Corona brachte Deutschland wirtschaftliche Ausfälle von 330 Mrd. Euro

Die wirtschaftlichen Ausfälle durch Corona belaufen sich in Deutschland lt. ifo Institut auf 330 Mrd. Euro für die Jahre 2020 und 2021.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 17.02.2022

Die wirtschaftlichen Ausfälle durch Corona belaufen sich in Deutschland auf 330 Milliarden Euro für die Jahre 2020 und 2021. „Dies entspricht einem volkswirtschaftlichen Verlust in Höhe von zusammen 10 Prozent der Wirtschaftsleistung des Jahres 2019“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser, der die Zahlen berechnet hat. Zukünftige Wertschöpfungsverluste, die etwa durch Ausfälle in der Bildung entstünden, seien in den ifo-Zahlen noch nicht berücksichtigt. „Bei der Berechnung stützen wir uns auf die Konjunkturprognose des ifo Instituts vom Dezember 2019 für die Jahre 2020 und 2021. Ohne die Krise wäre die deutsche Wirtschaft in diesen Jahren um 1,3 Prozent pro Jahr gewachsen.“

Die ifo Prognose stand damals im Einklang mit den Prognosen der anderen Forschungsinstitute und der Deutschen Bundesbank. „Dies ist die schwerste Weltwirtschaftskrise seit der Großen Depression in den 30er Jahren“, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest. „Es war daher richtig, dass die deutsche Regierung die Wirtschaft entschlossen stabilisiert hat. Nicht durch eine klassische nachfrageorientierte Konjunkturpolitik, sondern durch Stabilisierung der Finanzmärkte und Überbrückungshilfen für Beschäftigte, Selbständige und Unternehmen.“ Folgen der Krise seien nun höhere Staatsschulden, eine schlechtere Bildung und ein Digitalisierungsschub, der die Wirtschaft verändere mit Homeoffice und Online-Handel.

Vor ziemlich genau zwei Jahren war die Corona-Krankheit nach Europa gekommen. Die deutsche Wirtschaftsleistung brach im Jahre 2020 um 4,6 Prozent ein und konnte auf dem niedrigeren Niveau im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent zulegen. „Dennoch blieb die gesamtwirtschaftliche Leistung spürbar unter ihren Möglichkeiten“, sagt Wollmershäuser.

Quelle: ifo Institut

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Mindestlöhne wachsen in EU wieder kräftiger

Wie Deutschland haben die meisten europäischen Staaten ihre Mindestlöhne zum Jahreswechsel erhöht. Der mittlere Zuwachs betrug zum 01.01.2022 in der EU 4 % und fiel damit etwas größer aus als im Vorjahr (3,1 %), das noch ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand. Das ergibt der neue Mindestlohnbericht der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 17.02.2022

Trend zu Orientierung an 60 % des Medianlohns – Deutschland wird vom Nachzügler zum Vorreiter

Nicht nur in Deutschland steht der Mindestlohn derzeit weit oben auf der politischen Agenda – Debatten über existenzsichernde Lohnuntergrenzen laufen auch in vielen anderen Ländern und auf EU-Ebene. Wie Deutschland haben die meisten europäischen Staaten ihre Mindestlöhne zum Jahreswechsel erhöht. Der mittlere Zuwachs (Medianwert) betrug zum 1. Januar 2022 in der Europäischen Union 4,0 Prozent und fiel damit etwas größer aus als im Vorjahr (3,1 Prozent), das noch ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand. Aufgrund der höheren Verbraucherpreise lag die reale, inflationsbereinigte Steigerung in diesem Jahr aber nur bei 1,4 Prozent und war damit etwas geringer als 2021 (1,6 Prozent). Das ergibt der neue Mindestlohnbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Mit einem Mindestlohn von aktuell 9,82 Euro steht Deutschland derzeit unter den westeuropäischen EU-Ländern – wie durchgängig seit Einführung des deutschen Mindestlohns – noch an sechster und letzter Stelle (siehe Abbildung 1 in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Deutlich höhere Mindestlöhne haben die Niederlande (10,58 Euro), Frankreich (10,57 Euro), Irland (10,50 Euro) sowie Belgien (10,25 Euro). Mit der bereits beschlossenen Anhebung auf 10,45 Euro zum 1. Juli 2022 schließt Deutschland zu dieser Gruppe auf, mit der geplanten Einführung eines Mindestlohns von 12 Euro zum 1. Oktober 2022 würde Deutschland sogar „vom bisherigen Nachzügler in der Mindestlohnpolitik zu einem Vorreiter“ avancieren, schreiben die Autoren der Studie, Dr. Malte Lübker und Prof. Dr. Thorsten Schulten. Innerhalb der Europäischen Union wäre die Bundesrepublik damit an zweiter Position nach Luxemburg, wo ein Mindestlohn von aktuell 13,05 Euro gilt. Außerhalb der EU haben aktuell Australien mit umgerechnet 12,91 Euro und Neuseeland (11,96 Euro) ein ähnliches Niveau. In Großbritannien wird der Mindestlohn im April diesen Jahres auf umgerechnet 11,05 Euro angehoben.

Für Deutschland entspricht ein Mindestlohn von 12 Euro in etwa der Schwelle von 60 Prozent des Medianlohns, die international als Richtwert für ein angemessenes Mindestlohnniveau gilt. Auch die Europäische Kommission bezieht sich in ihrem Entwurf für eine Europäische Mindestlohnrichtlinie, die mit einiger Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr verabschiedet wird, auf dieses Kriterium. Nach Berechnungen der Industrieländer-Organisation OECD lag Deutschland zuletzt mit einem Wert von nur 50,7 Prozent noch weit unterhalb dieser Schwelle (siehe Abbildung 2 in der pdf-Version). Im Vergleich zum nationalen Lohnniveau deutlich höhere Mindestlöhne haben beispielsweise Portugal (65,1 Prozent des Medianlohns) und Frankreich (61,2 Prozent). Außerhalb der EU sind Neuseeland (64,7 Prozent), Korea (62,5 Prozent) und Großbritannien (57,6 Prozent) in den letzten Jahren den Schritt zu höheren Mindestlöhnen gegangen, ohne dass es dabei zu nennenswerten Beschäftigungsverlusten gekommen ist.

