Chancen der Handelspolitik: Rückenwind für die Außenwirtschaft

Die stark internationalisierte deutsche Wirtschaft ist auf offene Märkte und gute Regeln für Handel und Investitionen angewiesen. Entsprechend wichtig ist für die Unternehmen eine Handelspolitik mit hohem Stellenwert. Dazu zählt der Einsatz für eine Modernisierung der WTO und für eine ehrgeizige EU-Handelspolitik. Aber auch bei der Umsetzung von Abkommen könnten lt. DIHK Vereinfachungen gerade kleinere Betriebe entlasten und den Handel erleichtern.

DIHK, Mitteilung vom 26.08.2021

Das Import- und Exportgeschäft wird gerade für kleine und mittelständische Unternehmen immer komplexer. Ein weltweit zunehmender Protektionismus schränkt zusätzlich zu aktuellen Lieferkettenengpässen die Entwicklungsmöglichkeiten für die Unternehmen ein. In den Bundestagswahlprogrammen hat die Handelspolitik dennoch keinen besonderen Stellenwert. Dabei ist die stark internationalisierte deutsche Wirtschaft auf offene Märkte und gute Regeln für Handel und Investitionen angewiesen. Schließlich hängt jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland am Export, in der Industrie sogar jeder zweite. Was kann die zukünftige Bundesregierung hier zur Unterstützung der Unternehmen leisten?

WTO: Faire Wettbewerbsregeln weltweit

Zwei Drittel der außereuropäischen Exporte deutscher Unternehmen beruhen einzig auf Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Diese schafft grundlegende und weltweit einheitliche Vorgaben für den Handel, sie ermöglicht darüber hinaus Transparenz und Überwachung sowie die Streitschlichtung zwischen Mitgliedern auf Augenhöhe. Seit einigen Jahren ist diese multilaterale Kooperation für offene Märkte jedoch ins Stocken geraten, sodass die Welthandelsregeln mit den großen wirtschaftlichen Veränderungen seit 1995 nicht Schritt gehalten haben. Die neue Bundesregierung sollte daher einen starken Modernisierungsimpuls in Richtung WTO für weltweit faire und moderne Spielregeln aussenden. Dabei sollten die Wiederherstellung der WTO-Streitschlichtung sowie modernere Regelungen zu Subventionen oder zum elektronischen Handel im Fokus sein.

EU: Weltmeister der Handelsabkommen

Der EU-Binnenmarkt ist einer der größten Wirtschaftsräume weltweit und hat seit Jahrzehnten eine erfolgreiche gemeinsame Handelspolitik, von der für die deutsche Wirtschaft viele positive Impulse ausgehen: Derzeit ist die Europäische Union der wichtigste Handelspartner für 74 Länder, darunter solche aus Asien und Afrika sowie die USA. Die EU wendet 45 Handelsabkommen mit 77 Ländern an, die ein Drittel des EU-Außenhandels abdecken. Abkommen mit 24 Ländern stehen vor der Ratifizierung, 29 weitere werden verhandelt. Hinzu kommt bevorzugter Marktzugang, den die EU einseitig 73 Entwicklungsländern gewährt. Diese Abkommen öffnen Drittmärkte im Dienstleistungs- und Beschaffungsbereich, sie erleichtern zudem Investitionen und ermöglichen einen zollfreien Warenhandel. Zudem legen sie Regeln für fairen Wettbewerb, Transparenz oder Schutz von geistigem Eigentum und Nachhaltigkeit fest.

