Nur noch halb so viele gewerbliche Existenzgründungen wie im Jahr 2003

Die Anzahl an gewerblichen Existenzgründungen hat sich lt. IfM Bonn zwischen 2003 (507.000) und 2019 (266.000) in Deutschland nahezu halbiert. Entsprechend ist auch die durchschnittliche Existenzgründungsintensität von 92 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige (2003) auf 47 (2019) gesunken.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 06.10.2021

IfM Bonn: In 5 Landkreisen und Städten weiteten sich jedoch entgegen dem Trend die Gründungsaktivitäten aus

Die Anzahl an gewerblichen Existenzgründungen hat sich zwischen 2003 (507.000) und 2019 (266.000) in Deutschland nahezu halbiert. Entsprechend ist auch die durchschnittliche Existenzgründungsintensität von 92 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige (2003) auf 47 (2019) gesunken.

Allerdings hat sich das Existenzgründungsgeschehen auf Kreisebene durchaus unterschiedlich entwickelt. Das lässt sich anhand der durchschnittlichen jährlichen Änderungsrate der Gründungsintensität in den 401 Kreisen und kreisfreien Städten aufzeigen: Im Durchschnitt der Regionen sank diese jährlich um 4,3 %. „Gleichwohl konnten wir in fünf Regionen eine positive Entwicklung der jährlichen Änderungsrate beobachten: In den Landkreisen Görlitz, Marburg-Biedenkopf und Teltow-Fläming sowie in den Städten Leverkusen und Mülheim an der Ruhr“, berichtet Projektleiterin Dr. Rosemarie Kay. „Insgesamt hat sich die Gründungsintensität in rund 40 % der Kreise besser entwickelt als der Durchschnitt.“

Regionale Unterschiede haben sich verstärkt

Im Jahr 2003 bestanden erhebliche regionale Unterschiede in den Gründungsaktivitäten. Die Spannweite der Gründungsintensität reichte von 50 bis 162 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige. Diese regionalen Unterschiede haben sich im Zeitverlauf nicht verringert, sondern eher verstärkt. Der sogenannte Variationskoeffizient (Standardabweichung/Mittelwert) ist von 0,19 im Jahr 2003 auf 0,32 im Jahr 2019 gestiegen.

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn hat im Jahr 2019 begonnen, eine Datenbank zu den regionalen Gründungsökosystemen aufzubauen, auf Basis derer Erkenntnisse zu den Gründungsaktivitäten und ihren möglichen Einflussfaktoren gewonnen werden sollen. Aktuell werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 auf das Existenzgründungsgeschehen in den Kreisen und kreisfreien Städten untersucht.

Quelle: IfM Bonn

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im August 2021

Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im August gegenüber dem Vormonat um 4,0 % gesunken. Dabei verringerte sich die Herstellung der Industrie um 4,7 %, vom Baugewerbe wurde ein Minus von 3,1 % gemeldet.

BMWi, Pressemitteilung vom 07.10.2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im August gegenüber dem Vormonat um 4,0 % gesunken. Dabei verringerte sich die Herstellung der Industrie um 4,7 %, vom Baugewerbe wurde ein Minus von 3,1 % gemeldet.

Im Zweimonatsvergleich Juli/August gegenüber Mai/Juni kam es zu einem Produktionsrückgang im Produzierenden Gewerbe von 1,1 %. Während der Ausstoß in der Industrie in diesem Zeitraum um 1,3 % abnahm, blieb er im Baugewerbe unverändert.

Nach einem freundlichen Start ins dritte Quartal ist es im August zu einem spürbaren Rückgang der Industrieproduktion gekommen. Der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile fuhr seinen Ausstoß kräftig um 17,5 % zurück. Auch der ähnlich gewichtige Maschinenbau meldete ein Minus von 6,3 %. Die Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten erwiesen sich als gravierender als bislang angenommen. Bei der Automobilindustrie dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass bei einigen Herstellern die Betriebsferien dieses Jahr in den August gefallen sind. Der Ausblick für die Industriekonjunktur insgesamt hat sich somit zuletzt zwar etwas eingetrübt, bleibt aber für die kommenden Monate angesichts einer nach wie vor hohen Nachfrage verhalten optimistisch. Der Ausstoß im Baugewerbe lag weiterhin auf hohem Niveau.

Quelle: BMWi

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im August 2021

Wie das BMWi mitteilt, gingen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im August gegenüber dem Vormonat um 7,7 % zurück, nachdem im Juni und Juli Zuwächse um 4,6 % bzw. 4,9 % gemeldet worden waren.