Die WSI-Experten Lübker und Schulten konstatieren insgesamt einen Aufbruch in der deutschen und europäischen Mindestlohnpolitik, die sich stärker als bisher am Ziel eines angemessenen Lohnniveaus orientiert. Impulse dazu kämen nicht nur von der EU-Kommission, sondern beispielsweise auch aus dem Europäischen Parlament (EP). Das EP hat im November mit großer Mehrheit einen eigenen Richtlinienvorschlag verabschiedet, der in Teilen noch einmal deutlich über den Kommissionsvorschlag hinausgehe, so die Forscher. Im Ex-EU-Land Großbritannien soll der Mindestlohn bis 2024 auf zwei Drittel des Medianlohns steigen.

Bezogen auf Deutschland regen die Forscher an, die Schwelle von 60 Prozent des Medianlohns als Kriterium für künftige Anpassungen des Mindestlohns auch gesetzlich zu verankern. „Dieser Schritt würde das Mandat der Mindestlohnkommission stärken und ihren Handlungsspielraum für die Zukunft erweitern“, bilanzieren Lübker und Schulten. „Dies würde verdeutlichen, dass es der Bundesregierung um die nachhaltige Etablierung eines angemessenen Mindestlohnniveaus geht.“ Im März 2021 hatten Arbeitsminister Hubertus Heil und der damalige Finanzminister Olaf Scholz in einem gemeinsamen Papier angekündigt, den bisherigen Prüfkatalog in § 9 Abs. 2 des Mindestlohngesetzes (MiLoG) um das 60 Prozent Kriterium zu ergänzen. Im kürzlich öffentlich gewordenen Referentenentwurf für das Mindestlohnerhöhungsgesetz (MiLoEG) fehlt eine entsprechende Gesetzesänderung allerdings.

Aktuelle Mindestlöhne in der EU

18 EU-Staaten haben ihre Mindestlöhne zum 1. Januar 2022 im Jahresvergleich erhöht, Bulgarien wird zum 1. April nachziehen, ebenso wie das Ex-Mitglied Großbritannien. Luxemburg hat die Lohnuntergrenze zuletzt im Herbst 2021 angehoben. Jenseits des EU-Mittelwerts von 4,0 Prozent zeigt sich eine erhebliche Bandbreite bei den nominalen Zuwächsen. Die prozentual stärksten Anhebungen verzeichnen, wie in den Vorjahren, die meisten mittel- und osteuropäischen EU-Länder, wo die nominalen Zuwachsraten im Jahresvergleich zwischen 3,6 Prozent in der Slowakei und 24,2 Prozent in Ungarn liegen. In den west- und südeuropäischen Mitgliedsländern reichen die Anhebungen von 1,0 Prozent in Malta, 2,4 Prozent in den Niederlanden, 3,1 Prozent in Frankreich bis zu 6,0 Prozent in Portugal. Wegen der relativ starken Preissteigerung fallen die realen Erhöhungen in vielen Ländern deutlich niedriger aus. Der deutsche Mindestlohn wurde zum Jahresanfang nominal um 3,4 Prozent auf 9,82 Euro erhöht. Bliebe es dabei, wäre der reale Anstieg mit 0,1 Prozent minimal. Durch die Anhebung auf 10,45 Euro zum 1. Juli und die von der Ampelkoalition angekündigte Erhöhung auf 12 Euro zum 1. Oktober können Menschen, die in Deutschland zum Mindestlohn arbeiten, aber mit deutlichen realen Zuwächsen rechnen.

In den westeuropäischen EU-Nachbarländern mit Mindestlohn betragen die niedrigsten erlaubten Brutto-Stundenlöhne aktuell zwischen 10,25 Euro in Belgien und 13,05 Euro in Luxemburg. Keinen Mindestlohn haben Österreich, die nordischen Länder und Italien. In diesen Staaten besteht aber eine sehr hohe Tarifbindung, die auch vom Staat stark unterstützt wird. Faktisch ziehen dort also Tarifverträge eine allgemeine Untergrenze ein, sodass der Niedriglohnsektor in diesen Ländern deutlich kleiner als in Deutschland ist.

Die Mindestlöhne in den südeuropäischen EU-Staaten reichen von 3,83 Euro in Griechenland und 4,25 Euro in Portugal bis zu 6,06 Euro in Spanien, wo erst vor wenigen Tagen eine rückwirkende Anhebung zum 1. Januar 2022 beschlossen wurde. Etwas darüber liegt mit 6,21 Euro Slowenien. In den meisten anderen mittel- und osteuropäischen Staaten sind die Mindestlöhne niedriger. Allerdings haben sie durch die stärkeren Zuwächse meist etwas aufgeholt. So müssen etwa in der Tschechischen Republik nun umgerechnet mindestens 3,76 Euro pro Stunde gezahlt werden, in Polen mindestens 3,81 Euro und in Litauen 4,47 Euro. Die niedrigsten EU Mindestlöhne gelten in Bulgarien mit 2,00 Euro und in Lettland mit 2,96 Euro.

Die Niveauunterschiede spiegeln zum Teil unterschiedliche Lebenshaltungskosten wider. Legt man Kaufkraftstandards (KKS) zugrunde, reduziert sich der Abstand zwischen den EU-Ländern mit niedriger und relativ hoher Untergrenze spürbar. Polen, Rumänien oder Tschechien liegen bei dieser Betrachtungsweise beispielsweise vor Portugal und Griechenland. Wer in Deutschland zum Mindestlohn bezahlt wird, profitiert etwas vom im westeuropäischen Vergleich niedrigeren Preisniveau. Allerdings bleibt seine Kaufkraft aktuell trotzdem noch hinter der von Mindestlohnempfängerinnen und -empfängern in Luxemburg, Frankreich und den Niederlanden.

Mindestlöhne außerhalb der EU

Auch außerhalb der EU sind Mindestlöhne weit verbreitet. Exemplarisch betrachtet das WSI die Mindestlöhne in 16 Nicht-EU-Ländern mit ganz unterschiedlichen Mindestlohnhöhen. Sie reichen von umgerechnet 0,83 Euro in Moldawien, 0,86 Euro in Brasilien, 0,92 Euro landesweit in Russland über 6,13 Euro in den USA und 7,16 Euro in Japan bis zu umgerechnet 11,96 Euro in Neuseeland und 12,91 Euro in Australien. Insbesondere in den USA, wo der landesweite Mindestlohn seit 2009 nicht mehr erhöht wurde, gibt es neben der sehr niedrigen nationalen höhere regionale Untergrenzen. So beträgt der Mindestlohn in Kalifornien umgerechnet 11,84 Euro und in New York 11,16 Euro; noch höher ist der Mindestlohn in Washington DC (15,20 Dollar, umgerechnet 12,85 Euro).

