Exporte in Nicht-EU-Staaten im Juli 2021: voraussichtlich -2,7 % zum Juni 2021

Im Juli 2021 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber Juni 2021 kalender- und saisonbereinigt um 2,7 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, lagen die Exporte in Drittstaaten kalender- und saisonbereinigt 7,8 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 25.08.2021

Exporte in Nicht-EU-Staaten, Juli 2021

  • 52,8 Milliarden Euro
  • -2,7 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +5,8 % zum Vorjahresmonat

Im Juli 2021 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber Juni 2021 kalender- und saisonbereinigt um 2,7 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, lagen die Exporte in Drittstaaten kalender- und saisonbereinigt 7,8 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Nach vorläufigen Ergebnissen wurden im Juli 2021 Waren im Wert von 52,8 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2020 stiegen die Exporte im Juli 2021 um 5,8 %.

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren im Juli 2021 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 10,8 Milliarden Euro exportiert. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber Juli 2020 um 15,3 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 8,4 Milliarden Euro exportiert, das waren 3,9 % weniger als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen im Vorjahresvergleich um 5,6 % auf 5,8 Milliarden Euro.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2021

Das BIP ist im 2. Quartal 2021 gegenüber dem 1. Quartal 2021 um 1,6 % gestiegen. Nachdem die Corona-Krise zum Jahresbeginn 2021 zu einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung geführt hatte (nach neuesten Berechnungen -2,0 % im 1. Quartal), erholte sich die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal wieder. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fiel der Zuwachs um 0,1 Prozentpunkte höher aus als in der Schnellmeldung am 30.07.2021 berichtet.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 24.08.2021

Deutsche Wirtschaft erholt sich zunehmend von Auswirkungen der Corona-Pandemie – Wirtschaftsleistung noch 3,3 % unter Vorkrisenniveau

Bruttoinlandsprodukt, 2. Quartal 2021

  • +1,6 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
  • +9,8 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
  • +9,4 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2021 gegenüber dem 1. Quartal 2021 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 1,6 % gestiegen. Nachdem die Corona-Krise zum Jahresbeginn 2021 zu einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung geführt hatte (nach neuesten Berechnungen -2,0 % im 1. Quartal), erholte sich die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal wieder. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) fiel der Zuwachs um 0,1 Prozentpunkte höher aus als in der Schnellmeldung am 30. Juli 2021 berichtet. Gegenüber dem 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise, war die Wirtschaftsleistung noch 3,3 % geringer.

Inländische Nachfrage legt kräftig zu

Bedingt durch die zunehmenden Lockerungen im Rahmen der Corona-Pandemie wurde im 2. Quartal 2021 deutlich mehr konsumiert als zu Beginn des Jahres. Die privaten Konsumausgaben waren 3,2 % höher als im 1. Quartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt), der Staat erhöhte seine Konsumausgaben um 1,8 %. Es wurde auch etwas mehr investiert als zu Jahresbeginn: Die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – sind preis-, saison- und kalenderbereinigt, ebenso wie die Bauinvestitionen, um 0,3 % gestiegen.

Auch der Handel mit dem Ausland nahm im Vergleich zum 1. Quartal 2021 zu: Im 2. Quartal 2021 wurden preis-, saison- und kalenderbereinigt 0,5 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im 1. Quartal 2021. Die Importe legten im Vorquartalsvergleich mit +2,1 % stärker zu.

Bruttowertschöpfung in Dienstleistungsbereichen im Plus, in der Industrie im Minus

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im 2. Quartal 2021 um 1,0 %. Dabei zeigte sich bezogen auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche ein gemischtes Bild: Während die Bruttowertschöpfung in den Bereichen Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+3,8 %) und Handel, Verkehr, Gastgewerbe (+1,1 %) deutlich zulegte, stieg sie im Baugewerbe gegenüber dem 1. Quartal 2021 nur noch leicht (+0,1 %). Das Verarbeitende Gewerbe hingegen verzeichnete im 2. Quartal 2021 einen Rückgang der Bruttowertschöpfung um 1,3 %.

Deutlicher Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Vorjahresvergleich

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 2. Quartal 2021 preisbereinigt um 9,8 %, preis- und kalenderbereinigt um 9,4 % höher als im 2. Quartal 2020, als die Wirtschaftsleistung infolge der Corona-Krise massiv zurückgegangen war.

Zuwachs der Nachfrage aus dem In- und Ausland gegenüber dem Vorjahr

Die inländische Nachfrage legte auch im Vorjahresvergleich deutlich zu: Die privaten Konsumausgaben stiegen im 2. Quartal 2021 preisbereinigt um 6,0 %, die staatlichen Konsumausgaben um 3,7 %. Investitionen in Ausrüstungen nahmen nach dem starken Einbruch im Vorjahresquartal im 2. Quartal 2021 deutlich zu (+20,4 %). Auch die Bauinvestitionen lagen 2,9 % höher als im 2. Quartal 2020.

Der Außenhandel verzeichnete im Vergleich zum besonders von der ersten Corona-Welle betroffenen 2. Quartal 2020 ebenfalls deutliche Zuwächse: So wurden im 2. Quartal 2021 preisbereinigt 26,5 % mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im Vorjahresquartal. Die Importe nahmen im selben Zeitraum mit 20,1 % etwas weniger stark zu. Die deutschen Warenexporte stiegen stärker als die Warenimporte. Auch die deutschen Exporte und Importe von Dienstleistungen nahm nach vier Quartalen mit starken Rückgängen im 2. Quartal 2021 erstmals wieder zu.