BMWi, Pressemitteilung vom 06.10.2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im August gegenüber dem Vormonat um 7,7 % zurück, nachdem im Juni und Juli Zuwächse um 4,6 % bzw. 4,9 % gemeldet worden waren. Die Nachfrage nach Investitionsgütern verzeichnete mit -11,1 % die stärkste Abnahme. Die Bestellungen von Vorleistungs- und Konsumgütern verringerten sich um 2,8 % bzw. 2,7 %. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen ging das Ordervolumen um 5,1 % zurück.

Im Zweimonatsvergleich Juli/August gegenüber Mai/Juni ergab sich ein Auftragsplus in Höhe von 3,1 %. Bereinigt um Großaufträge kam es hingegen zu einem Rückgang um 1,3 %.

Nach einem Aufwärtstrend seit Beginn des Jahres haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zuletzt kräftig verringert. Maßgeblich hierfür war eine schwache Auslandsnachfrage (-9,5 %), insbesondere aus dem Nicht-Euroraum (-15,2 %). Die inländische Nachfrage war aber auch rückläufig (-5,2 %). Im gewichtigen Kfz-Bereich betrug das Auftragsminus 12,0 %, während es sich im ebenfalls gewichtigen Maschinenbau in Grenzen hielt (-1,0 %). Eine Rolle bei der jüngsten Nachfrageschwäche dürften zum einen Großaufträge im Vormonat gespielt haben sowie zum anderen der Umstand, dass dieses Jahr bei einigen Automobilbauern die Betriebsferien in den August gefallen sind. Insgesamt lagen die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe immer noch auf hohem Niveau und verzeichneten beachtliche Zuwächse sowohl gegenüber dem Vorkrisenmonat Februar 2020 als auch gegenüber Januar 2021 (rund +8 ½ % bzw. +4 %).

Quelle: BMWi

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Fachkräftemangel auf deutschen Baustellen verschärft sich

Auf den deutschen Baustellen fehlt immer mehr ausgebildetes Personal. Das hat eine Umfrage des ifo Instituts ergeben.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 06.10.2021

Auf den deutschen Baustellen fehlt immer mehr ausgebildetes Personal. Das hat eine Umfrage des ifo Instituts ergeben. Im Hochbau hatten im September 33,5 Prozent der Betriebe Probleme, Fachkräfte zu finden. Im Tiefbau klagten sogar 37,9 Prozent der Betriebe über einen Mangel an geeigneten Bewerbern.

Im Vormonat hatte der Anteil im Hochbau noch bei 3,5 Prozentpunkte niedriger gelegen, im Tiefbau 1,4 Prozentpunkte niedriger. „Neben Materialengpässen wird auch der Fachkräftemangel immer mehr zum Problem für die Bauwirtschaft. Und das bei vollen Auftragsbüchern“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss. Die Betriebe sorgten sich um die Altersstruktur ihrer Belegschaft und um das zu geringe gesellschaftliche Ansehen des Handwerks. „Trotz wieder steigender Ausbildungszahlen hat der Bau ernste Nachwuchssorgen“, ergänzt Leiss.

Quelle: ifo Institut

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Langsamere Globalisierung erfordert Anpassung der Wachstumsstrategien deutscher Unternehmen

Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten stark von der Globalisierung profitiert. Entsprechend hoch ist die Bedeutung des Auslandsgeschäfts sowohl für die direkt exportierenden Unternehmen als auch für deren Zulieferer, die häufig aus dem Mittelstand kommen. In der Gesamtbetrachtung hingen im Jahr 2019 lt. KfW rund 28 % aller Arbeitsplätze (rund 12,6 Mio. Erwerbstätige) hierzulande und 31 % der Bruttowertschöpfung (knapp 1.000 Mrd. Euro) direkt oder indirekt vom Export ab.

KfW, Pressemitteilung vom 05.10.2021

  • 28 % der Arbeitsplätze und 31 % der Bruttowertschöpfung hängen vom Export ab
  • Neue Studie von Prognos für KfW Research analysiert mögliche Zukunftsszenarien
  • Verlässliche Rahmensetzung durch die Wirtschaftspolitik nötig

Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten stark von der Globalisierung profitiert. Entsprechend hoch ist die Bedeutung des Auslandsgeschäfts sowohl für die direkt exportierenden Unternehmen als auch für deren Zulieferer, die häufig aus dem Mittelstand kommen. In der Gesamtbetrachtung hingen im Jahr 2019 rund 28 % aller Arbeitsplätze (rund 12,6 Millionen Erwerbstätige) hierzulande und 31 % der Bruttowertschöpfung (knapp 1.000 Milliarden Euro) direkt oder indirekt vom Export ab. Das zeigt eine von KfW Research in Auftrag gegebene und von Prognos durchgeführte Studie zur Zukunft der Globalisierung und den Wachstumsperspektiven deutscher Unternehmen.