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Reallöhne im Jahr 2021 voraussichtlich um 0,1 % gegenüber 2020 gesunken

Der Nominallohnindex in Deutschland ist nach vorläufigen Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung im Jahresdurchschnitt 2021 um knapp 3,1 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Reallöhne damit voraussichtlich um durchschnittlich 0,1 % gegenüber 2020, nachdem sie sich bereits im ersten Corona-Krisenjahr rückläufig entwickelt hatten.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 16.02.2022

Reallöhne sinken das zweite Jahr in Folge, Nominallöhne steigen um 3,1 % zum Vorjahr

Der Nominallohnindex in Deutschland ist nach vorläufigen Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung im Jahresdurchschnitt 2021 um knapp 3,1 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um gut 3,1 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sanken die Reallöhne damit voraussichtlich um durchschnittlich 0,1 % gegenüber 2020, nachdem sie sich bereits im ersten Corona-Krisenjahr rückläufig entwickelt hatten. Während im Jahr 2020 insbesondere der vermehrte Einsatz von Kurzarbeit zur negativen Nominal- und Reallohnentwicklung beigetragen hatte, zehrte 2021 die hohe Inflation den Nominallohnanstieg auf. 2020 war der Nominallohnindex um gut 0,7 % gegenüber dem Vorjahr gesunken, während die Verbraucherpreise um 0,5 % gestiegen waren. Dies hatte zu einem Reallohnrückgang von 1,1 % geführt.

Normalisierung: Weniger Kurzarbeit lässt die Nominallöhne wieder steigen

Bedingt durch die zunehmenden Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wurde im Jahr 2021 weniger Kurzarbeit in Anspruch genommen als im ersten Krisenjahr 2020. Dies führte zu gestiegenen Bruttomonatsverdiensten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, da sich die Wochenarbeitszeit wieder normalisierte und das Kurzarbeitergeld nicht zum Bruttoverdienst zählt: Insgesamt hat sich die bezahlte Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten im Vorjahresvergleich nach vorläufigen Ergebnissen um durchschnittlich 1,1 % erhöht.

Die Angaben sind vorläufige Ergebnisse über die nominale und reale Entwicklung der Bruttoverdienste im Jahr 2021. Detaillierte und endgültige Ergebnisse für das 4. Quartal 2021 und das Jahr 2021 veröffentlicht das Statistische Bundesamt voraussichtlich Ende März 2022.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Inflation: Paare mit mittlerem Einkommen derzeit am stärksten betroffen

Kinderlose Paare mit mittlerem Einkommen tragen aktuell die höchste Inflationsbelastung, Singles mit hohem Einkommen die geringste. Das ergibt der IMK Inflationsmonitor der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 15.02.2022

Steigende Gaspreise belasten zunehmend Ärmere

Kinderlose Paare mit mittlerem Einkommen tragen aktuell die höchste Inflationsbelastung, Singles mit hohem Einkommen die geringste: Gemessen an den für diese Haushaltstypen repräsentativen Warenkörben sind die Preise im Januar 2022 um 5,0 Prozent bzw. um 4,2 Prozent gestiegen, während der Wert über alle Haushalte hinweg bei 4,9 Prozent lag. Auch für Singles mit niedrigen, mittleren und höheren Einkommen lagen die Raten mit 4,4 bis 4,7 Prozent im Januar etwas unterhalb der allgemeinen Preissteigerung. Bei Familien mit zwei Kindern und niedrigem oder mit mittlerem Einkommen verteuerte sich der haushaltsspezifische Warenkorb um jeweils 4,9 Prozent, bei Familien mit höherem Einkommen um 4,7 Prozent. Für Alleinerziehende mit einem Kind und mittlerem Einkommen betrug die Teuerungsrate 4,8 Prozent. Das ergibt der IMK Inflationsmonitor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Er liefert monatlich die spezifischen Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Personenzahl und Einkommen unterscheiden.

Die Energiepreise sind weiterhin die wichtigsten Inflationstreiber. Ihr starker Anstieg hat dazu geführt, dass die Inflationsrate im Januar deutlich höher ausfiel als nach Wegfall des Sondereffekts durch die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer erwartet worden war. Innerhalb dieser Kategorie verschieben sich aber die Gewichte: Da sich Haushaltsenergie zuletzt stark verteuert hat, hat deren Einfluss auf die Teuerung im Januar verglichen mit Dezember 2021 spürbar zugenommen, während sich die bislang dominierende Rolle der anziehenden Kraftstoffpreise relativ abschwächte. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, was derzeit wahrscheinlich ist, dürften Haushalte mit niedrigeren Einkommen zunehmend stärker belastet sein. Denn Haushaltsenergie und Lebensmittel haben als Waren des Grundbedarfs bei ihren Ausgaben ein sehr hohes Gewicht, während etwa Benzin bei Haushalten mit mittleren und höheren Einkommen eine vergleichsweise größere Rolle spielt. Aktuell sei die haushaltsspezifische Inflationsrate bei Alleinlebenden mit geringem Einkommen allein deshalb noch unterdurchschnittlich, weil andere Güterarten mit hohem Preisanstieg wie Kraftstoffe, Pauschalreisen oder Fahrzeugkauf mangels finanzieller Möglichkeiten kaum ins Gewicht fallen, analysiert das IMK. Bei Familien schlägt demgegenüber weiterhin der starke Preisanstieg bei Kraftstoffen durch.

„Grob zusammengefasst lässt sich schlussfolgern, dass die Inflation Haushalte mit geringeren Einkommen zwar noch nicht überproportional trifft, aber infolge des höheren Anstiegs bei Haushaltsenergie relativ stärker als im Dezember 2021“, skizzieren Inflationsexpertin Dr. Silke Tober und IMK-Direktor Prof. Dr. Sebastian Dullien den aktuellen Trend. Grundsätzlich haben Haushalte mit niedrigem Einkommen ein besonderes Problem mit starker Teuerung, weil sie vor allem unverzichtbare Alltagsgüter kaufen und kaum Spielräume besitzen, ihr Konsumniveau durch Rückgriff auf Erspartes aufrecht zu erhalten.

Für die kommenden Monate sieht das IMK zudem insbesondere mit Blick auf die Gaspreise große Risiken. Hintergrund ist, dass die Preise, die Gasversorger bezahlen müssen, um sich Lieferungen in einigen Monaten zu sichern, so genannte Futures, seit Dezember extrem stark und noch weitaus mehr angezogen haben als die Preise für Endkunden. Ein wesentlicher Grund ist der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. „Sollten die Versorger die für 2022 an den Future-Märkten notierten Gaspreise vollständig an ihre Kunden weitergeben, würde das eine Verdopplung der Gaspreise bedeuten und eine Erhöhung der Inflationsrate um rund 2,5 Prozentpunkte“, warnen Tober und Dullien. Das hieße, dass die Zielinflationsrate der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 Prozent in diesem Szenario selbst dann deutlich überschritten wäre, wenn alle anderen Preise stabil bleiben würden – was unrealistisch ist, zumal die Kosten für Gas etwa auch den Strompreis spürbar beeinflussen.

