Industrie dämpft Konjunktur – vorübergehend höhere Inflation

Die deutsche Konjunktur hat sich lt. ifo Institut im zweiten Quartal 2021 nur langsam erholt. Gebremst hat insbesondere eine schrumpfende Wirtschaftsleistung der Industrie.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 30.07.2021

Die deutsche Konjunktur hat sich im zweiten Quartal 2021 nur langsam erholt. Gebremst hat insbesondere eine schrumpfende Wirtschaftsleistung der Industrie. „Zwar sind die Auftragsbücher der Unternehmen prall gefüllt“, erläutert Timo Wollmershäuser, der Leiter der ifo Konjunkturprognosen. „Aber Lieferengpässe bei wichtigen Vorprodukten stoppten eine Ausweitung der Produktion.“ Im Gegensatz dazu profitierten der Handel und viele Dienstleister von den sinkenden Infektionszahlen, dem raschen Impffortschritt und den damit einhergehenden Öffnungen im Frühsommer. Entsprechend legten ihre Umsätze im Vergleich zum Jahresbeginn kräftig zu.

Im laufenden dritten Quartal wird die Erholung schwach bleiben. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe dürfte die Produktion weiter schrumpfen. Darauf deuten die rückläufigen Geschäftserwartungen der Unternehmen in den ifo Konjunkturumfragen der vergangenen Monate hin. Ursache dafür ist eine spürbare Verschärfung der Lieferengpässe. So gaben im Juli fast zwei Drittel der Industrieunternehmen an, durch einen Mangel an Vorprodukten in ihrer Produktion behindert zu sein. Im April lag der Anteil noch bei 45 Prozent. Aber auch die Aussichten bei den Dienstleistern und im Handel haben sich zuletzt eingetrübt. Wieder steigende Infektionszahlen und eine stockende Impfkampagne bereiten den Unternehmern, deren Geschäftstätigkeit von sozialen Kontakten abhängt, zunehmend Sorgen.

Der Anstieg der Verbraucherpreise dürfte sich in den kommenden Monaten weiter beschleunigen – auf über 4 Prozent. Gründe sind steigende Energiepreise und die Rückkehr zum normalen Mehrwertsteuersatz. Anfang kommenden Jahres aber wird die Inflationsrate allmählich wieder zurückgehen in Richtung 2 Prozent. „Insofern gibt es für die Europäische Zentralbank derzeit noch keinen Anlass die geldpolitischen Zügel zu straffen“, sagt Wollmershäuser.

Quelle: ifo Institut

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Industrie klagt massiv über Materialmangel

Fast zwei Drittel der Industriefirmen in Deutschland klagen über Engpässe und Problemen bei Vorlieferungen als Hindernis für ihre Produktion. Das geht aus der vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 02.08.2021

Fast zwei Drittel der Industriefirmen in Deutschland klagen über Engpässe und Problemen bei Vorlieferungen als Hindernis für ihre Produktion. Das geht aus der vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts hervor. Von April bis Juli stieg der Anteil von 45 auf 63,8 Prozent. „Bereits im Vorquartal meldeten die Unternehmen einen Rekordwert, dieser wurde nochmals deutlich übertroffen. Das könnte zu einer Gefahr für den Aufschwung werden“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. Zuvor lag der Spitzenwert einmal bei 20,2 Prozent im dritten Quartal 2018.

„Problematisch sind auch die teilweise stark gestiegenen Einkaufspreise“, ergänzt er. „Derzeit bedienen die Hersteller die Nachfrage noch aus ihren Lagern an Fertigwaren. Aber die leeren sich nun auch zusehends, wie sie uns mitgeteilt haben“, fügt Wohlrabe hinzu.

Die Knappheit bei Halbleitern und Chips macht sich insbesondere bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen bemerkbar (84,4 Prozent) sowie bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern (83,4 Prozent). Die stark gestiegenen Preise für Kunststoff-Granulate machen den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren deutlich zu schaffen (79 Prozent). Bei den Herstellern elektronischer Geräte beklagen 72,2 Prozent Materialmangel, außerdem 70,3 Prozent der Maschinenbauer.

