KfW-Konjunkturkompass: Deutsche Wirtschaft vor schwierigem Winter

Lieferengpässe, Energiekosten und vierte COVID-Welle belasten lt. KfW die Konjunktur im Winterhalbjahr 2021/2022. Für das kommende Jahr erwartet KfW Research mit 4,4 % ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum als 2021 mit 2,6 %.

KfW, Pressemitteilung vom 30.11.2021

  • Lieferengpässe, Energiekosten und vierte COVID-Welle belasten Konjunktur im Winterhalbjahr
  • Wachstumsschub ab kommendem Frühjahr
  • KfW Research erwartet für 2022 Anstieg des deutschen BIP um 4,4 % nach 2,6 % im Jahr 2021
  • BIP-Wachstum in der Eurozone 2021 bei 5,0 % und 2022 bei 4,2 %
  • Omikron-Variante noch schwer kalkulierbares Risiko

Aufholeffekte bei den kontaktintensiven Dienstleistungen sorgten trotz hartnäckiger Angebotsengpässe in der Industrie für ein kräftiges deutsches Wachstum von 1,7 % im dritten Quartal. Doch nun steht der Wirtschaft ein schwieriger Winter bevor: Der steile Energiepreisanstieg dämpft die private Kaufkraft und belastet die Unternehmen kostenseitig. Gleichzeitig halten sich die Materialengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten sowie die Störungen im globalen Transportsystem hartnäckig. Angesichts unzureichender Impffortschritte türmt sich zu alledem die vierte Welle der Corona-Neuinfektionen mit Beginn der kalten Jahreszeit auf immer neue Höchststände auf. Regeln zur Eindämmung und eine freiwillige Zurückhaltung beim sozialen Konsum aus Angst vor Ansteckungen dürften die Umsätze vieler Unternehmen im kontaktintensiven Dienstleistungsbereich sowie im stationären Einzelhandel nun wieder belasten. In der Folge wird die Wirtschaft im begonnenen Winterhalbjahr 2021/2022 kaum über eine Stagnation hinauskommen, vorübergehend kann sie sogar etwas schrumpfen. Bei mehr oder weniger gleichzeitiger Entspannung bei Materialengpässen und Pandemielage wird es dann ab dem Frühling 2022 aber zu einem kräftigen Schub beim Quartalswachstum kommen. Für das kommende Jahr erwartet KfW Research mit 4,4 % (Vorprognose: 4,2 %) ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum als 2021 mit 2,6 % (Vorprognose: 3,0 %; alle Raten preisbereinigt).

„Ein Teil des Wachstums verlagert sich in das kommende Jahr und das deutsche Bruttoinlandsprodukt bleibt in diesem Jahr noch leicht, um gut ein Prozent, hinter dem Vorkrisenniveau im vierten Quartal 2019 zurück“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW beim Pressegespräch zum Konjunkturausblick 2022 in Frankfurt. „Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Ihr Vorkrisenniveau wird die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2022 übertreffen – und zwar recht schnell und deutlich, sobald sich die hemmenden Faktoren lösen.“

Die Schere zwischen Nachfrage und Angebot in der Industrie hat sich seit Mitte 2020 immer weiter geöffnet: Aktuell ist der monatliche Eingang an neuen Aufträgen im Verarbeitenden Gewerbe knapp 9 % höher als im Februar 2020, dem letzten Monat vor Beginn der coronabedingten Einschränkungen. Demgegenüber fällt die Produktion infolge der gravierenden Materialengpässe immer weiter zurück und liegt inzwischen um gut 11 % unter dem Vorkrisenniveau. Der seit Januar 2015 erhobene Bestand an unerledigten Aufträgen im Verarbeitenden Gewerbe wächst deshalb schon seit Anfang 2021 im Monatsrhythmus auf immer neue Rekordstände an. „Mit dem Abarbeiten dieses enormen Auftragsstaus ist im Verlauf von 2022 ein neuer Wachstumsschub absehbar, sobald die Materialknappheiten nachlassen“, erläutert Köhler-Geib. Mit der Eindämmung der vierten Welle der Pandemie werde zudem die Konsumnachfrage im Verlauf von 2022 wieder anziehen, zumal die privaten Haushalte über erhebliche Überersparnisse verfügen würden, mit denen sie auch energiepreisbedingte Kaufkraftverluste zumindest abfedern könnten. So lag die Sparquote vom ersten Quartal 2020 bis zum dritten Quartal 2021 im Schnitt um 5,8 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der zehn Jahre zuvor, was einer Überersparnis von zusammengenommen 208 Mrd. Euro oder 6,2 % des BIP im Jahr 2020 entspricht.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone wuchs im dritten Quartal 2021 mit 2,2 % gegenüber dem Vorquartal noch kräftiger als das deutsche BIP. Das starke Comeback der Dienstleistungen – vor allem des Gastgewerbes und anderer kontaktintensiver Branchen wie etwa Veranstaltungen – gab der Wirtschaftsleistung der Eurozone einen kräftigen Schub. Zugleich belasteten die Materialengpässe die Produktion weniger als in Deutschland mit seinem überdurchschnittlich hohen Industrieanteil einschließlich der besonders unter dem Chipmangel leidenden Autoindustrie. Für die Eurozone insgesamt ist das Vorkrisenniveau zum Greifen nah, es fehlen noch 0,5 %. Die weitere Erholung wird von einer unguten Kombination aus der rapiden Verteuerung von Energie, anhaltenden Materialengpässen und lokalen Infektionswellen unterschiedlicher Stärke ausgebremst. In Südeuropa erscheint die Pandemielage relativ stabil und dank hoher Impfquoten gut beherrschbar. Hingegen ist die Dynamik der Fallzahlen in Deutschland und weiteren Ländern vor allem Nord-, Mittel- und Osteuropas hoch. Verschärfungen der Maßnahmen könnten hier den sozialen Konsum über den Winter wieder etwas schrumpfen lassen. Das Quartalswachstum in der Eurozone wird deshalb kurzfristig verflachen, bevor es bei verbesserter Pandemielage und rückläufigen Materialengpässen ab dem kommenden Frühling wieder Fahrt aufnimmt. Unterm Strich erwartet KfW Research für die Eurozone im Jahr 2021 ein BIP-Wachstum von 5,0 % (Vorprognose: +4,7 %; technisch begründete Aufwärtsrevision infolge Aktualisierung vergangenheitsbezogener BIP-Daten durch Eurostat). 2022 dürfte das Wirtschaftswachstum 4,2 % (Vorprognose: 4,3 %) erreichen.