Wie groß die Bedeutung der Globalisierung für den Wohlstand in Deutschland ist, verdeutlicht der Blick auf deren Einfluss auf das Wirtschaftswachstum seit der Wiedervereinigung: Zwischen 1990 und 2018 wuchs das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Deutschland im Durchschnitt jährlich um rd. 1,4 %. Rund 0,3 Prozentpunkte davon gehen auf die verstärkte wirtschaftliche, soziale und politische Integration Deutschlands in die Weltwirtschaft zurück. Der internationale Handel mit Waren und Dienstleistungen ist dabei ein wesentlicher Aspekt der Globalisierung, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe. Im Fahrzeugbau, im Maschinenbau, in der Pharma- und Chemieindustrie aber auch in der Elektronikindustrie werden weit mehr als die Hälfte der Gesamtumsätze im Ausland erzielt.

In welchem Umfang die Exportstärke, die in den vergangenen Jahren einer der Erfolgsfaktoren des deutschen Wirtschaftsmodells war, auch künftig ein Treiber des Wachstums sein kann, ist offen. Die Zukunft der Globalisierung und des internationalen Handels scheint unsicher – nicht zuletzt auch, weil die Corona-Krise längerfristige Veränderungen in der Handelspolitik und den Handelsbeziehungen der Unternehmen bewirken kann. Die aktuelle Analyse von Prognos für KfW Research analysiert die Auswirkungen mehrerer möglicher Entwicklungspfade der Globalisierung auf Wachstum, Wertschöpfung und Erwerbstätigkeit in Deutschland in den nächsten zehn Jahren. In einem Szenario, in dem sich die Globalisierung so langsam fortsetzt wie seit 2010, würde das reale BIP zwischen 2023 und 2030 durchschnittlich um 1,1 % pro Jahr wachsen. Dies erscheint wahrscheinlicher als eine umfassende Deglobalisierung oder ein erneuter Globalisierungsschub, wie er in den 1990er und 2000er Jahren zu beobachten war. Denn die protektionistischen Tendenzen der letzten Jahre und die als geschwächt geltende Welthandelsorganisation erschweren die weitere Integration der Weltwirtschaft und die internationalen Wertschöpfungsketten müssen die Corona-Krise verarbeiten, auch wenn die Vorteile internationaler Arbeitsteilung nach wie vor vorhanden sind.

„Es spricht einiges dafür, dass die Globalisierung nach Überwindung der Corona-Krise in langsamem Tempo voranschreitet. Die Unternehmen sind gut beraten, sich mit einer solchen möglichen Entwicklung auseinanderzusetzen – und über alternative Wachstumsstrategien nachzudenken“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Die aktuelle Analyse von Prognos für KfW Research zeigt dabei drei Möglichkeiten auf, um Exportstrategien anzupassen und neue Absatzpotenziale zu erschließen:

  • Stärkere Fokussierung auf die Binnennachfrage in Deutschland. Wachstumschancen ergeben sich hier vor allem aus den Megatrends demografischer Wandel, Digitalisierung sowie Klima- und Umweltschutz.
  • Entwicklung neuer, innovativer Exportprodukte oder -dienstleistungen. Die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmende Bedeutung von Klima- sowie Umweltschutz dürften auch international wichtige Impulse setzen. Schon heute ist Deutschland zweitgrößter Exporteur von Klima- und Umweltschutztechnologien.
  • Erschließung neuer, vielversprechender Exportmärkte. Jenseits der bisherigen Absatzmärkte in Europa, Nordamerika und Ostasien bieten einige Schwellen- und Entwicklungsländer Chancen.

Neben der Wirtschaft kann und muss auch die Politik ihren Beitrag für die Gestaltung der künftigen Globalisierung leisten. „Es gilt, verlässliche außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen sicherzustellen und zu einem stärker regelbasierten Handelssystem zurückzukehren. Der Abschluss neuer Handelsabkommen mit wachstumsstarken Schwellen- und Entwicklungsländern, eine weitere Liberalisierung des Dienstleistungshandels und die Schaffung eines digitalen EU-Binnenmarktes können wesentlich zu einer Stärkung des internationalen Handels beitragen,“ so Dr. Fritzi Köhler-Geib.

