Starker Insolvenzanstieg bei kleineren Firmen sowie Einzelunternehmenden erwartet

Aufgrund der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht sind die Insolvenzanträge 2020 auf ein Rekordtief gesunken, trotz schlechter Geschäftsaussichten. Es droht nun in den kommenden Monaten ein erneuter Anstieg an Insolvenzen, hauptsächlich im Dienstleistungs- und Handelssektor. Auch kleinere, ältere sowie Einzelunternehmen werden mit der Insolvenzantragspflicht wieder deutlich mehr Insolvenzen verzeichnen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des ZEW.

ZEW, Pressemitteilung vom 14.05.2021

Unternehmensinsolvenzen in Zeiten von Corona

Aufgrund der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht sind die Insolvenzanträge 2020 auf ein Rekordtief gesunken, trotz schlechter Geschäftsaussichten. Es droht nun in den kommenden Monaten ein erneuter Anstieg an Insolvenzen, hauptsächlich im Dienstleistungs- und Handelssektor. Auch kleinere, ältere sowie Einzelunternehmen werden mit der Insolvenzantragspflicht wieder deutlich mehr Insolvenzen verzeichnen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des ZEW Mannheim in Kooperation mit Creditreform, welche die Eigenschaften von insolventen Unternehmen sowie Unternehmer/innen vor und nach der Corona-Krise in Deutschland untersucht.

Anfang Mai 2021 lief die vorübergehende Aussetzung der gesetzlichen Insolvenzantragspflicht für Unternehmen aus. Anhand von Insolvenzdaten des Statistischen Bundesamts, des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, des Bundesministeriums der Finanzen sowie des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, zwischen 2006 und Dezember 2020 zeigen ZEW-Wissenschaftler/innen, dass mit einem starken Anstieg an Insolvenzen in den kommenden Monaten zu rechnen ist.

Laut Untersuchung sind die deutschen Wirtschaftszweige unterschiedlich betroffen: Vor allem in den vier Monaten nach Pandemiebeginn ist ein überproportional starker Rückgang an Insolvenzen im Dienstleistungs- und Handelssektor zu beobachten. „Dieser Rückstau an Unternehmensinsolvenzen besteht zum großen Teil aus Unternehmen des Dienstleistungs- und Handelssektors. Seit dem Aussetzen der Insolvenzantragspflicht für illiquide Unternehmen werden über alle Branchen hinweg leicht steigende Insolvenzzahlen beobachtet, die sich aber immer noch auf niedrigem Niveau bewegen“, sagt Dr. Georg Licht, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Co-Autor der Studie. Die ZEW-Wissenschaftler/innen gehen davon aus, dass die Anzahl an Unternehmensinsolvenzen in stark betroffenen Teilbranchen wie Gastronomie, Beherbergung, Tourismus und Bekleidung, in den kommenden Monaten weiter steigen werden.

Rechtsform und Beschäftigung beeinflussen Insolvenz

Daneben untersuchen die Wissenschaftler/innen, ob die Rechtsform eines Unternehmens die Insolvenzzahlen beeinflusst. Niedrigere Insolvenzanmeldungen verzeichnen vollhaftende Unternehmen als solche mit beschränkter Haftung. „Unternehmen, die mit ihrem gesamten Vermögen haften, sind mit weitreichenden Konsequenzen konfrontiert. Sie haben deshalb die Möglichkeit zur Aussetzung der Insolvenz überproportional genutzt. Nach Rückkehr zur Insolvenzantragspflicht sollten die Insolvenzen dieser Haftungsform jedoch wieder ein höheres Niveau erreichen“, so Georg Licht.

Die Untersuchung der Unternehmensinsolvenz nach Beschäftigung zeigt, dass insbesondere kleine Unternehmen bis zehn Mitarbeitende sowie Selbstständige und Freiberufler/innen anfällig für die negativen Auswirkungen der Corona-Krise sind. „Die Anzahl insolventer Unternehmen mit kleiner Mitarbeiterzahl geht bis September 2020 deutlich zurück, während die Insolvenzanmeldungen Ende des Jahres wieder einen Anstieg erfahren. Es ist auch hier zu erwarten, dass Insolvenzen bei dieser Unternehmenskategorie in den kommenden Monaten weiter zunehmen werden“, erläutert Georg Licht. Vor allem kleine Unternehmen mit begrenzten Bargeldreserven und geringen Sicherheiten für die Inanspruchnahme neuer Kreditlinien sind einem hohen Insolvenzrisiko ausgesetzt.

Ältere Unternehmende stärker betroffen

Die Studie stellt außerdem fest, dass seit der Pandemie die Zahl an Insolvenzanträgen durch ältere Unternehmer/innen über 65 Jahre zu den Insolvenzzahlen jüngerer unter 35 Jahren aufschließt. Der Anteil der Insolvenzen von Unternehmer/innen, die außerhalb von Deutschland leben, steigt ebenfalls an. Seit Herbst 2020 ist zudem ein Rückgang an Insolvenzen von Einzelunternehmer/innen zu beobachten. Im Gegensatz zu Unternehmen, die von mehreren Personen geführt werden, sind Einzelunternehmen in der Regel kleiner. „Die Corona-Pandemie trifft weibliche und ältere Unternehmer/innen sowie einzelne stärker. Zu erwarten ist, dass etwa Einzelunternehmende Teil des Insolvenzstaus sind und deshalb Insolvenzen dieser Unternehmenden in den kommenden Monaten ebenfalls zunehmen wird“, fasst ZEW-Wissenschaftler Licht die Ergebnisse zusammen.

Quelle: ZEW

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Mehr Wettbewerbsfähigkeit für europäische Unternehmen: Update der EU-Industriestrategie

Den europäischen Binnenmarkt stärken, Abhängigkeiten von wichtigen Importgütern verringern, den grünen und digitalen Wandel vorantreiben: Dies sind die drei Säulen der aktualisierten Industriestrategie, die die EU-Kommission Anfang Mai vorgestellt hat. Mit sektorspezifischen industriepolitischen Maßnahmen soll es gelingen, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der EU zu sichern.

DIHK, Mitteilung vom 14.05.2021

Europäische Unternehmen sollen sich im Wettbewerb besser behaupten können. Das ist das Leitmotiv der EU-Industriestrategie, die nun mit den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie aktualisiert worden ist. Die Europäische Kommission will damit den Wandel zu einer nachhaltigen, digitalen und resilienten Wirtschaft vorantreiben und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union sichern.

Erstes Ziel: Stärkung des Binnenmarktes

Die EU-Kommission will ein Binnenmarkt-Notfallinstrument vorlegen, um den für Unternehmen wichtigen freien Verkehr von Personen, Waren und Dienstleistungen auch in Krisenzeiten zu sichern. Dieses Instrument soll den Informationsaustausch und die Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten fördern. Die „Single Market Enforcement Task Force“ (SMET) soll zudem dabei unterstützen, Hemmnisse im Binnenmarkt zu beseitigen. Zusammen mit den Mitgliedstaaten möchte die EU-Kommission außerdem ein gemeinsames elektronisches Formular entwickeln, um die Entsendung von Beschäftigten innerhalb der EU zu erleichtern.