„Da eine zügige Normalisierung der internationalen Gaspreise nicht mehr in Sicht ist, sollte die Bundesregierung rasch wirtschaftspolitisch gegensteuern, um soziale Härten und eine Beeinträchtigung der Konjunktur abzuwenden“, empfehlen die Fachleute des IMK. Die bereits diskutierte vorgezogene Abschaffung der EEG-Umlage sei eine sinnvolle Maßnahme, reiche aber nicht aus, wenn die Gaspreise regelrecht explodierten. Zusätzlich wäre eine zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer auf Energie eine Möglichkeit. Darüber hinaus schlägt das IMK vor, für Haushalte, die mit Gas heizen und/oder kochen, zeitweilig einen Grundbedarf preislich zu deckeln. Der Staat sollte beispielsweise für die ersten 8.000 Kilowattstunden Gas, die Haushalte beziehen, den Preis auf dem aktuellen Niveau festschreiben und die Versorgungsunternehmen für eigene Mehrkosten entschädigen. Das würde ungefähr dem halben Jahresverbrauch einer Wohnung mit 100 Quadratmetern entsprechen. Bei Haushalten mit vielen Personen könnte das Kontingent auch größer sein, so Dullien und Tober.

Informationen zum Inflationsmonitor

Für den IMK Inflationsmonitor ermittelt Ökonomin Silke Tober auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts die für unterschiedliche Haushalte typischen Konsummuster. So lässt sich gewichten, wer für zahlreiche verschiedene Güter und Dienstleistungen – von Lebensmitteln über Mieten, Energie und Kleidung bis hin zu Kulturveranstaltungen und Pauschalreisen – wie viel ausgibt und daraus die haushaltsspezifische Preisentwicklung errechnen. Die Daten zu den Haushaltseinkommen stammen ebenfalls aus der EVS. Im Inflationsmonitor werden neun repräsentative Haushaltstypen betrachtet: Paarhaushalte mit zwei Kindern und niedrigem (2000-2600 Euro), mittlerem (3600-5000 Euro), höherem (mehr als 5000 Euro) monatlichem Haushaltsnettoeinkommen; Haushalte von Alleinerziehenden mit einem Kind und mittlerem (2000-2600 Euro) Nettoeinkommen; Singlehaushalte mit niedrigem (unter 900 Euro), mittlerem (1500-2000 Euro), höherem (2000-2600 Euro) und hohem (mehr als 5000 Euro) Haushaltsnettoeinkommen sowie Paarhaushalte ohne Kinder mit mittlerem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 3600 und 5000 Euro monatlich.

Der IMK Inflationsmonitor wird monatlich aktualisiert.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Erwartungen vorsichtig optimistisch – ZEW-Indikator liegt bei 54,3 Punkten

ZEW, Pressemitteilung vom 15.02.2022

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen in der aktuellen Umfrage vom Februar 2022 um 2,6 Punkte auf einen neuen Wert von 54,3 Punkten. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verbessert sich in der aktuellen Umfrage ebenfalls. Der Wert des Lageindikators nimmt um 2,1 Punkte zu und liegt damit bei minus 8,1 Punkten.

„Der Konjunkturausblick für Deutschland verbessert sich im Februar erneut, trotz wachsender wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten. Die Finanzmarktexpertinnen und -experten rechnen mit einer Entspannung bei den Corona-bedingten Einschränkungen und einer Konjunkturerholung im ersten Halbjahr 2022. Sie gehen weiterhin von einer zurückgehenden Inflation aus, allerdings langsamer und von einem höheren Niveau aus, verglichen mit den Erwartungen der Vormonate. Als Folge rechnen inzwischen mehr als 50 Prozent der Expertinnen und Experten mit einer Erhöhung der kurzfristigen Zinsen im Eurogebiet in den nächsten sechs Monaten“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Erwartungen.

Die Erwartungen der Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sinken im Februar um 0,8 Punkte. Sie liegen damit aktuell bei 48,6 Punkten. Der neue Wert des Lageindikators beträgt 0,6 Punkte. Der Lageindikator ist damit um 6,8 Punkte gegenüber Januar gestiegen.

Die Inflationserwartungen für das Eurogebiet steigen in der aktuellen Umfrage um 3,6 Punkte. Der Inflationsindikator liegt damit bei minus 35,1 Punkten. 53,2 Prozent der Expertinnen und Experten gehen von einem Rückgang der Inflationsrate auf Sicht von sechs Monaten aus.

Quelle: ZEW

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Europäische Bauleistung über Vorkrisenniveau

ifo Institut, Pressemitteilung vom 15.02.2022

Die europäische Bauwirtschaft hat den Corona-Einbruch überwunden. Das zeigen Berechnungen der Forschergruppe Euroconstruct, der auch das ifo Institut angehört. „Das Bauvolumen wird 2022 um 3,6 Prozent wachsen, nach plus 5,6 Prozent 2021 und minus 4,7 Prozent im Jahr 2020“, sagt ifo-Branchenexperte Ludwig Dorffmeister.

Gleichzeitig verteuerten sich 2021 die Bauleistungen vielerorts: In acht Ländern stiegen die Baupreise 2021 um mindestens 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Ungarn und Italien fielen die prozentualen Zuwächse sogar zweistellig aus. In Deutschland betrug der Preisanstieg 9,1 Prozent. Lediglich in fünf Ländern blieb der Preisanstieg 2021 unter 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In zehn Ländern übersteigt die Bautätigkeit bereits das Niveau vor der Krise. In acht Ländern, darunter Deutschland, wird 2021 jedoch noch weniger gebaut als 2019. Größere Einbußen waren lediglich in Frankreich und der Slowakei zu beobachten.

Der Wohnungsbau legte 2021 mit einem Plus von 7,1 Prozent am stärksten zu, nachdem er 2020 um 4,4 Prozent eingebrochen war. „Ab 2023 dürfte der europäische Wohnungsbau nur noch geringfügig wachsen“, sagt Dorffmeister. Der Nichtwohnhochbau war mit einem Rückgang im Jahr 2020 von 7,3 Prozent am stärksten von der Pandemie betroffen und blieb auch 2021 hinter dem Vorkrisenniveau von 2019 zurück. Der Tiefbau hingegen wies für 2020 nur ein überschaubares Minus aus und übertraf 2021 das Vorkrisenniveau deutlich.