Bruttowertschöpfung im Vorjahresvergleich in fast allen Wirtschaftsbereichen im Plus

Nachdem viele Wirtschaftsbereiche im Sommer 2020 zweistellige Einbrüche der preisbereinigten Bruttowertschöpfung zu verzeichnen hatten, legte die Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2021 gegenüber dem 2. Quartal 2020 in fast allen Wirtschaftsbereichen deutlich zu. Den größten Anstieg gab es mit +21,9 % im Verarbeitenden Gewerbe, gefolgt von den Bereichen Handel, Verkehr, Gastgewerbe (+ 11,0 %) und Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+10,2 %). Auch die Bruttowertschöpfung der Unternehmensdienstleister (+9,6 %) sowie der Sonstigen Dienstleister (+8,1 %), zu denen unter anderem die Bereiche Unterhaltung und Erholung zählen, stieg gegenüber dem 2. Quartal 2020 merklich an. Einen vergleichsweise geringen Zuwachs der Bruttowertschöpfung um 0,5 % verzeichnete das Baugewerbe.

Insgesamt lag die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im 2. Quartal 2021 um 10,0 % über dem Niveau des 2. Quartals 2020.

Rückgang der Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahr gestoppt

Die Wirtschaftsleistung wurde im 2. Quartal 2021 von rund 44,7 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Damit blieb die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum 2. Quartal 2020 nahezu unverändert (+4.000 Personen beziehungsweise 0,0 %; siehe Pressemitteilung 389/21 vom 17. August 2021). Der Beschäftigungsrückgang im Vorjahresvergleich hat sich nicht weiter fortgesetzt, nachdem die Vorjahresveränderungsrate im 1. Quartal 2021 noch bei -1,5 % gelegen hatte. Diese Entwicklung lässt sich vor allem auf den starken Rückgang der Zahl der Erwerbstätigen aufgrund der Corona-Krise im 2. Quartal 2020 zurückführen.

Die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person erhöhte sich nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 2. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal kräftig um 6,8 %. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen – erhöhte sich im gleichen Zeitraum ebenfalls um 6,8 %. Auch diese Entwicklung geht mit dem starken Rückgang im Vorjahresquartal einher. Zudem zeigt sich hier die sinkende Inanspruchnahme von Kurzarbeit, die sich zwar nicht in der Zahl der Erwerbstätigen, aber in der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden niederschlägt.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde – nahm nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,8 % zu. Da die Zahl der Erwerbstätigen im Vorjahresvergleich nahezu unverändert blieb, stieg die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen ebenso wie das BIP um 9,8 % gegenüber dem 2. Quartal 2020.

Sparquote im Vorjahresvergleich leicht rückläufig

In jeweiligen Preisen gerechnet war das BIP im 2. Quartal 2021 um 11,0 % und das Bruttonationaleinkommen um 10,9 % höher als ein Jahr zuvor. Noch stärker stieg das Volkseinkommen mit +12,8 %. Während das Arbeitnehmerentgelt nur um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr anstieg, verzeichneten die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach ersten vorläufigen Berechnungen ein starkes Plus von 40,6 %. Im Vorjahresquartal war das Arbeitnehmerentgelt mit -3,2 % allerdings auch deutlich schwächer zurückgegangen als die Unternehmens- und Vermögenseinkommen mit -27,2 %. Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lagen im 2. Quartal 2021 um 5,4 % über dem Niveau des 2. Quartals 2020, die Nettolöhne und -gehälter 6,5 %. Im Durchschnitt je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer nahmen die Löhne und Gehälter etwas weniger stark zu (brutto +5,2 %, netto +6,2 %). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte war 3,4 % höher als vor einem Jahr. Die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen stiegen gleichzeitig um 8,0 %, nach zuvor vier im Vorjahresvergleich rückläufigen Quartalen in Folge. Die im Verhältnis zum Anstieg des verfügbaren Einkommens stärkere Ausweitung der privaten Konsumausgaben führte dazu, dass die privaten Haushalte nun weniger sparten als im Vorjahresquartal. Nach vorläufigen Berechnungen ergibt sich für das 2. Quartal 2021 eine Sparquote von 16,3 %, nach 22,0 % im Vorquartal und 19,8 % im 2. Quartal 2020. Damit liegt die Sparneigung aber nach wie vor auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Internationaler und europäischer Vergleich

Viele Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wiesen im 2. Quartal 2021 ein stärkeres Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorquartal auf als Deutschland. Im Vergleich zum 1. Quartal 2021 stieg das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP in Spanien um 2,8 % und in Italien um 2,7 % und damit mehr als einen Prozentpunkt stärker als in Deutschland (+1,6 %). Frankreich hingegen verzeichnete mit 0,9 % ein schwächeres Plus. Für die EU insgesamt meldete das europäische Statistikamt Eurostat nach vorläufigen Berechnungen einen BIP-Anstieg um 2,0 % gegenüber dem Vorquartal. Die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten wuchs im 2. Quartal 2021 mit umgerechnet +1,6 % genauso stark wie das deutsche BIP.

