Deutsche Konjunktur nimmt wieder Fahrt auf

Das RWI erhöht seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr leicht auf 3,7 Prozent. Für das kommende Jahr geht es von einem Plus von 4,7 Prozent aus.

RWI, Pressemitteilung vom 17.06.2021

Das RWI erhöht seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr leicht auf 3,7 Prozent. Für das kommende Jahr geht es von einem Plus von 4,7 Prozent aus. Die Arbeitslosenquote dürfte dieses Jahr 5,8 Prozent und im kommenden Jahr 5,2 Prozent betragen. Die Inflation dürfte in diesem Jahr bei 2,5 Prozent liegen, im kommenden Jahr bei 1,9 Prozent. Die Defizite der öffentlichen Haushalte dürften in diesem Jahr und 2022 voraussichtlich 160 bzw. 68 Milliarden Euro betragen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das RWI erhöht seine Prognose des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) für dieses Jahr gegenüber März dieses Jahres leicht von 3,6 auf 3,7 Prozent. Für 2022 erwartet es nun 4,7 statt 3 Prozent. Die Erholung von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie findet vor allem in diesem Jahr statt. Das BIP wird das Vorkrisenniveau voraussichtlich zum Ende dieses Jahres erreichen.
  • Insbesondere in den Dienstleistungsbereichen hat nach den Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen eine Erholung eingesetzt, die der Konjunktur Impulse geben dürfte. Hingegen ist zu erwarten, dass das Produzierende Gewerbe zunächst noch durch die zunehmenden Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten ausgebremst wird.
  • Der private Konsum war im ersten Quartal dieses Jahres durch die Verschärfung der Infektionsschutzmaßnahmen nochmals deutlich zurückgegangen. Hinzu kam, dass durch die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes größere Anschaffungen von privaten Haushalten in das vergangene Jahr vorgezogen wurden. Mit den inzwischen gesunkenen Infektionszahlen und den sehr weitreichenden Lockerungen ist zu erwarten, dass die private Konsumnachfrage bereits im zweiten Quartal wieder deutlich steigt. Zum Jahreswechsel dürfte dann das Vorkrisenniveau überschritten werden.
  • Im ersten Halbjahr 2021 war die Erholung am Arbeitsmarkt noch längere Zeit durch die anhaltenden Infektionsschutzmaßnahmen ausgebremst. Um die Beschäftigten in den Betrieben zu halten wurde wieder vermehrt auf das Instrument der Kurzarbeit zurückgegriffen. Im weiteren Verlauf des Jahres dürfte die Zahl der Menschen in Kurzarbeit rasch zurückgehen und bereits im dritten Quartal das Vorkrisenniveau erreichen. Die Arbeitslosenquote dürfte im aktuellen Jahr leicht auf 5,8 Prozent sinken. 2022 dürfte sie dann deutlich auf 5,2 Prozent zurückgehen.
  • Die Verbraucherpreise sind seit Beginn dieses Jahres deutlich angestiegen und dürften zunächst hoch bleiben. Bedeutend für die Preisentwicklung im Prognosezeitraum dürfte vor allem sein, dass durch die Lieferengpässe bei einigen Rohstoffen und Vorprodukten die Preise dieser Güter zum Teil erheblich angestiegen sind. Das gilt insbesondere für die Großhandelspreise für Rohstoffe und Vorprodukte, wie z.B. Erze, Metalle sowie Roh- und Schnittholz. Diese Engpässe dürften nur allmählich beseitigt werden, der durch sie ausgelöste Preisdruck mit abnehmender Wirkung noch bis Ende des Jahres bestehen bleiben. Für dieses Jahr erwartet das RWI daher im Durchschnitt eine Inflationsrate von 2,5 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte die Teuerung durchschnittlich 1,9 Prozent betragen.
  • Das Defizit der öffentlichen Haushalte dürfte 2021 rund 160 Milliarden Euro betragen. Einerseits sinken die Staatseinnahmen, unter anderem durch die teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags und einen angepassten Einkommensteuer-Tarif. Andererseits steigen die Staatsausgaben kräftig an, vor allem durch umfangreiche Unternehmenshilfen zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Sie dürften etwa 30 Milliarden Euro betragen. Im Jahr 2022 dürfte der Fehlbetrag der öffentlichen Haushalte auf knapp 68 Milliarden Euro zurückgehen. In Relation zum BIP liegen die Finanzierungssalden bei -4,5 bzw. -1,8 Prozent.

Zur aktuellen Lage der deutschen Wirtschaft sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Die Konjunktur in Deutschland nimmt im Zuge der Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen wieder Fahrt auf. Hierfür ist derzeit vor allem die Erholung in den Dienstleistungsbereichen verantwortlich. Wirtschaftsleistung und privater Konsum dürften bis zum Jahresende das Vorkrisenniveau erreichen.“

Quelle: RWI

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ifo Institut kürzt Konjunktur-Prognose auf 3,3 Prozent Wachstum 2021

Das ifo Institut hat seine Konjunktur-Prognose für 2021 gekürzt. Es erwartet 3,3 Prozent Wachstum und damit 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März. Dafür erhöhte es seine Vorhersage für das kommende Jahr um 1,1 Punkte auf 4,3 Prozent.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 16.06.2021

Das ifo Institut hat seine Konjunktur-Prognose für 2021 gekürzt. Es erwartet 3,3 Prozent Wachstum und damit 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März. Dafür erhöhte es seine Vorhersage für das kommende Jahr um 1,1 Punkte auf 4,3 Prozent. „Kurzfristig dämpfend wirken vor allem die Engpässe bei der Lieferung von Vorprodukten“, erläutert Timo Wollmershäuser, der Leiter der ifo-Prognosen. „Die an sich kräftige Erholung, ausgelöst durch die Öffnungen, verschiebt sich etwas weiter nach hinten, als wir noch im Frühjahr erwartet hatten. Die Kosten der Corona-Krise für die Jahre 2020 bis 2022 belaufen sich auf 382 Milliarden Euro. Dabei wird angenommen, dass die deutsche Wirtschaft in der Zeit mit durchschnittlich 1,2 Prozent im Jahr gewachsen wäre.“

Mit der kräftigen Erholung dürfte die Zahl der Kurzarbeiter, die noch 2,3 Millionen im Mai betrug, rasch sinken und kommendes Jahr ihr Vorkrisenniveau erreichen, das bei etwa 100.000 lag. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte etwas langsamer zurückgehen von 2,70 Millionen (5,9 Prozent) im vergangenen Jahr auf 2,65 (5,8 Prozent) in diesem und 2,40 Millionen (5,2 Prozent) im kommenden Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte leicht steigen, von 44,82 Millionen auf 44,86 in diesem Jahr und auf 45,42 im kommenden Jahr.

