein positiver Wert bei den Importen (+2,3 Prozent) ab.

Positionsdaten von Containerschiffen zeigen aber, dass die Ukraine weitestgehend vom internationalen Seehandel abgeschnitten ist. Den wichtigsten Hafen des Landes, Odessa am Schwarzen Meer, hat seit Kriegsausbruch kein großes Containerschiff mehr angelaufen.

„Die Februarzahlen geben einen Vorgeschmack auf die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges. In den kommenden Monaten dürfte sich der Güterhandel zwischen der EU und Russland aufgrund der Sanktionen, Unsicherheit, aber auch freiwilligen Einschränkungen durch Unternehmen und Bevölkerung deutlich reduzieren“, sagte Stamer. „Vermehrte Zollkontrollen, um die Einhaltung der Sanktionen gegen Russland zu überprüfen, können zusätzlich zu Verzögerungen im Seehandel führen.“

Weitere Informationen zum Kiel Trade Indicator und einzelne Prognosen für 75 Länder und Regionen finden Sie auf www.ifw-kiel.de/tradeindicator.

Quelle: IfW Kiel

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Anteil der Chefinnen im Mittelstand sinkt auf 16 %

Die Zahl der Chefinnen im Mittelstand ist im vergangenen Jahr lt. KfW wieder gesunken: Von den rund 3,8 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland werden aktuell nur 16 % bzw. 608.000 von Frauen geführt (2020: 16,8 % / 638.00).

KfW, Pressemitteilung vom 07.03.2022

  • Leichter Rückgang um 30.000 gegenüber Vorjahr auf 608.000 frauengeführte Unternehmen
  • Geringe Gründungstätigkeit von Frauen ist Hauptgrund für anhaltend niedrigen Anteil
  • Akademisierungsgrad unter Inhaberinnen enorm gestiegen

Die Zahl der Chefinnen im Mittelstand ist im vergangenen Jahr wieder gesunken: Von den rund 3,8 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland werden aktuell nur 16 % bzw. 608.000 von Frauen geführt (2020: 16,8 % / 638.00), wie eine aktuelle Sonderauswertung von KfW Research auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels zeigt. Die Frauenquote liegt damit um gut 3 Prozentpunkte bzw. rund 100.000 Unternehmen niedriger als ihr bisheriger Höchststand im Jahr 2013 (19,4 % / 700.000).

Die Entwicklung im Mittelstand entkoppelt sich damit von der in den Großunternehmen hierzulande. Die in den Führungspositionen-Gesetzen verankerten Frauenquoten werden bisher zwar nur zum Teil erreicht, der Trend zeigt aber klar nach oben. Sowohl in den Vorständen als auch in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen, die unter diese Regelungen fallen, legte der Frauenanteil auf zuletzt 14,1 % bzw. 35,9 % zu. Die Hoffnung, dies könnte auch den Einzug von Frauen in die mittelständischen Chefetagen beflügeln, blieb bislang unerfüllt.

Ein wesentlicher Grund für den geringen Chefinnenanteil im Mittelstand ist der generell niedrigen und seit der Jahrtausendwende erheblich gesunkenen Gründungstätigkeit in Deutschland zuzuschreiben. Zuletzt lag die Zahl der Gründerinnen bei 205.000 im Jahr 2020. Dass die Führungsetagen des Mittelstands in kurzfristiger Perspektive stärker weiblicher werden, ist daher wenig wahrscheinlich.

„Wer Chefinnen möchte, der braucht Gründerinnen und Frauen in allen Wirtschaftsfeldern oder Branchen“, sagt Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Und so müssen wir auch am diesjährigen Weltfrauentag leider feststellen: Der Chefinnenanteil in mittelständischen Unternehmen nimmt auf niedrigem Niveau sogar noch ab. Neben einer häufig weiterhin ‚traditionellen‘ Arbeitsteilung bei Haushalt und Kinderbetreuung beeinflussen weiterhin auch eine geschlechterstereotype Ausbildungs- und Berufswahl die Gründungsneigung von Frauen negativ und sorgen dafür, dass sie oft im Dienstleistungssektor tätig sind, der von der Coronakrise besonders hart getroffen war. An diesen Aspekten muss angesetzt werden.“

