Mittelständisches Geschäftsklima im Sinkflug

Nach einem Anstieg im Vormonat sinkt das mittelständische Geschäftsklima im November lt. KfW-ifo-Mittelstandsbarometer deutlich.

KfW, Pressemitteilung vom 07.12.2021

  • Geschäftserwartungen und Lagebeurteilungen im November deutlich schwächer als im Vormonat
  • Großunternehmen etwas optimistischer
  • Wirtschaftsleistung wird im laufenden Quartal voraussichtlich leicht sinken

Nach einem Anstieg im Vormonat sinkt das mittelständische Geschäftsklima im November deutlich, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Ursächlich für den Abstieg um 6,0 Zähler auf nun nur noch 0,6 Saldenpunkte sind Lieferengpässe und die rasant steigenden Infektionszahlen im Befragungszeitraum. Lange war die Beurteilung der Geschäftslage trotz einiger Widrigkeiten stabil, jetzt gibt sie erheblich nach (-4,4 Zähler). Noch deutlicher brechen die Geschäftserwartungen ein (-7,3 Zähler). Bei den Großunternehmen verbessert sich das Stimmungsbild dagegen geringfügig. Zwar geben auch hier die Lageurteile etwas nach, die Erwartungen hellen sich aber auf.

Die stärkste Stimmungseintrübung unter den kleinen und mittleren Unternehmen verzeichnet das Dienstleistungssegment, zu dem unter anderem auch das Gastgewerbe und die Veranstaltungsbranche zählen. Nach einem Rückgang um 8,4 Zähler ist das Geschäftsklima mit -5,1 Saldenpunkten hier jetzt wieder unterdurchschnittlich. Sowohl die Lageurteile als auch die Erwartungen belasten die Stimmung. Ähnlich verhält es sich im mittelständischen Einzelhandel, dessen Geschäftsklima um 6 Zähler (auf -1,3 Saldenpunkte) nachgibt. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fällt trotz einer Verschlechterung im November noch immer überdurchschnittlich aus. Ein Teil des Einzelhandels dürfte von der während der letzten Lockdowns angehäuften Überschussersparnis profitieren, die den Konsum stützt und auch die Folgen der hohen Energiepreise abfedert. Mit Blick auf die kommenden Monate befürchten die stationären Einzelhandelsunternehmen aber Umsatzausfälle wegen der hohen Infektionszahlen sowie 3G oder 2G-Regelungen. Neben der Pandemielage wird der Handel außerdem zunehmend von Lieferproblemen ausgebremst. Die Preiserwartungen im Einzelhandel steigen durch die Angebotsengpässe ebenfalls und erreichen im November ein neues Allzeithoch.

Das Verarbeitende Gewerbe wird schon das ganze Jahr über von Materialengpässen ausgebremst, was seit dem Sommer auch zunehmend auf der Unternehmensstimmung lastet. Im November fällt das Geschäftsklima in der mittelständischen Industrie noch einmal sehr deutlich um 6,1 Zähler und liegt nunmehr lediglich auf einem durchschnittlichen Niveau. Sehr gut ist das Geschäftsklima inzwischen nur noch im Bauhauptgewerbe. Wegen nachlassenden Erwartungen geht hier das Geschäftsklima im November allerdings auch leicht nach unten.

„Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeugt von einer erheblichen Eintrübung des Geschäftsklimas “, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Wegen der kritischen Pandemielage und der hartnäckigen Angebotsengpässe sei im laufenden Quartal mit einem leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung oder allenfalls Stagnation zu rechnen. „Für den Blick nach vorne kommt es vor allem darauf an, als wie gefährlich sich die neu entdeckte Virusvariante Omikron erweist.“, so Köhler-Geib. Die Inzidenz sinkt zwar derzeit tendenziell leicht und die in der jüngsten Bund-Länder-Konferenz beschlossenen Maßnahmen treffen die meisten Dienstleistungsbranchen weit weniger hart als der pauschale Lockdown im vergangenen Jahr. “Sollte Omikron jedoch tatsächlich wesentlich ansteckender sein als Delta und auch bei Geimpften vermehrt zu schweren Verläufen führen, dann wäre erneut mit flächendeckenden Shutdowns in vielen Dienstleistungsbranchen zu rechnen. Die globalen Lieferprobleme könnten sich außerdem verschärfen, wenn es bei wichtigen Handelspartnern zu Schließungen von Produktionsanlagen oder Logistikdrehkreuzen kommt. Kritisch ist hier insbesondere China, das bei einer strikten Zero-COVID-Politik bleiben wird.“