Quelle: ifo Institut

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Februar 2022

Die Industriekonjunktur stabilisiert sich zunehmend, Dienstleistungen sind weiterhin von Pandemiemaßnahmen geprägt. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im Schlussquartal 2021 gemäß der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts um 0,7 % zurückgegangen, das Jahresergebnis 2021 wurde allerdings aufwärtskorrigiert. Das teilt das BMWK mit.

BMWK, Pressemitteilung vom 14.02.2022

Industriekonjunktur stabilisiert sich zunehmend, Dienstleistungen weiterhin von Pandemiemaßnahmen geprägt

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im Schlussquartal 2021 gemäß der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts um 0,7 % zurückgegangen. Aufgrund von Revisionen der Vorquartale wurde das Jahresergebnis 2021 allerdings auf 2,8 % aufwärtskorrigiert.

Am aktuellen Rand deuten die Indikatoren auf eine weiter stabilisierte Lage in der Industrie hin. So stieg die Industrieproduktion im Dezember erneut, nachdem sie bereits in den zwei vorangegangenen Monaten zulegen konnte. Damit scheint die Industrie zunehmend besser mit den Lieferengpässen bei wichtigen Vorleistungen und Rohstoffen zurecht zu kommen. Dementsprechend hat sich auch die Stimmung in den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes weiter aufgehellt. Der deutsche Außenhandel entwickelte sich im Dezember ebenfalls positiv und sowohl Ausfuhren als auch Einfuhren stiegen erneut deutlich. Im Gegensatz dazu mussten die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz zum Ende des Jahres einen merklichen Rückgang verkraften. Der private Verbrauch wird derzeit durch den Pandemieverlauf und eine hohe Inflationsrate belastet, das Konsumklima hat sich allerdings zuletzt wieder stabilisiert.

Die Inflationsrate lag im Januar 2022 bei 4,9 %, maßgeblich getrieben durch einen erneut kräftigen Anstieg insbesondere der fossilen Energiepreise. Für den weiteren Jahresverlauf deuten die Terminkontrakte Rohöl auf eine gewisse Entspannung der Energiepreise hin. Wenn sich zusätzlich die Lieferengpässe weiter verringern, sollte auch der Inflationsdruck perspektivisch nachlassen. Am Arbeitsmarkt setzt sich die Erholung zum Jahresende weiter fort, die Erwerbstätigkeit stieg abermals kräftig an. Auch die Kurzarbeit ging im November leicht zurück, sie dürfte im Dezember und Januar aber wieder etwas ansteigen.

Die Weltwirtschaft gewinnt an Schwung

Der Weltwarenhandel legte nach einer Steigerung um 2,0 % im November gegenüber dem Vormonat stärker zu als im Oktober (+1,1 %). Auch die globale Industrieproduktion wurde im November mit +1,3 % deutlicher hochgefahren als zuvor (+0,6 %). Zu diesem Dynamikgewinn dürfte die allmähliche Auflösung der Lieferengpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern und Rohstoffen beigetragen haben. Dennoch wird die Weltkonjunktur weiter von Knappheiten gebremst, die auch für Preisdruck sorgen. Zudem belasten die Eindämmungsmaßnahmen aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens v. a. den Dienstleistungsbereich. Wohl vor diesem Hintergrund folgt der OECD Composite Leading Indicator weiter seinem seit Juni abwärtsgeneigten Trend. Daneben hat sich die Stimmung bei den Unternehmen eingetrübt. So fiel der Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit im Januar zum zweiten Mal in Folge auf 51,4 Punkte. Auch die Teilindizes für den Dienstleistungssektor sowie die Industrie gaben nach, befinden sich mit 51,3 Punkten bzw. 53,2 Punkten aber noch oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Deutscher Außenhandel nimmt weiter zu

Die Waren- und Dienstleistungsexporte legten im Dezember gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen um 0,7 % zu (November: +2,4 %). Für das vierte Quartal 2021 ergibt sich eine kräftige Zunahme um 5,6 %. Bei weniger stark gestiegenen Ausfuhrpreisen erhöhten sich die Exporte auch preisbereinigt spürbar. Die Waren- und Dienstleistungsimporte stiegen im Dezember gegenüber dem Vormonat nominal und saisonbereinigt abermals merklich um 2,9 % (November: +3,9 %). Im Quartalsvergleich fällt die Erhöhung noch deutlicher aus (+8,8 %). Aufgrund deutlich steigender Einfuhrpreise dürften die Importe preisbereinigt allerdings weniger stark zugenommen haben.

Auch anhand der Frühindikatoren zur Außenwirtschaft auf nationaler Ebene deutet sich an, dass sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage allmählich schließt: Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben sich nach Rückschlägen in einzelnen Monaten in der Tendenz wieder erholt. Derweil hatten sich die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe bis August eingetrübt. Seither pendeln sie mit schwachen Ausschlägen mit aufwärtsgerichteter Tendenz. Im Januar hellten sich die Erwartungen per Saldo deutlich auf. Derzeit rechnet rund ein Viertel der Unternehmen mit einer verbesserten Lage bis April 2022. Der Ausblick für den deutschen Außenhandel bleibt trotz Beeinträchtigung durch Lieferengpässe und Infektionsgeschehen angesichts des hohen Auftragsbestands grundsätzlich positiv.

Die Lage in der Industrie stabilisiert sich und der Ausblick ist optimistisch

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Dezember gegenüber dem Vormonat mit einem Minus von 0,3% leicht gesunken. Dieser Rückgang wurde vor allem durch einen starken Einbruch im Baugewerbe verursacht (-7,3 %). Der industrielle Ausstoß stieg um 1,2 %.

