Kurzarbeit leicht gesunken

Die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland ist leicht gesunken. Im Februar waren 877.000 Menschen in Kurzarbeit, nach 920.000 im Januar. Das sind 2,6 Prozent der Beschäftigten, nach 2,7 Prozent. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.03.2022

Die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland ist leicht gesunken. Im Februar waren 877.000 Menschen in Kurzarbeit, nach 920.000* im Januar. Das sind 2,6 Prozent der Beschäftigten, nach 2,7 Prozent*. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „In den unterschiedlichen Branchen gab es gegenläufige Entwicklungen“, sagt ifo-Experte Stefan Sauer. Die ifo-Umfrage wurde unmittelbar vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine abgeschlossen.

Im Gastgewerbe sank die Zahl von 275.000* auf 242.000, also von 25,9* auf 22,8 Prozent der Beschäftigten. Im Einzelhandel dagegen stieg die Zahl merklich von 129.000* auf 209.000, also von 5,2* auf 8,5 Prozent. Wiederum sank in der Industrie die Zahl von 199.000* auf 170.000 (2,5 Prozent), darunter in der Autoindustrie von 84.000* auf 72.000 (7,7 Prozent).

Vor Corona hatte die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000 gelegen, im März war sie sie auf 2,6 Millionen gesprungen und im April 2020 hatte sie den Rekordwert von 6 Millionen erreicht. Der vorherige Höchstwert während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise lag im Frühjahr 2009 bei 1,5 Millionen Kurzarbeitenden.

Fußnote

*) korrigierter Wert

Quelle: ifo Institut, 2022

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Exporte im Januar 2022: -2,8 % zum Dezember 2021

Im Januar 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber Dezember 2021 um 2,8 % und die Importe um 4,2 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2021 damit um 7,5 % und die Importe um 22,1 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 04.03.2022

Außenhandel mit Russland im Januar 2022 noch deutlich gestiegen

Exporte (kalender- und saisonbereinigt), Januar 2022

  • 116,9 Milliarden Euro
  • -2,8 % zum Vormonat
  • +7,5 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigt), Januar 2022

  • 107,5 Milliarden Euro
  • -4,2 % zum Vormonat
  • +22,1 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), Januar 2022

  • 9,4 Milliarden Euro

Im Januar 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber Dezember 2021 kalender- und saisonbereinigt um 2,8 % und die Importe um 4,2 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2021 damit um 7,5 % und die Importe um 22,1 %. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, waren die Exporte im Januar 2022 kalender- und saisonbereinigt 4,0 % und die Importe 17,8 % höher. Im Außenhandel mit der Russischen Föderation, der noch nicht durch die infolge des Angriffs Russlands auf die Ukraine getroffenen Sanktionen eingeschränkt war, sind die Exporte und die Importe im Januar 2022 deutlich gegenüber Dezember 2021 gestiegen.

Insgesamt wurden im Januar 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 116,9 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 107,5 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im Januar 2022 mit einem Überschuss von 9,4 Milliarden Euro ab. Im Dezember 2021 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik +8,1 Milliarden Euro betragen, im Januar 2021 hatte er bei +20,7 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Januar 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 61,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 54,5 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Dezember 2021 sanken die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 9,6 % und die Importe aus diesen Staaten um 6,8 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Januar 2022 Waren im Wert von 42,9 Milliarden Euro (-8,8 %) exportiert und Waren im Wert von 37,7 Milliarden Euro (-7,1 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden kalender- und saisonbereinigt im Januar 2022 Waren im Wert von 18,5 Milliarden Euro (-11,5 %) exportiert und Waren im Wert von 16,8 Milliarden Euro (-6,2 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Januar 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 55,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 53,0 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Dezember 2021 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 6,2 % zu und die Importe von dort um 1,3 % ab.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Januar 2022 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 3,0 % mehr Waren exportiert als im Dezember 2021. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 10,9 Milliarden Euro. Die Exporte in die Volksrepublik China stiegen um 13,7 % auf 8,8 Milliarden Euro und die Exporte in das Vereinigte Königreich um 2,4 % auf 5,7 Milliarden Euro. Im Außenhandel mit der Russischen Föderation, der im Januar 2022 noch nicht durch die infolge des Angriffs Russlands auf die Ukraine getroffenen Sanktionen eingeschränkt war, stiegen die deutschen Exporte gegenüber Dezember 2021 um 14,4 % auf 2,6 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im Januar 2022 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 13,1 Milliarden Euro eingeführt, das waren 6,0 % weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 2,0 % auf 6,5 Milliarden Euro. Die Importe aus der Russischen Föderation nahmen um 18,9 % auf 3,9 Milliarden Euro zu. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich stiegen im gleichen Zeitraum um 0,4 % auf 2,7 Milliarden Euro.