Chancen mit wichtigen Partnern vorantreiben

Einige EU-Abkommen stehen derzeit kurz vor dem Inkrafttreten und könnten den Unternehmen einen wichtigen Auftrieb nach der Corona-Krise bieten. Entscheidend für ihre Umsetzung wird hierbei die Position der neuen Bundesregierung sein, die sich daher für eine ehrgeizige EU-Handelspolitik einsetzen sollte. Aktuell sind die Verhandlungen mit den wirtschaftsrelevanten Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay abgeschlossen und das entsprechende Abkommen steht zur Ratifizierung an. Das EU-Mexiko-Abkommen wartet nach seiner Modernisierung nun ebenso auf sein Inkrafttreten. Die laufenden Verhandlungen mit Indonesien könnten für die Europäische Union 2022 einen wichtigen Markt öffnen – während das asiatische Land selbst die G20-Präsidentschaft innehat. 2023 übernimmt Indien die G20-Präsidentschaft, was ebenfalls ein guter Anlass für den Abschluss der wichtigen Handelsverhandlungen mit der EU wäre.

Bürokratieabbau im Handel

Damit Handelsabkommen Erfolg haben, ist ihre Umsetzung entscheidend – gerade für den Mittelstand. Die neue Bundesregierung sollte sich hier für Vereinfachungen einsetzen, insbesondere durch klare und harmonisierte Regeln für den Warenursprung, ein vollumfängliches EU-Online-Tool zu Ursprungsregeln und die Ausfertigung von standardisierten Ursprungsnachweisen über alle Abkommen hinweg. Die Digitalisierung der Zollprozesse sollte beschleunigt und der EU-Zolltarif vereinfacht werden. Das würde gerade kleine und mittelständische Unternehmen entlasten und den Handel erleichtern.

Quelle: DIHK

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Importpreise im Juli 2021: +15,0 % gegenüber Juli 2020

Die Importpreise waren im Juli 2021 um 15,0 % höher als im Juli 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+17,4 % gegenüber September 1980). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Juni 2021 bei +12,9 % gelegen, im Mai 2021 bei +11,8 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 27.08.2021

Importpreise, Juli 2021

  • +2,2 % zum Vormonat
  • +15,0 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Juli 2021

  • +1,2 % zum Vormonat
  • +6,3 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im Juli 2021 um 15,0 % höher als im Juli 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+17,4 % gegenüber September 1980). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Juni 2021 bei +12,9 % gelegen, im Mai 2021 bei +11,8 %. Gegenüber dem Vormonat Juni 2021 stiegen die Importpreise im Juli 2021 um 2,2 %.

Veränderungen der Exportpreise Juli 2021

Der Index der Exportpreise lag im Juli 2021 um 6,3 % über dem Stand von Juli 2020. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Januar 1982 gegeben (+6,6 % gegenüber Januar 1981). Im Juni 2021 und im Mai 2021 hatte die Jahresveränderungsrate bei +5,0 % beziehungsweise bei +4,2 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Juni 2021 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 1,2 %. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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ifo Beschäftigungsbarometer gestiegen (August 2021)

Die deutschen Unternehmen werden wieder aktiver bei der Mitarbeitersuche. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im August auf 103,6 Punkte gestiegen, von 102,4 Punkten im Juli. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.08.

Die deutschen Unternehmen werden wieder aktiver bei der Mitarbeitersuche. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im August auf 103,6 Punkte gestiegen, von 102,4 Punkten im Juli. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat das Beschäftigungsbarometer etwas nachgegeben. Gleichwohl planen die Unternehmen weiterhin, das Personal aufzustocken. Insbesondere die Elektrobranche und der Maschinenbau suchen neue Mitarbeiter. Bei den Dienstleistern konnte der starke Rückgang des Barometers im Vormonat teilweise wieder aufgeholt werden. Die steigenden Infektionszahlen lösen Zurückhaltung im Gastgewerbe aus. Im Handel hat das Barometer etwas nachgegeben, ist aber noch auf Neueinstellungen ausgerichtet. Auch im Bauhauptgewerbe gibt es eine leicht positive Tendenz.

