Aufschwung droht ausgebremst zu werden

Die Lage ist derzeit gut, doch die Aussichten sind enttäuschend. Der DIHK sieht auf Grundlage seiner Konjunkturumfrage von Herbst 2021 den Erholungsprozess erheblich geschwächt und rechnet nicht mit einem nachhaltigen, investitionsgetriebenen Aufschwung.

DIHK, Pressemitteilung vom 28.10.2021

DIHK stellt Umfrageergebnisse von Herbst 2021 vor

Die Lage ist derzeit gut, doch die Aussichten sind enttäuschend. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht den Erholungsprozess erheblich geschwächt und rechnet nicht mit einem nachhaltigen, investitionsgetriebenen Aufschwung. Vor allem die Faktoren Energiepreise, Rohstoffengpässe und Fachkräftemangel sind die entscheidenden Risiken. Das sind die Ergebnisse der jüngsten DIHK-Konjunkturumfrage, an der sich rund 28.000 Unternehmen beteiligt haben.

„Die Unternehmen schätzen ihre aktuelle Geschäftslage zwar deutlich besser ein als noch im Frühsommer“, berichtet DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben von den Ergebnissen der Erhebung. „Hier kommt der Schwung des Sommers nach dem Lockdown zum Tragen. Allerdings sind die Erwartungen an die kommenden zwölf Monate niedriger, als es für einen nachhaltigen Aufholprozess notwendig wäre.“

Damit sei klar: „Vor Ende nächsten Jahres werden wir das Vorkrisenniveau kaum erreichen. Es wird eine große Herausforderung, auf einen tragenden Wachstumspfad einzumünden.“ Der sei aber notwendig, um die Klimapolitik in Deutschland umzusetzen oder auch die demografische Belastung zu stemmen. Bei den Erwartungen der Unternehmen schlagen in der Umfrage quer durch alle Branchen und Regionen viele Geschäftsrisiken durch, die sich nicht schnell lösen lassen. Als besondere Hürden beschreiben die Betriebe die hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie strukturelle Herausforderungen wie den Fachkräftemangel oder den Klimaschutz. „Die Politik muss jetzt alles daran setzen, aus Deutschland wieder einen attraktiven Investitionsstandort zu machen“, mahnt Wansleben.

Der DIHK senkt seine Wachstumsprognose für 2021, die im Frühsommer noch bei 3,0 Prozent gelegen hatte, daher auf 2,3 Prozent. „Das Aufholwachstum flacht ab. Für das kommende Jahr erwarten wir ein BIP-Wachstum von 3,6 Prozent“, so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Davon entfallen 1,6 Prozentpunkte auf statistische Effekte. „Das tatsächliche Wachstum beläuft sich im nächsten Jahr auf lediglich 2 Prozent“, so Wansleben.

Aktuelle Situation überdurchschnittlich

Ihre derzeitige Geschäftslage beurteilen 43 Prozent der Unternehmen als gut, nur noch 14 Prozent als schlecht. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen springt damit von 2 Punkten in der Vorumfrage auf nunmehr 29 Punkte. Die positive Lageeinschätzung wird von allen Wirtschaftsbereichen geteilt, fällt aber unterschiedlich stark aus. Am deutlichsten aufgehellt ist die aktuelle Lagebewertung bei den Branchen, die am meisten und längsten mit Einschränkungen ihres Geschäftsbetriebes in der Corona-Pandemie zu kämpfen hatten: Im Handel klettert der Lagesaldo von minus 3 auf 25 Punkte, bei den Dienstleistern von minus 11 auf 25 Punkte. Besonders gut ist die Stimmung mit einem Saldo von 51 (nach zuvor 41) Punkten weiterhin im Baugewerbe, doch auch die Industrie meldete gegenüber dem Frühsommer Verbesserungen (35 nach zuvor 25 Punkten).