Die Corona-Pandemie ist weiterhin das zentrale Risiko für die Konjunktur, wie die neu entdeckte Virusvariante Omikron augenfällig unterstreicht. Köhler-Geib: „Das deutsche Wachstum könnte 2022 zwischen 2,5 und 4 Prozentpunkte niedriger ausfallen als von uns vorhergesagt, falls wieder scharfe Eindämmungsmaßnahmen wie pauschale Lockdowns ergriffen werden müssten und sich im ungünstigsten Fall zudem die Industrieerholung wegen erneuter globaler Angebotsengpässe weiter in die Zukunft verschöbe.“ Allerdings ist gegenwärtig völlig unklar, ob Omikron tatsächlich ansteckender oder im Krankheitsverlauf schwerwiegender ist. Bislang unbeantwortet ist zudem die Frage, ob die bisherigen Impfstoffe deutlich weniger gegen eine Ansteckung schützen. „Insofern ist auch offen, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Krisenszenarien ist. Ebenfalls denkbar ist außerdem, dass Omikron zwar ansteckender aber in den Krankheitsverläufen weit harmloser ist als die bisherigen Varianten, was uns dem Ende der Pandemie sogar ein Stück näherbrächte“, sagt Köhler-Geib.

Quelle: KfW

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IW-Konjunkturprognose: Stop-and-go muss ein Ende haben

Die deutsche Volkswirtschaft konnte sich 2021 nicht so gut entwickeln wie erwartet. Aktuell beeinträchtigen Materialmangel und stark steigende Infektionszahlen die wirtschaftliche Erholung. 2022 wird das BIP um vier Prozent zulegen, zeigt die neue Konjunkturprognose des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 29.11.2021

Die deutsche Volkswirtschaft konnte sich 2021 nicht so gut entwickeln wie erwartet. Aktuell beeinträchtigen Materialmangel und stark steigende Infektionszahlen die wirtschaftliche Erholung. 2022 wird das BIP um vier Prozent zulegen, zeigt die neue Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Hohe Infektionszahlen, Materialengpässe, teure Energie und steigende Verbraucherpreise: Nach wie vor belasten die Pandemie und damit einhergehende Transport- und Produktionsprobleme die Wirtschaft. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht in seiner aktuellen Konjunkturprognose gleichwohl davon aus, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um knapp vier Prozent wachsen wird – nach nur 2 ½ Prozent in diesem Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass die bestehenden Materialknappheiten im Jahresverlauf gedeckt werden und rasche Impffortschritte erzielt werden. Nur so gewinnen Konsum und Investitionen wieder an Fahrt.

Inflation sinkt

Lieferengpässe und hohe Energie- und Rohstoffpreise haben die Produktionskosten der Unternehmen und damit auch die Inflationsrate nach oben getrieben. In diesem Jahr werden die Verbraucherpreise um rund drei Prozent ansteigen. Für 2022 rechnen die IW-Konjunkturforscher mit einer niedrigeren Inflation von knapp 2 ½ Prozent. Und auch die Probleme am Arbeitsmarkt dürften im kommenden Jahr überwunden werden: Vieles deutet sogar darauf hin, dass die Zahl der Erwerbstätigen den Vorkrisenstand übertreffen wird. Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich von 5 ¾ Prozent auf 5 ¼ Prozent sinken.

