Einzelhandel erwartet Lieferprobleme bis in den Sommer 2022

Die Lieferengpässe im Einzelhandel werden sich bis weit in den Sommer 2022 hinziehen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ifo Instituts.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 09.11.2021

Die Lieferengpässe im Einzelhandel werden sich bis weit in den Sommer 2022 hinziehen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ifo Instituts. Im Schnitt rechnen die Firmen der Branche damit, dass die Engpässe weitere 10 Monate andauern. „Die Produktauswahl wird zu Weihnachten und lange danach eingeschränkt sein“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. Die Fahrradhändler sind am pessimistischsten, sie erwarten 18 Monate Lieferprobleme, die Möbelhändler 12,5 Monate. Die Spielzeugeinzelhändler gehen von rund 11 Monaten aus, die Baumärkte von 10,3 Monaten.

Insgesamt allerdings ist die Zahl der Firmen mit Nachschubproblemen etwas zurückgegangen, von 74 auf 60 Prozent. Bei den Fahrradhändlern sank die Zahl von 100 auf 89,6 Prozent, bei den Baumärkten von 98,9 auf 83,5 Prozent. „Das sind immer noch enorm hohe Zahlen“, fügt Wohlrabe an. „Die weltweite Logistik ist aus dem Takt. Viele Lieferungen kommen mit deutlichen Verspätungen in Deutschland an“, ergänzte er.

Die Probleme werden sich auch in den Preisen im Weihnachtsgeschäft niederschlagen. Ein Großteil der Unternehmen hat Preiserhöhungen angekündigt.

Quelle: ifo Institut

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im September 2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im September gegenüber dem Vormonat um 1,1 % gesunken. Darauf weist das BMWi hin.

BMWi, Pressemitteilung vom 05.11.2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im September gegenüber dem Vormonat um 1,1 % gesunken. Der Ausstoß in der Industrie ging dabei um 1,5 % zurück, während die Herstellung im Baugewerbe um 1,1 % stieg.

Im Quartalsvergleich kam es im dritten Vierteljahr gegenüber dem zweiten zu einem Produktionsrückgang im Produzierenden Gewerbe von insgesamt 2,4 %. Dabei verzeichneten die Industrie (-2,4 %) und das Baugewerbe (-2,1 %) ähnlich starke Rückgänge.

Nach einem deutlichen Nachlassen der Industrieproduktion im August hat sich die Verringerung des industriellen Ausstoßes im September fortgesetzt. Während der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile seine Produktion um 2,1 % wieder leicht steigern konnte, ging der Ausstoß im ähnlich gewichtigen Maschinenbau um 3,3 % zurück. Auch in anderen Bereichen wie elektrischen Ausrüstungen (-3,3 %) oder Datenverarbeitungsgeräten (-4,3 %) und Metallerzeugnissen (-0,5 %) kam es zu Rückgängen. Damit schlagen sich die bereits seit längerer Zeit anhaltenden Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten auf breiterer Front nieder. Bis zur nachhaltigen Auflösung der Knappheiten bleibt der Ausblick für die Industriekonjunktur somit eingetrübt, wenngleich die Nachfrage auf sehr hohem Niveau verharrt.

Quelle: BMWi

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Unternehmen behaupten sich in schwierigem internationalen Fahrwasser

Die Herausforderungen für deutsche Unternehmen im Ausland sind auch gut anderthalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie zahlreich. Steigende Rohstoffpreise und Reiseeinschränkungen haben die Störungen in den Lieferketten in den vergangenen Monaten nochmals befeuert – hiervon sind aktuell mehr als die Hälfte der international aktiven deutschen Betriebe betroffen. Die Einschätzungen zur internationalen Konjunktur trüben sich daher gegenüber dem Frühjahr leicht ein. Dennoch behaupten sich die deutschen Unternehmen im Ausland und blicken lt. AHK World Business Outlook positiver auf die Entwicklung ihrer eigenen Geschäfte.

DIHK, Mitteilung vom 04.11.2021

Die Herausforderungen für deutsche Unternehmen im Ausland sind auch gut anderthalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie zahlreich. Steigende Rohstoffpreise und Reiseeinschränkungen haben die Störungen in den Lieferketten in den vergangenen Monaten nochmals befeuert – hiervon sind aktuell mehr als die Hälfte der international aktiven deutschen Betriebe betroffen.

