ifo Exporterwartungen gestiegen (Juni 2021)

Unter den deutschen Exporteuren hat sich die Stimmung deutlich verbessert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Juni auf 26,0 Punkte gestiegen, von 22,5 Punkten im Mai (saisonbereinigt korrigiert). Das ist der höchste Wert seit Januar 2011. Die Exportwirtschaft profitiert unter anderem von den weltweiten Nachholeffekten der Corona-Krise.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.06.2021

Unter den deutschen Exporteuren hat sich die Stimmung deutlich verbessert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Juni auf 26,0 Punkte gestiegen, von 22,5 Punkten im Mai (saisonbereinigt korrigiert). Das ist der höchste Wert seit Januar 2011. Die Exportwirtschaft profitiert unter anderem von den weltweiten Nachholeffekten der Corona-Krise.

Nahezu alle Branchen rechnen mit steigenden Exporten. Eine Ausnahme sind die Bekleidungshersteller, die rückläufige Auslandsumsätze erwarten. In der Automobilindustrie haben sich die Exporterwartungen nach dem Rückschlag im Vormonat wieder erholt. Gleiches gilt für die Hersteller von Nahrungsmitteln. Weiterhin sehr gut aufgestellt sind die Elektrobranche und der Maschinenbau. In der chemischen Industrie sowie der Möbelbranche werden die Zuwächse an Auslandaufträgen allerdings etwas kleiner ausfallen als zuletzt.

Quelle: ifo Institut

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Konsumklima verzeichnet höchsten Wert seit August 2020

Die Stimmung der Verbraucher hellt sich im Juni spürbar auf. Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen legen deutlich zu, die Anschaffungsneigung verzeichnet moderate Zuwächse. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für Juli einen Wert von -0,3 Punkten und damit 6,6 Punkte mehr als im Juni dieses Jahres (revidiert -6,9 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juni 2021.

GfK, Pressemitteilung vom 25.06.2021

Die Stimmung der Verbraucher hellt sich im Juni spürbar auf. Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen legen deutlich zu, die Anschaffungsneigung verzeichnet moderate Zuwächse. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für Juli einen Wert von -0,3 Punkten und damit 6,6 Punkte mehr als im Juni dieses Jahres (revidiert -6,9 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juni 2021.

Bemerkenswert ist in diesem Monat, dass die Verbraucher sehr zuversichtlich sind, wenn es um die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage geht in Deutschland geht. Die Konjunkturerwartung legt nach dem sprunghaften Anstieg im Vormonat noch einmal deutlich zu. Der Indikator klettert nach einem Plus von 17,3 Punkten auf aktuell 58,4 Zähler. Dies ist der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren. Im Februar 2011 wurde mit 59 Punkten zuletzt ein höherer Wert gemessen.

Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte dazu: „Wir lassen den Lockdown mehr und mehr hinter uns. Stark sinkende Inzidenzen sowie signifikante Fortschritte beim Impfen erlauben immer umfangreichere Lockerungen bzw. Öffnungen. Zudem ist nun auch Urlaub wieder möglich. Dies sorgt für steigenden Optimismus, der sich auch in der besseren Konsumstimmung ausdrückt. So prognostizieren wir für das Konsumklima für Juli einen Wert von -0,3 Punkten und damit den höchsten Wert seit Sommer vergangenen Jahres. Im August 2020 wurde mit -0,2 Punkten zuletzt ein besserer Wert gemessen.“

Damit wird eine spürbare Erholung des privaten Konsums in der zweiten Jahreshälfte 2021 wahrscheinlicher. Die Binnenkonjunktur würde damit wieder einen positiven Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten. Bislang wird das Wachstum in erster Linie durch die gute Exportentwicklung, speziell im Warenverkehr mit China und den USA, gestützt.

Einkommenserwartung klettert auf Vorkrisenniveau

Ähnlich der Konjunkturerwartung legt auch die Einkommenserwartung im Juni spürbar zu. Der Indikator gewinnt 14,6 Punkte hinzu und weist nun 34,1 Punkte auf. Ein besseres Niveau verzeichnete die Einkommensstimmung zuletzt im Februar 2020 mit 41,2 Zählern, also noch vor der Corona-Krise. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres beträgt das Plus 27,5 Punkte.

Die sinkenden Inzidenzzahlen erlauben nun auch Öffnungen in der Außen- und Innengastronomie. Eine Reihe von Beschäftigten werden die Kurzarbeit verlassen und verbessern damit ihre Einkommensposition. Dies wirkt belebend auf die Einkommenserwartungen.

Anschaffungsneigung mit moderaten Zuwächsen

Die Anschaffungsneigung profitiert von den spürbaren Zuwächsen der Einkommensaussichten, wenn auch wesentlich moderater. Der Indikator gewinnt 3,4 Zähler hinzu und weist aktuell 13,4 Punkte auf.

Im Gegensatz zur Einkommensstimmung sind die Verbraucher im Hinblick auf ihre Konsumneigung noch etwas vorsichtig. Trotz der Öffnungen bzw. Rücknahme von Beschränkungen sind nach wie vor eine Reihe von Branchen – vor allem im Dienstleistungsbereich – stark eingeschränkt. Dies gilt z. B. für den Veranstaltungsbereich. Zudem besteht weiter die Maskenpflicht beim Einkaufen. Dies dürfte die Freude am Einkaufserlebnis auch künftig in Grenzen halten.

