Jedes fünfte Unternehmen sieht sich durch Corona-Krise bedroht

Durch die Corona-Krise sieht sich fast jedes fünfte Unternehmen in Deutschland bedroht. Das geht aus der neuesten Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. Demnach waren es im Februar 18,7 Prozent, nach 17,6 Prozent im November 2020 und 21,8 Prozent im Mai 2020.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 18.03.2021

Durch die Corona-Krise sieht sich fast jedes fünfte Unternehmen in Deutschland bedroht. Das geht aus der neuesten Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. Demnach waren es im Februar 18,7 Prozent, nach 17,6 Prozent im November 2020 und 21,8 Prozent im Mai 2020. „Besonders gefährdet unter den großen Wirtschaftszweigen fühlte sich im Februar der Einzelhandel mit 34,5 Prozent der Firmen, vor den Dienstleistern mit 26,3 Prozent“, sagt der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. Unterdurchschnittlich bedroht sehen sich der Großhandel mit 12,8 Prozent der Unternehmen, die Industrie mit 7,5 Prozent und der Bau mit 3,6 Prozent. „Insbesondere Unternehmen mit Liquiditätsproblemen fürchten um ihre Zukunft “, ergänzt er.

Die stärksten Existenzängste verspürt die Reisebranche mit 83,7 Prozent der Firmen, Hotels mit 82,3 Prozent sowie Restaurants und Gaststätten mit 72,3 Prozent. Es folgen die Vermietung von beweglichen Sachen mit 33,3 Prozent, die Getränkeherstellung mit 27,3 Prozent sowie Werbung und Marktforschung mit 24,4 Prozent.

Vergleichsweise entspannt sind der Maschinenbau mit 5,6 Prozent, die Elektrobranche mit 4,4 Prozent, die Chemie mit 3,9 Prozent, die Autoindustrie mit 2,3 Prozent, die Rechts- und Steuerberater mit 1,2 Prozent und die Pharmabranche mit 0,9 Prozent.

Quelle: ifo Institut

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Verbesserungen für angeschlossene Gaststättenbetriebe bei November- und Dezemberhilfe erzielt

BMWi, Pressemitteilung vom 17.03.2021

Für Unternehmen mit angeschlossener Gaststätte wird der Zugang zu den außerordentlichen Wirtschaftshilfen für den Monat November und Dezember verbessert und vereinfacht. Künftig ist der Gaststättenanteil unabhängig von den Umsätzen des restlichen Unternehmens antragsberechtigt. Hierauf hat sich die Bundesregierung in Abstimmung mit dem Freistaat Bayern verständigt. Dies betrifft etwa Brauereigaststätten, Vinotheken von Weingütern und Straußwirtschaften.

„Das ist ein wichtiger Erfolg für die bayerischen Brauereigaststätten! Gemeinsam mit dem Bund haben wir diese Lösung auf den Weg gebracht. Dafür Dank an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier! Die Brauereigaststätten stehen für unser Lebensgefühl und prägen Bayerns Kulturlandschaft! Der jetzt erleichterte Zugang zur November- und Dezemberhilfe wird ihnen helfen, die schwere Belastung durch die Corona-Pandemie zu lindern.“

Ministerpräsident Söder

„Wir haben uns in der Bundesregierung darauf verständigt, die November- und Dezemberhilfe weiter zu verbessern und zu vereinfachen. Künftig sind Brauereigaststätten, Vinotheken von Weingütern und Straußwirtschaften antragsberechtigt. Das ist ein wichtiges Signal, da viele Brauereigaststätten oder Vinotheken weiter stark unter den aktuellen Corona-Beschränkungen leiden.“

Bundeswirtschaftsminister Altmaier

Gaststätten, die an ein Unternehmen, wie beispielsweise an eine Brauerei angeschlossen sind, werden bei der Antragsberechtigung für die November- und Dezemberhilfe so behandelt, als handele es sich um eigenständige Unternehmen. Der Gaststättenteil ist unabhängig vom restlichen Unternehmen und damit ebenso wie andere Gaststätten antragsberechtigt. Diese erweiterte Antragsberechtigung greift für die November- und Dezemberhilfe und wird entsprechend angepasst.

Die Antragstellung für die November- und Dezemberhilfe ist bis zum 30.04.2021 möglich.

Mit der November- und Dezemberhilfe können Unternehmen Zuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahreszeitraum erhalten.

Quelle: BMWi

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2021

Die wirtschaftliche Lage präsentiert sich lt. BMWi bis März zweigeteilt: Während die Dienstleistungsbereiche nach wie vor durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie eingeschränkt sind, zeigt sich die Industriekonjunktur bis zuletzt robust.