Quelle: ifo Institut

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Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2021 um 1,5 % höher als im Vorquartal

Das BIP ist im 2. Quartal 2021 gegenüber dem 1. Quartal 2021 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 1,5 % gestiegen. Nachdem die Corona-Krise zum Jahresbeginn 2021 zu einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung geführt hatte (nach neuesten Berechnungen -2,1 % im 1. Quartal), erholte sich die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal wieder.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.07.2021

Wirtschaftsleistung noch 3,4 % unter Vorkrisenniveau

Bruttoinlandsprodukt (BIP), 2. Quartal 2021

  • +1,5 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
  • +9,6 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
  • +9,2 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2021 gegenüber dem 1. Quartal 2021 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 1,5 % gestiegen. Nachdem die Corona-Krise zum Jahresbeginn 2021 zu einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung geführt hatte (nach neuesten Berechnungen -2,1 % im 1. Quartal), erholte sich die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal wieder. Dazu trugen vor allem höhere private und staatliche Konsumausgaben bei.

Bruttoinlandsprodukt im Vorkrisenvergleich weiter deutlich im Minus

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 2. Quartal 2021 preisbereinigt um 9,6 %, preis- und kalenderbereinigt um 9,2 %, höher als im 2. Quartal 2020, das vom ersten Corona-Lockdown besonders betroffen war. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise, lag das BIP im 2. Quartal 2021 noch um 3,4 % niedriger.

Revision der bisherigen Ergebnisse

Neben der Erstberechnung des 2. Quartals 2021 hat das Statistische Bundesamt, wie zu diesem Veröffentlichungstermin üblich, auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse für die Quartale und Jahre ab 2017 überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen der Ergebnisse einbezogen. Dabei ergaben sich für das BIP Änderungen der bisherigen Ergebnisse von -0,3 % bis +0,6 Prozentpunkten. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Inflationsrate im Juli 2021 voraussichtlich +3,8 %

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucher­preisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im Juli 2021 voraussichtlich +3,8 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber Juni 2021 voraussichtlich um +0,9 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.07.2021

Verbraucherpreisindex, Juli 2021

  • +3,8 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,9 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Juli 2021

  • +3,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
  • +0,5 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucher­preisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im Juli 2021 voraussichtlich +3,8 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber Juni 2021 voraussichtlich um +0,9 %.

Verantwortlich für den weiteren Anstieg der Inflationsrate im Juli 2021 ist insbesondere ein Basiseffekt, der auf die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuersätze im Juli 2020 zurückzuführen ist. Seit Januar 2021 befinden sich die Mehrwertsteuersätze für fast alle Waren und Dienstleistungen wieder auf dem vorherigen Niveau. Die genaue Höhe des Basiseffekts ist nur schwer zu benennen, da gleichzeitig auch andere Preiseffekte wirken, wie zum Beispiel die CO2-Bepreisung und übliche Marktentwicklungen. Bei der Senkung der Mehrwertsteuersätze im Juli 2020 lag der rein rechnerische Effekt bei -1,6 Prozentpunkten.

Die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen für das öffentliche Leben und den daraus resultierenden Folgen machte darüber hinaus eine Änderung des üblichen Vorgehens bei der jährlichen Aktualisierung der Gütergewichte des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) notwendig. Hierzu ist im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes ein Methodenpapier verfügbar. Die Aktualisierung der Gütergewichte im HVPI erklärt einen erheblichen Teil der Abweichung zwischen VPI und HVPI für Deutschland.

Die Situation bei der Preiserhebung in Folge der Corona-Krise hat sich im Juli 2021 weiter entspannt, denn stationärer Handel, Gastronomie und Beherbergungsbetriebe waren weitgehend geöffnet beziehungsweise die Leistungen konnten wieder angeboten werden. Hinweise zu den Auswirkungen des Lockdowns auf die Preiserhebung finden Sie in unserem Methodenpapier „Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Preiserhebung“.

Die endgültigen Ergebnisse für Juli 2021 werden am 11. August 2021 veröffentlicht.

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

 

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Unser Herz schlägt für die duale Berufsausbildung

Der demografische Wandel und der Trend zum Studium machen dem dualen Ausbildungssystem zu schaffen. Die Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ des Deutschen Bundestages hat Empfehlungen vorgelegt, wie das Erfolgsmodell gestützt werden kann. Unter anderem schlägt sie vor, Prüfungen weitgehend zu digitalisieren, die „Ausbildungsreife“ neu zu definieren und Berufsschulen zu fördern. Der DIHK nimmt dazu Stellung.