Quelle: GfK

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ifo Geschäftsklima steigt deutlich (Juni 2021)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich erneut deutlich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 101,8 Punkte gestiegen, nach 99,2 Punkten im Mai. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage erheblich besser. Auch der Optimismus mit Blick auf das zweite Halbjahr nahm zu. Die deutsche Wirtschaft schüttelt die Corona-Krise ab.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.06.2021

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich erneut deutlich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 101,8 Punkte gestiegen, nach 99,2 Punkten im Mai. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage erheblich besser. Auch der Optimismus mit Blick auf das zweite Halbjahr nahm zu. Die deutsche Wirtschaft schüttelt die Corona-Krise ab.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index gestiegen und erreichte den höchsten Wert seit April 2018. Die Unternehmen waren deutlich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen fielen etwas weniger optimistisch aus. Unter der generell sehr guten Entwicklung in den Industriebranchen ragen insbesondere der Maschinenbau und die Elektroindustrie heraus. Sorgen bereiten vielen Unternehmen die zunehmenden Engpässe bei Vorprodukten.

Im Dienstleistungssektor machte der Geschäftsklimaindex einen deutlichen Sprung nach oben. Die Indikatoren zu Lage und Erwartungen legten merklich zu. Vor allem die Logistikbranche und die IT-Dienstleister berichteten von sehr gut laufenden Geschäften.

Die Dienstleister rechnen mit markant steigenden Umsätzen, auch im krisengeplagten Gastgewerbe.

Im Handel führten die Öffnungen zu einer deutlichen Verbesserung des Geschäftsklimas. Dies war auf merklich besser laufende Geschäfte zurückzuführen. Auch die Erwartungen fielen optimistischer aus. Insbesondere im Einzelhandel war die Entwicklung steil nach oben gerichtet. Der Index zur aktuellen Lage legte so stark zu wie noch nie zuvor.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index leicht gestiegen. Die Urteile zur aktuellen Lage blieben nahezu unverändert. Die Erwartungen legten zu, blieben aber pessimistisch. Materialknappheit ist weiterhin ein sehr großes Problem.

Quelle: ifo Institut

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Bitcoin & Co.: Steigendes Interesse, aber große Skepsis

Bei Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. ging es zuletzt nach monatelangen immer neuen Rekordständen mit deutlichen Kurseinbrüchen wieder steil bergab. Allerdings geht ein Drittel lt. Bitkom davon aus, dass sich Kryptowährungen als langfristige Geldanlage eignen und ein Fünftel sieht in ihnen sogar eine sichere Alternative zum etablierten Geldsystem.

Bitkom, Pressemitteilung vom 23.06.2021

  • Erst 3 Prozent haben direkt in Kryptowährungen investiert, aber 20 Prozent können sich das künftig vorstellen
  • Ein Drittel sieht in Bitcoin & Co. eine langfristige Geldanlage

Bei Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. ging es zuletzt nach monatelangen immer neuen Rekordständen mit deutlichen Kurseinbrüchen wieder steil bergab. Eine Mehrheit der Deutschen dürfte sich damit in ihrer Einschätzung bestätigt fühlen: Zwei Drittel geben an, dass sie kein Vertrauen in Kryptowährungen haben (69 Prozent) und diese nur etwas für Spekulantinnen und Spekulanten sind, die schnell Geld machen wollen (68 Prozent). Allerdings geht ein Drittel (33 Prozent) davon aus, dass sich Kryptowährungen als langfristige Geldanlage eignen und ein Fünftel (21 Prozent) sieht in ihnen sogar eine sichere Alternative zum etablierten Geldsystem. Das ist das Ergebnis einer telefonischen Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die letzten ein, zwei Jahre waren geprägt von der Institutionalisierung und Regulierung des Krypto-Marktes. Bei der Mehrheit der Privatinvestoren in Deutschland hat das bisher nicht zu einem Vertrauensschub geführt“, sagt Patrick Hansen, Bereichsleiter Blockchain beim Bitkom. „Diejenigen, die investieren, tun das insbesondere zur langfristigen Geldanlage und nicht in erster Linie um Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu nutzen. Kryptowährungen werden dabei ähnlich wie zum Beispiel Gold als alternative Anlageklasse zur Risikodiversifizierung genutzt.“

Das Wissen über Kryptowährungen nimmt indes in der Bevölkerung weiter zu. So haben inzwischen 82 Prozent schon einmal davon gehört oder gelesen. Im letzten Jahr waren es noch 76 Prozent, 2019 sogar erst 68 Prozent. Und zwar sagt noch immer eine Mehrheit von 58 Prozent, Kryptowährungen seien ihnen persönlich zu kompliziert, verglichen mit dem Vorjahr (66 Prozent) ist das aber ein deutlicher Rückgang. Trotzdem haben nur 3 Prozent bereits direkt Kryptowährungen gekauft. Weitere 4 Prozent haben indirekt in Kryptowährungen investiert, etwa über Fonds oder ETF, die sich auf Kryptowährungen spezialisiert haben. „Die meisten kaufen Bitcoin & Co. auf deutschen und internationalen Kryptobörsen und -handelsplätzen. Nur die allerwenigsten verwahren ihre Investments selbst in sogenannten Self-Hosted-Wallets. Inzwischen ist es auch möglich, indirekt über Finanzprodukte wie Zertifikate an den bekannten Aktienbörsen in Kryptowährungen zu investieren.“, sagt Hansen. „Vor dem Investieren sollte man sich mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Wege auseinandersetzen – und natürlich sollte sich jede und jeder bewusst sein, dass diese Investitionen risikobehaftet sind.“ Rund ein Fünftel (19 Prozent, 2020: 18 Prozent) lässt sich davon aber nicht abschrecken und hat zwar noch nicht investiert, kann sich das aber künftig vorstellen. 7 von 10 (70 Prozent, 2020: 73 Prozent) wollen aber auch künftig einen Bogen um Bitcoin & Co. machen.

