Eigenkapital deutscher Mittelständler sinkt in der Corona-Krise

Das Eigenkapital deutscher Firmen hat während der Corona-Krise gelitten. 6 Prozent der Firmen berichteten über starke Rückgänge. Bei insgesamt 30 Prozent ist die Eigenkapitalquote gesunken. 61 Prozent berichteten dagegen von keiner Veränderung, 9 Prozent sogar von einem Anstieg. Das sind Ergebnisse einer Studie des ifo Instituts im Auftrag der IHK für München und Oberbayern.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.02.2021

Das Eigenkapital deutscher Firmen hat während der Corona-Krise gelitten. 6 Prozent der Firmen berichteten über starke Rückgänge. Bei insgesamt 30 Prozent ist die Eigenkapitalquote gesunken. 61 Prozent berichteten dagegen von keiner Veränderung, 9 Prozent sogar von einem Anstieg. Das sind Ergebnisse einer Studie des ifo Instituts im Auftrag der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. „Das Eigenkapital war nur eine von vielen Sorgen der befragten Firmen. Ihnen brachen Aufträge weg, und ihre Geschäftslage verschlechterte sich“, erläutert Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

Die Situation ist in einzelnen Sektoren und über die Firmengrößen hinweg unterschiedlich: Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) berichteten über höhere Insolvenzrisiken. Diese Tendenz ist besonders bei den kleinsten 25 Prozent der KMU sichtbar. Das Gastgewerbe, die Reisebranche oder der Kunst- und Unterhaltungssektor verzeichnen deutlich höhere Einbrüche beim Eigenkapital als der Durchschnitt. Viele Unternehmen in diesen Branchen waren vor der Krise gesund. Andere, deren Eigenkapital stark abnahm, klagten bereits vor der Krise über schlechte Geschäfte – etwa die Unternehmen der Metallerzeugung und -verarbeitung.

Deshalb müsse das Eigenkapital kleiner Firmen gestärkt werden, lautet eine der Empfehlungen in der Studie. Es seien vor allem jene Maßnahmen sinnvoll, die Firmen mit stabiler Geschäftsentwicklung vor der Krise unterstützen. „Unprofitable Firmen künstlich am Leben zu halten, ist nicht der richtige Weg. Das führt zu Wettbewerbsverzerrung“, sagt Peichl. Ein wirksames Instrument, um Eigenkapital zu schützen, sei zum Beispiel eine temporäre Ausweitung des steuerlichen Gewinnrücktrages.

Quelle: ifo Institut

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Importpreise im Januar 2021: -1,2 % gegenüber Januar 2020

Die Importpreise waren im Januar 2021 um 1,2 % niedriger als im Januar 2020. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Dezember 2020 bei -3,4 % gelegen, im November 2020 bei -3,8 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 26.02.2021

Importpreise, Januar 2021

  • +1,9 % zum Vormonat
  • -1,2 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Januar 2021

  • +0,9 % zum Vormonat
  • +0,1 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im Januar 2021 um 1,2 % niedriger als im Januar 2020. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im Dezember 2020 bei -3,4 % gelegen, im November 2020 bei -3,8 %. Gegenüber dem Vormonat Dezember 2020 stiegen die Importpreise im Januar 2021 überdurchschnittlich an, und zwar um 1,9 %. Dazu haben vor allem die Preissteigerungen bei Energie und Metallen beigetragen. Eine Vormonatsveränderung in dieser Höhe hatte es zum letzten Mal im Dezember 2010 gegeben.

Nach wie vor starker Preisrückgang bei Energie im Vorjahresvergleich

Der Rückgang der Importpreise gegenüber Januar 2020 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im Januar 2021 um 13,1 % billiger als im Januar 2020, stiegen aber gegenüber dem Vormonat deutlich um 8,6 %. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdöl mit einem Minus von 20,4 %. Dagegen lagen die Preise für elektrischen Strom 50,2 % und für Erdgas um 7,7 % über denen von Januar 2020.

Der Importpreisindex ohne Energie war im Januar 2021 um 0,3 % höher als im Januar 2020 (+1,3 % gegenüber Dezember 2020). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 0,5 % über dem Stand des Vorjahres (+1,4 % gegenüber Dezember 2020).

Starker Preisanstieg bei Eisen und Stahl im Vorjahresvergleich

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter stiegen im Januar 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 %. Gegenüber Januar 2020 verteuerten sich vor allem Eisenerze (+36,2 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+9,0 %) deutlich. Dagegen waren unter anderem elektronische Bauelemente (-9,1 %) billiger als im Vorjahresmonat.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Januar 2021 um 0,9 % unter denen von Januar 2020. Während unter anderem Tablets (-5,2 %) und Smartphones (-3,6 %) zu niedrigeren Preisen importiert wurden, waren Notebooks (+2,2 %) teurer als im Januar 2020.

Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 %, Gebrauchsgüter um 1,2 % billiger. Gegenüber dem Vormonat verteuerten sie sich allerdings um 0,4 % beziehungsweise 0,1 %.

Die Preise für landwirtschaftliche Güter lagen 0,8 % unter denen von Januar 2020, stiegen aber gegenüber Dezember 2020 deutlich (+5,1 %). Während sich insbesondere lebende Schweine (-49,4 %) und Nüsse (-22,1 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verbilligten, wurden vor allem Rohkaffee (+11,7 %) und Getreide (+10,1 %) zu höheren Preisen importiert.