Zukunftserwartungen deuten nicht auf fulminanten Neustart

Immerhin verbessern sich dennoch auch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate: Der Saldo aus „Besser“- und „Schlechter“-Bewertungen, der in der Vorumfrage nur mit einem Punkt im Plus lag, beträgt nun 10 Punkte. Angesichts des immensen Aufholbedarfes schätzt Martin Wansleben die Erwartungen dennoch als verhalten ein. “Insgesamt macht sich nach einem kurzen Aufschwung schon jetzt Ernüchterung breit“, so der DIHK-Hauptgeschäftsführer, und er warnt: „Wir schwenken in einen flachen Wachstumspfad ein. Das reicht nicht aus, um die vielfältigen und vielschichtigen Herausforderungen zur Überwindung der Krise und des Strukturwandels zu meistern.“ So rechnet vor allem die Industrie im Vergleich zum Frühsommer kaum mit einer stärkeren Belebung (Saldo von 17 nach zuvor 16 Punkten). Hier schlägt durch, dass trotz voller Orderbücher viele Unternehmen die Aufträge nicht abarbeiten können. Auch macht sich eine Stimmungseintrübung vor allem bei den energie- und rohstoffintensiven Vorleistungsgüterherstellern bemerkbar.

Im Bau und beim Handel verbessern sich die Erwartungen für die kommenden Monate auf niedrigem Niveau: Bei den Bauunternehmen bleiben die Skeptiker wegen der Energie- beziehungsweise Rohstoffpreise und wegen des Fachkräftemangels in der Überzahl (Saldo minus 7 nach zuvor minus 14 Punkten); der Handel erreicht einen Saldo von 1 Punkt nach minus 10 Punkten. Die Dienstleister blicken angesichts wegfallender pandemiebedingter Einschränkungen wieder deutlich optimistischer in die Zukunft als im Frühsommer (12 nach zuvor minus 2 Punkten).

Größte Herausforderungen: Engpässe bei Personal und Rohstoffen

Bei den Geschäftsrisiken haben sich die Gewichtungen verschoben: Zentrales Problem ist derzeit der Fachkräftemangel, den 59 Prozent (nach zuvor 43 Prozent) als Geschäftsrisiko einstufen, dicht gefolgt von den Energie- und Rohstoffpreisen (58 Prozent nach zuvor 42 Prozent). Auch das Geschäftsrisiko Arbeitskosten (40 Prozent nach zuvor 34 Prozent) steigt wieder an. Hingegen haben die konjunkturellen Risiken aus Sicht der Unternehmen an Bedeutung verloren: Das Risiko einer schwächelnden Inlandsnachfrage (36 Prozent nach zuvor 48 Prozent) hat ebenso abgenommen wie Risiken in Bezug auf die Auslandsnachfrage oder die Finanzierung.

„Die Unternehmen möchten produzieren, können häufig aber nicht“, bringt Martin Wansleben das Dilemma auf den Punkt. „Die Sorgen um die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise erreichen einen neuen Höchststand und bremsen die Geschäftserwartungen in besonders energie- und rohstoffintensiven Wirtschaftsbereichen deutlich.“ Gleichzeitig mache der Fachkräftemangel vor allem Branchen wie dem Bau, der Gastronomie, den Beherbergungsbetrieben oder den Logistikern enorm zu schaffen.

Exporterwartungen mit Luft nach oben

Die Exporterwartungen der deutschen Industrieunternehmen hellen sich unter dem Strich etwas auf und erreichen einen „Höher“-„Geringer“-Saldo von 21 nach zuvor 17 Punkten. Damit liegen sie aber nur leicht über dem langjährigen Schnitt von 19 Punkten:  „Nach dem deutlichen Rückgang der Ausfuhren im vergangenen Jahr geben die exportorientierten Unternehmen insgesamt eine durchwachsene Einschätzung ab. Insbesondere energie- und rohstoffintensive Unternehmen reduzieren ihre Erwartungen. Demnach verzögert sich der Aufholprozess nach der Krise“, so Wansleben. Dennoch: Im Laufe des Jahres hat sich die Nachfrage aus dem Ausland nach dem Corona-bedingten Einbruch weiter erholt. So sehen nur noch 27 Prozent der Unternehmen in der Auslandsnachfrage ein Geschäftsrisiko – und damit so wenige wie zuletzt Anfang 2018.