Staat sollte eine Impfpflicht in Betracht ziehen

Entscheidend für die Entwicklung ist aber, ob das ständige Stop-and-go des Wirtschaftslebens 2022 endlich ein Ende findet. Erneute Lockdowns gilt es unbedingt zu vermeiden. Wie schon im Frühjahr dieses Jahres liegt die Lösung in einem raschen Impffortschritt – die Zahl der Erstimpfungen muss steigen und das Nachimpfen effektiv laufen. „Die Impfkampagne läuft nun seit einem knappen Jahr und trotzdem befinden wir uns in der gleichen Situation wie im vergangenen Winter“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. „Die kleine Gruppe der Ungeimpften gibt in Deutschland momentan den Takt vor. Wir nehmen in Kauf, dass andere Freiheitsrechte erneut massiv eingeschränkt werden müssen. Das ist nicht akzeptabel.“ Der Staat habe gehofft, auch ohne Impfpflicht eine Immunisierung der Bevölkerung zu erreichen. Das sei nicht passiert. „Die geschäftsführende Regierung und die Ampelkoalitionäre sollten schnellstmöglich klären, ob und in welchem Umfang eine Impfpflicht in Frage kommt“, so Hüther.

Quelle: IW Köln

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Corona-Pandemie: Digitalisierungsschub kleiner als gedacht

Der vielzitierte Digitalisierungsschub durch Corona fand bisher nur an der Oberfläche statt, zeigt eine neue Studie des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 30.11.2021

Der vielzitierte Digitalisierungsschub durch Corona fand bisher nur an der Oberfläche statt, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Der große Wurf blieb bislang aus – vor allem, weil viele Unternehmen in der Krise das Risiko scheuen.

Die Corona-Pandemie hat auch positive Seiten, das ist unstrittig: Sie hat viele Bereiche digitaler gemacht, mobilem Arbeiten zum Durchbruch verholfen, Geld und CO2 für verzichtbare Dienstreisen eingespart. Trotzdem findet der vielzitierte Digitalisierungsschub durch die Pandemie nur an der Oberfläche statt, zeigt eine neue IW-Studie: So haben zwar mehr Menschen Zugang zu Internet-Anschlüssen mit einer Kapazität von 1.000 Mbit je Sekunde, mehr Unternehmen haben ihre Prozesse digitalisiert, mehr Start-ups haben digitale Impulse gesetzt: Die Zahl der Gründungen mit digitalem Geschäftsmodell stieg von 2.111 im Jahr 2019 auf 2.658 im Jahr 2020. Bei digitalen Produkten besteht dagegen noch viel Potenzial.

Unternehmer scheuen radikalen Umbau

Die IW-Wissenschaftler haben für die Studie einen Index entwickelt, der den Digitalisierungsfortschritt in verschiedenen Bereichen untersucht, beispielsweise in der Forschung und auf Unternehmensebene. Für die mäßige Entwicklung sei vor allem die Unsicherheit verantwortlich, die mit der Pandemie einhergeht, so die Studienautoren Jan Büchel und Barbara Engels: Viele Unternehmen hätten vor allem dort digitalisiert, wo es überlebenswichtig war oder mit geringem Risiko einherging, beispielsweise im Bereich der Prozesse. Größere digitale Geschäftsmodelle und innovative Projekte wurden dagegen gestoppt, oft auch aus Kostengründen.

Chancen möglichst früh nutzen

Immerhin haben sich die Rahmenbedingungen für die Digitalisierung der Wirtschaft insgesamt verbessert. „Jetzt braucht es auch den Mut der Unternehmerinnen und Unternehmer, digitaler zu werden – je früher, desto besser“, sagt IW-Studienautorin Barbara Engels.

Quelle: IW Köln

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Deutsche Wirtschaft wird digitaler

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr digitaler geworden. Dies zeigt der am 30.11.2021 vom BMWi veröffentlichte Digitalisierungsindex.

BMWi, Pressemitteilung vom 30.11.2021

Digitalisierungsindex zeigt deutliche Fortschritte und steigt auf 108 Punkte

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr digitaler geworden. Dies zeigt der am 30.11.2021 veröffentlichte Digitalisierungsindex. Der Index ist um 8 Punkte auf 108 Punkte gestiegen. Treiber der Digitalisierung waren vor allem verbesserte Rahmenbedingungen, also unternehmensexterne Faktoren wie die technische Infrastruktur. Die Coronapandemie hat zudem zu einem „Homeoffice-Schub“ geführt, einer Digitalisierung der Prozesse in Unternehmen. So sind heute zum Beispiel der Informationsaustausch zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen und die Vernetzung mit anderen Unternehmen digitaler als noch vor einem Jahr.