Veränderungen der Exportpreise Januar 2021

Der Index der Exportpreise lag im Januar 2021 um 0,1 % über dem Stand von Januar 2020. Im Dezember und im November 2020 hatte die Jahresveränderungsrate jeweils bei -0,6 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Dezember 2020 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,9 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Industrieunternehmen optimistischer als Gesamtwirtschaft

Die deutsche Industrie blickt wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft als noch im vergangenen Herbst. Das zeigt eine entsprechende Sonderauswertung der jüngsten DIHK-Konjunkturumfrage.

DIHK, Pressemitteilung vom 24.02.2021

Auswertung von knapp 8.000 Antworten im Rahmen der Konjunkturumfrage

Die deutsche Industrie blickt wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft als noch im vergangenen Herbst. Das zeigt eine entsprechende Sonderauswertung der jüngsten DIHK-Konjunkturumfrage.

An den Befragungen der Industrie- und Handelskammern zu Jahresbeginn 2021 beteiligten sich knapp 8.000 Industrieunternehmen. 31 Prozent von ihnen beurteilen ihre Geschäftslage als gut, im Herbst 2020 waren es noch 23 Prozent. Ein Viertel (zuvor ein Drittel) schätzt die Lage negativ ein. Der daraus resultierende Saldo von aktuell 6 Punkten liegt damit zwar über dem der Vorgängerumfrage (minus 10 Punkte), jedoch weiterhin deutlich unter der Einschätzung von Anfang 2020 (Saldo plus 16) und dem langjährigen Durchschnitt von plus 23 Punkten.

Exporterwartungen heben die Stimmung

Bei den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate sind die optimistischen Stimmen in der Überzahl (Saldo plus 8 Punkte, Vorumfrage: 5 Punkte). Dass die Industrie im Vergleich der Wirtschaftszweige zuversichtlich ist, zeigt sich vor allem bei den Exporterwartungen: Diese fallen günstiger aus als in den beiden Vorumfragen und auch positiver als in der Erhebung zu Jahresbeginn 2020. 30 Prozent der exportierenden Industrieunternehmen rechnen mit einer Zunahme der Ausfuhrtätigkeit, ein Fünftel erwartet jedoch Rückgänge (Saldo: 9 Punkte). Aber auch bei den Exporterwartungen reichen die jüngsten Werte nicht an den langjährigen Durchschnitt der DIHK-Konjunkturumfragen heran (19 Punkte).

Unterm Strich gehen 37 Prozent der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate von Umsatzzuwächsen aus, 23 Prozent stellen sich auf Rückgänge ein. Auch hier ist die Industrie, nicht zuletzt aufgrund der Exporte, günstiger aufgestellt als die anderen Wirtschaftszweige (in der Gesamtwirtschaft erwarten 27 Prozent der Betriebe Umsatzsteigerungen, 28 Prozent Umsatzrückgänge).

Krisendynamik ist anders als 2009

Im Vergleich der Corona-Krise mit der Finanzkrise elf Jahre zuvor zeigen sich einige Unterschiede. Zum einen ist der Einbruch bei der Beurteilung der Geschäftslage 2020 sichtlich weniger stark ausgefallen als 2009, wenngleich das Bruttoinlandsprodukt in ähnlichem Ausmaß gesunken ist. Der Tiefpunkt der Erwartungen liegt aktuell auf einem vergleichbaren Niveau wie in der Finanzkrise.

Zum anderen scheinen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die Industrieunternehmen unvorbereiteter getroffen zu haben als die Finanzkrise. 2009 hatten die Erwartungen den Rückgang der Geschäftslage bereits angekündigt. Analog zum steilen Einbruch hat die Erholung jetzt aber schneller eingesetzt als damals. Das Abknicken der Erwartungen am aktuellen Rand ist wiederum kein gesteigertes Hoffnungssignal für einen weiteren ungebremsten Industrieaufschwung.

Nachfrage und Ressourcenpreise sind die Hauptrisiken

Den vergleichsweise günstigen Geschäftserwartungen stehen zudem deutliche Abwärtsrisiken gegenüber. 61 Prozent der Industrieunternehmen sehen in der Inlandsnachfrage ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Lediglich im Handel ist der Anteil höher.

Aber auch die Entwicklungen auf den ausländischen Märkten bereiten den Unternehmen Sorgen: 46 Prozent der exportierenden Unternehmen bewerten die Auslandsnachfrage als Risiko. Ebenfalls knapp die Hälfte der Industriebetriebe (45 Prozent) sorgt sich um steigende Energie- und Rohstoffpreise. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden von 42 Prozent der Betriebe genannt. Von Fachkräftemangel und steigenden Arbeitskosten sieht sich jeweils ein Drittel der Industrieunternehmen bedroht.

Liquiditätssorgen drücken auf die Investitionspläne

Beinahe jeder vierte Industriebetrieb berichtet im Zuge der aktuellen Konjunkturumfrage von schrumpfendem Eigenkapital. Mehr als jedes siebte Unternehmen verzeichnet Liquiditätsengpässe. Das schmälert die (Vor-) Finanzierung von Maschinen und Produkten und drückt unterm Strich auf die Investitionspläne der Industriebetriebe.