Quelle: Bitkom

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Exporte in Nicht-EU-Staaten im Mai 2021: voraussichtlich -3,0 % zum April 2021

Im Mai 2021 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber April 2021 kalender- und saisonbereinigt um 3,0 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, lagen die Exporte in Drittstaaten kalender- und saisonbereinigt 5,8 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 24.06.2021

Exporte in Drittstaaten, Mai 2021

  • 48,4 Milliarden Euro
  • -3,0 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +27,9 % zum Vorjahresmonat

Im Mai 2021 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber April 2021 kalender- und saisonbereinigt um 3,0 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, lagen die Exporte in Drittstaaten kalender- und saisonbereinigt 5,8 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Nach vorläufigen Ergebnissen wurden im Mai 2021 Waren im Wert von 48,4 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2020 stiegen die Exporte im Mai 2021 um 27,9 %.

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren im Mai 2021 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 9,1 Milliarden Euro exportiert. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber Mai 2020 um 40,9 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 8,4 Milliarden Euro exportiert, das waren 17,7 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen im Vorjahresvergleich um 44,6 % auf 5,0 Milliarden Euro. Die starken Anstiege begründen sich auch durch das sehr niedrige Außenhandelsniveau im Mai 2020 (Basiseffekt).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Corona-Krise belastet Finanzierungsklima für Unternehmen

Die Finanzierungssituation der Unternehmen und Betriebe in Deutschland hat sich bis zum Frühjahr dieses Jahres merklich eingetrübt – insbesondere in den von der Pandemie am stärksten betroffenen Branchen wie z. B. im Dienstleistungssektor und im Einzelhandel. In der diesjährigen KfW-Unternehmensbefragung meldete mehr als jedes vierte befragte Unternehmen aktuell Schwierigkeiten beim Zugang zu Krediten – gegenüber dem Frühjahr 2020 hat sich dieser Anteil mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Bankkrediten im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

KfW, Pressemitteilung vom 18.06.2021

  • Anteil der Unternehmen, der im Frühjahr von Schwierigkeiten beim Kreditzugang berichtete, hat sich verdoppelt
  • Positive Entwicklung der Eigenkapitalausstattung der Unternehmen seit der Jahrtausendwende vorläufig gestoppt
  • Neben Krediten werden eigenkapitalstärkende Finanzierungsformen nach der Krise an Bedeutung gewinnen
  • Corona-Krise dämpft Investitionen

Die Finanzierungssituation der Unternehmen und Betriebe in Deutschland hat sich bis zum Frühjahr dieses Jahres merklich eingetrübt – insbesondere in den von der Pandemie am stärksten betroffenen Branchen wie z. B. im Dienstleistungssektor und im Einzelhandel. In der diesjährigen Unternehmensbefragung, die die KfW jährlich gemeinsam mit Spitzenverbänden sowie Fach- und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchführt, meldete mehr als jedes vierte befragte Unternehmen aktuell Schwierigkeiten beim Zugang zu Krediten – gegenüber dem Frühjahr 2020 hat sich dieser Anteil mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Bankkrediten im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: 62,2 % der Unternehmen und Betriebe haben Kreditverhandlungen geführt – ein Plus von rund 7,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg reflektiert den Corona-bedingt erhöhten Liquiditätsbedarf vieler Unternehmen – insbesondere im ersten Halbjahr 2020. Gefragt waren vor allem langfristige Kredite, die für den Aufbau von Liquiditätspolstern genutzt wurden.

Die seit der Jahrtausendwende zu beobachtende positive Entwicklung der Eigenkapitalausstattung der Unternehmen und Betriebe dürfte sich im vergangenen Jahr nicht fortgesetzt haben. So berichteten 39,5 % der befragten Unternehmen von einer Verschlechterung ihrer Eigenkapitalquote. Lediglich 29,7 % der Unternehmen meldeten eine Verbesserung. Die Corona-Krise hat dementsprechend auch die Ratingnoten, d. h. die Bonitätsbewertung vieler Unternehmen, unter Druck gesetzt: 34,5 % der befragten Firmen meldeten eine Verschlechterung, lediglich 16 % konnten ihre Ratingnote verbessern.

Die Befragungsergebnisse lassen ebenfalls vermuten, dass sich die aktuelle Krise auf die Finanzierungsinstrumente auswirkt, die für die Unternehmen zukünftig interessant bzw. zugänglich sind. Demnach könnten Unternehmen stärker Finanzierungsformen nutzen, die deren Eigenkapitalquoten schonen bzw. stärken. Dazu zählen insbesondere die Innenfinanzierung, Einlagen von Familie oder Gesellschafter sowie das Leasing. Aber auch Fremdkapitalinstrumente wie kurz- und mittelfristige Bankkredite werden nach Aussagen der Unternehmen an Bedeutung zunehmen. Dagegen könnten bisher weniger genutzte Instrumente, wie z. B. Beteiligungskapital, Mezzanine Kapital, Factoring sowie Anleihen wahrscheinlich aufgrund ihrer spezifischen Finanzierungsfunktion vorübergehend an Bedeutung einbüßen.