DIHK, Mitteilung vom 29.07.2021

Rund 750.000 junge Menschen absolvieren derzeit eine Berufsausbildung in Handel, Dienstleistung oder Industrie. Durch den ehrenamtlichen Einsatz von mehr als 150.000 Prüfern konnte die IHK-Organisation auch in Corona-Zeiten knapp 300.000 bundeseinheitliche Abschlussprüfungen ermöglichen. Nach pandemiebedingt eingeschränkter Berufsorientierung nimmt die Ausbildung jetzt wieder Fahrt auf. Stand Juni 2021 wurden bei den IHKs 1,4 Prozent mehr neue Verträge erfasst als im Vorjahr. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres gibt es immer noch viele freie Plätze – allein in der IHK-Lehrstellenbörse sind derzeit noch rund 40.000 Angebote gelistet.

Fachkräftemotor Berufliche Bildung justieren – Chancen der Digitalisierung nutzen

Sinkende Schulabgänger-Zahlen in Kombination mit einem noch stärkeren Rückgang der Bewerbungen, der Trend zum Studium, fortschreitende Digitalisierung und Corona-Effekte – die Zahl der Jugendlichen in Ausbildung geht seit Jahren zurück. Die Zukunft der Beruflichen Bildung wird daher nach der Bundestagswahl im Herbst weiter auf der Agenda der Bundespolitik stehen.

Was aber ist zu tun, damit unsere Berufliche Bildung ein weltweit anerkanntes Erfolgsmodell bleibt, junge Menschen ihre Chancen wahrnehmen und Unternehmen weiter ihre Fachkräfte selbst qualifizieren können? Wie unterschiedlich die Vorstellungen dazu sind, hat zuletzt die Enquete-Kommission des Bundestages zur „Beruflichen Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ gezeigt, in der alle Fraktionen des Parlaments sowie externe Sachverständige zusammengearbeitet haben.

Bitte rasch umsetzen

Nach Einschätzung des DIHK enthält der nun vorliegende, rund 500 Seiten starke Abschlussbericht der Kommission eine Vielzahl guter Empfehlungen und Ideen für die gemeinsame Arbeit der Partner in der Beruflichen Bildung:

  • Die Prüfungen in der Beruflichen Bildung sollen, wo immer sinnvoll, digitalisiert werden – weiterhin im Rahmen des ehrenamtlich getragenen Prüfungssystems in der Verantwortung der Kammern.
  • Das etwas in die Jahre gekommene Konzept der Ausbildungsreife sollte zu einer „Ausbildungsstartkompetenz“ weiterentwickelt werden – unter Berücksichtigung der Anforderungen der Wirtschaft und veränderter Kompetenzen und Perspektiven der Jugendlichen.
  • Die Perspektiven der Höheren Berufsbildung sollen schon in der Berufsorientierung empfohlen werden.
  • Die Berufliche Bildung braucht durchgängig mehr digitale Kommunikation, zum Beispiel durch die Erfassung von Mailadressen und Telefonnummern bei der Eintragung von Ausbildungsverhältnissen.
  • Ein Pakt für Berufsschulen ist erforderlich, um unter anderem virtuelle Klassenzimmer stärker zu nutzen, insbesondere an Berufsschulen im ländlichen Raum.
  • Der Aufbau eines Deutschen Beruflichen Austauschdienstes (DBAD) analog zum Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ist aus Sicht des DIHK sinnvoll, um die internationale Mobilität in der Beruflichen Bildung voranzubringen.
  • Eine stärkere Verbreitung von Teilqualifikationen erleichtert Geringqualifizierten den Einstieg in Ausbildung und Beschäftigung.
  • Viele Menschen verfügen nicht über einen formalen Berufsabschluss, aber über Kompetenzen, die sie informell erworben haben. Ein Instrument soll dazu beitragen, diese Kompetenzen sichtbar zu machen.
  • Verbindliche und sachgerechte Qualitätskriterien für die Praxisphasen dualer Studiengänge können helfen, das duale Studium weiter zu stärken.