Auch im Vorjahresvergleich liegen die BIP-Wachstumsraten der meisten EU-Mitgliedstaaten höher als in Deutschland. Spanien (+19,8 %), Frankreich (+18,7 %) und Italien (+17,3 %) verzeichneten jeweils ein deutlich stärkeres preis-, saison- und kalenderbereinigtes Wirtschaftswachstum im Vergleich zum 2. Quartal 2020 als Deutschland (+9,4 %). Dies ist allerdings unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass die Wirtschaftsleistung in diesen Staaten im Zuge der ersten Corona-Welle vor einem Jahr auch stärker eingebrochen war. Für die EU insgesamt gab Eurostat ein vorläufiges Ergebnis von +13,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal bekannt. Die Vereinigten Staaten meldeten ein Anstieg des BIP von umgerechnet 12,2 %. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Niedrigere Steuern für Unternehmen bringen höhere Löhne und mehr Beschäftigung

Niedrigere Steuern für Unternehmen bringen höhere Löhne, mehr Beschäftigung und höheres Wachstum. Auch würden die Steuereinnahmen langfristig auf die Ausgangshöhe zurückkehren. Das geht aus einer Studie des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.08.2021

Niedrigere Steuern für Unternehmen bringen höhere Löhne, mehr Beschäftigung und höheres Wachstum. Auch würden die Steuereinnahmen langfristig auf die Ausgangshöhe zurückkehren. Das geht aus einer Studie des ifo Instituts hervor, die vorab im ifo Schnelldienst erschienen ist. „Für eine Übergangszeit gibt es zwar Steuerausfälle. Die können aber als Investition des Staates angesehen werden, um künftig höhere Löhne, mehr Beschäftigung und ein höheres Konsumniveau zu ermöglichen“, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Studie betrachtet die Folgen einer Senkung der Unternehmenssteuer von 30 Prozent auf 25 Prozent sowie einer Verkürzung des Zeitraums der steuerlichen Abschreibungen für Investitionen von 10 auf 4 Jahre. Eine Kombination aus beiden Reformen würde kurzfristig das Steueraufkommen um 30 Milliarden Euro verringern. Die Wirtschaftsleistung und der Konsum privater Haushalte wären aber nach einer Anpassungszeit um rund drei Prozent höher als ohne Reform. Die Beschäftigung würde um 1,4 Prozent steigen und die Löhne um etwa vier Prozent.

Seien hingegen Steuererhöhungen das Ziel der Politik, würde eine höhere Umsatzsteuer Beschäftigung und Wachstum weniger belasten als eine Erhöhung der Einkommensteuer. Bei einer Erhöhung des Einkommensteuersatzes um drei Prozentpunkte ab einem Einkommen von 100.000 Euro würde der Staat im ersten Jahr 4,9 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen erzielen. Langfristig sinken die zusätzlichen Steuereinnahmen jedoch auf 3,4 Milliarden Euro. Die Wirtschaftsleistung würde um 0,4 Prozent sinken. Eine Erhöhung der Umsatzsteuer um einen Prozentpunkt würde die Steuereinnahmen um 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro erhöhen, das Bruttoinlandsprodukt aber lediglich um 0,2 Prozent senken.

Quelle: ifo Institut

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Unternehmensgewinne der Forstwirtschaft 2019 um 61 % gegenüber 2018 gesunken

Die Forstwirtschaft in Deutschland hat im Jahr 2019 Waren und Dienstleistungen im Wert von 6,9 Milliarden Euro produziert. Wie das Statistische Bundesamt auf Basis der Waldgesamtrechnung mitteilt, sank der Produktionswert damit um mehr als ein Fünftel (-21 %) gegenüber dem Vorjahr. Die Nettounternehmensgewinne gingen sogar um 61 % zurück.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 23.08.2021

Starker Rückgang von Produktionswert und Nettogewinnen trotz neuem Höchstwert bei Holzentnahme

Die Forstwirtschaft in Deutschland hat im Jahr 2019 Waren und Dienstleistungen im Wert von 6,9 Milliarden Euro produziert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Waldgesamtrechnung mitteilt, sank der Produktionswert damit um mehr als ein Fünftel (-21 %) gegenüber dem Vorjahr. Die Nettounternehmensgewinne gingen sogar um 61 % zurück.

Höchstwerte bei der Holzentnahme in den Jahren 2018 und 2019

Die Rückgänge kamen zustande, obwohl die Holzentnahme einen neuen Höchstwert erreichte: 2019 wurden insgesamt 93 Millionen Kubikmeter Holz aus deutschen Wäldern entnommen (gefällte und aus dem Wald gebrachte Bäume einschließlich Rinde). Diese Menge übertraf den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2018 (90 Millionen Kubikmeter). Der Anstieg beruht im Wesentlichen auf dem erneut hohen Schadholzaufkommen. In den Jahren 2014 bis 2017 hatte die durchschnittliche Holzentnahme bei 81 Millionen Kubikmetern gelegen und war somit 12 % geringer als der Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019. Infolge des erneut hohen Angebots auf dem Markt sank der in der Waldgesamtrechnung zugrunde gelegte Rohholzpreis im Jahr 2019 um 36 % gegenüber dem Vorjahr, nachdem er bereits 2018 um 12 % zurückgegangen war.

Wert des Holzvorrates sinkt von 2017 bis 2019 um 44 %

Aufgrund der gesunkenen Preise ist im monetären Bereich der Waldgesamtrechnung ein starker Wertverfall des stehenden Holzvorrates und des natürlichen Zuwachses an Holz (Nettozuwachs) zu verzeichnen: Obwohl der Holzvorrat zwischen 2017 und 2019 um weniger als 1 % zurückgegangen ist, verlor er von Ende 2017 bis Ende 2019 mehr als zwei Fünftel seines Gesamtwerts (-44 %). Der Wertverlust zeigt sich auch bei der monetären Bewertung des Nettozuwachses an Holz. Während der Wert des Nettozuwachses 2018 noch 2,8 Milliarden Euro betrug, wurde 2019 ein Zuwachs in gleichem Umfang (+94 Millionen Kubikmeter mit Rinde) nur noch mit 1,8 Milliarden Euro und damit um mehr als ein Drittel (-36 %) geringer bewertet.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Erzeugerpreise Juli 2021: +10,4 % gegenüber Juli 2020

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juli 2021 um 10,4 % höher als im Juli 2020. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Januar 1975 (+10,5 %), als die Preise im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise stark gestiegen waren.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.08.2021

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), Juli 2021

  • +1,9 % zum Vormonat
  • +10,4 % zum Vorjahresmonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juli 2021 um 10,4 % höher als im Juli 2020. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Januar 1975 (+10,5 %), als die Preise im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise stark gestiegen waren. Gegenüber dem Vormonat stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise um 1,9 %.