Quelle: KfW

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KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Industrie zieht Stimmung im Mittelstand nach unten

Mit dem dritten Rückgang in Folge schwenkt das Geschäftsklima der mittelständischen Unternehmen in Deutschland im September auf einen Abwärtstrend ein. Nach einem Minus von 1,7 Zählern erreicht es mit 5,3 Saldenpunkten nur noch ein leicht überdurchschnittliches Niveau. Beide Komponenten des Indikators verschlechtern sich, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Die Geschäftserwartungen sinken um 2,0 Zählern auf -0,9 Saldenpunkte und liegen damit leicht unter der Nulllinie, die für den langfristigen Mittelwert steht. Zum ersten Mal seit Januar sinken aber auch die Geschäftslageurteile.

KfW, Pressemitteilung vom 04.10.2021

  • Dritter Rückgang in Folge
  • Geschäftslage erstmals seit Januar schwächer, Erwartungen im Abwärtstrend
  • Wirtschaftswachstum flacht ab, bleibt aber positiv

Mit dem dritten Rückgang in Folge schwenkt das Geschäftsklima der mittelständischen Unternehmen in Deutschland im September auf einen Abwärtstrend ein. Nach einem Minus von 1,7 Zählern erreicht es mit 5,3 Saldenpunkten nur noch ein leicht überdurchschnittliches Niveau. Beide Komponenten des Indikators verschlechtern sich, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Die Geschäftserwartungen sinken um 2,0 Zählern auf -0,9 Saldenpunkte und liegen damit leicht unter der Nulllinie, die für den langfristigen Mittelwert steht. Zum ersten Mal seit Januar sinken aber auch die Geschäftslageurteile, und zwar um 1,4 Zähler auf 11,9 Saldenpunkte.

Das Geschäftsklima der Großunternehmen fällt im September in ähnlichem Ausmaß wie im Mittelstand (-1,6 Zähler auf 5,9 Saldenpunkte). Ursächlich sind hier allerdings allein schlechtere Lageurteile (-3,6 auf 12,5 Saldenpunkte). Die Geschäftserwartungen verharren bei -0,6 Saldenpunkten.

Vor allem das Verarbeitende Gewerbe zieht derzeit die Stimmung in der Wirtschaft nach unten. Bei stabil guten Exporterwartungen und einer hohen Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten ist es die Produktion, die nicht hinterherkommt und das Geschäftsklima belastet. Der Hemmschuh bleiben dabei die zahlreichen Engpässe bei Materialien, Vorprodukten und Lieferkapazitäten. Das gilt insbesondere für die mittelständische Industrie, deren Geschäftsklima im September um 7,8 Zähler auf nur noch 7,0 Saldenpunkte abstürzt. Nach sehr hohen Werten in den Vormonaten geben hier die Lageurteile deutlich nach. Vor allem aber verschlechtern sich die Geschäftserwartungen rasant und sind im September sogar leicht unterdurchschnittlich.

Viel besser als die Industrie entwickeln sich hingegen andere Branchen, allen voran der Bau. Obwohl auch hier schon seit Jahresbeginn rekordhohe Angebotsengpässe vorherrschen, legt das Geschäftsklima im mittelständischen Bauhauptgewerbe seit einigen Monaten beständig zu und macht auch im September ein deutlichen Satz nach oben (+4,0 Zähler auf 17,7 Punkte). Lichtblicke gibt es zudem im mittelständischen Dienstleistungssegment, dessen Geschäftsklima um 1,2 Zähler auf 3,2 Saldenpunkte zunimmt. Im mittelständischen Einzelhandel stagniert das Geschäftsklima dagegen aktuell bei soliden 8,2 Punkten. Im noch stärker mit der Industrie verbundenen mittelständischen Großhandel dürften ebenfalls Angebotsengpässe für den Stimmungsrückgang (-1,1 Zähler auf 9,3 Saldenpunkte) verantwortlich sein.

„Die letzten Meter sind die schwersten. Das gilt wohl auch für den Weg des deutschen Mittelstands aus der Corona-Krise, wie die aktuelle Stimmungseintrübung bei den kleinen und mittleren Unternehmen belegt“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Vor allem Engpässe bei Materialien, Vorprodukten und Frachtkapazitäten bremsen die Produktion schon seit Monaten und könnten auch zunehmend den Handel belasten. Wann es angebotsseitig zu einer Besserung kommt, ist indes aufgrund der Vielfalt der Störfaktoren nur schwer abzuschätzen.“ Die Dienstleistungsunternehmen achteten dagegen vor allem auf die Infektionszahlen, die im Befragungszeitraum rückläufig waren. Auch wenn die Infektionszahlen im Herbst voraussichtlich stiegen, blieben pauschale Shutdowns mit dem Einsatz von Impfnachweisen, Tests und Masken unwahrscheinlich. „Alles in allem dürfte das gesamtwirtschaftliche Wachstum in den nächsten Monaten zwar abflachen, aber weiterhin positiv ausfallen. Mit der aufgestauten Nachfrage im Verarbeitenden Gewerbe gibt es außerdem Potenzial für einen Wachstumsschub, sobald sich die gegenwärtigen Angebotsengpässe graduell bessern. Voraussichtlich wird das allerdings erst im Lauf des kommenden Jahres der Fall sein“, so Köhler-Geib.