IHK-Organisation engagiert sich für Weiterentwicklung der Beruflichen Bildung

Im Herbst können diese Ideen Eingang in den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung finden. Aber auch die Bundesländer und alle anderen Akteure der Beruflichen Bildung erhalten eine Reihe von Impulsen. Die IHK-Organisation wird sich ihrerseits ebenfalls bei der Weiterentwicklung der Beruflichen Bildung engagieren – damit die Berufliche Bildung Erfolgsmodell und Motor der Fachkräftesicherung bleibt.

Den Abschlussbericht der Enquete-Kommission können Sie sich hier im PDF-Format von der Website des Deutschen Bundestages herunterladen.

Quelle: DIHK

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Umsatzentwicklung im Juni 2021: +2,7 % zum Vormonat

Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland ist im Juni 2021 zum zweiten Mal in Folge gegenüber dem Vormonat gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, erhöhte sich der nominale (nicht preisbereinigte) Umsatz kalender- und saisonbereinigt gegenüber Mai 2021 um 2,7 %. Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft lag im Juni 2021 um 12,2 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.07.2021

Umsatz der gewerblichen Wirtschaft im Juni 12,2 % über Vorkrisenniveau

Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland ist im Juni 2021 zum zweiten Mal in Folge gegenüber dem Vormonat gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, erhöhte sich der nominale (nicht preisbereinigte) Umsatz kalender- und saisonbereinigt gegenüber Mai 2021 um 2,7 %. Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft lag im Juni 2021 um 12,2 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Diese Entwicklung zeigt der Frühindikator für die Konjunkturentwicklung der gewerblichen Wirtschaft, der aus den monatlichen, noch unvollständig vorliegenden Umsatzsteuervoranmeldungen ermittelt wird. Er ermöglicht frühzeitige Aussagen zur Umsatzentwicklung, noch bevor die amtlichen Ergebnisse aus den Erhebungen nach Wirtschaftsbereichen vorliegen. Die gewerbliche Wirtschaft umfasst die Bereiche Industrie, Energie- und Wasserversorgung, Bau, Gastgewerbe sowie Handel und Dienstleistungen.

Die Umsatzentwicklung für Mai 2021 gegenüber dem Vormonat wurde anhand der vollständigen Daten von +1,6 % um 0,7 Prozentpunkte nach oben auf +2,3 % revidiert.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Konsumklima stagniert im Juli

Nach der zuletzt deutlichen Aufhellung legt die Stimmung der Verbraucher im Juli eine Verschnaufpause ein. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung verzeichnen moderate Verluste, während die Anschaffungsneigung nochmals leicht zulegen kann. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für August -0,3 Punkte und damit den gleichen Wert wie im Juli dieses Jahres. Dies sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juli 2021.

GfK, Pressemitteilung vom 28.07.2021

Nach der zuletzt deutlichen Aufhellung legt die Stimmung der Verbraucher im Juli eine Verschnaufpause ein. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung verzeichnen moderate Verluste, während die Anschaffungsneigung nochmals leicht zulegen kann. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für August -0,3 Punkte und damit den gleichen Wert wie im Juli dieses Jahres. Dies sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juli 2021.

Die Konjunktur- und Einkommensaussichten müssen nach dem starken Anstieg im Vormonat zwar einen kleinen Teil dieser Gewinne wieder abgeben, vor allem die Konjunkturerwartung weist nach wie vor ein überaus hohes Niveau auf. Im Gegensatz dazu verzeichnet die Anschaffungsneigung im Juli noch einmal geringe Zuwächse.

Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte dazu: „Die Phase sinkender Inzidenzen ist zu Ende gegangen und die Infektionszahlen steigen wieder. Zudem hat die Dynamik beim Impfen trotz ausreichend vorhandenen Impfstoffes zuletzt deutlich nachgelassen. Dies verhindert gegenwärtig einen weiteren deutlichen Anstieg der Konsumstimmung.“

Hinzu kommt, dass das Thema Inflation wieder stärker in den Fokus der Konsumenten rückt. Die Erfahrung zeigt, dass steigende Preise, wie sie im Moment zu beobachten sind, belastend auf das Konsumklima wirken.