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber Juli 2020 war die Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern und bei Energie.

Deutliche Preisanstiege bei den Vorleistungsgütern, vor allem bei Holz, Sekundärrohstoffen und Metallen

Vorleistungsgüterwaren 15,6 % teurer als im Juli 2020. Gegenüber Juni 2021 stiegen diese Preise um 2,3 %. Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Nadelschnittholz (+111 %) und bei metallischen Sekundärrohstoffen aus Eisen-, Stahl- und Aluminiumschrott (+100 %), aber auch bei Betonstahl in Stäben (+82 %). Metalle waren im Durchschnitt insgesamt 32,2 % teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 52,3 % höher, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 23,2 % mehr.

„Hauptgründe für den starken Anstieg der Stahl- und Holzpreise dürften die hohe Nachfrage im In- und Ausland sowie Probleme bei der Versorgung mit Rohstoffen sein. Bei den Stahlpreisen kamen zusätzlich kräftige Preissteigerungen für Eisenerzimporte hinzu. Diese stiegen von Juni 2020 bis Juni 2021 um 97 % und haben sich damit fast verdoppelt“, erklärt Gerda Gladis-Dörr, Leiterin des Referats Erzeugerpreise, Außen- und Großhandelspreise im Statistischen Bundesamt.

Auch die Erzeugerpreise für chemische Grundstoffe wiesen ein starkes Plus gegenüber dem Vorjahresmonat auf (+19,0 %). Nur sehr wenige Vorleistungsgüter kosteten weniger als im Vorjahresmonat. Hierzu gehörten elektronische integrierte Schaltungen (-9,5 %) und Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln (-20,6 %).

Starke Preissteigerungen bei allen Energieträgern

Die Energiepreise waren im Juli 2021 im Durchschnitt 20,4 % höher als im Vorjahresmonat, gegenüber Juni 2021 stiegen sie um 4,1 %. „Die hohe Vorjahresveränderungsrate ist vor allem einem Basiseffekt aufgrund der im Frühjahr 2020 im Zuge der Corona-Pandemie stark gefallenen Preise geschuldet. Auch die seit Januar 2021 teilweise anfallende deutsche CO2-Bepreisung auf das Inverkehrbringen CO2-verursachender Brennstoffe wie Mineralölerzeugnisse und Erdgas hatte einen Einfluss auf den Preisanstieg bei Energie“, sagt Preisexpertin Gerda Gladis-Dörr. So stiegen die Preise für Erdgas bei einer Jahresabgabe von 116.300 Megawattstunden an die Industrie ohne die CO2-Bepreisung um 45,0 % und mit CO2-Bepreisung um 56,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 7,4 % höher als im Juli 2020.

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Juli 2021 um 2,2 % höher als ein Jahr zuvor (+0,6 % gegenüber Juni 2021). Investitionsgüter, wie beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge, kosteten 1,8 % mehr (+0,5 % gegenüber Juni 2021).

Gestiegene Preise für Öle und Fette führen zu Preisanstieg bei Verbrauchsgütern

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Juli 2021 um 1,8 % höher als im Juli 2020 und blieben gegenüber Juni 2021 unverändert. Nahrungsmittel waren 2,3 % teurer als im Vorjahr. Pflanzliche, nicht behandelte Öle kosteten 37,4 % mehr als im Juli 2020, Butter 18,5 % mehr. Weniger als im Juli 2020 kostete vor allem Schweinefleisch (-2,2 %). Speiseeis war 3,5 % billiger als im Juli 2020. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Wie Homeoffice-Arbeitsplätze richtig ausgestattet sein sollten

Von zu Hause aus arbeiten ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie zur neuen Normalität in der Arbeitswelt geworden, auch in der öffentlichen Verwaltung. Künftig werden dezentrale und hybride Arbeitsformen weiter an Bedeutung gewinnen. Insbesondere der öffentliche Sektor steht dabei vor der Herausforderung, bei der Ausstattung der Homeoffice-Arbeitsplätze und der dafür notwendigen Beschaffung die verschiedenen technischen, organisatorischen und ergonomischen Aspekte in den Blick zu nehmen. Zur Unterstützung der Verantwortlichen hat der Digitalverband Bitkom deshalb einen Leitfaden veröffentlicht.