Quelle: ifo Institut

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10 Jahre Industrie 4.0 – was noch zu tun ist

Vor 10 Jahren wurde die vierte industrielle Revolution in Deutschland ausgerufen. Das Ziel dieser Industrie 4.0: die industrielle Produktion unternehmensübergreifend digital verzahnen. Mittlerweile setzen lt. Bitkom 62 Prozent der Unternehmen in Deutschland Industrie 4.0-Anwendungen ein.

Bitkom, Pressemitteilung vom 26.08.2021

  • 95 Prozent der Unternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance
  • Bitkom veröffentlicht Positionspapier „10 Jahre Industrie 4.0 – 10 Punkte für die nächste Legislaturperiode“

Vor 10 Jahren wurde die vierte industrielle Revolution in Deutschland ausgerufen. Das Ziel dieser Industrie 4.0: die industrielle Produktion unternehmensübergreifend digital verzahnen. Mittlerweile setzen 62 Prozent der Unternehmen in Deutschland Industrie 4.0-Anwendungen ein. „Industrie 4.0 gestaltet effizientere und nachhaltige Wertschöpfungsketten, bietet neue Geschäftsmodelle und schafft Arbeitsplätze in Deutschland“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Bedeutende Projekte wie Gaia-X und die Schaffung von europäischen Datenräumen sind wichtige Grundlagen eines funktionierenden Ökosystems für Industrie 4.0. Deutschland als Begründer des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 muss gerade auch beim Einsatz von Industriedaten eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Trotz der Verbreitung von Industrie 4.0-Lösungen in den Fabrikhallen, stufen sich aktuell zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) als Nachzügler oder als bereits abgehängt ein. Rohleder fordert: „Die neue Bundesregierung muss in der kommenden Legislaturperiode Industrie 4.0 und die digitale Transformation schneller voranbringen. Das produzierende Gewerbe ist das Herz der deutschen Wirtschaft und da müssen wir die Schlagzahl erhöhen.“

Herausforderungen sind seit Jahren bekannt

Die Hemmnisse für den Einsatz von Industrie 4.0-Anwendungen haben sich in den vergangenen Jahren praktisch nicht verändert. Die größten Herausforderungen sind fehlende finanzielle Mittel (77 Prozent), Anforderungen an den Datenschutz (61 Prozent) und an die IT-Sicherheit (57 Prozent) sowie der Fachkräftemangel (55 Prozent). „95 Prozent der deutschen Industrieunternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance für das eigene Geschäft. Die Entwicklung und der Einsatz solcher Lösungen sind daher ein Muss für eine erfolgreiche Digitalisierung des Standorts Deutschland“, so Rohleder. „Industrie 4.0 ist auch in anderen Anwendungsfeldern wie Mobilität, Gesundheit, Klima und Energie zu einem strategisch wichtigen Einflussfaktor geworden. Die Bedeutung reicht über das produzierende Gewerbe weit hinaus.“

Bitkom hat eine Reihe politischer Maßnahmen zusammengestellt, die von der kommenden Bundesregierung umgesetzt werden sollten, um die Potenziale von Industrie 4.0 schneller zu erschließen. Die Publikation kann hier kostenlos heruntergeladen werden. (…)

Quelle: Bitkom

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ifo Exporterwartungen gefallen (August 2021)

Unter den deutschen Exporteuren hat sich die Stimmung merklich verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im August auf 16,6 Punkte gefallen, von 23,1 Punkten im Juli (saisonbereinigt korrigiert). Die deutsche Exportwirtschaft verliert an Dynamik.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.08.2021

Unter den deutschen Exporteuren hat sich die Stimmung merklich verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im August auf 16,6 Punkte gefallen, von 23,1 Punkten im Juli (saisonbereinigt korrigiert). Die deutsche Exportwirtschaft verliert an Dynamik.

