Mit Beruflicher Bildung Qualifikationen und Persönlichkeit voranbringen

Die Berufliche Bildung hat viel zu bieten: Eine duale Ausbildung eröffnet Jugendlichen Hunderte von Berufsoptionen und die Möglichkeit, in der Praxis die eigenen Potenziale zu entdecken. Sie verspricht finanzielle Unabhängigkeit, gute Übernahmechancen und einen sicheren Einstieg ins Berufsleben. Ein Abschluss der Höheren Berufsbildung verbessert lt. DIHK die Perspektiven zusätzlich.

DIHK, Mitteilung vom 01.07.2021

In der Pandemie hat sich die Berufliche Bildung als wichtiger Stabilitätsanker erwiesen. Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht bringt sie etliche Vorteile mit sich: In vielen Fällen ist eine berufliche Aus- oder Weiterbildung der Grundstein für einen erfolgreichen Weg in der Arbeitswelt.

Das wissen Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und DIHK-Präsident Peter Adrian genau – beide unternahmen mit einer IHK-Ausbildung erste Schritte ins Berufsleben. Zu einem Aktionstag im Rahmen des „Sommers der Berufsausbildung“ tauschten sie sich mit Absolventinnen und Absolventen der Höheren Berufsbildung sowie Unternehmerinnen und Unternehmern über Zukunft und Perspektiven der Beruflichen Bildung aus und berichteten aus eigener Erfahrung von deren Vorzügen – und davon gibt es viele.

Rein ins Berufsleben

Jugendliche wissen nach ihrem Schulabschluss oft noch nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollen – oder welche Potenziale in ihnen stecken. Hier bietet die duale Berufsausbildung ein abwechslungsreiches Programm: In rund 330 Ausbildungsberufen, allein circa 250 bei den Industrie- und Handelskammern, ist für jeden etwas dabei. Praktische Erfahrungen im Betrieb helfen, eigene Talente zu erkennen. Finanzielle Unabhängigkeit, gute Übernahmechancen und ein sicherer Einstieg ins Berufsleben: Die duale Ausbildung überzeugt mit vielen Pluspunkten.

Vorteile und Argumente für die duale Berufsausbildung hat der DIHK in einer eigenen Ausbildungs-Kampagne aufgegriffen: Nutze dein Talent #Azubi21.

Berufliche Weiterbildung als Alternative zum Studium

Die Berufliche Bildung bietet nicht nur einen zumeist nahtlosen Übergang von der Ausbildung in den Beruf, sondern auch gute Einkommensperspektiven – vor allem dann, wenn sie um einen Abschluss der Höheren Berufsbildung wie zum Beispiel einen Fachwirt, Meister oder Bilanzbuchhalter ergänzt wird. Die Einkommens- und Beschäftigungsperspektiven dieser Absolventen sind zum Teil sogar besser als die von Akademikern. Ein Großteil berichtet auch davon, dass eine berufliche Weiterbildung die eigene Persönlichkeit voranbringt: Ein erweiterter Blickwinkel, mehr Souveränität und bessere kommunikative Kompetenzen sind dabei nur einige der wichtigen positiven Effekte.

Auf der DIHK-Website finden sich ausführliche Informationen, warum eine berufliche Weiterbildung sich auszahlt.

Auf passgenaues Matching kommt es an

Die Corona-Krise verstärkt ein bekanntes Phänomen: In Deutschland gibt es seit vielen Jahren weit mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als unvermittelte Jugendliche. So standen 2020 laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit knapp 60.000 unbesetzte Ausbildungsplätze rund 29.300 unvermittelten Ausbildungsplatzbewerbern gegenüber. Auch in diesem Jahr spiegelt sich der Trend bereits wider: Zum Stichtag 30. Juni 2021 verzeichnet die Statistik 385.042 Bewerberinnen und Bewerber und 467.921 gemeldete Ausbildungsstellen. Die Herausforderung ist also nicht etwa ein genereller Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen, sondern das Matching zwischen dem reichlichen Angebot und der Nachfrage. In vielen Initiativen versuchen IHKs, dieses Matching zu unterstützen – zum Beispiel mit digitalen Einsätzen von Ausbildungsbotschaftern, virtuellen Azubi-Speed-Datings oder Ausbildungsberatungen per Video-Chat.

Quelle: DIHK

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Industrie beklagt steigende Einkaufspreise

Sehr viele deutsche Industriefirmen haben Preissteigerungen für Material in den vergangenen drei Monaten gemeldet. In der ifo-Umfrage im Juni waren es 92,0 Prozent. In der Textilbranche und bei der Möbelherstellung lag der Anteil sogar bei 100 Prozent der Teilnehmenden.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 01.07.2021

Sehr viele deutsche Industriefirmen haben Preissteigerungen für Material in den vergangenen drei Monaten gemeldet. In der ifo-Umfrage im Juni waren es 92,0 Prozent. In der Textilbranche und bei der Möbelherstellung lag der Anteil sogar bei 100 Prozent der Teilnehmenden. Die Gummi- und Kunststoffwaren waren mit 99,4 Prozent kaum schwächer betroffen.