Die Inflationsrate wird sich vorübergehend beschleunigen, von plus 0,6 Prozent im vergangenen Jahr auf plus 2,6 Prozent in diesem. Dazu tragen vor allem höhere Energiepreise und die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer bei. Danach flacht sich der Anstieg der Verbraucherpreise wieder ab auf plus 1,9 Prozent im Jahre 2022.

Das Finanzierungsloch des Staates weitet sich im Wahljahr 2021 zunächst noch geringfügig aus auf 150,4 Milliarden Euro, von 149,2 im vergangenen Jahr. Im kommenden Jahr wird es voraussichtlich kräftig zurückgehen auf dann nur noch 49,6 Milliarden Euro. Das hängt aber ab vom Wahlergebnis.

Der Außenhandel wird deutlich zulegen, plus 10,4 Prozent der Exporte in diesem Jahr nach minus 9,4 Prozent 2020; und sogar plus 11,4 Prozent der Importe nach minus 8,4 Prozent im Vorjahr. 2022 werden die Zuwächse kleiner, plus 5,6 Prozent der Exporte und plus 7,3 Prozent der Importe. Daher schrumpft der viel kritisierte Überschuss der deutschen Leistungsbilanz von 231 über 206 auf 184 Milliarden Euro. Das sind 7,0 und 5,8 sowie 4,9 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung. Damit wäre er erstmals seit Jahren unter der Marke von 6,0 Prozent, die die EU für kritisch hält.

Quelle: ifo Institut

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Inflationsrate im Mai 2021 bei +2,5 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Mai 2021 bei +2,5 %. Damit erhöhte sich die Inflationsrate den fünften Monat in Folge. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat April 2021 um 0,5 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15.06.2021

Energiepreise sorgen für höchste Inflationsrate seit fast 10 Jahren

Verbraucherpreisindex, Mai 2021

  • +2,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,5 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2021

  • +2,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,3 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2021 bei +2,5 %. Damit erhöhte sich die Inflationsrate den fünften Monat in Folge. Zuletzt hatte sie vor fast 10 Jahren im September 2011 diesen Stand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat April 2021 um 0,5 %.

Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist kräftig um 10,0 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von Mai 2020 bis Mai 2021 überdurchschnittlich um 3,1 %. Die Preise für Energieprodukte lagen dabei 10,0 % höher als ein Jahr zuvor, nach +7,9 % im April 2021. Hier wirkten sich neben dem aktuellen Anstieg der Energiepreise auch temporäre Sondereffekte erhöhend auf die Teuerungsrate aus, insbesondere die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe sowie die niedrigen Preise für Energieprodukte vor einem Jahr (Basiseffekt). Besonders günstig waren damals Mineralölprodukte. Teurer binnen Jahresfrist wurden daher vor allem Heizöl (+35,4 %) und Kraftstoffe (+27,5 %). Die Strompreise blieben hingegen nahezu konstant (-0,1 %).

Nahrungsmittel verteuerten sich unterdurchschnittlich

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,5 %. Der Preisauftrieb hat sich damit leicht abgeschwächt (April 2021: +1,9 %). Teurer als ein Jahr zuvor waren unter anderem Speisefette und Speiseöle (+3,8 %) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+2,2 %). Unterdurchschnittlich war der Preisanstieg beim Gemüse (+1,1 %). Merklich teurer wurden Pflanzen und Blumen (+7,6 %), Fahrräder und E-Bikes (+4,2 %) sowie Tabakwaren (+3,9 %). Deutlich günstiger waren dagegen Mobiltelefone (-6,9 %).

Inflationsrate ohne Energie bei +1,8 %

Die Preiserhöhungen bei den Energieprodukten gegenüber dem Vorjahresmonat wirkten sich deutlich erhöhend auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Mai 2021 bei +1,8 % gelegen, ohne Heizöl und Kraftstoffe nur bei +1,6 %.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,2 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Mai 2021 um 2,2 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 %. Deutlicher erhöhten sich die Preise unter anderem für Leistungen sozialer Einrichtungen (+5,7 %) sowie für Finanzdienstleistungen (+5,6 %). Deutlich günstiger waren hingegen zum Beispiel Bahntickets (-4,7 %).

Preise gegenüber dem Vormonat stiegen um 0,5 %

Im Vergleich zum April 2021 stieg der Verbraucherpreisindex um 0,5 %. Die Preise für Energieprodukte stiegen um 0,6 %, insbesondere wurde leichtes Heizöl teurer (+4,0 %). Die Preise für Nahrungsmittel gingen hingegen leicht zurück (-0,3 %). Vor allem für frisches Gemüse mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher weniger bezahlen als im Vormonat (-4,6 %). (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2021

Im zweiten Quartal 2021 zeichnet sich lt. BMWi eine spürbare Erholung der wirtschaftlichen Aktivität ab, während es im ersten Quartal 2021 im Zuge der dritten Pandemiewelle zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 % gekommen war.