Quelle: KfW

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Ausblick verschlechtert sich

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom Dezember 2021 um 1,8 Punkte auf einen neuen Wert von 29,9 Punkten. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verschlechtert sich in der aktuellen Umfrage erneut.

ZEW, Pressemitteilung vom 07.12.2021

Der ZEW-Indikator liegt bei 29,9 Punkten

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom Dezember 2021 um 1,8 Punkte auf einen neuen Wert von 29,9 Punkten. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verschlechtert sich in der aktuellen Umfrage erneut. Der Wert des Lageindikators fällt um 19,9 Punkte und liegt damit bei minus 7,4 Punkten. Zum ersten Mal seit Juni 2021 befindet sich die Lageeinschätzung wieder im negativen Bereich. Gegenüber dem Vormonat hat sich der Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten sechs Monate erheblich verschlechtert.

„Die deutsche Wirtschaft leidet spürbar unter den neuen Entwicklungen der Corona-Pandemie. Nach wie vor bestehende Lieferengpässe belasten Produktion und Einzelhandel. Der Rückgang der Konjunkturerwartungen zeigt, dass die Hoffnung auf ein wesentlich stärkeres Wachstum im nächsten halben Jahr geringer wird. Besonders die Ertragserwartungen exportorientierter und konsumnaher Branchen werden schlechter beurteilt“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD, die aktuellen Erwartungen.

Die Erwartungen der Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone steigen im Dezember geringfügig um 0,9 Punkte. Sie liegen damit aktuell bei 26,8 Punkten. Der neue Wert des Lageindikators beträgt minus 2,3 Punkte. Der Lageindikator ist damit um 13,9 Punkte gegenüber November gesunken.

Die Inflationserwartungen für das Eurogebiet gehen in der aktuellen Umfrage abermals sehr stark zurück. Der Inflationsindikator liegt jetzt bei minus 33,3 Punkten, 19,0 Punkte unterhalb des Vormonatswertes. 54,6 Prozent der Expertinnen und Experten gehen inzwischen von einem Rückgang der Inflationsrate auf Sicht von sechs Monaten aus.

Quelle: ZEW

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Oktober 2021

Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober gegenüber dem Vormonat um 2,8 % gestiegen.

BMWi, Pressemitteilung vom 07.12.2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Oktober gegenüber dem Vormonat um 2,8 % gestiegen. Der Ausstoß in der Industrie erhöhte sich um 3,2 %, während die Herstellung im Baugewerbe um 1,2 % zunahm.

Die Industrieproduktion wird seit Anfang des Jahres durch Lieferengpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern und Rohstoffen gebremst. Dadurch wurde sie in den Sommermonaten teilweise deutlich zurückgefahren. Die Gegenbewegung im Oktober stellt in der angespannten konjunkturellen Lage einen positiven Lichtblick dar, auch wenn die Produktionseinbußen seit Jahresbeginn noch nicht kompensiert sind.

Erfreulich sind die kräftigen Steigerungen in den gewichtigen Bereichen Kfz und Kfz-Teile (+12,6 %) sowie im Maschinenbau (+5,0 %). Beide Industriezweige sind seit Monaten besonders von den Knappheiten vor allem bei Halbleitern beeinträchtigt. Die Kfz-Produktion liegt allerdings trotz des starken Zuwachses nach wie vor deutlich unter Vorkrisenniveau.