Einen deutlichen Dämpfer bei den Exporterwartungen musste die Elektroindustrie verkraften. Es werden jedoch weiterhin steigende Auslandsumsätze erwartet, wenn auch weniger stark. Auch in der Nahrungsmittelindustrie gaben die Erwartungen deutlich nach. Sie rechnet eher mit stagnierenden Umsätzen. Gleiches gilt für die Möbelindustrie, wo die Euphorie der vergangenen drei Monate verflogen ist. Die Automobilindustrie hingegen erwartet eine größere Dynamik beim Auslandsgeschäft. Auch in der Papierindustrie zeigen sich die Unternehmen wieder optimistisch.

Quelle: ifo Instit

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Konjunktureuphorie vorerst gestoppt?

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im August insgesamt ein etwas moderateres Bild. Während die Einkommenserwartungen leicht steigen, müssen sowohl die Konjunkturerwartung als auch die Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für September -1,2 Punkte und damit 0,8 Punkte weniger als im August dieses Jahres (revidiert -0,4 Punkte).

GfK, Pressemitteilung vom 26.08.2021

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im August insgesamt ein etwas moderateres Bild. Während die Einkommenserwartungen leicht steigen, müssen sowohl die Konjunkturerwartung als auch die Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für September -1,2 Punkte und damit 0,8 Punkte weniger als im August dieses Jahres (revidiert -0,4 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für August 2021.

Neben der gesunkenen Anschaffungsneigung sorgt auch eine im August zunehmende Sparneigung dafür, dass das Konsumklima aktuell sinkt.

Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte dazu: „Deutlich steigende Inzidenzen, ein Nachlassen der Impfdynamik sowie die Diskussionen darüber, wie künftig mit ungeimpften Personen umgegangen werden soll, haben die Konsumenten spürbar verunsichert. Sie befürchten, dass Beschränkungen sogar wieder verschärft werden könnten. Dies drückt derzeit offenbar auf die Konsumstimmung.“

Hinzu kommt, dass das Thema Inflation plötzlich wieder eine Rolle in der Diskussion um die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland spielt. So stiegen nach Angaben den Statistischen Bundesamtes die Lebenshaltungskosten im Juli dieses Jahres um 3,8 Prozent. Eine höhere Preissteigerungsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit 4,3 Prozent.

Und Bürkl weiter: „Seit Mitte dieses Jahres steigen die Preise rasant. Erfahrungsgemäß wirkt sich dies dämpfend auf die Konsumlaune aus. Zwar sind dies in erster Linie Einmal-Effekte durch das Absenken der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020. Aber angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase empfinden die privaten Haushalte die Inflationsraten als noch bedrohlicher für ihre Kaufkraft.“

Konjunktureuphorie nimmt ab

Nach Erreichen eines 10-Jahres-Hochs im Juni 2021 schwindet die Euphorie der Verbraucher im Hinblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Im August muss die Konjunkturerwartung zum zweiten Mal in Folge Einbußen hinnehmen. Nach Verlusten von 13,8 Zählern sinkt der Indikator auf 40,8 Punkte.

Trotz der Verluste weist die Konjunkturerwartung nach wie vor ein überaus hohes Niveau auf. Dies zeigt auch der entsprechende Vorjahresvergleich, der mit plus 29,1 Punkten sehr deutlich ist. Nach wie vor sehen die Konsumenten die deutsche Wirtschaft im Aufschwung, wenn auch nach ihrer Einschätzung die Dynamik etwas nachlassen dürfte.

Einkommenserwartung behauptet gutes Niveau

Im Gegensatz zu den Konjunkturerwartungen behaupten die Einkommensaussichten ihr gutes Niveau. Der Indikator Einkommenserwartung gewinnt sogar leicht hinzu (+1,5 Punkte). Aktuell weist die Einkommensstimmung einen Wert von 30,5 Punkten auf. Damit liegt sie knapp 18 Punkte über ihrem entsprechenden Vorjahreswert.

Bislang sind die Einkommensaussichten offenbar nicht von den stärker steigenden Preisen betroffen. Eine stabile Beschäftigungslage und damit einhergehend eine geringe Furcht, den Job zu verlieren, stabilisieren den Indikator.