Trotz der Schwere der Krise haben rund zwei Drittel der befragten Unternehmen und Betriebe im vergangenen Jahr Investitionen umgesetzt – im Vergleich zum Vorjahr aber in geringerem Umfang. Gleichzeitig meldeten rund 46 % der Unternehmen, dass mindestens eine geplante Investition nicht umgesetzt werden konnte – besonders häufig aufgrund der schlechten Wirtschaftslage (30,7 %). Diese Ergebnisse legen nah, dass viele Unternehmen ursprünglich geplante Projekte nicht umsetzten konnten, aber durch (kleinere) Investitionsprojekte ersetzt haben, die ihnen halfen, sich besser an die Krisensituation anzupassen. Bei ihren Investitionsplänen für das aktuelle Jahr zeigen sich die meisten Unternehmen vorsichtig optimistisch. Rund sieben von zehn befragten Unternehmen planen Investitionen zu tätigen. Rund 40 % der Unternehmen wollen ihre Investitionsausgaben im Vergleich zum letzten Jahr sogar erhöhen.

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, kommentiert die Ergebnisse der Unternehmensbefragung: „Die Corona-Krise hat die Unternehmen in Deutschland viele finanzielle Reserven gekostet. Gepaart mit einer hohen konjunkturellen Unsicherheit hat dies das Finanzierungsklima in den vergangenen Monaten merklich belastet. Dennoch mehren sich die Zeichen der Erholung. Insbesondere bei der Investitionstätigkeit zeigen sich die Unternehmen für dieses Jahr vorsichtig optimistisch. Mit Blick auf die notwendige Transformation hin zu einer digitalen und klimaneutralen Wirtschaft ist ein Investitionsschub auch dringend notwendig.“

Quelle: KfW

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Erzeugerpreise Mai 2021: +7,2 % gegenüber Mai 2020

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Mai 2021 um 7,2 % höher als im Mai 2020. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Oktober 2008 (+7,3 %), als die Preise vor der Finanz- und Wirtschaftskrise stark gestiegen waren.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 18.062021

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), Mai 2021

  • +1,5 % zum Vormonat
  • +7,2 % zum Vorjahresmonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Mai 2021 um 7,2 % höher als im Mai 2020. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Oktober 2008 (+7,3 %), als die Preise vor der Finanz- und Wirtschaftskrise stark gestiegen waren. Gegenüber dem Vormonat stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise um 1,5 %. Einen höheren Preisanstieg gegenüber dem Vormonat hatte es zum letzten Mal ebenfalls im Vorfeld der Finanz- und Wirtschaftskrise im Juli 2008 gegeben (+2,0 %).

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber Mai 2020 war die Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern und bei Energie.

Deutliche Preisanstiege bei den Vorleistungsgütern, vor allem bei Sekundärrohstoffen, Holz und Metallen

Vorleistungsgüter waren 10,7 % teurer als im Mai 2020. Gegenüber April 2021 stiegen diese Preise um 2,2 %. Besonders stark waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei metallischen Sekundärrohstoffen aus Eisen-, Stahl- und Aluminiumschrott (+69,9 %), aber auch bei gesägtem und gehobeltem Holz (+38,4 %) und Metallen (+23,1 %). Die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 33,6 % höher, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 26,6 % mehr. Hauptgründe für die anziehenden Stahl- und Holzpreise dürften die steigende Nachfrage im In- und Ausland sowie Probleme in der Versorgung mit Rohstoffen sein, bei den Stahlpreisen zusätzlich kräftige Preissteigerungen für Eisenerzimporte (+76,8 % von April 2020 bis April 2021). Auch die Preise für chemische Grundstoffe wiesen ein starkes Plus gegenüber dem Vorjahresmonat auf (+17,9 %). Nur sehr wenige Vorleistungsgüter kosteten weniger als im Vorjahresmonat. Hierzu gehörten elektronische integrierte Schaltungen (-14,2 %) und Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln (-22,6 %).

Starke Preissteigerungen bei allen Energieträgern

Die Energiepreise waren im Mai 2021 im Durchschnitt 14,9 % höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber April 2021 stiegen diese Preise um 2,6 %. Die Veränderungsrate gegenüber Mai 2020 ist vor allem einem Basiseffekt aufgrund der im Frühjahr 2020 im Zuge der Pandemie stark gefallenen Preise geschuldet. Auch die seit Januar 2021 teilweise zusätzlich anfallende deutsche CO2-Bepreisung auf das Inverkehrbringen CO2-verursachender Brennstoffe wie Mineralölerzeugnisse und Erdgas hatte einen Einfluss auf den Preisanstieg bei Energie: So stiegen die Preise für Erdgas bei einer Jahresabgabe von 116.300 Megawattstunden an die Industrie ohne die CO2-Bepreisung um 25,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat, mit CO2-Bepreisung stiegen sie um 37,6 %.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 4,9 % höher als im Mai 2020.

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Mai 2021 um 1,7 % höher als ein Jahr zuvor (+0,1 % gegenüber April 2021). Investitionsgüter, wie beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge, kosteten 1,2 % mehr (+0,2 % gegenüber April 2021).