Am weitesten fortgeschritten bei der Digitalisierung ist die Informations- und Kommunikationsbranche (IKT). Großunternehmen (mit mehr als 249 Beschäftigten) weisen einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad als mittelständische (50-249 Beschäftigte) und kleine Unternehmen (1-49 Beschäftigte) auf. Auch regional gibt es deutliche Unterschiede – der Süden ist sehr gut aufgestellt, der Osten hat noch Potenzial. Insbesondere ländliche Räume haben den größten Aufholbedarf.

Der Digitalisierungsindex wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie entwickelt und 2021 das zweite Jahr in Folge erhoben. Grundlage der Befragung der Unternehmen zum Stand ihrer internen Digitalisierung ist das sogenannte Reifegradmodell. Dabei werden die unternehmensinternen Aktivitäten anhand der Kategorien Prozesse, Produkte, Geschäftsmodelle, Qualifizierung sowie Forschungs- und Innovationstätigkeit einer detaillierten Analyse unterzogen. Ergänzend betrachtet werden außerdem unternehmensexterne Einflussfaktoren anhand der Kategorien technische Infrastruktur, administrativ-rechtliche Rahmenbedingungen, Gesellschaft, Humankapital und Innovationslandschaft.

Die nächsten Ergebnisse für den Digitalisierungsindex werden im Herbst 2022 vorliegen. Das Projekt „Messung des Digitalisierungsgrades der deutschen Wirtschaft“ wird von einem Projektkonsortium, bestehend aus dem ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim (Konsortialführer), dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH, dem Forschungsinstitut für Rationalisierung e.V. an der RWTH Aachen und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. durchgeführt.

Quelle: BMWi

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Inflationsrate im November 2021 voraussichtlich +5,2 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im November 2021 voraussichtlich +5,2 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Oktober 2021 voraussichtlich um 0,2 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.11.2021

Verbraucherpreisindex, November 2021:
+5,2 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
-0,2 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, November 2021:
+6,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,3 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im November 2021 voraussichtlich +5,2 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Oktober 2021 voraussichtlich um 0,2 %.

Die hohen Inflationsraten seit Juli 2021 haben eine Reihe von Gründen, darunter Basiseffekte durch niedrige Preise im Jahr 2020. Hier wirken sich insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze und der Preisverfall der Mineralölprodukte erhöhend auf die Gesamtteuerung aus. Hinzu kommen neben den üblichen Marktentwicklungen die Einführung der CO2-Bepreisung seit Januar 2021 sowie krisenbedingte Effekte, wie die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die sich vorerst nur teilweise und abgeschwächt im Verbraucherpreisindex und in der Inflationsrate niederschlagen.

Die endgültigen Ergebnisse für November 2021 werden am 10. Dezember 2021 veröffentlicht.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Materialmangel in der Industrie verstärkt

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich im November verstärkt. 74,4 Prozent der Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als im Oktober, wie aus einer Umfrage des ifo Instituts hervorgeht.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 29.11.2021

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich im November verstärkt. 74,4 Prozent der Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als im Oktober, wie aus einer Umfrage des ifo Instituts hervorgeht. „Die erhoffte Entspannung ist ausgeblieben“, sagt der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Ein Ende der Flaschenhals-Rezession in der Industrie ist nicht in Sicht.“

In nahezu allen Branchen ist die Anzahl der Unternehmen mit Beschaffungsproblemen gestiegen. Einzige Ausnahme sind die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Dort sank der Anteil auf hohem Niveau von 90 auf 85 Prozent. Damit zählt die Branche aber auch weiterhin zu den am stärksten betroffenen. Dazu gehört auch der Maschinenbau mit 86 Prozent sowie die Autoindustrie mit 88 Prozent. Am unteren Ende stehen die Getränkehersteller. Dort berichteten 40 Prozent der Unternehmen von Engpässen.

Die weiterhin angespannte Lage bei der Beschaffung bei gleichzeitig sehr gutem Auftragsbestand bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Preisentwicklung. „Noch nie haben so viele Unternehmen angekündigt, ihre Preise zu erhöhen“, ergänzt Wohlrabe.

Quelle: ifo Institut

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So viele Firmen wie nie zuvor wollen Preise erhöhen

Derzeit wollen so viel Firmen in Deutschland ihre Preise erhöhen wie nie zuvor. Der Index der ifo-Preiserwartungen ist auf 45 Punkte gestiegen, einen neuen Rekordwert seit dem Beginn der Umfragen. Im Vormonat lag der Wert bei 41 Punkten.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.11.2021

Derzeit wollen so viel Firmen in Deutschland ihre Preise erhöhen wie nie zuvor. Der Index der ifo-Preiserwartungen ist auf 45 Punkte gestiegen, einen neuen Rekordwert seit dem Beginn der Umfragen. Im Vormonat lag der Wert bei 41 Punkten. Das ifo Institut fragt dabei Firmen nach Plänen für Preiserhöhungen in den kommenden drei Monaten. „Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen für die Verbraucherpreise“, sagt der Leiter der ifo Konjunkturprognosen, Timo Wollmershäuser. „Bis Ende dieses Jahres dürfte die Inflationsrate bis auf knapp 5 Prozent steigen und auch im kommenden Jahr zunächst spürbar über 3 Prozent liegen. Im Schnitt erwarten wir nun eine Inflationsrate von 3 Prozent in diesem Jahr und zweieinhalb bis 3 Prozent im Jahr 2022.“