BMWi, Pressemitteilung vom 14.06.2021

  • Im zweiten Quartal 2021 zeichnet sich eine spürbare Erholung der wirtschaftlichen Aktivität ab, während es im ersten Quartal 2021 im Zuge der dritten Pandemiewelle zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 % gekommen war. Angesichts des Impffortschritts und der damit einhergehenden rückläufigen Infektionszahlen dürfte die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf verstärkt an Fahrt aufnehmen.
  • Die Produktion in der Industrie erlitt im April einen leichten Dämpfer. Vor allem im Baugewerbe gab es ein deutliches Minus. Grund ist eine Knappheit an Vorleistungsgütern. Die Auftragseingänge sind gegenüber dem Vormonat zwar leicht gefallen, liegen aber weiter auf hohem Niveau. Ausschlaggebend für die jüngste Seitwärtsbewegung waren gegenläufige Entwicklungen einer schwachen Inlandsnachfrage sowie einer starken Auslandsnachfrage. Die Stimmung in den Unternehmen entwickelte sich weiter positiv.
  • Im Einzelhandel haben sich die Umsätze im April wieder verringert, aber der Ausblick für die kommenden Monate ist in Anbetracht des günstigeren Pandemieverlaufs spürbar optimistischer. Die Inflationsrate erreichte im Mai aufgrund von Sonderfaktoren (Rohstoffpreise, CO2-Bepreisung) einen neuen Höchstwert. In der zweiten Jahreshälfte ist aufgrund eines Basiseffektes wegen der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze ein Jahr zuvor sogar mit Raten um die 3 % zu rechnen. Nach Auslaufen der Sondereffekte sollte sich die Inflationsrate aber zu Beginn des Jahres 2022 wieder deutlich verringern.
  • Vom Arbeitsmarkt kommen nach wie vor positive Signale. Die Arbeitslosigkeit ging im Mai saisonbereinigt leicht zurück und die Erwerbstätigkeit nahm im April saisonbereinigt erneut zu. Die Kurzarbeit hat sich im März spürbar verringert, und die Anzeigen für Kurzarbeit deuten auf ein weiteres Absinken hin.
  • Der Anstieg der eröffneten Regelinsolvenzverfahren vom Februar und März setzte sich nicht weiter fort. Im April kam es zu einem deutlichen Rückgang. Insgesamt ist für das Jahr 2021 jedoch mit einem signifikanten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu rechnen.

Konjunkturelle Aufbruchstimmung bei Lieferketten

Die Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung mehren sich: In der Industrie hat sich das Geschäftsklima in den letzten Monaten stetig verbessert und auch bei den Dienstleistungen war zuletzt wieder spürbar mehr Optimismus zu verzeichnen. Die deutsche Wirtschaft überwindet allmählich die dritte Pandemiewelle und es herrscht Aufbruchstimmung. Die robuste Industriekonjunktur wird allerdings in einzelnen Branchen gebremst. So erhielt die Produktion im Produzierenden Gewerbe zu Beginn des zweiten Quartals einen Dämpfer, weil in einzelnen Bereichen Knappheiten an Vorprodukten bestehen. Es mangelt vor allem weiterhin an Halbleitern in der Automobilindustrie sowie an Bauholz und anderen Materialien im Baugewerbe. Die Gründe für die zuletzt wieder rückläufige Produktion liegen somit nicht in einer unzureichenden Nachfrage. Ganz im Gegenteil haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe auf hohem Niveau stabilisiert und liegen nun schon seit sieben Monaten in Folge über ihrem Stand vom Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Pandemie. Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren ist weiterhin sehr gut, auch wenn die Unternehmen der Automobilindustrie in den kommenden Monaten mit Problemen rechnen. Die deutschen Warenausfuhren legten zwölf Monate in Folge zu und übertrafen ihr Vorkrisenniveau (durchschnittlichen Wert im vierten Quartal 2019) schon zum zweiten Mal hintereinander. Die weiteren Aussichten für die deutschen Exportunternehmen sind angesichts günstiger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen gut. Die globale Industrieproduktion zeigt seit Mai 2020 einen Aufwärtstrend und der Welthandel erreichte einen neuen Höchststand oberhalb des Vorkrisenniveaus.

Im Dienstleistungssektor ist ein Neustart zu beobachten. Das Geschäftsklima erreichte den höchsten Stand seit Februar 2020, insbesondere aufgrund deutlich zuversichtlicherer Erwartungen für die kommenden Monate. Im Gastgewerbe und Tourismus ist vorsichtiger Optimismus zurückgekehrt, und die Einzelhändler können mit weiteren Lockerungen rechnen. Für das GfK Konsumklima wird für Juni vor dem Hintergrund des wieder günstigeren Pandemiegeschehens eine Besserung erwartet. Auch vom Arbeitsmarkt kommen nach wie vor positive Signale, und es ist mit einer fortgesetzten Erholung zu rechnen. In der Industrie nimmt die Einstellungsbereitschaft bereits seit Mai 2020 kontinuierlich zu, im Dienstleistungsbereich ist sie zuletzt sprunghaft angestiegen. In Anbetracht der alles in allem günstigen konjunkturellen Lage dürfte es im zweiten Quartal wieder zu spürbarem Wachstum kommen, das sich in der zweiten Jahreshälfte erst einmal noch verstärkt. Der günstigere Pandemieverlauf darf jedoch nicht zu Nachlässigkeit bei der Bekämpfung der Pandemie führen. Weitere Lockerungen sind zwar mit zunehmendem Anteil geimpfter Personen an der Gesamtbevölkerung zu erwarten, allerdings wird auch in den nächsten Monaten noch auf die Gefahr aufkommender neuer Virusmutationen zu achten sein.

Positiver Ausblick für die Weltkonjunktur

Die Weltwirtschaft folgt weiter ihrem Erholungspfad. Nach einer Drosselung im Februar folgte die globale Industrieproduktion im März wieder seinem seit Mai 2020 positiven Trend (März: +0,3 %; Februar: -0,6 %; jeweils gegenüber dem Vormonat). Der Welthandel erreicht nach einem kräftigen Plus ebenfalls einen neuen Höchststand oberhalb des Vorkrisenniveaus (+2,2 %). Die Stimmungsindikatoren deuten auf eine weitere Verbesserung der Weltkonjunktur hin. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit legte im Mai zum dritten Mal in Folge zu. Mit 58,4 Punkten (April: 56,7 Punkte) bewegte sich der Index merklich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Vor dem Hintergrund der Fortschritte bei der weltweiten Impfkampagne hellte sich die Stimmung der Dienstleister erneut deutlich auf. Dagegen verbesserten sich die Erwartungen in der Industrie kaum. Hierbei dürften die derzeitigen Engpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern wie Halbleiter und Bauholz eine wichtige Rolle spielen.