Gestiegene Preise für Öle und Fette führen zu Preisanstieg bei Verbrauchsgütern

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Mai 2021 um 0,5 % höher als im Mai 2020, blieben jedoch gegenüber April 2021 unverändert. Nahrungsmittel waren 0,3 % teurer als im Vorjahr. Pflanzliche, nicht behandelte Öle kosteten 39,8 % mehr als im Mai 2020, Butter 27,4 % mehr. Zucker war 13,3 % teurer als im Vorjahresmonat. Demgegenüber war Schweinefleisch im Mai noch 6,2 % billiger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat April 2021 fielen diese Preise um 4,2 %. Verarbeitetes Fleisch kostete 8,1 % weniger als im Mai 2020.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

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Deutsche Wirtschaft mit spätem Frühlingserwachen – Industrie in der Klemme

Nach langen coronabedingten Lockdowns erwacht die deutsche Wirtschaft nach und nach aus ihrem Winterschlaf. Da immer mehr Menschen geimpft sind und die Infektionszahlen fallen, können viele Branchen wieder auf einen normaleren Geschäftsbetrieb hoffen. Die Industrie wird hingegen durch die sich zuspitzende Knappheit von Rohstoffen und anderen Vorleistungsgütern gebremst. Dennoch erwarten das DIW Berlin mit 3,2 Prozent für dieses und 4,3 Prozent für nächstes Jahr ein etwas höheres Wachstum der hiesigen Wirtschaftsleistung als noch im Frühjahr.

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 17.06.2021

  • DIW-KonjunkturforscherInnen heben Wachstumsprognose für deutsche Wirtschaft leicht an
  • Pandemiefolgen aber längst nicht bewältigt, Rückschläge zu befürchten
  • Zunehmende Rohstoffknappheit belastet Industrie, Insolvenzgefahr steigt
  • Bundesregierung sollte zusätzliche Impulse für Innovationen und Investitionen geben

Nach langen coronabedingten Lockdowns erwacht die deutsche Wirtschaft nach und nach aus ihrem Winterschlaf. Da immer mehr Menschen geimpft sind und die Infektionszahlen fallen, können viele Branchen wieder auf einen normaleren Geschäftsbetrieb hoffen, allen voran die gebeutelten DienstleisterInnen etwa in der Kultur- und Veranstaltungsbranche und die Reiseveranstalter. Die Industrie, die besser durch die vergangenen Monate kam als während des ersten Lockdowns im Vorjahr, wird hingegen durch die sich zuspitzende Knappheit von Rohstoffen und anderen Vorleistungsgütern gebremst. Dennoch erwarten die KonjunkturforscherInnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) mit 3,2 Prozent für dieses und 4,3 Prozent für nächstes Jahr ein etwas höheres Wachstum der hiesigen Wirtschaftsleistung als noch im Frühjahr.

Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Weg bis zur Bewältigung der Pandemiefolgen weit ist und immer wieder mit Rückschlägen gerechnet werden muss. Bis zum Jahresende werden seit Beginn der Corona-Krise in Deutschland rund 230 Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren gegangen sein. Bezieht man mit ein, dass die Wirtschaftsleistung ohne die Pandemie in diesem Zeitraum wahrscheinlich um etwa zweieinhalb Prozent gewachsen wäre, summiert sich der Gesamtschaden sogar auf etwa 350 Milliarden Euro – rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Indirekte Pandemiefolgen wie Rohstoffknappheit gewinnen an Bedeutung

Die wirtschaftliche Entwicklung bleibt vorerst durch die Corona-Pandemie bestimmt. Zum einen muss davon ausgegangen werden, dass die Infektionszahlen im Zuge der Lockerungen und möglicher neuer Virusmutationen zumindest regional und vorübergehend wieder steigen. Neuerliche Einschränkungen, um das Pandemiegeschehen unter Kontrolle zu halten, sind dann zu erwarten. Hinzu kommt, dass zunehmend Pandemiefolgen eine Rolle spielen, die nicht unmittelbar auf das Infektionsgeschehen zurückzuführen sind: Zum einen ist die Förderung und Produktion wichtiger Rohstoffe in der Pandemie heruntergefahren worden, weshalb die nun rasch anziehende Nachfrage nicht direkt bedient werden kann. Zum anderen hat sich die Nachfrage teils drastisch verschoben. So sind beispielsweise im Zuge des Digitalisierungsschubs Halbleiter in der Elektroindustrie sehr gefragt und fehlen nun in der Automobilproduktion.

Kurzfristig profitiert die deutsche Exportwirtschaft zwar von der weltwirtschaftlichen Entwicklung. Diese wird vor allem vom Boom in den USA angetrieben, der über die schwächelnde Erholung in einigen Schwellenländern hinwegtröstet. Doch neben immer wieder aufflammenden Infektionsherden wie zuletzt in Indien wird auch die Weltwirtschaft durch den Rohstoffmangel eingebremst. Dieser kann einiges nach sich ziehen: Preise und Produktionskosten für die Unternehmen steigen, was deren Gewinnmargen drückt. Kleine Unternehmen können sich gegen derartige Entwicklungen kaum absichern. Da die Eigenkapitaldecken vieler Unternehmen im Zuge der Pandemie ohnehin dünn geworden sind, drohen Insolvenzen. Vielerorts ist die Investitionstätigkeit zurückgeworfen worden, was die Innovationskraft und künftige Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Ohnehin ist für die kommenden Monate mit mehr Insolvenzen und Geschäftsaufgaben zu rechnen. Im vergangenen Jahr war die Insolvenzmeldepflicht ausgesetzt und die Zahl der eröffneten Verfahren für eine Rezession untypisch gering. In den nächsten Monaten werden viele Unternehmen wohl doch noch den Weg zum Amtsgericht antreten müssen.