Originalwerte für den Außenhandel (Nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Januar 2022 Waren im Wert von 109,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 105,8 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2021 stiegen die Exporte im Januar 2022 damit um 11,0 % sowie die Importe um 25,6 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Januar 2022 mit einem Überschuss von 3,5 Milliarden Euro ab. Im Januar 2021 hatte der Saldo 14,2 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Kräftige Stimmungsaufhellung kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine

Die Entspannung der Pandemielage sorgt unmittelbar vor dem Kriegsangriff Russlands auf die Ukraine noch für einen kräftigen Anstieg des Geschäftsklimas im Mittelstand: Es klettert im Februar um 6,7 Zähler auf 5,6 Saldenpunkte, wie das neue KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 02.03.2022

  • Mittelstand im Februar mit deutlich besseren Erwartungen und Geschäftslageurteilen
  • Stimmung der Großunternehmen hellt spürbar auf
  • Konjunkturaussichten zwischen pandemischer Entspannung und dem neuen Krieg in Europa

Die Entspannung der Pandemielage sorgt unmittelbar vor dem Kriegsangriff Russlands auf die Ukraine noch für einen kräftigen Anstieg des Geschäftsklimas im Mittelstand: Es klettert im Februar um 6,7 Zähler auf 5,6 Saldenpunkte, wie das neue KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Sowohl die Erwartungen (+7,8 Zähler) als auch die Geschäftslageurteile (+5,6 Zähler) gehen im Vergleich zum Vormonat deutlich nach oben. Dahinter steht, dass die Omikron-Welle ihren Scheitelpunkt überschritten und die Politik das Ende nahezu aller wirtschaftlich relevanten Corona-Einschränkungen für die zweite Märzhälfte in Aussicht gestellt hat. Insbesondere bei den Dienstleitern (+7,5 Zähler) und im Einzelhandel (+7,0 Zähler) steigt das mittelständische Geschäftsklima deutlich an. Die schwindenden Pandemiesorgen lassen die Unternehmen mit neuer Zuversicht auf den Frühling blicken, wobei der kurz nach dem Umfrageende begonnene Krieg in der Ukraine noch nicht in den Befragungsergebnissen reflektiert werden konnte.

Auch in den Großunternehmen verbessert sich die Stimmung im Februar, wenngleich mit einem Plus von 4,4 Zählern weniger deutlich als im Mittelstand. Insgesamt haben die großen Unternehmen jedoch gemessen am Geschäftsklimaniveau von 9,2 Saldenpunkten noch immer die Nase vorn, da sie während der zurückliegenden Monate im Allgemeinen weniger von den Corona-Einschränkungen betroffen waren und ihr Geschäftsklima entsprechend moderater gesunken war.

„In gewöhnlichen Zeiten hätte man sich über das Februar-Ergebnis des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers unumwunden freuen können: Die Stimmung ist dank der pandemischen Entspannung über fast alle Branchen und Unternehmensklassen hinweg sehr deutlich angestiegen. Doch der kriegerische Angriff Russlands auf die Ukraine hat eine neue Realität geschaffen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Über der weiteren Wirtschaftsentwicklung hängt nun das Damokles-Schwert des neuen Krieges in Europa, einschließlich der davon angestoßenen Sanktionen. Ein sich länger hinziehender offener Krieg hätte enorme humanitäre Folgen – von nachgeordneter Bedeutung würde er auch die Energiepreise und folglich die Inflation noch weiter nach oben treiben und die Energieversorgungssicherheit der EU in Frage stellen. Letztendlich ist der Effekt auf die deutsche Konjunktur bislang jedoch kaum verlässlich abschätzbar und hängt unter anderem davon ab, wie lange der Krieg dauert und wie weit sich die Eskalationsspirale noch dreht.“