Die Rekorde ziehen sich durch alle Wirtschaftszweige. Im Handel liegen die Preiserwartungen bei 65 Saldenpunkten, gefolgt von der Industrie mit 56. Im Baugewerbe wurde ein Wert von 44 erreicht. Der geringste Wert mit 32 Saldenpunkten wurde bei den Dienstleistern gemessen. Dennoch stellt das auch für diesen Wirtschaftszweig einen Rekordwert dar.

Ursache für den Anstieg der Preiserwartungen sind kräftige Preisschübe bei Vorprodukten und Rohstoffen, die Hersteller und Händler nun an ihre Kunden weitergeben wollen. Der weitere Verlauf dieser Kostensteigerungen stellt derzeit das größte Risiko für die mittelfristige Inflationsentwicklung dar. Sollten sich die Lieferengpässe fortsetzen, könnten die Preisanstiege bei Vorprodukten und Rohstoffen weiter hoch bleiben. Zudem könnte in die anstehenden Tarifabschlüsse ein Ausgleich für die hohen Kaufkraftverluste der Arbeitnehmer*innen einfließen und somit einen weiteren Kostenschub bei den Unternehmen verursachen.

Die Saldenwerte bei den Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen die Preise erhöhen wollen, abzüglich jenes Prozentwertes an Unternehmen, die ihre Preise senken wollen. Neutrale Antworten bleiben unberücksichtigt. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

Quelle: ifo Institut

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Importpreise im Oktober 2021: +21,7 % gegenüber Oktober 2020

Die Importpreise waren im Oktober 2021 um 21,7 % höher als im Oktober 2020. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im September 2021 bei +17,7 % gelegen, im August 2021 bei +16,5 %. Gegenüber dem Vormonat September 2021 stiegen die Importpreise im Oktober 2021 um 3,8 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 26.11.2021

Importpreise, Oktober 2021

  • +3,8 % zum Vormonat
  • +21,7 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Oktober 2021

  • +1,4 % zum Vormonat
  • +9,5 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im Oktober 2021 um 21,7 % höher als im Oktober 2020. Eine ähnlich hohe Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Januar 1980 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+21,8 %, gegenüber Januar 1979). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im September 2021 bei +17,7 % gelegen, im August 2021 bei +16,5 %. Gegenüber dem Vormonat September 2021 stiegen die Importpreise im Oktober 2021 um 3,8 %.

Starker Preisanstieg nach wie vor insbesondere auf Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im Oktober 2021 um 141,0 % teurer als im Oktober 2020. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist insbesondere durch die stark gestiegenen Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im Oktober 2021 fast dreimal so hoch wie im Oktober 2020 (+193,9 %). Auch die Einfuhrpreise für Erdöl und Steinkohle haben sich verdoppelt beziehungsweise verdreifacht: Erdöl war im Oktober 2021 im Vorjahresvergleich um 105,9 % teurer, importierte Steinkohle sogar um 213,2 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Oktober 2021 um 11,2 % höher als im Oktober 2020 und 1,2 % höher als im Vormonat September 2021. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 17,5 % über dem Stand des Vorjahres (+3,0 % gegenüber September 2021).

Höhere Preise im Vorjahresvergleich auch bei Erzen, Metallen, Kunststoffen, Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Holz- und Holzwaren

Die Entwicklung der Preise für importierte Vorleistungsgüter hatte ebenfalls einen sehr großen Einfluss auf die Entwicklung des Gesamteinfuhrpreisindex, wenn auch deutlich weniger als die der Energiepreise. Vorleistungsgüter wurden im Oktober 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu 22,1 % höheren Preisen importiert. Düngemittel und Stickstoffverbindungen verteuerten sich infolge der Energiepreisentwicklung binnen Jahresfrist um 123,3 % (+25,2 % gegenüber September 2021). Gegenüber Oktober 2020 verteuerten sich außerdem vor allem Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+60,8 %), Rohaluminium (+59,6 %), Rohkupfer (+47,1 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+41,5 %).

Die Preise für Eisenerze lagen im Oktober 2021 um 20,9 % über denen von Oktober 2020, verbilligten sich aber im Vormonatsvergleich zum zweiten Mal nennenswert (-19,3 % gegenüber September 2021). Die Preise für gesägtes und gehobeltes Holz waren im Vorjahresvergleich 58,8 % höher, sind aber im Vormonatsvergleich erstmals seit Februar 2020 gesunken (-2,1 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Oktober 2021 um 3,4 % über denen von Oktober 2020. Teurer waren unter anderem Notebooks (+9,4 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+3,0 %). Dagegen sanken die Preise für Tablets im Vorjahresvergleich um 0,7 %.