Zweites Ziel: Offene strategische Autonomie in der Praxis

Bei einer Analyse von 5.200 Importprodukten (die 6 Prozent des Warenimportwerts der EU ausmachen) identifizierte die Europäische Kommission 137 Produkte, die einerseits für sensible Wirtschaftsbereiche wichtig sind und bei denen die EU gleichzeitig in hohem Maße von Einfuhren abhängig ist. Betroffen sind hauptsächlich energieintensive Industrien (beispielweise mit Blick auf Rohstoffe) und Gesundheitssysteme (etwa wegen pharmazeutischer Wirkstoffe). Etwa die Hälfte der 137 besonders wichtigen Importprodukte stammen aus China (52 Prozent), auf Rang zwei und drei folgen Vietnam (11 Prozent) und Brasilien (5 Prozent).

Im nächsten Schritt will die Kommission Maßnahmen entwickeln, um diese Abhängigkeiten zu reduzieren. So plant sie, die Industrie dabei zu unterstützen, ihre Handelspartner zu diversifizieren, größere Mengen von Importprodukten zu lagern oder generell unabhängiger handeln zu können. Außerdem sollen zusätzliche internationale Partnerschaften angestrebt werden, um die Resilienz der Wirtschaft zu erhöhen. Die EU-interne Produktion soll für strategisch wichtige Sektoren durch die Zusammenarbeit in Industrieallianzen (EU-Kommission, Mitgliedstaaten, Industrie) und sogenannten wichtigen Projekten von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) ausgeweitet werden. Zusätzlich zu den bestehenden Allianzen für Rohstoffe, Wasserstoff und Batterien befinden sich Allianzen zu den Bereichen Prozessoren, Halbleitertechnologien, industrielle Daten sowie für Edge und Cloud Computing in der Vorbereitung.

Drittes Ziel: Beschleunigung der grünen und digitalen Transformation

Um den Wandel zur Klimaneutralität und Digitalisierung voranzutreiben, will die EU-Kommission 14 Ökosysteme (zusammen 90 Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts) je nach ihren sektorspezifischen Bedürfnissen unterstützen. Außerdem soll ein CO2-Grenzausgleichmechanismus für Importe in die EU den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit fördern – ebenso wie die neuen „Carbon Contracts for Difference“. Die Idee ist es, Unternehmen, die besonders klimafreundliche, aber kostenintensivere Technologien einsetzen, einen festen Preis für Emissionszertifikate zu garantieren. Zusätzlich werden Nachhaltigkeitsberater in der gesamten EU eingesetzt, die insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) gezielt beraten sollen.

Bis 2023 sollen zudem mehr als 300 Millionen Euro in „Digital Innovation Hubs“ fließen, die KMU vor Ort bei der digitalen Transformation und beim Zugang zu Technologietests unterstützen. Außerdem wird der Europäische Innovationsrat 1,1 Milliarden Euro in Form von Zuschüssen und Kapitalbeteiligungen bereitstellen, hauptsächlich für Start-ups und innovative KMU.

Quelle: DIHK

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 2021

Die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2021 schrumpfte aufgrund der Corona-Einschränkungen lt. BMWi um 1,7 %. Für das Gesamtjahr 2021 stehen die Zeichen jedoch auf wirtschaftliche Erholung. Die Fahrt aufnehmende Impfkampagne und eine starke Weltwirtschaft verbreiten wachsende Zuversicht.

BMWi, Pressemitteilung vom 13.05.2021

  • Die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2021 schrumpfte aufgrund der Corona-Einschränkungen um 1,7 %. Für das Gesamtjahr 2021 stehen die Zeichen jedoch auf wirtschaftliche Erholung. Die Fahrt aufnehmende Impfkampagne und eine starke Weltwirtschaft verbreiten wachsende Zuversicht. Im Jahresdurchschnitt 2020 ging die Wirtschaftsleistung noch um 4,8 % zurück.
  • Die Produktion in der Industrie war am Ende des ersten Quartals wieder aufwärtsgerichtet, auch wenn es in einzelnen Bereichen zu Engpässen bei Vorprodukten kam. Die Auftragseingänge setzten ihren Aufwärtstrend fort, getragen durch eine starke Inlandsnachfrage. Die Stimmung in den Industrieunternehmen entwickelte sich weiter positiv. Im Baugewerbe kam es nach witterungsbedingten Rückgängen in den Vormonaten im März wieder zu einer deutlichen Ausweitung der Produktion.
  • Die Umsätze im Einzelhandel erholten sich im März von niedrigem Niveau aus kräftig, aber der Ausblick trübte sich angesichts abermals verlängerter Kontaktbeschränkungen wieder ein. Im Vergleich zum Vorjahresmonat, dem ersten von der Pandemie gekennzeichneten Berichtsmonat, konnten alle Bereiche zulegen, am stärksten der Internet- und Versandhandel.
  • Am Arbeitsmarkt hält die Frühjahrsbelebung an. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich im April saisonbereinigt nur leicht und die Erwerbstätigkeit nahm im März saisonbereinigt geringfügig zu. Die Anzeigen für Kurzarbeit deuten darauf hin, dass die Kurzarbeit ihren Höhepunkt in diesem Jahr erreicht haben könnte und damit deutlich unter ihrem Spitzenniveau vom Frühjahr 2020 geblieben ist.
  • Der Anstieg der eröffneten Regelinsolvenzverfahren vom Februar und März setzte sich nicht weiter fort. Im April kam es zu einem deutlichen Rückgang. Insgesamt ist für das Jahr 2021 jedoch mit einem signifikanten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu rechnen.

Fortschreitende Impfkampagne schafft Zuversicht: Positive Erwartungen trotz anhaltender Beschränkungen

Die wirtschaftliche Lage präsentiert sich im Mai zweigeteilt: Während die Dienstleistungsbereiche nach wie vor durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie eingeschränkt sind, zeigt sich die Industriekonjunktur vergleichsweise robust. Der industrielle Ausstoß ist im ersten Quartal zwar leicht gesunken, aber die Gründe hierfür sind nicht in einer mangelnden Nachfrage zu sehen, sondern beruhen auf Lieferengpässen von Halbleiterprodukten, die vor allem die Produktion in der Automobilindustrie beeinträchtigten. So stehen dem Rückgang bei der Produktion eine positive Entwicklung bei den Auftragseingängen und sehr zuversichtliche Exporterwartungen gegenüber. Die Stimmung in den Unternehmen ist so gut wie lange nicht mehr. Die wirtschaftliche Aktivität in vielen Dienstleistungsbereichen bleibt derweil von den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung geprägt. Das GfK Konsumklima hat sich im April aufgrund der anhaltenden Lockdownbestimmungen verschlechtert und verbleibt auf niedrigem Niveau. Allerdings stimmen die neuesten Zahlen zum Impffortschritt zuversichtlich und machen Hoffnung für die von den Beschränkungen betroffenen Bereiche. Die weitere Entwicklung der Wirtschaft hängt nun maßgeblich davon ab, wie nachhaltig das Infektionsgeschehen kontrolliert werden kann und wie schnell damit weitere Lockerungen möglich werden.