Der weitere Ausblick für die Industriekonjunktur bleibt allerdings verhalten. Darauf deuten auch Stimmungsindikatoren am aktuellen Rand hin. Die Beeinträchtigungen durch Lieferengpässe dürften noch einige Monate anhalten.

Quelle: BMWi

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Oktober 2021

Wie das BMWi mitteilt, sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober gegenüber dem Vormonat um 6,9 % gefallen, nachdem im September noch ein Plus von 1,8 % verzeichnet worden war.

BMWi, Pressemitteilung vom 06.12.2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Oktober gegenüber dem Vormonat um 6,9 % gefallen, nachdem im September noch ein Plus von 1,8 % verzeichnet worden war. Die Bestellungen von Investitionsgütern gingen überproportional zurück, sie lagen mit 10,7 % im Minus. Getrieben wurde der Rückgang insbesondere durch die schwachen Auftragseingänge aus dem Nicht-Euroraum-Ausland. Die Auftragseingänge liegen somit 1,0 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Nachdem die Auftragseingänge zur Jahresmitte 2021 auf ein Allzeithoch geklettert waren, hat der Index in den letzten Monaten mehr als 16 Punkte verloren. Für die konjunkturellen Aussichten bedeutet der zweite starke Rückgang der Auftragseingänge innerhalb der letzten drei Monate einen weiteren Dämpfer.

Allerdings sollte die Entwicklung vor dem Hintergrund der zurzeit hohen Volatilität des Index und seiner Komponenten nicht überinterpretiert werden. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen gingen die Auftragseingänge lediglich um 1,8 % zurück.

Quelle: BMWi

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IW-Konjunkturumfrage: Unternehmen blicken zuversichtlich ins neue Jahr

Die Stimmung der deutschen Unternehmen bessert sich: Für das kommende Jahr erwartet fast jedes zweite eine höhere Produktion und ein besseres Geschäft. Die positiven Aussichten machen sich trotz steigender Infektionszahlen in allen Branchen bemerkbar. Das zeigt eine aktuelle Konjunkturumfrage des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 04.12.2021

Die Stimmung der deutschen Unternehmen bessert sich: Für das kommende Jahr erwartet fast jedes zweite eine höhere Produktion und ein besseres Geschäft. Die positiven Aussichten machen sich trotz steigender Infektionszahlen in allen Branchen bemerkbar, zeigt eine aktuelle Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Gestörte Lieferketten hemmen die Produktion und treiben die Preise in die Höhe. Die deutsche Wirtschaft steht immer noch vor vielen Herausforderungen. Gleichzeitig verunsichern steigende Corona-Infektionszahlen und mögliche 2G-Regelungen die Unternehmen. Trotzdem schätzen Unternehmen in Deutschland ihre Aussichten für das Jahr 2022 insgesamt positiv ein. Branchenübergreifend geben die Befragten mehrheitlich an, dass sie für sich im kommenden Jahr eine bessere wirtschaftliche Lage erwarten. Etwa die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einer höheren Geschäftstätigkeit als in 2021 – nur 15 Prozent erwarten einen Einbruch, zeigt eine neue IW-Konjunkturumfrage, für die über 2.800 Unternehmen befragt wurden.

Höhere Investitionen geplant

Der Optimismus macht sich bei den Investitionsplänen der Unternehmen bemerkbar. Eine deutliche Mehrheit der Befragten gab an, dass sie 2022 mehr investieren wollen als 2021. Besonders Industrie- und Dienstleistungsunternehmen möchten den aufgestauten Investitionsbedarf nachholen. Auf dem Arbeitsmarkt gehen die Pläne bei den Dienstleistern auseinander: Zwar wollen die meisten Unternehmen mehr Mitarbeiter einstellen, aber gleichzeitig steigt der Anteil derer, die Arbeitskräfte abbauen wollen – im Vergleich zum Sommer um fünf Prozentpunkte.