Die Einschätzungen zur internationalen Konjunktur trüben sich daher gegenüber dem Frühjahr leicht ein. Dennoch behaupten sich die deutschen Unternehmen im Ausland und blicken positiver auf die Entwicklung ihrer eigenen Geschäfte. Das geht aus dem aktuellen AHK World Business Outlook hervor, der Rückmeldungen von mehr als 3.200 deutschen Unternehmen im Ausland zusammenfasst.

Erwartungen sinken vor allem in China und USA

41 Prozent der Unternehmen weltweit rechnen mit einer besseren Konjunkturentwicklung vor Ort, 17 Prozent mit einer schlechteren. Damit sind die Einschätzungen insgesamt verhaltener als noch in der Vorumfrage – insbesondere in China und Nordamerika. Während im Frühjahr noch 70 Prozent der deutschen Unternehmen in der Volksrepublik von einer besseren Konjunkturentwicklung ausgingen, sind es aktuell nur noch 36 Prozent. In den USA sinkt dieser Wert von 74 auf 50 Prozent. Grund dafür ist, dass die Betriebe in diesen Regionen zuletzt besonders stark mit Herausforderungen wie hohen Rohstoffpreisen und Lieferkettenproblemen zu kämpfen haben.

Vielerorts zeigen sich die Unternehmen jedoch widerstandsfähig, was die eigene Geschäftslage betrifft. Insgesamt bewerten die deutschen Betriebe ihre derzeitige Situation an den internationalen Standorten positiver als im Frühjahr: Weltweit bezeichnen 52 Prozent ihre Lage als gut, nur 11 Prozent bewerten sie als schlecht. Insbesondere in Europa verzeichnen die Unternehmen gute Geschäfte: Davon berichten beispielsweise in Ost- und Südosteuropa 67 Prozent.

Auch mit Blick auf ihre Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten sind die deutschen Unternehmen mehrheitlich optimistischer als zuletzt – entgegen den verhaltenen Konjunkturerwartungen. Über alle Weltregionen hinweg erwarten 56 Prozent bessere, nur 6 Prozent schlechtere Geschäfte. Eine Erklärung für die unterschiedlichen Bewertungen der Geschäfts- und Konjunkturentwicklungen ist, dass die Unternehmen teilweise die Nachteile an einem Standort durch bessere Geschäfte an anderen Standorten ausgleichen können.

Zahlreiche Faktoren erschweren internationale Aktivitäten

Das wirtschaftliche Umfeld für Auslandsgeschäfte wird in vielen Weltregionen schwieriger. Für 44 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland stellen steigende Rohstoffpreise aktuell das größte Risiko für ihr Geschäft dar, gefolgt von wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen wie Steuern, Zöllen oder Sanktionen (40 Prozent). Auch Fachkräfteengpässe gewinnen an Bedeutung – diesen Aspekt nennen nun 37 nach zuvor 29 Prozent.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Weiterhin bestimmen pandemiebedingte Herausforderungen global das Geschäft international aktiver deutscher Unternehmen. So sind aktuell noch immer zwei Drittel der Betriebe von Reiseeinschränkungen betroffen – aus diesem Grund kommen Geschäftsabschlüsse nicht zustande, Montage- und Wartungsarbeiten können nicht durchgeführt werden.

Im Vergleich zur Vorumfrage noch einmal deutlich zugenommen hat auch der Anteil der Unternehmen, die von Problemen in Lieferketten und Logistik berichten – mehr als die Hälfte der Betriebe müssen sich derzeit dieser Herausforderung stellen. Die Folge sind fehlende Waren und Dienstleistungen sowie Produktionsausfälle, die insgesamt einen selbsttragenden, investitionsgetriebenen Aufschwung im internationalen Geschäft verhindern.

Quelle: DIHK

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Kurzarbeit in der Industrie steigt gegen den Trend

Die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland ist im Oktober gesunken auf 504.000 von 580.000 im Vormonat. Das sind noch 1,5 Prozent der Beschäftigten. Gegen den Trend stieg die Kurzarbeit in der Industrie. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. In der Industrie wuchs die Zahl um 20.000 auf 226.000 Beschäftigte (3,3 Prozent).