Exporte stagnieren knapp unterhalb des Vorkrisenniveaus

Der deutsche Außenhandel konnte sein Erholungstempo aus dem Frühjahr zuletzt nicht aufrechterhalten. Der Wert der Waren- und Dienstleistungsexporte blieb im April gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt und nominal mit einem leichten Rückgang um 0,1 % stabil (März: +1,6 %). Im Zweimonatsvergleich ergab sich ein deutlicher Zuwachs von 2,2 % bei den Exporten. Die Importe verringerten sich im April nach ihrer kräftigen Steigerung im Februar (+6,0 %) um 2,3 %. Im Zweimonatsvergleich kam es zu einem Plus von 6,5 %.

In den Frühindikatoren zur deutschen Außenwirtschaft spiegelt sich der dynamische Welthandel wider. Die Auftragseingänge aus dem Ausland verzeichneten im April gegenüber März ein ähnlich hohes Wachstum wie im Vormonat (+2,7 %). Die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe trübten sich im Mai zwar leicht ein, sie büßten allerdings nur wenig von ihrem Ausgangsniveau ein, das an bisherige Höchststände aus dem Jahr 2011 heranreicht. Damit bleibt der Ausblick für den deutschen Außenhandel positiv, vor allem angesichts der guten Konjunktur wichtiger Absatzmärkte wie Asien und die Vereinigten Staaten.

Industriekonjunktur: Leichter Dämpfer in der Industrie zu Beginn des Zweiten Quartals

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat sich im April gegenüber dem Vormonat um 1,0 % verringert. Im März gab es einen Anstieg um 2,2 %, nachdem es allerdings im Februar und Januar bereits zu Rückgängen um 1,9 % und 2,2 % gekommen war. Die Industrieproduktion sank leicht um 0,7 % (März: +0,7 %; Februar: -1,9 %). Die Erzeugung im Baugewerbe hingegen verzeichnete ein deutliches Minus von 4,3 %. Sie hatte sich im März kurzzeitig kräftig erholt (+9,8 %), nachdem sie am Jahresanfang witterungsbedingte Dämpfer erhalten hatte (Januar: -10,7 % bzw. Februar: -1,4 %).

Im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar erhöhte sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe leicht um 0,6 %. Während der Ausstoß in der Industrie geringfügig abnahm (-0,5 %), führten beim Baugewerbe der witterungsbedingt schwache Januar und der starke März im Zweimonatsvergleich zu einer kräftigen Ausweitung (+6,6 %). Innerhalb der Industrie verzeichnete der gewichtige Bereich Kfz/Kfz-Teile im Zweimonatsvergleich einen deutlichen Rückgang um 5,6 %. Der vergleichbar gewichtige Maschinenbau lag dagegen nur leicht unter dem Vorniveau (-0,3 %).

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im April leicht gefallen (-0,2 %). Nach kräftigen Zuwächsen in den Vormonaten ist dies jedoch als Stabilisierung auf hohem Niveau zu interpretieren. Ausschlaggebend für die jüngste Seitwärtsbewegung waren gegenläufige Entwicklungen einer schwachen Inlandsnachfrage (-4,3 %) auf der einen Seite sowie einer starken Auslandsnachfrage (+2,7 %) auf der anderen Seite. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe liegen somit den siebten Monat in Folge über dem Vorkrisenniveau.

Nach dem Anstieg im März kam es in der Industrie im April zu einem leichten Dämpfer, der durch eine Knappheit bei Vorprodukten (vor allem Halbleiter und Bauholz) verursacht wurde. Die positive Entwicklung des ifo Geschäftsklimaindexes und die nach wie vor auf hohem Niveau stabilen Auftragseingänge sorgen dennoch für einen positiven Ausblick für die Industrie in den kommenden Monaten.

Die Lage im Einzelhandel trübt sich etwas ein, aber der Ausblick fällt spürbar optimistischer aus

Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz sind zuletzt wieder zurückgegangen. Sie haben sich im April gegenüber dem Vormonat um 5,5 % verringert, nachdem sie zuvor um 7,7 % gestiegen waren. Der Vormonatsvergleich wird maßgeblich von der Bundesnotbremse im April und dem pandemiebedingt schwachen Ostergeschäft im März geprägt. Das Niveau vom Februar 2020, dem letzten Monat vor der Corona-Krise, wurde zuletzt nur noch geringfügig unterschritten (-0,8 %). Deutliche Umsatzeinbußen verzeichneten diesmal der Handel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen (-36,1 %) sowie der Internet- und Versandhandel (-4,8 %). Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter nahmen im Mai wieder leicht zu (+1,2 %). Von den hohen Verkaufszahlen des zweiten Halbjahres 2020, als die Umsatzsteuersätze vorübergehend gesenkt worden waren, sind die Zulassungszahlen einerseits immer noch deutlich entfernt, aber andererseits liegen die Neuzulassungen auch spürbar über dem Niveau zum Tiefpunkt der Krise im April 2020.

Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel waren im Mai per Saldo nahezu ausgeglichen, nachdem sie sich zuvor wieder eingetrübt hatten. Auch beim GfK Konsumklima zeigt sich angesichts gesunkener Infektionszahlen und Fortschritte beim Impfen eine konjunkturelle Aufbruchstimmung.

Das Verbraucherpreisniveau nahm im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,5 % zu, nach einer Steigerungsrate von 0,7 % im April. Die Inflationsrate, die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, lag im Mai bei 2,5 %. Sie ist seit Jahresanfang deutlich gestiegen, während sie im zweiten Halbjahr 2020 aufgrund der Senkung der Umsatzsteuersätze fast durchweg im negativen Bereich gelegen hatte. Gründe für den Anstieg der Inflationsrate in den ersten Monaten des Jahres sind die Erholung der Import- und Rohstoffpreise sowie die Einführung der CO2-Bepreisung. Während die Energiepreise im letzten Jahr noch den Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus stark bremsten, tragen sie inzwischen spürbar zum Anstieg bei. In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich die Inflationsrate sogar noch auf bis ca. 3 % erhöhen, weil es aufgrund der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze im Juli 2020 zu einem Basiseffekt kommt. Nach Auslaufen dieser Sondereffekte wird sich Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus zum Jahreswechsel ins kommende Jahr wieder abschwächen. Eine nachhaltige Erhöhung der Teuerungsrate ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, denn aktuell sind keine Anzeichen einer Lohn-Preis-Spirale zu beobachten, die zu dauerhaft hoher Inflation führen kann. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) erhöhte sich im Mai auf +1,9 % (April: +1,3 %), weil binnen Jahresfrist die Preise vieler Waren und Dienstleistungen spürbar angezogen haben.