BMWi, Pressemitteilung vom 16.03.2021

  • Die Wirtschaftsleistung ist im Jahresschlussquartal 2020 aufgrund der Einschränkungen im Zuge der zweiten Pandemiewelle nur leicht gestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt erhöht sich um 0,3 Prozent Im Gesamtjahr 2020 ist die Wirtschaftsleistung um 4,9 Prozent zurückgegangen.
  • Die Industrieproduktion hat im Januar nur leicht abgenommen, besonders die Kfz-Produktion war von Engpässen bei Halbleitern betroffen. Im Baugewerbe kam es auch witterungsbedingt zu einem deutlichen Rückgang. Die Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes liegen weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau.
  • Die anhaltenden Beschränkungen belasteten den Einzelhandel auch zu Jahresbeginn, nachdem zuvor schon das Weihnachtsgeschäft stark beeinträchtigt worden war. Die Umsätze ohne Kfz gingen deutlich zurück, weil der stationäre Handel besonders unter den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung litt. Der Internet- und Versandhandel hingegen konnte nach wie vor gegenüber dem Vorjahr merklich zulegen.
  • Der Arbeitsmarkt hält weiter stand. Die Erwerbstätigkeit nahm im Januar um saisonale Effekte bereinigt zu. Die Arbeitslosigkeit stieg saisonbereinigt im Februar nur leicht an, während es bei der Unterbeschäftigung zu einem leichten Rückgang kam. Die Anzeigen für Kurzarbeit waren im Februar rückläufig, die Zahl der Menschen in Kurzarbeit könnte aber zunächst noch etwas zunehmen.

Wirtschaftliche Entwicklung zweitgeteilt: eingeschränkten Dienstleistungsbereichen steht solide Industrie gegenüber

Die wirtschaftliche Lage präsentiert sich bis März zweigeteilt: Während die Dienstleistungsbereiche nach wie vor durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie eingeschränkt sind, zeigt sich die Industriekonjunktur bis zuletzt robust. Zwar ist der industrielle Ausstoß im Januar um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Allerdings stellt sich dieser Rückgang vor dem Hintergrund eines sehr kräftigen Anstiegs im Dezember eher als Verschnaufpause dar. Die wirtschaftliche Aktivität in den Dienstleistungsbereichen ist derweil von den Lockdown-Maßnahmen geprägt, wenngleich auch hier zuletzt etwas mehr Zuversicht zu beobachten war. Generell sind im Rahmen der voranschreitenden Impfungen die Hoffnungen auf ein baldiges Zurückfahren der Beschränkungen groß. Die weitere Entwicklung der Wirtschaft hängt nun maßgeblich davon ab, wie nachhaltig das Infektionsgeschehen kontrolliert werden kann und wie schnell damit weitere Lockerungen möglich werden. Allerdings steht fest, dass ohne eine anhaltende Eindämmung der Corona-Pandemie auch keine „normale“ wirtschaftliche Aktivität möglich sein wird.

Im Rückblick hat die konjunkturelle Erholung des zweiten Halbjahrs 2020 im Schlussquartal 2020 durch eine zweite Pandemiewelle und den daraufhin vorgenommenen Maßnahmen zur Eindämmung deutlich an Schwung verloren. Gemäß der Detailmeldung vom 24.02.2021 des Statistischen Bundesamts kam es im vierten Quartal 2020 zu einem Wirtschaftswachstum um 0,3 Prozent, was damit höher ausgefallen ist als vielerorts erwartet. Dennoch ist nach dem Anstieg im dritten Quartal um 8,5 Prozent der dämpfende Effekt der angeordneten Schließungen unverkennbar. Erwartungsgemäß war hierbei vor allem der private Konsum betroffen, der besonders stark auf soziale Kontakte angewiesen ist. Dieser Zustand im Dienstleistungsbereich hält nach wie vor an und prägt somit auch die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Vierteljahr 2021. Im Gegensatz dazu zeigt sich der deutsche Außenhandel und die damit eng verbundene Industriekonjunktur robust. Trotz der Belastungen im Dienstleistungsbereich präsentiert sich der Arbeitsmarkt daher auch weiterhin stabil: Die Erwerbstätigkeit nahm zuletzt wieder leicht zu, während die Kurzarbeit nahezu unverändert blieb.