Im Rückblick hat die konjunkturelle Erholung im Schlussquartal 2020 durch eine zweite Pandemiewelle und den daraufhin vorgenommenen Maßnahmen zur Eindämmung deutlich an Schwung verloren. Dennoch wird für das Gesamtjahr 2021 ein Aufschwung erwartet, auch wenn die dritte Welle der Pandemie für ein schwaches erstes Quartal 2021 gesorgt hat (-1,7 % laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts). Umso stärker können jedoch die Wachstumsimpulse sein, wenn die Beschränkungen aufgehoben werden und alle Bürgerinnen und Bürger ein Impfangebot bekommen haben. Dann dürfte auch der zuletzt schwächelnde private Konsum wieder anziehen, der besonders stark auf soziale Kontakte angewiesen ist. Gleichzeitig zeigt sich der deutsche Außenhandel und die damit eng verbundene Industriekonjunktur robust. Auch der Arbeitsmarkt konnte trotz der Belastungen durch die Pandemie eine Frühjahrsbelebung verzeichnen. Die Anzeigen für Kurzarbeit am aktuellen Rand deuten darauf hin, dass der Höhepunkt überschritten sein könnte und von nun an mit rückläufigen Zahlen zu rechnen ist.

Positiver Ausblick für die Weltkonjunktur

Die Weltkonjunktur bleibt auf Erholungskurs, auch wenn sie nach wie vor im Schatten der Pandemie steht. Die globale Industrieproduktion ging im Februar leicht um 0,3 % zurück, nachdem allerdings in den neun Monaten zuvor Zuwächse zu verzeichnen gewesen waren. Der weltweite industrielle Ausstoß übertraf sein Vorkrisenniveau damit weiterhin merklich. Der Welthandel indes legte im Februar weiter leicht zu (+0,3 %) und lag ebenfalls spürbar über seinem Vorkrisenniveau. Die Stimmungsindikatoren deuten auf eine weitere Erholung der Weltwirtschaft hin. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit verbesserte sich im April erneut und notierte mit 56,3 Punkte (März: 54,8 Punkte) klar oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ein Grund für die Zuversicht dürften die fortschreitenden weltweiten Impfkampagnen sein. Die Stimmung bei den Dienstleistern verbesserte sich deutlich und war erstmals wieder besser als in der Industrie. Dass die Stimmung in den Industrieunternehmen weniger stark zunahm, ist im Zusammenhang mit den weltweiten Engpässen bei Vorprodukten wie zum Beispiel Computerchips und Holz zu sehen.

Exporte nähern sich allmählich ihrem Vorjahresniveau an

Der deutsche Außenhandel nahm weiter spürbar zu. Der Wert der Waren- und Dienstleistungsexporte stieg im März gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt und nominal um 0,9 %, nach Zuwächsen von 2,3 % bzw. 1,5 % im Januar und Februar. Im Quartalsvergleich ergab sich ein deutlicher Zuwachs von 3,7 % bei den Exporten. Die Importe erhöhten sich im März kräftig um 4,7 % (Februar +3,3 %, Januar -0,6 %). Im Quartalsvergleich kam es zu einem Plus von 4,0 %.

Auf nationaler Ebene spiegeln sich die Beschränkungen aufgrund der Pandemiebekämpfung ebenfalls kaum in den Frühindikatoren zur Außenwirtschaft wider, die von der Industrie dominiert wird. Der Saldo der ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe erhöhte sich im April erneut, ein höherer Wert war zuletzt vor über zehn Jahren im Januar 2011 verzeichnet worden. Die Auftragseingänge aus dem Ausland nahmen im März spürbar um 1,6 % zu, nachdem sie sich im Februar leicht verringerten (‑0,2 %). Der Ausblick für den deutschen Außenhandel ist somit insgesamt positiv, insbesondere angesichts der guten Konjunktur in Asien und den Vereinigen Staaten.

Industriekonjunktur: Positiver Ausklang eines schwachen Quartals

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im März gegenüber dem Vormonat deutlich gestiegen, was maßgeblich auf das Baugewerbe zurückzuführen war. Der Ausstoß wurde um 2,5 % ausgeweitet, nachdem es allerdings im Februar und Januar zu Rückgängen um 1,9 % und 2,2 % gekommen war. Die Industrie verzeichnete zuletzt ein Plus von 0,7 % (Februar: -1,9 %, Januar: -0,6 %). Die Erzeugung im Baugewerbe zeigte im März ein kräftiges Wachstum von 10,8 %, nachdem sie sich in den beiden Vormonaten witterungsbedingt Dämpfer erhalten hatte (-1,4 % bzw. -10,7 %). Im ersten Quartal verringerte sich der Ausstoß im Produzierenden Gewerbe insgesamt leicht um 0,9 %. Während die Produktion in der Industrie nur geringfügig um 0,3 % abnahm, meldete der Bau ein deutliches Minus von 4,0 %. Innerhalb der Industrie verzeichnete die Automobilindustrie einen Rückgang um 12,1 %, während der Maschinenbau um 6,0 % zulegen konnte.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nahmen im März erneut kräftig um 3,0 % zu und lagen damit bereits den sechsten Monat in Folge über ihrem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Pandemie. Den Ausschlag für den jüngsten Anstieg gab wieder die starke Inlandsnachfrage (+4,9 %), aber auch die Bestellungen aus dem Ausland nahmen merklich zu (+1,6 %). Vor allem die Aufträge in den Wirtschaftszweigen Maschinen, Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse sowie Sonstige Fahrzeuge trugen zum Anstieg der Auftragseingänge bei. Bereinigt um Großaufträge nahmen die Ordereingänge um 1,6 % zu. Im Quartalsvergleich kam es insgesamt zu einem kräftigen Auftragsplus von 2,4 %.

Der Ausblick für die Industriekonjunktur bleibt positiv. Das ifo Geschäftsklima hat sich weiter leicht verbessert und die Auftragslage ist sehr gut. Risiken ergeben sich allerdings durch den unsicheren weiteren Verlauf des Pandemiegeschehens und Engpässe bei Vorprodukten wie Computerchips und Bauholz.

Die Lage im Einzelhandel erholt sich, aber der Ausblick trübt sich wieder ein

Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz haben sich zuletzt kräftig erholt. Sie sind im März gegenüber dem Vormonat preis-, saison- und kalenderbereinigt um 7,7 % gestiegen, allerdings von niedrigem Niveau aus. Es war das zweitstärkste Umsatzplus seit März 2020, dem Monat in dem erstmals Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingeführt wurden. Das Vorkrisenniveau vom Februar 2020 wurde zuletzt um 4,4 % überschritten. Im Vergleich zum Lockdown-Monat März 2020 kam es preisbereinigt sogar zu einem Anstieg um 5,5 %. Die größten Umsatzsteigerungen konnten der Internet- und Versandhandel verzeichnen. Der Handel einschließlich Kfz erholte sich im Februar gegenüber dem Vormonat etwas (+1,5 %), nachdem es im Januar zu einem kräftigen Rückgang um 11,4 % gekommen war. Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter gingen im April wieder zurück (-7,4 %), zuvor hatten sie sich vom tiefen Einbruch zu Jahresbeginn nach dem Auslaufen der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze erholt. Im Vergleich zum Tiefpunkt der Krise im April 2020 hat sich Anzahl der Neuzulassungen jedoch deutlich erhöht.

Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel sind im April wieder etwas pessimistischer ausgefallen, nachdem sie sich zuvor von dem massiven Rückgang im Januar erholt hatten. Auch beim GfK Konsumklima zeichnete sich angesichts des Pandemiegeschehens und der verlängerten Kontaktbeschränkungen ein Rückschlag ab.

Das Verbraucherpreisniveau nahm im April gegenüber dem Vormonat um 0,7 % zu, nach einer Steigerungsrate von 0,5 % im März. Die Inflationsrate, die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, lag im April bei 2,0 %. Sie hat sich seit dem zweiten Halbjahr 2020 damit deutlich erhöht, als die Inflationsrate aufgrund der Senkung der Umsatzsteuersätze fast durchgehend im negativen Bereich gelegen hatte. Gründe für den Anstieg der Inflationsrate in den ersten Monaten des Jahres sind die Erholung der Import- und Rohstoffpreise sowie die Einführung der CO2-Bepreisung. Während die Energiepreise im letzten Jahr noch den Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus stark bremsten, tragen sie inzwischen spürbar zum Anstieg bei. Nach Auslaufen dieser Sondereffekte dürfte sich Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus zum Jahreswechsel ins kommende Jahr wieder abschwächen. Eine nachhaltige Erhöhung der Teuerungsrate ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) ging im April nach einer Seitwärtsbewegung seit Jahresbeginn leicht auf +1,3 % zurück (Dezember: +0,4 %).

Am Arbeitsmarkt zeichnet sich eine Fortsetzung der Erholung ab

Im Frühjahr ist es am Arbeitsmarkt trotz Belastungen durch die Pandemie zur saisonal üblichen Frühjahrsbelebung gekommen. Diese könnte sich im Zuge von Verbesserungen beim Infektionsgeschehen sogar noch verstärken. Gleichwohl ist der Arbeitsmarkt ein Jahr nach Beginn der Corona- Pandemie immer noch stark von der Krise geprägt. Die Arbeitslosigkeit nahm im April saisonbereinigt leicht um 9.000 Personen zu, während sich die Unterbeschäftigung geringfügig um 3.000 Personen verringerte. Nach den Ursprungszahlen sank die Arbeitslosigkeit spürbar um 56.000 auf 2,77 Millionen Personen. Der Vorjahresabstand ging auf +127.000 Personen zurück, was überwiegend auf einen Basiseffekt im Monat April 2020 zurückzuführen ist. Die Erwerbstätigkeit nahm im März dieses Jahres saisonbereinigt leicht um 16.000 Personen zu, die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im März weiter belebt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im Februar saisonbereinigt um 15.000 Personen an. In Kurzarbeit waren im Februar laut Hochrechnung erneut etwas mehr Personen (3,3 Mio.). Die Anzeigen für Kurzarbeit deuten darauf hin (rund 116.000 vom 1. bis 25. April nach 234.000 im März, 535.000 im Februar und 981.000 im Januar), dass die Kurzarbeit ihren Höhepunkt erreicht haben könnte und damit deutlich unter ihrem Niveau vom Frühjahr 2020 geblieben ist. Die umfragebasierten Frühindikatoren von IAB und ifo entwickelten sich im April erneut positiv und erreichten ihre höchsten Werte seit Januar 2020 bzw. Mai 2019. In der Industrie kommt es zu mehr und mehr Neueinstellungen, während im Gastgewerbe und in der Tourismusbranche weiterhin Personalabbau zu verzeichnen ist.

Anstieg der Insolvenzen setzt sich vorerst nicht fort

Im April ist die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren nicht weiter gestiegen. Auf Basis von Insolvenzbekanntmachungen meldete das Statistische Bundesamt einen Rückgang von 17 % gegenüber dem Vormonat. Auch gemäß dem Insolvenztrend des IW Halle ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zurück. Der teils deutliche Anstieg in den beiden Vormonaten setzte sich damit nicht weiter fort. Auch wenn eine größere Insolvenzwelle durch die teilweise ausgesetzte Antragspflicht und umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen bisher verhindert werden konnte, ist für dieses Jahr insgesamt dennoch mit einem signifikanten Anstieg der Insolvenzzahlen zu rechnen. Die meisten Experten gehen im Vergleich zum Vorjahr von 3.000 bis 7.000 zusätzlichen Unternehmensinsolvenzen aus.

Quelle: BMWi

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Frühjahrsprognose 2021: Die Ärmel werden hochgekrempelt

In der Frühjahrsprognose 2021 der EU-Kommission wird für die EU-Wirtschaft ein Wachstum von 4,2 Prozent im Jahr 2021 und von 4,4 Prozent im Jahr 2022 in Aussicht gestellt, für Deutschland dieses Jahr 3,2 Prozent und für nächstes Jahr 3,1 Prozent. Gegenüber der Winterprognose 2021 vom Februar stellt dies eine deutliche Verbesserung der Wachstumsaussichten dar. Zwar werden die Wachstumsraten in der EU weiterhin variieren, doch dürfte die Wirtschaft bis Ende 2022 in allen Mitgliedstaaten wieder zum Vorkrisenniveau zurückfinden.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 12.05.2021

In der Frühjahrsprognose 2021 wird für die EU-Wirtschaft ein Wachstum von 4,2 Prozent im Jahr 2021 und von 4,4 Prozent im Jahr 2022 in Aussicht gestellt. Die Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets soll dieses Jahr um 4,3 Prozent und nächstes Jahr um 4,4 Prozent wachsen, in Deutschland dieses Jahr um 3,2 Prozent und nächstes Jahr um 3,1 Prozent. Gegenüber der Winterprognose 2021 vom Februar stellt dies eine deutliche Verbesserung der Wachstumsaussichten dar. Zwar werden die Wachstumsraten in der EU weiterhin variieren, doch dürfte die Wirtschaft bis Ende 2022 in allen Mitgliedstaaten wieder zum Vorkrisenniveau zurückfinden.

„Auch wenn wir noch lange nicht alle Probleme gemeistert haben, sehen die wirtschaftlichen Aussichten Europas doch deutlich besser aus“, sagte Exekutiv-Vizepräsident Valdis Dombrovskis. „Da die Impfquoten weiter steigen, Beschränkungen aufgehoben werden und die Normalität langsam wieder in das Leben der Menschen zurückkehrt, konnten wir die Prognosen für die Volkswirtschaften der EU und des Euro-Währungsgebiets für dieses und für das nächste Jahr anheben. Die Aufbau- und Resilienzfazilität wird die Erholung unterstützen und könnte sich im Jahr 2022, in dem die öffentlichen Investitionen den höchsten Stand seit zehn Jahren erreichen werden, als wahrhaft richtungsweisendes Signal erweisen.“

Die Coronavirus-Pandemie bedeutete für die Volkswirtschaften Europas einen Schock historischen Ausmaßes. Im Jahr 2020 schrumpfte die Wirtschaft EU-weit um 6,1 Prozent, während sie im Euro-Währungsgebiet um 6,6 Prozent zurückging. Zwar haben sich Unternehmen und Verbraucher an die Eindämmungsmaßnahmen angepasst und können diese nun besser bewältigen, doch stehen einige Sektoren, wie die Tourismusbranche und personenbezogene Dienstleistungen, nach wie vor unter hohem Druck.

