Lagebeurteilung stark verbessert, Erwartungen niedriger

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom Juni 2021 um 4,6 Punkte und liegen damit bei 79,8 Punkten. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verbessert sich hingegen sehr stark und liegt im Juni um 31,0 Punkte über dem Wert des Vormonats. Der Lageindikator beträgt im Juni nun minus 9,1 Punkte.

ZEW, Pressemitteilung vom 08.06.2021

Der ZEW-Indikator liegt bei 79,8 Punkten

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom Juni 2021 um 4,6 Punkte und liegen damit bei 79,8 Punkten. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verbessert sich hingegen sehr stark und liegt im Juni um 31,0 Punkte über dem Wert des Vormonats. Der Lageindikator beträgt im Juni nun minus 9,1 Punkte. Die wirtschaftliche Situation in Deutschland wird inzwischen beurteilt wie vor der Corona-Pandemie im August 2019. Aufgrund der sehr hohen Konjunkturerwartungen ist der Ausblick jetzt wesentlich besser als im Sommer 2019.

„Die wirtschaftliche Erholung schreitet voran. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sinken zwar im Juni, befinden sich aber auf einem sehr hohen Niveau. Der Rückgang der Erwartungen dürfte größtenteils auf die erheblich bessere Beurteilung der Wirtschaftslage zurückzuführen sein, die inzwischen auf Vorkrisenniveau gestiegen ist. Die Finanzmarktexpertinnen und –experten gehen für das nächste halbe Jahr daher weiterhin von einer kräftigen Konjunkturerholung aus“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D., die aktuellen Erwartungen.

Auch die Erwartungen der Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone gehen im Juni zurück. Sie liegen jetzt bei 81,3 Punkten. Dies entspricht einem Rückgang um 2,7 Punkte gegenüber dem Vormonat. Der neue Wert des Lageindikators beträgt minus 24,4 Punkte. Der Lageindikator ist damit um 27,0 Punkte gegenüber Mai 2021 angestiegen.

Die Inflationserwartungen für das Eurogebiet steigen um 2,0 Punkte auf einen neuen Wert von 79,6 Punkten. Fast 84 Prozent der Expertinnen und Experten rechnen auf Sicht der nächsten sechs Monate mit einem weiteren Anstieg der Inflation im Eurogebiet.

Quelle: ZEW

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Deutsche Industrie will Produktion etwas weniger stark steigern

Die Produktionserwartungen der deutschen Industrie haben sich auf hohem Niveau etwas verschlechtert. Der Indikator sank im Mai auf 27 Punkte, nach 32 im April. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 08.06.2021

Die Produktionserwartungen der deutschen Industrie haben sich auf hohem Niveau etwas verschlechtert. Der Indikator sank im Mai auf 27 Punkte, nach 32 im April. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. „Das Bild der Produktionserwartungen in den einzelnen Branchen ist dabei sehr differenziert“, sagt ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Die Autoindustrie und ihre Zulieferer fahren ihre Erwartungen deutlich zurück, rechnen aber weiter mit Produktionssteigerungen“, ergänzt Wohlrabe. Die Bekleidungshersteller dagegen berichten erstmals nach neun Monaten, ihre Produktion ausweiten zu wollen.

In der Autobranche fiel der Indikator im Mai auf 10 Punkte, nach 42 im April. Dies ist auch auf die Probleme bei der Beschaffung von Chips zurückzuführen. In der Chemieindustrie sank der Wert auf 21 Punkte, nach 27 im April. In der Elektroindustrie sind trotz eines leichten Rückgangs von 42 auf 40 Punkte sind weiterhin deutliche Produktionssteigerungen angekündigt.

In der Bekleidungsindustrie stieg der Umfragewert auf plus 20 Punkte im Mai, nach minus 15 im April. Die Möbelhersteller rechnen mit einem weiteren Nachholbedarf; der Umfragewert stieg von 21 auf 36 Punkte im Mai. Der stark gestiegene Holzpreis scheint im Moment noch keine Auswirkungen zu haben. Die sehr gute Auftragslage im Maschinenbau wird sich auch in den Produktionszahlen widerspiegeln. Der Umfragewert stieg auf 43 Punkte, nach 40 im April.