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.11.2021

Die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland ist im Oktober gesunken auf 504.000 von 580.000* im Vormonat. Das sind noch 1,5 Prozent der Beschäftigten. Gegen den Trend stieg die Kurzarbeit in der Industrie. Das schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. In der Industrie wuchs die Zahl um 20.000 auf 226.000 Beschäftigte (3,3 Prozent). „Der Engpass bei den Vorprodukten würgt die Produktion regelrecht ab. Beim gegenwärtigen Auftragsbestand dürften eigentlich höchstens 10.000 Beschäftigte in der Industrie in Kurzarbeit sein“, sagt Timo Wollmershäuser, der Leiter der ifo-Konjunkturprognosen.

Zunahmen verzeichneten die Autohersteller und ihre Zulieferer von 27.000* auf 33.000 Beschäftigte (3,5 Prozent), die Hersteller von Metallerzeugnissen von 20.000* auf 31.000 (3,8 Prozent) und die Chemiebranche von 15.000 auf 19.000 (2,2 Prozent). Auch in der mit der Industrie verbundenen Branche Verkehr und Lagerei stieg die Kurzarbeit leicht, um 2.000 auf 69.000 Menschen. „Auch hier liegt der Anteil an den Beschäftigten mit 3,7 Prozent deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Schnitt“, sagt Stefan Sauer, Umfrage-Experte beim ifo Institut. Bei den Autohändlern nahm die Kurzarbeit ebenfalls zu, von 8.000* auf 12.000 Beschäftigte (1,8 Prozent).

Im Gastgewerbe dagegen halbierte sich die Kurzarbeit von 63.000* auf 30.000 (2,8 Prozent). Im Großhandel ging sie zurück von 27.000* auf 19.000 (1,3 Prozent), im Einzelhandel von 37.000* auf 20.000 (0,8 Prozent).

Vor Corona lag die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000, im März 2020 sprang sie auf 2,6 Millionen und im April erreichte sie einen Rekordwert von 6 Millionen. Das war eine einzigartige Entwicklung in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands.

* korrigierter Wert

Quelle: ifo Institut

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im September 2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im September gegenüber dem Vormonat um 1,3 % zu, nachdem allerdings im August ein Minus von 8,8 % verzeichnet worden war. Das berichtet das BMWi.

BMWi, Pressemitteilung vom 04.11.2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im September gegenüber dem Vormonat um 1,3 % zu, nachdem allerdings im August ein Minus von 8,8 % verzeichnet worden war. Die Bestellungen von Investitionsgütern verzeichneten einen Anstieg um 3,9 %, während die Produzenten von Vorleistungs- und Konsumgütern Rückgänge um 2,0 % bzw. 1,7 % meldeten. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen nahm das Ordervolumen leicht um 0,2 % zu.

Im dritten Quartal ergab sich gegenüber dem zweiten Quartal ein Auftragszuwachs in Höhe von 1,0 %. Bereinigt um Großaufträge kam es hingegen zu einem Rückgang um 3,6 %.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben ihren seit geraumer Zeit zu beobachtenden Aufwärtstrend zuletzt wieder moderat fortgesetzt. Den Ausschlag hierfür gab die starke Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum (+14,9 %). Die Bestellungen aus dem Inland und aus dem Euroraum waren hingegen rückläufig (-5,9 % bzw. -7,3 %). Die gewichtigen Bereiche Kfz und Maschinenbau legten zuletzt beide deutlich zu (+9,6 % bzw. 12,2 %). Überdurchschnittliche Großaufträge haben bei der Nachfrageentwicklung in den letzten Monaten eine Rolle gespielt. Insgesamt lagen die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe auf hohem Niveau und übertrafen im dritten Quartal ihr Vorkrisenniveau vom vierten Quartal 2019 um gut 13 %.