Bitkom, Pressemitteilung vom 20.08.2021

  • Bitkom veröffentlicht Leitfaden zur produktneutralen Ausschreibung von Hardware für den Einsatz im Homeoffice
  • Empfehlungen für die Beschaffung von mobilen Endgeräten und Zubehör, Druckern, Multifunktionsgeräten sowie Netzwerkinfrastruktur

Von zu Hause aus arbeiten ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie zur neuen Normalität in der Arbeitswelt geworden, auch in der öffentlichen Verwaltung. Künftig werden dezentrale und hybride Arbeitsformen weiter an Bedeutung gewinnen. Insbesondere der öffentliche Sektor steht dabei vor der Herausforderung, bei der Ausstattung der Homeoffice-Arbeitsplätze und der dafür notwendigen Beschaffung die verschiedenen technischen, organisatorischen und ergonomischen Aspekte in den Blick zu nehmen. Zur Unterstützung der Verantwortlichen hat der Digitalverband Bitkom deshalb einen Leitfaden „Arbeiten im Homeoffice. Empfehlungen für die Arbeitsplatzgestaltung“ veröffentlicht. In ihm werden unterschiedliche Arbeitsplatzsituationen im heimischen Umfeld vorgestellt und Empfehlungen für die Wahl der geeigneten Arbeitsmittel mit Hinweisen und Erläuterungen zur Arbeitsplatzgestaltung gegeben. „Der Leitfaden gibt öffentlichen Auftraggebern verlässliche und verständliche Hilfe, wie sie ihre Ausschreibungen zur Hardware-Beschaffung für den Einsatz im Homeoffice produktneutral und unter Berücksichtigung aktueller technischer Anforderungen formulieren können“, sagt Marc Danneberg, Referent Public Sector beim Bitkom. „Flexible Arbeitsplatzmodelle sind in vielen Tätigkeitsbereichen fast schon selbstverständlich und ein zentrales Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Die bedarfsgerechte Ausstattung der Homeoffice-Arbeitsplätze ist daher für viele Organisationen auch im öffentlichen Sektor zu einer strategischen Aufgabe geworden.“

Der Leitfaden richtet sich in erster Linie an Beschaffer des öffentlichen Sektors, die Empfehlungen sind jedoch auch für privatwirtschaftliche Akteure von Relevanz, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Gestaltung der Arbeitsumgebung im heimischen Umfeld unterstützen möchten. Der Leitfaden umfasst Empfehlungen für die Beschaffung von mobilen Endgeräten, technischem Zubehör, Drucker und Multifunktionsgeräten sowie Netzwerkinfrastruktur. Zudem werden Fragen zur IT-Sicherheit und Barrierefreiheit behandelt.

Der Leitfaden „Arbeiten im Homeoffice. Empfehlungen für die Arbeitsplatzgestaltung“ kann unter folgendem Link kostenlos heruntergeladen werden: https://www.itk-beschaffung.de/Leitfäden/Arbeiten-im-Homeoffice-Empfehlungen-fuer-die-Arbeitsplatzgestaltung

Die Publikation wurde im Rahmen des Projekts www.ITK-Beschaffung.de und in Zusammenarbeit mit Experten der gesetzlichen Unfallversicherung VBG erstellt. Die Online-Plattform bietet seit 2008 öffentlichen Auftraggebern Hilfe bei der Ausschreibung und dem Einkauf von ITK-Produkten. Bisher sind Leitfäden zur Beschaffung von Desktop PC, Notebooks, Druckern und Multifunktionsgeräten, Servern, Thin Clients, Monitoren und Hardware für den Einsatz im schulischen Bereich erschienen.

Quelle: Bitkom

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Perspektive Klimaneutralität: Worauf müssen Unternehmen sich einstellen?

Doppelt so schnell wie bislang geplant müssen die Treibhausgasemissionen hierzulande sinken, um die deutschen Klimaziele zu erreichen. Die notwendige Transformation der Wirtschaft betrifft alle Unternehmen; die Ausgestaltung der Instrumente und Rahmenbedingungen ist jedoch noch unklar. In ihren Wahlprogrammen haben die meisten Parteien Vorschläge skizziert – die es im Falle einer Regierungsbeteiligung zu konkretisieren gilt.

DIHK, Mitteilung vom 19.08.2021

In seiner letzten Sitzungswoche hat der Bundestag eine deutliche Anhebung der deutschen Klimaschutzziele verabschiedet. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 60 Prozent gegenüber 1990 sinken, bis 2045 soll Klimaneutralität erreicht sein. Dafür müssen die Emissionen in Deutschland jedes Jahr im Schnitt um rund 30 Millionen Tonnen zurückgehen – doppelt so schnell wie bisher geplant. In weniger als 25 Jahren dürfen dann in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen nur noch minimale Restemissionen anfallen.

Klar ist damit die Perspektive: Jedes einzelne Unternehmen wird sich eher früher als später auf den Weg in Richtung Klimaneutralität machen müssen. Weit weniger klar ist, wie die Instrumente und Rahmenbedingungen ausgestaltet werden, um die notwendige Transformation der Wirtschaft zu ermöglichen und zu unterstützen.

CO2-Preis versus Verbote: Darauf setzen die Parteien

Darum wird es in den nächsten Jahren sehr konkret gehen. Die meisten Parteien haben dazu in ihren Wahlprogrammen Vorschläge skizziert und werden diese im Falle einer Regierungsbeteiligung konkretisieren müssen. Im Raum stehen eine weitere Anhebung des deutschen Klimaziels 2030 auf 70 Prozent, mehr Tempo beim Ausbau der Stromnetze, Wasserstoffleitungen und Ladesäulen für Elektroautos sowie eine Abschaffung der EEG-Umlage.

Unternehmen für Klimaschutz aktivieren

Die Bewältigung der angestrebten Transformation ist auch aus wirtschaftlicher Sicht dann chancenreich, wenn es gelingt, Klimaschutz zu einem Motor für Wachstum, Wertschöpfung und Innovation in Deutschland zu machen. Dafür erforderlich ist ein verlässlicher regulatorischer Rahmen, der Unternehmen dazu befähigt, aktiv zum Klimaschutz beizutragen – beispielsweise, indem die Rahmenbedingungen für die Eigenerzeugung von Grünstrom verbessert und das Klimaschutz-Know-how in den Betrieben gestärkt werden.

Mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung

Grundvoraussetzung für das Erreichen der Klimaziele ist ein massiver Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Denn Strom wird zum wichtigsten Energieträger für Industrie, Gebäude und Verkehr. So geht die Bundesregierung davon aus, dass sich der Strombedarf von heute 550 Terawattstunden bis 2050 massiv erhöhen wird – je nach Szenario auf 800 bis 1.100 Terawattstunden.

Eine zentrale Hürde für Energiewende und Klimaschutz ist daher der zu langsame Ausbau der Stromnetze sowie der erneuerbaren Stromerzeugung, insbesondere von Windenergieanlagen an Land. Ohne eine deutliche Beschleunigung in diesen Bereichen kostet Klimaschutz deutlich mehr und die bislang sehr gute Energieversorgungssicherheit in Deutschland würde aufs Spiel gesetzt. Erforderlich sind in erster Linie mehr Tempo und mehr Effizienz in Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine bessere und breitere Nutzung von Flächen für den Ausbau.

Wettbewerbsfähigkeit sichern, Wertschöpfung halten

Die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen hängt inzwischen an Ausgleichsregelungen und Entlastungsmechanismen – das gilt für die Umlagen und Abgaben auf Strom ebenso wie für die europäische und nationale CO2-Bepreisung. Eine Senkung und perspektivisch vollständige Haushaltsfinanzierung der EEG-Umlage würde die Investitionssicherheit für stromintensive Betriebe und die Attraktivität von Strom als zunehmend klimafreundlichen Energieträger deutlich erhöhen.

Die erst vor wenigen Wochen beschlossenen Entlastungen zur nationalen CO2-Bepreisung greifen für viele stark betroffene Unternehmen zu kurz: Vor allem mittelständische Betriebe, die in energieintensiven Prozessen Roh- und Grundstoffe weiterverarbeiten, können sich ohne verbesserten Ausgleich im starken europäischen und internationalen Wettbewerb nicht mehr behaupten.

Quelle: DIHK

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Gründer lassen sich nicht entmutigen

Die Pandemie hat das Gründungsgeschehen in Deutschland 2020 nur geringfügig gebremst. Nach einer gemeinsamen Untersuchung von Creditreform und dem ZEW Mannheim sind im vergangenen Jahr knapp 165.000 Unternehmen neu an den Start gegangen.

ZEW, Pressemitteilung vom 19.08.2021

Die Pandemie hat das Gründungsgeschehen in Deutschland 2020 nur geringfügig gebremst. Nach einer gemeinsamen Untersuchung von Creditreform und dem ZEW Mannheim sind im vergangenen Jahr knapp 165.000 Unternehmen neu an den Start gegangen. Je nach Branche verlief die Entwicklung jedoch sehr unterschiedlich. Ungeachtet der Corona-Krise ist die Zahl der Unternehmen im vergangenen Jahr leicht auf knapp 3,3 Millionen gestiegen. Erneut wurden mehr Unternehmen gegründet als geschlossen. Das vom ZEW aufbereitete Mannheimer Unternehmenspanel (MUP) verzeichnete rund 156.000 Schließungen etwa aufgrund von Geschäftsaufgaben oder Insolvenz.

Den Grund dafür, dass viele Gründungswillige trotz der Pandemie an ihrem Vorhaben festgehalten haben, sehen die Studienautoren im schnellen Eingreifen der Politik. „Die ausgezahlten Wirtschaftshilfen, die erweiterte Kurzarbeiter-Regelung sowie die zeitweise Aussetzung der Insolvenzantragspflicht haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Zahl der Gründungen 2020 nicht eingebrochen ist“, erläutert Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter Wirtschaftsforschung bei Creditreform.

Die Entwicklung der Gründungen zeigt im Jahresverlauf deutliche Schwankungen. Im Frühjahr 2020, inmitten des ersten staatlich verordneten Lockdowns, starteten deutlich weniger Unternehmen neu als in früheren Jahren. Dagegen war die Zahl der Gründungen im Sommer, Herbst sowie im Dezember überproportional hoch. „In der Zeit der stärksten Einschränkungen wurden offenbar viele Gründungsprojekte unterbrochen, aber nicht aufgegeben und im weiteren Jahresverlauf wieder aufgenommen“, sagt Dr. Sandra Gottschalk, Wissenschaftlerin am ZEW und Autorin der Untersuchung.

Auch wenn die Auswirkungen der Pandemie auf das Gründungsgeschehen in Summe gering sind, zeigen sich innerhalb einzelner Branchen zum Teil erhebliche Ausschläge. Einen deutlichen Einbruch (um 5,3 Prozent auf 50.000 Gründungen) verzeichneten konsumorientierte Dienstleistungen – dazu zählen unter anderem das Gastgewerbe, Frisöre, Kinos, freiberufliche wissenschaftliche, kreative und künstlerische Tätigkeiten. Diese Aktivitäten waren in der Pandemie besonders starken Einschränkungen unterworfen. Das galt weniger für das Baugewerbe – trotzdem gingen dort im vergangenen Jahr lediglich 16.000 Betriebe neu an den Start (minus 13,3 Prozent). „Aufgrund der hohen Nachfrage nach Handwerkerleistungen waren die Beschäftigungsmöglichkeiten in dieser Branche so gut, dass es nur zu wenigen Notgründungen kam“, erklärt Dr. Sandra Gottschalk. Vergangene Krisen haben gezeigt, dass in Zeiten schwacher Konjunktur viele Gründungen nur erfolgen, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Das war diesmal anders: Die Baubranche hatte infolge der Pandemie sogar besonders viel zu tun, weil der Stellenwert des eigenen Zuhauses deutlich gestiegen ist.