Zahlen über null drücken ein Wachstum aus, unter null ein Schrumpfen der Produktion.

Das Statistische Bundesamt wird seine Zahlen zur Industrieproduktion im abgelaufenen April am 08.06.2021 veröffentlichen.

Quelle: ifo Institut

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im April 2021

Wie das BMWi mitteilt, kam es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im April gegenüber dem Vormonat zu einem Rückgang der Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,0 %. Der Ausstoß der Industrie sank dabei um 0,7 %, das Baugewerbe verzeichnete ein deutliches Minus von 4,3 %.

BMWi, Pressemitteilung vom 08.06.2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kam es im April gegenüber dem Vormonat zu einem Rückgang der Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,0 %. Der Ausstoß der Industrie sank dabei um 0,7 %, das Baugewerbe verzeichnete ein deutliches Minus von 4,3 %.

Im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar erhöhte sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe leicht um 0,6 %. Während der Ausstoß in der Industrie geringfügig abnahm (0,5 %), führten beim Baugewerbe der schwache Januar und der starke März im Zweimonatsvergleich zu einer kräftigen Ausweitung (+6,6 %). Innerhalb der Industrie verzeichnete der gewichtige Bereich Kfz/Kfz-Teile im Zweimonatsvergleich einen deutlichen Rückgang um 5,6 %. Der vergleichbar gewichtige Maschinenbau lag dagegen nur leicht unter dem Vorniveau (-0,3 %).

Nach dem Anstieg im März kam es somit im April zu einem leichten Dämpfer, der durch eine Knappheit bei Vorprodukten (vor allem Halbleiter und Bauholz) verursacht wurde. Die positive Entwicklung des ifo Geschäftsklimaindexes und die nach wie vor auf hohem Niveau stabilen Auftragseingänge sorgen dennoch für einen positiven Ausblick für die Industrie in den kommenden Monaten.

Quelle: BMWi

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Kleine und mittlere Unternehmen startklar für die Erholung

Die dritte Corona-Welle ist gebrochen, der Anteil der Geimpften in der Bevölkerung steigt, in immer mehr Regionen bestehen konkrete Aussichten auf anhaltende Lockerungen des öffentlichen Lebens. Angesichts dieser guten Nachrichten hellt sich die Stimmung in den mittelständischen Unternehmen lt. KfW rasant auf.

KfW, Pressemitteilung vom 07.06.2021

  • Stimmung im Mittelstand hellt sich im Mai dank viel besserer Erwartungen deutlich auf
  • Großunternehmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage erheblich günstiger
  • Erstmals seit zwei Jahren Beschäftigungspläne beider Unternehmensgrößenklassen expansiv

Die dritte Corona-Welle ist gebrochen, der Anteil der Geimpften in der Bevölkerung steigt, in immer mehr Regionen bestehen konkrete Aussichten auf anhaltende Lockerungen des öffentlichen Lebens. Angesichts dieser guten Nachrichten hellt sich die Stimmung in den mittelständischen Unternehmen rasant auf: Ihr Geschäftsklima steigt um 6,3 Zähler auf 5,7 Saldenpunkte und ist damit erstmals seit Pandemiebeginn wieder positiv. Getragen wird der jüngste Anstieg vor allem von einem viel optimistischeren Blick auf die kommenden sechs Monate: Die Mittelständler korrigieren ihre Geschäftserwartungen um außerordentliche 8,8 Zähler nach oben auf 11,3 Saldenpunkte – und damit den höchsten Stand seit vier Jahren. Die Geschäftslageurteile steigen gleichzeitig um 3,8 Zähler auf -0,3 Saldenpunkte.