Quelle: BMWi

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Etwas weniger Materialmangel in der Industrie

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich im Oktober nur geringfügig verbessert. 70,4 Prozent der Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Das sind 7 Prozentpunkte weniger als im September. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 03.11.2021

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich im Oktober nur geringfügig verbessert. 70,4 Prozent der Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Das sind 7 Prozentpunkte weniger als im September. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Von einer Entspannung kann aber nicht gesprochen werden“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Insbesondere, weil die Firmen erwarten, dass die Engpässe bis weit ins neue Jahr bestehen bleiben.“

Der ifo-Umfrage zufolge gehen die Industriefirmen im Durchschnitt davon aus, dass die Probleme noch 8 Monate andauern werden. Die Chemische Industrie erwartet sogar einen Zeitraum von 10 Monaten. Ähnliche Werte berichtet die Automobilbranche. Den kürzesten Zeitraum mit 5,5 Monaten erwartet die Nahrungsmittel-Industrie.

Besonders betroffen sind die Hersteller von Elektrischen Ausrüstungen; 90 Prozent berichten von Problemen bei der Materialbeschaffung. Ein ähnliches Ausmaß hat die Knappheit in der Automobilindustrie. Im Maschinenbau sind es 81 Prozent. Bei den Nahrungsmittelherstellern beträgt der Anteil 51 Prozent. Dieser ist seit dem letzten Monat um 6 Prozentpunkte gestiegen.

In den meisten anderen Branchen hat die Lage sich etwas entspannt. Aufgrund der andauernden Lieferprobleme planen weiterhin viele Unternehmen an der Preisschraube zu drehen. „Wir sehen, wie sich die Preiserhöhungen durch die gesamte Wirtschaft ziehen“, sagt Wohlrabe.

Quelle: ifo Institut

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US-Konjunkturprogramme regen auch in Deutschland Wachstum an

Sollten die geplanten US-COVID-19-Konjunktur-und Investitionsprogramme umgesetzt werden, erwarten Forscherinnen und Forscher auch für Deutschland einen zusätzlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts sowie einen höheren Bedarf an Arbeitskräften. Das zeigt eine Projektion des IAB und des BIBB.

IAB, Pressemitteilung vom 03.11.2021

Sollten die geplanten US-COVID-19-Konjunktur-und Investitionsprogramme umgesetzt werden, erwarten Forscherinnen und Forscher auch für Deutschland einen zusätzlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts sowie einen höheren Bedarf an Arbeitskräften. Langfristig flachen die positiven Auswirkungen der Programme zwar ab, werden aber noch bis zum Ende des modellierten Zeitraums von zehn Jahren zu spüren sein. Das zeigt eine am 03.11.2021 veröffentlichte Projektion des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Die US-Regierung plant Konjunktur- und Investitionsprogramme im Umfang von umgerechnet fast 3,5 Billionen Euro, um die durch die COVID-19-Pandemie angeschlagene Wirtschaft wieder anzukurbeln. „Die USA zählen zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands und der EU, daher dürfte man Auswirkungen auch hierzulande spüren,“ erklärt IAB-Forscher Gerd Zika. So könnte im Falle einer Umsetzung der Pakete das deutsche Bruttoinlandsprodukt im ersten Jahr nach Inkrafttreten um 0,3 Prozent und im Folgejahr um bis zu 0,4 Prozent höher liegen als bislang vom IAB in der Basisprojektion des Projekts QuBe – Qualifikation und Beruf in der Zukunft – projiziert. Nach zehn Jahren würde das Bruttoinlandsprodukt immer noch um über 0,1 Prozent höher ausfallen. Bei den ursprünglichen Plänen der US-Regierung, in denen umgerechnet über 5 Billionen Euro angesetzt waren, läge das deutsche Bruttoinlandsprodukt im ersten Jahr um 0,5 Prozent höher, im Folgejahr um 0,6 Prozent und nach zehn Jahren um fast 0,2 Prozent.