Wiederanfahrende Produktion und Umweltschutz machen Investitionen notwendig

Eigentlich wollen die Unternehmen investieren. „Deshalb ist jetzt die Chance für die Politik, durch schnellere Genehmigungsverfahren oder Entbürokratisierung diese Absichten auch rasch Realität werden zu lassen“, stellt Wansleben klar. 31 Prozent der Betriebe planen eine Ausweitung ihrer Investitionen, 18 Prozent eine Kürzung. Damit steigt der Saldo nach zuvor 0 auf 13 Punkte und übersteigt auch das langjährige Mittel von 4 Punkten.

Getrieben wird die aufgehellte Investitionsstimmung insbesondere von der Industrie (Saldo 21 nach zuvor 13 Punkten). Dennoch könnten die Investitionspläne expansiver sein: Rohstoff- und Lieferengpässe, aber auch der Fachkräftemangel behindern die Produktion und machen damit die tatsächliche Realisierung von Investitionsplänen teilweise wieder zunichte. So spüren gerade Industrieunternehmen, die mehr investieren wollen, einen höheren Fachkräftemangel und die Schwerfälligkeit der Bürokratie.

Bei den Investitionsmotiven setzt sich ein längerfristiger Trend fort, dass Unternehmen immer größere Aufwendungen für eine klima- und umweltfreundliche Produktion zu schultern haben. Über alle Wirtschaftszweige gewinnt der Umweltschutz gegenüber der Vorumfrage deutlich an Bedeutung (26 nach zuvor 21 Prozent), wie Martin Wansleben betont: „Zum einen macht sich bemerkbar, dass die Betriebe vielfach ihre Produktion in der Krise heruntergeschraubt haben und jetzt eine wieder gestiegene Nachfrage bedienen wollen. Zum anderen investieren die Unternehmen wegen der Verteuerung von Energie.“

Personalpläne im Plus

Und auch die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen drehen wieder ins Plus. 22 Prozent (nach zuvor 16 Prozent) der Betriebe möchten Personal aufbauen, 13 Prozent rechnen mit weniger Beschäftigten (zuvor 19 Prozent). Damit liegt der Saldo, der in den vorangegangenen vier Umfragen durchweg negativ war (zuletzt minus 3 Punkte) mit 9 Punkten auch wieder merklich über dem langjährigen Durchschnitt von 0 Punkten. „Dabei ist den Betrieben allerdings bewusst, dass die Einstellung neuer Beschäftigter häufig zur Herausforderung werden kann“, resümiert Martin Wansleben.

Quelle: DIHK

Powered by WPeMatico

Konsumklima trotzt Inflation

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im Oktober ein uneinheitliches Bild. Die Anschaffungsneigung steigt noch einmal an, während Konjunktur- und Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen. Da auch die Sparneigung spürbar zurückgeht, prognostiziert GfK für das Konsumklima für November 0,9 Punkte und damit 0,5 Punkte mehr als im Oktober dieses Jahres (revidiert 0,4 Punkte).

GfK, Pressemitteilung vom 27.10.2021

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im Oktober ein uneinheitliches Bild. Die Anschaffungsneigung steigt noch einmal an, während Konjunktur- und Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen. Da auch die Sparneigung spürbar zurückgeht, prognostiziert GfK für das Konsumklima für November 0,9 Punkte und damit 0,5 Punkte mehr als im Oktober dieses Jahres (revidiert 0,4 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Oktober 2021.

Das Konsumklima legt erneut zu. Das ist vor allem der steigenden Konsumneigung sowie der rückläufigen Sparneigung zu verdanken. Letztere verliert im Oktober 13 Punkte gegenüber dem Vormonat und steht nun bei -45,2 Punkten. Ein besserer Wert wurde für das Konsumklima zuletzt im April 2020 mit 2,3 Punkten gemessen.