Quelle: KfW

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Exportüberschuss 2021 im fünften Jahr in Folge gesunken – Importüberschuss im Handel mit Russland

Der deutsche Exportüberschuss (Exporte abzüglich Importe) ist im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 % auf 172,9 Mrd. Euro gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sank der Exportüberschuss damit im fünften Jahr in Folge.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 03.03.2022

  • Außenhandelssaldo gegenüber 2020 um 4,2 % gesunken
  • Höchste Exportüberschüsse im Außenhandel mit den Vereinigten Staaten, Frankreich und Vereinigtem Königreich
  • Erdgas- und Erdölimporte führen zu Importüberschuss mit Russland
  • Außenhandel mit Maschinen mit größtem Beitrag zum positiven Saldo

Der deutsche Exportüberschuss (Exporte abzüglich Importe) ist im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 % auf 172,9 Milliarden Euro gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sank der Exportüberschuss damit im fünften Jahr in Folge. Gegenüber dem Jahr 2019, dem Jahr vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, sank der Außenhandelssaldo um 22,8 %. Damals hatte der deutsche Exportüberschuss bei 224,0 Milliarden Euro gelegen. Im Außenhandel mit Russland wies Deutschland im Jahr 2021 aufgrund stark gestiegener Preise für Rohöl- und Erdgasimporte einen Importüberschuss aus, nachdem es 2020 wegen des niedrigen Preisniveaus im ersten Corona-Jahr erstmals seit 1993 einen Exportüberschuss erzielt hatte.

Handelspartner: Höchste Exportüberschüsse im Außenhandel mit den Vereinigten Staaten, Frankreich und Vereinigtem Königreich

Die höchsten Exportüberschüsse wies Deutschland 2021 im Außenhandel mit den Vereinigten Staaten (50,0 Milliarden Euro), Frankreich (40,0 Milliarden Euro) und dem Vereinigten Königreich (33,3 Milliarden Euro) aus. Für die Volksrepublik China wies der Außenhandel 2021 dagegen erneut einen Importüberschuss aus: Insgesamt überstieg der Wert der aus China importierten Waren den Wert der dorthin exportierten Waren um 38,1 Milliarden Euro.

Aufgrund von Deutschlands Erdgas- und Erdölimporten wies 2021 auch der Außenhandel mit Russland einen Importüberschuss aus – dieser betrug 6,5 Milliarden Euro. So importierte Deutschland 2021 Erdöl und Erdgas im Wert von 19,4 Milliarden Euro aus Russland, das waren 58,7 % aller Einfuhren aus Russland und 26,7 % aller Erdöl- und Erdgaseinfuhren Deutschlands. Diese und weitere Fakten zum Außenhandel mit Russland bietet die Pressemitteilung Nr. N 010 vom 24. Februar 2022.

Handelsgüter: Höchster Exportüberschuss im Außenhandel mit Maschinen

Nach Handelsgütern betrachtet erzielte Deutschland im Warenverkehr mit Maschinen die höchsten Exportüberschüsse: Der Warenwert der im Jahr 2021 aus Deutschland exportierten Maschinen überstieg den Wert der importierten Maschinen um 104,0 Milliarden Euro. Auf den Rängen 2 und 3 lagen Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Exportüberschuss von 95,7 Milliarden Euro und chemische Erzeugnisse mit einem Überschuss von 43,0 Milliarden Euro. Importüberschüsse wies der deutsche Außenhandel bei Erdöl und Erdgas (-60,8 Milliarden Euro) und landwirtschaftlichen Erzeugnissen (-22,0 Milliarden Euro) aus.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Homeoffice-Nutzung nahezu unverändert

Auf dem Höhepunkt der jüngsten Corona-Welle im Februar ist die Zahl der Beschäftigten im Homeoffice praktisch unverändert geblieben. Dort arbeiteten zeitweise 28,2 Prozent der Beschäftigten; im Januar waren es 28,4 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 02.03.2022

Auf dem Höhepunkt der jüngsten Corona-Welle im Februar ist die Zahl der Beschäftigten im Homeoffice praktisch unverändert geblieben. Dort arbeiteten zeitweise 28,2 Prozent der Beschäftigten; im Januar waren es 28,4 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Damit steigt die Homeoffice-Quote in der Omikron-Welle nicht weiter und liegt gut drei Prozentpunkte unter dem Höchstwert vom März 2021“, sagt Jean-Victor Alipour, Experte für Homeoffice beim ifo Institut. Das vom ifo Institut ausgerechnete Homeoffice-Potenzial von 56 Prozent wird nur zur Hälfte ausgeschöpft.