Die wirtschaftliche Bedeutung der frauengeführten Mittelständler in Deutschland ist nicht zu unterschätzen: Sie beschäftigen 3,4 Mio. Arbeitnehmer, bilden 100.000 junge Menschen aus, erzielen insgesamt 331 Mrd. Euro Umsatz und investieren 15 Mrd. Euro in neue Anlagen und Bauten. Damit leisten sie einen substanziellen, gemessen an ihrem Anteil an allen kleinen und mittleren Unternehmen von 16 % jedoch unterproportionalen Beitrag zur gesamten Wirtschaftskraft im Mittelstand. Es ist in den vergangenen 10 Jahren hierbei auch kein Aufwärtstrend zu erkennen. Entscheidend ist dafür der Unternehmenstyp, den Frauen in aller Regel führen: Im Fokus stehen kleine Unternehmen, die vor allem im Dienstleistungssektor angesiedelt sind (89 %). Im Verarbeitenden Gewerbe sind hingegen nur vier Prozent aller frauengeführten Unternehmen zu verorten.

Beachtenswert ist allerdings, dass die Leitung eines mittelständischen Unternehmens zunehmend für Akademikerinnen interessant zu sein scheint. 58 % der Chefinnen im Mittelstand verfügen aktuell über einen tertiären Bildungsabschluss. Das ist ein mehr als beachtlicher Zuwachs um 18 Prozentpunkte in den vergangenen acht Jahren. Unter den männlichen Inhabern kleiner und mittlerer Unternehmen hat parallel eher eine Seitwärtsbewegung stattgefunden (43 % in 2021 ggü. 46 % in 2013 mit höherem Bildungsabschluss).

Die aktuelle Analyse von KfW Research zu den Chefinnen im Mittelstand ist abrufbar unter www.kfw.de/fokus

Quelle: KfW

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar 2022

Wie das BMWK mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,7 % gestiegen. Vor allem das Baugewerbe hat sich von seinem vormonatlichen Einbruch mehr als erholen können (+10,1 %). Die Industrieproduktion stieg derweil um 1,3 %.

BMWK, Pressemitteilung vom 08.03.2022

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,7 % gestiegen. Vor allem das Baugewerbe hat sich von seinem vormonatlichen Einbruch mehr als erholen können (+10,1 %). Die Industrieproduktion stieg derweil um 1,3 %.

Der gewichtige Maschinenbau trug mit einem Plus von 9,9 % sehr deutlich zum Wachstum der Industrieproduktion bei, während der Bereich Kfz und Kfz-Teile einen merklichen Rückgang verzeichnen musste (-3,1 %).

Die Industrieproduktion wird seit Monaten durch Lieferengpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern und Rohstoffen belastet. Unter normalen Umständen spräche die vierte Aufwärtsbewegung in Folge und die Erholung im Baugewerbe jedoch für eine einsetzende Entspannung der Lieferengpässe.

Allerdings dürfte die konjunkturelle Belebung durch die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine gebremst werden. Es ist momentan ungewiss, wie stark sich dadurch verursachte Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten auf die Produktion auswirken. Somit könnte es zu einer Verzögerung bei der Abarbeitung der aktuell hohen Auftragsbestände der Unternehmen kommen.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, 2022

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Januar 2022

Wie das BMWK mitteilt, sind die Auftragseingänge nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Januar gegenüber dem Vormonat um 1,8 % gestiegen. Der Januar markierte damit die dritte Aufwärtsbewegung in Folge.

BMWK, Pressemitteilung vom 07.03.2022

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts1 sind die Auftragseingänge im Januar gegenüber dem Vormonat um 1,8 % gestiegen.2 Der Januar markierte damit die dritte Aufwärtsbewegung in Folge. Das Wachstum wurde vorwiegend durch eine höhere Nachfrage nach Investitionsgütern (+5,5 %) vorangetrieben. Sinkende Bestellungen von Vorleistungs- (-2,6 %) und Konsumgütern (-4,6 %) wirkten hingegen dämpfend. Mit einem Plus von 7,3 % lagen die Auftragseingänge arbeitstäglich bereinigt merklich über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Für den Anstieg der Auftragseingänge insgesamt war ein kräftiger Zuwachs aus Ländern außerhalb der Eurozone (+17,0 %) verantwortlich. Indes gab die Nachfrage aus dem Inland merklich nach (-8,3 %), die Bestellungen aus dem Euroraum waren weniger stark rückläufig (-2,6 %).