Nach einer Erholungsphase im vergangenen Sommer stagnierte die europäische Wirtschaft im vierten Quartal 2020 und im ersten Quartal 2021, da im Bereich der öffentlichen Gesundheit neue Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Fallzahlen eingeführt wurden. Im Zuge der steigenden Impfquoten und der Lockerung der Beschränkungen dürfte sich die Wirtschaft jedoch sowohl in der EU als auch im Euro-Währungsgebiet kräftig erholen. Diese Erholung wird von privaten Konsumausgaben, Investitionen und einer steigenden Nachfrage nach EU-Exporten der sich belebenden Weltwirtschaft getragen.

Die öffentlichen Investitionen im Verhältnis zum BIP dürften 2022 ihren höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt erreichen. Als zentrales Instrument von NextGenerationEU wird die Aufbau- und Resilienzfazilität diese Entwicklung zusätzlich verstärken.

Allmähliche Verbesserung auf den Arbeitsmärkten

Nach den anfänglichen Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitsmärkte verbessern sich die Arbeitsmarktbedingungen nun langsam. Die Beschäftigung nahm in der zweiten Jahreshälfte 2020 zu, und die Arbeitslosenquoten sind, nachdem sie einen Höchststand erreicht hatten, in den meisten Mitgliedstaaten wieder gesunken.

Durch öffentliche Förderprogramme, die – wie im Falle des SURE-Instruments – mitunter auch durch die EU unterstützt werden, konnte ein dramatischer Anstieg der Arbeitslosenquoten verhindert werden. Die Arbeitsmärkte werden jedoch eine Zeit brauchen, um sich vollständig zu erholen, da Unternehmen, bevor sie einen Bedarf an neuen Arbeitskräften entwickeln, zunächst noch Spielraum haben, die Arbeitszeiten wieder zu steigern.

Die Arbeitslosenquote in der EU dürfte im Jahr 2021 bei 7,6 Prozent und im Jahr 2022 bei 7 Prozent liegen. Im Euro-Währungsgebiet sind dies 8,4 Prozent bzw. 7,8 Prozent. Diese Werte liegen nach wie vor über dem Vorkrisenniveau.

Inflation

Die Inflation zog Anfang dieses Jahres kräftig an, was vor allem auf den Anstieg der Energiepreise zurückzuführen war. Dazu trugen auch einige temporäre technische Faktoren wie die jährliche Anpassung der Gewichtung der einzelnen Komponenten des bei der Berechnung der Inflation zugrunde liegenden Warenkorbs bei. Auch die rückgängig gemachte Mehrwertsteuersenkung und die Einführung einer CO2-Steuer in Deutschland hatten spürbare Auswirkungen.

Die angenommenen Energiepreise und Änderungen der Mehrwertsteuersätze werden im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum merkliche Preisschwankungen hervorrufen, sodass die Inflation im Laufe dieses Jahres erheblich fluktuieren wird.

Für die EU wird nun eine Inflation von 1,9 Prozent im Jahr 2021 und 1,5 Prozent im Jahr 2022 prognostiziert. Für das Euro-Währungsgebiet werden 1,7 Prozent bzw. 1,3 Prozent erwartet.

Staatsverschuldung vor Höhepunkt im Jahr 2021

Die staatliche Unterstützung für Haushalte und Unternehmen hat entscheidend dazu beigetragen, die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft abzufedern, gleichzeitig aber dazu geführt, dass sich die Mitgliedstaaten stärker verschuldet haben.

Das gesamtstaatliche Defizit dürfte in diesem Jahr in der EU um rund einen halben Prozentpunkt auf 7,5 Prozent und im Euro-Währungsgebiet um rund drei Viertel Prozentpunkte auf 8 Prozent ansteigen. Alle Mitgliedstaaten mit Ausnahme Dänemarks und Luxemburgs werden 2021 voraussichtlich ein Defizit von mehr als 3 Prozent ihres jeweiligen BIP verzeichnen.

Bis 2022 dürfte sich das aggregierte Haushaltsdefizit jedoch sowohl in der EU als auch im Euro-Währungsgebiet auf knapp unter 4 Prozent halbieren. Nur noch etwas mehr als die Hälfte (15) der Mitgliedstaaten dürfte ein Defizit von mehr als 3 Prozent ihres jeweiligen BIP aufweisen.

In der EU wird die öffentliche Schuldenquote den Prognosen zufolge in diesem Jahr mit 94 Prozent ihren Höchststand erreichen, bevor sie 2022 leicht auf 93 Prozent zurückgeht. Die Schuldenquote des Euro-Währungsgebiets dürfte dem gleichen Trend folgen und in diesem Jahr auf 102 Prozent ansteigen, um 2022 leicht auf 101 Prozent abzusinken.

Aussichten mit weiterhin hohen, nun aber insgesamt ausgewogenen Risiken

Die Aussichten sind mit hohen Risiken behaftet, und dies wird so lange der Fall bleiben, wie der Schatten der COVID-19-Pandemie über der Wirtschaft schwebt.

Die epidemiologische Lage, die Effizienz und die Wirksamkeit der Impfprogramme können sich positiver, aber auch negativer entwickeln als im zentralen Szenario dieser Prognose angenommen.

Auch die Neigung der privaten Haushalte, einen Teil ihrer Ersparnisse auszugeben, oder der Wunsch der Verbraucherinnen und Verbraucher, aus Vorsicht weiter zu sparen, könnten in dieser Prognose unterschätzt worden sein.

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus dem Timing für die Beendigung der politischen Unterstützung. Wird diese zu früh zurückgefahren, droht die Erholung im Keim erstickt zu werden. Wird dieser Zeitpunkt jedoch zu weit hinausgezögert, kann dies zu Marktverzerrungen und Hindernissen für das Ausscheiden unrentabler Unternehmen führen.

Die finanzielle Notlage von Unternehmen könnte sich stärker auf den Finanzsektor auswirken als erwartet.

Ein starkes Wachstum der Weltwirtschaft, insbesondere in den USA, könnte dagegen positiver auf die europäische Wirtschaft durchschlagen als erwartet. Ein stärkeres Wachstum in den USA könnte jedoch die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe treiben und in der Folge zu ungeordneten Anpassungen an den Finanzmärkten führen, was hochverschuldete Schwellenländer mit hohen Fremdwährungsschulden besonders hart treffen würden.

Hintergrund

Die Frühjahrsprognose 2021 basiert auf einer Reihe technischer Annahmen für Wechselkurse, Zinssätze und Rohstoffpreise mit Stichtag 28. April 2021. Bei allen anderen herangezogenen Daten, auch den Annahmen zu staatlichen Maßnahmen, wurden in dieser Prognose Informationen bis einschließlich 30. April berücksichtigt. Den Projektionen liegt die Annahme einer unveränderten Politik zugrunde, es sei denn, es wurden glaubwürdig konkrete politische Maßnahmen angekündigt.