Dies könnte den Arbeitsmarkt noch merklich belasten. Bis dato ist er aber gut durch die Krise gekommen: Vor allem aufgrund der umfangreichen Inanspruchnahme von Kurzarbeit dürften viele Beschäftigungsverhältnisse erhalten worden sein. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung dürfte wieder steigen und die Arbeitslosenquote auf nur noch 5,1 Prozent im kommenden Jahr sinken – fast ein Prozentpunkt oder mehr als 350 000 Arbeitslose weniger als noch im vergangenen Jahr. Das hilft dem privaten Konsum, der auch durch die im Prognosezeitraum insgesamt moderate Inflation gestützt wird. Diese wird mit 2,7 Prozent in diesem Jahr zwar vorübergehend höher ausfallen, schon im nächsten Jahr aber wieder auf 1,8 Prozent sinken, sodass es keinen Grund zur Sorge vor gesamtwirtschaftlichen Gefahren durch stark steigende Preise gibt.

Voreilige Rückkehr zu ausgeglichenen Haushalten würde Schaden anrichten

All das steht aber auf wackligen Beinen, solange die Corona-Pandemie nicht nachhaltig eingedämmt ist. In dieser Situation schon bald zu ausgeglichenen öffentlichen Haushalten zurückzukehren, wäre nach Ansicht der DIW-KonjunkturforscherInnen verfrüht – trotz eines gesamtstaatlichen Defizits von knapp 161 Milliarden Euro allein in diesem Jahr. Denn neben den Pandemiefolgen sind auch strukturelle Veränderungen wie die demografische Wende und der Umbau zu einer klimaschonenderen Wirtschaft zu bewältigen. Ohne Innovationskraft und Investitionen ist dieser Wandel nicht zu bewältigen. Staatliche Impulse für privatwirtschaftliche Aktivitäten im Bereich der Forschung und Entwicklung und öffentliche Bildungsinvestitionen sind wichtig, um das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft zu erhöhen. Die beschlossenen Schritte im Rahmen des Zukunftspakets können angesichts der immensen Herausforderungen nur ein erster Schritt gewesen sein.

Kurz gesagt

„Die deutsche Wirtschaft wird voraussichtlich einen guten Sommer erleben, aber sie ist noch nicht über den Berg. Rückschläge sind jederzeit möglich, vor allem ab dem Herbst. Die Politik muss sich jetzt vorbereiten, um vergangene Fehler wie eine unklare Kommunikation und eine teils nicht transparente Vorgehensweise dann nicht zu wiederholen. Diese Fehler haben viel Unsicherheit ausgelöst, und Unsicherheit ist Gift für die Wirtschaft. Der bevorstehende Wahlkampf und so manche Forderungen und Ansichten sollten nicht in die Irre führen. Es wäre beispielsweise nicht angemessen, jetzt auf einer schnellen Rückkehr zur schwarzen Null zu beharren. Und es ist unredlich, vor der angeblich großen Inflation zu warnen. Bislang gibt es keine Signale, dass die Inflation anders als von uns prognostiziert auch im nächsten Jahr überdurchschnittlich ausfällt.“

Marcel Fratzscher, DIW-Präsident

„Spät, aber dafür umso schwungvoller erwacht die deutsche Wirtschaft aus ihrem coronabedingten Winterschlaf. Insbesondere die Dienstleistungsbereiche dürften jetzt von den Lockerungsmaßnahmen profitieren. Allerdings werden mit den Öffnungen die Menschen auch wieder mehr Kontakte haben, was wieder zu steigenden Inzidenzen führen dürfte – und damit die Erholung in die Länge zieht. Hinzu kommt, dass wir mehr und mehr Folgen der Pandemie zu spüren bekommen, die nicht direkt auf den Infektionsschutz zurückzuführen sind. Derzeit ist das allen voran der Rohstoffmangel, der vielen Unternehmen wegen steigender Kosten zu schaffen macht.“

Claus Michelsen, DIW-Konjunkturchef

„Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich bisher als äußerst krisenresistent erwiesen. Die Kurzarbeit, die bereits in der Finanzkrise ein Rettungsanker war, ist auch dieses Mal wieder ein Erfolgsmodell gewesen. Die Arbeitslosenquote dürfte nach fast sechs Prozent im vergangenen Jahr auf nur noch etwas mehr als fünf Prozent im kommenden Jahr sinken. Damit liegt sie dann fast schon wieder auf dem Vorkrisenniveau von 2019.“

Simon Junker, Experte für die deutsche Wirtschaft

„Das erneute Aufflammen der Pandemie und damit verbundene Restriktionen haben die Wirtschaft insbesondere in Europa und Japan zu Jahresbeginn ausgebremst. Für die zweite Jahreshälfte zeichnet sich ein zweigeteiltes Bild ab: Während die fortgeschrittenen Volkswirtschaften einen kräftigen Aufschwung erleben dürften, werden die Schwellenländer zunächst weiter mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus zu kämpfen haben. Alles in allem bleibt unsere Prognose für die Weltwirtschaft nahezu unverändert. In diesem Jahr gehen wir von einem Wachstum von 6,7 Prozent aus, im kommenden Jahr dürfte das Plus bei 4,9 Prozent liegen.“

Geraldine Dany-Knedlik, Expertin für die Weltwirtschaft

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

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Mit Digitalisierung zum betrieblichen Erfolg

Digitale Technologien und Tools helfen den Unternehmen dabei, Betriebsabläufe schneller, flexibler und kostengünstiger zu organisieren. Künstliche Intelligenz, Roboter, Plattformen & Co. eröffnen vielfältige Optionen und ermöglichen gänzlich neue Geschäftsmodelle. Ob in der Produktentwicklung, in Fertigung, Vertrieb oder Verwaltung – das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten ist enorm.