Anschaffungsneigung mit moderaten Verlusten

Die Anschaffungsneigung kann im August offenbar nicht von den leicht steigenden Einkommensaussichten profitieren. Der Indikator verliert 4,5 Punkte und rutscht auf 10,3 Punkte. Gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres weist die Konsumneigung ein Minus von gut 33 Zählern auf.

Trotz gut gefüllter Portemonnaies ist die Konsumlaune noch verhalten. Ein ungetrübtes Einkaufserlebnis ist angesichts von Maskenpflicht und Abstandsregeln nach wie vor nicht möglich. Zudem dürften die stärker steigenden Preise ebenfalls auch die Konsumneigung drücken. (…)

Quelle: GfK

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Kleinstbetriebe auf der Suche nach Auszubildenden

Im Wettstreit um die Auszubildenden geraten die Kleinstbetriebe (weniger als 10 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte) weiter ins Hintertreffen: Zum 31.12.2020 waren in diesen Betrieben lt. IfM Bonn 3,4 % weniger Auszubildende beschäftigt als Ende 2019.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 25.08.2021

IfM Bonn: Zuwachs an Auszubildenden war im Gesundheits- und Sozialwesen in 2020 am größten

Im Wettstreit um die Auszubildenden geraten die Kleinstbetriebe (weniger als 10 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte) weiter ins Hintertreffen: Zum 31. Dezember 2020 waren in diesen Betrieben 3,4 % weniger Auszubildende beschäftigt als Ende 2019. Dagegen stieg im gleichen Zeitraum die Anzahl der Auszubildenden in Großbetrieben (500 und mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte) um 2,4 %.

Insgesamt waren in den Kleinstbetrieben zum Jahreswechsel 2020/21 nur noch 15,4 % aller Auszubildenden zu finden, in Großbetrieben hingegen 20,1 %. Zum Vergleich: In 2010 waren noch 21,2 % der Auszubildenden in Kleinstbetrieben beschäftigt – und in Großbetrieben 16,8 %.

„Auch wenn weiterhin die klare Mehrheit der Auszubildenden – fast 80 % – in den kleinen und mittleren Betrieben zu finden ist, nimmt der Anteil der Auszubildenden, der auf Großbetriebe entfällt, langsam, aber stetig zu“, berichtet IfM-Wissenschaftler Dr. André Pahnke. Ein wesentlicher Grund für den kontinuierlichen Rückgang der Auszubildendenzahl in den Kleinstbetrieben liegt seinen Untersuchungen zufolge darin, dass diese Betriebe immer seltener geeignete Bewerberinnen und Bewerber finden. Gleichwohl sei die Ausbildungsbereitschaft der Kleinstbetriebe in den vergangenen Jahren nicht gesunken, sondern eher gestiegen. Meist bieten sie jedoch nur einen Ausbildungsplatz an. Kann dieser nicht besetzt werden, fallen sie als Ausbildungsbetrieb aus den amtlichen Statistiken heraus, so dass der Eindruck entsteht, sie würden weniger ausbilden wollen.

„In der Regel reduzieren Kleinstbetriebe ihr Ausbildungsengagement jedoch nur dann, wenn sie keinen Bedarf an selbst ausgebildeten Fachkräften haben bzw. nur an sofort produktiv einsetzbaren Fachkräften interessiert sind. Angesichts der aktuellen Zahlen sollte jedoch die im jüngsten Bildungsbericht geäußerte Befürchtung ernst genommen werden, dass die grundlegende Ausbildungsbereitschaft der Betriebe nachhaltig sinken könnte, wenn sie über einen längeren Zeitraum mit Besetzungsproblemen konfrontiert sind“, so der IfM-Wissenschaftler.