Weltkonjunktur weiter auf Erholkurs

Die Weltkonjunktur erholt sich weiter, steht allerdings immer noch im Schatten der Pandemie. Die globale Industrieproduktion nahm im Dezember zum achten Mal in Folge gegenüber dem Vormonat zu (+1,3 Prozent). Damit überstieg der weltweite industrielle Ausstoß sein Vorkrisenniveau. Der Welthandel expandierte im Dezember ebenfalls weiter (+0,6 Prozent) und überschritt auch erneut sein Vorkrisenniveau. Die Stimmungsindikatoren sprechen für eine leichte Erholung der Weltwirtschaft. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit erhöhte sich im Februar auf 53,2 Punkte (Dezember: 52,3 Punkte) und hält sich damit unverändert oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Insbesondere die Stimmung bei den Dienstleistern machte einen deutlichen Sprung nach oben, liegt aber immer noch hinter den Erwartungen in der Industrie. Nach wie vor dürfte hierfür ursächlich sein, dass von den Maßnahmen der Pandemiebekämpfung primär die Dienstleistungsbranchen betroffen sind. Ein Grund für die zuversichtlichere Stimmung dürften die weltweiten Impfkampagnen sein.

Ausfuhren im Plus, Rückgang bei den Importen

Der deutsche Außenhandel zieht nach einer Verschnaufpause im Vormonat wieder an. Der Wert der Waren- und Dienstleistungsexporte stieg im Januar saisonbereinigt und nominal um 0,3 Prozent. Damit ergab sich im Zweimonatsvergleich ein ähnlich starker Zuwachs um 0,4 Prozent. Die Einfuhren gingen im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,7 Prozent zurück. Im Zweimonatsvergleich kam es zu einer Seitwärtsbewegung (-0,1 Prozent).

Auch auf nationaler Ebene spiegeln sich die Beschränkungen aufgrund der Pandemiebekämpfung kaum in den Frühindikatoren zur Außenwirtschaft wider, die von der Industrie dominiert wird. Der Saldo der ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe stieg im Februar erneut kräftig an und notierte deutlich über Vorkrisenniveau. Auch die Auftragseingänge aus dem Ausland nahmen im Januar kräftig zu (+4,2 Prozent), und machten damit den Dämpfer im Dezember mehr als wett (3,1 Prozent). Die Aussichten für den deutschen Außenhandel hellen sich weiter auf und sind angesichts der Erholung wichtiger Handelspartner (Vereinigte Staaten und China) vorsichtig optimistisch.

Leichter Produktionsrückgang bei der Industrie

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Januar zurückgegangen. Der Ausstoß sank um 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Industrie verzeichnete dabei nur einen leichten Rückgang um 0,5 Prozent, wobei der Maschinenbau für positive Impulse sorgte, die Kfz-Produktion hingegen aufgrund von Engpässen im Halbleiterbereich stark zurückging (-12,1 Prozent). Die Erzeugung im Baugewerbe verringerte sich auch witterungsbedingt deutlich um 12,2 Prozent. Zudem wurde das Ergebnis für Dezember um 8,6 Prozentpunkte auf +5,4 Prozent deutlich nach oben revidiert.

Im Zweimonatsvergleich Januar/Dezember gegenüber November/Oktober ergeben sich insgesamt leicht positive Raten: Der Ausstoß im Produzierenden Gewerbe stieg um 1,4 Prozent, in der Industrie um 2,1 Prozent und im Bau um 0,2 Prozent.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nahmen im Januar wieder zu und lagen insgesamt 1,4 Prozent über dem Vormonat. Damit überschritten sie ihr Niveau vor Ausbruch der Pandemie im vierten Quartal 2019 nach wie vor deutlich um knapp 6 Prozent. Triebkraft des Anstiegs war eine Zunahme der Auslandsnachfrage um 4,2 Prozent. Die Aufträge aus dem Inland sanken hingegen um 2,6 Prozent. Während es bei Investitions- und Vorleistungsgütern zu Zuwächsen um 3,3 Prozent bzw. 0,2 Prozent kam, wurde bei Konsumgütern (insbesondere Bekleidung) ein Rückgang um 5,8 Prozent verzeichnet. Bereinigt um Großaufträge nahmen die Auftragseingänge um 2,8 Prozent zu. Im Zweimonatsvergleich gingen die Ordereingänge nur marginal zurück (-0,2 Prozent).

Der weitere Ausblick für die Industriekonjunktur ist abhängig vom Verlauf des Pandemiegeschehens. Der Anstieg der Auftragseingänge und des ifo Geschäftsklimaindikators im Februar 2021 signalisieren jedoch Zuversicht für die weitere Entwicklung.