Am Arbeitsmarkt setzt sich die Besserung fort

Der Arbeitsmarkt sendet nach wie vor positive Signale. In den kommenden Monaten könnte sich der Erholungskurs angesichts der Verbesserungen beim Infektionsgeschehen sogar noch verstärken. Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie ist der Arbeitsmarkt allerdings immer noch stark von der Krise geprägt. Die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung nahmen im Mai saisonbereinigt um 15.000 Personen bzw. 20.000 Personen ab. Nach den Ursprungszahlen sank die Arbeitslosigkeit spürbar um 84.000 auf 2,69 Personen. Der Vorjahresabstand fiel erstmals seit September 2019 wieder negativ aus (-126.000 Personen), was auch auf Basiseffekte im Vorjahr zurückzuführen ist. Die Erwerbstätigkeit nahm im April saisonbereinigt erneut leicht um 10.000 Personen zu, die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im Mai weiter belebt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im März saisonbereinigt um 38.000 Personen an. In Kurzarbeit waren im März laut Hochrechnung spürbar weniger Personen (2,6 Mio.). Die Anzeigen für Kurzarbeit (rund 96.000 vom 1. bis 26. Mai nach 154.000 im April) deuten auf ein weiteres Zurückfahren der Kurzarbeit hin. Die umfragebasierten Frühindikatoren von IAB und ifo entwickelten sich im Mai erneut sehr positiv und erreichten ihre höchsten Werte seit Juni 2019 bzw. März 2018. In der Industrie hat die Einstellungsbereitschaft seit Mai 2020 kontinuierlich zugenommen und im Dienstleistungsbereich einen Sprung nach oben vollzogen. Der Handel zeigt sich vorsichtig optimistisch, im Bau ist eine schwache Einstellungsbereitschaft zu verzeichnen.

Anstieg der Insolvenzen setzt sich vorerst nicht fort

Auch im Mai ist die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren gesunken. Auf Basis von Insolvenzbekanntmachungen meldete das Statistische Bundesamt einen Rückgang von 7 % gegenüber dem Vormonat. Bereits im April hatte es einen Rückgang um 17 % gegeben. Der teils deutliche Anstieg im Februar und März setzte sich damit nicht weiter fort. Auch gemäß der Zahlen des IW Halle oder der HU Berlin ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Frühjahr zurück. Eine größere Insolvenzwelle konnte zwar durch die teilweise ausgesetzte Antragspflicht und umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen bisher verhindert werden, dennoch ist für dieses Jahr insgesamt aber mit einem merklichen Anstieg der Insolvenzzahlen zu rechnen. Die meisten Experten gehen im Vergleich zum Vorjahr von 3.000 bis 7.000 zusätzlichen Unternehmensinsolvenzen aus.

Quelle: BMWi

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Jedes dritte Startup hat Corona-Hilfen erhalten

Soforthilfen, vereinfachtes Kurzarbeitergeld oder Rettungsschirm – während der Corona-Pandemie hat die Politik zahlreiche Hilfsprogramme auf den Weg gebracht, von denen auch Startups profitieren sollten. Laut Bitkom ist jedes zweite Startup mit staatlichen Hilfsangeboten in der Pandemie unzufrieden.

Bitkom, Pressemitteilung vom 11.06.2021

  • Jedes Zweite ist mit staatlichen Hilfsangeboten in der Pandemie unzufrieden
  • 16 Prozent sehen durch Corona die Gefahr einer Insolvenz – aber 40 Prozent haben von der Krise auch profitiert

Soforthilfen, vereinfachtes Kurzarbeitergeld oder Rettungsschirm – während der Corona-Pandemie hat die Politik zahlreiche Hilfsprogramme auf den Weg gebracht, von denen auch Startups profitieren sollten. Rund jedes dritte Startup (38 Prozent) hat bislang finanzielle Unterstützung beantragt und erhalten. Weitere 4 Prozent haben Hilfen beantragt, warten aber noch auf Geld, und bei ebenfalls 4 Prozent wurden Zahlungen abgelehnt. 3 von 10 Startups (30 Prozent) haben keine Hilfen beantragt, weil sie die entsprechenden Voraussetzungen nicht erfüllen konnten. Und rund jedes Fünfte (22 Prozent) benötigte überhaupt keine Hilfe. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 200 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Nur 5 Prozent aller Startups sind mit den staatlichen Hilfsangeboten zufrieden, 26 Prozent eher zufrieden. Aber 31 Prozent sind eher unzufrieden, 21 Prozent sogar völlig unzufrieden. „Die zu Beginn der Pandemie befürchtete Pleitewelle bei Startups ist bislang ausgeblieben. Das spricht für den Reifegrad, den unser Startup-Ökosystem inzwischen erreicht hat. Viele Tech-Startups zeigten sich wirtschaftlich solide und stabil, auch in der Krise“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Was die Effekte der Corona-Pandemie und die Hilfsmaßnahmen der Politik angeht, so scheiden sich in der Startup-Szene die Geister. Selten sieht man auf der einen Seite so viel Licht und auf der anderen Seite so viel Schatten.“

9 von 10 Gründerinnen und Gründern (87 Prozent) kritisieren, dass sich die staatlichen Hilfsmaßnahmen zu stark an den Bedürfnissen von Konzernen und Mittelständlern orientiert hätten und zu wenig an jenen von Startups. Die Hälfte (54 Prozent) fühlt sich von der Politik im Stich gelassen. Rund zwei Drittel (62 Prozent) erwarten infolge der Pandemie eine Pleitewelle unter Startups in Deutschland, 16 Prozent glauben, dass aus diesem Grund dem eigenen Startup eine Insolvenz droht. Ein Grund dafür: Für 55 Prozent der Startups ist es in der Krise schwieriger geworden, neue Investoren zu gewinnen. Auf der anderen Seite sagen aber 40 Prozent, dass ihr Startup von der Krise profitiert hat. „Die Startup-Szene ist sehr heterogen. Die Krise hat Startups in der Gründungs- und in der Wachstumsphase sehr unterschiedlich getroffen“, so Berg. „Manche Geschäftsmodelle etwa im Bereich E-Commerce oder Health haben in Corona-Zeiten massive Nachfragesteigerungen erlebt, andere – etwa im Tourismus oder rund um Mobilitätsdienste – mussten ihr Geschäft fast auf Null runterfahren.“

Eine breite Mehrheit von 89 Prozent wünscht sich, dass Politik und Verwaltung viel stärker auf die Produkte und Dienstleistungen von Startups zurückgreifen, um die Corona-Krise zu bewältigen. Immerhin 42 Prozent geben an, dass sie mit ihren Angeboten den Kampf gegen das Corona-Virus unterstützt haben.