DIHK, Mitteilung vom 17.06.2021

Die Digitalisierung ist elementarer Bestandteil des Unternehmensalltags: Sie erstreckt sich von der ersten E-Mail am Morgen über das digitale Check-In im Zeiterfassungstool bis in die Fertigungshallen und Büroräume, wo Maschinen, Computer und Systeme auf Hochtouren arbeiten. Sie hilft nicht nur dabei, Prozesse im Betrieb schneller, effizienter und kostengünstiger zu organisieren – sie macht vieles überhaupt erst möglich. In der Corona-Pandemie wurde dies deutlicher denn je zuvor. Dank digitaler Technologien und Tools konnten viele Betriebe ihren Geschäftsbetrieb zumindest in Teilen aufrechterhalten. Die Digitalisierung ist also oft nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch der Existenz.

Künstliche Intelligenz als eine der Schlüsseltechnologien

Systeme auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI), die also mit „lernenden“ Algorithmen arbeiten, können in den unterschiedlichsten Geschäftsbereichen eingesetzt werden. Sie helfen, Aufträge besser zu planen oder Kunden gezielter zu erreichen, zum Beispiel durch personalisierte Produkt-, Musik- oder Nachrichtenempfehlungen. Maschinelle Spracherkennungssysteme werden von Unternehmen genutzt, um Texte zu diktieren, zu analysieren oder zu übersetzen. Darüber hinaus kann KI viele Produktionsabläufe verbessern – beispielsweise mittels vorausschauender Wartung. Weitere Anwendungen ergeben sich in der Kundenkommunikation, in der Logistik oder im Verkehr. Laut der aktuellen DIHK-Digitalisierungsumfrage nutzen 11 Prozent der befragten Unternehmen KI-Anwendungen, weitere 27 Prozent planen den Einsatz.

Roboter als virtuelle Helfer

Insbesondere in der Industrie sind Roboter nicht mehr wegzudenken. In Produktionshallen und Logistiklagern automatisieren sie wiederholende Tätigkeiten. 44 Prozent der Industrieunternehmen setzen der DIHK-Umfrage zufolge Robotik in ihrem Betrieb ein. Ein weiteres Viertel der Industriebetriebe hat das vor. Roboter helfen nicht nur dabei, Kosten zu senken und Fehler zu reduzieren; sie eignen sich auch als Alternative für körperlich schwere, gesundheitsschädliche oder gefährliche Tätigkeiten. Doch Roboter erobern auch andernorts immer mehr Einsatzbereiche: In der Finanzwirtschaft nutzen etwa 6 Prozent der Unternehmen Robotik, im Bausektor sowie in der IT-Branche sind es jeweils 8 Prozent.

Eingesetzt werden Roboter hier vor allem im Kundenservice, in der internen Verwaltung oder im Vertrieb.

Vielfältige Möglichkeiten zur Kundenansprache

Digitale Kommunikations-Tools, Vertriebskanäle oder Veranstaltungsplattformen ermöglichen es, Kunden besser zu erreichen und einen maßgeschneiderten Service anzubieten. Spätestens die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig der digitale Kontakt zum Kunden ist. So versetzen virtuelle Formate der Produktpräsentation und Beratung oder digitale Messeveranstaltungen viele Unternehmen überhaupt in die Lage, auch während der Krise einen kundenzentrierten Service anbieten zu können.

Ein Weg mit Herausforderungen

Gerade für kleine und mittelgroße Betriebe ist die Digitalisierung zugleich eine Herausforderung. Um die Unternehmen auf ihrem Weg zu unterstützen, tragen die IHKs und der DIHK Themen rund um die Digitalisierung praxisnah in den Mittelstand. Im Rahmen der gemeinsamen Initiative #GemeinsamDigital steht dabei jeden Monat ein anderes Thema mit Informationsveranstaltungen auf dem Programm. Um einen Eindruck von den Potenzialen digitaler Technologien zu vermitteln, haben Unternehmerinnen und Unternehmer zudem Best-Practice-Videoclips erstellt. Darin berichten sie, wie die Digitalisierung in ihrem Betrieb Einzug gehalten hat – von der virtuellen Messeplattform über den Verkaufsroboter bis hin zum 3D-Druck.

Quelle: DIHK

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Chancen des Corona-bedingten Digitalisierungsschubs nutzen

Die digitale Transformation hält Wirtschaft, Politik und Gesellschaft weiter auf Trab. Doch wie gut gelingt es den Bundesländern mit dieser rasanten Entwicklung Schritt zu halten? Eine Bestandsaufnahme zur Digitalisierung in Baden-Württemberg zeigt, dass das Land seit der Verabschiedung seiner Digitalisierungsstrategie digital@bw im Jahr 2017 große Fortschritte gemacht hat. Die Corona-Pandemie hat diesen Wandlungsprozess noch erheblich beschleunigt, zugleich aber auch bestehende Defizite offengelegt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des ZEW.