Im Verarbeitenden Gewerbe fiel der Anteil von 20,2 auf 19,0 Prozent, im Großhandel von 20,2 auf 19,5 Prozent und im Einzelhandel von 6,9 auf 6,3 Prozent. Im Bau blieb die Quote unverändert. Nur bei den Dienstleistern stieg der Anteil von 39,2 auf 39,6 Prozent.

In der Bekleidungsindustrie fiel die Homeoffice-Quote deutlich von 37,9 auf 33,8 Prozent. Auch in der Chemiebranche fiel der Anteil von 21,7 auf 18,8 Prozent. Bei den Rundfunkveranstaltern und Filmproduzenten, Kinos und Tonstudios stieg die Quote deutlich. Auch in der Werbung und Marktforschung blieb der Anteil hoch: Er stieg auf 65,3 Prozent, nach 60,3 Prozent im Januar. Bei den Reisebüros und -veranstaltern fiel die Quote von 45,0 auf 38,8 Prozent.

Quelle: ifo Institut

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Inflationsrate im Februar 2022 voraussichtlich +5,1 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Februar 2022 voraussichtlich +5,1 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber Januar 2022 voraussichtlich um 0,9 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 01.03.2022

Verbraucherpreisindex, Februar 2022:

  • +5,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,9 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Februar 2022:

  • +5,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,9 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Februar 2022 voraussichtlich +5,1 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber Januar 2022 voraussichtlich um 0,9 %.

Obwohl die Basiseffekte infolge der temporären Mehrwertsteuersenkung und dem Preisverfall der Mineralölprodukte im Jahr 2020 seit Januar 2022 entfallen, bleibt die Inflationsrate hoch. Einen Einfluss haben hier weiterhin coronabedingte Effekte, wie Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen sowie bei den Energieprodukten. Diese Effekte werden überlagert durch die Unsicherheiten infolge des Angriffs Russlands auf die Ukraine.

Die endgültigen Ergebnisse für Februar 2022 werden am 11. März 2022 veröffentlicht.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Lieferprobleme im Einzelhandel wieder verstärkt

Die Lieferprobleme im Einzelhandel haben sich wieder verstärkt. 76,3 Prozent der Einzelhändler sagten im Februar, dass nicht alle bestellten Waren geliefert werden konnten. Im Januar waren es noch 57,1 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 01.03.2022

Die Lieferprobleme im Einzelhandel haben sich wieder verstärkt. 76,3 Prozent der Einzelhändler sagten im Februar, dass nicht alle bestellten Waren geliefert werden konnten. Im Januar waren es noch 57,1 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Die Entspannung im Januar war nicht nachhaltig“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Vereinzelte Lücken in den Regalen bleiben somit vorerst bestehen.“

Deutlich mehr Supermärkte als noch im Vormonat klagten über Versorgungsengpässe: Der Anteil stieg von 18,4 auf 60,5 Prozent. Angespannt bleibt die Lage bei den Händlern von Spielwaren, Fahrrädern und Automobilen. Jeweils rund 95 Prozent berichteten von Lieferproblemen. Auch im Möbelhandel hat sich die Lage wieder verschlechtert. Der Anteil stieg von 66,6 auf 90 Prozent.

„Der Handel muss sich gegenwärtig vielen Herausforderungen stellen. Auf der einen Seite verbessern sich die Aussichten mit Blick auf die Lockerungen der Covid-Einschränkungen. Auf der anderen Seite belasten die Lieferengpässe und die Inflation die Lage“, sagt Wohlrabe.