Im Süden bessere Stimmung als im Norden

Besonders positiv gestimmt sind die Industriefirmen. Sie bauen auf Nachholeffekte und auf das Ende der Lieferkettenprobleme. Folglich fallen besonders die Produktionserwartungen für die industriegeprägten Regionen im bundesweiten Vergleich besser aus. So ist die Stimmung bei den Unternehmen in Baden-Württemberg und Bayern mit über 50 Prozent vorwiegend positiv, dabei war dort 2021 die Automobilbranche wegen Produktionsproblemen besonders belastet. Im Norden erwartet fast jedes fünfte Unternehmen negative Aussichten für das kommende Jahr, im Nord-Osten erwartet sogar jedes vierte Unternehmen einen Rückgang bei der Produktion. Hier sorgen besonders die weiterhin getrübten Aussichten in der Tourismusbranche für eine skeptischere Erwartungshaltung. „Trotz der aktuell steigenden Infektionszahlen dominiert jedoch die Zuversicht für das kommende Jahr“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling.

Quelle: IW Köln

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Entlastung für KMU: EU und WTO-Mitglieder einigen sich auf Übereinkommen zur Vereinfachung des Dienstleistungshandels

Ein neues Übereinkommen zum Bürokratieabbau soll den Dienstleistungshandel künftig insbesondere für KMU erheblich erleichtern. Eine Gruppe von 67 Mitgliedern der WTO, darunter auch die EU, hat am 02.12.2021 die Verhandlungen über eine entsprechende Initiative abgeschlossen.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 03.12.2021

Ein neues Übereinkommen zum Bürokratieabbau soll den Dienstleistungshandel künftig insbesondere für KMU erheblich erleichtern. Eine Gruppe von 67 Mitgliedern der Welthandelsorganisation (WTO), darunter auch die EU, hat am 02.12.2021 die Verhandlungen über eine entsprechende Initiative abgeschlossen. Exekutiv-Vizepräsident Valdis Dombrovskis bezeichnete das Übereinkommen als große Errungenschaft und betonte: „Die heute erzielte Einigung gilt für 90 Prozent des weltweiten Dienstleistungshandels und wird durch klarere Regeln, mehr Transparenz und weniger Bürokratie für Wachstum in Milliardenhöhe sorgen. Dies trägt dazu, dass insbesondere unsere KMU auf globaler Ebene florieren können. Wir waren eine treibende Kraft bei dieser Initiative, die auch eine Priorität der neuen EU-Handelsstrategie darstellt.“

Durch die „Gemeinsame Initiative zur internen Regulierung von Dienstleistungen“ werden unnötig komplizierte Regelungen vereinfacht und Erleichterungen für verfahrenstechnische Hürden, mit denen insbesondere KMU konfrontiert sind, eingeführt. Dieses Übereinkommen wird dazu beitragen, die im Rahmen des weltweiten Dienstleistungsverkehrs anfallenden Kosten um über 150 Mrd. US-Dollar jährlich zu senken.

Es ist das erste Ergebnis, das die WTO auf dem Gebiet des Dienstleistungshandels seit Langem vorweisen kann. Eine gute Regulierungspraxis ist für eine funktionierende Wirtschaft in unserer Zeit von zentraler Bedeutung. Durch die klaren Transparenz- und Genehmigungsvorschriften im Dienstleistungsbereich, die im Zuge dieser Initiative vereinbart wurden, wird der Dienstleistungshandel erheblich erleichtert. Dies kommt insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zugute, die nicht über die Ressourcen und die Erfahrung ihrer größeren Mitbewerber verfügen, wenn es gilt, mit komplexen Verfahren zurechtzukommen.

Darüber hinaus wird das Übereinkommen für die EU im Hinblick auf ihre digitale Agenda von Nutzen sein, da es für Sektoren wie Telekommunikation, Informatikdienstleistungen, Ingenieurwesen und Geschäftsbanken durchaus vorteilhaft ist. Zudem enthält ein Text der WTO erstmals eine verbindliche Bestimmung über die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts.