Mehr Auszubildende im Gesundheits- und Sozialwesen

Erwartungsgemäß sank im Pandemiejahr 2020 die Anzahl der Auszubildenden im Gastgewerbe (-11,6 %) – wie in einer Reihe weiterer Branchen auch, z. B. dem verarbeitenden Gewerbe (-5,2 %). Dagegen stieg im Gesundheits- und Sozialwesen (+4,5 %) nicht nur deutlich ihre Zahl, sondern es waren erstmals in diesem Bereich auch mehr Auszubildenden (294.059 Personen) zu finden als im Wirtschaftszweig „Handel, Instandhaltung und Reparatur von KfZ“ (280.164 Personen).

Quelle: IfM Bonn

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KfW-Konjunkturkompass: Das Wachstum ist zurück, aber die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Dank der zeitweise deutlich gesunkenen COVID-19-Infektionszahlen hat sich die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2021 erholt, das Bruttoinlandsprodukt hat um 1,6 % zugelegt. Für das laufende dritte Quartal erwartet KfW Research ein kräftiges Wachstum, das weiterhin vor allem vom Dienstleistungssektor getrieben wird. Gleichzeitig begrenzen hartnäckige Angebotsengpässe im Produzierenden Gewerbe die Luft nach oben. Für das Gesamtjahr 2021 revidiert KfW Research daher die Konjunkturprognose nach unten und rechnet noch mit einem BIP-Wachstum von 3,0 % (Vorprognose 3,5 %, alle Raten preisbereinigt).

KfW, Pressemitteilung vom 24.08.2021

  • Dienstleistungssektor ist Treiber, Angebotsengpässe bremsen Industrieproduktion
  • KfW Research senkt deutsche Konjunkturprognose für 2021 auf 3,0 % (Vorprognose: 3,5 %), für 2022 BIP-Zunahme von 4,2 % (4,0 %) erwartet
  • Eurozonen-Wachstum 2021 bei 4,7 % (4,5 %), 2022 bei 4,3 % (unverändert)

Dank der zeitweise deutlich gesunkenen COVID-19-Infektionszahlen hat sich die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2021 erholt, das Bruttoinlandsprodukt hat um 1,6 % zugelegt. Für das laufende dritte Quartal erwartet KfW Research ein kräftiges Wachstum, das weiterhin vor allem vom Dienstleistungssektor getrieben wird. Gleichzeitig begrenzen hartnäckige Angebotsengpässe im Produzierenden Gewerbe die Luft nach oben. Für das Gesamtjahr 2021 revidiert KfW Research daher die Konjunkturprognose nach unten und rechnet noch mit einem BIP-Wachstum von 3,0 % (Vorprognose 3,5 %, alle Raten preisbereinigt). Neben der wachstumshemmenden Materialknappheit ergibt sich ein Teil der Abwärtskorrektur auch aus der routinemäßigen Datenrevision des Statistischen Bundesamts, das anstatt der ursprünglich veröffentlichten -1,8 % für das erste Quartal 2021 mittlerweile einen BIP-Einbruch in Höhe von -2,0 % errechnet und auch mehrere Quartale des Vorjahres überarbeitet hat. Für das kommende Jahr ist KfW Research etwas optimistischer als bisher und erwartet eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 4,2 % (4,0 %).

„Das Wachstum ist zurück, aber die Bäume wachsen nicht in den Himmel“, fasst Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW zusammen. „Ein großer Wachstumsimpuls kommt aus dem Dienstleistungssektor, der auch schwungvoll ins Sommerquartal gestartet ist. Das Verarbeitende Gewerbe hingegen dürfte erst ab dem Jahresende wieder signifikant zum Wachstum beitragen. Bis dahin wird das mangelnde Angebot an Material und Vorprodukten insbesondere die Industrieproduktion, aber auch den Bau beschränken.“