Rege verlief das Gründungsgeschehen dagegen insbesondere im Versand- und Internet-Handel (plus 24 Prozent auf 3.100 Gründungen), bei Herstellern und Dienstleistern von Informations- und Kommunikationsgeräten (plus 5,2 Prozent auf 7.500 Gründungen) sowie in der Chemie- und Pharma-Branche (plus 15,7 Prozent auf 430 Gründungen).

„Spannung verspricht der Verlauf des Gründungsgeschehens in der Nach-Corona-Zeit. Sollte die neue Bundesregierung ein Infrastruktur- und Konjunkturpaket auf den Weg bringen, dürfte das vor allem zu zahlreichen Gründungen im Hightech- und Technologiebereich führen“, erwartet Patrik-Ludwig Hantzsch.

Quelle: ZEW

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Rentenversicherung: Vage Reformpläne, hohe Kosten

Die gesetzliche Rentenversicherung steht vor erheblichen Herausforderungen. Der demografische Wandel und der Renteneintritt geburtenstarker Jahrgänge zwingen die Politik zum Handeln. Vor der Bundestagswahl stellen die Parteien unterschiedliche Rentenreformpläne vor. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat die Vorschläge analysiert.

IW Köln, Pressemitteilung vom 17.08.2021

Die gesetzliche Rentenversicherung steht vor erheblichen Herausforderungen. Der demografische Wandel und der Renteneintritt geburtenstarker Jahrgänge zwingen die Politik zum Handeln. Vor der Bundestagswahl stellen die Parteien unterschiedliche Rentenreformpläne vor. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die Vorschläge analysiert.

Eine der größten Aufgaben der nächsten Bundesregierung wird es sein, die gesetzliche Rente zu stabilisieren. Die zentrale Herausforderung ist dabei der demographische Wandel: Zum einen verlängert sich die Dauer des Rentenbezuges, weil die Menschen immer älter werden, zum anderen geht die geburtenstarke Babyboomer-Generation in den nächsten Jahren in Rente. Gleichzeitig wird die Zahl der Beitragszahler zurückgehen. In einer Studie hat das IW unlängst prognostiziert, dass der Beitragssatz zur Rentenversicherung bis 2060 von 18,6 auf 23,6 Prozent zulegen würde, während das Sicherungsniveau von gut 49 auf rund 44 Prozent des Bruttoeinkommens sinkt, wenn es keine umfassenden Reformen gibt.

Höherer Bundeszuschuss keine Lösung

Strategien dafür, wie diese Reformen aussehen könnten, haben die Parteien vage in ihren Wahlprogrammen skizziert. Union und FDP wollen die bestehende Form der Alterssicherung grundsätzlich beibehalten. Die Liberalen fordern jedoch mehr Flexibilität bei den grundlegenden Stellschrauben sowie den Aufbau eines Kapitalstocks.

Inhaltliche Gemeinsamkeiten gibt es bei SPD, Grünen und DIE LINKE. Allen drei Entwürfen fehlt allerdings die langfristige Lösungsperspektive: Das Festhalten von SPD und Grüne an einem Sicherungsniveau von 48 Prozent hält das IW für ein unrealistisches Versprechen. „Damit würden nachfolgende Generationen zusätzlich belastet“, warnt IW-Rentenexperte Jochen Pimpertz. Wenn die Rentnerzahl steigt, führt ein generöses Leistungsversprechen zu noch höheren Lasten. Da hilft auch kein höherer Bundeszuschuss, weil die notwendigen Steuergelder am Ende trotzdem vom Steuerzahler kommen müssen.

Späterer Renteneintritt ist alternativlos

Keine Lösung der Probleme sieht das IW in der Idee, jüngere Beamte und Selbständige in die Rentenkasse einzahlen zu lassen. Das entlaste die Rentenversicherung zwar kurzfristig, bedeute aber auch zusätzliche Anwartschaften in der Zukunft, welche dann wieder anderweitig finanziert werden müssen. „Langfristig führt kein Weg an einer weiter steigenden Altersgrenze vorbei“, sagt Pimpertz. Diese Notwendigkeit attestiere allerdings nur die FDP im Wahlprogramm, alle anderen Parteien blenden das bei Wählern unliebsame Thema aus.

Quelle: IW Köln

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Erwerbstätigkeit steigt im 2. Quartal 2021 um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal

Im 2. Quartal 2021 waren rund 44,7 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg die Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt um 75.000 Personen (+0,2 %), nachdem sie im 1. Quartal 2021 noch zurückgegangen war (-43.000 Personen; -0,1 %).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 17.08.2021

Erwerbstätigenzahl aber weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau

Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland, 2. Quartal 2021

  • +0,2 % zum Vorquartal (saisonbereinigt)
  • +0,6 % zum Vorquartal (nicht saisonbereinigt)
  • 0,0 % zum Vorjahresquartal

Im 2. Quartal 2021 waren rund 44,7 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg die Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt um 75.000 Personen (+0,2 %), nachdem sie im 1. Quartal 2021 noch zurückgegangen war (-43.000 Personen; -0,1 %). Sie lag damit aber weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau: Im 2. Quartal 2021 waren saisonbereinigt 1,2 % oder 564.000 Personen weniger erwerbstätig als im 4. Quartal 2019, dem letzten Quartal vor Beginn der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie.