Dienstleistungen sind heute zwar der größte und am schnellsten wachsende Wirtschaftssektor, aber komplizierte Vorschriften und Verfahren schränken den Dienstleistungshandel erheblich ein. Mit dieser Initiative werden Qualifikationserfordernisse und -verfahren, technische Normen sowie und Zulassungserfordernisse und -verfahren für Dienstleister angeglichen.

Nächste Schritte

Die an dieser Initiative beteiligten WTO-Mitglieder werden bis Ende 2022 spezifische Verpflichtungen eingehen, um den Dienstleistungshandel auf ihren Märkten zu erleichtern, indem sie beispielsweise die Genehmigungsverfahren vereinfachen oder für Transparenz sorgen. Die Annahme und Umsetzung der im Referenzdokument vorgesehenen Disziplinen wird dazu führen, dass die Handelskosten für Dienstleister stark zurückgehen. Somit wird sich der Sektor in der Zeit nach der COVID-19-Krise besser erholen können. In eben diesem Sektor spielen Unternehmerinnen häufig eine wichtige Rolle. Im Referenzdokument wird ihre Rolle anerkannt und sichergestellt, dass es bei Genehmigungsverfahren zu keiner Diskriminierung aufgrund des Geschlechts kommt. Dies ist die erste Vorschrift dieser Art, die im WTO-Rahmen erarbeitet wurde.

Diese neuen Verpflichtungen werden in die sog. GATS-Listen der einzelnen Mitglieder aufgenommen. Jedes WTO-Mitglied hat der WTO derartige Listen vorgelegt. Sie bilden das Gesamtpaket aller Verpflichtungen, die WTO-Mitglieder eingehen, damit ausländische Dienstleister auf ihren Märkten zugelassen werden. Die im Rahmen dieser Initiative eingegangenen neuen Verpflichtungen werden auf der Grundlage des sog. Meistbegünstigungsgrundsatzes für Dienstleister aus jedem anderen WTO-Mitgliedstaat gelten.

Quelle: EU-Kommission

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Kurzarbeit steigt wieder

Die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland ist erstmals seit Februar gestiegen. Im November nahm sie zu auf 608.000, von 598.000 im Vormonat. Das sind 1,8 Prozent der Beschäftigten. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 03.12.2021

Die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland ist erstmals seit Februar gestiegen. Im November nahm sie zu auf 608.000, von 598.000* im Vormonat. Das sind 1,8 Prozent der Beschäftigten. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. In der Industrie wuchs die Zahl von 271.000* auf 302.000 Beschäftigte (4,3 Prozent). „Die Flaschenhals-Rezession, die durch fehlende Vorprodukte zustande kommt, macht sich hier bemerkbar“, sagt ifo Umfrageexperte Stefan Sauer.

Im Gastgewerbe stieg die Zahl von 35.000* auf 47.000 Beschäftigte (4,4 Prozent), in anderen Branchen sank sie. Zunahmen verzeichneten die Hersteller von Metallprodukten von 33.000* auf 44.000 (5,3 Prozent), die Metallerzeuger und -bearbeiter von 14.000* auf 22.000 (7,7 Prozent) und die Chemie von 15.000* auf 21.000 (2,3 Prozent). Bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern änderte sich die Zahl fast nicht, sie stieg von 110.000* auf 111.000 Beschäftigte (11,7 Prozent).

Vor Corona lag die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000, im März 2020 sprang sie auf 2,6 Millionen und im April erreichte sie den Rekordwert von 6 Millionen. Das hatte es zuvor noch nie gegeben in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands.

Fußnote

*) korrigierter Wert

Quelle: ifo Institut

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Antragstellung im KfW-Sonderprogramm bis 30. April 2022 verlängert – Kredithöchstbeträge werden erneut angehoben

Angesichts der aktuellen pandemischen Lage verlängern die Bundesregierung und die KfW die Frist zur Antragstellung im KfW-Sonderprogramm bis zum 30. April 2022 und erhöhen erneut die Kreditobergrenzen.