Nach der endgültigen Verabschiedung der Verordnung über die Aufbau- und Resilienzfazilität und erheblichen Fortschritten bei der Ausarbeitung der Aufbau- und Resilienzpläne sind in der Frühjahrsprognose die Reform- und Investitionsmaßnahmen berücksichtigt, die in den Entwürfen der Aufbau- und Resilienzpläne der einzelnen Mitgliedstaaten dargelegt sind. Allerdings wurden zum Stichtag in mehreren Mitgliedstaaten noch Gespräche über die Einzelheiten einiger Pläne geführt. In diesem Fall wurden für die aus der Fazilität finanzierten Ausgaben vereinfachte Arbeitshypothesen verwendet, und zwar sowohl im Hinblick auf deren Zeitprofil (Annahme, dass die Ausgaben über die Laufzeit der Fazilität linear erfolgen) als auch auf ihre Zusammensetzung (Annahme einer Aufteilung zwischen öffentlichen Investitionen und Kapitaltransfers).

Quelle: EU-Kommission

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Inflationsrate im April 2021 bei +2,0 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im April 2021 bei +2,0 %. Damit erhöhte sich die Inflationsrate nach dem Ende der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze den vierten Monat in Folge. Zuletzt hatte sie im April 2019 diesen Stand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat März 2021 um 0,7 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.05.2021

Inflationsrate erreicht Zweijahreshoch

Verbraucherpreisindex, April 2021

  • +2,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,7 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, April 2021

  • +2,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,5 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im April 2021 bei +2,0 %. Damit erhöhte sich die Inflationsrate nach dem Ende der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze den vierten Monat in Folge. Zuletzt hatte sie im April 2019 diesen Stand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat März 2021 um 0,7 %.

Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 7,9 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von April 2020 bis April 2021 um 2,6 %. Die Preise für Energieprodukte lagen dabei 7,9 % höher als ein Jahr zuvor, nach +4,8 % im März 2021. Hier wirkte sich neben der zu Jahresbeginn eingeführten CO2-Abgabe zudem der Preisrückgang bei Energieprodukten vor einem Jahr auf die Teuerungsraten aus (Basiseffekt). Teurer binnen Jahresfrist wurden vor allem Kraftstoffe (+23,3 %) und Heizöl (+21,1 %), die Strompreise gingen dagegen leicht zurück (-0,2 %). Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich um 1,9 %. Teurer als ein Jahr zuvor waren dabei unter anderem Süßwaren (+3,1 %) sowie Molkereiprodukte und Butter (+2,5 %). Merklich teurer wurden Pflanzen und Blumen (+7,5 %), Kaffeeprodukte (+5,1 %) sowie Tabakwaren (+4,5 %). Deutlich günstiger hingegen waren Mobiltelefone (-8,3 %).

Inflationsrate ohne Energie bei +1,4 %

Die Preiserhöhungen bei den Energieprodukten gegenüber dem Vorjahresmonat wirkten sich deutlich erhöhend auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im April 2021 bei +1,4 % gelegen, ohne Heizöl und Kraftstoffe nur bei +1,2 %.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,6 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im April 2021 um 1,6 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,3 %. Deutlicher erhöhten sich die Preise unter anderem für Leistungen beim Friseur und für die Körperpflege (+6,1 %), für Leistungen sozialer Einrichtungen (+5,9 %) sowie für Finanzdienstleistungen (+5,6 %). Günstiger waren hingegen zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-1,0 %).

Spürbarer Preisanstieg gegenüber dem Vormonat bei frischem Gemüse mit +9,0 %

Im Vergleich zum März 2021 stieg der Verbraucherpreisindex um 0,7 %. Nennenswert sind die steigenden Nahrungsmittelpreise (+1,3 %). Dabei mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem für frisches Gemüse mehr bezahlen als im Vormonat (+9,0 %). Die Preise für Energieprodukte gingen hingegen leicht zurück (-0,1 %), insbesondere wurde leichtes Heizöl billiger (-2,2 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Ausblick deutlich verbessert

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen in der aktuellen Umfrage vom Mai 2021 um 13,7 Punkte und liegen damit bei 84,4 Punkten. Dies ist der bislang höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie. Zuletzt gab es einen höheren Wert für die ZEW-Konjunkturerwartungen im Februar 2000.

ZEW, Pressemitteilung vom 11.05.2021

ZEW-Indikator liegt bei 84,4 Punkten

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen in der aktuellen Umfrage vom Mai 2021 um 13,7 Punkte und liegen damit bei 84,4 Punkten. Dies ist der bislang höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie. Zuletzt gab es einen höheren Wert für die ZEW-Konjunkturerwartungen im Februar 2000.

Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verbessert sich um 8,7 Punkte gegenüber dem Vormonat. Der Lageindikator beträgt im Mai nun minus 40,1 Punkte. Der Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland hat sich damit im Mai sehr deutlich verbessert.

„Das Bremsen der dritten COVID-19-Welle hat die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten noch optimistischer werden lassen. Die ZEW-Konjunkturerwartungen erreichen in der Mai-Umfrage den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Die Einschätzung der Wirtschaftslage verbessert sich ebenfalls spürbar. Die Expertinnen und Experten rechnen mit einem deutlichen Wirtschaftsaufschwung in den nächsten sechs Monaten. Auch der Konjunkturausblick für das Eurogebiet und für die Vereinigten Staaten verbessert sich erheblich“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D., die aktuellen Erwartungen.

Auch die Erwartungen der Finanzmarktexperten und Finanzmarktexpertinnen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone gehen im Mai sehr stark nach oben. Sie liegen aktuell bei 84,0 Punkten, 17,7 Punkte über dem Wert des Vormonats. Der neue Wert des Lageindikators beträgt minus 51,4 Punkte. Dies sind 14,1 Punkte mehr als im April. Der Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung im Eurogebiet hat sich damit sehr deutlich verbessert.

Die Inflationserwartungen für das Eurogebiet steigen um 2,5 Punkte auf einen neuen Wert von 77,6 Punkten. Die allermeisten Expertinnen und Experten rechnen mit einer Zunahme der Inflationsrate auf Sicht von sechs Monaten.

Quelle: ZEW

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Weniger freiberufliche und gewerbliche Existenzgründungen im Corona-Pandemiejahr

Im Pandemie-Jahr 2020 ist die Anzahl der Existenzgründungen in den Freien Berufen (-5,6 %) ebenso wie im gewerblichen Bereich (-11,7 %) im Vergleich zu 2019 gesunken. Im Bereich der Land-, Forst- und Fischwirtschaft stieg hingegen die Zahl der Neugründungen (+8,4 %). Insgesamt hat sich der negative Trend bei der Gesamtanzahl an Existenzgründungen in Deutschland fortgesetzt.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 10.05.2021

Wandel zur Dienstleistungswirtschaft setzt sich kontinuierlich fort

Im Pandemie-Jahr 2020 ist die Anzahl der Existenzgründungen in den Freien Berufen (-5,6 %) ebenso wie im gewerblichen Bereich (-11,7 %) im Vergleich zu 2019 gesunken. Im Bereich der Land-, Forst- und Fischwirtschaft stieg hingegen die Zahl der Neugründungen (+8,4 %). Insgesamt hat sich der negative Trend bei der Gesamtanzahl an Existenzgründungen in Deutschland fortgesetzt.