In den Großunternehmen zieht die Stimmung im Mai ebenfalls weiter an, allerdings wie schon im April allein getrieben von nochmals deutlich besseren Urteilen zur aktuellen Geschäftslage (+5,3 Zähler auf 10,5 Saldenpunkte). Demgegenüber geben die Geschäftserwartungen geringfügig um 1,0 Zähler nach, halten sich aber mit 12,4 Saldenpunkten weiter auf einem hohen Niveau. Hinter dieser Konsolidierung der Erwartungen dürften die aktuellen Engpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern und Rohstoffen stehen, weswegen die Produktion der Unternehmen mit der wachsenden Nachfrage vorerst nur unvollständig Schritt halten kann. Unter dem Strich steht für die Großunternehmen ein Plus von 2,1 Zählern beim Geschäftsklima auf jetzt 11,7 Saldenpunkte. Damit ist es weiterhin klar höher als im Mittelstand, der Vorsprung hat sich gegenüber April jedoch fast halbiert.

Auch zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen haben sich die Geschäftsklimaunterschiede im Mai tendenziell angenähert, wobei das Stimmungsniveau in fast allen Branchen und Unternehmensgrößenklassen steigt. Neben dem Großhandel melden insbesondere pandemiebedingt bislang stark eingeschränkte Segmente der Wirtschaft wie der mittelständische Einzelhandel und die Dienstleistungen deutliche Verbesserungen. Die weiteren Aussichten für Binnenbranchen wie den Einzelhandel sind gut, denn auch am Arbeitsmarkt deutet sich nun eine Besserung an. So steigen die Beschäftigungserwartungen der Mittelständler im Mai um 5,3 Zähler auf 8,6 Saldenpunkte und diejenigen der Großunternehmen um 3,6 Zähler auf 3,2 Saldenpunkte. Erstmals seit zwei Jahren sind die Beschäftigungspläne damit in beiden Unternehmensgrößenklassen gleichzeitig wieder positiv. Ein großer Beitrag hierzu kommt von den besonders auf Sozialkontakte angewiesenen Dienstleistungen, die mit der Lockerung der coronabedingten Einschränkungen ihren Personalbestand wieder hochfahren dürften.

„Die Konjunkturampel springt auf Grün, die Unternehmen blicken zuversichtlich nach vorn und sind startklar für die Erholung“, kommentiert Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, die Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers im Mai. „Parallel zur steigenden Stimmung in der Wirtschaft schalten die betrieblichen Beschäftigungspläne auf Expansion. Das macht viel Hoffnung!“ Bei aller Zuversicht sei aber nach wie vor Vorsicht nötig: „Mit zu raschen Lockerungen könnte Deutschland riskieren, die jüngsten Erfolge bei der Eindämmung der Pandemie wieder zu verspielen. Bei behutsamer Öffnung bin ich zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf dank Nachholeffekten bei den Dienstleistungen und einer zunehmenden Entspannung bei den Vorleistungsengpässen im Verarbeitenden Gewerbe einen kräftigen Wachstumsschub erhält. 2021 dürfte das Bruttoinlandsprodukt trotz des misslungenen Jahresstarts um 3,5 % wachsen, 2022 dann sogar um 4,0 %.“

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Immer mehr Unternehmen planen Preiserhöhungen

Immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen ihre Preise erhöhen. Das geht aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts vom Mai hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.06.2021

Immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen ihre Preise erhöhen. Das geht aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts vom Mai hervor. Insbesondere im Großhandel stieg die Zahl auf 65 Punkte, von 54 im April. „Viele Unternehmen geben Preiserhöhungen auf der Beschaffungsseite weiter“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Zudem gibt es teilweise Nachholeffekte aufgrund früherer Preissenkungen während der Corona-Krise“, ergänzt er.

In der Industrie stieg der Wert auf 37 von 32 Punkten, auf dem Bau auf 32 von 12. Auch im Einzelhandel und den Dienstleistern sind Höchstwerte nicht mehr weit entfernt. Im Einzelhandel stieg der Wert auf 36 von 24, bei den Dienstleistern auf 20 von 14. Es gibt nur wenige Branchen, wo keine Preiserhöhungen vorgesehen sind. „Die starken Preissteigerungen bei vielen Rohstoffen ziehen sich letztendlich quer durch die gesamte Wirtschaft“, sagt Wohlrabe.

Die Punkte sind Saldenpunkte, das heißt die Prozentzahl von Unternehmen, die ihre Preise erhöhen wollen, abzüglich jener, die ihre Preise senken wollen.