Aber auch andere Branchen berichten von höheren Preisen, darunter die Hersteller von elektrischer Ausrüstung (95,6 Prozent), die Metallerzeuger und -bearbeiter (95,0), die Hersteller von Metallerzeugnissen (94,9) die Bekleidungshersteller (94,0), die Produzenten von Datenverarbeitungsgeräten (93,5) und die Erzeuger von Pappe und Papier (93,2).

„Beim Stahl und auch beim Schnittholz sowie anderen holzbasierten Grundstoffen gibt es Lieferengpässe und damit einhergehend teils dramatische Preisbewegungen“, sagt Felix Leiss, Umfrageexperte beim ifo Institut. „Wegen des Holzmangels sind nun mancherorts sogar Paletten knapp geworden. Aber auch bei Aluminium- und Kupferprodukten gibt es Lieferprobleme, hören wir aus den Branchen. Zudem sind synthetische Grundstoffe knapp, in der Folge fehlt es nun auch an synthetischen Garnen, Folien, Verpackungsmaterialien, Dämmstoffen und anderen Kunststoffprodukten. Auch die Versorgung mit Halbleitern und anderen elektronischen Bauteilen stockt noch immer. Die Preise steigen in Anbetracht der Knappheiten vielerorts.“

Quelle: ifo Institut

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KfW Kreditmarktausblick: Abwärtstrend am Unternehmenskreditmarkt vertieft sich

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit heimischen Unternehmen und Selbstständigen ist im 1. Quartal 2021 wie erwartet weiter ins Minus gerutscht. Gegenüber dem Vorjahr ging es um 6,5 % zurück. Dieser Einbruch ist durch die coronabedingt kräftige Kreditvergabe im Frühjahr 2020 überzeichnet.

KfW, Pressemitteilung vom 29.06.2021

  • Rückgang ggü. Vorjahr um 6,5 % im 1. Quartal 2021
  • Überzeichnung aufgrund coronabedingten Basiseffekts um ca. ein Drittel
  • Talsohle dürfte bis zum Sommer durchschritten sein

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit heimischen Unternehmen und Selbstständigen ist im 1. Quartal 2021 wie erwartet weiter ins Minus gerutscht. Gegenüber dem Vorjahr ging es um 6,5 % zurück. Dieser Einbruch ist durch die coronabedingt kräftige Kreditvergabe im Frühjahr 2020 überzeichnet. Um die abrupten Umsatzeinbußen in der Anfangsphase der Pandemie abzufedern und die Zahlungsfähigkeit zu sichern, waren zusätzliche Bankkredite für Unternehmen oft das Mittel der Wahl. KfW Research schätzt, dass etwa ein Drittel der aktuellen Schrumpfungsrate des Kreditneugeschäfts auf den Basiseffekt zurückzuführen ist. Für das laufende 2. Quartal 2021 erwartet KfW Research einen Rückgang des Kreditneugeschäfts um 9 %.

Für die anhaltende Schwäche am Kreditmarkt bleiben fundamentale Faktoren dominierend. Im ersten Quartal hat erneut nur ein niedriger Anteil der Unternehmen angegeben, Kreditverhandlungen mit Banken zu führen. Zum einen dauert angesichts der pandemiebedingten Unsicherheit die Investitionszurückhaltung an. Zum anderen gehen die Belastungen für die Unternehmen durch Umsatzeinbußen und kurzfristige Liquiditätssorgen kontinuierlich zurück. Neben der Aufhellung der konjunkturellen Lage für weite Teile der Ökonomie dürfte auch die zunehmende Auszahlung staatlicher Finanzhilfen den Bedarf an zusätzlicher externer Finanzierung verringert haben.

Einige Lichtblicke gab es zuletzt auf der Angebotsseite des Kreditmarkts: Während die Banken im vergangenen Jahr langsam, aber doch stetig ihre Kreditvergabepolitik verschärften, bröckelt dieser Trend wieder etwas. Gleichzeitig fielen die durchschnittlichen Zinskosten für neue Finanzierungen im März deutlich auf ein neues Tief. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass sich die Banken aufgrund des Auslaufens der Benchmarkperiode für die gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB zum 31.03. nur vorübergehend entgegenkommend zeigten, um die Vorgaben für die besonders günstige Notenbankrefinanzierung zu erfüllen.