„Mit diesem zweiten Anstieg in Folge trotzt die Konsumstimmung der zunehmenden Inflation. Die Bundesbürger erwarten offenbar noch weitere Preissteigerungen. Deshalb halten sie es für ratsam, Anschaffungen vorzuziehen, um noch höhere Preise zu vermeiden“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Sollte sich der Preisauftrieb verstetigen, würde das allerdings zu einer Belastung für das Konsumklima führen und eine grundlegende Erholung dürfte sich weiter verzögern.“

Konjunkturstimmung stagniert auf hohem Niveau

Nach dem Anstieg im Vormonat muss die Konjunkturerwartung wieder einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Der Indikator verliert 1,9 Punkte. Mit aktuell 46,6 Zählern weist er jedoch noch immer ein sehr hohes Niveau auf. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus knapp 40 Punkte.

Das gute Niveau belegt, dass die Verbraucher zuversichtlich bleiben, was die Erholung der deutschen Wirtschaft anbelangt. Das konjunkturelle Bild wird jedoch dadurch etwas getrübt, dass einige Unternehmen, wie z.B. in der Automobilindustrie, ihre Produktion aufgrund fehlender Zulieferteile zurückfahren müssen.

Inflationssorgen bremsen Einkommensaussichten

Die Einkommenserwartungen müssen nach dem positiven Vormonat einen spürbaren Dämpfer hinnehmen. Der Indikator büßt 14,1 Zähler ein und sinkt auf 23,3 Punkte. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steigt er um 13,5 Punkte.

Dieser Indikator leidet offenbar derzeit am stärksten unter den zunehmenden Inflationssorgen. Höhere Preise mindern die Kaufkraft der Einkommen. Zudem befürchten Beschäftigte Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit, weil Unternehmen aufgrund unterbrochener Lieferketten ihre Produktion drosseln müssen.

Anschaffungsneigung steigt zum zweiten Mal in Folge

Trotz sinkender Konjunktur- und Einkommenserwartungen legt die Anschaffungsneigung im Oktober zum zweiten Mal in Folge zu. Nach einem Plus von sechs Zählern weist der Indikator nun 19,4 Punkte auf. Dies ist der beste Wert seit zehn Monaten. Im Dezember 2020 wurden 36,6 Punkte gemessen. Im Vorjahresvergleich beträgt das Minus 17,6 Punkte.

Quelle: GfK

Powered by WPeMatico

Deutsche Wirtschaft nach Corona wieder auf Wachstumspfad: +2,6 % in 2021 und +4,1 % in 2022

Das BMWi hat zu der am 27.10.2021 vorgelegten Herbstprojektion Stellung genommen.

BMWi, Pressemitteilung vom 27.10.2021

Heute stellt Bundesminister Peter Altmaier die Herbstprojektion der Bundesregierung vor. Laut Herbstprojektion steigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 um 2,6 %. Im Jahr 2022 sind dann sogar 4,1 % Wachstum möglich, bis sich das Wachstum im Jahr 2023 bei 1,6 % normalisiert.

„Die Herbstprojektion zeigt, dass Deutschland nach der Corona-Krise wieder auf dem Wachstumspfad ist. Das umfangreiche Hilfspaket der Bundesregierung hat Wirtschaft und Arbeitsmarkt in der Krise stabilisiert. In diesem Jahr kommt es angesichts der aktuellen Lieferengpässe und weltweit hoher Energiepreise nicht zum erhofften Schlussspurt. In 2022 gewinnt die Wirtschaft deutlich an Fahrt.“

Bundeswirtschaftsminister Altmaier

Die konjunkturelle Lage ist zweigeteilt: Einerseits hat sich die Stimmung der Dienstleister durch den Impffortschritt in den letzten Monat stark verbessert. Der private Konsum ist im Moment die Triebfeder der wirtschaftlichen Erholung. Andererseits leidet das Verarbeitende Gewerbe angesichts der nach dem Corona-Krisenjahr 2020 weltweit anziehenden Konjunktur unter einer historisch einmaligen Knappheit an Vorleistungsgütern. Das bremst die Industriekonjunktur insbesondere im dritten und vierten Quartal 2021 aus. Die Nachfrage nach deutschen Produkten auf den Weltmärkten bleibt aber nach wie vor hoch. Wenn sich die Lieferengpässe schrittweise auflösen, kommt es in 2022 zu deutlichen Aufholeffekten.