Quelle: ifo Institut

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im April 2021

Wie das BMWi mitteilt, sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im April gegenüber dem Vormonat um 0,2 % gefallen.

BMWi, Pressemitteilung vom 07.06.2021

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im April gegenüber dem Vormonat um 0,2 % gefallen. Die Nachfrage nach Investitionsgütern nahm um 0,2 % zu, die nach Vorleistungsgütern hingegen um 1,0 % ab. Für Konsumgüter war ein Zuwachs um 1,4 % zu verzeichnen. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen erhöhten sich die Bestellungen um 1,5 %.

Im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar kam es zu einem Auftragsplus in Höhe von 4,6 %. Bereinigt um Großaufträge ergab sich ein etwas geringerer Zuwachs (+4,2 %).

Die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe stabilisieren sich somit auf hohem Niveau. Sie liegen den siebten Monat in Folge über dem Niveau vom Februar 2020, dem letzten Monat vor Ausbruch der Pandemie. Die jüngste Seitwärtsbewegung ist das Resultat einer gesunkenen Inlandsnachfrage (-4,3 %) bei gleichzeitig steigenden Aufträgen aus dem Ausland (+2,7 %). Ein differenziertes Bild ergibt sich ebenfalls in den einzelnen Wirtschaftszweigen: Während die Auftragseingänge im Chemie- und Pharmabereich sanken (-2,1 % bzw. -7,2 %), stiegen sie im gewichtigen Kfz-Bereich um 3,4 %.

Quelle: BMWi

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Großhandelsumsatz im 1. Quartal 2021 real um 1,2 % niedriger als im Vorjahresquartal

Die Großhandelsunternehmen in Deutschland haben im 1. Quartal 2021 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) 1,2 % weniger und nominal (nicht preisbereinigt) 0,4 % mehr Umsatz erwirtschaftet als im 1. Quartal 2020.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 02.06.2021

Die Großhandelsunternehmen in Deutschland haben im 1. Quartal 2021 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) 1,2 % weniger und nominal (nicht preisbereinigt) 0,4 % mehr Umsatz erwirtschaftet als im 1. Quartal 2020. Gegenüber dem 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, fiel der Umsatz im 1. Quartal 2021 real um 3,0 % und nominal um 1,2 % niedriger aus.

Im Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren und Maschinen (Produktionsverbindungshandel) war der Umsatz im 1. Quartal 2021 real 3,1 % niedriger und nominal 0,8 % höher als im Vorjahresquartal. Der Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik verzeichnete im 1. Quartal 2021 ein Umsatzplus von real 8,5 % und nominal 4,3 %. Der Großhandel mit Konsumgütern (Konsumtionsverbindungshandel) setzte real 0,9 % und nominal 1,8 % mehr um als im 1. Quartal 2020.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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EU-Wettbewerbsaufsicht genehmigt mit 10 Milliarden Euro ausgestattete deutsche Regelung zur Entschädigung von Unternehmen in der Pandemie

Die EU-Kommission hat am 31.05.2021 festgestellt, dass eine 10 Mrd. Euro schwere Regelung Deutschlands zur Entschädigung von Unternehmen für Einbußen, die diese infolge der COVID-19-Pandemie erlitten haben, mit dem EU-Beihilferecht im Einklang steht.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 31.05.2021

Die Europäische Kommission hat am 31.05.2021 festgestellt, dass eine 10 Mrd. Euro schwere Regelung Deutschlands zur Entschädigung von Unternehmen für Einbußen, die diese infolge der COVID-19-Pandemie erlitten haben, mit dem EU-Beihilferecht im Einklang steht. Damit können Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen für bestimmte Einbußen entschädigt werden, die ihnen durch die vollständige Einstellung ihrer Geschäftstätigkeit aufgrund des Ausbruchs von COVID-19 und der von der deutschen Regierung verhängten restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie entstanden sind.

Die Länge des Entschädigungszeitraums ist von den zwischen dem 16. März 2020 und dem 31. Dezember 2021 geltenden Beschränkungen abhängig. Die Entschädigung in Form direkter Zuschüsse kann bis zu 100 Prozent der dem Empfänger während des relevanten Zeitraums tatsächlich entstandenen Einbußen abdecken und darf erst gewährt werden, nachdem der Schaden entstanden ist.