Die Industrieproduktion wurde seit Anfang letzten Jahres durch Lieferengpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern und Rohstoffen gebremst. Sie sendete jedoch mit Zuwächsen im Oktober (+3,1 %) und November (+0,5 %) bereits positive Signale. Mit ihrem dritten Anstieg in Folge konnte die Industrie diese Stabilisierung fortsetzen. Erfreulich war insbesondere die Produktionssteigerung im gewichtigen Kfz und Kfz-Teile Bereich um 12,1 %. Dämpfend wirkten indes Rückgänge im Maschinenbau (-3,7 %) und in der Herstellung von Metallerzeugnissen (-2,2 %). Sowohl die Bereiche Kfz, als auch der Maschinenbau bewegten sich durch anhaltende Knappheiten bei Halbleitern weiterhin unter ihren Vorkrisenniveaus.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Dezember gegenüber dem Vormonat um 2,8 % gestiegen. Die Nachfrage nach Konsumgütern (+5,3 %) und Vorleistungsgütern (+4,1 %) erhöhte sich kräftig und der Bedarf an Investitionsgütern verzeichnete ebenfalls einen Zuwachs (+1,8 %). Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen nahmen die Auftragseingänge um 2,9 % zu. Auffällig war die gegenläufige Bewegung des starken Zuwachses an Aufträgen aus dem Inland (+11,7 %) zu den Nachfragerückgängen aus dem Ausland. Maßgeblich hierfür waren die gesunkenen Aufträge aus der Eurozone (-4,2 %), während die Bestellungen aus dem Nicht-Euroraum moderater sanken (-2,3 %). Nachfragezuwächse in den Bereichen Sonstige Fahrzeuge (+3,3 %) und Metallerzeugnisse (+3,1 %) stützten das allgemeine Plus. Die Auftragslagen in den gewichtigen Branchen Maschinenbau und Kfz blieben nahezu unverändert (+0,0 % und -0,6 %).

Die gegenwärtige Stabilisierung der Industrieproduktion wird von positiven Stimmungsindikatoren bezüglich der allmählichen Auflösung der Lieferengpässe am aktuellen Rand begleitet. Angesichts des hohen Auftragsbestandes der Unternehmen lässt dies auf eine dynamische Entwicklung der Industriekonjunktur in den kommenden Monaten schließen und somit fällt der weitere Ausblick optimistisch aus.

Einzelhandelsumsatz deutlich gesunken, Ausblick stark vom Verlauf der Pandemie abhängig

Im Einzelhandel ohne Kfz gingen die Umsätze im Dezember gegenüber dem Vormonat voraussichtlich um deutliche 5,5 % zurück, nachdem sie im Oktober und November um 0,9 % bzw. 0,8 % zunahmen. Damit lagen die Umsätze zuletzt nur noch um 0,7 % über ihrem Niveau im Vorkrisenmonat Februar 2020. Nach vorläufiger Rechnung des Statistischen Bundesamts hat der Einzelhandel in Deutschland im Jahr 2021 insgesamt ein reales Umsatzplus von 0,7 % verzeichnet. Für den Dezember meldete der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren einen starken Rückgang der Umsätze gegenüber dem Vormonat um 17,1 %. Der Internet- und Versandhandel verzeichnete im Dezember sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahresmonat eine Abnahme seines Umsatzes um 5,7 %. Bei den Neuzulassungen von Pkw durch private Halter kam es im Januar zu einem Minus um 6,7 %, nachdem allerdings im Dezember zu einem kräftigen Plus um 17,6 % gekommen war.

Nach wie vor belasten der Pandemieverlauf und die hohe Inflationsrate die Entwicklung des privaten Verbrauchs. Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel haben sich aber im Januar erstmals seit sechs Monaten per Saldo nicht mehr weiter verschlechtert. Auch für das GfK Konsumklima wird für Februar eine Stabilisierung prognostiziert. Die Aussichten für den privaten Verbrauch sind somit wieder etwas zuversichtlicher. Es besteht die Hoffnung, dass die Beschränkungen für die Konsumenten allmählich wieder zurückgenommen werden können.

Das Verbraucherpreisniveau hat sich im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,4 % erhöht (Dezember: +0,5 %). Die Inflationsrate, also die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, ging im Januar um 0,4 Prozentpunkte auf 4,9 % zurück. Damit endete der kontinuierliche Anstieg seit Juli 2021, aber die Rate liegt weiterhin höher als von vielen Experten erwartet. Ausschlaggebend hierfür sind insbesondere deutliche Steigerungen bei den Preisen für Energie (+20,5 %; zuvor +18,3 %) und auch bei Nahrungsmitteln (+5,0 %; zuvor +6,0 %). Die unerwartet hohe Inflationsrate im Januar ist allerdings nicht klimapolitisch begründet, denn nicht die erneuerbaren, sondern die fossilen Energieträger treiben das Verbraucherpreisniveau in die Höhe. Der Preis für Rohöl, einer der maßgeblichen Indikatoren, kletterte zuletzt auf über 90 US-Dollar je Barrel. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) verringerte sich im Januar gegenüber Dezember deutlicher um 0,8 Prozentpunkte auf 2,9 %. Hier zeigt sich der erwartete Basiseffekt, weil der preistreibende Sondereffekt der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze in der zweiten Jahreshälfte 2020 aus dem Vorjahresvergleich wieder herausgefallen ist.

Arbeitsmarkt startet trotz Omikron-Welle sehr gut ins Jahr

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch am Jahresanfang fortgesetzt. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung verringerten sich im Dezember saisonbereinigt abermals um 48.000 bzw. 36.000 Personen. Im Januar kommt es typischerweise zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Ursprungswerten. Nach diesen Zahlen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 133.000 auf 2,46 Mio. Personen. In den Vorkrisenjahren hatte der Anstieg im Durchschnitt bei etwa 200.000 Personen gelegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 439.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Auch bei Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung setzte sich der positive Verlauf fort. Die Erwerbstätigkeit erhöhte sich im Dezember saisonbereinigt um 52.000 Personen. In Ursprungswerten waren damit 45,3 Mio. Menschen erwerbstätig, 506.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Im November erhöhte sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ebenfalls kräftig um 84.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die Kurzarbeit verringerte sich laut Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) im November leicht auf 0,6 Mio. Personen. Nach BA-Schätzungen dürfte die Zahl im Dezember etwas ansteigen. Die Anzeigen waren auch im Januar leicht gestiegen. Am aktuellen Rand ist daher ein weiterer leichter Anstieg der Kurzarbeitenden zu erwarten. Die Frühindikatoren von ifo und IAB spiegeln die günstigen Arbeitsmarktaussichten wider: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer lag im Plus. Das ifo-Barometer sank zwar insgesamt leicht, getrieben durch eine geringere Einstellungsbereitschaft in manchen Dienstleistungsbereichen (vor allem Gastgewerbe und Veranstalter). In der Industrie hingegen legte das Barometer zu. Das deutet daraufhin, dass die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt anhält.