Bei den Freien Berufen fiel der Einbruch des Gründungsgeschehens jedoch weniger stark als im Gewerbe aus. Dadurch verschiebt sich die Struktur der Tätigkeitsbereiche weiter zugunsten der nicht-gewerblichen Tätigkeiten: Lag der Anteil der freiberuflichen Existenzgründungen vor 5 Jahren noch bei 23,5 %, so entfallen nunmehr 26,7 % aller Gründungen auf diesen Bereich.

Auch innerhalb des gewerblichen Bereichs lassen sich Verschiebungen in der Wirtschaftszweigstruktur beobachten: So entfielen in 2020 mehr Gründungen auf die Bereiche Gesundheits- und Sozialwesen sowie Land-, Forst- und Fischwirtschaft als im Jahr zuvor, während insbesondere das Baugewerbe weniger Gründungen verzeichnete.

Insgesamt setzt sich somit der Strukturwandel hin zu einer Wirtschaft mit (wissenbasierten) Dienstleistungen trotz der pandemieverursachten Marktbeschränkungen in vielen Dienstleistungsbranchen fort. Zugleich erwies sich der kleine Bereich der Land-, Forst- und Fischwirtschaft im Corona-Pandemiejahr 2020 erneut als gründungsaktiv.

Frauenanteil steigt bei den Existenzgründungen in den Freien Berufen und im Gewerbe

Mehr als die Hälfte der rund 88.400 freiberuflichen Existenzgründungen entfielen im Pandemie-Jahr auf Frauen: Ihr Anteil stieg geringfügig von 52,6 % (2019) auf 52,8 % (2020). Bei den gewerblichen Einzelunternehmen erhöhte sich der Frauenanteil in 2020 etwas stärker: von 29,4 % auf 30,7 %.

Quelle: IfM Bonn

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Februar 2021: 21,8 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im Februar 2020

Im Februar 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 1.195 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 21,8 % weniger als im Februar 2020. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelte sich somit noch nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.05.2021

Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren laut vorläufigen Angaben im April 2021 um 17 % niedriger als im Vormonat

Im Februar 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 1.195 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 21,8 % weniger als im Februar 2020. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelte sich somit noch nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Die vorläufigen Angaben zum April 2021 zeigen ferner, dass sich der zuletzt beobachtete starke Anstieg eröffneter Regelinsolvenzverfahren nicht fortgesetzt hat.

Ein Grund für die niedrige Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen ist die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis Ende 2020. Das Wiedereinsetzen der Antragspflicht zeigt sich noch nicht in den Ergebnissen für Februar 2021. Ausgesetzt war die Insolvenzantragspflicht im Februar weiterhin für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht. Für diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich eingesetzt.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Februar 2021 im Baugewerbe mit 194 Fällen (Februar 2020: 226, -14 %). Mit 191 Verfahren waren es im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) fast ebenso viele Insolvenzen (Februar 2020: 255, -25 %). Im stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Gastgewerbe wurden im Februar 117 Insolvenzen gemeldet (Februar 2020: 167, -30 %).

Anstieg bei eröffneten Regelinsolvenzverfahren setzt sich nicht fort: 17 % weniger Insolvenzbekanntmachungen im April 2021 als im März

Hinweise auf die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen gibt die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren. Im Jahr 2020 war diese stetig gesunken, bis sich zum Jahresende im November (+5 %) und Dezember (+18 %) eine Trendumkehr abzeichnete. Im Jahr 2021 setzte sich dieser Anstieg der Zahl eröffneter Regelinsolvenzverfahren mit Ausnahme des Januars (-5 %) fort. Im Februar 2021 (+30 %) und März (+37 %) stieg die Zahl jeweils deutlich gegenüber dem jeweiligen Vormonat. Diese Entwicklung setzte sich im April nicht fort. So sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren im Vergleich zum März um 17 %. Im April lagen die Zahlen allerdings weiterhin über denen des Vorjahresmonats (+10 %).

61,2 % mehr Verbraucherinsolvenzen im Februar 2021

Bei den Verbraucherinsolvenzen gab es im Februar einen starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat. Es stellten insgesamt 7.776 Verbraucher einen Insolvenzantrag (Februar 2020: 4.823). Im Januar waren es noch 5.113 Verfahren. Der mit 50 % starke Anstieg an Insolvenzanträgen von Verbraucherinnen und Verbrauchern ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Ende 2020 ein Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre beschlossen wurde. Die Neuregelung gilt bereits für ab dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren und ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Es ist davon auszugehen, dass deshalb ab Jahresbeginn nach und nach viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag stellen.

Hinweise zu Regelinsolvenzverfahren

Vom 1. März bis zum 30. September 2020 waren Unternehmen, deren Insolvenzreife (Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung) auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhte und die Aussichten darauf hatten, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen, von der Insolvenzantragspflicht befreit. Auch bei Insolvenzanträgen von Gläubigerseite wurde vorausgesetzt, dass der Eröffnungsgrund bereits am 1. März 2020 und damit vor der Corona-Pandemie vorlag. Seit dem 1. Oktober 2020 ist ein Insolvenzantrag bei Zahlungsunfähigkeit wieder verpflichtend, bei Überschuldung galt die Befreiung weiterhin bis Jahresende 2020. Für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht, war die Insolvenzantragspflicht bis Ende April 2021 weiterhin ausgesetzt. Die Auswirkungen dieser Änderungen werden sich in den kommenden Berichtsmonaten in der Statistik zeigen.

Von den Insolvenzverfahren in Deutschland sind 30 % Regelinsolvenzverfahren, zu denen in erster Linie alle Verfahren von Unternehmen zählen (rund 55 % aller Regelinsolvenzverfahren). Enthalten sind weiterhin Personen, die wirtschaftlich tätig sind. Dazu gehören unter anderem die persönlich haftenden Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft (oHG), Mehrheitsgesellschafter einer Kapitalgesellschaft sowie ehemals selbstständig Tätige, deren Vermögensverhältnisse als nicht überschaubar eingestuft werden.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Wo Immobilienkäufer am stärksten vom neuen Makler-Gesetz profitieren

Seit rund vier Monaten müssen Immobilienkäufer für einen Makler, den sie nicht beauftragt haben, höchstens die halbe Provision zahlen. Eine neue Studie des IW Köln zeigt, in welchen Regionen die Ersparnis besonders groß ist.

IW Köln, Pressemitteilung vom 09.05.2021

Seit rund vier Monaten müssen Immobilienkäufer für einen Makler, den sie nicht beauftragt haben, höchstens die halbe Provision zahlen. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, in welchen Regionen die Ersparnis besonders groß ist.

Wer in Deutschland eine Immobilie kaufen will, braucht viel Geld auf dem Konto: Käufer müssen gewöhnlich die Nebenkosten für Notar, Grundbuch, Grunderwerbsteuer und den Makler aus eigener Tasche stemmen – bei einem Verkaufspreis von 300.000 Euro wären das in NRW immerhin rund 30.000 Euro. Seit Ende vergangenen Jahres gilt ein neues Makler-Gesetz, das Immobilienkäufer entlasten soll: Davor zahlten Käufer in vielen Regionen die volle Maklerprovision, egal, ob sie den Makler beauftragt hatten oder nicht. Seit etwa vier Monaten zahlen sie nun höchstens die halbe Provision, den Rest zahlt der Verkäufer.