Die Lieferengpässe und die zuletzt weltweit stark gestiegenen Energiepreise haben zu einem Anstieg der Inflationsrate geführt. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Inflationsrate bereits zum Jahreswechsel 2021/22 wieder ein deutlich niedrigeres Niveau erreicht, da dann Sonderfaktoren, wie der Basiseffekt der befristeten Senkung der Umsatzsteuersätze, im zweiten Halbjahr 2020 wegfallen. In der Herbstprojektion erwartet die Bundesregierung Inflationsraten von 3,0 % im Jahr 2021, 2,2 % im Jahr 2022 und 1,7 % im Jahr 2023.

Quelle: BMWi

Powered by WPeMatico

Importpreise im September 2021: +17,7 % gegenüber September 2020

Die Importpreise waren im September 2021 um 17,7 % höher als im September 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im August 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+19,5 % gegenüber August 1980). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im August 2021 bei +16,5 % gelegen, im Juli 2021 bei +15,0 %. Gegenüber dem Vormonat August 2021 stiegen die Importpreise im September 2021 um 1,3 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 27.10.2021

Importpreise, September 2021

  • +1,3 % zum Vormonat
  • +17,7 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, September 2021

  • +0,9 % zum Vormonat
  • +8,1 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im September 2021 um 17,7 % höher als im September 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im August 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+19,5 % gegenüber August 1980). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im August 2021 bei +16,5 % gelegen, im Juli 2021 bei +15,0 %. Gegenüber dem Vormonat August 2021 stiegen die Importpreise im September 2021 um 1,3 %.

Starker Preisanstieg nach wie vor insbesondere auf Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im September 2021 um 107,1 % teurer als im September 2020. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist insbesondere durch seit Juli 2020 stark gestiegene Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im September 2021 um 170,6 % höher als im September 2020. Auch Erdöl war im September 2021 im Vorjahresvergleich mit +75,5 % deutlich teurer. Außerdem lagen die Preise für importierte Steinkohle mit einem Plus von 135,7 % erheblich über denen von September 2020.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im September 2021 um 10,1 % höher als im September 2020 und 0,5 % höher als im Vormonat. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 14,7 % über dem Stand des Vorjahres (+1,3 % gegenüber August 2021).

Höhere Preise im Vorjahresvergleich auch bei Erzen, Metallen, Kunststoffen, Holz- und Holzwaren

Die Entwicklung der Preise für importierte Vorleistungsgüter hatte einen fast ebenso großen Einfluss auf die Entwicklung des Gesamteinfuhrpreisindex wie die der Energiepreise. Vorleistungsgüter wurden im September 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu 20,7 % höheren Preisen importiert. Gegenüber September 2020 verteuerten sich vor allem gesägtes und gehobeltes Holz (64,6 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+60,9 %), Eisenerze (+53,9 %), Rohaluminium (+50,7 %), Kunststoffe in Primärformen (+40,8 %) sowie Rohkupfer (+40,1 %). Im Vormonatsvergleich sanken die Einfuhrpreise für Eisenerze allerdings deutlich (-16,4 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im September 2021 um 2,7 % über denen von September 2020. Während unter anderem Notebooks (+7,4 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+2,6 %) teurer waren als im September 2020, wurden Tablets (-2,6 %) im Vorjahresvergleich zu niedrigeren Preisen importiert.

Importierte Verbrauchsgüter waren im September 2021 binnen Jahresfrist 3,3 % teurer, Gebrauchsgüter 2,9 %.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 11,6 % über denen von September 2020. Während sich insbesondere Rohkaffee (+44,8 %), Naturkautschuk (+31,7 %) und Getreide (+30,3 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert (-27,3 %).