Insolvenzentwicklung weiter rückläufig

Von Januar bis November 2021 verzeichneten die Amtsgerichte 12.832 Unternehmensinsolvenzen. Das sind rund 12 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auch wenn die Regelinsolvenzen laut Schnellindikator des Statistischen Bundesamts zum Jahresende 2021 stiegen (Dezember: + 18 % ggü. Vormonat), dürfte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der amtlichen Statistik im Gesamtjahr 2021 noch einmal spürbar unter dem Vorjahresniveau (Gesamtjahr 2021: 15.841 Unternehmensinsolvenzen) gelegen und somit ein neues Allzeittief erreicht haben. Für Januar 2022 meldete das Statistische Bundesamt erneut einen Rückgang der Regelinsolvenzen von 17,2 % zum Vormonat. Für das Jahr 2022 insgesamt sind, auch wegen der Fortführung wichtiger Unterstützungsmaßnahmen, nur begrenzte Nachholeffekte zu erwarten.

Quelle: BMWK

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8,4 % mehr Gründungen größerer Betriebe im Jahr 2021 als im Vorjahr

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland gut 126.900 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Das teilt das Statistische Bundesamt mit.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.02.2022

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland gut 126.900 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt nach Auswertung der Gewerbemeldungen mitteilt, waren das 8,4 % mehr als 2020, aber auch 3,5 % mehr Gründungen als 2019, dem Jahr vor der Corona-Krise.

Weniger neu gegründete Kleinunternehmen, mehr Nebenerwerbsbetriebe

Im Unterschied zu den größeren Unternehmen lag die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen im Jahr 2021 mit rund 132 000 unter dem Vorjahresniveau (-2,8 %). Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 wurden sogar 19,5 % weniger kleinere Unternehmen gegründet. Die Zahl der neu gegründeten Nebenerwerbsbetriebe stieg dagegen um 11,4 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 324 200.

Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg 2021 um 6,7 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 704 900. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlungen (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Vollständige Gewerbeaufgaben gehen um 1,8 % gegenüber 2020 zurück

Die Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben war im Jahr 2021 mit rund 420 100 um 1,8 % niedriger als im Vorjahr. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 lag sie 14,8 % niedriger. Dieser starke Rückgang dürfte mit den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zusammenhängen.

Bei den Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben rund 87 200 im Jahr 2021 ihr Gewerbe vollständig auf. Das waren 1,3 % weniger als 2020 und 12,3 % weniger als im Vorkrisenjahr 2019. Die Zahl der aufgegebenen Kleinunternehmen sank gegenüber 2020 um 5,5 % und um 25,2 % gegenüber 2019 auf rund 152 100. Die Zahl der aufgegebenen Nebenerwerbsbetriebe stieg im Vergleich zu 2020 um 1,3 % auf rund 180 900, lag aber noch 5,0 % unter dem Niveau im Vorkrisenjahr 2019.

Die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern lag im Jahr 2021 mit rund 538 800 um 0,5 % unter dem Vorjahresniveau. Bei dieser Gesamtzahl handelt es sich nicht nur um Gewerbeaufgaben, sondern auch um Betriebsübergaben (zum Beispiel Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Die Konjunktur hält die Luft an

Die deutsche Wirtschaft beurteilt sowohl ihre aktuelle Lage als auch den Ausblick auf das Gesamtjahr 2022 insgesamt negativer als vor dem Jahreswechsel. Das ist das Ergebnis der bundesweiten IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2022, die der DIHK vorgestellt hat.

DIHK, Pressemitteilung vom 11.02.2022

Unternehmen schätzen eigene Geschäftslage und Erwartungen überwiegend schlechter ein als vor dem Jahreswechsel

Die deutsche Wirtschaft beurteilt sowohl ihre aktuelle Lage als auch den Ausblick auf das Gesamtjahr 2022 insgesamt negativer als vor dem Jahreswechsel. Das ist das Ergebnis der bundesweiten IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2022, die DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Freitag (11. Februar) vorgestellt hat. Die Industrie- und Handelskammern haben dazu knapp 28.000 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen befragt.

„Die Konjunktur hält die Luft an. In den Unternehmen herrscht zwar weiterhin eine vorsichtig optimistische Grundstimmung. Viele wissen aber wegen großer Unsicherheiten nicht, wie es weiter geht“, fasst Wansleben die Rückmeldungen aus den Industrie- und Handelskammern zusammen. „Wir sehen bei den wichtigsten Faktoren nach den Steigerungen des vergangenen Jahres eine Seitwärtsbewegung oder gar einen leichten Knick nach unten.“ So rechnet nur knapp ein Viertel der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit besseren Geschäften. Der noch positive Saldo aus Betrieben mit höheren Erwartungen und denen mit schlechteren Aussichten hat sich damit im Vergleich zum Herbst des Vorjahres von zehn auf fünf halbiert.

Aufgrund der deutlich gedämpften Rückmeldungen aus den Unternehmen passt der DIHK seine ursprüngliche Wachstumsprognose von 3,6 Prozent für das laufende Jahr auf 3,0 Prozent an. „Damit werden wir das Vorkrisenniveau unserer Wirtschaftsleistung voraussichtlich erst zur Jahresmitte erreichen“, sagt Wansleben. „Die größten Belastungsfaktoren sind neben der Corona-Krise und Lieferengpässen vor allem die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sowie der Fachkräftemangel. Hinzu kommen weiter zu erwartende Kostensteigerungen durch die Transformation beim Klimaschutz. Insbesondere für Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, ist noch offen, wie ein entsprechender Ausgleich funktionieren soll. Viele befürchten eine Verschlechterung ihrer Position auf den Weltmärkten. Denn der Standort Deutschland verlangt inzwischen mit die höchsten Energiepreise weltweit und liegt auch bei der Steuerbelastung für Unternehmen weit über dem Durchschnitt aller OECD-Länder.“

Energie- und Rohstoffpreise für 85 Prozent der Industriebetriebe größtes Geschäftsrisiko – Fachkräftemangel weiter sehr stark

Fast zwei Drittel der Betriebe stufen aktuell die Energie- und Rohstoffpreise als eines ihrer größten Geschäftsrisiken ein, in der Industrie sind es sogar 85 Prozent. „Das ist sowohl für die Gesamtwirtschaft als auch für die Industrie der höchste bislang von uns ermittelte Wert“, betont Wansleben. Über alle Branchen hinweg melden zudem neun von zehn Unternehmen höhere Einkaufspreise als Folge von Lieferengpässen, gut die Hälfte spricht sogar von Preisanstiegen „in erheblichem Umfang“. Nur noch 10 Prozent der Betriebe und damit deutlich weniger als im Herbst 2021 rechnen mit einem Ende der Lieferprobleme bis zu Jahresmitte. Die übrigen knapp 90 Prozent stellen sich auf eine längere Durststrecke ein oder wagen keine Prognose.