BMWi und BMF, gemeinsame Presseerklärung vom 03.12.2021

Angesichts der aktuellen pandemischen Lage verlängern die Bundesregierung und die KfW die Frist zur Antragstellung im KfW-Sonderprogramm bis zum 30. April 2022 und erhöhen erneut die Kreditobergrenzen. Hierdurch steht das großvolumige KfW-Sonderprogramm weiterhin Unternehmen aller Größen und Branchen zur Deckung ihres Liquiditätsbedarf zur Verfügung.

Das KfW-Sonderprogramm ist am 23. März 2020 gestartet und leistet einen enormen Beitrag zur Abfederung der Corona-Krise. Zum Stichtag 25. November 2021 wurden Zusagen an über 145.000 Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von über 52 Mrd. Euro getätigt. Vom KfW-Sonderprogramm profitieren vor allem kleine und mittelständische Unternehmen.

Die Bundesregierung hat sich auf folgende Änderungen geeinigt:

1. Wir geben den Unternehmen zusätzliche Planungssicherheit, indem wir die Antragsfrist im KfW-Sonderprogramm, inklusive des KfW-Schnellkredits, über den 31. Dezember 2021 hinaus bis zum 30. April 2022 verlängern.

2. Im KfW-Sonderprogramm unterstützen wir Unternehmen künftig mit deutlich höheren maximalen Kreditbeträgen für Kleinbeihilfen. Im KfW-Schnellkredit betragen die Kreditobergrenzen künftig

  • für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten 2,3 Mio. Euro (bisher 1,8 Mio. Euro)
  • für Unternehmen mit über zehn bis 50 Beschäftigten 1,5 Mio. Euro (bisher 1,125 Mio. Euro),
  • für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 850.000 Euro (bisher 675.000 Euro).
    Die maximale Kreditobergrenze je Unternehmensgruppe von 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 wird beibehalten.

Im KfW-Unternehmerkredit und ERP-Gründerkredit mit Laufzeiten von mehr als sechs Jahren erhöhen wir die Kreditobergrenze von bisher 1,8 Mio. Euro auf 2,3 Mio. Euro.

3. Die Maßnahmen werden von der KfW zum 1. Januar 2022 umgesetzt. Mit den Verbesserungen in der KfW-Corona-Hilfe setzen Bundesregierung und KfW die Möglichkeiten um, die die EU-Kommission mit der 6. Änderung des befristeten Rahmens für staatliche Beihilfen („Temporary Framework“) geschaffen hat. Das KfW-Sonderprogramm steht Unternehmen zur Verfügung, die den Vorgaben des „Temporary Framework“ entsprechend nachweislich vor Ausbruch der Corona-Krise noch nicht in Schwierigkeiten waren. Eine Finanzierung von Unternehmen in Schwierigkeiten oder ohne tragfähiges Geschäftsmodell ist ausgeschlossen.

Quelle: BMF

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Fachkräfteengpässe bereits jetzt über Vorkrisenniveau

Die deutschen Unternehmen sind immer noch durch viele Faktoren ausgebremst, insbesondere durch die andauernde COVID-19-Pandemie. Dennoch leiden sie heute stärker unter dem Fachkräftemangel als vor der Corona-Krise. Um den Engpässen zu begegnen, müssen zusätzliche Potenziale an qualifizierten Arbeitskräften erschlossen werden. Insbesondere gilt es, die Zuwanderung und die Berufliche Bildung weiter zu stärken sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.

DIHK, Mitteilung vom 02.12.2021

Fachkräfteengpässe nehmen in den Betrieben wieder zu – schneller und in größerem Umfang als vielfach erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle DIHK-Report Fachkräfte 2021. Obwohl die Corona-Krise und wirtschaftliche Schwierigkeiten den Unternehmen weiterhin zu schaffen machen, sind Stellenbesetzungsprobleme heute häufiger als vor der Pandemie.