Veränderungen der Exportpreise September 2021

Der Index der Exportpreise lag im September 2021 um 8,1 % über dem Stand von September 2020. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Januar 1975 gegeben (+10,5 % gegenüber Januar 1974). Im August 2021 und im Juli 2021 hatte die Jahresveränderungsrate bei +7,2 % beziehungsweise bei +6,3 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat August 2021 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,9 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Powered by WPeMatico

Mittelstand von Corona-Krise hart getroffen, Folgen bleiben aber überschaubar

Die Corona-Pandemie hat den Mittelstand in Deutschland mit Wucht getroffen. Dennoch sind die Unternehmen insgesamt glimpflich durch das Krisenjahr 2020 gekommen. Wie das KfW-Mittelstandspanel 2021 zeigt, mussten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im vergangenen Jahr Umsatzverluste in Höhe von 277 Mrd. Euro hinnehmen.

KfW, Pressemitteilung vom 26.10.2021

  • Rascher Ausbau des digitalen Vertriebs begrenzt Umsatzverluste auf 277 Mrd. Euro
  • Profitabilität zeigt sich krisenfest und bleibt stabil
  • Massiver Einbruch der Eigenkapitalausstattung in der Breite bleibt aus, aber kleine Unternehmen mit Einschnitten
  • Investitionen gehen deutlich zurück, kleine Projekte zur Krisenanpassung dominieren

Die Corona-Pandemie hat den Mittelstand in Deutschland mit Wucht getroffen. Dennoch sind die Unternehmen insgesamt glimpflich durch das Krisenjahr 2020 gekommen. Wie das KfW-Mittelstandspanel 2021 zeigt, mussten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im vergangenen Jahr Umsatzverluste in Höhe von 277 Mrd. Euro hinnehmen. Die enorme Anpassungsfähigkeit des Mittelstands hat dabei Schlimmeres verhindert. Vor allem der rasche Auf- und Ausbau digitaler Vertriebswege hat sich für viele Unternehmen als Rettungsanker erwiesen: Allein 302 Mrd. Euro wurden über digitale Vertriebswege erlöst, ein Zuwachs von 24 %. Über 850.000 KMU haben Umsätze über digitale Kanäle erzielt, rund 200.000 mehr als im Jahr zuvor. Für das laufende Jahr erwartet zwar jedes dritte Unternehmen weitere Rückgänge beim Umsatz, insgesamt berichten die Unternehmen aktuell aber von einem Aufwärtstrend, die mittelfristigen Erwartungen pendeln sich auf Vorkrisenniveau ein.

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, kommentiert diese Entwicklung folgendermaßen: „Weitsicht und Agilität und damit typische Unternehmereigenschaften haben den Mittelstand gerettet. Dank ihrer soliden, in den Jahren zuvor aufgebauten Eigenkapitalausstattung und ihrer Fähigkeit, schnell und flexibel auf die veränderten Anforderungen in der Krise zu reagieren, sind die kleinen und mittelgroßen Unternehmen trotz empfindlicher Umsatzrückgänge einigermaßen glimpflich durch die Krise gekommen.“

Trotz harter Einschnitte beim Umsatz blieben die die KMU profitabel. Die durchschnittliche Umsatzrendite ist nur leicht gesunken (von 7,5 auf 7,3 %) und hat sich damit als krisenfest erwiesen. Hierzu dürften auch die zahlreichen wirtschaftspolitischen Stabilisierungs- und Unterstützmaßnahmen zum Ausgleich von Umsatzverlusten beigetragen haben. Dadurch ist der vielfach befürchtete massive Einbruch der Eigenkapitalausstattung in der Breite des Mittelstands bislang ausgeblieben. Die Eigenkapitalquote gibt im Durchschnitt um 1,7 Prozentpunkte auf 30,1 % nur moderat nach. Im Detail zeigt sich allerdings eine starke Ungleichverteilung: Große KMU verzeichnen kaum sichtbare Rückgänge, wohingegen kleine Unternehmen herbe Einschnitte hinnehmen mussten. Ihre Eigenkapitalquote bricht ein und sinkt auf 17,4 % und damit auf ein 15-Jahrestief.