Auch auf den deutschen Arbeitsmarkt würden sich die US-Maßnahmen positiv auswirken. Im Falle einer Umsetzung der Pakete im Umfang von umgerechnet fast 3,5 Billionen Euro könnte die Zahl der Erwerbstätigen in 2022 um knapp 50.000 Personen höher liegen. Nach zehn Jahren könnte sich die Zahl der Erwerbstätigen immer noch um knapp 20.000 Personen erhöhen. Bei den ursprünglichen Plänen der US-Regierung läge die Zahl der Erwerbstätigen in 2022 um knapp 80.000 Personen höher, nach zehn Jahren um knapp 30.000. „Es profitieren vor allem Berufsgruppen, die auf der einen Seite direkt in exportorientierten Wirtschaftszweigen zu verorten sind. Auf der anderen Seite gewinnen aber auch andere Berufsgruppen durch die bessere wirtschaftliche Lage, die damit verbundenen höheren Löhne und die steigende Konsumnachfrage im Inland,“ berichtet IAB-Forscher Christian Schneemann. Neben dem Maschinenbau und dem Baugewerbe könnten auch unternehmensnahe Dienstleistungsbereiche gewinnen sowie aufgrund der verbesserten Einkommenssituation der Einzelhandel und das Gastgewerbe.

Die Projektion beruht auf einer Szenario-Analyse im Rahmen der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsprojektionen (www.QuBe-Projekt.de) in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS).

Quelle: IAB

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Flexible Arbeitszeiten: Ohne tägliche Grenze leidet Erholung – Deutlich mehr Überstunden ohne Zeiterfassung

Beschäftigte machen im Homeoffice aktuell fast doppelt so viele Überstunden, wenn die Arbeitszeit nicht aufgezeichnet wird. Das ergibt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 02.11.2021

Wenn Schutzvorschriften zur Begrenzung der täglichen Arbeitszeit geschwächt werden, so wie im Sondierungspapier für eine Ampelkoalition als „begrenzte Möglichkeit“ skizziert, dürfte das für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zusätzliche Belastungen bringen: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann durch mehr Überstunden verschlechtert statt verbessert werden. Die für die Gesundheit dringend notwendige Erholung wird weiter erschwert – schon jetzt hat rund die Hälfte der Erwerbstätigen Schwierigkeiten, von der Arbeit abzuschalten. Besonders betroffen sind Beschäftigte, deren Arbeit „flexibel“ über Projekte oder Deadlines organisiert wird, oder in Betrieben mit dünner Personaldecke. Damit steigt die Gefahr von Stresserkrankungen oder Burnout. Statt Abweichungen von den täglichen Erholungszeiten zu begünstigen, wäre es wichtig, die vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) schon vor gut zwei Jahren eingeforderte betriebliche Arbeitszeiterfassung gesetzlich umzusetzen, insbesondere bei mobiler Arbeit. Denn beispielsweise machen Beschäftigte im Homeoffice aktuell fast doppelt so viele Überstunden, wenn die Arbeitszeit nicht aufgezeichnet wird. Das ergibt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Sie stützt sich auf aktuelle Ergebnisse aus der repräsentativen Erwerbstätigenbefragung der Hans-Böckler-Stiftung sowie den Stand der arbeitssoziologischen und -medizinischen Forschung. Gerade angesichts von verbreitetem Multitasking, „agilem“ und mobilem Arbeiten, von internationaler Vernetzung und umfassender digitaler Erreichbarkeit werde deutlich: „Eine vereinbarkeits- und gesundheitsförderliche Flexibilisierung der Arbeitszeit hängt sowohl von einem starken Arbeitszeitgesetz und Arbeitsschutzgesetz, als auch von einer transparenten und im Betrieb verbindlich geregelten Arbeitszeiterfassung ab“, resümieren die WSI-Forscherinnen Dr. Yvonne Lott und Dr. Elke Ahlers.

Verschiedene Akteure drängen auf eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, allerdings mit ganz unterschiedlicher Stoßrichtung. Die Gewerkschaften, die Grünen, die SPD und die Linken fordern, dass Beschäftigte stärker selbst über ihre Arbeitszeit bestimmen sollten. Arbeitgeberverbände und die FDP zielen dagegen darauf ab, das Arbeitszeitgesetz zu lockern, um längere tägliche Arbeitszeiten zu erlauben. Dies ist laut Wahlprogramm nötig, um mit dem wachsenden internationalen Wettbewerb mithalten und individualisierte Kundenwünsche erfüllen zu können. Ein Teil dieser Forderungen findet sich im gemeinsamen Sondierungspapier mit SPD und Grünen wieder, wo es heißt, dass eine „Möglichkeit zur Abweichung von den derzeit bestehenden Regelungen des Arbeitszeitgesetzes hinsichtlich der Tageshöchstarbeitszeit“ über Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen geschaffen werden soll.