Quelle: KfW

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Kurzarbeit geht langsamer zurück

Immer weniger Menschen sind lt. ifo Institut in Kurzarbeit, allerdings hat sich dieser Rückgang im September verlangsamt. 610.000 Menschen waren noch in Kurzarbeit, nach 694.000 im August. Im Juli waren es 1,07 Mio.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 05.10.2021

Immer weniger Menschen sind in Kurzarbeit, allerdings hat sich dieser Rückgang im September verlangsamt. 610.000 Menschen waren noch in Kurzarbeit, nach 694.000* im August. Im Juli waren es 1,07* Millionen. Das sind 1,8 Prozent der abhängig Beschäftigten nach 2,1* Prozent im August und 3,2* im Juli. Das schätzt das ifo Institut auf der Grundlage seiner Konjunkturumfrage und von Daten der Bundesagentur für Arbeit.

„Einen kleinen Anstieg der Kurzarbeitszahlen sehen wir dagegen in der Industrie, von 250.000 auf 260.000 Beschäftigte oder von 3,6* auf 3,7 Prozent. Insbesondere die Autobranche und die Metallerzeugung haben die Kurzarbeit erhöht, offenbar wegen der Lieferprobleme bei Vorprodukten“, sagt ifo-Umfrageexperte Stefan Sauer. In der Autobranche stieg die Zahl von 26.000* auf 34.000, das sind nun 3,6* Prozent nach 2,8 Prozent der Beschäftigten. In der Metallerzeugung von 3.000* auf 6.000, das sind nun 2,1 Prozent nach 1,1* Prozent. Im Druckgewerbe sind jetzt noch 6,3 Prozent nach 10,0* Prozent in Kurzarbeit, was 8.000 Beschäftigten entspricht.

Die stärksten Rückgänge gab es im Gastgewerbe. Hier sind aktuell 5,5 Prozent oder 58.000 Beschäftigte in Kurzarbeit, im Vormonat waren es noch 7,6* Prozent. Im Einzelhandel sank die Kurzarbeit von 1,0* auf 0,9 Prozent, was dort 21.000 Beschäftigte bedeutet, im Großhandel von 1,7* auf 1,1 Prozent oder 15.000 Beschäftigte.

Fußnote

* Korrigierter Wert

Quelle: ifo Institut

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Lage der Autoindustrie deutlich schlechter

Die Lage der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer hat sich im September empfindlich abgekühlt. Der entsprechende ifo-Wert stürzte von 32,0 auf 13,2 Punkte.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.10.2021

Die Lage der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer hat sich im September empfindlich abgekühlt. Der entsprechende ifo-Wert stürzte von 32,0 auf 13,2 Punkte. Im Juli waren es noch 52,9 Punkte. „Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Autobranche die am stärksten von Lieferengpässen mit Vorprodukten betroffene Branche ist“, sagt Oliver Falck, der Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Positive Impulse kommen einzig aus dem Ausland: Die Exporterwartungen haben sich deutlich verbessert. Der Indikator stieg auf 34,5 Punkte, nach 17,0 im August. Das kann sich positiv auf die Produktionserwartungen auswirken. Der Wert stieg von 35,4 auf 37,4 Punkte. „Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unsicherheit vieler Konsumenten in China durch die Krise des Immobilienentwicklers Evergrande auf die Stimmung der deutschen Autobauer drückt, die inzwischen mehr Autos in China produzieren als in Deutschland“, sagt Falck.

Die Situation im Inland bleibt kritisch: Der Auftragsbestand fiel auf 5,3 Punkte, nach 17,1 im August. Im Juli wurde der Bestand noch mit guten 52,5 Punkten bewertet. Die Nachfrage ist erstmals seit Mai 2020 wieder rückläufig. Der Wert fiel von 1,7 auf minus 15,7 Punkte. Entlang der Lieferkette bewerteten die Unternehmen den Fertigwarenlagerbestand als zu groß.