Auf Platz zwei der Geschäftsrisiken folgt der Fachkräftemangel: 61 Prozent (nach zuvor 59 Prozent) der Unternehmen fürchten, nicht genügend qualifiziertes Personal zu finden. Zugenommen hat auch die Sorge vor steigenden Arbeitskosten. 43 Prozent der Betriebe (nach zuvor 40 Prozent) sehen hier ein Risiko für ihr Geschäft – so viele wie noch nie.

Ein Drittel der Betriebe spürt finanzielle Probleme

Mehr als jedes dritte Unternehmen beschreibt seine eigene Finanzlage als problematisch. „Zwei Jahre Corona-Krise haben viele Reserven aufgebraucht“, so Wansleben. „Das können auch die Hilfen, die vieles abgefedert haben, nicht ändern. Je kleiner das Unternehmen, desto kritischer stellt sich die Finanzlage dar, vor allem beim Eigenkapital und der Liquidität.“ So sieht sich ein Viertel der kleinen Unternehmen (bis zu 19 Beschäftigte) mit einem Eigenkapitalrückgang konfrontiert, und ein Fünftel befürchtet einen Liquiditätsengpass (21 Prozent).

Besonders angespannt fällt die Bewertung der Finanzlage im Gastgewerbe und bei den Unternehmen aus Kunst, Unterhaltung, Freizeit aus. Hier hat sich auch die Geschäftslage durch die Maßnahmen zur Eindämmung der vierten Corona-Welle noch einmal sehr verschärft, nachdem es im Herbst Anzeichen für einen Aufwärtstrend gegeben hatte.

Bessere Erwartungen als im Herbst melden die Pharmaunternehmen, die Textilhersteller sowie die Maschinenbauer. „Der Export erweist sich auch insgesamt als vergleichsweise stabil“, so Wansleben. „Deshalb sind diejenigen Unternehmen optimistischer, die offenbar befürchtete Rückschläge durch den Export kompensieren können, und die nicht so hart von Corona betroffen sind.“

Im Pharma- und im Maschinenbausektor wollen auch mehr Unternehmen in einen Ausbau ihrer Kapazitäten investieren als im Herbst 2021. Insgesamt halten sich die Betriebe dagegen bei den Investitionen noch stärker zurück. „Dafür gibt es sehr viele unterschiedliche Gründe: hohe Kostenbelastungen, aktuelle Unsicherheiten, schwierige Rahmenbedingungen auch durch unsere aufwendigen Planungsverfahren“, sagt Wansleben. „Angesichts dessen, was wir wegen der Corona-Krise nachholen müssen und zur Erneuerung unserer Wirtschaft brauchen, wäre jetzt die Zeit für einen kräftigen Investitionsschub. Tatsächlich aber sind die Investitionen aktuell zu schwach für einen selbsttragenden Aufschwung.“

Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen bleiben trotz des schwierigen Umfelds und der unsicheren Entwicklung rund um das Pandemie-Geschehen im positiven Bereich (Saldo acht Punkte). „Selbst in der aktuell großen Unsicherheit bereiten sich die Betriebe darauf vor, dass der Mangel an Fachkräften als Folge unserer Demografie noch weiter zunehmen wird“, sagt Wansleben. Mehr als jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) plant mit mehr Beschäftigung, zwei Drittel mit gleichbleibendem Personalbestand, während 13 Prozent mit einem Abbau rechnen. Gegenüber der Umfrage aus dem Herbst 2021 zeigt sich zwar eine leichte Eintrübung (Saldo von acht nach zuvor neun Punkten), aber die Pläne liegen weiter merklich über dem langjährigen Durchschnitt (Saldo von null Punkten).

Quelle: DIHK

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Vier von zehn Unternehmen setzen ausschließlich auf digitale Bewerbungen

Per Mail, Online-Tool und Videocall: Der Einsatz digitaler Technologien im Bewerbungsverfahren ist Standard. Mittlerweile ermöglicht es jedes Unternehmen in Deutschland Job-Interessenten, sich online auf Stellen zu bewerben. 42 Prozent setzen sogar ausschließlich auf digitale Bewerbungsunterlagen. So das Ergebnis einer Befragung von Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 10.02.2022

  • Vom Vorstellungsgespräch bis zur Vertragsunterschrift: Einige Unternehmen haben Bewerbungsprozess vollständig digitalisiert
  • Online-Bewerbungsverfahren sparen Aufwand und Kosten

Per Mail, Online-Tool und Videocall: Der Einsatz digitaler Technologien im Bewerbungsverfahren ist Standard. Mittlerweile ermöglicht es jedes Unternehmen in Deutschland Job-Interessenten, sich online auf Stellen zu bewerben. Vier von zehn Unternehmen (42 Prozent) setzen sogar ausschließlich auf digitale Bewerbungsunterlagen. Bei den übrigen 58 Prozent ist es zumindest teilweise der Fall. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 850 Unternehmen in Deutschland.

Einige Unternehmen haben sogar den kompletten Einstellungsprozess von der Bewerbung zur Vertragsunterschrift digitalisiert: Jedes sechste Unternehmen (16 Prozent) führt Bewerbungsgespräche ausschließlich per Videokonferenz durch. 63 Prozent machen das teilweise. Jedes elfte Unternehmen (9 Prozent) setzt exklusiv auf digitale Assessment-Center oder Online-Testverfahren, 44 Prozent teilweise. 3 Prozent lassen Arbeitsverträge ausschließlich per digitaler Signatur unterzeichnen, weitere 26 Prozent machen das teilweise. Auch digitales Probearbeiten ist bei einigen Unternehmen an der Tagesordnung, 1 Prozent ermöglichen das ausschließlich und weitere 18 Prozent teilweise.

„Digitale Bewerbungsverfahren sind effizienter, weniger zeitaufwändig und kostengünstiger als klassische Bewerbungsmappen und Vorstellungsgespräche in Präsenz. Außerdem verbraucht ein digitaler Bewerbungsprozess weniger Umweltressourcen. In der Pandemie haben sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer diese Vorteile schätzen gelernt“, sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom. „Digitale Technologien sind für 80 Prozent der Menschen in Deutschland ein fester Bestandteil ihres Alltags. Sie setzen selbstverständlich voraus, dass sie von künftigen Arbeitgebern in ihrer digitalen Lebenswelt abgeholt werden und anschließend möglichst auch mobil arbeiten können.“

Quelle: Bitkom

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