Eine Reihe von Studien zeigt: Wenn Beschäftigte über ihre Arbeitszeit mitentscheiden können, wirkt sich das in der Regel positiv auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben aus. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Wenn beispielsweise Beschäftigte dauernd Überstunden leisten oder im Homeoffice ständig erreichbar sein müssen, leidet darunter die Work-Life-Balance.

Flexibles Arbeiten ist vor allem problematisch in Betrieben mit unzureichender Personaldecke, häufiger Projektarbeit und knappen Deadlines, macht die aktuelle Böckler-Befragung vom Juli 2021 unter rund 4.500 Erwerbstätigen deutlich. Bei ausreichend Personal leisten Vollzeitbeschäftigte danach im Durchschnitt zwei Überstunden pro Woche. Bei Personalengpässen sind es durchschnittlich 3,5 Überstunden. Beschäftigte, deren Arbeit über zeitlich enge Deadlines gesteuert wird, arbeiten wöchentlich im Durchschnitt 3,5 Stunden mehr, Beschäftigte ohne Deadlines machen drei Überstunden. Ohne Team-Projektarbeit leisten Vollzeitbeschäftigte im Durchschnitt 2,5 Überstunden pro Woche. Arbeiten sie in Projekten oder Teams, sind es durchschnittlich 3,5 Überstunden.

Wer am Projekterfolg gemessen wird, vergisst schnell die Uhr

Dass solche modernen und zunehmend verbreiteten Arbeitsformen oft mit deutlich längeren tatsächlichen Arbeitszeiten verbunden sind, habe allenfalls vordergründig mit freiwilligem Engagement zu tun, betonen die Wissenschaftlerinnen. Oft seien vom Arbeitgeber zu hoch angesetzte Ziele die wahren Gründe. „In solchen Fällen entscheiden sich Beschäftigte zwar dafür, Überstunden am Abend und am Wochenende zu leisten, aber nicht etwa aus Begeisterung für ihre Arbeit, sondern um ihr Arbeitspensum zu schaffen“ – und weil sie sich für den Erfolg von Projekten und die Einhaltung von Fristen verantwortlich fühlen. In der Wissenschaft ist in diesem Zusammenhang auch von „interessierter Selbstgefährdung“ die Rede.

Gleichzeitig berichten unter den Beschäftigten, für die Personalknappheit, enge Deadlines oder Projektarbeit ein Thema sind, nur 44 bis 49 Prozent, sie würden in ihrer Freizeit nicht oder nur wenig an ihre Arbeit denken. Bei den davon Nicht-Betroffenen gelingt es hingegen immerhin rund 55 bis 63 Prozent, nach Feierabend zumindest weitgehend abzuschalten. Insbesondere für Mütter stellen Überstunden und unplanbare Arbeitszeiten eine große Belastung dar, da sie häufig zusätzlich einen Großteil der Kinderbetreuung übernehmen, schreiben Lott und Ahlers. Leidet die tägliche Erholung, begünstigt das nach dem Stand der arbeitsmedizinischen Forschung psychische Beschwerden, etwa Burnouts.

Ob zeit- und ortsflexibles Arbeiten den Beschäftigten nützt oder schadet, hänge wesentlich von den Arbeitsbedingungen im Betrieb und der Unternehmenskultur ab, aber auch von den gesetzlichen Rahmenbedingungen, erklären Lott und Ahlers. Geschützt werden könnten Beschäftigte auch durch die Erfassung der Arbeitszeit. Das gelte auch und gerade für diejenigen, die mobil arbeiten. Nach den Daten der HBS-Erwerbstätigenbefragung leisten Beschäftigte ohne Zeiterfassung im Homeoffice besonders viele Überstunden: 3,5 Stunden im Wochendurchschnitt bei einer Vollzeitstelle. Dokumentieren sie ihre mobile Arbeitszeit selber, sind es 3 Stunden, zeichnet das Unternehmen die Arbeitszeit auf, dagegen 2 Stunden. Das schlägt auch auf die Möglichkeit zur Regeneration durch: Wird die Arbeitszeit nicht erfasst, geben nur 46 Prozent an, dass sie sich von der Arbeit erholen. Wird die Arbeitszeit von den Beschäftigten selbst dokumentiert, sagen dies 50 Prozent. Und wenn die Arbeitszeit betrieblich erfasst wird, sind es 58 Prozent.