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe lagen bereits vor ihrer Zunahme im Januar deutlich über dem Vor-Coronakrisenniveau und boten mit ihrer Abarbeitung Ausblick auf eine dynamische Wirtschaftsentwicklung. Allerdings bergen die aktuellen geopolitischen Entwicklungen enorm hohe Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung der Nachfrage. Unsicher ist auch, inwiefern die Produzenten den hohen Auftragsbeständen angesichts von Lieferengpässen und Materialknappheiten in naher Zukunft nachkommen können.

Fußnoten

[1] Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 7. März 2022.

[2] Alle Angaben basieren auf vorläufigen Daten und sind preis-, kalender- und saisonbereinigt (Verfahren X13 JDemetra+).

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, 2022

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Inflationsausgleich: Nur 266 Euro Entlastung für vierköpfige Familien

Die Bundesregierung hat angesichts der aktuellen Preisanstiege Entlastungen für die breite Bevölkerung angekündigt. Eine neue Studie des IW Köln zeigt, was die Entlastungen konkret bedeuten. Kaufkraftverluste können nur teilweise kompensiert werden.

IW Köln, Pressemitteilung vom 06.03.2022

Die Bundesregierung hat angesichts der aktuellen Preisanstiege Entlastungen für die breite Bevölkerung angekündigt. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, was die Entlastungen konkret bedeuten. Kaufkraftverluste können nur teilweise kompensiert werden.

Abschaffung der EEG-Umlage, Anhebung des Grundfreibetrags und höhere Pendlerpauschale: Um die Preissteigerungen aufgrund der hohen Inflationsrate abzufedern, hat die Ampel-Koalition ein Entlastungspaket geschnürt. IW-Berechnungen zeigen nun, wie viel tatsächlich im Geldbeutel der Verbraucher ankommt. Ein Single mit einem zu versteuernden Haushaltsbruttoeinkommen von 50.000 Euro hat demnach in diesem Jahr gut 170 Euro mehr zur Verfügung. Bei einer Alleinverdiener-Familie mit gleichem Einkommen sind es rund 266 Euro.

Geringer Ausgleich für hohe Energiekosten

Auf das Jahr gerechnet sollen die Steuerzahler insgesamt Entlastungen in Höhe von zwölf Milliarden Euro erhalten. Die Abschaffung der EEG-Umlage ab Anfang Juli ist mit Kosten von circa sieben Milliarden Euro der größte Posten. Für die Verbraucher macht dies aber nur einen geringen Unterschied: So ergibt sich für einen Single-Haushalt eine Entlastung von lediglich 34 Euro in diesem Jahr. Das entspricht etwas mehr als 5,50 Euro im Monat. Haushalte in Einfamilienhäusern haben in der Regel einen höheren Stromverbrauch und werden somit stärker entlastet: Eine Familie mit vier Personen müsste daher rund 76 Euro weniger zahlen. Wie stark die Verbraucher von diesem Ausgleich tatsächlich profitieren, hängt allerdings davon ab, ob die Energieversorger die Entlastung komplett weitergeben. „Aufgrund der hohen Energiepreise wird der Wegfall der EEG-Umlage die Verbraucher nicht ausreichend kompensieren“, sagt IW-Ökonom Martin Beznoska.

Wirkung noch offen

Stärker bemerkbar machen sich hingegen die geplanten Steuerentlastungen: Mit der Anhebung des Grundfreibetrags sowie der Werbungskostenpauschale hat eine Alleinverdiener-Familie mit einem Bruttojahreseinkommen von 50.000 Euro 190 Euro mehr zur Verfügung – bei einem Einpersonenhaushalt sind es 137 Euro. „Das Ziel, Entlastung für die Bevölkerung zu schaffen, ist richtig“, so Beznoska. Die inflationsbedingten Kaufkraftverluste können auf diese Weise bei Weitem nicht ausgeglichen werden.