„Ich gehe davon aus, dass die Veränderungsrate des Kreditneugeschäfts im Sommer ihren Tiefpunkt durchschreitet, bevor dann mit dem Wegfall des negativen Basiseffekts und der kräftigeren Konjunktur im Herbst die Erholung beginnt“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Positive Überraschungen sind aber durchaus möglich, denn angesichts der zuletzt starken Aufhellung der wirtschaftlichen Stimmung bei bereits hoher Kapazitätsauslastung könnte die Erholung der Investitionstätigkeit rascher erfolgen als zurzeit erwartet. Auf der anderen Seite gibt es auch Abwärtsrisiken: Die Unternehmen müssen nach Corona eine höhere Verschuldung schultern als zuvor und gerade mit Blick auf die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft gibt es Unsicherheit über die Rahmenbedingungen. Dies könnte noch längere Zeit auf der Nachfrage nach Investitionsfinanzierungen lasten.“

Quelle: KfW

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„Nullzinsen“ ab 01.07.2021 für die Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben

Ab 01.07.2021 verbessern das BMWi und die KfW die Kreditkonditionen bei der Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben deutlich. So können Unternehmen ihr Vorhaben durch den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit zu Zinsen ab 0,01 % finanzieren. Insbesondere in den derzeit stark nachgefragten Laufzeiten von zehn Jahren wird es damit zu deutlich günstigeren Kreditkosten kommen.

BMWi/KfW, Pressemitteilung vom 30.06.2021

Neue Programmstruktur der ERP-Förderkreditprogramme ab 2022

Ab 01.07.2021 verbessern das Bundeswirtschaftsministerium und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Kreditkonditionen bei der Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben deutlich. So können Unternehmen ihr Vorhaben durch den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit zu Zinsen ab 0,01 % finanzieren. Insbesondere in den derzeit stark nachgefragten Laufzeiten von zehn Jahren wird es damit zu deutlich günstigeren Kreditkosten kommen.

„Digitalisierung und Innovationen sind der Motor des strukturellen Wandels. Indem wir unsere Unternehmen in diesen Bereichen unterstützen, schaffen wir die Grundlage für das Wachstum und die Arbeitsplätze von morgen. Mit verbesserten Zinskonditionen wird es für Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben nochmal attraktiver. Das gibt dem Aufschwung nach Corona nochmals Schwung!“

Bundeswirtschaftsminister Altmaier

„Nicht erst seit den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie stehen Unternehmen vor der Herausforderung, stärker in die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle zu investieren und für ihren Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit in digitalen Märken Innovationen voranzutreiben. Durch die Bereitstellung attraktiver Zinskonditionen kann die KfW damit die digitale Transformation und die Innovationstätigkeit des Mittelstandes gezielt unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft leisten.“

Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe

Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit steht mittelständischen Unternehmen, Freiberuflern und jungen Unternehmen in Gründung zur Verfügung, um den Finanzierungsbedarf im Zusammenhang mit einem Digitalisierungs- oder Innovationsvorhaben zu decken. Zudem können innovative Unternehmen ihren generellen Investitions- und Betriebsmittelbedarf decken. Mit bis zu 25 Mio. Euro Kreditbetrag pro Innovations- und Digitalisierungsvorhaben und einem Zinssatz ab 0,01 % p. a. lassen sich Investitionen sowie Betriebsmittel kostengünstig finanzieren. Während der tilgungsfreien Anlaufzeit von bis zu zwei Jahren wird die Liquiditätsbelastung der Unternehmen nochmals verringert.

Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit ist Bestandteil der ERP-Förderung, die zum großen Teil über die KfW in Form von Krediten zur Verfügung gestellt wird. Die Schwerpunkte der ERP-Förderung liegen dabei auf Existenzgründungen, Unternehmen in strukturschwachen Gebieten sowie den Themen Innovation und Digitalisierung. Zum 01.01.2022 wird die Struktur der ERP-Förderkreditprogramme vereinfacht und der Fokus ausgeweitet werden. Künftig sollen alle kleinen und mittleren Unternehmen nach der Definition der Europäischen Kommission von den günstigen Finanzierungskonditionen der ERP-Förderkreditprogramme profitieren.

Das ERP-Sondervermögen fördert seit über 70 Jahren die Wirtschaft in Deutschland. Es stammt aus Mitteln des Marshallplans und wird vom Bundeswirtschaftsministerium verwaltet. Im Fokus der Förderung stehen kleine und mittlere Unternehmen, die in ihrer Finanzierungssituation oftmals gegenüber Großunternehmen strukturell benachteiligt sind. Die ERP-Förderung leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen und der freien Berufe und trägt zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bei.

Quelle: BMWi

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Zahl der Gründungen fällt im Corona-Jahr auf 537.000

Im Schatten der Corona-Krise haben im vergangenen Jahr weniger Menschen eine Existenzgründung verwirklicht als im Jahr zuvor. Dem repräsentativen KfW-Gründungsmonitor zufolge rutschte die Zahl der Vollerwerbsgründungen auf einen neuen Tiefpunkt von 201.000 (-27.000 bzw. -12 % ggü. Vorjahr).