Quelle: ifo Institut

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Zukunftsfähigkeit braucht Investitionen

Wie sehen die Betriebe hierzulande den Standort Deutschland, und welche vordringlichen Aufgaben schreiben sie der künftigen Bundesregierung auf die Agenda? Das IHK-Unternehmensbarometer zur Bundestagswahl 2021 zeigt, dass sich die Bewertung der Rahmenbedingungen in den vergangenen vier Jahren nochmals verschlechtert hat – und das in einer Zeit, in der wirtschaftliche Veränderungen große Investitionen bei den Unternehmen erfordern.

DIHK, Mitteilung vom 30.09.2021

Die deutschen Unternehmen erwarten von der künftigen Bundesregierung deutlich mehr Tempo und ein besseres Umfeld für ihre erforderlichen Investitionen – so das Fazit des „IHK-Unternehmensbarometers zur Bundestagswahl 2021“ bei rund 3.500 Betrieben aller Branchen und Regionen. Insgesamt fällt die Bewertung des Wirtschaftsstandortes schlechter aus als vor vier Jahren. Dazu beigetragen hat auch die Corona-Pandemie, in der die Betriebe vieles aufgefangen, jedoch gute Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln oftmals vermisst haben. Richtschnur für den neuen Koalitionsvertrag sollte deshalb sein, private und öffentliche Investitionen zu fördern.

Standortdefizite vor allem bei Bürokratie

Auf einer Skala von 1 bis 6 bildet die Bürokratie mit einer Durchschnittsbewertung von 4,8 das Schlusslicht bei den Standortfaktoren. Viele Unternehmen haben nicht die Ressourcen, um eine wachsende Zahl an komplexen und sich wiederholenden Melde-, Berichts- und Dokumentationspflichten, in der Regel im Papierformat, zu erfüllen.

Ähnlich unzufrieden sind die Betriebe mit den Strom- und Energiekosten in Deutschland (4,5). Bei den gewerblichen Strompreisen liegt der Standort an der Spitze im europäischen Vergleich. Die nationale Sonder-CO2-Bepreisung fossiler Brennstoffe treibt die Energiekosten vieler Industrieunternehmen weiter in die Höhe und belastet deren Wettbewerbsfähigkeit auch innerhalb Europas.

Auch beim Thema Digitalisierung sehen die Unternehmen enormen Verbesserungsbedarf (4,3). Der Infrastrukturausbau schreitet in Deutschland zwar voran, muss aber besser mit den zunehmenden Digitalisierungserfordernissen der Unternehmen mitwachsen. Nach wie vor eher positiv schätzen die Betriebe die duale Berufliche Bildung, die Rechtssicherheit in Deutschland sowie die Situation bei Forschung und Innovation ein.

Kernaufgaben für die Zukunft

Für die neue Bundesregierung sollte aus Sicht der Unternehmen Priorität haben, die Digitalisierung voranzutreiben – 61 Prozent der Befragten sehen hier einen vorrangigen Handlungsbedarf. Die Corona-Pandemie hat den Transformationsdruck für die Betriebe erheblich verstärkt. Es fehlt jedoch an grundlegenden Rahmenbedingungen, damit die Unternehmen die Potenziale der Digitalisierung voll ausschöpfen können: Eine moderne digitale Infrastruktur, also Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude hinein, ist dafür eine entscheidende Voraussetzung. Ebenfalls weit oben auf die Agenda gehört für die Betriebe eine Verbesserung und Beschleunigung von Verwaltungsleistungen (41 Prozent).

Das enorme Entlastungs- und Modernisierungspotenzial, das digitale Angebote und Lösungen für Gesetzgebung und Verwaltung eröffnen, wird bislang nicht genutzt. Hier bedarf es nicht zuletzt eines unternehmensorientierten einheitlichen Zugangs zu digitalen Verwaltungsleistungen. Zu den wichtigsten fünf Unternehmensthemen für die neue Bundesregierung gehören weiter: „Klimapolitik investitionssicher und wettbewerbsfähig gestalten“ (39 Prozent), „Staatliche Belastung des Strompreises reduzieren“ (31 Prozent) sowie „Unternehmensbesteuerung modernisieren“ (33 Prozent).

Investitionen als Schlüssel für nachhaltiges Wachstum

Neun von zehn Unternehmen stimmen der Aussage zu, dass es einen massiven Investitionsbedarf sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich gibt. Im Corona-Jahr 2020 haben die Betriebe ihre Ausrüstungsinvestitionen deutlich reduziert, und sie bleiben auch weiterhin zurückhaltend – in einer Zeit, in der wirtschaftliche Veränderungen bei den Unternehmen den Einsatz erheblicher Mittel erfordern. Gerade jetzt müssen bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das Vertrauen in den Standort Deutschland zu stärken und Investitionen zu ermöglichen – damit die deutsche Wirtschaft nachhaltig wachsen und in eine positive Zukunft blicken kann.