Quelle: IW Köln

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Gender Pay Gap 2021: Frauen verdienten pro Stunde weiterhin 18 % weniger als Männer

Frauen haben im Jahr 2021 in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 18 % weniger verdient als Männer. Damit blieb der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern – der unbereinigte Gender Pay Gap – im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhielten Frauen mit durchschnittlich 19,12 Euro einen um 4,08 Euro geringeren Bruttostundenverdienst als Männer (23,20 Euro).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.03.2022

Frauen haben im Jahr 2021 in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 18 % weniger verdient als Männer. Damit blieb der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern – der unbereinigte Gender Pay Gap – im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Equal Pay Day am 7. März 2022 weiter mitteilt, erhielten Frauen mit durchschnittlich 19,12 Euro einen um 4,08 Euro geringeren Bruttostundenverdienst als Männer (23,20 Euro). Im Vorjahr lag diese Differenz bei 4,16 Euro. Über die vergangenen 15 Jahre hinweg ging der geschlechterspezifische Verdienstabstand in Deutschland zurück: Im Jahr 2006 war er mit 23 % noch 5 Prozentpunkte größer als 2021.

In Ostdeutschland verdienten Frauen 6 % weniger pro Stunde als Männer

In Ostdeutschland fiel der unbereinigte Gender Pay Gap mit 6 % (2020: 6 %) deutlich geringer aus als in Westdeutschland mit 19 % (2020: 20 %) und lag 2021 auf dem gleichen Niveau wie vor 15 Jahren (2006: 6 %). In Westdeutschland ist der Verdienstabstand in den vergangenen 15 Jahren deutlich kleiner geworden: Seit 2006 sank der unbereinigte Gender Pay Gap hier um 5 Prozentpunkte von 24 % auf 19 % im Jahr 2021.

Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien wie Männer verdienten im Schnitt 6 % weniger pro Stunde als ihre männlichen Kollegen

Die Ursachen des Verdienstunterschieds zwischen Frauen und Männern können aktuell nur alle vier Jahre auf Basis der Verdienststrukturerhebung analysiert werden. Die jüngsten Zahlen hierzu liegen aus dem Jahr 2018 vor. Ausgehend vom unbereinigten Gender Pay Gap (2018: 20 %) lassen sich 71 % des Verdienstabstands durch die in der Analyse berücksichtigten Faktoren erklären. Der Verdienstabstand ist demnach unter anderem darauf zurückzuführen, dass Frauen häufiger in Branchen und Berufen arbeiten, in denen schlechter bezahlt wird und sie seltener Führungspositionen erreichen.

Die verbleibenden 29 % des Verdienstunterschieds entsprechen dem bereinigten Gender Pay Gap. Hier kann der Verdienstabstand nicht durch die einbezogenen Faktoren erklärt werden. Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation im Jahr 2018 pro Stunde 6 % weniger als Männer. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Unterschiede geringer ausfallen würden, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung stünden (z. B. Angaben zu Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Schwangerschaft, Geburt von Kindern oder Pflege von Angehörigen). Der bereinigte Gender Pay Gap ist daher als Obergrenze für Verdienstdiskriminierung zu verstehen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Frauen holen bei Arbeitseinkommen auf, nicht aber beim Gesamteinkommen

Die Arbeitseinkommen von Frauen und Männern nähern sich langsam an. Die Lücke ist von 39,1 Prozent im Jahre 2001 auf 37,5 Prozent im Jahre 2016 gesunken. Dies zeigt eine neue Studie des ifo Instituts.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.03.2022

Die Arbeitseinkommen von Frauen und Männern nähern sich langsam an. Die Lücke ist von 39,1 Prozent im Jahre 2001 auf 37,5 Prozent im Jahre 2016 gesunken. Dies zeigt eine neue Studie des ifo Instituts. „Berücksichtigt man zusätzliche Einkommen aus Vermietungen, aus Selbständigkeit, oder aus Beteiligungen an Unternehmen, wird die Lücke hingegen größer: Sie wächst im selben Zeitraum von 39,6 auf 40,6 Prozent“, sagt Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

Insbesondere die niedrigen und mittleren Arbeitseinkommen von Männern und Frauen haben sich angenähert. Auch bei den Spitzengehältern ist die Lücke kleiner geworden, obwohl sie absolut gesehen mit 57,1 Prozent noch immer sehr groß ist: Bei den obersten 0,1 Prozent der Spitzengehälter verdienen Männer mehr als doppelt so viel wie Frauen.