Starker Anstieg in der Industrie

Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der rund 23.000 beteiligten Unternehmen können mindestens einen Teil der Stellen längerfristig nicht besetzen. Das sind nicht nur deutlich mehr als vor einem Jahr (32 Prozent), als die Personalnachfrage krisenbedingt stark zurückgegangen war, sondern auch mehr als im Herbst 2019 vor der Krise (47 Prozent). Am häufigsten kommen Besetzungsschwierigkeiten derzeit in der Bauwirtschaft vor (66 Prozent). Der stärkste Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich in der Industrie – dort sind aktuell 53 Prozent betroffen (2020: 29 Prozent).

Beruflich Qualifizierte besonders gesucht

Besonders häufig bleibt die Suche nach Absolventinnen und Absolventen einer dualen Berufsausbildung erfolglos: Davon berichten 57 Prozent der Unternehmen mit unbesetzbaren Stellen, 8 Prozentpunkte mehr als vor drei Jahren. Die demografische Entwicklung einerseits und eine nach wie vor hohe Studierneigung andererseits kennzeichnen die Situation in den letzten Jahren und machen es den Betrieben in der Folge immer schwerer, Fachkräfte mit einer beruflichen Ausbildung zu finden.

Nicht ohne Folgen

85 Prozent der Unternehmen rechnen mit negativen Konsequenzen des Fachkräftemangels. Mehr als vier von zehn Unternehmen (43 Prozent) fürchten, dass sie Aufträge ablehnen und ihr Angebot einschränken müssen, weil dafür nötiges Personal fehlt – vor zwei Jahren galt das erst für 39 Prozent. Die Folgen solcher Engpässe bleiben jedoch nicht auf die direkt betroffenen Unternehmen beschränkt, sondern können sich zum Beispiel über Produktions- und Lieferketten auch auf andere Bereiche der Wirtschaft übertragen: Fehlen IT-Experten, können beispielsweise Mittelständler ihre Geschäftsprozesse nicht wie gewünscht digitalisieren. Fehlt es an Personal für Planung und Ausführung von Bauvorhaben, können Wohnungs- wie auch Infrastrukturausbau ins Stocken geraten.

Reaktionen vielfältig

Eine gesteigerte Arbeitgeberattraktivität, mehr Ausbildung, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Einstellung von ausländischen Fachkräften gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, mit denen die Unternehmen auf Personalengpässe reagieren wollen. Die Zuwanderung aus dem Ausland, insbesondere aus der EU, hat in den Jahren vor der Pandemie erheblich zum Jobaufbau beigetragen. Die Nettozuwanderung insgesamt ist seit elf Jahren positiv, hat sich aber in den letzten fünf Jahren stetig verringert (auf zuletzt plus 220.000 im Jahr 2020). Daher rücken künftig Beschäftigte aus Nicht-EU-Staaten stärker in den Fokus.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz – seit dem 1. März 2020 in Kraft – kann die Zuwanderung von beruflich Qualifizierten erleichtern. Der DIHK sieht allerdings an einigen Stellen Nachbesserungsbedarf. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, bereits mit teilweiser Gleichwertigkeit des ausländischen Berufsabschlusses zuzuwandern, um hierzulande auf Fachkraftniveau zu arbeiten. Die noch fehlenden Kompetenzen müssen dann vor Ort erworben werden.

Diese Regelung gilt allerdings nur für den Fall, dass praktische Fähigkeiten fehlen. Im Interesse der Betriebe sollte sie auch dann greifen, wenn theoretisches Wissen fehlt, im Gegenzug aber ausreichend Praxiskompetenzen vorliegen. Eine Beschäftigung wäre so in mehr Fällen möglich, denn auch Theorieteile lassen sich parallel zur Arbeit nachholen. Neben der Zuwanderung gilt es zudem, die Berufliche Bildung weiter zu stärken und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, damit insbesondere Frauen stärker am Erwerbsleben teilnehmen können.