Ausführlichere Informationen zum Unternehmensbarometer finden Sie hier.

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Corona-Krise wirkt sich auf die Wirtschaftsbranchen in Ost und West ähnlich aus

Die Corona-Krise hat sich auf die Wirtschaft in Ost- und Westdeutschland ähnlich gravierend ausgewirkt. Zwar gab es in einzelnen Branchen und Wirtschaftszweigen durchaus regionale Unterschiede, insgesamt zeigt sich jedoch ein vergleichsweise einheitliches Bild, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 01.10.2021

  • Gastgewerbe: Starke Umsatzeinbußen in Ost und West im 1. Jahr der Pandemie, Erholung seither nur im Westen
  • Verarbeitendes Gewerbe: Coronabedingte Umsatzeinbrüche fallen im Westen deutlicher aus
  • Bauhauptgewerbe: Rohstoffmangel bremste zuletzt Konjunktur in Ost und West
  • Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 geht in ostdeutschen Ländern weniger zurück

Die Corona-Krise hat sich auf die Wirtschaft in Ost- und Westdeutschland ähnlich gravierend ausgewirkt. Zwar gab es in einzelnen Branchen und Wirtschaftszweigen durchaus regionale Unterschiede, insgesamt zeigt sich jedoch ein vergleichsweise einheitliches Bild, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am 3. Oktober mitteilt. Aufgrund bestehender struktureller Unterschiede zwischen Ost und West zeigten sich allerdings Abweichungen bei der Wirtschaftsleistung der jeweiligen Bundesländer im Jahr 2020.

Die stärksten Umsatzeinbußen hatte in Ost wie West das von den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie besonders betroffene Gastgewerbe zu verzeichnen: Hier gingen die nominalen Umsätze in den ersten 12 Monaten nach Ausbruch der Pandemie – also von März 2020 bis Februar 2021 – gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte zurück. Auch in den darauffolgenden Monaten verbesserte sich die Lage im Gastgewerbe kaum, allerdings zeigte sich bei den Umsätzen in Westdeutschland von März bis Juli 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine leichte Erholung (+1,7 %), während sie im Osten noch stärker einbrachen (-7,5 %).

Im Verarbeitenden Gewerbe zeigte sich in Ost und West von März bis Juli 2021 eine starke Erholung: Die nominalen Umsätze lagen 22,1 % (Ost) beziehungsweise 23,0 % (West) über denen des Vorjahreszeitraums, der größtenteils vom ersten Lockdown überschattet war, – und damit jeweils nahezu auf Vorkrisenniveau. In den ersten 12 Monaten der Pandemie war der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe in den westdeutschen Ländern mit einem Minus von 9,9 % stärker eingebrochen als im Osten (-5,7 %). Das Bauhauptgewerbe insgesamt verzeichnete seit Ausbruch der Pandemie keine Umsatzeinbrüche. Allerdings bremste der unter anderem durch Corona-Effekte hervorgerufene Rohstoffmangel die Konjunktur von März bis Juli 2021: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es in Ost (+1,1 %) wie West (+ 1,4 %) nur geringe Umsatzzuwächse.

Verarbeitendes Gewerbe: Branchen in Ost und West ähnlich stark betroffen

Der Industriesektor ist im Westen Deutschlands stärker ausgeprägt als im Osten. In den westdeutschen Ländern war die Automobilherstellung als bedeutsamste Industriebranche in den knapp anderthalb Jahren seit Beginn der Krise den stärksten Schwankungen unterworfen. In der Automobilbranche gingen die nominalen Umsätze in den 12 Monaten nach Ausbruch der Pandemie gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,8 % zurück. Von März bis Juli 2021 folgte ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte (+43,0 %), das Vorkrisenniveau war damit allerdings noch nicht erreicht. Hohe Umsatzeinbußen verzeichneten im ersten Krisenjahr auch der Maschinenbau (-10,9 %) sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung (-9,1 %). Von der wirtschaftlichen Erholung seither profitierte vor allem die Metallbranche: Die Umsätze in der Metallerzeugung und -bearbeitung legten von März bis Juli 2021 um 41,3 % % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

In den ostdeutschen Bundesländern fiel der coronabedingte Umsatzeinbruch von März 2020 bis Februar 2021 im Maschinenbau (-12,8 % gegenüber Vorjahreszeitraum) und bei der Herstellung von Metallerzeugnissen (-11,6 %) besonders hoch aus. Dagegen konnten die ostdeutschen Hersteller von elektrischen Ausrüstungen im Gegensatz zu jenen in Westdeutschland ihre Umsätze steigern – um 7,8 %. Von der wirtschaftlichen Erholung in den Folgemonaten des Jahres 2021 profitierte im Osten Deutschlands – ähnlich wie im Westen – vor allem die Automobilindustrie (+69,1 % gegenüber März bis Juli 2020) und die Metallerzeugung und -verarbeitung (+54,5 %). Die nominalen Umsätze lagen hier über dem Vorkrisenniveau.