Quelle: ifo Institut

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KfW-Konjunkturkompass: Aufschwung mit vielen Risiken

Nachdem die deutsche Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2021 vor allem aufgrund der Delta-Welle mit zahlreichen schweren COVID-Fällen um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal geschrumpft ist, verhagelt die Corona-Pandemie auch den Jahresauftakt 2022. Das geht aus dem KfW-Konjunkturkompass Februar 2022 hervor.

KfW, Pressemitteilung vom 25.02.2022

  • Omikron-Welle verhagelt den Jahresauftakt
  • KfW Research erwartet für 2022 Anstieg des deutschen BIP um 3,2 %, 2023 um 2,9 % / Eurozone 2022 bei 3,6 %, 2023 bei 2,7 %
  • Konjunkturrisiken sind die Folgen der Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts, eine Verstetigung der zu hohen Inflation, die Pandemie sowie anhaltende Lieferkettenprobleme.

Nachdem die deutsche Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2021 vor allem aufgrund der Delta-Welle mit zahlreichen schweren COVID-Fällen um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal geschrumpft ist, verhagelt die Corona-Pandemie auch den Jahresauftakt 2022. Auch wenn jetzt große Öffnungsschritte anstehen, erforderte die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante in weiten Teilen des ersten Quartals weiterhin Eindämmungsmaßnahmen, die vor allem die kontaktintensiven Dienstleister treffen. Zahlreiche Arbeitsausfälle dürften das Wachstum von Januar bis März ebenfalls etwas beeinträchtigen, denn allein durch die gemeldeten Infektionen fallen im Quartalsmittel etwa 1 % der Erwerbstätigen aus. Insgesamt ist im Auftaktquartal mit einer allenfalls geringfügig wachsenden Wirtschaftsleistung zu rechnen, gefolgt von einem kräftigen Aufholwachstum im Frühling und Sommer. Für 2022 geht KfW Research insgesamt von einem Wachstum von 3,2 % aus. 2023 dürfte die deutsche Wirtschaft um 2,9 % zulegen. Der russische Angriff auf die Ukraine zählt zu den akutesten Konjunkturrisiken, neben der weiteren Pandemieentwicklung in Europa und mit Blick auf die Lieferketten gerade auch in China sowie eine mögliche Verstetigung der zu hohen Inflation.

„Über der weiteren wirtschaftlichen Erholung in Deutschland und dem Euroraum hängt das Damokles-Schwert der Aggressionen Russlands sowie der darauf folgenden Sanktionen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Ein offener Krieg in der Ukraine hat vor allem dramatische humanitäre und geopolitische Konsequenzen – und wird auch die Energiepreise und die Inflation im Euroraum weiter nach oben treiben. Gerade Deutschland, das etwa 14 % seines Energieverbrauchs allein mit russischem Gas abdeckt, wäre stark betroffen. Neben einer moderaten Belastung der Wirtschaftsleistung durch den Kaufkraftverlust wird auch die energieintensive Produktion beeinträchtigt, insbesondere wenn es zu einer Rationierung der Energieversorgung käme. Letztendlich ist der Effekt auf die deutsche und europäische Wirtschaftsleistung aktuell noch kaum abschätzbar. Von einer erneuten Rezession bis zu einem Wachstum von rund 3 % ist aktuell noch alles möglich.“

Die für Ende März geplante Aufhebung der allermeisten COVID-Eindämmungsmaßnahmen in Deutschland wird immerhin die pandemiegeplagten Dienstleistungsbranchen beflügeln, wo das Aufholpotential noch immer groß ist. Viel Luft nach oben hat außerdem das Verarbeitende Gewerbe, dessen Auftragsbestände bei einer kräftigen Nachfrage und gleichzeitig durch Materialengpässe gehemmten Produktion im vergangenen Jahr monatlich neue Rekordstände erreicht haben. Ausgehend von einer abnehmenden pandemiebedingten Einschränkung der globalen Produktion und Warenlogistik, einer Rückverschiebung des Konsums hin zu Dienstleistungen sowie den schon erfolgten Erweiterungsinvestitionen bei den Herstellern knapper Vorprodukte dürften sich die Materialengpässe im Jahresverlauf soweit bessern, dass auch vom Verarbeitenden Gewerbe ein deutlicher Wachstumsschub kommt. Vorausgesetzt wird dabei aber, dass die Energieversorgung trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine gesichert bleibt. Laut einer EZB-Schätzung würde eine Rationierung der Gasversorgung um 10 % die Bruttowertschöpfung in Deutschland, das 2020 etwa 58 % der Gasversorgung aus Russland bezog, um etwa 0,7 % verringern.