ZEW, Pressemitteilung vom 17.06.2021

Die digitale Transformation hält Wirtschaft, Politik und Gesellschaft weiter auf Trab. Doch wie gut gelingt es den Bundesländern mit dieser rasanten Entwicklung Schritt zu halten? Eine Bestandsaufnahme zur Digitalisierung in Baden-Württemberg zeigt, dass das Land seit der Verabschiedung seiner Digitalisierungsstrategie digital@bw im Jahr 2017 große Fortschritte gemacht hat. Die Corona-Pandemie hat diesen Wandlungsprozess noch erheblich beschleunigt, zugleich aber auch bestehende Defizite offengelegt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Metastudie, die das ZEW Mannheim im Auftrag des Landes erstellt hat.

Die Sofortmaßnahmen und Lockdowns durch Corona hatten gravierende Auswirkungen für Wirtschaft und Gesellschaft. So haben viele Unternehmen in die Digitalisierung investiert, um ihren Mitarbeitern Homeoffice und mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Umsatzeinbußen haben aber auch zu geringeren finanziellen Ressourcen geführt, sodass in manchen Unternehmen Innovationsaktivitäten heruntergefahren wurden. „Auch wenn die Offenheit für digitale Lösungen, quasi durch Corona erzwungen, zugenommen hat, werden die Potenziale insbesondere in den Bereichen Arbeit, Schule und Gesundheit noch immer nicht voll ausgeschöpft. Aber auch die Wirtschaft und insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bedürfen weiterer Schritte bei der Digitalisierung“, sagt Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“ am ZEW Mannheim und Mit-Autorin der Metastudie. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist hierfür die zentrale Voraussetzung.

Auf Grundlage zahlreicher gesichteter Studien und Daten kommen die ZEW-Wissenschaftler/innen zu dem Schluss, dass Baden-Württemberg seit der ersten Bestandaufnahme zum Stand der Digitalisierung im Jahr 2017 deutliche Fortschritte beim Ausbau der digitalen Infrastruktur gemacht hat. So ist eine flächendeckende Minimalversorgung mit DSL fast im ganzen Bundesland erreicht. Bei Bandbreiten über 50Mbit/s hat vor allem der ländliche Raum, wo ein Großteil der Unternehmen ansässig ist, aber noch Aufholbedarf. Gleiches gilt übrigens auch für Gigabit-Anschlüsse, die sich bisher auf die Städte konzentrieren. Beim Mobilfunk ist die LTE-Infrastruktur bis auf Lücken im ländlichen Raum gut ausgebaut. Die Schaffung der Infrastruktur für 5G als der nächsten Generation des Mobilfunkstandards ist im Gang.

Neben der Infrastruktur gewinnt auch die Cybersicherheit aufgrund der zunehmenden digitalen Vernetzung aller Lebensbereiche immer mehr an Bedeutung. Die Gefahr digitaler Angriffe wächst. Das kann zu einer übermäßigen Ablehnung technischer Innovation ebenso führen wie zu erheblichen finanziellen Schäden bei Privatpersonen und Unternehmen. „Maßnahmen von Seiten des Landes zur Erhöhung der Cybersicherheit, wie die neu gegründete Cybersicherheitsagentur, sind daher von großer Bedeutung, um auch in Zukunft einen möglichst reibungslosen digitalen Transformationsprozess zu garantieren“, erklärt Bertschek.

Die intensive Förderung von Zukunftstechnologien wie der Künstlichen Intelligenz (KI) und der Quantentechnologie sind essenziell im Hinblick auf die künftige Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Landes. So hat das Cyber Valley, ein europaweit einmaliges Forschungszentrum für KI und intelligente Systeme, das Grundlagenforschung mit dem Transfer in die Anwendung verbindet, mittlerweile überregionalen und internationalen Vorbildcharakter als KI-Ökosystem. „Die Verbindung der Digitalisierung mit Anwendungsfeldern wie der Gesundheit schafft neue Potenziale und weitet zudem den früheren Fokus des Landes als Standort der klassischen Branchen Automobilbau und Maschinenbau auf weitere Zukunftsfelder aus. Positiv zu bewerten ist außerdem, dass die Digitalisierung mit ökologischen Nachhaltigkeitszielen verbunden und durch Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen flankiert wird“, sagt Bertschek.

Bei dem Bestreben, die digitale Transformation weiter voranzutreiben, muss das Land, so die Empfehlung der Autoren/-innen der Metastudie, stets die nationale sowie europäische Anschlussfähigkeit im Blick behalten. Zudem sollte der Erfolg einzelner Maßnahmen regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls anschließende Anpassungen oder Nachsteuerungen vorgenommen werden. „Digitalisierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der durch das Aufkommen neuer Technologien und die Veränderung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen getrieben wird. Daher sind kontinuierliche Anpassungen und gegebenenfalls Neuausrichtungen unabdingbar, um die erreichte gute Position nicht zu verlieren“, fasst Bertschek zusammen.

Für die Metastudie „Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in Baden-Württemberg“ wurde eine Vielzahl an Studien zur Digitalisierung in Baden-Württemberg seit 2017 gesichtet und ihre Ergebnisse zusammengetragen. Schwerpunkte der Betrachtung waren die Themen Bildung und Weiterbildung, E-Government/digitale Kommune, Gesundheitswesen/Medizin, Mobilität sowie Wirtschaft. Betrachtet wurden aber auch Querschnittsthemen wie Forschung, Entwicklung und Innovation, Digitale Infrastruktur inklusive Mobilfunknetz, Digitalisierung als Chance für Nachhaltigkeit sowie Cybersicherheit. Einbezogen wurden zudem in jüngster Vergangenheit neu hinzugekommene Themen wie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Digitalisierung, Big Data, KI, Cloud Computing und Edge Computing sowie Blockchain.

Quelle: ZEW

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