KfW, Pressemitteilung vom 29.06.2021

  • Rückgang vor allem bei Gründungen durch Männer, Gründerinnenzahl bleibt stabil
  • 56 % der Abbrüche junger Selbstständigkeiten waren coronabedingt
  • Gründerjahr 2021 dürfte von verschobenen Gründungen aus 2020 profitieren

Im Schatten der Corona-Krise haben im vergangenen Jahr weniger Menschen eine Existenzgründung verwirklicht als im Jahr zuvor. Dem repräsentativen KfW-Gründungsmonitor zufolge rutschte die Zahl der Vollerwerbsgründungen auf einen neuen Tiefpunkt von 201.000 (-27.000 bzw. -12 % ggü. Vorjahr). Auch im Nebenerwerb wurde weniger gegründet als noch 2019 ( -41.000 bzw. -11 % auf 336.000). Insgesamt wagten 2020 537.000 Menschen den Sprung in die berufliche Selbständigkeit (-68.000 bzw. -11 %).

Der Rückgang der Existenzgründungen liegt hauptsächlich an weniger Gründungen von Männern. Ihre Zahl sank 2020 auf 332.000 (-58.000), die Zahl der Gründerinnen blieb hingegen mit 205.000 nahezu stabil (-10.000). Gründungen von Frauen kamen damit auf einen Anteil von 38 % an allen Existenzgründungen (2019: 36 %). Dieses Ergebnis ist überraschend, denn Studien zufolge waren gerade selbständige Frauen besonders stark von negativen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen und mussten häufiger als Männer mit Umsatzverlusten, Existenzsorgen und Einschränkungen des Lebensstandards umgehen. Gründungsinteressierte Frauen scheinen sich jedoch schneller auf die neuen Krisenbedingungen eingestellt und letztlich ihre Gründungspläne häufiger doch realisiert zu haben als Männer. Hierfür spricht, dass Gründerinnen im vergangenen Jahr häufiger als Gründer ihre Geschäftsmodelle angepasst haben (52 % vs. 39 %).

KfW Research analysiert im KfW-Gründungsmonitor auch die Abbruchraten und -gründe im vergangenen Jahr. Die Corona-Krise hat sich hier klar niedergeschlagen: Etwa vier von zehn Gründerinnen und Gründern haben 2020 ihre selbständige Tätigkeit binnen 5 Jahren nach Geschäftsaufnahme wieder beendet. Zwar erfolgte ein Abbruch wie auch in der Vergangenheit häufig aus persönlichen Gründen (z. B. familiäre Belastung, besseres Jobangebot), doch der Anteil von Gründungsabbrüchen wegen Unwirtschaftlichkeit hat sich gegenüber 2019 auf 40 % verdoppelt. Insgesamt war im Jahr 2020 bei etwas mehr als der Hälfte (56 %) der Abbrüche die Corona-Krise entscheidend.

Allerdings waren im Corona-Jahr 2020 auch mehr Menschen motiviert, sich mit einer bietenden Geschäftsgelegenheit selbständig zu machen. Der Anteil so genannter Chancengründungen stieg auf 80 % (2019: 73 %). Aus der Not heraus wegen fehlender besserer Erwerbsalternativen entstanden nur 16 % (2019: 23 %) aller Existenzgründungen. Im vergangenen Jahr haben folglich in erster Linie diejenigen Existenzgründer ihr Gründungsvorhaben in die Tat umgesetzt, die eine besondere Beharrlichkeit und Zuversicht mitgebracht haben. Auf der anderen Seite dürfte die Kurzarbeit dazu beigetragen haben, dass nicht mehr Menschen aus der Not heraus eine selbständige Tätigkeit aufnahmen.

Die existenzbedrohende Lage, in die viele Selbstständige durch die Corona-Krise gerutscht sind, hat im vergangenen Jahr offenbar viele Gründungsinteressierte abgeschreckt, bevor sie Gründungspläne überhaupt entwickeln haben. Entsprechend stark ist die „Planungstätigkeit“ eingebrochen: Der Anteil von Erwerbsfähigen (18-64-Jährige) mit Gründungsplänen sank von 6,4 % im Jahr 2019 auf 4,4 % im vergangenen Jahr. Gleichzeitig ging die Quote derjenigen, die ihre Geschäftstätigkeit innerhalb der nächsten 12 Monate aufnehmen wollen, von 3,2 % auf 2,6 % zurück. Die rückläufige Planungsquote 2020 ist aber nur auf den ersten Blick ein negatives Signal für die Gründungstätigkeit 2021.

„Nach dem coronabedingten Einbruch der Gründungstätigkeit in Deutschland verspricht 2021 ein gutes Gründungsjahr zu werden. Der konjunkturelle Aufschwung gibt Rückenwind und auch der Arbeitsmarkt dürfte eher positiv auf die Gründungstätigkeit wirken“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Hinzu kommt: Viele Gründungsplanerinnen und -planer wollten eigentlich bereits 2020 gründen – sie haben ihre Projekte aufgrund der Corona-Krise nur verschoben. Sie sind im Planungsprozess weit vorangeschritten und nah an der Umsetzung. Auch davon dürfte die diesjährige Gründungstätigkeit profitieren.“

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors sind:

  • Innovative Gründungen, das sind Existenzgründungen mit Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten, machten 13 % Gründungen 2020 aus, 24 % waren wachstumsorientierte Gründungen. Internetbasierte Gründungen, bei denen das Internet Kernelement des Unternehmens ist, erreichten einen Anteil von 31 % aus und digitale Gründungen, deren Angebot nur durch den Einsatz digitaler Technologien nutzbar ist, kamen auf 26 %.
  • Im Länderranking steht Berlin weiter mit Abstand an der Spitze. Dort haben im Durchschnitt der Jahre 2018–2020 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 181 Personen eine selbstständige Tätigkeit begonnen. Brandenburg, das von der Ausstrahlung der überdurchschnittlichen Berliner Gründungstätigkeit auf die Peripherie profitiert hatte, ist aufgrund coronabedingt rückläufiger Gründungstätigkeit vom zweiten Platz wieder auf Platz 5 abgerutscht (104 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige). Auf Platz 2 kommt nun Hamburg (129) vor Schleswig-Holstein (120) auf Platz 3. Platz 4 belegt Bayern (109).
  • Nach einem Jahr Corona-Krise gehen Gründerinnen und Gründer mit dem Gründungsstandort Deutschland insgesamt hart ins Gericht. Nur die Benotungen des freien Marktzugangs (Schulnotenskala: 2,3), der Beratungsangebote (2,6), des Zugangs zu öffentlichen Fördermitteln (3,3) und die Kreditverfügbarkeit (3,7) blieben auf dem gewohnten Level. Die anderen Faktoren wurden dagegen etwa eine halbe Note bis eineinhalb Noten abgewertet. Die Benotungen der gesetzlichen Regelungen (4,3; +1,3), der bürokratischen Informations- und Berichtspflichten (4,6; +1,2) sowie der steuerlichen Belastung (4,4; +0,8) verschlechterten sich am stärksten.

Quelle: KfW

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Büro-Rückkehrende als Ziel für Cyber-Kriminelle: Wie sich Beschäftigte und Unternehmen schützen können

Am 1. Juli 2021 endet die Homeoffice-Pflicht in Deutschland. Dann müssen Arbeitgeber ihren Angestellten nicht länger die Arbeit im Homeoffice anbieten. Im Zuge der Rückkehr an den Arbeitsplatz entstehen neue Einfallstore für Cyberkriminelle. Der Digitalverband Bitkom beschreibt mögliche Angriffsszenarien und erklärt, wie sich Unternehmen schützen können.

Bitkom, Pressemitteilung vom 29.06.2021

  • Cyberkriminelle versuchen Anmeldedaten mit Phishing-Mails abzugreifen
  • Bitkom-Experte warnt vor Infiltrierung der Unternehmensnetzwerke

Am 1. Juli 2021 endet die Homeoffice-Pflicht in Deutschland. Dann müssen Arbeitgeber ihren Angestellten nicht länger die Arbeit im Homeoffice anbieten. Im Zuge der Rückkehr an den Arbeitsplatz entstehen neue Einfallstore für Cyberkriminelle. Der Digitalverband Bitkom beschreibt mögliche Angriffsszenarien und erklärt, wie sich Unternehmen schützen können.

Kriminelle setzen wieder verstärkt auf kontextspezifische Phishing-Angriffe. Das bestätigten zuletzt auch US-Medienberichte. „Mitarbeitende bekommen E-Mails vom IT-Chef ihrer Firma, der sie zurück im Büro begrüßt – versehen mit Logo und Unterschrift. Ein Link in der Nachricht verweist auf neue Vorsichtsmaßnahmen, die das Unternehmen mit Blick auf die Pandemie trifft. Um auf diese Dokumente zugreifen zu können, müssen Mitarbeitende dann ihr Passwort eingeben. In Wahrheit sollen so die Zugangsdaten abgegriffen werden“, erläutert Sebastian Artz, Referent für Informationssicherheit und Sicherheitspolitik beim Bitkom.

Solche Phishing-Angriffe sind nicht ungewöhnlich, aber wieder einmal passen sich die Cyberkriminellen den neuen Gegebenheiten besonders schnell an. Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie nutzten sie das gestiegene Informationsbedürfnis der Mitarbeitenden aus, um gezielte Phishing-Kampagnen durchzuführen. „Beim Wechsel zu Tele-Arbeit und ins Homeoffice spielte Cybersicherheit nur eine untergeordnete Rolle. Das hat es vielen Kriminellen leichter gemacht, IT-Systeme anzugreifen“, erklärt Artz. Nun drohe die Gefahr, dass sich im Zuge der Rückkehr in die Büros ein ähnliches Muster wiederholt.