Anhaltende Einschränkungen belasten den Handel

Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz haben zu Jahresbeginn weiter spürbar abgenommen. Im Januar sind die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 4,5 Prozent zurückgegangen, nachdem die Verschärfung der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bereits zuvor schon das Weihnachtsgeschäft stark beeinträchtigte (Dezember: -9,1 Prozent). Die Entwicklung in den einzelnen Bereichen des Einzelhandels verlief dabei unterschiedlich. Besonders betroffen von der Schließung vieler Einzelhandelsgeschäfte war der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, während der Internet- und Versandhandel nach wie vor deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnete. Der Handel einschließlich Kfz nahm im Dezember um 4,4 Prozent gegenüber dem Vormonat ab, nach Zuwächsen von 1,0 Prozent bzw. 1,3 Prozent im November und Oktober. Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter erholten sich im Februar wieder etwas und legten um 5,1 Prozent zu. Nach dem Auslaufen der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze zu Jahresbeginn war es im Januar zu einem kräftigen Minus von 50,9 Prozent gekommen (Dezember und November: +15,1 Prozent bzw. +12,3Prozent).

Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel haben sich im Februar etwas vom massiven Einbruch im Januar erholt. Beim GfK Konsumklima wird angesichts der angelaufenen Impfungen und der Hoffnung auf Lockerungen für März ebenfalls eine leichte Erholung erwartet. Beide Frühindikatoren befinden sich aber weiterhin auf niedrigem Niveau.

Das Verbraucherpreisniveau hat sich im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent erhöht, nach einem Plus um 0,8 Prozent im Januar. Die Inflationsrate, die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, lag im in den beiden Monaten bei 1,3 Prozent beziehungsweise 1,0 Prozent, während sie im zweiten Halbjahr 2020 aufgrund der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze fast durchgehend im negativen Bereich gelegen hatte. Weitere Gründe für den sprunghaften Anstieg der Inflationsrate zu Beginn des Jahres sind die Erholung der Import- und Rohstoffpreise sowie die Einführung der CO2-Bepreisung. Nach Auslaufen dieser Sondereffekte dürfte sich Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus wieder abschwächen. Eine nachhaltige Erhöhung der Teuerungsrate ist nicht zu erwarten. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) lag im Februar unverändert bei +1,4 Prozent (Dezember: +0,4 Prozent).

Arbeitsmarkt hält weiter Stand

Der Arbeitsmarkt erweist sich weiterhin als widerstandsfähig. Die Arbeitslosigkeit stieg im Februar saisonbereinigt nur leicht um saisonbereinigt 9.000 Personen an, während es bei der Unterbeschäftigung zu einem leichten Rückgang kam. Infolge der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zeichnet sich jedoch bei der Kurzarbeit ein weiterer leichter Anstieg ab. Die Erwerbstätigkeit erhöhte sich im Januar saisonbereinigt erneut leicht um 16.000 Personen, die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb jedoch zurückhaltend. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im Dezember saisonbereinigt kräftig um 64.000 Personen an. In Kurzarbeit waren im Dezember laut Hochrechnung erneut etwas mehr Personen (2,4 Millionen), die Anzeigen für Kurzarbeit waren aber rückläufig (rund 500.000 im Februar nach 745.000 im Januar). Dies deutet darauf hin, dass die Kurzarbeit im derzeitigen Lockdown noch etwas zunehmen könnte, aber deutlich unter ihrem Niveau vom Frühjahr des vergangenen Jahres bleiben sollte. Die registrierte Arbeitslosigkeit erhöhte sich nach den Ursprungszahlen leicht auf 2,90 Millionen Personen. Der Vorjahresabstand betrug +509.000 Personen. Die umfragebasierten Frühindikatoren von IAB und ifo entwickelten sich im Februar unterschiedlich. Während sich die Beschäftigungssituation in der Industrie entspannte, zeigen sich die Dienstleister pessimistisch. Insbesondere im Einzelhandel führen die anhaltenden Schließungen zu einer Abnahme der Beschäftigung.

Quelle: BMWi

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Konjunkturerwartungen steigen weiter

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen in der aktuellen Märzumfrage 2021 erneut an und liegen mit 76,6 Punkten um 5,4 Punkte höher als im Februar. Seit Dezember 2020 sind sie damit um mehr als 20 Punkte gestiegen. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verbessert sich lt. ZEW ebenfalls im Vergleich zum Vormonat.

ZEW, Pressemitteilung vom 16.03.2021

Der ZEW-Indikator liegt bei 76,6 Punkten

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen in der aktuellen Märzumfrage 2021 erneut an und liegen mit 76,6 Punkten um 5,4 Punkte höher als im Februar. Seit Dezember 2020 sind sie damit um mehr als 20 Punkte gestiegen. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verbessert sich ebenfalls im Vergleich zum Vormonat. Der Lageindikator beträgt im März minus 61,0 Punkte. Das ist eine Verbesserung um 6,2 Punkte gegenüber Februar. Seit Dezember 2020 hat sich die Lageeinschätzung mit einem Anstieg um 5,5 Punkte nur geringfügig verbessert.