Alles in allem erwartet KfW Research, dass die deutsche Wirtschaft 2022 mit +3,2 % stärker wächst als 2021 (+2,9 %). Auch 2023 wird nochmals eine hohe Wachstumsrate von 2,9 % (kalenderbereinigt: 3,0 %) ausgewiesen, allerdings bei deutlich abflachenden Quartalswachstumsraten.

Der Euroraum beginnt das laufende Jahr durch ein deutlich höheres Wachstum Ende 2021 mit einem doppelt so großen statistischen Überhang wie Deutschland. Unter dem Strich ist für die Eurozone daher auch im laufenden Jahr ein höheres Wachstum zu erwarten. KfW Research rechnet für 2022 mit einem Anstieg des BIP von 3,6 %, gefolgt von 2,7 % im Jahr 2023.

Zu den akuten Konjunkturrisiken für Deutschland und den Euroraum gehört neben dem Konflikt mit Russland und einer sich verstetigenden Inflation auch weiterhin die Pandemie. „Es ist immer noch möglich, dass sich wieder virulentere Varianten durchsetzen oder neue schwerwiegende Infektionswellen mit der Delta-Variante entstehen. Mit der rechtzeitigen Vorbereitung der nächsten Boosterkampagnen und der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, zumindest für die ältere Bevölkerung, hat es die Politik in der Hand, das Risiko von vielen schweren Verläufen, überlasteten Intensivstationen und erneuten Rückschlägen für viele Gewerbetreibende zu minimieren“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib.

Quelle: KfW

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Materialmangel verschärft sich

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich wieder verschärft. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.02.2022

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich wieder verschärft. Dies geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. 74,6 Prozent der Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im Januar hatte sich mit 67,3 Prozent noch eine Entspannung angedeutet. „Die erhoffte Trendwende ist ausgeblieben“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Der Materialmangel verzögert somit weiter den Aufschwung in der Industrie.“

In allen Branchen der Industrie haben die Materialknappheiten wieder zugenommen. Die Situation bleibt vor allem in den Schlüsselbranchen der deutschen Industrie angespannt. So berichten 89 Prozent der Unternehmen aus Automobilindustrie und dem Maschinenbau von Lieferproblemen. Dicht dahinter folgen die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten und elektrischen Ausrüstungen mit jeweils rund 88 Prozent. „Für die Industrie bleibt es somit schwierig, die sehr gute Auftragslage in Produktion umzusetzen“, ergänzt Wohlrabe.

Quelle: ifo Institut

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Sorgfaltspflichten in der Lieferkette stellen Unternehmen vor Herausforderungen

Am 23. Februar legte die EU-Kommission einen Gesetzentwurf zur Regelung unternehmerischer Sorgfaltspflichten in der Lieferkette vor. Viele Unternehmen sehen darin Herausforderungen – das zeigt eine Sonderauswertung der Umfrage „Going International“ des DIHK.

DIHK, Mitteilung vom 25.02.2022

Am 23. Februar legte die EU-Kommission einen Gesetzentwurf zur Regelung unternehmerischer Sorgfaltspflichten in der Lieferkette vor. Während dieser Gesetzgebungsprozess auf europäischer Ebene noch nicht am Ende ist, tickt die Uhr bei den deutschen Unternehmen schon jetzt: Nur noch zehn Monate bleiben hierzulande, um sich auf die Umsetzung der Pflichten vorzubereiten, die aus dem deutschen Lieferkettengesetz entstehen, das im letzten Jahr vom Bundestag verabschiedet wurde. Zwei Drittel der direkt betroffenen Großunternehmen und jedes zweite – vielfach indirekt betroffene – kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sehen darin Herausforderungen – das zeigt eine Sonderauswertung der Umfrage „Going International“ des DIHK unter rund 2.600 auslandsaktiven Unternehmen.