Besser erholt seien also Beschäftigte, wenn die Arbeitszeit allgemeingültig und für alle im Betrieb dokumentiert wird. Allerdings kommen solche Regelungen bisher nur einer Minderheit zugute – am häufigsten noch in mitbestimmten und tarifgebundenen Betrieben: In Betrieben mit Betriebsrat geben 32 Prozent an, dass ihre Arbeitszeit im Homeoffice betrieblich erfasst wird, in Betrieben ohne Arbeitnehmervertretung sind es nur 19 Prozent. Ähnlich ist das Verhältnis zwischen Beschäftigten mit und ohne Tarifvertrag.

Eine gesetzliche Pflicht zur Arbeitszeiterfassung – wie vom EuGH im Jahr 2019 vorgeschrieben – sei unerlässlich, um mehr Beschäftigte, vor allem jene in nicht mitbestimmten Betrieben, zu schützen. Gleichzeitig müsse die Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit und die Einhaltung von Ruhezeiten gewährleistet bleiben, betonen die Forscherinnen.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Inflationsrate im Oktober 2021 voraussichtlich +4,5 %

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucher­preis­index (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im Oktober 2021 voraussichtlich +4,5 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber September 2021 voraussichtlich um 0,5 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.10.2021

Verbraucherpreisindex, Oktober 2021

  • +4,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,5 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Oktober 2021

  • +4,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,5 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucher­preis­index (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im Oktober 2021 voraussichtlich +4,5 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber September 2021 voraussichtlich um 0,5 %.

Die hohen Inflationsraten seit Juli 2021 haben eine Reihe von Gründen, darunter Basiseffekte durch niedrige Preise im Jahr 2020. Hier wirken sich insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze und der Preisverfall der Mineralölprodukte erhöhend auf die Gesamtteuerung aus. Hinzu kommen neben den üblichen Marktentwicklungen die Einführung der CO2-Bepreisung seit Januar 2021 sowie krisenbedingte Effekte, wie die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die sich vorerst nur teilweise und abge­schwächt im Verbraucherpreisindex und in der Inflationsrate niederschlagen. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal 2021 um 1,8 % höher als im Vorquartal

Das Bruttoinlandsprodukt ist im 3. Quartal 2021 gegenüber dem 2. Quartal 2021 um 1,8 % gestiegen. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft im Sommer weiter fort, nachdem das BIP im 2. Quartal 2021 bereits um 1,9 % gewachsen war, so das Statistische Bundesamt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.10.2021

Wirtschaftsleistung noch 1,1 % unter Vorkrisenniveau

Bruttoinlandsprodukt (BIP), 3. Quartal 2021

  • +1,8 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
  • +2,5 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
  • +2,5 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2021 gegenüber dem 2. Quartal 2021 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 1,8 % gestiegen. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft im Sommer weiter fort, nachdem das BIP im 2. Quartal 2021 bereits um 1,9 % gewachsen war (revidiertes Ergebnis nach neuesten Berechnungen). Das Wachstum im 3. Quartal 2021 wurde den ersten vorläufigen Berechnungen zufolge vor allem von höheren privaten Konsumausgaben getragen.

Bruttoinlandsprodukt im Vorkrisenvergleich weiter im Minus

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 3. Quartal 2021 preisbereinigt um 2,5 % höher als im 3. Quartal 2020 (auch kalenderbereinigt). Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise, lag das BIP im 3. Quartal 2021 noch um 1,1 % niedriger (preis-, saison- und kalenderbereinigt).

Revision der bisherigen Ergebnisse

Neben der Erstberechnung des 3. Quartals 2021 hat das Statistische Bundesamt wie üblich auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen des 1. und 2. Quartals 2021 einbezogen. Dabei können die Unsicherheiten während der Corona-Krise zu stärkeren Revisionen als sonst üblich führen. Für das preisbereinigte BIP insgesamt ergaben sich Änderungen gegenüber den bisherigen Ergebnissen von bis zu 0,5 Prozentpunkten.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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