„Der Konjunkturoptimismus steigt weiter. Die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten gehen von einer breit angelegten Erholung der deutschen Wirtschaft aus. Sie rechnen damit, dass bis Herbst mindestens 70 Prozent der deutschen Bevölkerung ein Impfangebot erhalten werden. Eine große Mehrheit erwartet allerdings auch eine weiter zunehmende Inflationsrate sowie höhere langfristige Zinsen“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D., die aktuellen Erwartungen.

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten und Finanzmarktexpertinnen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone steigen im März ebenfalls erneut an. Sie liegen mit 74,0 Punkten um 4,4 Punkte über dem Wert vom Februar. Seit Dezember 2020 sind sie um knapp 20 Punkte gestiegen.

Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet steigt um 4,8 Punkte auf einen neuen Wert von minus 69,8 Punkten. Seit Dezember 2020 verbesserte sich die Lageeinschätzung jedoch lediglich um knapp sechs Punkte.

Die Inflationserwartungen für das Eurogebiet steigen um 8,8 Punkte auf einen neuen Stand von 80,6 Punkten. Der Inflationsindikator für Deutschland legt im März um 7,5 Punkte zu und liegt damit bei 81,0 Punkten. Jeweils mehr als 80 Prozent der Expertinnen und Experten rechnen mit einem Anstieg der Inflationsrate im Eurogebiet und in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten.

Quelle: ZEW

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Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Insolvenzen

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zahl der Insolvenzen geht es in der Antwort der Bundesregierung (19/27225) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Nach Ansicht der Fragesteller haben die Maßnahmen der Bundesregierung das Problem der drohenden Insolvenzen nicht verhindert, sondern nur vertagt.

Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 15.03.2021

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zahl der Insolvenzen geht es in der Antwort der Bundesregierung (19/27225) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/26756). Nach Ansicht der Fragesteller haben die Maßnahmen der Bundesregierung das Problem der drohenden Insolvenzen nicht verhindert, sondern lediglich vertagt.

Wie die Bundesregierung auf der Basis von Daten des Statistischen Bundesamts schreibt, wurden im Zeitraum von Januar bis November 2020 14.621 Unternehmensinsolvenzen beantragt. 171.556 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seien von diesen Insolvenzen im Zeitraum Januar bis November 2020 direkt betroffen. Es werde nicht erhoben, wie viele Insolvenzen auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind. Für Januar 2021 habe das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass die vorläufige Zahl der eröffneten Regelinsolvenzen im Vormonatsvergleich um fünf Prozent gesunken sei und um 34 Prozent niedriger als im Januar 2020 gelegen habe.

Quelle: Deutscher Bundestag, hib-Nr. 333/2021

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Familieninterne Übergaben bergen weniger Risiken

Unternehmen, bei denen bereits zu Beginn eines Übergabeprozesses geplant ist, dass ein Familienmitglied die Nachfolge antreten soll, sind deutlich seltener von einer Stilllegung betroffen, als Unternehmen, die einen Verkauf anstreben. Zu diesem Ergebnis kommt das IfM Bonn.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 15.03.2021

IfM Bonn untersuchte erstmals für Deutschland Stilllegungen von Unternehmen im Vorfeld geplanter Übergaben

Unternehmen, bei denen bereits zu Beginn eines Übergabeprozesses geplant ist, dass ein Familienmitglied die Nachfolge antreten soll, sind deutlich seltener von einer Stilllegung betroffen, als Unternehmen, die einen Verkauf anstreben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Projektteam des IfM Bonn, dass erstmals für Deutschland untersucht hat, wie viele Unternehmen im Zuge des Übergabeprozesses stillgelegt werden und welche Faktoren dazu beitragen.

Insgesamt betrachtet blieben rund drei Viertel der insgesamt gut 90.000 Betriebe, deren Übergabe im Beobachtungszeitraum geplant war, am Markt bestehen. Diejenigen Unternehmen, die im geplanten Übergabezeitraum stillgelegt wurden, waren eher klein und wiesen überwiegend eine mangelhafte Ertragslage, eine geringere Exportorientierung und/oder eine geringere Investitionsneigung vor der geplanten Übergabe auf.