Umfassendes EU-Lieferkettengesetz

Der Vorschlag für ein europäisches Lieferkettengesetz geht sowohl im Geltungsbereich als auch hinsichtlich der zu erfüllenden Sorgfaltspflichten deutlich über das deutsche Pendant hinaus. So sollen bereits Unternehmen ab 500 Beschäftigten und 150 Millionen Euro Jahresumsatz in die Pflicht genommen werden, entlang der gesamten Wertschöpfungskette menschenrechts- und umweltbezogene Risiken zu identifizieren – in einer ganzen Reihe von Branchen auch noch kleinere Unternehmen.

Hürden bei der Vorbereitung auf das deutsche Gesetz

Doch schon das deutsche Gesetz stellt eine große Hürde dar. Es gilt ab 2023 für Unternehmen mit über 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sodass diese bereits 2022 ihre Prozesse anpassen müssen, um die Anforderungen ab dem 1. Januar kommenden Jahres zu erfüllen. Ab 2024 betrifft das Gesetz dann auch Unternehmen mit über 1.000 Angestellten.

Lieferketten sind komplex und bestehen oft aus mehreren Hundert, zum Teil mehreren Tausend Unternehmen. Meist ist den Unternehmen jedoch nur der direkte Zulieferer bekannt. Darüber hinausgehende Berichtspflichten gehen also mit erheblichem bürokratischem Aufwand einher. Außerdem bereitet insbesondere die bestehende Rechtsunsicherheit Sorgen: Bislang können sich Betriebe nur anhand der teils sehr vagen Formulierungen im Gesetzestext vorbereiten..Noch mangelt es daher an Leitplanken für die praktische Umsetzung. Dies spiegelt sich auch in den Umfrageergebnissen wider: Lediglich 60 Prozent der befragten Großunternehmen mit mehr als 1.000 beziehungsweise 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geben an, eine Risikoanalyse vorzunehmen oder dies zu planen – zehn Monate, bevor das Gesetz in Anwendung ist. Die mit dem Gesetz verbundenen Unsicherheiten stellen auch Lieferketten infrage: 41 Prozent der direkt betroffenen Betriebe, die Herausforderungen wahrnehmen, stellen in der Folge das Engagement in einzelnen Ländern infrage. Die mit dem Gesetz verbundenen Unsicherheiten stellen auch Lieferketten infrage: 41 Prozent der direkt betroffenen Betriebe, die Herausforderungen wahrnehmen, stellen in der Folge das Engagement in einzelnen Ländern infrage.

Betriebe können auch indirekt betroffen sein

Direkt betroffene Unternehmen geben ihre Pflichten als Folge der gesetzlichen Vorgaben häufig auch in Form von „Code of Conducts“ oder Regressklauseln an ihre Lieferanten – vielfach KMU – weiter. Diese Zulieferer müssen zum Beispiel durch die Beantwortung umfassender Fragebögen die erforderlichen Informationen beisteuern und müssen daher ihre eigene Lieferkette wiederum genau kennen. Allerdings ist kleinen Firmen ihre indirekte Betroffenheit oft noch unklar: Erst jedes dritte KMU hat ein entsprechendes Risikomanagement implementiert beziehungsweise plant, dies zu tun. Ähnlich viele geben an, dass sie von Auftraggebern und Kunden im Zusammenhang mit dem Gesetz und daraus resultierenden Anforderungen kontaktiert wurden. Es ist nachvollziehbar, dass vor dem Hintergrund akuter Schwierigkeiten durch die Pandemie, Lieferengpässe und Rohstoffknappheit die Vorbereitungen auf das Lieferkettengesetz vielfach noch hintenanstehen – denn die Kapazitäten dazu sind gerade in kleinen und mittleren Unternehmen begrenzt. Eine sinnvolle Umsetzung neuer Sorgfaltspflichten kann nur gelingen, wenn Rechtsunsicherheiten vermieden, Betroffenheiten klar geregelt und konkrete Hilfestellungen gerade für KMU zur Verfügung gestellt werden. Dies gilt im besonderen Maße auch für die künftige europäische Regelung – das Thema wird die Unternehmen in jedem Fall noch lange beschäftigen.

Quelle: DIHK

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