Quelle: DIHK

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Lieferengpässe bei Vorleistungsgütern bremsen Industrie und treiben Preise

Lieferengpässe bremsen die deutsche Industrie im Jahr 2021. Ein neues Dossier des Statistischen Bundesamtes zu Materialknappheit, Auftragseingängen, Produktion und Preisen in der Industrie verdeutlicht die aktuelle Situation und stellt sie vergangenen Konjunkturzyklen gegenüber.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 02.12.2021

Dossier des Statistischen Bundesamtes verdeutlicht aktuelle Situation und vergleicht mit Angebotsengpässen und Nachfrageentwicklung früherer Konjunkturzyklen

Lieferengpässe bremsen die deutsche Industrie im Jahr 2021. Ein neues Dossier des Statistischen Bundesamtes zu Materialknappheit, Auftragseingängen, Produktion und Preisen in der Industrie verdeutlicht die aktuelle Situation und stellt sie vergangenen Konjunkturzyklen gegenüber. Grundlage der Analyse sind Konjunktur- und Preisindizes des Statistischen Bundesamtes und des Bundesamtes für Güterverkehr sowie Umfrageergebnisse unter anderem des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung zur Knappheit von Rohstoffen und Vorprodukten.

Industrieproduktion hält nicht Schritt mit hoher Nachfrage

„Wir beobachten im Verlauf der Corona-Krise, dass die Industrie die Nachfrage nach ihren Produkten immer schwieriger bedienen kann. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe erreichte im Sommer sein Rekordniveau. Seitdem herrscht ein regelrechter Produktionsstau“, sagt Dr. Stefan Linz, Leiter des Referats „Konjunkturindizes, Saisonbereinigung“ und des Autorenteams hinter dem im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbaren Dossier. Eine Ursache der verhaltenen Entwicklung der Industrieproduktion ist die Knappheit von Rohstoffen und Vorprodukten, die in der Produktion benötigt werden. Das Problem der Materialknappheit zeigt sich deutlich in Umfrageergebnissen des ifo Instituts unter Produktionsbetrieben. Ebenso spiegelt es sich in den Einfuhr- und Erzeugerpreisindizes für Vorleistungsgüter, wie die Datenanalysen des Autorenteams zeigen.

Materialmangel ist in der Industrie ein wiederkehrendes Phänomen. Allerdings ist er selten so ausgeprägt und schlägt sich selten derart deutlich im Auftragsbestand nieder wie in der aktuellen, von der Corona-Krise beeinflussten Situation.

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe auf Rekordhoch

Dass die deutsche Industrie aktuell mit der Bearbeitung offener Aufträge nicht nachkommt, zeigt der Blick auf den Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe. Seit Beginn der Zeitreihe war dieser noch nie so hoch wie im September 2021. Bei gleichbleibendem Umsatz wären 7,4 Monate erforderlich, um alleine die bestehenden Aufträge abzuarbeiten – ein Rekordwert seit Einführung der Statistik im Januar 2015. Zum Vergleich: Im Februar 2020, also unmittelbar vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, hatte die Reichweite des Auftragsbestands nur bei 5,9 Monaten gelegen. Besonders ausgeprägt ist der Auftragsüberhang im Maschinenbau, hier sind die Auftragseingänge aus dem Ausland bis zuletzt stark angestiegen.

Folge der Materialknappheit sind stark steigende Preise für Vorprodukte

Eine Folge der Materialknappheit sind außergewöhnlich starke Preisanstiege bei Vorprodukten. Die Unternehmen sehen sich einer immer stärkeren Preisdynamik ausgesetzt. So waren im Oktober 2021 die Preise für Vorleistungsgüter im Import um 22,1 % höher als im Vorjahr, in der inländischen Erzeugung um 18,1 %. Den höchsten Einfluss auf die Erzeugerpreisentwicklung für Vorleistungsgüter hatten Metalle mit einem Plus von 37,8 %. Hier stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 56,4 %. Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 29,8 % mehr, Aluminium in Rohform war 67,4 % teurer. Auch viele andere für die Industrieproduktion wichtige Vorleistungsgüter unterlagen zuletzt starken Preissteigerungen. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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