Die aktuellen Engpässe erstrecken sich auf eine Vielzahl von Produkten. Besonders gravierend ist der Mangel an Chips bzw. Halbleitern, weshalb die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen sowie von Kraftwagen und Kraftwagenteilen am stärksten betroffen sind. Auch wenn die Knappheiten sich hartnäckiger halten als zunächst erwartet, so sind sie doch ein vorübergehendes Wachstumshemmnis. Die aufgestauten Aufträge dürften sukzessive abgearbeitet werden. Infolgedessen dürfte vor allem das Verarbeitende Gewerbe dafür sorgen, dass die Quartalswachstumsraten im kommenden Jahr deutlich über dem langfristigen Durchschnitt liegen. Hinzu kommt ein erheblicher statistischer Überhang aus dem laufenden Jahr, sodass 2022 mit einem Wachstum von 4,2 % zu rechnen ist. Das Vorkrisenniveau, gemessen am BIP im vierten Quartal 2019, wird die deutsche Wirtschaft bereits im Herbst des laufenden Jahres leicht übertreffen.

Sorgen für die deutsche Konjunktur bereiten das nachlassende Impftempo und die Ausbreitung der Delta-Variante, wodurch die Infektionszahlen seit Juli wieder schnell und kontinuierlich steigen. Zusätzlicher Infektionsdruck dürfte außerdem nach Ende der Schulferien und aufgrund der Saisonalität im Herbst hinzukommen. Angesichts der Eingrenzbarkeit von Infektionsrisiken mit Masken, Tests und vor allem Impfungen sind pauschale Schließungen, etwa im Handel oder Gastgewerbe, allerdings inzwischen eher unwahrscheinlich. Hoffnung macht außerdem, dass einige Länder, wie etwa die Niederlande und Spanien, die erste Delta-Welle mit nur geringfügigen Einschränkungen brechen konnten.

Im Euroraum ist die Wirtschaft im zweiten Quartal noch etwas schneller gewachsen als in Deutschland. Wachstumslokomotiven waren vor allem die südeuropäischen Länder, wo die Eindämmungsmaßnahmen etwas früher gelockert wurden und Angebotsengpässe in der Industrie eine geringere Rolle spielen. Für den Rest des Jahres ist bei den meisten Euro-Ländern von einem ähnlichen Quartalsprofil wie in Deutschland auszugehen, denn durch die gemeinsame Impfstoffbeschaffung sowie die sehr expansiv ausgerichtete Geldpolitik der EZB wurden ähnliche Grundvoraussetzungen für die Überwindung der Corona-Krise geschaffen. KfW Research erwartet für den Euroraum im laufenden Jahr ein Wachstum von 4,7 %, 2022 dürfte die Wirtschaft dann um 4,3 % zulegen (Vorprognosen: 4,5 % bzw. ebenfalls 4,3 %).

Quelle: KfW

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ifo Geschäftsklimaindex gesunken (August 2021)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich weiter eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im August auf 99,4 Punkte gefallen, nach 100,7 Punkten im Juli (saisonbereinigt korrigiert). Der Rückgang war vor allem auf deutlich weniger optimistische Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.08.2021

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich weiter eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im August auf 99,4 Punkte gefallen, nach 100,7 Punkten im Juli (saisonbereinigt korrigiert). Der Rückgang war vor allem auf deutlich weniger optimistische Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Insbesondere im Gastgewerbe und im Tourismus wachsen die Sorgen. Die aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen hingegen etwas besser als im Vormonat. Lieferengpässe bei Vorprodukten in der Industrie und Sorgen wegen steigender Infektionszahlen belasten die Konjunktur.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima merklich verschlechtert. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage fielen etwas weniger gut aus. Mit den laufenden Geschäften sind die Unternehmen zwar noch sehr zufrieden. Aber der Ausblick auf die kommenden Monate erlitt einen deutlichen Rückschlag. Der Erwartungsindikator fiel auf den niedrigsten Stand seit November 2020. Die Unternehmen berichteten auch von abgeschwächter Nachfrage.

Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindikator ebenfalls gesunken. Der Optimismus mit Blick auf die kommende Geschäftsentwicklung hat einen Dämpfer erhalten. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen jedoch deutlich besser als im Vormonat.

Auch im Handel hat der Index nachgegeben. Die Händler waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage weniger zufrieden. Zudem kehrte der Pessimismus bei den Erwartungen zurück. Insbesondere der Einzelhandel blickt sorgenvoll auf die kommenden Monate.

Im Bauhauptgewerbe konnte der Index zulegen. Die Bauunternehmer waren etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften. Zudem hellten sich ihre Erwartungen merklich auf.

Quelle: ifo Institut

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Jedes zweite Startup denkt über Mitarbeiterbeteiligungen nach

Startups können häufig nicht mit den hohen Fixgehältern etablierter Konzerne oder Mittelständler mithalten. Alternativ gibt es für sie die Möglichkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Beteiligung am schnell wachsenden Unternehmen anzubieten. Bislang setzt allerdings lt. Bitkom nicht einmal jedes zweite Startup (44 Prozent) auf Mitarbeiterbeteiligungen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 25.08.2021

  • Nur eine Minderheit beteiligt aktuell alle Beschäftigten am Startup
  • Die Hälfte wünscht sich bessere Bedingungen für so. virtuelle Beteiligungen

Startups können häufig nicht mit den hohen Fixgehältern etablierter Konzerne oder Mittelständler mithalten. Alternativ gibt es für sie die Möglichkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Beteiligung am schnell wachsenden Unternehmen anzubieten. Bislang setzt allerdings nicht einmal jedes zweite Startup (44 Prozent) auf Mitarbeiterbeteiligungen – auch weil die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen in Deutschland bislang eher unattraktiv sind. 46 Prozent können sich aber Mitarbeiterbeteiligungen in Zukunft vorstellen. Nur 8 Prozent schließen das für sich aus. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 200 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Mit der Novelle des Fondsstandortgesetzes hat die Bundesregierung zum Ende der Legislaturperiode versucht, beim Thema Mitarbeiterbeteiligung den internationalen Rückstand wettzumachen. Allerdings greift die Neuregelung viel zu kurz und geht an der Realität der meisten Startups vorbei“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Das fängt mit ungeklärten Bewertungsproblemen der Beteiligungen an und endet damit, dass die besonders häufig genutzten virtuellen Beteiligungen vom Gesetzgeber ignoriert wurden.“

Tatsächlich sind virtuelle Beteiligungen bei deutschen Startups am beliebtesten, 36 Prozent setzen sie ein. Es handelt sich dabei um „fiktive“ schuldrechtliche Stellungen, bei denen die Auszahlung an den Eintritt von bestimmten Bedingungen wie zum Beispiel den Börsengang geknüpft ist. Gerade einmal 7 Prozent der Startups setzen auf Anteilsoptionen, nur 3 Prozent auf echte Anteile. Zugleich wünscht sich jedes zweite Startup (50 Prozent), dass die Politik in der kommenden Legislaturperiode bessere Bedingungen für virtuelle Beteiligungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schafft. Berg: „Das Fondsstandortgesetz kann mit Blick auf die Mitarbeiterbeteiligung nur ein allererster Schritt gewesen sein. In der kommenden Legislaturperiode muss noch einmal nachgelegt werden, damit Startups in Deutschland beim Wettbewerb um die besten Teams mithalten können.“

Bei den wenigsten Startups, die Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter am Unternehmen beteilig haben, profitieren dabei alle Beschäftigten von dem Angebot. 3 von 10 (30 Prozent) beteiligen ausschließlich Führungskräfte am Startup, rund die Hälfte (53 Prozent) Führungskräfte und ausgewählte weitere Beschäftigte. Nur in 17 Prozent der Startups, die auf Mitarbeiterbeteiligung setzen, sind wirklich alle Beschäftigten am Startup beteiligt. (…)

Quelle: Bitkom

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