Bürkl ergänzt: „Trotz der momentanen Stagnation des Konsumklimas wird die Binnenkonjunktur in der zweiten Jahreshälfte einen positiven Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten. Dafür werden auch die gut gefüllten Portemonnaies der Verbraucher sorgen.“

Konjunkturerwartung nach 10-Jahres-Hoch etwas moderater

Nachdem die Konjunkturerwartung im Vormonat auf ein 10-Jahres-Hoch geklettert war, zeigt sie sich im Juli etwas moderater. Der Indikator büßt 3,8 Punkte ein und weist aktuell 54,6 Punkte auf. Das nach wie vor überaus hohe Niveau belegt auch die Tatsache, dass die Konjunkturaussichten 44 Zähler über dem entsprechenden Vorjahreswert liegen.

Die Verbraucher sehen die deutsche Wirtschaft weiter im Aufschwung. Wobei der private Konsum mehr und mehr zur positiven Entwicklung beitragen wird.

Einkommenserwartung verliert moderat

Die Einkommenserwartung folgt den Konjunkturaussichten und verzeichnet im Juli ebenfalls moderate Einbußen. Der Indikator verliert 5,1 Punkte und liegt nun bei 29 Punkten. Auch hier ist das Niveau zufriedenstellend, wie das Plus von gut 10 Zählern gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert belegt.

Ein Grund für die gemäßigtere Entwicklung der Einkommenserwartung dürfte das Thema Inflation sein. Es hat zuletzt in den Augen der Verbraucher wieder an Brisanz gewonnen. Durch gestiegene Energiepreise sowie die eingeführte CO2-Bepreisung ist die Inflationsrate zuletzt auf mehr als zwei Prozent gestiegen. Hinzu kommt, dass im Juli die Inflation noch einen Sprung nach oben machen wird, da nun der Basiseffekt der im Juli 2020 gesenkten Mehrwertsteuer wirksam wird. Dies dürfte die Einkommensaussichten ebenfalls belasten.

Anschaffungsneigung gewinnt leicht hinzu

Im Gegensatz zu den Konjunktur- und Einkommenserwartungen legt die Anschaffungsneigung leicht zu. Nach einem Plus von 1,4 Punkten klettert der Indikator auf 14,8 Punkte. Gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres weist die Konsumneigung ein Minus von knapp 28 Zählern auf.

Nach wie vor ist die Konsumfreude nicht ungetrübt. Zwar sind die Portemonnaies derzeit bei vielen Konsumenten gut gefüllt, aber die Maskenpflicht sowie Abstandsregeln verhindern bislang ein ungetrübtes Einkaufserlebnis. (…)

Quelle: GfK

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Importpreise im Juni 2021: +12,9 % gegenüber Juni 2020

Die Importpreise waren im Juni 2021 um 12,9 % höher als im Juni 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Oktober 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+13,6 % gegenüber Oktober 1980). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Mai 2021 bei +11,8 % gelegen, im April 2021 bei +10,3 %. Gegenüber dem Vormonat Mai 2021 stiegen die Importpreise im Juni 2021 um 1,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.07.2021

Importpreise, Juni 2021

  • +1,6 % zum Vormonat
  • +12,9 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Juni 2021

  • +0,8 % zum Vormonat
  • +5,0 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im Juni 2021 um 12,9 % höher als im Juni 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Oktober 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+13,6 % gegenüber Oktober 1980). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Mai 2021 bei +11,8 % gelegen, im April 2021 bei +10,3 %. Gegenüber dem Vormonat Mai 2021 stiegen die Importpreise im Juni 2021 um 1,6 %.

Starker Preisanstieg nach wie vor insbesondere auf Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im Juni 2021 um 88,5 % teurer als im Juni 2020. Dieser Anstieg begründet sich durch das außerordentlich niedrige Preisniveau des Vergleichsmonats (Basiseffekt): Im Juni 2020 war die Nachfrage nach Erdöl genau wie in den Monaten April und Mai 2020 aufgrund der Corona-Krise schwach, gleichzeitig gab es nach wie vor einen starken Angebotsüberhang. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatten im Juni 2021 Erdgas mit einem Plus von 150,0 % und Erdöl mit einem Plus von 81,8 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Juni 2021 um 7,2 % höher als im Juni 2020 und 0,8 % höher als im Vormonat. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 9,8 % über dem Stand des Vorjahres (+1,3 % gegenüber Mai 2021).