Quelle: Bitkom

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Mittelstand erholt sich weiter von der Corona-Krise, doch Klagen über Störungen der Lieferketten nehmen zu

Trotz der Kontaktbeschränkungen, die zur Eindämmung der dritten Corona-Welle nötig waren, hat sich der Mittelstand in den vergangenen Monaten von der Corona-Krise etwas erholt. Rund 2,4 Mio. mittelständische Unternehmen (64 %) hatten Mitte Mai noch mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen, wie eine repräsentative Befragung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 11.06.2021

  • Corona-Krise als existenzielle Bedrohung verliert an Schrecken
  • Finanzielle Lage der Mittelständler hat sich stabilisiert
  • Störungen der Lieferketten hemmen jedoch Erholung, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe

Trotz der Kontaktbeschränkungen, die zur Eindämmung der dritten Corona-Welle nötig waren, hat sich der Mittelstand in den vergangenen Monaten von der Corona-Krise etwas erholt. Rund 2,4 Mio. mittelständische Unternehmen (64 %) hatten Mitte Mai noch mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen, wie eine repräsentative Befragung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels zeigt. Die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen trafen damit etwa 150.000 Unternehmen weniger als bei der letzten Befragung im Januar. Zu diesem Zeitpunkt waren 68 % der kleinen und mittleren Unternehmen von der Corona-Krise betroffen.

Der Rückgang der Betroffenheit erstreckt sich über nahezu alle erfragten Aspekte, wie z. B. Umsatzrückgänge oder Störungen im Geschäftsbetrieb aufgrund des Ausfalls von Mitarbeitern. Deutlich verbessert hat sich insbesondere die Liquiditätslage der Unternehmen. Inzwischen sagt nahezu die Hälfte der Unternehmen (46 %), sie seien ungeachtet der Krise ausreichend mit Liquidität versorgt. Zu Beginn des Jahres waren es nur 32 %. Demgegenüber sank der Anteil der Unternehmen, deren liquide Mittel nur noch höchstens zwei Monate ausreichen, auf 22 % (33 % im Januar). Eine existenzielle Bedrohung ist die Corona-Krise noch für jedes fünfte mittelständische Unternehmen, im Januar traf dies noch auf jedes vierte Unternehmen zu.

Als zunehmende Belastung für den Erholungskurs erweisen sich jedoch Störungen in den Lieferketten. Hierüber klagen 17 % der mittelständischen Unternehmen, dies sind 2 Prozentpunkte mehr als zu Beginn des Jahres. Gegenüber der Befragung im September 2020 (9 %) hat sich der Anteil der Unternehmen, die von Störungen der Lieferketten berichten, sogar nahezu verdoppelt. Betroffen sind vor allem mittelständische Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe. Fast jedes zweite Unternehmen in dieser Branche hat mit Produktionsproblemen aufgrund von Störungen in den Lieferketten zu kämpfen – ein Anstieg um 17 Prozentpunkte im Vergleich zum Januar. Dementsprechend hoch ist im Verarbeitenden Gewerbe auch weiterhin die Corona-Betroffenheit (75 %).

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, sagt: „Die Störungen in den Lieferketten spiegeln neben den Einschränkungen im grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr auch schärfere Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen in einer Vielzahl anderer Länder wider. Insbesondere Teile Asiens – wichtige Partner in den globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten – sind in den vergangenen Wochen von einer neuen heftigen Corona-Welle überrollt worden. Viele Mittelständler sind Teil des globalen Warenaustauschs und deshalb von Produktionsunterbrechungen im Ausland betroffen.“

Quelle: KfW

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Firmen erwarten einen höheren bürokratischen Aufwand durch das Lieferkettengesetz

Die deutschen Unternehmen erwarten mehr Bürokratie durch das Lieferkettengesetz. Das geht aus der Mai-Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 11.06.2021

Die deutschen Unternehmen erwarten mehr Bürokratie durch das Lieferkettengesetz. Das geht aus der Mai-Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. „Vor allem in der Industrie geben 43 Prozent der teilnehmenden Unternehmen an, negative Auswirkungen durch Erhöhung der Bürokratie oder des Dokumentationsaufwandes zu erwarten, gefolgt vom Großhandel“, sagt Lisandra Flach, Leiterin des ifo Zentrums für Außenwirtschaft.

„Viele Unternehmen fühlen sich auch indirekt vom Gesetz betroffen, beispielsweise durch Preiserhöhungen oder durch ihre Rolle als Zulieferer für Großunternehmen“, sagt Flach. Martin Braml, Mitverfasser der Analyse sagt, viele Unternehmen befürchteten auch juristische Risiken in Haftungsfragen und zweifeln an der praktischen Durchsetzbarkeit, Produktionsstandards bei ihren Zulieferern effektiv zu kontrollieren.

Den geringsten Effekt erwarten Dienstleister, vermutlich aufgrund geringerer internationaler Verflechtungen innerhalb ihrer Wertschöpfungsketten. Das ifo Institut fragte im Mai 7.000 Unternehmen, wie groß sie die Auswirkungen des nationalen Lieferkettengesetzes auf ihr Unternehmen einschätzen. Der Bundestag berät am 11.06.2021 über das Gesetz.

Quelle: ifo Institut

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Startschuss für den „Sommer der Berufsausbildung“

Die duale Berufsausbildung ist attraktiv und chancenreich, und es ist noch nicht zu spät, für das Ausbildungsjahr 2021/2022 einen Vertrag abzuschließen: Diese Botschaft steht im Mittelpunkt des „Sommers der Berufsausbildung“. Die Initiative soll dazu beitragen, dass junge Menschen und Betriebe trotz der besonderen Herausforderungen in der Corona-Pandemie zusammenfinden.