Neben vorsichtig agierenden Mitarbeitenden bedarf es aber auch einer vorausschauenden Planung in Unternehmen: So sollten im Homeoffice genutzte Endgeräte nicht unbedacht wieder im Unternehmen zum Einsatz kommen. „Unternehmen müssen damit rechnen, dass Cyberkriminelle dies bereits antizipiert haben und bewusst Endgeräte infiltriert wurden, um den Moment abzupassen, an dem sich die Geräte wieder im Unternehmensnetzwerk befinden – ganz im Sinne eines trojanischen Pferds, das mit dem Wegfall der Homeoffice-Pflicht einfach wieder durch die Eingangstür des Unternehmens hineingetragen wird“, warnt Bitkom-Experte Artz. Daher sollte die Rückführung der Geräte genau erfasst und inventarisiert werden. Unternehmen sollten sicherstellen, dass die Geräte über alle aktuellen Updates verfügen und auf Schadcode-Befall überprüft wurden, bevor sie wieder im Firmennetz zum Einsatz kommen.

„Andernfalls drohen den Unternehmen schwerwiegende Folgen, wie die jüngste Welle von Ransomware-Vorfällen vor Augen geführt hat“, mahnt Artz. „Sobald Schadcode eingeschleust wurde und die Cyberkriminelle Zugriff erlangt haben, breiten sie sich Stück für Stück im Unternehmensnetzwerk aus. Anschließend werden Informationen ausgeleitet, die Systeme verschlüsselt und Lösegeld erpresst“, erklärt der Bitkom-Experte einen typischen Angriff.

Zentral sei deshalb, die Risiken aktiv und frühzeitig wahrzunehmen. „Leider scheitern noch immer viele Unternehmen an dieser Stelle“, so Artz. Kurzfristig sollten deshalb alle Mitarbeitenden für die Gefahren sensibilisiert werden. „Allen Beschäftigten muss klar sein, dass auch vermeintlich vertrauenswürdige Mails kritisch zu hinterfragen sind. Dazu zählt, bei Verdachtsmomenten die Absenderadresse zu verifizieren und auf wirre Buchstabenfolgen oder vertauschte Zeichen zu prüfen. In jedem Fall sollten Betroffene nie unüberlegt auf Links oder Dateianhänge klicken“, so Artz. Falls dies doch geschieht, gilt es schnellstmöglich die Sicherheitsverantwortlichen im Unternehmen zu informieren. „Reaktionsschnelligkeit ist der Schlüssel zur Schadensbegrenzung. Dafür braucht es etablierte Prozesse und Ansprechpersonen im Unternehmen. Hierzu müssen Unternehmen erkennen, dass Sicherheit keine Einmallösung ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der entsprechende finanzielle und personelle Ressourcen bedarf“, so Bitkom-Experte Artz.

Quelle: Bitkom

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Startups benötigen im Schnitt 4 Millionen Euro Kapital

Die Finanzierung bleibt für viele Startups eine große Herausforderung. Drei Viertel (76 Prozent) der Startups in Deutschland brauchen in den kommenden zwei Jahren frisches Kapital. Und die große Mehrheit (86 Prozent) von ihnen hat die Finanzierung noch nicht sichergestellt. Im Schnitt benötigen diese Startups lt. Bitkom 4 Millionen Euro.

Bitkom, Pressemitteilung vom 28.06.2021

  • Im Pandemiejahr hat der Finanzbedarf weiter angezogen
  • Zuversicht für erfolgreiche Finanzierungsrunde steigt wieder

Die Finanzierung bleibt für viele Startups eine große Herausforderung. Drei Viertel (76 Prozent) der Startups in Deutschland brauchen in den kommenden zwei Jahren frisches Kapital. Und die große Mehrheit (86 Prozent) von ihnen hat die Finanzierung noch nicht sichergestellt. Im Schnitt benötigen diese Startups 4 Millionen Euro. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als der Bedarf bei lediglich 3,3 Millionen Euro lag. Die Jahre zuvor waren es ebenfalls nur 3,2 Millionen Euro (2019) bzw. 3,1 Millionen Euro (2018). Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 200 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Viele Startups haben ambitionierte Wachstumsziele und wollen international expandieren – das zeigt sich auch im steigenden Kapitalbedarf. Mehr Gründungen sind erfolgreich und in der Wachstumsphase angekommen, damit werden Finanzierungsrunden größer“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Diese Finanzierungsrunden sind wichtig und müssen gelingen, damit wir schnell wachsende Startups mit ihren innovativen Lösungen und hochqualifizierten Arbeitsplätzen in Deutschland halten und entwickeln können.“

Die große Mehrheit der Startups mit ungedecktem Kapitalbedarf ist zuversichtlich, diesen decken zu können. Jedes Dritte (35 Prozent) hält das für sehr wahrscheinlich, jedes Zweite (48 Prozent) für eher wahrscheinlich. Gerade einmal 9 Prozent halten eine erfolgreiche Finanzierung derzeit für eher unwahrscheinlich, nur 5 Prozent für sehr unwahrscheinlich. Im vergangenen Jahr hatte die Corona-Pandemie für große Skepsis bei der Finanzierung gesorgt. Im Mai vergangenen Jahres glaubten nur 67 Prozent der Startups mit Finanzbedarf an eine erfolgreiche Kapitalsuche, nach 83 Prozent zu Jahresbeginn. Dieser Wert ist jetzt wieder erreicht. Berg: „Während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr gab es massive Sorgen, dass die Startup-Finanzierung großflächig einbricht. Das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Eine zentrale Aufgabe in der kommenden Legislaturperiode wird sein, die Wachstumsfinanzierung für Startups weiter zu verbessern, hier hat Deutschland im internationalen Vergleich immer noch Nachholbedarf.“