Die Corona-Krise hat die Investitionslaune des Mittelstandes im Jahr 2020 gedämpft. Noch nie haben so viele Unternehmen ihre Pläne nicht umgesetzt. 61 Mrd. Euro wurden nicht mehr investiert. Zahlreiche Unternehmen haben zur Deckung ihrer Liquiditätslücke auf Mittel zurückgegriffen, die eigentlich für Investitionen eingeplant waren. Größere Vorhaben wurden zurückgestellt. Dagegen haben kleinere Projekte, um sich rasch an die Krisensituation anzupassen, das Investitionsgeschehen dominiert (bspw. Hygieneauflagen, Digitalisierung). Die Neuinvestitionen sinken im Gesamtjahr um 7 %, wobei sich der Rückgang durch alle Segmente zieht. Für 2021 deutet sich eine ähnliche Größenordnung an.

Dr. Fritzi Köhler-Geib sagt dazu:

„Angesichts der Krise ist die Zurückhaltung der KMU bei den Investitionen nachvollziehbar. Das muss sich dringend ändern. Die Transformation zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft steht auf der Agenda, bei der Digitalisierung gibt es in vielen Unternehmen großen Nachholbedarf. Um das zu schaffen, müssen die Unternehmen dieselben Stärken unter Beweis stellen, die sie schon durch die Krise gebracht haben. Seitens der Politik brauchen sie verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und zielgerichtete Unterstützung bei der Umsetzung der notwendigen Investitionen.“

Quelle: KfW

Powered by WPeMatico

ifo Beschäftigungsbarometer leicht gefallen (Oktober 2021)

Die Einstellungsbereitschaft der deutschen Wirtschaft hat einen kleinen Dämpfer erhalten. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Oktober auf 103,6 Punkte gefallen, von 104,3 Punkten im September. Gleichwohl befindet sich der Arbeitsmarkt weiter auf Erholungskurs.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.10.2021

Die Einstellungsbereitschaft der deutschen Wirtschaft hat einen kleinen Dämpfer erhalten. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Oktober auf 103,6 Punkte gefallen, von 104,3 Punkten im September. Gleichwohl befindet sich der Arbeitsmarkt weiter auf Erholungskurs.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist das Beschäftigungsbarometer nahezu konstant geblieben. Die Lieferprobleme bei Rohstoffen und Vorprodukten schlagen sich noch nicht in der Beschäftigungspolitik der Unternehmen nieder. Bei den Dienstleistern ist der Indikator gefallen. Das Gastgewerbe sucht weiterhin neue Mitarbeiter. Gleiches gilt für die Personalagenturen. Im Handel möchten die Unternehmen die Personalplanung verstärken. Auch im Bauhauptgewerbe werden weiterhin neue Mitarbeiter gesucht, wenn auch weniger intensiv als im Vormonat.

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico

Antragsfrist Überbrückungshilfe III bis 02.11.2021

Nach Informationen des DStV-Mitgliedverbands Berlin-Brandenburg wird die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe III bis zum 02.11.2021 verlängert.

DStV, Mitteilung vom 26.10.2021

Nach Informationen des DStV-Mitgliedverbands Berlin-Brandenburg wird die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe III bis zum 02.11.2021 verlängert.

Da der Fristablauf für die Überbrückungshilfe III am 31.10.2021 auf einen Sonntag fällt, hat der Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg e.V. beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) nachgefragt, ob eine Fristverlängerung analog des § 31 Abs. 3 VwVfG möglich sei. Lesen Sie nachstehend die Antwort des BMWi:

“Nach den Fristenregelungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes in Verbindung mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch enden Fristen am Wochenende bzw. Feiertag erst mit Ablauf des folgenden Werktages. Entsprechend können Anträge bis 2.11.2021 gestellt werden, da in mehreren Bundesländern der 1.11. ein Feiertag ist.”

Das BMWi hat zudem mitgeteilt, dass diese Information nicht in die FAQ aufgenommen wird.