Starker Preisanstieg im Vorjahresvergleich auch bei Erzen und Metallen

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter stiegen im Juni 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,1 %. Gegenüber Juni 2020 verteuerten sich vor allem Eisenerze (+97,4 %), Rohkupfer (+49,9 %), Kunststoffe in Primärformen (+44,0 %), gesägtes und gehobeltes Holz (43,9 %), Furnier-, Sperrholz-, Holzfaser- und Holzspanplatten (+41,8 %), Nicht-Eisen-Metallerze (+41,5 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+40,9 %). Hauptgrund für den starken Anstieg der Preise für Eisenerz und infolgedessen der Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen dürfte die weiterhin starke weltweite Nachfrage sein.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Juni 2021 um 0,4 % über denen von Juni 2020. Während unter anderem Speichereinheiten und andere Datenspeicher (-7,2 %) zu niedrigeren Preisen importiert wurden, waren Notebooks (+4,2 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenmotoren (+1,6 %) teurer als im Juni 2020.

Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr 1,3 % teurer, Gebrauchsgüter waren dagegen um 0,1 % billiger.

Die Importreise für landwirtschaftliche Güter lagen 7,6 % über denen von Juni 2020. Während sich insbesondere Naturkautschuk (+49,1 %), Rohkaffee (+30,1 %) und Getreide (+19,6 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine (-12,6 %) und Nüsse (-12,5 %) nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert.

Veränderungen der Exportpreise Juni 2021

Der Index der Exportpreise lag im Juni 2021 um 5,0 % über dem Stand von Juni 2020. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im April 1982 gegeben (+5,6 % gegenüber April 1981). Im Mai 2021 und im April 2021 hatte die Jahresveränderungsrate bei +4,2 % beziehungsweise bei +3,3 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Mai 2021 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,8 %. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt

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ifo Beschäftigungsbarometer gesunken (Juli 2021)

Die deutschen Unternehmen bremsen ihre Suche nach neuen Mitarbeitern etwas. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Juli auf 102,4 Punkte gefallen, von 103,8 Punkten im Juni. Die Erholung auf dem deutschen Arbeitsmarkt geht weiter, wenn auch langsamer.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.07.2021

Die deutschen Unternehmen bremsen ihre Suche nach neuen Mitarbeitern etwas. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Juli auf 102,4 Punkte gefallen, von 103,8 Punkten im Juni. Die Erholung auf dem deutschen Arbeitsmarkt geht weiter, wenn auch langsamer.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat das Beschäftigungsbarometer einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Unter anderem die Chemische Industrie sucht vermehrt Mitarbeiter. Im Dienstleistungssektor dagegen musste das Barometer einen deutlichen Dämpfer verkraften. Insbesondere die Personaldienstleister waren skeptischer. Auch bei den Logistikern kehrte etwas Vorsicht ein. Im Handel hingegen nehmen die Neueinstellungen langsam Fahrt auf. Das Baugewerbe geht von einer konstanten Beschäftigtenzahl aus.

Quelle: ifo Institut

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ifo Exporterwartungen leicht gefallen (Juli 2021)

Unter den deutschen Exporteuren hat sich die Stimmung leicht verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Juli auf 24,5 Punkte gefallen, von 25,0 Punkten im Juni. Insgesamt läuft die deutsche Exportwirtschaft jedoch weiterhin sehr gut.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.07.2021

Unter den deutschen Exporteuren hat sich die Stimmung leicht verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Juli auf 24,5 Punkte gefallen, von 25,0 Punkten im Juni. Insgesamt läuft die deutsche Exportwirtschaft jedoch weiterhin sehr gut.

Nahezu alle Branchen gehen von einem Anstieg der Exporte aus. Einen deutlichen Zuwachs der Auslandsumsätze erwartet die Elektroindustrie. Gleiches gilt für den Maschinenbau und die Nahrungsmittelindustrie. In der Metallindustrie sind die Exporterwartungen weiter rückläufig, aber immer noch auf Wachstum ausgerichtet. Die Automobilwirtschaft geht von moderaten Zuwächsen aus. Einen deutlichen Dämpfer hingegen musste das Papiergewerbe verkraften.

Quelle: ifo Institut

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