Ein Blick auf alle Einkommensarten zeigt ein etwas anderes Bild: Im unteren und mittleren Einkommensbereich ist die Lücke zwischen Männern und Frauen stark geschrumpft. Hingegen entwickeln sich die Einkommen der oberen 10 Prozent wieder auseinander. Das liegt daran, dass die Einkommen von Selbständigen und aus Unternehmensbeteiligungen stärker auseinanderklaffen.

Grundlage der Studie sind Daten aus dem Steuerzahlerpanel (TPP) sowie Sozialversicherungsdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Zeitraum von 2001 bis 2016. Die Kombination der beiden Datensätze erlaubt es, ein Bild der deutschen Einkommensstruktur zu zeichnen, von den geringfügig Beschäftigten bis hin zu bestbezahlten Vorstandsvorsitzenden an der Spitze der Verteilung. Die Studie wurde von Wissenschaftler*innen aus dem ifo Institut, dem IAB, der Hochschule Heilbronn sowie den Universitäten Boston und Zürich erstellt.

Quelle: ifo Institut, 2022

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Nur jedes 5. Familienunternehmen hat eine Chefin

Knapp 600.000 der insgesamt 3,2 Mio. Familienunternehmen in Deutschland werden von Frauen geleitet. Dies ist lt. IfM Bonn knapp jedes fünfte Familienunternehmen. Gemessen am Frauenanteil an den Erwerbstätigen (46,7 %) sind frauengeführte Familienunternehmen damit deutlich unterrepräsentiert.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 04.03.2022

IfM Bonn: Trotz vielfältiger Anstrengungen ist der Anteil der frauengeführten Unternehmen seit 2000 tendenziell konstant

Knapp 600.000 der insgesamt 3,2 Millionen Familienunternehmen in Deutschland werden von Frauen geleitet. Dies ist knapp jedes fünfte Familienunternehmen. Gemessen am Frauenanteil an den Erwerbstätigen (46,7 %) sind frauengeführte Familienunternehmen damit deutlich unterrepräsentiert.

Mehr noch: Der Anteil der Frauenunternehmen an den Familienunternehmen ist seit dem Jahr 2000, für das das IfM Bonn die Anzahl der Frauenunternehmen erstmalig ermittelt hat, nahezu unverändert.

Insgesamt sind gut 90 % aller Unternehmen in Deutschland im Besitz von Familien und werden gleichzeitig von ihnen geführt. Sie erwirtschaften mehr als ein Drittel aller Umsätze und beschäftigen über die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Klein aber fein

Frauengeführte Unternehmen erwirtschaften mit 303 Milliarden Euro knapp 12 % des Gesamtumsatzes aller Familienunternehmen (2,6 Billionen Euro). Sie sind damit kleiner als männergeführte Familienunternehmen. Dies drückt sich auch darin aus, dass fast jedes fünfte Kleinstunternehmen von einer Frau geführt wird – und nur jedes zwölfte mittelgroße oder große Familienunternehmen.

Gleichwohl arbeitet gut jeder zwölfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in einem Unternehmen mit einer Chefin. Allerdings sind frauengeführte Familienunternehmen vergleichsweise selten im Produzierenden Gewerbe angesiedelt. Stattdessen sind sie häufiger in den Sonstigen Dienstleistungen zu finden, zu denen u. a. die Wirtschaftszweige „Erziehung und Unterricht“, „Gastgewerbe“ und „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ zählen.

Die Studie „Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Familien- und Frauenunternehmen“ ist in Kürze auf der Internetseite des IfM Bonn (www.ifm-bonn.org) zu finden. Statistische Daten zu den Existenzgründungen von Frauen sind dort bereits jetzt abrufbar.

Quelle: IfM Bonn

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