Weniger wirtschaftlich attraktive Unternehmen haben demnach offenbar größere Schwierigkeiten, übergeben zu werden. Genau aus diesem Grund berücksichtigen die IfM-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler bei ihren regelmäßigen Schätzungen, wie viele Übergaben in den kommenden fünf Jahren zu erwarten sind, auch nur diejenigen Unternehmen, bei denen aufgrund des Mindestertragswerts eine Übernahme für potenzielle Nachfolger und Nachfolgerinnen ökonomisch sinnvoll ist. Für den vergangenen Fünf-Jahres-Zeitraum hatten sie geschätzt, dass zwischen 2018 und 2022 insgesamt in rund 150.000 Familienunternehmen Übergaben anstehen, von denen rund 2,4 Millionen Beschäftigte betroffen sind. Eine neue Fünfjahresschätzung werden die IfM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im kommenden Jahr vorlegen.

“Noch immer wird eine Unternehmensstilllegung im Zuge des Übergabeprozesses als Scheitern verstanden. Dabei handelt es sich um eine ökonomisch-rationale unternehmerische Entscheidung, die nach Abwägung von Erfolgsaussichten und der Kosten, die mit der Übergabe verbunden sind, getroffen wird – auch wenn sie natürlich von den Familienunternehmern und -unternehmerinnen nicht präferiert wird“, berichtet Projektleiterin Dr. Nadine Schlömer-Laufen. Sie empfiehlt daher jedem Unternehmenseigentümer und jeder Eigentümerin, sich nicht nur frühzeitig mit dem Zeitpunkt des eigenen Rückzugs zu beschäftigen, sondern sich auch ein realistisches Bild vom Unternehmenszustand zu machen.“ Angesichts des zeitlichen und finanziellen Aufwands einer vergeblichen Nachfolgersuche und einer anschließenden Stilllegung ist eine realistische Einschätzung der Bedingungen zentral, unter denen eine Fortführung des Betriebs möglich erscheint.“, erläutert die IfM-Projektleiterin.

Die Studien „Herausforderungen der Unternehmensübergabe: Unternehmen zwischen Fortführung und Stilllegung“ und “Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2018 bis 2022“ sind auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar.

Quelle: IfM Bonn

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Konsumausgaben der privaten Haushalte 2020 deutlich zurückgegangen

Das Konsumverhalten privater Haushalte in Deutschland hat sich aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 stark verändert. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltverbrauchertages am 15. März 2021 mitteilt, gingen die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach den Konzepten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 % in jeweiligen Preisen und um 5,0 % preisbereinigt zurück.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15.03.2021

Stärkster Rückgang der Konsumausgaben der privaten Haushalte seit 1970

Das Konsumverhalten privater Haushalte in Deutschland hat sich aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 stark verändert. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltverbrauchertages am 15. März 2021 mitteilt, gingen die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach den Konzepten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 % in jeweiligen Preisen und um 5,0 % preisbereinigt zurück. Dies war der stärkste Rückgang seit 1970. Diese Entwicklung unterscheidet sich von der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, als der private Konsum weniger beeinträchtigt war und dadurch eine stabilisierende Wirkung auf die deutsche Volkswirtschaft hatte.

Mehrausgaben der privaten Haushalte für Nahrungsmittel, Einbruch bei Gastronomie und Beherbergung

Entgegen dem allgemeinen Rückgang der privaten Konsumausgaben haben die privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 für Nahrungsmittel und Getränke 6,3 % mehr ausgegeben (in jeweiligen Preisen). Die Ursachen dafür dürften sein, dass mehr von zuhause gearbeitet, auf Vorrat gekauft und durch den Lockdown im Gastgewerbe weniger auswärts gegessen wurde. Das Gastgewerbe hat der Lockdown besonders getroffen: Die Konsumausgaben für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen fielen um 33,2 %.

Hohe Nachfrage nach Kraftfahrzeugen im 2. Halbjahr 2020

Im Jahr 2020 nahmen die Konsumausgaben für Verkehr um 11,7 % ab. Dabei ließen sich zwei unterschiedliche Tendenzen beobachten: Während die Ausgaben für Verkehrsdienstleistungen in den Bereichen Flug-, Bahn- und Busreisen im Jahresverlauf weiter zurückgingen (1. Halbjahr -28,6 %; 2. Halbjahr -38,6 %), stieg die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen – nach einem Rückgang im 1. Halbjahr 2020 um 20,0 % – im 2. Halbjahr um 9,9 %. Ein Grund für den Anstieg war vermutlich auch die Mehrwertsteuersatzsenkung im Rahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung.