So haben 28 Prozent der Unternehmen vor, ihre Investitionstätigkeit zurückzufahren (Saldo minus 1 Punkt). Bei den Betrieben, die von Eigenkapitalrückgängen beziehungsweise Liquiditätsengpässen berichten, ist der Anteil beinahe doppelt so hoch (jeweils 52 Prozent). Neben Investitionen in die Ersatzbeschaffung (64 Prozent), in Rationalisierungsmaßnahmen (44 Prozent) und in Produktinnovationen (37 Prozent) wollen die Unternehmen wieder leicht verstärkt in Kapazitätsausweitungen (27 Prozent) und in den Umweltschutz (26 Prozent) investieren.

Generell sind die Investitionsabsichten von kleinen und mittleren Unternehmen in der Industrie eher verhalten – insbesondere die Pläne zu Kapazitätsausweitungen sind weit von den sehr guten Jahren 2017 bis 2019 entfernt. Im Größenvergleich zeigt sich, dass der kleinere Mittelstand sich bei Investitionen stärker zurückhält als Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitenden. Die Beschäftigungspläne wurden in der Industrie zwar nach oben revidiert, sie bleiben insgesamt aber restriktiv.

Pharmaindustrie behauptet

Die pharmazeutische Industrie zählt zu den Gewinnern der Corona-Krise. Dennoch: Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage (Saldo 33 Punkte) liegen zwar weit über dem Schnitt der Gesamtindustrie, aber knapp unter dem langfristigen Durchschnitt.

Für die kommenden zwölf Monate rechnet die Branche mit Geschäftszuwächsen. Der Erwartungssaldo verbessert sich um 9 auf plus 12 Punkte. Dazu dürften auch die Exporterwartungen beigetragen haben. Etwa zwei Fünftel der Pharmaunternehmen erwarten steigende Ausfuhren, 13 Prozent ein Absinken (Saldo 29 Punkte).

38 Prozent der Pharmaunternehmen planen, ihre Investitionen auszuweiten. Damit ist die Pharmaindustrie Spitzenreiter bei ihren Investitionsplänen – keine andere Industriebranche plant mehr Investitionen. Haupttreiber sind dabei neben dem Ersatzbedarf (52 Prozent) die Kapazitätsausweitungen (51 Prozent). Dazu passend werden auch die Beschäftigtenpläne nach oben korrigiert – ein Viertel der Unternehmen plant Neueinstellungen. Zusammen mit den Herstellern aus der Medizintechnik weisen die Pharmaunternehmen den höchsten Beschäftigungssaldo im Vergleich der Industriebranchen auf (jeweils 11 Punkte).

Fahrzeugbau verbessert

Nach dem spürbaren Einbruch des Fahrzeugbaus im vergangenen Jahr verbessert sich die Lage in der Branche deutlich. Der Saldo der Geschäftslage ist von minus 23 in der Vorumfrage auf plus 4 Punkte gestiegen. Die Erwartungen folgen diesem Trend nicht; der Erwartungssaldo verschlechtert sich leicht auf 13 Punkte. Immerhin rechnet ein Drittel der Unternehmen für das laufende Jahr mit Geschäftszuwächsen.

Die Investitionspläne wurden sichtlich nach oben korrigiert – allerdings von niedrigem Niveau kommend. Auch hier dürften der Eigenkapitalrückgang (26 Prozent) und die Liquiditätsprobleme (25 Prozent) zentrale Hemmnisse darstellen. Ein Fünftel der Unternehmen plant dennoch, die Investitionen auszuweiten; bei den größeren Mittelständlern mit 200 bis 1.000 Beschäftigten ist es sogar jeder vierte. Der Haupttreiber in dieser Branche sind Produktinnovationen (47 Prozent) – ein Indiz für den laufenden Strukturwandel. Aber auch Kapazitätsausweitungen (25 Prozent) werden häufiger genannt als in vielen anderen Industriebranchen. Dies deutet darauf hin, dass die Unternehmen sich bereits jetzt – trotz der aktuellen Krise – auf eine steigende Nachfrage einstellen. Die Beschäftigtenpläne bleiben aber aktuell noch verhalten – wenngleich der Saldo sich im Vergleich zur Vorumfrage um 17 Punkte verbessert.

Quelle: DIHK

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Konsumklima: Leichte Erholung vom Lockdown-Schock

Nach dem Lockdown-bedingten Einbruch zu Jahresbeginn erholt sich die Konsumstimmung im Februar. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung verzeichnen Zugewinne. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für März 2021 einen Wert von -12,9 Punkten und damit 2,6 Punkte mehr als im Februar dieses Jahres (revidiert -15,5 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Februar 2021.

GfK, Pressemitteilung vom 25.02.2021

Nach dem Lockdown-bedingten Einbruch zu Jahresbeginn erholt sich die Konsumstimmung im Februar. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung verzeichnen Zugewinne. So prognostiziert GfK für das Konsumklima für März 2021 einen Wert von -12,9 Punkten und damit 2,6 Punkte mehr als im Februar dieses Jahres (revidiert -15,5 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Februar 2021.

Zum verbesserten Konsumklima tragen neben steigender Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung auch eine sinkende Sparneigung bei.

„Die Verbraucher erholen sich etwas von dem Schock, der sie nach dem harten Lockdown Mitte Dezember erfasst hat. Die zuletzt gesunkenen Infektionszahlen und die angelaufenen Impfaktionen nähren die Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Maßnahmen“, so Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte.