Importierte Verbrauchsgüter waren im Oktober 2021 binnen Jahresfrist 4,0 % teurer, Gebrauchsgüter 3,7 %.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 15,5 % über denen von Oktober 2020. Während sich insbesondere Rohkaffee (+60,8 %) und Getreide (+32,5 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert (-15,9 %).

Veränderungen der Exportpreise im Oktober 2021

Der Index der Exportpreise lag im Oktober 2021 um 9,5 % über dem Stand von Oktober 2020. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Januar 1975 gegeben (+10,5 % gegenüber Januar 1974). Im September 2021 und im August 2021 hatte die Jahresveränderungsrate bei +8,1 % beziehungsweise bei +7,2 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat September 2021 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 1,4 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 3. Quartal 2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das BIP im 3. Quartal 2021 gegenüber dem 2. Quartal 2021 um 1,7 % gestiegen. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft im Sommer weiter fort, nachdem das BIP im 2. Quartal 2021 bereits um 2,0 % gewachsen war.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 25.11.2021

Erholung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort – Wirtschaftsleistung noch 1,1 % unter Vorkrisenniveau

Bruttoinlandsprodukt, 3. Quartal 2021

  • 1,7 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
  • 2,5 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
  • 2,5 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2021 gegenüber dem 2. Quartal 2021 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 1,7 % gestiegen. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft im Sommer weiter fort, nachdem das BIP im 2. Quartal 2021 bereits um 2,0 % gewachsen war (revidiertes Ergebnis nach neuesten Berechnungen). Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fiel der Zuwachs im 3. Quartal 2021 um 0,1 Prozentpunkte niedriger aus als in der Schnellmeldung am 29. Oktober 2021 berichtet. Gegenüber dem 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise, war die Wirtschaftsleistung noch 1,1 % geringer.

Private Konsumausgaben stützen Wachstum

Nachdem im 2. Quartal 2021 die inländische Nachfrage in fast allen Bereichen kräftige Zuwächse verzeichnete, traf dies im 3. Quartal 2021 lediglich für den privaten Konsum zu: Dieser stieg mit +6,2 % (preis-, saison- und kalenderbereinigt) deutlich gegenüber dem Vorquartal. Der Staat reduzierte hingegen seine Konsumausgaben um 2,2 %. Im 3. Quartal 2021 wurde auch weniger investiert als im 2. Quartal: Die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – sanken preis-, saison- und kalenderbereinigt um 3,7 %, die Bauinvestitionen um 2,3 %.

Der Handel mit dem Ausland nahm im Vorquartalsvergleich ab: Im 3. Quartal 2021 wurden preis-, saison- und kalenderbereinigt 1,0 % weniger Waren und Dienstleistungen exportiert als im 2. Quartal 2021. Die Importe sanken im Vorquartalsvergleich mit 0,6 % insgesamt etwas weniger, da den ersten Berechnungen zufolge deutlich mehr Dienstleistungen importiert wurden als im Vorquartal.

Bruttowertschöpfung in Dienstleistungsbereichen im Plus, in der Industrie im Minus

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im 3. Quartal 2021 um 1,9 %. Dabei zeigte sich bezogen auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche ein zweigeteiltes Bild: Während die Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe (-2,2 %) und im Baugewerbe (-1,2 %) gegenüber dem 2. Quartal 2021 zurückging, gab es in den meisten Dienstleistungsbereichen deutliche Anzeichen einer Erholung. Vor allem die Bruttowertschöpfung im Bereich Sonstige Dienstleister, zu dem unter anderem die Bereiche Unterhaltung und Erholung zählen, nahm mit +13,5 % merklich zu. Auch die Bereiche Handel, Verkehr, Gastgewerbe (+5,3 %), Unternehmensdienstleister (+3,4 %) sowie Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+3,1 %) verzeichneten kräftige Zuwächse.

Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Vorjahresvergleich

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 3. Quartal 2021 preisbereinigt um 2,5 % höher als im 3. Quartal 2020 (auch preis- und kalenderbereinigt). Der Aufholprozess nach den historischen Rückgängen 2020 setzte sich somit abgeschwächt fort: Im 2. Quartal war das BIP im Vorjahresvergleich zweistellig um revidiert 10,4 % gestiegen.

In- und ausländische Nachfrage über Vorjahresniveau, Ausrüstungsinvestitionen rückläufig

Im Vorjahresvergleich legte die inländische Nachfrage im 3. Quartal 2021 nochmals zu, auch wenn kräftige Preisanstiege, unter anderem aufgrund des vorübergehend reduzierten Mehrwertsteuersatzes im 2. Halbjahr 2020, die Aufholeffekte dämpften: Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 1,6 %, die staatlichen Konsumausgaben um 2,2 % höher als vor einem Jahr. Vor allem für Reisen gaben die Menschen wieder deutlich mehr aus. Auch die Bauinvestitionen verzeichneten einen Zuwachs von 2,0 %, insbesondere in Wohnbauten wurde deutlich mehr investiert. Die Investitionen in Ausrüstungen gingen dagegen um 1,9 % zurück.