Die Ersparnis der privaten Haushalte beim Kauf eines Kraftfahrzeugs variierte neben der Innovationsprämie für Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge aufgrund der Mehrwertsteuersatzsenkung im 2. Halbjahr 2020 mit der Höhe des Kaufpreises. Die Ausgaben für Kraftfahrzeuge stiegen allerdings weniger stark an als in der Finanz- und Wirtschaftskrise: Von März bis September 2009 hatte die Bundesregierung die Umweltprämie („Abwrackprämie“) in Höhe von 2 500 Euro aufgelegt, um die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen zu fördern. In der Folge stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte für Kraftfahrzeuge in den ersten drei Quartalen 2009 um 26,1 % im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum im Vorjahr. Der damalige Anstieg in den ersten drei Quartalen 2009 war also mehr als doppelt so stark wie im 2. Halbjahr 2020.

Geringere Nachfrage nach Dienstleistungen und kurzlebigen Gebrauchsgütern

Während 2009 hauptsächlich die Automobilhersteller und die Zulieferunternehmen von der Umweltprämie profitierten, stieg im 2. Halbjahr 2020 im Rahmen der Mehrwertsteuersatzsenkung die Nachfrage nach langlebigen Gebrauchsgütern anderer Branchen. Beispielsweise zeigte sich auch in den Konsumausgaben der privaten Haushalte für Einrichtungsgegenstände sowie Apparate, Geräte und Ausrüstungen für den Haushalt (zum Beispiel Möbel, elektrische Haushaltsgeräte) ein sprunghafter Anstieg im 2. Halbjahr 2020 (1. Halbjahr +1,7 %; 2. Halbjahr: +6,9 %). Branchenübergreifend gingen die Konsumausgaben für langlebige Güter im 1. Halbjahr um 8,5 % zurück, im 2. Halbjahr stiegen sie um 7,8 %. Auf die Käufe kurzlebiger Gebrauchsgüter (zum Beispiel Bekleidung und Schuhe) hatte die Mehrwertsteuersatzsenkung hingegen keinen durchschlagenden Effekt. Diese Käufe waren im 2. Halbjahr weiterhin rückläufig, wenngleich auch nicht so negativ wie im 1. Halbjahr 2020. Für Dienstleistungen gaben die privaten Haushalte in den beiden Halbjahren 2020 in einem vergleichbaren Umfang weniger Geld aus.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Corona-Krise bremst die Ausgaben für Forschung in der Industrie

Die Unternehmen in der Industrie haben im Corona-Jahr 2020 weniger für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das geht aus einer neuen Umfrage des ifo Instituts hervor. Demnach sank der Anteil auf 3,2 Prozent vom Umsatz, verglichen mit 3,5 Prozent im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 11.03.2021

Die Unternehmen in der Industrie haben im Corona-Jahr 2020 weniger für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das geht aus einer neuen Umfrage des ifo Instituts hervor. Demnach sank der Anteil auf 3,2 Prozent vom Umsatz, verglichen mit 3,5 Prozent im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Insbesondere in der Autobranche sank der Anteil von 6,9 auf 4,8 Prozent. Selbst die Pharmabranche kürzte die Forschungsausgaben, von 7,2 auf 7,0 Prozent vom Umsatz. „Verstärkt wurde der Rückgang dadurch, dass gleichzeitig der Umsatz in vielen Branchen sank“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Umfragen beim ifo Institut. „Dennoch setzten viele Unternehmen auch während der Krise auf Forschung und Entwicklung.“

„Es gibt einen Lichtblick: Der Anteil der Firmen, die angeben Forschung und Entwicklung zu betreiben, ist immerhin von 65,8, auf 68,6 Prozent aller Unternehmen gestiegen“, fügt Wohlrabe hinzu. Allerdings ist der Anteil der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung zurückgegangen. Über alle Branchen hinweg rutschte er ab von 4,9 Prozent im Schnitt der Jahre 2016 bis 2019 auf 4,2 Prozent im vergangenen Jahr. Spitzenreiter ist hier die Pharmabranche mit 12,8 Prozent 2020, allerdings nach 15,1 Prozent im Schnitt der Vorjahre.

Die Gesamtzahlen verbergen große Unterschiede im Niveau und im Trend der einzelnen Branchen. So legte in der Chemie der Umsatzanteil der Forschung zu, von 4,0 auf 4,7 Prozent, im Textilgewerbe von 2,1 auf 4,8 Prozent. Im Maschinenbau sank er dagegen von 4,2 auf 4,1 Prozent.

Quelle: ifo Institut

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Inflationsrate im Februar 2021 bei +1,3 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Februar 2021 bei +1,3 %. Damit hat die Inflationsrate nach dem Ende der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze zum Jahreswechsel im zweiten Monat in Folge fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Januar 2021 um 0,7 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.03.2021

Inflationsrate im zweiten Monat in Folge wieder im Plus

Verbraucherpreisindex, Februar 2021

  • +1,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,7 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Februar 2021

  • +1,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,6 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Februar 2021 bei +1,3 %. Damit hat die Inflationsrate nach dem Ende der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze zum Jahreswechsel im zweiten Monat in Folge fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Januar 2021 um 0,7 %.

Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist um 0,3 %

Die Preise für Waren insgesamt lagen im Februar 2021 um 1,0 % über denen des Februars 2020. Die Preise für Energieprodukte lagen mit +0,3 % knapp über dem Niveau des Vorjahresmonats, nach -2,3 % im Januar 2021. Binnen Jahresfrist verteuerten sich im Februar 2021 vor allem Kraftstoffe (+2,4 %), Erdgas (+2,1 %) sowie Heizöl (+1,1 %). Hier wirkte sich neben der zu Jahresbeginn eingeführten CO2-Abgabe auch der Preisanstieg auf dem Rohölmarkt aus. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich um 1,4 %. Der Preisauftrieb für Nahrungsmittel hat sich damit jedoch abgeschwächt (Januar 2021: +2,2 %). Teurer waren vor allem Süßwaren und Molkereiprodukte (jeweils +2,7 %). Weniger gewichtig, aber merklich teurer wurden auch Tabakwaren (+3,9 %), deutlich günstiger hingegen zum Bespiel Mobiltelefone (-9,2 %).

Inflationsrate ohne Energie bei +1,4 %

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Februar 2021 bei +1,4 % gelegen.

Nettokaltmieten gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 % gestiegen

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Februar 2021 um 1,4 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,3 %. Stärker erhöhten sich die Preise unter anderem für Leistungen sozialer Einrichtungen (+6,5 %) und Finanzdienstleistungen (+6,2 %). Günstiger waren hingegen zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-1,0 %).

Preise für Heizöl und Kraftstoffe im Vormonatsvergleich 3,6 % höher

Im Vergleich zum Januar 2021 stieg der Verbraucherpreisindex im Februar 2021 um 0,7 %. Energieprodukte wurden um 1,5 % teurer, insbesondere mussten Verbraucherinnen und Verbraucher mehr für Heizöl (+6,5 %) und für Kraftstoffe (+3,0 %) bezahlen. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Vormonatsvergleich um 0,7 %, teurer wurde hier vor allem Gemüse (+2,0 %).

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Arbeitskosten im 4. Quartal 2020 um 2,1 % höher als im Vorquartal

Die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde sind in Deutschland im 4. Quartal 2020 um 2,1 % gegenüber dem 3. Quartal 2020 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war das 4. Quartal 2020 wie bereits das 1. und 2. Quartal stärker von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beeinflusst als das 3. Quartal.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.03.2021

Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde, 4. Quartal 2020

  • +2,1 % zum Vorquartal (saison- und kalenderbereinigt)
  • +3,5 % zum Vorjahresquartal (kalenderbereinigt)

Die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde sind in Deutschland im 4. Quartal 2020 saison- und kalenderbereinigt um 2,1 % gegenüber dem 3. Quartal 2020 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, war das 4. Quartal 2020 wie bereits das 1. und 2. Quartal stärker von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beeinflusst als das 3. Quartal. Im Zuge dieser Maßnahmen sank insbesondere die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden, wodurch rechnerisch die Kosten je geleistete Arbeitsstunde gegenüber dem Vorquartal stark stiegen.

Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, lag der Anstieg der Arbeitskosten im 4. Quartal 2020 kalenderbereinigt bei 3,5 %. Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Die Kosten für Bruttoverdienste erhöhten sich im 4. Quartal 2020 im Vergleich zum 4. Quartal 2019 kalenderbereinigt um 3,2 %, die Lohnnebenkosten stiegen um 5,0 %.

Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland im 3. Quartal 2020 über dem EU-Durchschnitt

Dem Vergleich der Arbeitskosten in Deutschland mit den Arbeitskosten in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) liegt der Bereich des Produzierenden Gewerbes und der wirtschaftlichen Dienstleistungen zugrunde. Hierbei sind unter anderem der öffentliche Dienst und das Gesundheitswesen nicht enthalten. Nach diesen Ergebnissen verteuerte sich eine Stunde Arbeit in Deutschland im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal kalenderbereinigt um 1,9 %. Damit lag Deutschland über dem durchschnittlichen Anstieg der Arbeitskosten in der EU von 1,6 %. Die höchsten Wachstumsraten in der EU wiesen Ungarn (+5,9 %), Portugal (+5,6 %) und Rumänien (+5,2 %) auf. In Frankreich fiel der Anstieg der Arbeitskosten mit +2,2 % ähnlich aus wie in Deutschland. In fünf EU-Staaten waren die Werte des Arbeitskostenindex rückläufig, am stärksten war der Rückgang in Malta mit -11,3 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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