Ohne Saisonbereinigung stieg die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem 1. Quartal 2021 um 268.000 oder +0,6 %. Ein Anstieg der Erwerbstätigkeit im 2. Quartal eines Jahres ist durch die allgemeine Belebung von Außenberufen im Frühjahr saisonal üblich. Die Frühjahrsbelebung fiel im Jahr 2021 aber verhaltener aus als im Durchschnitt der drei Vorkrisenjahre 2017 bis 2019 (+383.000 Personen; +0,9 %). Im 2. Quartal 2020 war die Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorquartal durch die einsetzende Corona-Pandemie sehr stark um 410.000 Personen oder 0,9 % gesunken.

Rückgang der Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahr gestoppt

Verglichen mit dem 2. Quartal 2020 blieb die Zahl der Erwerbstätigen im 2. Quartal 2021 nahezu unverändert (+4.000 Personen; 0,0 %). Der Beschäftigungsrückgang im Vorjahresvergleich hat sich damit nicht weiter fortgesetzt, nachdem die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahreszeitraum im 1. Quartal 2021 noch bei -1,5 % gelegen hatte. Diese sprunghaft verbesserte Entwicklung in der Vorjahresveränderungsrate lässt sich jedoch vor allem auf einen sogenannten Basiseffekt zurückführen: Im 2. Quartal 2020 war die Zahl der Erwerbstätigen nach einem Anstieg im 1. Quartal (+0,5 %; +216.000 Personen) aufgrund der Corona-Krise stark eingebrochen (-1,1 %; -518.000 Personen).

Es ist zu beachten, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch zu einer erhöhten Unsicherheit bei der Schätzung der Erwerbstätigenzahlen führen. Die massiv gestiegene und wieder gesunkene Kurzarbeit wirkt sich dabei allerdings nicht auf die Erwerbstätigenzahlen aus, da Kurzarbeitende unabhängig vom Ausmaß der Kurzarbeit nach den Konzepten der Erwerbstätigenrechnung weiterhin als Erwerbstätige zählen und nicht als Erwerbslose.

Dienstleistungsbereiche wieder mit Beschäftigungsgewinnen

Im 2. Quartal 2021 trugen überwiegend die Dienstleistungsbereiche zum Anstieg der Erwerbstätigenzahl gegenüber dem Vorjahresquartal bei (+104.000 Personen; +0,3 %), wobei sich die einzelnen Wirtschaftsbereiche unterschiedlich entwickelten: Die größten absoluten Beschäftigungsgewinne hatten die Öffentlichen Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit +250.000 Personen (+2,2 %), gefolgt von den Unternehmensdienstleistern (+34.000 Personen; +0,6 %), zu denen auch die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften gehört, sowie der Bereich Information und Kommunikation (+29.000 Personen; +2,1 %). Einen größeren Beschäftigungsrückgang verzeichnete dagegen weiterhin der Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit -175.000 Personen (-1,8 %) und auch bei den Sonstigen Dienstleistungen (u. a. Verbände und Interessenvertretungen) ging die Zahl der Erwerbstätigen nach Zuwächsen bis zum 1. Quartal 2020 weiter zurück (-36.000 Personen; -1,2 %). Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern setzte sich der bereits seit Jahren bestehende Abwärtstrend verlangsamt fort (-3.000 Personen; -0,3 %).

Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ist die Erwerbstätigenzahl im 2. Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken (-124.000 Personen oder -1,5 %). Im Baugewerbe konnten hingegen weiterhin Beschäftigungsgewinne erzielt werden (+39.000 Personen; +1,5 %). In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei sank die Zahl der Erwerbstätigen um 15.000 Personen (-2,4 %).

Mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, weniger Selbstständige

Zum geringfügigen Anstieg der Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahr um 4.000 Personen (0,0 %) hat maßgeblich die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beigetragen. Größere Beschäftigungsverluste gab es dagegen sowohl bei der Zahl der Beschäftigten mit ausschließlich marginalen Tätigkeiten (geringfügig entlohnte und kurzfristig Beschäftigte sowie Personen in Arbeitsgelegenheiten) als auch bei der selbstständigen Tätigkeit. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im 2. Quartal 2021 im Vergleich zum 2. Quartal 2020 um 129.000 (+0,3 %) auf 40,8 Millionen Personen, während die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger im Vergleich zum Vorjahresquartal um 125.000 Personen (-3,1 %) auf 3,9 Millionen sank.

Arbeitsvolumen steigt kräftig um 6,8 %

Die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person erhöhte sich nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 2. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal kräftig um 6,8 % auf 316,2 Stunden. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also das Produkt aus Erwerbstätigenzahl und geleisteten Stunden je erwerbstätiger Person – erhöhte sich im gleichen Zeitraum ebenfalls um 6,8 % auf 14,1 Milliarden Stunden. Auch diese gute Entwicklung geht mit dem Basiseffekt aus dem Vorjahr einher. Zudem zeigt sich hier insbesondere der Effekt der sinkenden Inanspruchnahme von Kurzarbeit, die seit der zweiten Märzhälfte 2020 ein sehr hohes Niveau von maximal 6 Millionen Personen erreicht hatte und inzwischen auf gut 2 Millionen Personen gefallen ist. Dies schlägt sich zwar nicht in der Zahl der Erwerbstätigen, aber in der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nieder.

Erwerbstätigkeit in der EU

Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat vom 18. Mai 2021 sank die Erwerbstätigkeit im 1. Quartal 2021 in den 27 Staaten der Europäischen Union (EU) und im Euroraum gegenüber dem Vorjahresquartal durchschnittlich stärker als in Deutschland. So betrug der Rückgang in der EU 1,8 % und im Euroraum 2,1 %. Daten für das 2. Quartal 2021 veröffentlicht Eurostat am 17. August 2021.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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