Die Kommission hat die Maßnahme auf der Grundlage des Artikels 107 Absatz 2 Buchstabe b des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) geprüft. Danach kann die Kommission Beihilfen der Mitgliedstaaten für bestimmte Unternehmen oder Wirtschaftszweige genehmigen, denen aufgrund außergewöhnlicher Ereignisse Schäden entstanden sind.

Die COVID-19-Pandemie stellt nach Auffassung der Kommission ein solches außergewöhnliches Ereignis dar, da diese beispiellose Situation nicht vorhersehbar war und sich erheblich auf die Wirtschaft auswirkt. Folglich sind Sondermaßnahmen der Mitgliedstaaten zum Ausgleich von direkt auf die Pandemie zurückzuführenden Schäden gerechtfertigt.

Die Kommission hat festgestellt, dass im Rahmen der deutschen Beihilferegelung eine Entschädigung für unmittelbar auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführende Schäden bereitgestellt wird. Sie erachtet die Maßnahme als angemessen, da die geplante Entschädigung nicht über die zur Deckung der Einbußen erforderliche Höhe hinausgeht.

Daher ist die Kommission zu dem Ergebnis gekommen, dass die Regelung mit den EU-Beihilfevorschriften im Einklang steht.

Quelle: EU-Kommission

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Anstieg von EU-Fördermitteln geht einher mit mehr Nachtlicht

Die Vergabe von EU-Fördermitteln geht mit einem Anstieg von Nachtlicht in den empfangenden Gemeinden einher. „Das könnte ein Hinweis auf eine höhere Wirtschaftsleistung in diesen Gebieten sein und damit auf die Wirksamkeit der EU-Förderung“, sagt ifo-Forscher Mathias Dolls.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 31.05.2021

Die Vergabe von EU-Fördermitteln geht mit einem Anstieg von Nachtlicht in den empfangenden Gemeinden einher. „Das könnte ein Hinweis auf eine höhere Wirtschaftsleistung in diesen Gebieten sein und damit auf die Wirksamkeit der EU-Förderung“, sagt ifo-Forscher Mathias Dolls. Allerdings beweist diese Forschung bislang keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Förderung und Wirtschaftswachstum, sondern bislang nur einen gewissen Gleichlauf. Das geht hervor aus einem Aufsatz für den ifo Schnelldienst.

In dem Beitrag wurde erstmals eine Förderdatenbank auf Ebene einzelner Projekte mit Satellitendaten zusammengeführt, um die kleinräumigen Effekte der EU-Regionalförderung auf Gemeindeebene zu messen.

Die Wissenschaftler beobachteten, dass ein Anstieg der Fördermittel um ein Prozent in der EU-Förderperiode 2007 bis 2013 mit 0,007 Prozent mehr Nachtlicht in den empfangenden Gemeinden einherging. Die Forscher glauben, dass dies eine verbesserte Wirtschaftsleistung um 0,0014 Prozent anzeigen könnte.

Auch für die EU-Förderperiode 2014-2020 zeigt sich der Gleichlauf. Erhielten die Regionen ein Prozent mehr EU-Fördermittel, konnte dort 0,01 Prozent mehr nächtliches Lichtgemessen werden. Dies könnte ein Hinweis auf eine um etwa 0,001 Prozent gesteigerte Wirtschaftsleistung sein.

Untersucht wurden Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Süd-Sachsen und Ost-Bayern sowie die Grenzgebiete in Polen und Tschechien.

Quelle: ifo Institut

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Jedes vierte Ausbildungsunternehmen stellt im Corona-Jahr 2020 weniger Azubis ein

Die Corona-Krise hat der Ausbildungsaktivität des Mittelstands und damit den beruflichen Einstiegsmöglichkeiten junger Menschen in Deutschland einen kräftigen Dämpfer verpasst. Das berichtet die KfW.