Der Handel mit dem Ausland nahm im Vergleich zum Vorjahr zu: Im 3. Quartal 2021 wurden preisbereinigt 5,5 % mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im Vorjahresquartal. Die Importe nahmen im selben Zeitraum mit +8,9 % noch stärker zu. Dafür sorgten vor allem die stark gestiegenen Dienstleistungsimporte, insbesondere die Reiseausgaben der privaten Haushalte im Ausland.

Bruttowertschöpfung im Vorjahresvergleich in fast allen Wirtschaftsbereichen gestiegen

Die Wirtschaftsleistung nahm im 3. Quartal 2021 gegenüber dem 3. Quartal 2020 in fast allen Wirtschaftsbereichen zu. Die Erholung aus dem 2. Quartal hat sich aber in den meisten Bereichen deutlich abgeflacht. Den größten Anstieg der preisbereinigten Bruttowertschöpfung gab es mit +6,1 % bei den Unternehmensdienstleistern. Auch in den Bereichen Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+2,9 %) und Handel, Verkehr, Gastgewerbe (+2,8 %) ging es weiter aufwärts, wobei das Plus in den Teilbereichen Gastgewerbe und Verkehr im Vorjahresvergleich noch deutlicher ausfiel. Im Baugewerbe (+3,5 %) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (+2,6 %) nahm die Bruttowertschöpfung gegenüber dem Vorjahresquartal ebenfalls zu.

Insgesamt lag die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im 3. Quartal 2021 um 2,6 % über dem Niveau des 3. Quartals 2020.

Erwerbstätigenzahl gestiegen, aber noch unter Vorkrisenniveau

Die Wirtschaftsleistung wurde im 3. Quartal 2021 von rund 45,1 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Damit stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum 3. Quartal 2020 um 267 000 Personen beziehungsweise 0,6 %. Sie liegt zwar weiterhin unter dem Vorkrisenniveau, es ist aber ein deutlicher Aufwärtstrend der Erwerbstätigkeit zu erkennen (siehe Pressemitteilung 524/21 vom 16. November 2021).

Die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person erhöhte sich nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 3. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,8 %. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen – erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 2,4 %. Diese Entwicklung geht mit dem starken Rückgang im Vorjahresquartal einher (sogenannter Basiseffekt). Zudem zeigt sich hier die sinkende Inanspruchnahme von Kurzarbeit, die sich zwar nicht in der Zahl der Erwerbstätigen, aber in der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden niederschlägt.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde – nahm nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,1 % zu. Je Erwerbstätigen war sie um 1,9 % höher als im 3. Quartal 2020.

Sparquote im Vorjahresvergleich rückläufig

In jeweiligen Preisen gerechnet war das BIP im 3. Quartal 2021 um 7,1 % und das Bruttonationaleinkommen um 7,6 % höher als ein Jahr zuvor. Der Unterschied zum preisbereinigten BIP erklärt sich vor allem durch starke Preissteigerungen, die zum Teil auf den niedrigeren Mehrwertsteuersatz im 3. Quartal 2020 zurückzuführen sind. Das Volkseinkommen stieg um 6,8 %. Während das Arbeitnehmerentgelt um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr anstieg, verzeichneten die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach ersten vorläufigen Berechnungen ein starkes Plus von 12,8 %. Im Vorjahresquartal war das Arbeitnehmerentgelt mit -0,7 % allerdings auch deutlich schwächer zurückgegangen als die Unternehmens- und Vermögenseinkommen mit -7,4 %.

Die durchschnittlichen Brutto- sowie Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer nahmen merklich um jeweils 3,8 % zu. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf den starken Rückgang der Kurzarbeit zurückzuführen. Bei gleichzeitig deutlichem Anstieg der Erwerbstätigkeit stiegen die Brutto- sowie die Nettolöhne und -gehälter insgesamt im 3. Quartal 2021 sogar um 4,6 %. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte war 2,7 % höher als vor einem Jahr. Die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen stiegen gleichzeitig um 5,5 %. Die im Verhältnis zum Anstieg des verfügbaren Einkommens stärkere Ausweitung der privaten Konsumausgaben führte dazu, dass die privaten Haushalte nun weniger sparten als im Vorjahresquartal. Nach vorläufigen Berechnungen ergibt sich für das 3. Quartal 2021 eine Sparquote von 10,7 %, nach 16,3 % im Vorquartal und 13,1 % im 3. Quartal 2020. Damit liegt die Sparneigung trotz des Rückgangs noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Internationaler und europäischer Vergleich

In den anderen großen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) hat die Wirtschaft im 3. Quartal 2021 noch etwas stärker zugelegt als in Deutschland: So stieg das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im Vergleich zum 2. Quartal 2021 in Frankreich um 3,0 %, in Italien um 2,6 % und in Spanien um 2,0 %. Für die EU insgesamt meldete das europäische Statistikamt Eurostat nach vorläufigen Berechnungen einen BIP-Anstieg um 2,1 % gegenüber dem Vorquartal. Die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten wuchs im 3. Quartal 2021 dagegen mit umgerechnet +0,5 % weniger stark als das deutsche BIP (+1,7 %).