Sowohl Konjunktur- als auch Einkommenserwartung können die Verluste aus dem Vormonat mehr als wettmachen. Die Anschaffungsneigung, die zu Jahresbeginn knapp 37 Punkte verloren hatte, kann mit einem Plus von 7,4 Zähler nur etwa ein Fünftel der Vormonatsverluste hinzugewinnen. Momentan weist der Indikator 7,4 Punkte auf und liegt damit mehr als 46 Zähler unter Vorjahresniveau.

Bürkl weiter: „Eine nachhaltige Erholung der Anschaffungsneigung und damit auch des Konsumklimas wird es erst dann geben, wenn der harte Lockdown beendet wird und Geschäfte sowie Hotels und Restaurants wieder öffnen. Sollten die Maßnahmen dagegen sogar noch einmal verlängert werden, schwinden die Chancen auf eine zügige Erholung und dem Konsumklima stehen weiterhin schwierige Zeiten bevor“.

Einkommenserwartung: Anstieg nach vier Rückgängen in Folge

Nach vier Rückgängen in Folge legt die Einkommenserwartung im Februar wieder zu. Mit einem Plus von 9,4 Zählern fällt der Anstieg sogar signifikant hoch aus. Mit aktuell gemessenen 6,5 Punkten liegt der Indikator jedoch noch immer knapp 35 Punkte unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres.

Mit der Hoffnung auf ein Ende des harten Lockdowns steigt auch die Erwartung anzunehmende Einkommen. Die Kurzarbeit könnte wieder zurückgefahren werden und möglicherweise auch eine Reihe von Insolvenzen verhindert werden. Dies würde die Angst vor Jobverlust reduzieren.

Konjunkturelle Erholung erwartet

Die konjunkturellen Aussichten der Bundesbürger hellen sich wieder auf. Der Indikator Konjunkturerwartung gewinnt 6,7 Zähler und klettert damit auf acht Punkte. Im Gegensatz zu Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung weist er zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres sogar ein Plus von knapp sieben Punkte auf.

Wesentliche Teile der deutschen Wirtschaft, wie zum Beispiel das verarbeitende Gewerbe, sind nicht von den Schließungen betroffen. Deren Auftragslage konnte sich zuletzt wieder verbessern. Die Verbraucher gehen davon aus, dass in diesem Jahr zumindest ein beträchtlicher Teil der Wachstumseinbußen des vergangenen Jahres wieder wettgemacht werden kann. Dazu trägt unter anderem auch die positive Entwicklung des chinesischen Binnenmarktes bei, wovon in erster Linie die exportorientierten Unternehmen profitieren können.

Quelle: GfK

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ifo Beschäftigungsbarometer im Februar 2021 gesunken

Die deutschen Unternehmen planen Arbeitsplätze abzubauen. Das ifo Beschäftigungsbarometer fiel im Februar auf 94,5 Punkte, von 95,1 Punkten im Januar. Das ist der dritte Rückgang in Folge. Der Lockdown führt insbesondere im Einzelhandel zu weniger Arbeitsplätzen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.02.2021

Die deutschen Unternehmen planen Arbeitsplätze abzubauen. Das ifo Beschäftigungsbarometer fiel im Februar auf 94,5 Punkte, von 95,1 Punkten im Januar. Das ist der dritte Rückgang in Folge. Der Lockdown führt insbesondere im Einzelhandel zu weniger Arbeitsplätzen.

Gegen den Trend entspannt sich in der Industrie die Beschäftigungssituation. Weniger Unternehmen denken über Entlassungen nach und nehmen stattdessen Neueinstellungen in den Blick. Bei den Dienstleistern zeigt sich seit einigen Monaten wieder eine gewisse Skepsis bei der Personalplanung. Sie fuhren Einstellungspläne zurück. Im Handel ist die Lage unverändert. Der Lockdown kostet im Einzelhandel Jobs. Der Großhandel rechnet mit einer konstanten Mitarbeiterzahl. Gleiches gilt auch für den Bausektor.

Quelle: ifo Institut

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Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2020

Das BIP ist im 4. Quartal 2020 gegenüber dem 3. Quartal 2020 um 0,3 % gestiegen. Im Verlauf des Jahres hatte sich die deutsche Wirtschaft nach dem historischen Einbruch des BIP um 9,7 % im 2. Quartal 2020 im 3. Quartal zunächst erholt (+8,5 %). Im 4. Quartal wurde diese Erholung durch die zweite Corona-Welle und den erneuten Lockdown zum Jahresende gebremst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fiel die Entwicklung des BIP sowohl für das 4. Quartal (+0,3 %) als auch für das gesamte Jahr 2020 mit -4,9 % (kalenderbereinigt: -5,3 %) etwas positiver aus als in der Schnellmeldung am 29.01.2021 berichtet.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 24.02.2021

Bruttoinlandsprodukt, 4. Quartal 2020

  • +0,3 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
  • -2,7 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
  • -3,7 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 4. Quartal 2020 gegenüber dem 3. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 % gestiegen. Im Verlauf des Jahres hatte sich die deutsche Wirtschaft nach dem historischen Einbruch des BIP um 9,7 % im 2. Quartal 2020 im 3. Quartal zunächst erholt (+8,5 %). Im 4. Quartal wurde diese Erholung durch die zweite Corona-Welle und den erneuten Lockdown zum Jahresende gebremst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fiel die Entwicklung des BIP sowohl für das 4. Quartal (+0,3 %) als auch für das gesamte Jahr 2020 mit -4,9 % (kalenderbereinigt: -5,3 %) etwas positiver aus als in der Schnellmeldung am 29. Januar 2021 berichtet.