KfW, Pressemitteilung vom 25.05.2021

  • Je größer die Krisenbetroffenheit, desto weniger Ausbildungsaktivität
  • Erholung des Ausbildungsmarkts 2021 nicht absehbar
  • Schnelles Nachholen für Bildungschancen junger Menschen und für Unternehmen wichtig

Die Corona-Krise hat der Ausbildungsaktivität des Mittelstands und damit den beruflichen Einstiegsmöglichkeiten junger Menschen in Deutschland einen kräftigen Dämpfer verpasst. Einer Sondererhebung im repräsentativen KfW-Mittelstandspanel zufolge hat im vergangenen Jahr jedes vierte (26%) ausbildende mittelständische Unternehmen aufgrund der Krise weniger neue Lehrlinge eingestellt als ursprünglich geplant. Bei 71% hatte die Krise keine Auswirkungen auf die Anzahl neuer Azubis, nur 3% haben ihre Ausbildungsaktivität ausgeweitet.

Die Ausbildungsaktivität der Unternehmen hängt davon ab, wie sehr sie die Folgen der Corona-Krise spüren. Zum Zeitpunkt der Befragung Ende Januar 2021 waren zwei Drittel (67%) der ausbildenden Firmen unmittelbar von der Krise betroffen, z. B. durch Umsatzeinbußen oder Liquiditätsengpässe. Von diesen Unternehmen haben 32% im Jahr 2020 weniger Azubis eingestellt als zuvor geplant. Die Ausbildungsunternehmen, die sich sogar in ihrer Existenz bedroht fühlen (21%), haben die Zahl neuer Lehrlinge noch häufiger wegen der Krise verringert: Jedes zweite von ihnen (51%) hat die Ausbildungsaktivitäten eingeschränkt. Doch auch viele nicht direkt von der Krise betroffene Ausbildungsunternehmen haben weniger Azubis eingestellt: Mit 15% ist der Anteil hier zwar deutlich kleiner – aber ebenfalls signifikant.

Die reduzierte Ausbildungsaktivität im Mittelstand ist der wesentliche Treiber der kürzlich vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Zahlen für Deutschland insgesamt. Kleine und mittlere Unternehmen stemmen nämlich traditionell den Großteil der beruflichen Ausbildung in Deutschland, sie beschäftigen ca. 90% aller Azubis. Die Anzahl aller neuen Ausbildungsverträge (d.h. Ausbildung in Mittelstand, Großunternehmen und im öffentlichen Dienst) ist 2020 gegenüber dem Vorjahr um 9,4% auf 465.200 gesunken und damit erheblich stärker als im langfristigen Trend. Rückläufige Schülerzahlen und steigende Studierneigung hatten vor der Krise jährliche Rückgänge um ca. 1% bewirkt. Bei der Ausbildungsaktivität des Mittelstands ist die Rückkehr zum Vorkrisenniveau kurzfristig nicht absehbar. Die Sonderbefragung von KfW Research dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Erholung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2021. Sowohl im ersten als auch im zweiten Halbjahr 2021 rechnen weiterhin 26% der Ausbildungsunternehmen damit, weniger Azubis einzustellen, als es ohne Corona-Krise der Fall wäre.

„Die Unterschrift auf einem Ausbildungsvertrag bedeutet langfristige Verantwortung für die wichtige Erstausbildung eines jungen Menschen. Viele Mittelständler kämpfen nach wie vor mit den Krisenfolgen und leiden unter der noch immer unsicheren Lage – sie bleiben daher bei der Einstellung von Azubis zurückhaltend“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Sowohl für die Zukunft der durch die Krise ausgebremsten Schulabsolventen als auch für die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Unternehmen ist es jedoch wichtig, die nicht zustande gekommenen Ausbildungsverhältnisse möglichst schnell nachzuholen.“ Ein gutes Zeichen ist, dass seit mittlerweile drei Monaten immer mehr Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft blicken. „Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist im April zum dritten Mal in Folge gestiegen – die Hoffnung auf einen Wirtschaftsaufschwung in der zweiten Jahreshälfte wächst. Das ist auch eine gute Nachricht für die Bildungschancen zehntausender potenzieller Azubis.“

Die aktuelle Analyse ist abrufbar unter www.kfw.de/kompakt

Quelle: KfW

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