DIHK, Mitteilung vom 10.06.2021

Im Juni ist der „Sommer der Berufsausbildung“ gestartet. Mit dieser gemeinsamen Aktion werben die Partner der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ im zweiten Jahr der Corona-Pandemie gezielt für die attraktive und chancenreiche duale Berufsausbildung. Bis Oktober sollen möglichst viele Jugendliche und Betriebe motiviert werden, noch in diesem Jahr eine Ausbildungsstelle anzutreten beziehungsweise anzubieten. Denn: Das Erlernen eines Berufes in Theorie und Praxis ist ein Erfolgsmodell mit Zukunft, und die Corona-Krise darf nicht zur Ausbildungs- oder Fachkräfte-Krise werden.

Win-win für Jugendliche und Betriebe

Eine duale Ausbildung bietet nicht nur jungen Menschen vielerlei Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, sie hilft auch den Betrieben bei einer verlässlichen Nachwuchs- und Fachkräftesicherung. In der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage nannten 43 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko – mehr als in der Vorumfrage (38 Prozent). Und klar ist: Jugendliche, die wir heute nicht ausbilden, fehlen in drei Jahren als Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt.

Ausbildung trotz(t) Corona

Ziel des Sommers der Berufsausbildung ist es daher, dass junge Menschen und Betriebe trotz der besonderen Herausforderungen dieses Jahres zusammenfinden. Denn Unternehmen suchen auch in der Corona-Pandemie Auszubildende und bilden künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in interessanten Berufen mit hervorragenden Fortbildungs- und Karrieremöglichkeiten aus.

Ein weiterer Pluspunkt der dualen Ausbildung ist die persönliche Betreuung – gerade nach den Kontakteinschränkungen der Pandemie eine attraktive Perspektive und Hilfestellung für Jugendliche. Es gilt, jungen Menschen Lust auf Ausbildung zu machen, ihnen ihre Zukunftsängste zu nehmen und sie dabei zu unterstützen, eine für sie passende Ausbildung zu finden.

AusbildungSTARTEN

Jugendliche, Eltern von Schulabgängern und noch unentschlossene Betriebe soll die gemeinsame Initiative der Allianz für Aus- und Weiterbildung auf freie Lehrstellen und die guten Ausbildungschancen aufmerksam machen. Wichtige Botschaft: Es ist noch nicht zu spät, einen Vertrag für das Ausbildungsjahr 2021/2022 abzuschließen.

Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen von Ministerien, Kammern, Arbeitgebern und Gewerkschaften zeigen unter dem gemeinsamen Hashtag #AusbildungSTARTEN den Weg dorthin – den gesamten „Sommer der Berufsausbildung“ lang. Im Mittelpunkt der DIHK-Aktivitäten steht die Ausbildungskampagne „Nutze dein Talent“, die einen wesentlichen Beitrag zur Initiative darstellt.

Bundesweite Aktionstage und regionale Angebote

Flankiert wird die Initiative mit verschiedenen Aktionstagen auf Bundesebene und einer breiten Auswahl an Veranstaltungen auf Landes- und regionaler Ebene. Der DIHK informiert im Rahmen zweier Aktionstage zu den Themen „Hoch hinaus mit Ausbildung“ und „MINT – Ausbildung mit Zukunft“ über Karrierechancen der dualen Ausbildung sowie MINT-Berufe.

Die Industrie- und Handelskammern unterstützen den „Sommer der Berufsausbildung“ mit einer Vielzahl an Veranstaltungen und Aktionen vor Ort: So erzählen beispielsweise jugendliche Ausbildungsbotschafter Gleichaltrigen, wie „ihr“ Ausbildungsberuf in der Praxis aussieht, Eltern können Fragen bei Elterncafés mit den IHKs klären, und Betriebe finden passende Azubis beim Betriebs-Speed-Dating.

Alle Informationen zur Allianz für Aus- und Weiterbildung und die Veranstaltungen zum „Sommer der Berufsausbildung“ finden Sie unter www.aus-und-weiterbildungsallianz.de.

Quelle: DIHK

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1. Quartal 2021: 19,7 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im 1. Quartal 2020

Im 1. Quartal 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 3 762 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 19,7 % weniger als im 1. Quartal 2020. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelte sich somit noch nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10. Juni 2021

Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren laut vorläufigen Angaben im Mai 2021 um 7 % niedriger als im Vormonat

Im 1. Quartal 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 3 762 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 19,7 % weniger als im 1. Quartal 2020. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelte sich somit noch nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider.

Ein Grund für die niedrige Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen ist die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis Ende 2020. Das Wiedereinsetzen der Antragspflicht zeigt sich noch nicht in den Ergebnissen für das 1. Quartal 2021. Ausgesetzt war die Insolvenzantragspflicht im 1. Quartal 2021 weiterhin für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht. Für diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich eingesetzt.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im 1. Quartal 2021 im Baugewerbe mit 608 Fällen (1. Quartal 2020: 761, -20,1 %). Im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) waren es 556 Verfahren (1. Quartal 2020: 788, -29,4 %). Im stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Gastgewerbe wurden im 1. Quartal 415 Insolvenzen gemeldet (1. Quartal 2020: 514, -19,3 %).

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmens-insolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für das 1. Quartal 2021 auf rund 17,1 Milliarden Euro. Im 1. Quartal 2020 hatten sie bei rund 7,3 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im 1. Quartal 2021 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragten als im Vorjahresquartal.

7 % weniger Insolvenzbekanntmachungen im Mai 2021 gegenüber April 2021

Hinweise auf die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen gibt die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren. Im Jahr 2020 war diese von Monat zu Monat gesunken, bis sich zum Jahresende im November (+5 %) und Dezember (+18 %) eine Trendumkehr abzeichnete. Im 1. Quartal 2021 setzte sich der Anstieg mit Ausnahme des Januars (-5 %) fort. Im Februar 2021 (+30 %) und März (+37 %) stieg die Zahl jeweils deutlich gegenüber dem jeweiligen Vormonat. Ab April waren die Zahlen rückläufig: So sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren im April im Vergleich zum März um 17 %, sie lag allerdings weiterhin über dem Niveau des Vorjahresmonats (+10 % gegenüber April 2020). Im Mai 2021 sank die Zahl eröffneter Regelinsolvenzverfahren weiter, wenn auch nicht mehr ganz so stark: So wurden im Mai 7 % weniger Verfahren eröffnet als im April. Die Zahl lag 5 % höher als im Mai 2020.