Inländischer Konsum nimmt deutlich ab, Bauinvestitionen und Exporte wirken stabilisierend

Bedingt durch die Einschränkungen im Zuge des zweiten Lockdowns ab November 2020 gingen die privaten Konsumausgaben im 4. Quartal 2020 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 3,3 % gegenüber dem 3. Quartal 2020 zurück. Damit sank der private Konsum weniger stark als im 2. Quartal 2020 (-11,0 %). Auch die staatlichen Konsumausgaben verzeichneten im 4. Quartal 2020 einen Rückgang um 0,5 % gegenüber dem Vorquartal, nachdem sie in den ersten drei Quartalen des Jahres gestiegen waren. Wachstumsimpulse kamen im 4. Quartal 2020 von den Bauinvestitionen, die preis-, saison- und kalenderbereinigt um 1,8 % gegenüber dem 3. Quartal 2020 stiegen. In Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – wurde saisonbereinigt in etwa so viel investiert wie im Vorquartal (-0,1 %).

Der Handel mit dem Ausland nahm zum Jahresende zu und stützte das BIP: Im 4. Quartal 2020 wurden preis-, saison- und kalenderbereinigt 4,5 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im 3. Quartal 2020. Die Importe stiegen mit 3,7 % insgesamt etwas weniger stark, da weniger Dienstleistungen importiert wurden als im Vorquartal.

Bruttowertschöpfung in der Industrie im Plus, in Dienstleistungsbereichen im Minus

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung war im 4. Quartal 2020 um 0,2 % niedriger als im 3. Quartal 2020. Dabei zeigte sich bezogen auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche ein zweigeteiltes Bild: Während die Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe (+6,7 %) und im Baugewerbe (+5,2 %) gegenüber dem 3. Quartal 2020 deutlich zulegte, wurde die zwischenzeitliche Erholung in den meisten Dienstleistungsbereichen durch die zweite Corona-Welle zum Jahresende abrupt gestoppt. So sank die Bruttowertschöpfung im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe um 4,4 %, der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit verzeichnete ein Minus von 3,2 %.

Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich noch deutlich im Minus

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 4. Quartal 2020 preisbereinigt um 2,7 % niedriger als im 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise. Preis- und kalenderbereinigt war der Rückgang mit 3,7 % größer, da rund drei Arbeitstage mehr zur Verfügung standen als ein Jahr zuvor.

Privater Konsum nimmt deutlich ab, Bauinvestitionen und Staatskonsum stützen

Im Vorjahresvergleich war die inländische Nachfrage insgesamt weiterhin deutlich niedriger als im Jahr zuvor. Die privaten Konsumausgaben gingen preisbereinigt gegenüber dem 4. Quartal 2019 um 6,5 % zurück, die Investitionen in Ausrüstungen um 6,0 %. Stützend wirkten im Vorjahresvergleich lediglich die Bauinvestitionen mit einem Anstieg von 3,0 % und die Konsumausgaben des Staates, die um 2,6 % zulegten.

Die Nachfrage aus dem Ausland war insgesamt geringer als im selben Zeitraum des Vorjahres. Der internationale Warenhandel stabilisierte sich aber zum Jahresende, während die Exporte und Importe von Dienstleistungen zweistellig zurückgingen. Insgesamt wurden im 4. Quartal 2020 preisbereinigt 2,9 % weniger Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im 4. Quartal 2019. Die Importe gingen im selben Zeitraum insgesamt um 5,1 % zurück.

Baugewerbe wächst auch gegenüber Vorjahr, alle anderen Wirtschaftsbereiche im Minus

Auf der Entstehungsseite des BIP war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im 4. Quartal 2020 in fast allen Wirtschaftsbereichen geringer als ein Jahr zuvor. Die größten Rückgänge gab es mit -18,2 % bei den Sonstigen Dienstleistern, wozu unter anderem die Bereiche Unterhaltung und Erholung zählen. Die Bruttowertschöpfung der Unternehmensdienstleister fiel mit -9,1 % ebenfalls stark. Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe sank die Bruttowertschöpfung um 6,3 %, wobei besonders das Gastgewerbe einen noch deutlicheren Rückgang zu verzeichnen hatte. Im Verarbeitenden Gewerbe ging die Bruttowertschöpfung nach den zweistelligen Einbrüchen im Sommer weniger stark zurück und lag im 4. Quartal 2020 um 2,0 % unter dem Niveau des 4. Quartals 2019. Lediglich im Baugewerbe konnte die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahr zulegen (+5,3 %).

Die Bruttowertschöpfung insgesamt ging um 3,6 % zurück und damit rund einen Prozentpunkt mehr als das BIP. Der Grund hierfür ist der starke Anstieg der Nettogütersteuern um 5,3 %.