Bauwirtschaft: Positive Entwicklung im Westen etwas stärker

Das Baugewerbe spielt für die Wirtschaft in Ostdeutschland eine etwas größere Rolle als für den Westen. Gerade dort kam allerdings die insgesamt positive Entwicklung der Branche nach Ausbruch der Pandemie weniger zum Tragen: In den ersten 12 Monaten der Krise nahmen die nominalen Umsätze in Ostdeutschland um 0,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, in den westdeutschen Ländern dagegen um 4,4 %. Größere Unterschiede gab es vor allem beim Wohnungsbau (+2,1 % im Osten, +8,2 % im Westen) sowie beim gewerblichen Tiefbau (-2,7 % im Osten, +11,4 % im Westen).

Gastronomie und Beherbergung: Erholung im Westen, Einbußen im Osten

Die coronabedingten Einschränkungen sorgten im Gastgewerbe im ersten Jahr der Pandemie bundesweit für deutliche Umsatzeinbrüche. Diese fielen sowohl mit Blick auf die Gastronomie als auch mit Blick auf die Beherbergungsbetriebe in Ost und West ähnlich deutlich aus. Von März 2020 bis Februar 2021 verzeichneten die Gastronomen in Ostdeutschland um 40,1 % geringere Umsätze als im Vorjahreszeitraum (Westdeutschland -43,8 %); die Beherbergungsbetriebe verbuchten in den ostdeutschen Ländern mit 52,6 % ein leicht geringeres Umsatzminus als jene in den westdeutschen Ländern (-58,1 %). Während sich in den darauffolgenden Monaten jedoch in den westdeutschen Ländern eine leichte Erholung abzeichnete, gingen die Umsätze im Osten Deutschlands weiter zurück: So mussten die Beherbergungsbetriebe in Ostdeutschland von März bis Juli 2021 ein Umsatzminus von 14,6 % gegenüber dem bereits von der Pandemie überschatteten Vorjahreszeitraum hinnehmen (Westdeutschland: +0,9 %). In der Gastronomie in Ostdeutschland fiel das Minus gegenüber März bis Juli 2020 mit -3,6 % nicht ganz so hoch aus wie in den Beherbergungsbetrieben, im Westen war dagegen eine leichte Erholung von 2,0 % zu verzeichnen.

Wirtschaftsleistung ging 2020 in ostdeutschen Ländern weniger stark zurück

Aufgrund der strukturellen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bei den einzelnen Wirtschaftsbereichen wirkten sich die wirtschaftlichen Entwicklungen im Corona-Jahr 2020 unterschiedlich stark auf die ökonomische Gesamtleistung der Bundesländer aus. Beim preisbereinigten Bundesinlandsprodukt (BIP) fiel der Rückgang im Jahr 2020 gegenüber 2019 in den ostdeutschen Ländern (-3,8 %) geringer aus als im Westen (-5,1 %). Deutlich eingebrochen ist 2020 das Verarbeitende Gewerbe: Mit einem Minus der preisbereinigten Bruttowertschöpfung von 10,8 % war der Rückgang in den westdeutschen Bundesländern deutlich stärker als in den ostdeutschen Ländern (-7,4 %). Zudem ist der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Wirtschaftsleistung im Westen mit 20,9 % deutlich höher als im Osten (13,5 %).

Nicht ganz so ausgeprägt ist der Ost-West-Unterschied der wirtschaftlichen Entwicklung 2020 in den Dienstleistungsbereichen, zu denen auch Handel und Gastgewerbe zählen. Aber auch hier ist der Rückgang 2020 gegenüber dem Vorjahr mit -4,4 % in den alten Bundesländern etwas stärker als in den neuen Ländern (-4,0 %). Der Anteil der Dienstleister an der Wertschöpfung insgesamt ist dabei im Westen mit 69,6 % niedriger als im Osten (73,9 %). Ein anderes Bild ergibt sich beim Baugewerbe, das relativ gut durch das Jahr 2020 kam. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung legte im Westen um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr zu, im Osten lag sie mit 0,8 % nur leicht über dem Vorjahresniveau. Mit 7,4 % ist der Anteil des Baugewerbes an der Wirtschaftsleistung in Ostdeutschland dabei etwas höher als in Westdeutschland.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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