Auch im Vorjahresvergleich liegen die BIP-Wachstumsraten der meisten EU-Mitgliedstaaten höher als in Deutschland. Italien (+3,8 %), Frankreich (+3,3 %) und Spanien (+2,7 %) verzeichneten jeweils ein stärkeres preis-, saison- und kalenderbereinigtes Wirtschaftswachstum im Vergleich zum 3. Quartal 2020 als Deutschland (+2,6 %). Für die EU insgesamt gab Eurostat ein vorläufiges Ergebnis von +3,9 % gegenüber dem Vorjahresquartal bekannt. Die Vereinigten Staaten meldeten einen Anstieg des BIP von 4,9 %. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Vierte Welle und Inflation setzen Konsumklima zu

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland verschlechtert sich im November spürbar. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung verzeichnen zum Teil deutliche Einbußen. Da auch die Sparneigung ansteigt, prognostiziert GfK für das Konsumklima für Dezember -1,6 Punkte und damit 2,6 Punkte weniger als im November dieses Jahres.

GfK, Pressemitteilung vom 25.11.2021

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland verschlechtert sich im November spürbar. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung verzeichnen zum Teil deutliche Einbußen. Da auch die Sparneigung ansteigt, prognostiziert GfK für das Konsumklima für Dezember -1,6 Punkte und damit 2,6 Punkte weniger als im November dieses Jahres (revidiert 1,0 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für November 2021.

Nach zwei Anstiegen in Folge muss das Konsumklima wieder spürbare Einbußen hinnehmen und sinkt auf den niedrigsten Wert seit einem halben Jahr. Im Juni dieses Jahres wurden -6,9 Punkte gemessen.

„Das Konsumklima wird gegenwärtig von zwei Seiten in die Zange genommen. Da ist zum einen die vierte Welle der Corona-Pandemie mit explodierenden Inzidenzen, einer drohenden Überbelastung des Gesundheitswesens und der Furcht vor weiteren Einschränkungen. Zum anderen lässt eine hohe Inflationsrate von derzeit gut vier Prozent die Kaufkraft der Verbraucher dahinschmelzen“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Dies dämpft die Aussichten für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft etwas.“

Konjunkturstimmung trübt sich ein

Die Konjunkturaussichten der Verbraucher trüben sich weiter ein. Zum zweiten Mal in Folge erleidet der Indikator Konjunkturerwartung Verluste und sinkt mit einem Minus von 15,6 Zählern auf 31 Punkte. Damit liegt er jedoch noch immer mehr als 31 Punkte über seinem entsprechenden Vorjahreswert.

Die Erholung der deutschen Wirtschaft kommt ins Stottern. Dies liegt vor allem an unterbrochenen Lieferketten. Fehlende Halbleiter führen unter anderem bei Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten und Pkw dazu, dass die Produktion gedrosselt oder komplett gestoppt werden muss. Und dies beeinträchtigt das Wirtschaftswachstum. So wurden auch die Wachstumsaussichten für dieses Jahr auf 2,7 Prozent zurückgenommen.

Einkommensaussichten spürbar gedämpfter

Nach den starken Verlusten im Vormonat erleidet der Indikator Einkommenserwartung im November erneut Einbußen. Mit einem Minus von 10,4 Punkten fallen die Verluste etwas weniger stark aus als im Oktober mit -14,1 Zählern. Aktuell weist die Einkommenserwartung damit einen Wert von 12,9 Punkten aus. Ein geringerer Wert wurde zuletzt mit 9,3 Punkten im April dieses Jahres gemessen.

Der Indikator wird einerseits durch die hohe Inflation und die damit einhergehende Minderung der Kaufkraft von Einkommen sowie andererseits durch die Produktionseinschränkungen aufgrund unterbrochener Lieferketten, die die Furcht vor Kurzarbeit steigen lassen, beeinträchtigt.

Anschaffungsneigung fällt auf Neun-Monats-Tief

Im Sog sinkender Konjunktur- und Einkommensaussichten büßt auch die Anschaffungsneigung im November ein. Der Indikator verliert 9,7 Zähler und weist nun 9,7 Punkte auf. Ein niedrigerer Wert wurde für die Konsumstimmung zuletzt im Februar 2021 mit 7,4 Punkten gemessen. Im Vorjahresvergleich beträgt das Minus nun knapp 21 Punkte.

Quelle: GfK

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