Quelle: Deutscher Steuerberaterverband e.V. – www.dstv.de

Powered by WPeMatico

ifo Exporterwartungen gefallen (Oktober 2021)

Die Stimmung in der deutschen Exportindustrie hat einen deutlichen Dämpfer erhalten. Die ifo Exporterwartungen sind im Oktober auf 13,0 Punkte gefallen, von 20,5 Punkten im September. Das ist der schlechteste Wert seit Februar 2021. Die Lieferprobleme bei den Vorprodukten schlagen nun auf die Exporte der Industrie durch.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.10.2021

Die Stimmung in der deutschen Exportindustrie hat einen deutlichen Dämpfer erhalten. Die ifo Exporterwartungen sind im Oktober auf 13,0 Punkte gefallen, von 20,5 Punkten im September. Das ist der schlechteste Wert seit Februar 2021. Die Lieferprobleme bei den Vorprodukten schlagen nun auf die Exporte der Industrie durch.

In der Elektrobranche haben die Exporterwartungen auf hohem Niveau nachgegeben. Die Unternehmen rechnen jedoch weiterhin mit einem guten Auslandsgeschäft. Einen deutlicheren Dämpfer musste hingegen die Chemische Industrie verkraften. Die Zuwachsraten werden deutlich kleiner ausfallen. Ähnliches gilt für die Automobilindustrie. In der Nahrungsmittel- und der Möbelindustrie wird eher mit einem konstanten Exportgeschäft gerechnet. Auf rückläufige Auslandsumsätze stellen sich nun die Textil- und Lederindustrie ein.

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico

Exporte in Nicht-EU-Staaten im September 2021: voraussichtlich -0,4 % zum August 2021

Im September 2021 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber August 2021 um 0,4 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, lagen die Exporte in Drittstaaten 7,1 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 25.10.2021

Exporte in Drittstaaten, September 2021

  • 52,9 Milliarden Euro
  • -0,4 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +4,3 % zum Vorjahresmonat

Im September 2021 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber August 2021 kalender- und saisonbereinigt um 0,4 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, lagen die Exporte in Drittstaaten kalender- und saisonbereinigt 7,1 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Nach vorläufigen Ergebnissen wurden im September 2021 Waren im Wert von 52,9 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2020 stiegen die Exporte um 4,3 %.

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren im September 2021 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 10,8 Milliarden Euro exportiert. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber September 2020 um 15,7 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 8,6 Milliarden Euro exportiert, das waren 1,1 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken im Vorjahresvergleich um 10,7 % auf 5,7 Milliarden Euro.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Powered by WPeMatico

Lieferprobleme drücken das ifo Geschäftsklima (Oktober 2021)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 97,7 Punkte gefallen, nach 98,9 Punkten im September. Insbesondere die Erwartungen sind immer mehr von Skepsis geprägt. Auch die aktuelle Lage schätzen die Unternehmen weniger gut ein. Lieferprobleme machen den Firmen zu schaffen. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie sinkt. Sand im Getriebe der deutschen Wirtschaft hemmt die Erholung.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.10.2021

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 97,7 Punkte gefallen, nach 98,9 Punkten im September. Insbesondere die Erwartungen sind immer mehr von Skepsis geprägt. Auch die aktuelle Lage schätzen die Unternehmen weniger gut ein. Lieferprobleme machen den Firmen zu schaffen. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie sinkt. Sand im Getriebe der deutschen Wirtschaft hemmt die Erholung.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat der Geschäftsklimaindex erneut nachgegeben. Die Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftsentwicklung etwas weniger zufrieden. Zudem trüben sich die Erwartungen weiter ein. Die Kapazitätsauslastung gab in Folge der Lieferengpässe um 2,1 Prozentpunkte auf 84,7 Prozent nach.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima nach der Erholung im Vormonat wieder verschlechtert. Die Unternehmen blicken deutlich weniger optimistisch auf die kommenden Monate. Ihre aktuelle Lage bewerten sie jedoch etwas besser.

Im Handel ist der Index deutlich gesunken. Die Händler sind merklich weniger zufrieden mit ihren laufenden Geschäften. Zudem nimmt der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate weiter zu. Auch hier belasten Lieferengpässe die Stimmung.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima erneut verbessert. Die Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Lage etwas besser. Zudem konnte der Erwartungsindex zum sechsten Mal in Folge zulegen.

Quelle: ifo Institut

Powered by WPeMatico