Quelle: Bitkom

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Anzahl der exportierenden KMU sinkt

Die Anzahl der exportierenden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist lt. IfM Bonn in den vergangenen Jahren leicht gesunken (2012: 350.000 Unternehmen, 2019: 340.000 Unternehmen). Entsprechend hat sich der Anteil der exportierenden KMU an allen kleinen und mittleren Unternehmen (Exporteurquote) verringert.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 24.06.2021

Die statistischen Daten bilden jedoch die KMU-Auslandsaktivitäten nicht umfassend ab

Die Anzahl der exportierenden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist in den vergangenen Jahren leicht gesunken (2012: 350.000 Unternehmen, 2019: 340.000 Unternehmen). Entsprechend hat sich der Anteil der exportierenden KMU an allen kleinen und mittleren Unternehmen (Exporteurquote) verringert. Unter den Großunternehmen hingegen stieg die Anzahl der exportierenden Unternehmen deutlich (2012: 9.000, 2019: 11.000).

„Die statistischen Daten legen nahe, dass sich insbesondere kleinere Unternehmen seltener als vor 10 Jahren am globalen Handel beteiligen. Dieser Eindruck könnte jedoch trügen: Beispielweise fließen in die Statistik keine Angaben zum Ausmaß indirekter Exporte ein. Dabei spielen KMU eine wichtige Rolle als Zulieferer für exportierende Großunternehmen. Sie beliefern zudem Großhandelsunternehmen mit Export“, erläutert IfM-Wissenschaftler Peter Kranzusch. Um die internationalen Aktivitäten der KMU umfassend betrachten zu können, wären zudem unternehmensgrößenspezifische Angaben zum Dienstleistungshandel notwendig.

Daneben sind kleine und mittlere Unternehmen über Importe in die internationale Wirtschaft eingebunden, was nach Untersuchungen des IfM Bonn zum Ausgangspunkt für eigene Exporte werden kann. So ist die Anzahl der KMU mit Importen aus dem EU-Raum von 453.000 in 2009 auf 656.000 in 2019 gestiegen.

Die statistischen Daten zu den Auslandsaktivitäten der kleinen und mittleren Unternehmen sind auf der Homepage des Institut für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar. Die Berechnungen des IfM Bonn zu den Exporten von KMU basieren auf Sonderauswertungen der Umsatzsteuerstatistik (Voranmeldungen). Diese Statistik ermöglicht – anders als die Außenhandelsstatistik, die Statistik des Produzierenden Gewerbes, die Dienstleistungsstatistik oder die Zahlungsbilanz – sowohl Auswertungen für alle Wirtschaftszweige als auch nach Unternehmensgrößenklassen oberhalb der spezifischen Meldegrenze.

Quelle: IfM Bonn

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Importpreise im Mai 2021: +11,8 % gegenüber Mai 2020

Die Importpreise waren im Mai 2021 um 11,8 % höher als im Mai 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Oktober 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+13,6 % gegenüber Oktober 1980). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im April 2021 bei +10,3 % gelegen, im März 2021 bei +6,9 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.06.2021

Importpreise, Mai 2021

  • +1,7 % zum Vormonat
  • +11,8 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Mai 2021

  • +0,7 % zum Vormonat
  • +4,2 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im Mai 2021 um 11,8 % höher als im Mai 2020. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Oktober 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben (+13,6 % gegenüber Oktober 1980). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im April 2021 bei +10,3 % gelegen, im März 2021 bei +6,9 %. Gegenüber dem Vormonat April 2021 stiegen die Importpreise im Mai 2021 um 1,7 %.

Starker Preisanstieg vor allem auf Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im Mai 2021 fast doppelt so teuer wie im Mai 2020. Dieser Anstieg begründet sich durch das außerordentlich niedrige Preisniveau des Vergleichsmonats (Basiseffekt): Im Mai 2020 war die Nachfrage nach Erdöl aufgrund der Corona-Krise schwach, gleichzeitig gab es einen starken Angebotsüberhang. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdöl mit einem Plus von 135,0 %.

Ohne Energie waren die Importpreise im Mai 2021um 6,0 % höher als im Mai 2020 und 1,0 % höher als im Vormonat. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 8,0 % über dem Stand des Vorjahres (+1,4 % gegenüber April 2021).