Erwerbstätigenzahl weiter deutlich unter Vorkrisenniveau

Die Corona-Krise wirkt sich weiter deutlich auf den Arbeitsmarkt aus. Die Wirtschaftsleistung wurde im 4. Quartal 2020 von rund 44,8 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 747.000 Personen oder 1,6 % weniger als ein Jahr zuvor (siehe Pressemitteilung Nr. 072/21 vom 18. Februar 2021). In den beiden vorangegangenen Quartalen hatte es ähnlich starke Rückgänge gegeben (-1,4 % im 2. Quartal und -1,6 % im 3. Quartal). Davor war die Zahl der Erwerbstätigen zuletzt im 1. Quartal 2010 infolge der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise rückläufig. Dabei ist zu beachten, dass die Kurzarbeit sich nicht auf die Erwerbstätigenzahlen auswirkt, weil Kurzarbeitende weiter als Erwerbstätige zählen.

Einen deutlichen Effekt hat die Inanspruchnahme von Kurzarbeit aber auf die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen: Diese verringerte sich im 4. Quartal 2020 nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit deutlich um 2,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen – ging entsprechend im selben Zeitraum noch stärker um 4,3 % zurück.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde – nahm nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,7 % zu. Je Erwerbstätigen war sie jedoch um 1,1 % niedriger als im 4. Quartal 2019.

Stabile Einkommen und Konsumzurückhaltung führen zu Anstieg der Sparquote

In jeweiligen Preisen gerechnet waren das BIP und das Bruttonationaleinkommen im 4. Quartal 2020 um 1,9 % niedriger als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen ging mit -1,3 % nicht ganz so stark zurück: Während das Arbeitnehmerentgelt gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert war (-0,1 %), fielen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach ersten vorläufigen Berechnungen deutlich um 4,9 %. Die Bruttolöhne und -gehälter sanken im Durchschnitt je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer um 0,5 %, netto stiegen sie leicht um 0,2 %. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte war im 4. Quartal 2020 mit 0,3 % etwas höher als vor einem Jahr. Dagegen gingen die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen um 6,3 % zurück. Das relativ stabile Einkommen einerseits und die Konsumzurückhaltung andererseits führten wie schon in den beiden vorangegangenen Quartalen zu einem erheblichen Anstieg des Sparens der privaten Haushalte. Nach vorläufigen Berechnungen ergibt sich daraus für das 4. Quartal 2020 eine Sparquote von 15,7 %.

Internationaler und europäischer Vergleich

Innerhalb Europas zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Während das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP unter anderem in Frankreich (-1,3 %) und Italien (-2,0 %) im 4. Quartal 2020 gegenüber dem 3. Quartal zurückging, verzeichneten andere Mitgliedstaaten ähnlich wie Deutschland ein leichtes Plus, so auch Spanien mit +0,4 %. Für die Europäische Union (EU) insgesamt meldete das europäische Statistikamt Eurostat nach vorläufigen Berechnungen einen BIP-Rückgang von 0,4 % gegenüber dem Vorquartal. Die Vereinigten Staaten verzeichneten mit umgerechnet +1,0 % einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem 3. Quartal 2020.

Im Vorjahresvergleich zeigt sich, dass das Bruttoinlandsprodukt der meisten EU-Mitgliedstaaten im 4. Quartal 2020 noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau lag. Unter den Mitgliedstaaten, für die bereits Daten für das 4. Quartal 2020 vorliegen, hatte Spanien mit -9,1 % den stärksten Rückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal zu verzeichnen. Auch in Frankreich (-5,0 %) und Italien (-6,6 %) schrumpfte die Wirtschaft gegenüber dem 4. Quartal 2019 deutlich. Für die EU insgesamt gab Eurostat ein vorläufiges Ergebnis von -4,8 % bekannt. Die Vereinigten Staaten verzeichneten mit umgerechnet -2,5 % gegenüber dem 4. Quartal 2019 einen ähnlich starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts wie Deutschland (-2,7 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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ifo Exporterwartungen im Februar 2021 im Aufschwung

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich merklich verbessert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Februar von 7,5 Punkten auf 10,7 Punkte gestiegen. Ein höherer Wert wurde zuletzt im September 2018 beobachtet.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.02.2021

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich merklich verbessert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Februar von 7,5 Punkten auf 10,7 Punkte gestiegen. Ein höherer Wert wurde zuletzt im September 2018 beobachtet. Die gut laufende Konjunktur in China und die anziehende Produktion in den USA helfen den deutschen Exporteuren.

Die Chemische Industrie erwartet deutliche Exportzuwächse. Gleiches gilt für den Maschinenbau. Die Automobilhersteller konnten ihr dreimonatiges Zwischentief überwinden. Sie rechnen jetzt wieder mit mehr Aufträgen aus dem Ausland. Bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen stiegen die Exporterwartungen auf den höchsten Wert seit Februar 2018. Für die Möbel- und die Bekleidungsindustrie hingegen bleibt der Auslandsmarkt schwierig. Die Unternehmen gehen davon aus, dass die Umsätze deutlich zurückgehen.

Quelle: ifo Institut

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ifo Geschäftsklima steigt im Februar 2021

Die Stimmung unter den Managern in Deutschland hat sich merklich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Februar auf 92,4 Punkte gestiegen, nach 90,3 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Januar. Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage fielen positiver aus.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 22.02.2021

Die Stimmung unter den Managern in Deutschland hat sich merklich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Februar auf 92,4 Punkte gestiegen, nach 90,3 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Januar. Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage fielen positiver aus. Zudem sind die pessimistischen Stimmen mit Blick auf die kommenden Monate deutlich weniger geworden. Die deutsche Wirtschaft zeigt sich trotz Lockdown robust, vor allem wegen der starken Industriekonjunktur.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat der Index einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Ein höherer Wert war zuletzt im November 2018 zu beobachten. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich. Für die kommenden Monate waren die Unternehmen merklich optimistischer. In allen wichtigen Industriezweigen stieg der Geschäftsklimaindex.

Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindikator gestiegen. Die Dienstleister waren mit ihrer aktuellen Lage zufriedener. Zudem nahm der Pessimismus bei den Geschäftserwartungen ab. Für das Gastgewerbe bleibt die Situation schwierig. In der Tourismusbranche zeigt sich erstmals wieder vorsichtiger Optimismus mit Blick auf die Urlaubssaison.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindex nach dem Einbruch im Vormonat etwas gestiegen. Die Erwartungen sind zwar weiterhin pessimistisch, aber nicht mehr so stark wie im Vormonat. Die aktuelle Lage hingegen wurde von den Händlern schlechter eingeschätzt. Die Umsätze sind aufgrund des Lockdowns eingebrochen.

Auch im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima. Dies war auf weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage wurde von den Baufirmen aber etwas schlechter beurteilt, vor allem wegen des außergewöhnlich kalten Wetters.

Quelle: ifo Institut

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Industrieproduktion im Jahr 2020 um mehr als 10 % gesunken

In der deutschen Industrie wurde im Jahr 2020 gut ein Zehntel weniger produziert als im Vorjahr: Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe war im Jahr 2020 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes 10,8 % niedriger als im Jahr 2019.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.02.2021

Automobilhersteller und Maschinenbauer besonders betroffen

In der deutschen Industrie wurde im Jahr 2020 gut ein Zehntel weniger produziert als im Vorjahr: Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe war im Jahr 2020 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes preis- und kalenderbereinigt 10,8 % niedriger als im Jahr 2019. Im Jahresverlauf war die Industrieproduktion während der ersten Phase der Corona-bedingten Einschränkungen in den Monaten April und Mai 2020 mit -29,7 % beziehungsweise -23,4 % stark gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat gesunken. Im Dezember 2020 lag der Rückstand der Industrieproduktion gegenüber dem Vorjahresmonat nur noch bei -1,5 %. Der Umsatz der im Bergbau und Verarbeitenden Gewerbe tätigen Industriebetriebe war im Jahr 2020 preis- und kalenderbereinigt um 10,1 % niedriger als im Vorjahr. Dabei ist der Inlandsumsatz um 8,3 % und der Umsatz mit ausländischen Abnehmern um 11,9 % gesunken.

Produktion in der Automobilindustrie geht um ein Viertel zurück

Besonders stark war im Jahr 2020 der Produktionsrückgang in der Automobilindustrie: Die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen haben insgesamt im Jahr 2020 25,0 % weniger produziert als im Vorjahr. Die größten Rückgänge in der Automobilindustrie gab es im April und im Mai mit -84,3 % beziehungsweise -52,7 % gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat. Im Dezember lag der Rückstand gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur noch bei -1,0 %. Der Umsatz der in Deutschland in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen tätigen Industriebetriebe lag im Jahr 2020 preis- und kalenderbereinigt um 17,8 % unter dem Vorjahresniveau. Gemessen am Umsatz der in Deutschland ansässigen Industriebetriebe ist die Automobilindustrie Deutschlands wichtigster Industriezweig: So erbrachten die rund 809 000 Erwerbstätigen in den 968 Betrieben der Automobilindustrie mit mehr als 50 Beschäftigten im Jahr 2020 einen Umsatz von insgesamt 379,3 Milliarden Euro. Dies entsprach einem Anteil von knapp 23 % am Gesamtumsatz aller Industriebetriebe in Deutschland.

Maschinenbau und Metallindustrie mit deutlichen Rückgängen

Im Maschinenbau lag der preis- und kalenderbereinigte Produktionswert im Jahr 2020 um 13,8 % niedriger als im Vorjahr. Im April 2020 meldeten die Maschinenbaubetriebe einen Produktionsrückgang von 28,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Dezember 2020 betrug der Rückstand gegenüber dem Vorjahresmonat noch -10,3 %. Der Umsatz der im Maschinenbau tätigen Industriebetriebe lag im Jahr 2020 preis- und kalenderbereinigt um 13,7 % unter dem Vorjahresniveau. Gemessen am Umsatz der in Deutschland ansässigen Industriebetriebe ist der Maschinenbau der zweitwichtigste Industriezweig: Die rund 968 857 Erwerbstätigen in den 3 798 Betrieben des Maschinenbaus mit mehr als 50 Beschäftigten erbrachten im Jahr 2020 einen Umsatz von insgesamt 217,4 Milliarden Euro. Dies entsprach einem Anteil von gut 13 % am Gesamtumsatz aller Industriebetriebe in Deutschland.

Stark beeinträchtigt war im Jahr 2020 auch die Metallindustrie. Die Betriebe der Metallerzeugung und -bearbeitung haben 13,3 % weniger produziert als im Vorjahr, bei der Herstellung von Metallerzeugnissen war ein Rückgang von 11,6 % zu verzeichnen. In beiden Bereichen war der Rückgang im April 2020 am stärksten, in diesem Monat war die Produktion in diesem Monat um fast ein Drittel niedriger als im April 2019.