Größte Entlastung in Berlin und Brandenburg

Eine neue IW-Studie zeigt nun, wie sich das neue Gesetz auswirkt. Zahlten Käufer 2020 bundesweit im Schnitt noch fünf Prozent für den Makler, sind es jetzt nur noch 3,5 Prozent. Besonders groß ist die Entlastung in Berlin und Brandenburg: Hier mussten Käufer bisher meist die volle Maklerprovision von sieben Prozent zahlen, jetzt werden je nach Region zwischen 3,3 und vier Prozent fällig. Vergleichsweise groß ist die Entlastung auch in Hamburg (-2,6 Prozent) und in Frankfurt am Main (-2,3 Prozent). In den anderen Großstädten wie Düsseldorf, München und Köln beträgt sie immerhin knapp ein Prozent. Gleichzeitig hat die Zahl der Verkäufe ohne Makler stark zugenommen: Vor dem Gesetz wurden 35 Prozent aller Immobilien privat verkauft, inzwischen sind es 43 Prozent.

Makler immer noch teuer

Mittelfristig könnten Käufer deutlich weniger Provision zahlen, sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer: „Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die deutschen Maklerprovisionen immens sind. In Zeiten von steigenden Immobilienpreisen treibt das die Preise weiter und erschwert es vielen Menschen, klassisch mit Immobilien für das Alter vorzusorgen.“ In Schweden, den Niederlanden und Großbritannien beispielsweise erhalten Makler maximal zwei Prozent Provision – insgesamt.

In welchen Regionen Käufer besonders profitieren und wo sich an den Provisionssätzen nicht viel geändert hat, zeigt die interaktive Grafik.

Quelle: IW Köln

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KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Kleine und mittlere Unternehmen schlagen sich wacker

Die anhaltende Corona-Pandemie erfordert weiterhin strikte Eindämmungsmaßnahmen und bis zu einer Immunisierung der breiten Bevölkerung ist es trotz der Fahrt aufnehmenden Impfkampagne noch ein langer Weg. Andererseits erholt sich die Weltwirtschaft spürbar, angetrieben von den Schwergewichten USA und China. In diesem von widersprüchlichen Signalen geprägten Umfeld schlagen sich die mittelständischen Unternehmen in Deutschland wacker, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 10.05.2021

  • Mittelständisches Geschäftsklima steigt im April zum dritten Mal in Folge
  • Verbesserungen sowohl bei Geschäftslage als auch bei Erwartungen
  • Hoffnung auf Aufschwung in zweiter Jahreshälfte wächst

Die anhaltende Corona-Pandemie erfordert weiterhin strikte Eindämmungsmaßnahmen und bis zu einer Immunisierung der breiten Bevölkerung ist es trotz der Fahrt aufnehmenden Impfkampagne noch ein langer Weg. Andererseits erholt sich die Weltwirtschaft spürbar, angetrieben von den Schwergewichten USA und China. In diesem von widersprüchlichen Signalen geprägten Umfeld schlagen sich die mittelständischen Unternehmen in Deutschland wacker, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Ihr Geschäftsklima nimmt im April um 1,4 Zähler auf -0,3 Saldenpunkte und damit das dritte Mal in Folge zu. Die Urteile zur Geschäftslage klettern dabei um 1,3 Zähler auf -4,2 Saldenpunkte. Die Geschäftserwartungen legen um +1,7 Zähler zu und erreichen mit nun 3,3 Saldenpunkten den höchsten Stand seit zwei Jahren.

Auch in den Großunternehmen zieht die Stimmung im April weiter an, wenn auch nur schwach (+0,3 Zähler auf 6,9 Saldenpunkte). Treiber sind diesmal ausschließlich die besseren Urteilen zur aktuellen Geschäftslage, die um 6,8 Zähler auf 4,8 Saldenpunkte steigen und damit erstmals seit Juni 2019 wieder die Nulllinie übertreffen. Die Erwartungen der Großunternehmen geben um fast ebenso deutliche 6,2 Zähler auf jetzt 13,9 Saldenpunkte nach. Angesichts der rekordnahen Verbesserung der Erwartungen um mehr als 14 Zähler auf ein Zehnjahreshoch im Vormonat ist dies als Konsolidierung zu betrachten, bei der angebotsseitige Produktionshemmnisse aufgrund von Engpässen bei wichtigen Vorleistungsgütern wie etwa Halbleitern eine Rolle gespielt haben dürften.

Der Blick in die Branchen zeigt, dass aktuell vor allem Unternehmen mit ausgeprägter Orientierung auf die internationalen Märkte hinsichtlich des Geschäftsklimas vorn liegen. Sie profitieren besonders vom Aufschwung der Weltwirtschaft. Demnach führt das exportstarken Verarbeitenden Gewerbe die Stimmungstabelle im April mit großem Abstand an: In der mittelständischen Industrie klettert das Geschäftsklima um 3,8 Zähler auf 10,6 Saldenpunkte und in der Großindustrie um 1,5 Zähler auf 21,3 Saldenpunkte. Die globale wirtschaftliche Belebung zieht zudem die Großhandelsunternehmen nach oben. (Mittelständler: +2,3 Zähler auf 1,8 Saldenpunkte; Großunternehmen: +5,5 Zähler auf 9,3 Saldenpunkte). In den Binnenbrachen sind die Stimmungssignale im April gemischt. Erfreulich ist die anhaltende Aufhellung des Geschäftsklimas im Einzelhandel trotz fortbestehender Einschränkungen (Mittelständler: +3,8 Zähler auf -3,9 Saldenpunkte; Großunternehmen: +3,8 Zähler auf -5,0 Saldenpunkte). Auf ohnehin unterdurchschnittlichem Niveau rückläufig ist die Stimmung hingegen bei den Dienstleistungen (Mittelständler: -2,4 Zähler auf -14,0 Saldenpunkte; Großunternehmen -0,4 Zähler auf -3,1 Saldenpunkte). Im Bauhauptgewerbe, das ähnlich wie die Industrie über Engpässe bei Vorleistungsgütern klagt, geht die Stimmung im April ebenfalls nach unten (Mittelständler: -1,4 Zähler auf 7,5 Saldenpunkte; Großunternehmen: -2,1 Zähler auf -1,7 Saldenpunkte).

„Das mittelständische Geschäftsklima steigt im April zum dritten Mal in Folge, was nach der altbekannten Daumenregel den Beginn eines Aufschwungs signalisiert“, sagt Dr. Fritz Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Die Unternehmen blicken hoffnungsvoll in die Zukunft, immer mehr von ihnen setzen auf eine erfolgreiche Eindämmung der Pandemie und einen Aufschwung im späteren Jahresverlauf. Die Chancen dafür, dass diese Hoffnung sich erfüllt, stehen gut – wenn die Neuinfektionen konsequent eingedämmt werden und das Impftempo weiter zunimmt. Deutschland kann dann im zweiten Halbjahr dank Nachholeffekten bei den bislang untersagten Dienstleistungen und im Handel einen kräftigen Wachstumsschub sehen. In der Industrie ist die Auftragslage bereits jetzt blendend.“

Quelle: KfW

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