Starker Preisanstieg im Vorjahresvergleich auch bei Erzen und Metallen

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter stiegen im Mai 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,4 %. Gegenüber Mai 2020 verteuerten sich vor allem Eisenerze (+83,6 %), Kupfer (+65,1 %), Nicht-Eisen-Metallerze (+46,6 %), Kunststoffe in Primärformen (+42,9 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+32,4 %) deutlich. Hauptgrund für den starken Anstieg der Preise für Eisenerz dürfte die weiterhin starke weltweite Nachfrage sein. Die Verteuerung dieses Rohstoffs wirkte sich in der Folge auf die Preisentwicklung für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen aus.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Mai 2021 um 0,6 % unter denen von Mai 2020. Während unter anderem Speichereinheiten und andere Datenspeicher (-10,9 %) zu niedrigeren Preisen importiert wurden, waren Notebooks (+1,8 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenmotoren (+0,8 %) teurer als im Mai 2020.

Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 % teurer, Gebrauchsgüter waren dagegen um 1,1 % billiger.

Die Preise für landwirtschaftliche Güter lagen 7,5 % über denen von Mai 2020. Während sich insbesondere Naturkautschuk (+52,2 %), Rohkaffee (+22,2 %) und Getreide (+18,2 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine (-18,2 %) und Nüsse (-16,8 %) nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert.

Veränderungen der Exportpreise Mai 2021

Der Index der Exportpreise lag im Mai 2021 um 4,2 % über dem Stand von Mai 2020. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im März 2011 gegeben (+4,4 % gegenüber März 2010). Im April 2021 und im März 2021 hatte die Jahresveränderungsrate bei +3,3 % beziehungsweise bei +2,2 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat April 2021 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,7 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Erste Bilanz der Nationalen Weiterbildungsstrategie

Um die berufliche Weiterbildung und das lebensbegleitende Lernen gerade mit Blick auf die fortschreitendende Digitalisierung der Arbeitswelt noch stärker als bisher zu fördern, wurde im Sommer 2019 die Nationale Weiterbildungsstrategie vereinbart. Nun liegt der Umsetzungsbericht vor, der eine Zwischenbilanz bietet und die Beiträge der Partner vorstellt. Das Fazit der IHK-Organisation fällt positiv aus.

DIHK, Mitteilung vom 24.06.2021

Kürzlich haben die Partner der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) ihren Umsetzungsbericht vorgestellt. Die NWS wurde im Sommer 2019 von Bundesarbeits- (BMAS) und Bundesbildungsministerium (BMBF) mit einer ganzen Reihe von Partnern vereinbart. Das Ziel: die berufliche Weiterbildung und das lebensbegleitende Lernen noch stärker als bisher fördern – insbesondere mit Blick auf die fortschreitendende Digitalisierung der Arbeitswelt. Dabei hatten die Partner – neben dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Bundesagentur für Arbeit und Ländervertreter – ihrerseits eigene Beiträge („Commitments“) zugesagt, um die NWS zu unterstützen.

Was wurde erreicht, was wird in Zukunft wichtig?

Der Umsetzungsbericht zieht nun ein Fazit des bisher Erreichten und umreißt Perspektiven. Dabei betont das BMBF das Erfordernis, digitale Bildungsräume aufzubauen, und hebt die jüngsten Verbesserungen beim Förderinstrument Aufstiegs-BAföG hervor. Ein wichtiges Element ist auch, für die Bewertung und Zertifizierung informell erworbener Kompetenzen auf Basis der Erfahrungen im Modellprojekt „ValiKom“ einen verbindlichen Rahmen schaffen zu wollen. IHKs und Handwerkskammern sind an diesem Projekt beteiligt. Das BMAS wiederum nennt etwa das Qualifizierungschancen- und Arbeit-von-morgen-Gesetz, das Bundesprogramm zum Aufbau von Weiterbildungsverbünden sowie die Nationale Online-Weiterbildungsplattform.

Konkrete Beiträge seitens der IHK-Organisation

Auch der DIHK kann als NWS-Partner im Umsetzungsbericht eine positive Bilanz ziehen, etwa zum Engagement der IHKs in der Weiterbildungsberatung oder zur Nutzung von Teilqualifikationen und zur Validierung informell erworbener Kompetenzen. In verschiedenen Informationsveranstaltungen hat die IHK-Organisation zudem auf die sehr guten und vielfältigen beruflichen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten in der Höheren Berufsbildung aufmerksam gemacht.

Weiterbildungsförderung in der Praxis

Daran anknüpfend steht schon das nächste Event auf der Agenda: So sollen im Rahmen des von der Allianz für Aus- und Weiterbildung initiierten „Sommers der Ausbildung“ diverse Aktionstage stattfinden, um in Corona-Zeiten Auszubildende und Unternehmen zusammenzubringen und zu unterstützen. Am 30. Juni ist ein Aktionstag mit dem Fokus „Höhere Berufsbildung“ geplant, der Jugendliche auf die aussichtsreichen Perspektiven der beruflichen Aus- und Weiterbildung aufmerksam machen soll. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sowie DIHK-Präsident Peter Adrian werden dabei unter anderem in den Dialog mit ehemaligen Azubis treten, die über ihren persönlichen und beruflichen Werdegang sowie über ihre Weiterbildungen berichten. Interessierte können von 15:30 bis 17:00 Uhr über die Startseite der DIHK-Website live dabei sein.

Quelle: DIHK

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