Produktion von Bekleidung geht um 20 % zurück

Auch die Betriebe zur Herstellung von Bekleidung sowie von Schuhen und Lederwaren waren durch die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie stark beeinträchtigt. Die Bekleidungshersteller haben im Jahr 2020 preis- und kalenderbereinigt 20,0 % weniger produziert als im Vorjahr, bei der Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen ging die Produktion um 17,6 % zurück. In der Bekleidungsindustrie wurde der stärkste Produktionsrückgang im April 2020 mit -56,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet. Bei der Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen war im Mai 2020 mit -46,5 % der stärkste Rückgang zu verzeichnen. Gemessen am Umsatz gab es bei den Herstellern von Bekleidung branchenweit den größten Rückgang mit -19,3 %.

Geringe Produktionsrückgänge bei Nahrungsmitteln und Chemie – Steigerungen in der Holzindustrie

Vergleichsweise wenig zurückgegangen ist die Produktion in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie sowie der Chemieindustrie. Bei der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sank sie um 2,8 %, bei der Herstellung von chemischen Erzeugnissen um 1,1 %.

Der einzige Wirtschaftszweig, in dem die Produktion im Vorjahresvergleich gestiegen ist, war die Holzindustrie. Die Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) legte im Jahr 2020 preis- und kalenderbereinigt um 3,1 % gegenüber dem Vorjahr zu.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Venture Capital-Geschäftsklima zurück im grünen Bereich – Corona-Verluste wettgemacht

Das Venture Capital-Geschäftsklima verbessert sich zum Jahresende 2020 deutlich, der Corona-bedingt drastische Stimmungsabfall im Frühjahr 2020 konnte lt. KfW im letzten Quartal wieder aufgeholt werden.

KfW, Pressemitteilung vom 22.02.2021

  • VC-Geschäftsklima liegt im 4. Quartal über Vergleichswert von 2019
  • Corona-Stimmungstief überwunden
  • Neuer Bestwert bei Zufriedenheit mit Förderumfeld

Das Venture Capital-Geschäftsklima verbessert sich zum Jahresende 2020 deutlich, der Corona-bedingt drastische Stimmungsabfall im Frühjahr 2020 konnte im letzten Quartal wieder aufgeholt werden. Der Geschäftsklimaindikator legte um 26,7 Zähler auf nun 17,0 Saldenpunkte zu, die Bewertung des aktuellen Geschäftsklimas (+28,3 Zähler auf 16,1) und der Geschäftserwartungen (+25,2 Zähler auf 17,8) verbuchen ähnlich hohe Zugewinne. Die drei Indikatoren zeigen sich demnach unbeeindruckt vom neuerlichen Lockdown. Die Anti-Corona-Maßnahmen scheinen die Start-up-Szene insgesamt weniger in der Breite zu treffen als zunächst befürchtet.

Analog zum Geschäftsklima erreichen die meisten Klimaindikatoren für das Marktumfeld am Ende des Corona-Jahres 2020 höhere Werte als im Vorjahr. So liegen die Indikatoren für Qualität und Stärke des Dealflows klar im grünen Bereich, und auch der Verlauf des „Preisindikators“ bleibt positiv. Die Zufriedenheit mit den Einstiegsbewertungen ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich höher, während das Fundraisingklima zwar wieder im grünen Bereich liegt, die Corona-Verluste aber nicht ganz wettmachen konnte. Ferner wird auch das Förderumfeld positiv betrachtet, wozu die Corona-Unterstützung für Start-Ups beigetragen haben wird.

„Das Venture Capital-Jahr ist versöhnlich zu Ende gegangen. Die Fortschritte bei Zukunftsfonds und Fondsstandortgesetzt waren dabei zwei wichtige Stimmungsaufheller im Schlussquartal und sorgen unbeeindruckt vom neuen ‚Lockdown‘ für eine gute Basis zum Jahresstart. Der Corona-Schock zum Beginn von 2020 wurde bisher schneller verdaut als erwartet, so dass das Geschäftsklima im Schlussquartal sogar über Vor-Corona-Niveau liegt. Erfreulich ist, dass sich so wichtige Indikatoren wie Fundraising und Dealflow deutlich erholt haben, ohne dass dabei die Einstiegspreise gleichermaßen angezogen sind. Das ist eine gute Basis für Neuinvestitionen. Insbesondere Start-Ups, die in der Corona-Krise bewiesen haben, dass ihre innovativen Geschäftsideen Bedarfe decken, können hier die großen Gewinner von morgen sein.“

Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW-Bankengruppe

„Die neuerlichen Lockdown-Maßnahmen schlagen bei den Venture Capital-Gebern bisher deutlich weniger auf die Stimmung als noch im Frühjahr. VCs und ihre Start-Ups haben gelernt, mit der Situation umzugehen, und sich in einem herausfordernden Umfeld zu behaupten. Die schnelle Stimmungserholung spricht für die gestiegene Robustheit und Reife des Marktes und macht optimistisch für 2021. Einen wichtigen Impuls erwarten wir in diesem Jahr zudem von den einzelnen Maßnahmen des Zukunftsfonds. Mit diesem hat die Bundesregierung einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung des deutschen Start-Up und Venture Capital-Ökosystems geliefert.“

Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BVK

Quelle: KfW

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