50,3 % mehr Verbraucherinsolvenzen im 1. Quartal 2021 als im 1. Quartal 2020

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im 1. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als die Hälfte gestiegen. 22 686 Verbraucherinnen und Verbraucher stellten einen Insolvenzantrag, das waren 7 591 oder 50,3 % mehr als im 1. Quartal 2020: 15 095. Der starke Anstieg steht im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre. Die Neuregelung gilt bereits für ab dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren. Sie ermöglicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Daher ist davon auszugehen, dass viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zunächst zurückhielten, um von der Neuregelung zu profitieren.

Hinweise zu Regelinsolvenzverfahren

Vom 1. März bis zum 30. September 2020 waren Unternehmen, deren Insolvenzreife (Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung) auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhte und die Aussichten darauf hatten, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen, von der Insolvenzantragspflicht befreit. Auch bei Insolvenzanträgen von Gläubigerseite wurde vorausgesetzt, dass der Eröffnungsgrund bereits am 1. März 2020 und damit vor der Corona-Pandemie vorlag. Seit dem 1. Oktober 2020 ist ein Insolvenzantrag bei Zahlungsunfähigkeit wieder verpflichtend, bei Überschuldung galt die Befreiung weiterhin bis Jahresende 2020. Für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht, war die Insolvenzantragspflicht bis Ende April 2021 weiterhin ausgesetzt. Die Auswirkungen dieser Änderungen werden sich in den kommenden Berichtsmonaten in der Statistik zeigen.

Von den Insolvenzverfahren in Deutschland sind 30 % Regelinsolvenzverfahren, zu denen in erster Linie alle Verfahren von Unternehmen zählen (rund 55 % aller Regelinsolvenzverfahren). Enthalten sind weiterhin Personen, die wirtschaftlich tätig sind. Dazu gehören unter anderem die persönlich haftenden Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft (oHG), Mehrheitsgesellschafter einer Kapitalgesellschaft sowie ehemals selbstständig Tätige, deren Vermögensverhältnisse als nicht überschaubar eingestuft werden.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Exporte im April 2021: +0,3 % zum März 2021

Im April 2021 sind die Exporte in Deutschland gegenüber März 2021 kalender- und saisonbereinigt um 0,3 % gestiegen, die Importe sanken um 1,7 %. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, lagen die Exporte kalender- und saisonbereinigt 0,5 % unter und die Importe 5,5 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.06.2021

Exporte liegen 0,5 % unter dem Vorkrisenniveau von Februar 2020

Exporte, April 2021

  • 111,8 Milliarden Euro
  • +0,3 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +47,7 % zum Vorjahresmonat

Importe, April 2021

  • 96,3 Milliarden Euro
  • -1,7 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • +33,2 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz, April 2021

  • 15,5 Milliarden Euro
  • 15,9 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, April 2021

  • 21,3 Milliarden Euro

Im April 2021 sind die Exporte in Deutschland gegenüber März 2021 kalender- und saisonbereinigt um 0,3 % gestiegen, die Importe sanken um 1,7 %. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, lagen die Exporte kalender- und saisonbereinigt 0,5 % unter und die Importe 5,5 % über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Im April 2021 wurden von Deutschland Waren im Wert von 111,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 96,3 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2020 stiegen die Exporte im April 2021 um 47,7 % und die Importe um 33,2 %. Dieser Anstieg begründet sich auch durch das sehr niedrige Außenhandelsniveau des Vergleichsmonats (Basiseffekt).

Die Außenhandelsbilanz schloss im April 2021 mit einem Überschuss von 15,5 Milliarden Euro ab. Im April 2020 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz 3,4 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im April 2021 bei 15,9 Milliarden Euro.

Die deutsche Leistungsbilanz schloss unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel (+16,7 Milliarden Euro), Dienstleistungen (+2,1 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+6,5 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-3,9 Milliarden Euro) im April 2021 mit einem Überschuss von 21,3 Milliarden Euro ab. Im April 2020 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 10,0 Milliarden Euro ausgewiesen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im April 2021 Waren im Wert von 60,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 50,8 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber April 2020 stiegen die Exporte in die EU-Staaten um 58,6 % und die Importe aus diesen Staaten um 44,8 %. In die Staaten der Eurozone wurden im April 2021 Waren im Wert von 42,2 Milliarden Euro (+59,8 %) exportiert und Waren im Wert von 34,6 Milliarden Euro (+40,5 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im April 2021 Waren im Wert von 18,5 Milliarden Euro (+55,9 %) exportiert und Waren im Wert von 16,2 Milliarden Euro (+55,1 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im April 2021 Waren im Wert von 51,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 45,5 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber April 2020 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 36,5 % und die Importe von dort um 22,3 % zu.

Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich

Die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen im April 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 64,1 % auf 5,3 Milliarden Euro. Im Zeitraum Januar bis April 2021 sind aufgrund der Rückgänge in den Vormonaten die Exporte um 5,8 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gesunken. Die deutschen Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im April 2021 gegenüber April 2020 um 0,6 % auf 3,1 Milliarden Euro ab.

Am 1. Januar 2021 trat der zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ausgehandelte Partnerschaftsvertrag vorläufig in Kraft. Mit dem Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion ist der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU endgültig vollzogen. Weitere Informationen zum Brexit sowie eine Auswahl statistischer Indikatoren, bei denen von einem Einfluss des Brexits auszugehen ist, bietet der „Brexit-Monitor“ des Statistischen Bundesamtes.

Außenhandel mit weiteren ausgewählten Staaten

Im April 2021 stiegen die Exporte in die Volksrepublik China gegenüber April 2020 um 16,0 % auf 8,4 Milliarden Euro. Die Exporte in die Vereinigten Staaten nahmen um 59,9 % auf 10,1 Milliarden Euro zu.

Die meisten Importe kamen im April 2021 aus der Volksrepublik China nach Deutschland. Von dort wurden Waren im Wert von 10,7 Milliarden Euro eingeführt (+13,3 % zum Vorjahresmonat). Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen im April 2021 um 2,2 % auf einen Wert von 6,2 Milliarden Euro.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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